2 Könige
Kapitel 1
1 Und es geschah nach dem Tode Sauls, als David zurückgekehrt war vom Schlagen der Amalekiter, da blieb David zwei Tage in Ziklag.
2 Und es geschah am dritten Tage, siehe, da kam ein Mann aus dem Lager, vom Volke Sauls, und seine Kleider waren zerrissen und Erde war auf seinem Haupt; und es geschah, als er zu David hineinkam, da fiel er zur Erde und warf sich vor ihm nieder.
3 Und David sprach zu ihm: Woher kommst du? Und er sprach zu ihm: Aus dem Lager Israels bin ich entronnen.
4 Und David sprach zu ihm: Was ist geschehen? Berichte mir. Und er sprach: Das Volk ist aus der Schlacht geflohen, und viele vom Volke sind gefallen und gestorben; und auch Saul ist tot, und Jonathan, sein Sohn, ist gestorben.
5 Und David sprach zu dem jungen Mann, der ihm berichtete: Woher weißt du, dass Saul und sein Sohn Jonathan tot sind?
6 Und der junge Mann, der ihm berichtete, sprach: Durch Zufall geriet ich auf das Gebirge Gilboa, und siehe, Saul stützte sich auf seinen Speer, und siehe, die Wagen und die Reiterobersten setzten ihm nach.
7 Und er blickte hinter sich und sah mich und rief mich, und ich sprach: Hier bin ich.
8 Und er sprach zu mir: Wer bist du? Und ich sprach: Ich bin ein Amalekiter.
9 Und er sprach zu mir: Tritt doch her zu mir und töte mich, denn schreckliche Finsternis hat mich ergriffen, denn noch ist all mein Leben in mir.
10 Da trat ich zu ihm und tötete ihn, denn ich wusste, dass er nach seinem Fall nicht leben würde; und ich nahm die Krone, die auf seinem Haupte war, und die Spange, die an seinem Arm war, und habe sie meinem Herrn hierher gebracht.
11 Da fasste David seine Kleider und zerriss sie, und alle Männer, die bei ihm waren, zerrissen ihre Kleider.
12 Und sie klagten und weinten und fasteten bis zum Abend um Saul und um Jonathan, seinen Sohn, und um das Volk Juda und um das Haus Israel, weil sie durch das Schwert gefallen waren.
13 Und David sprach zu dem jungen Mann, der ihm berichtet hatte: Woher bist du? Und er sprach: Ich bin der Sohn eines Fremdlings, eines Amalekiters.
14 Und David sprach zu ihm: Wie hast du dich nicht gefürchtet, deine Hand auszustrecken, um den Gesalbten des Herrn zu verderben?
15 Und David rief einen von seinen Knechten und sprach: Tritt herzu und stoße ihn nieder. Und er schlug ihn, und er starb.
16 Und David sprach zu ihm: Dein Blut komme auf dein Haupt, denn dein Mund hat gegen dich gezeugt, als du sprachst: Ich habe den Gesalbten des Herrn getötet.
17 Und David stimmte dieses Klagelied an über Saul und über Jonathan, seinen Sohn,
18 und befahl, es die Söhne Judas zu lehren — siehe, es steht geschrieben im Buch des Aufrichtigen :
19 Richte ein Denkmal auf, Israel, für die Toten, für die Erschlagenen auf deinen Höhen. Wie sind die Helden gefallen!
20 Verkündet es nicht in Gath und bringt die Botschaft nicht auf die Gassen Askalons, damit sich die Töchter der Philister nicht freuen, damit die Töchter der Unbeschnittenen nicht frohlocken.
21 Ihr Berge von Gilboa, kein Tau und kein Regen falle auf euch, ihr Felder der Erstlingsgaben; denn dort wurde der Schild der Helden entweiht, der Schild Sauls, nicht gesalbt mit Öl.
22 Vom Blut der Erschlagenen, vom Fett der Helden kehrte der Bogen Jonathans nicht leer zurück, und das Schwert Sauls kam nicht leer wieder.
23 Saul und Jonathan, die Geliebten und Schönen, unzertrennlich, herrlich in ihrem Leben, wurden auch in ihrem Tode nicht getrennt; schneller als Adler waren sie, stärker als Löwen.
24 Ihr Töchter Israels, weint über Saul, der euch in Scharlach kleidete samt eurem Schmuck, der goldenen Schmuck auf eure Gewänder brachte.
25 Wie sind die Helden gefallen mitten im Kampf! Jonathan liegt erschlagen auf deinen Höhen.
26 Es schmerzt mich um dich, mein Bruder Jonathan; überaus lieblich warst du mir, wunderbar war mir deine Liebe, mehr als Frauenliebe.
27 Wie sind die Helden gefallen und die Waffen des Krieges zugrunde gegangen!
Kapitel 2
1 Und es geschah danach, dass David den Herrn befragte und sprach: Soll ich hinaufziehen in eine der Städte Judas? Und der Herr sprach zu ihm: Zieh hinauf. Und David sprach: Wohin soll ich hinaufziehen? Und er sprach: Nach Hebron.
2 Und David zog dort hinauf nach Hebron und auch seine beiden Frauen, Achinoam, die Jesreelitin, und Abigail, die Frau Nabals, des Karmeliters,
3 und die Männer, die bei ihm waren, ein jeder mit seinem Haus, und sie wohnten in den Städten Hebrons.
4 Und es kamen die Männer Judas und salbten dort David zum König über das Haus Juda. Und man berichtete David und sprach: Die Männer von Jabesch in Gilead haben Saul begraben.
5 Und David sandte Boten zu den Anführern von Jabesch in Gilead und sprach zu ihnen: Gesegnet seid ihr vom Herrn, dass ihr diese Barmherzigkeit an eurem Herrn, an Saul, dem Gesalbten des Herrn, getan und ihn begraben habt, samt Jonathan, seinem Sohn.
6 Und nun möge der Herr an euch Barmherzigkeit und Treue tun, und auch ich will euch dieses Gute erweisen, weil ihr diese Tat vollbracht habt.
7 Und nun sollen eure Hände stark werden, und seid tapfere Söhne; denn euer Herr Saul ist tot, und auch mich hat das Haus Juda über sich zum König gesalbt.
8 Und Abner, der Sohn Ners, der Heerführer Sauls, nahm Isch-Boschet, den Sohn Sauls, und führte ihn aus dem Lager hinauf nach Mahanajim
9 und machte ihn zum König über Gilead und über Aschuri und über Jesreel und über Ephraim und über Benjamin und über ganz Israel.
10 Vierzig Jahre alt war Isch-Boschet, der Sohn Sauls, als er über Israel König wurde, und zwei Jahre regierte er, ausgenommen das Haus Juda, das David anhing.
11 Und die Zeit, die David in Hebron über das Haus Juda regierte, betrug sieben Jahre und sechs Monate.
12 Und Abner, der Sohn Ners, zog aus mit den Knechten Isch-Boschets, des Sohnes Sauls, von Mahanajim nach Gibeon.
13 Und Joab, der Sohn der Zeruja, und die Knechte Davids zogen aus von Hebron, und sie trafen mit ihnen zusammen am Teich von Gibeon; und die einen lagerten sich diesseits des Teiches von Gibeon und die anderen jenseits des Teiches.
14 Und Abner sprach zu Joab: Lass doch die jungen Männer aufstehen und vor uns kämpfen. Und Joab sprach: Sie sollen aufstehen.
15 Und sie standen auf und traten an nach der Zahl: zwölf von den Knechten Benjamins, von Isch-Boschet, dem Sohn Sauls, und zwölf von den Knechten Davids.
16 Und ein jeder ergriff mit der Hand den Kopf seines Gegners, und sein Schwert fuhr in die Seite seines Gegners, und sie fielen miteinander; und man nannte den Namen jenes Ortes „Feld der Widersacher“, das bei Gibeon liegt.
17 Und der Kampf wurde überaus hart an jenem Tag, und Abner und die Männer Israels wurden geschlagen vor den Knechten Davids.
18 Und es waren dort drei Söhne der Zeruja: Joab, Abischai und Asaël; und Asaël war leichtfüßig wie eine Gazelle auf dem Feld.
19 Und Asaël jagte Abner nach und wich nicht ab, weder zur Rechten noch zur Linken, hinter Abner her.
20 Und Abner blickte hinter sich und sprach: Bist du es, Asaël? Und er sprach: Ich bin es.
21 Und Abner sprach zu ihm: Weiche nach rechts oder nach links, ergreife dir einen von den jungen Männern und nimm dir seine Rüstung. Aber Asaël wollte nicht von ihm ablassen.
22 Und Abner sprach noch einmal zu Asaël: Weiche von mir, damit ich dich nicht zu Boden schlage! Wie könnte ich dann mein Angesicht zu Joab erheben? Und wo bliebe das alles? Kehre um zu Joab, deinem Bruder.
23 Er aber wollte nicht ablassen. Da stieß ihn Abner mit dem hinteren Ende des Speeres in die Lende, und der Speer fuhr hinten aus ihm heraus, und er fiel dort und starb an derselben Stelle. Und es geschah: Jeder, der an den Ort kam, wo Asaël gefallen und gestorben war, blieb stehen.
24 Und Joab und Abischai jagten Abner nach; und die Sonne ging unter, als sie zum Hügel Amma kamen, der vor Giach liegt, am Weg zur Wüste von Gibeon.
25 Und die Söhne Benjamins sammelten sich hinter Abner, wurden zu einem einzigen Haufen und stellten sich auf die Spitze eines Hügels.
26 Und Abner rief Joab zu und sprach: Soll denn das Schwert ohne Ende fressen? Weißt du nicht, dass es am Ende bitter sein wird? Und wie lange willst du dem Volk nicht sagen, es solle ablassen von der Verfolgung unserer Brüder?
27 Und Joab sprach: So wahr der Herr lebt: Hättest du nicht geredet, so wäre das Volk schon am Morgen abgezogen, ein jeder von der Verfolgung seines Bruders.
28 Und Joab stieß in die Posaune, und das ganze Volk hielt an, und sie jagten Israel nicht mehr nach und kämpften nicht weiter.
29 Und Abner und seine Männer zogen die ganze Nacht hindurch gegen Westen und überschritten den Jordan und durchzogen das ganze angrenzende Gebiet und kamen ins Lager.
30 Und Joab kehrte von der Verfolgung Abners um und sammelte das ganze Volk; und von den Knechten Davids wurden neunzehn Männer vermisst und Asaël.
31 Aber die Knechte Davids hatten von den Söhnen Benjamins, von den Männern Abners, dreihundertsechzig Mann erschlagen.
32 Und sie hoben Asaël auf und begruben ihn im Grab seines Vaters in Bethlehem. Und Joab und die Männer, die bei ihm waren, zogen die ganze Nacht, und der Tag brach ihnen an in Hebron.
Kapitel 3
1 Und der Krieg zwischen dem Hause Sauls und dem Hause Davids dauerte lange; und das Haus Davids ging voran und wurde stärker, das Haus Sauls aber ging voran und wurde schwächer.
2 Und dem David wurden in Hebron Söhne geboren, und sein Erstgeborener war Amnon von Achinoom, der Jesreelitin,
3 und sein zweiter Daluja von Abigaia, der Karmeliterin, und der dritte Abessalom, Sohn der Maacha, der Tochter Tholmis, des Königs von Gesir,
4 und der vierte Ornia, Sohn der Phengith, und der fünfte Sabatia von Abital,
5 und der sechste Jetheraam von Aigla, der Frau Davids; diese wurden dem David in Hebron geboren.
6 Und es geschah, während der Krieg zwischen dem Hause Sauls und dem Hause Davids war, da hatte Abenner die Macht über das Haus Sauls.
7 Und Saul hatte eine Nebenfrau, Respha, die Tochter Jals; und Memphibosthe, der Sohn Sauls, sprach zu Abenner: Warum bist du zu der Nebenfrau meines Vaters eingegangen?
8 Und Abenner wurde sehr zornig über das Wort Memphibosthes, und Abenner sprach zu ihm: Bin ich denn ein Hundskopf? Ich habe heute Barmherzigkeit geübt an dem Hause Sauls, deines Vaters, und an den Brüdern und Vertrauten, und bin nicht zum Hause Davids übergelaufen; und du suchst heute an mir Schuld wegen einer Frau?
9 So möge Gott dem Abenner tun und so hinzufügen, wenn ich nicht, wie der Herr dem David geschworen hat, so an ihm handle an diesem Tage:
10 das Königtum vom Hause Sauls wegzunehmen und den Thron Davids über Israel und über Juda aufzurichten von Dan bis Bersabee.
11 Und Memphibosthe vermochte dem Abenner kein Wort mehr zu erwidern, weil er ihn fürchtete.
12 Und Abenner sandte Boten zu David nach Thailam, wo er gerade war, und ließ sagen: Schließe deinen Bund mit mir, und siehe, meine Hand ist mit dir, um ganz Israel zu dir zu wenden.
13 Und David sprach: Gut, ich will mit dir einen Bund schließen; nur eine Sache verlange ich von dir, nämlich: Du sollst mein Angesicht nicht sehen, es sei denn, du bringst Melchol, die Tochter Sauls, wenn du kommst, mein Angesicht zu sehen.
14 Und David sandte Boten zu Memphibosthe, dem Sohn Sauls, und ließ sagen: Gib mir meine Frau Melchol zurück, die ich um hundert Vorhäute der Philister erworben habe.
15 Und Memphibosthe sandte hin und nahm sie von ihrem Mann, von Phaltiel, dem Sohn des Selles.
16 Und ihr Mann ging mit ihr, weinend hinter ihr her, bis Barakim; und Abenner sprach zu ihm: Geh, kehre um! Und er kehrte um.
17 Und Abenner redete zu den Ältesten Israels und sprach: Schon gestern und vorgestern habt ihr begehrt, dass David über euch König sei;
18 so handelt nun, denn der Herr hat über David geredet und gesagt: Durch die Hand meines Knechtes David werde ich Israel retten aus der Hand der Philister und aus der Hand aller ihrer Feinde.
19 Und Abenner redete vor den Ohren Benjamins. Und Abenner ging hin, um vor den Ohren Davids in Hebron alles zu reden, was Israel und dem ganzen Hause Benjamin wohlgefiel.
20 Und Abenner kam zu David nach Hebron, und mit ihm zwanzig Männer. Und David machte dem Abenner und den Männern, die mit ihm waren, ein Gastmahl.
21 Und Abenner sprach zu David: Ich will mich nun aufmachen und hingehen und ganz Israel zu meinem Herrn, dem König, versammeln, und ich will mit dir einen Bund schließen, und du wirst über alles herrschen, was deine Seele begehrt. Und David entließ Abenner, und er zog hin in Frieden.
22 Und siehe, die Knechte Davids und Joab kamen von einem Streifzug und brachten viel Beute mit sich; Abenner aber war nicht bei David in Hebron, denn er hatte ihn entlassen, und er war in Frieden weggegangen.
23 Und Joab und sein ganzes Heer kamen an, und man berichtete Joab und sprach: Abenner, der Sohn Ners, ist zu David gekommen, und er hat ihn entlassen, und er ist in Frieden weggegangen.
24 Und Joab ging zum König hinein und sprach: Was hast du da getan? Siehe, Abenner ist zu dir gekommen, und warum hast du ihn entlassen, so dass er in Frieden weggegangen ist?
25 Kennst du denn nicht die Bosheit Abenners, des Sohnes Ners, dass er gekommen ist, dich zu täuschen und deinen Ausgang und deinen Eingang zu erkunden und alles zu erfahren, was du tust?
26 Und Joab ging von David hinweg und sandte Boten hinter Abenner her, und sie holten ihn zurück vom Brunnen Seïram; David aber wusste es nicht.
27 Und Abenner kehrte nach Hebron zurück, und Joab führte ihn beiseite, seitlich vom Tor, um mit ihm zu reden, indem er ihm auflauerte, und schlug ihn dort in die Lende, und er starb um des Blutes Asaels, des Bruders Joabs, willen.
28 Und David hörte es danach und sprach: Unschuldig bin ich und mein Königtum vor dem Herrn bis in Ewigkeit am Blut Abenners, des Sohnes Ners;
29 es komme über das Haupt Joabs und über das ganze Haus seines Vaters, und nie fehle im Hause Joabs einer, der am Fluss leidet, ein Aussätziger, einer, der sich am Stab hält, einer, der durchs Schwert fällt, und einer, dem es an Brot mangelt.
30 Joab aber und Abessa, sein Bruder, lauerten Abenner auf, weil er ihren Bruder Asael in Gabaon im Kampf getötet hatte.
31 Und David sprach zu Joab und zu allem Volk, das bei ihm war: Zerreißt eure Kleider und gürtet euch Säcke um und klagt vor Abenner her! Und der König David ging hinter der Bahre her.
32 Und sie begruben Abenner in Hebron; und der König erhob seine Stimme und weinte an seinem Grab, und alles Volk weinte über Abenner.
33 Und der König stimmte die Totenklage über Abenner an und sprach: Musste Abenner sterben, wie Nabal starb?
34 Deine Hände waren nicht gebunden, deine Füße nicht in Fesseln; er brachte dich nicht heran wie Nabal — vor Söhnen der Ungerechtigkeit bist du gefallen. Und alles Volk versammelte sich, ihn zu beweinen.
35 Und alles Volk kam, um David mit Brot zum Trauermahl zu bewegen, während es noch Tag war; und David schwor und sprach: So möge Gott mir tun und so hinzufügen, wenn ich, ehe die Sonne untergeht, Brot koste oder irgendetwas anderes.
36 Und alles Volk erkannte es, und alles, was der König vor dem Volk tat, gefiel ihnen.
37 Und alles Volk und ganz Israel erkannten an jenem Tag, dass es nicht vom König ausgegangen war, Abenner, den Sohn Ners, zu töten.
38 Und der König sprach zu seinen Knechten: Wisst ihr nicht, dass an diesem Tag ein großer Fürst in Israel gefallen ist?
39 Und ich bin heute ein Verwandter und vom König eingesetzt, diese Männer aber, die Söhne der Saruja, sind härter als ich; der Herr vergelte dem, der Böses tut, nach seiner Bosheit.
Kapitel 4
1 Und Memphibosthe, der Sohn Sauls, hörte, dass Abenner in Hebron gestorben war, und seine Hände wurden schlaff, und alle Männer Israels wurden mutlos.
2 Und zwei Männer, Anführer von Streifscharen, gehörten zu Memphibosthe, dem Sohn Sauls; der Name des einen war Baana und der Name des zweiten Rechab, Söhne Remmons, des Berothiters, aus den Söhnen Benjamins; denn Beroth wurde zu den Söhnen Benjamins gerechnet,
3 und die Berothiter flohen nach Geththaim und wohnten dort als Fremdlinge bis auf diesen Tag. —
4 Und Jonathan, der Sohn Sauls, hatte einen Sohn, der an den Füßen gelähmt war; fünf Jahre alt war dieser, als die Nachricht von Saul und seinem Sohn Jonathan aus Jesrael kam, und seine Amme nahm ihn auf und floh, und es geschah, als sie eilte und davonlief, da fiel er und wurde lahm; und sein Name war Memphibosthe.
5 Und die Söhne Remmons, des Berothiters, Rekcha und Baana, gingen hin und kamen in der Hitze des Tages in das Haus des Memphibosthe, und er schlief auf dem Mittagslager.
6 Und siehe, die Türhüterin des Hauses reinigte Weizen und wurde schläfrig und schlief, und Rekcha und Baana, die Brüder, schlichen sich unbemerkt hinein
7 und gingen in das Haus, und Memphibosthe schlief auf seinem Bett in seiner Schlafkammer, und sie schlagen ihn und töten ihn und schneiden ihm den Kopf ab; und sie nahmen seinen Kopf und gingen die ganze Nacht den Weg nach Westen.
8 Und sie brachten den Kopf des Memphibosthe zu David nach Hebron und sprachen zum König: Siehe, der Kopf des Memphibosthe, des Sohnes Sauls, deines Feindes, der dir nach dem Leben trachtete; und der Herr hat dem Herrn, dem König, Rache an seinen Feinden gewährt, wie es an diesem Tag ist, an Saul, deinem Feind, und an seinem Samen.
9 Und David antwortete dem Rekcha und dem Baana, seinem Bruder, den Söhnen Remmons, des Berothiters, und sprach zu ihnen: So wahr der Herr lebt, der meine Seele aus aller Bedrängnis erlöst hat:
10 Den, der mir berichtete, dass Saul gestorben sei und er meinte, mir eine gute Botschaft zu bringen , den ergriff ich und tötete ihn in Sekelak, ihm, dem ich Botenlohn hätte geben sollen.
11 Und nun haben böse Männer einen gerechten Mann in seinem Haus auf seinem Lager getötet; und nun werde ich sein Blut von eurer Hand fordern und euch vom Land ausrotten.
12 Und David befahl seinen Knechten, und sie töten sie und hauen ihnen die Hände und Füße ab, und sie hängten sie an der Quelle in Hebron auf; und den Kopf des Memphibosthe begruben sie im Grab Abenners, des Sohnes Ners.
Kapitel 5
1 Und alle Stämme Israels kamen zu David nach Hebron und sprachen zu ihm: Siehe, wir sind dein Gebein und dein Fleisch.
2 Schon gestern und vorgestern, als Saul König über uns war, warst du es, der Israel aus- und einführte, und der Herr sprach zu dir: Du sollst mein Volk Israel weiden, und du sollst Fürst über Israel sein.
3 Und alle Ältesten Israels kamen zum König nach Hebron, und der König David schloss mit ihnen einen Bund in Hebron vor dem Herrn, und sie salbten David zum König über ganz Israel. —
4 Dreißig Jahre alt war David, als er König wurde, und vierzig Jahre regierte er;
5 sieben Jahre und sechs Monate regierte er in Hebron über Juda, und dreiunddreißig Jahre regierte er über ganz Israel und Juda in Jerusalem.
6 Und David zog mit seinen Männern nach Jerusalem gegen die Jebusiter, die das Land bewohnten. Und man sagte zu David: Du wirst hier nicht hineinkommen; denn die Blinden und die Lahmen widerstanden und sprachen: David wird hier nicht hineinkommen.
7 Und David nahm die Festung Zion ein (das ist die Stadt Davids).
8 Und David sprach an jenem Tag: Wer einen Jebusiter schlägt, greife mit dem Dolch die Lahmen und die Blinden an und die, welche die Seele Davids hassen. Darum sagt man: Blinde und Lahme werden nicht in das Haus des Herrn kommen.
9 Und David wohnte in der Festung, und sie wurde die Stadt Davids genannt; und er baute die Stadt ringsum von der Burg an und sein Haus.
10 Und David schritt immer weiter voran und wurde groß, und der Herr, der Allmächtige, war mit ihm.
11 Und Hiram, der König von Tyrus, sandte Boten zu David und Zedernholz und Zimmerleute und Steinmetzen, und sie bauten David ein Haus.
12 Und David erkannte, dass der Herr ihn zum König über Israel bestimmt hatte und dass sein Königtum erhöht worden war um seines Volkes Israel willen.
13 Und David nahm noch mehr Frauen und Nebenfrauen aus Jerusalem, nachdem er von Hebron gekommen war, und David wurden noch mehr Söhne und Töchter geboren.
14 Und dies sind die Namen derer, die ihm in Jerusalem geboren wurden: Sammus und Sobab und Nathan und Salomon
15 und Ebear und Elisus und Naphek und Jephies
16und Elisama und Elidae und Eliphalath,
16a Samae, Jessibath, Nathan, Galamaan, Jebaar, Theesus, Elphalat, Naged, Naphek, Janatha, Leasamys, Baalimath, Eliphalath.
17 Und die Philister hörten, dass David zum König über Israel gesalbt worden war, und alle Philister zogen herauf, um David zu suchen; und David hörte es und zog hinab in die Festung.
18 Und die Philister kamen und ließen sich im Tal der Riesen nieder.
19 Und David befragte den Herrn und sprach: Soll ich gegen die Philister hinaufziehen? Wirst du sie in meine Hände geben? Und der Herr sprach zu David: Zieh hinauf, denn ich werde die Philister gewiss in deine Hände geben.
20 Und David kam von den oberen Durchbrüchen und schlug die Philister dort, und David sprach: Der Herr hat meine Feinde, die Philister, vor mir durchbrochen, wie Wasser durchbricht. Darum wurde der Name jenes Ortes „Oberhalb der Durchbrüche“ genannt.
21 Und sie ließen dort ihre Götter zurück, und David und die Männer, die bei ihm waren, nahmen sie.
22 Und die Philister zogen abermals herauf und ließen sich im Tal der Riesen nieder.
23 Und David befragte den Herrn, und der Herr sprach: Zieh nicht hinauf, ihnen entgegen; wende dich von ihnen ab und komm auf sie zu nahe beim Klagehain.
24 Und es soll geschehen: Wenn du das Geräusch des Rauschens des Klagehains hörst, dann sollst du gegen sie hinabziehen; denn dann wird der Herr vor dir ausziehen, um im Kampf gegen die Philister zu schlagen.
25 Und David tat, wie ihm der Herr geboten hatte, und schlug die Philister von Gabaon bis zum Land Gazera.
Kapitel 6
1 Und David versammelte abermals alle jungen Männer aus Israel, etwa siebzigtausend.
2 Und David machte sich auf und zog hin mit dem ganzen Volk, das bei ihm war, von den Fürsten Judas, hinauf, um von dort die Lade Gottes heraufzubringen, über der der Name des Herrn der Heerscharen angerufen wird, der über den Cherubim auf ihr thront.
3 Und er setzte die Lade des Herrn auf einen neuen Wagen und nahm sie aus dem Hause Aminadabs, das auf dem Hügel war; und Oza und seine Brüder, die Söhne Aminadabs, führten den Wagen
4 mit der Lade, und seine Brüder gingen vor der Lade her.
5 Und David und die Söhne Israels spielten vor dem Herrn auf kunstvoll gestimmten Instrumenten mit Macht, mit Gesängen und mit Zithern und mit Harfen und mit Pauken und mit Zimbeln und mit Flöten.
6 Und sie kamen bis zur Tenne Nodabs, und Oza streckte seine Hand nach der Lade Gottes aus, um sie festzuhalten, und ergriff sie, weil das Rind sie ins Wanken gebracht hatte, um sie festzuhalten.
7 Und der Herr entbrannte im Zorn gegen Oza, und Gott schlug ihn dort, und er starb dort bei der Lade des Herrn vor Gott.
8 Und David wurde betrübt, weil der Herr einen Riss an Oza gerissen hatte; und jener Ort wurde genannt „Riss Ozas“ bis auf diesen Tag.
9 Und David fürchtete den Herrn an jenem Tage und sprach: Wie soll die Lade des Herrn zu mir kommen?
10 Und David wollte die Lade des Bundes des Herrn nicht zu sich in die Stadt Davids bringen lassen, und David ließ sie abbiegen in das Haus Abeddaras, des Gethiters.
11 Und die Lade des Herrn blieb im Hause Abeddaras, des Gethiters, drei Monate; und der Herr segnete das ganze Haus Abeddaras und alles, was ihm gehörte.
12 Und dem König David wurde berichtet: Der Herr hat das Haus Abeddaras und alles, was ihm gehört, gesegnet um der Lade Gottes willen. Und David ging hin und brachte die Lade des Herrn aus dem Hause Abeddaras in die Stadt Davids mit Freuden herauf.
13 Und mit ihnen, die die Lade trugen, waren sieben Chöre, und als Opfer ein Kalb und ein Lamm.
14 Und David spielte auf kunstvoll gestimmten Instrumenten vor dem Herrn, und David war mit einem prächtigen Gewand bekleidet.
15 Und David und das ganze Haus Israel brachten die Lade des Herrn hinauf mit Jubelgeschrei und mit Posaunenschall.
16 Und es geschah, als die Lade zur Stadt Davids kam, da schaute Melchol, die Tochter Sauls, durch das Fenster und sah den König David vor dem Herrn tanzen und spielen, und sie verachtete ihn in ihrem Herzen.
17 Und sie brachten die Lade des Herrn und stellten sie an ihren Ort mitten in das Zelt, das David für sie aufgeschlagen hatte; und David brachte Brandopfer vor dem Herrn dar und Friedensopfer.
18 Und als David das Darbringen der Brandopfer und der Friedensopfer vollendet hatte, segnete er das Volk im Namen des Herrn der Heerscharen.
19 Und er verteilte an das ganze Volk, an die ganze Macht Israels von Dan bis Bersabee, an Mann und Frau, an jeden einen Brotkuchen, einen Rostkuchen und einen Fladen aus der Pfanne; und das ganze Volk ging weg, ein jeder in sein Haus.
20 Und David kehrte zurück, um sein Haus zu segnen, und Melchol, die Tochter Sauls, ging David entgegen und begrüßte ihn und sprach: Wie hat sich heute der König Israels verherrlicht, der sich heute vor den Augen der Mägde seiner Knechte entblößt hat, wie sich einer der Tänzer entblößt und zeigt!
21 Und David sprach zu Melchol: Vor dem Herrn will ich tanzen; gepriesen sei der Herr, der mich erwählt hat vor deinem Vater und vor seinem ganzen Hause, um mich zum Fürsten über sein Volk, über Israel, zu setzen; und ich will spielen und tanzen vor dem Herrn
22 und mich noch weiter so entblößen und gering sein in deinen Augen und bei den Mägden, von denen du gesagt hast, dass ich geehrt werden solle.
23 Und Melchol, der Tochter Sauls, wurde kein Kind geboren bis zum Tage ihres Todes.
Kapitel 7
1 Und es geschah, als der König in seinem Hause saß und der Herr ihm ringsum Ruhe verschafft hatte vor allen seinen Feinden ringsumher,
2 da sprach der König zu Nathan, dem Propheten: Siehe doch, ich wohne in einem Hause aus Zedernholz, und die Lade Gottes steht mitten im Zelt.
3 Und Nathan sprach zum König: Alles, was in deinem Herzen ist, geh hin und tue es, denn der Herr ist mit dir.
4 Und es geschah in jener Nacht, da erging das Wort des Herrn an Nathan und sprach:
5 Geh hin und sage zu meinem Knecht David: So spricht der Herr: Nicht du sollst mir ein Haus bauen, dass ich darin wohne;
6 denn ich habe in keinem Hause gewohnt seit dem Tage, da ich die Söhne Israels aus Ägypten heraufgeführt habe, bis auf diesen Tag, sondern ich bin umhergezogen in einer Herberge und in einem Zelt.
7 Überall, wo ich in ganz Israel umhergezogen bin habe ich je zu einem Stamm Israels, dem ich befohlen hatte, mein Volk Israel zu weiden, gesprochen und gesagt: Warum habt ihr mir kein Haus aus Zedernholz gebaut?
8 Und nun sollst du zu meinem Knecht David sagen: So spricht der Herr, der Allmächtige: Ich habe dich von der Schafhürde genommen, damit du Fürst über mein Volk, über Israel, seiest,
9 und ich war mit dir überall, wohin du gingst, und ich habe alle deine Feinde vor deinem Angesicht ausgerottet und habe dir einen Namen gemacht gleich dem Namen der Großen auf der Erde.
10 Und ich will meinem Volk Israel eine Stätte setzen und es einpflanzen, dass es an seinem Ort wohne und sich nicht mehr ängstige, und der Sohn der Ungerechtigkeit soll es nicht mehr demütigen wie zuvor,
11 seit den Tagen, da ich Richter über mein Volk Israel eingesetzt habe; und ich will dir Ruhe geben vor allen deinen Feinden, und der Herr verkündigt dir, dass du ihm ein Haus bauen wirst.
12 Und es wird geschehen, wenn deine Tage erfüllt sind und du dich zu deinen Vätern legst, dann will ich deinen Samen nach dir aufrichten, der aus deinem Leibe kommen wird, und ich will sein Königtum bereiten.
13 Er wird meinem Namen ein Haus bauen, und ich will seinen Thron aufrichten bis in Ewigkeit.
14 Ich will ihm Vater sein, und er wird mir Sohn sein; und wenn seine Ungerechtigkeit kommt, will ich ihn züchtigen mit der Rute der Männer und mit den Schlägen der Menschenkinder;
15 aber meine Barmherzigkeit will ich nicht von ihm wenden, wie ich sie von denen gewandt habe, die ich von meinem Angesicht entfernt habe.
16 Und sein Haus und sein Königtum sollen befestigt sein bis in Ewigkeit vor mir, und sein Thron soll aufgerichtet sein in Ewigkeit.
17 Nach allen diesen Worten und nach diesem ganzen Gesicht, so redete Nathan zu David. —
18 Und der König David ging hinein und setzte sich vor den Herrn und sprach: Wer bin ich, mein Herr, Herr, und was ist mein Haus, dass du mich bis hierher geliebt hast?
19 Und das war noch zu wenig vor dir, mein Herr, Herr, und du hast über das Haus deines Knechtes auf ferne Zeiten geredet; das aber ist die Weise des Menschen, mein Herr, Herr.
20 Und was soll David noch weiter zu dir reden? Und nun kennst du deinen Knecht, mein Herr, Herr.
21 Um deines Wortes willen hast du es getan, und nach deinem Herzen hast du all diese Größe getan, um sie deinem Knecht kundzutun,
22 damit du groß gemacht werdest, mein Herr, Herr, denn keiner ist wie du, und es ist kein Gott außer dir, nach allem, was wir mit unseren Ohren gehört haben.
23 Und wer ist wie dein Volk Israel, ein anderes Volk auf Erden? Wie Gott es geführt hat, um sich ein Volk zu erlösen, um dir einen Namen zu setzen, um Größe und Herrlichkeit zu wirken, indem du vor deinem Volk, das du dir aus Ägypten erlöst hast, Völker und Zelte vertrieben hast.
24 Und du hast dir dein Volk Israel bereitet zu einem Volk auf ewig, und du, Herr, bist ihnen zum Gott geworden.
25 Und nun, mein Herr, Herr, das Wort, das du über deinen Knecht und über sein Haus geredet hast, bestätige es bis in Ewigkeit, Herr, Allmächtiger, Gott Israels; und nun, wie du geredet hast,
26 möge dein Name groß gemacht werden bis in Ewigkeit.
27 Herr, Allmächtiger, Gott Israels, du hast das Ohr deines Knechtes geöffnet und gesprochen: Ich will dir ein Haus bauen; darum hat dein Knecht sein Herz gefunden, dieses Gebet zu dir zu beten.
28 Und nun, mein Herr, Herr, du bist Gott, und deine Worte werden Wahrheit sein, und du hast über deinen Knecht dieses Gute geredet;
29 und nun fange an und segne das Haus deines Knechtes, dass es ewiglich vor dir sei; denn du, mein Herr, Herr, hast es geredet, und durch deinen Segen wird das Haus deines Knechtes gesegnet sein in Ewigkeit.
Kapitel 8
1 Und es geschah danach, dass David die Philister schlug und sie in die Flucht trieb; und David nahm das Abgesonderte aus der Hand der Philister.
2 Und David schlug Moab und maß sie mit Messschnüren aus, indem er sie auf die Erde legen ließ; und es wurden zwei Schnurlängen zum Töten bestimmt, und zwei Schnurlängen ließ er am Leben. Und Moab wurde David zu Knechten, die Gaben brachten.
3 Und David schlug Hadad-Eser, den Sohn Rehobs, den König von Zoba, als dieser hinzog, um seine Hand über den Strom Euphrat auszustrecken.
4 Und David nahm von ihm tausend Wagen und siebentausend Reiter und zwanzigtausend Mann Fußvolk; und David lähmte alle Wagenpferde und ließ von ihnen hundert Wagen übrig.
5 Und das Aram von Damaskus kam, um Hadad-Eser, dem König von Zoba, zu helfen; und David schlug unter den Aramäern zweiundzwanzigtausend Mann.
6 Und David legte eine Besatzung in das Aram von Damaskus, und die Aramäer wurden David zu Knechten, die Gaben brachten. Und der Herr rettete David überall, wohin er zog.
7 Und David nahm die goldenen Spangen, die die Knechte Hadad-Esers, des Königs von Zoba, trugen, und brachte sie nach Jerusalem; und Schischak, der König von Ägypten, nahm sie, als er nach Jerusalem heraufzog in den Tagen Rehabeams, des Sohnes Salomos.
8 Und aus Masbak, aus den auserlesenen Städten Hadad-Esers, nahm der König David sehr viel Erz; daraus machte Salomo das eherne Meer und die Säulen und die Becken und alle Geräte. —
9 Und Toï, der König von Hamat, hörte, dass David die ganze Streitmacht Hadad-Esers geschlagen hatte,
10 und Toï sandte Jedduran, seinen Sohn, zu König David, um ihn nach seinem Wohlergehen zu fragen und ihn zu segnen, weil er gegen Hadad-Eser gekämpft und ihn geschlagen hatte, denn er war ein Gegner Hadad-Esers; und in seinen Händen waren silberne Geräte und goldene Geräte und eherne Geräte.
11Und diese heiligte der König David dem Herrn samt dem Silber und dem Gold, das er geheiligt hatte aus allen Städten, die er unterworfen hatte,
12aus Edom und aus Moab und von den Söhnen Ammons und von den Philistern und von Amalek und aus der Beute Hadad-Esers, des Sohnes Rehobs, des Königs von Zoba.
13 Und David machte sich einen Namen; und bei seiner Rückkehr schlug er Edom in Gaimele, achtzehntausend Mann.
14 Und er legte eine Besatzung in Edom, in ganz Edom, und alle Edomiter wurden dem König zu Knechten. Und der Herr rettete David überall, wohin er zog.
15 Und David herrschte als König über Israel, und David übte Recht und Gerechtigkeit an seinem ganzen Volk.
16 Und Joab, der Sohn der Zeruja, war über das Heer, und Joschafat, der Sohn Ahiluds, war über die Aufzeichnungen,
17 und Zadok, der Sohn Ahitubs, und Ahimelech, der Sohn Abjatars, waren Priester, und Asa war der Schreiber,
18 und Benaja, der Sohn Jojadas, war Ratgeber, ebenso der Kreter und der Pleter; und die Söhne Davids waren Hofvorsteher.
Kapitel 9
1 Und David sprach: Ist noch jemand übriggeblieben vom Hause Sauls, dass ich Barmherzigkeit an ihm tue um Jonathans willen?
2 Und aus dem Hause Sauls war ein Knecht, und sein Name war Ziba, und man rief ihn zu David. Und der König sprach zu ihm: Bist du Ziba? Und er sprach: Ich bin dein Knecht.
3 Und der König sprach: Ist noch ein Mann übrig vom Hause Sauls, dass ich Gottes Barmherzigkeit an ihm tue? Und Ziba sprach zum König: Es ist noch ein Sohn Jonathans da, der an den Füßen gelähmt ist.
4 Und der König sprach: Wo ist er? Und Ziba sprach zum König: Siehe, im Hause Machirs, des Sohnes Ammiels, aus Lodabar.
5 Und der König David sandte hin und ließ ihn holen aus dem Hause Machirs, des Sohnes Ammiels, aus Lodabar.
6 Und Mefiboschet, der Sohn Jonathans, des Sohnes Sauls, kam zum König David und fiel auf sein Angesicht und huldigte ihm. Und David sprach zu ihm: Mefiboschet! Und er sprach: Siehe, dein Knecht.
7 Und David sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, denn ich werde gewiss Barmherzigkeit an dir tun um Jonathans, deines Vaters, willen, und ich werde dir alles Feld Sauls, des Vaters deines Vaters, zurückgeben, und du sollst allezeit Brot an meinem Tisch essen.
8 Und Mefiboschet huldigte und sprach: Wer bin ich, dein Knecht, dass du den toten Hund angesehen hast, der meinesgleichen ist?
9 Und der König rief Ziba, den Knecht Sauls, und sprach zu ihm: Alles, was Saul und seinem ganzen Hause gehört, habe ich dem Sohn deines Herrn gegeben.
10 Und du sollst ihm das Land bebauen, du und deine Söhne und deine Knechte, und du sollst dem Sohn deines Herrn Brot einbringen, dass er es esse; und Mefiboschet, der Sohn deines Herrn, soll allezeit Brot an meinem Tisch essen. (Und Ziba hatte fünfzehn Söhne und zwanzig Knechte.)
11 Und Ziba sprach zum König: Ganz wie mein Herr, der König, seinem Knecht geboten hat, so wird dein Knecht tun. Und Mefiboschet aß am Tisch Davids wie einer von den Söhnen des Königs.
12 Und Mefiboschet hatte einen kleinen Sohn, und sein Name war Micha. Und alle Bewohner des Hauses Zibas waren Knechte Mefiboschets.
13 Und Mefiboschet wohnte in Jerusalem, denn er aß allezeit am Tisch des Königs; und er war lahm an seinen beiden Füßen.
Kapitel 10
1 Und es geschah danach, dass der König der Ammoniter starb, und sein Sohn Hanun wurde König an seiner Stelle.
2 Und David sprach: Ich will Barmherzigkeit erweisen an Hanun, dem Sohn des Nahasch, so wie sein Vater mir Barmherzigkeit erwiesen hat. Und David sandte hin, um ihn durch die Hand seiner Knechte wegen seines Vaters zu trösten. Und die Knechte Davids kamen in das Land der Ammoniter.
3 Da sprachen die Fürsten der Ammoniter zu Hanun, ihrem Herrn: Meinst du, dass David deinen Vater vor deinen Augen ehren will, weil er Tröster zu dir gesandt hat? Hat David nicht vielmehr seine Knechte zu dir gesandt, damit sie die Stadt erkunden und auskundschaften und ausspähen?
4 Da nahm Hanun die Knechte Davids und schor ihnen die Bärte und schnitt ihre Gewänder zur Hälfte ab, bis an ihre Hüften, und schickte sie fort.
5 Und man berichtete David von den Männern, und er sandte ihnen entgegen, denn die Männer waren sehr geschändet; und der König sprach: Bleibt in Jericho, bis eure Bärte gewachsen sind, dann kehrt zurück.
6 Und die Ammoniter sahen, dass sie sich beim Volk Davids verhasst gemacht hatten, und die Ammoniter sandten hin und dingten die Syrer von Beth-Rehob, zwanzigtausend Mann Fußvolk, und den König von Maacha mit tausend Mann und Istob mit zwölftausend Mann.
7 Und David hörte es und sandte Joab und das ganze Heer, die Helden.
8 Und die Ammoniter zogen aus und stellten sich zum Kampf auf am Eingang des Tores, und die Syrer von Zoba und Rehob und Istob und Maacha standen allein auf dem Feld.
9 Als Joab sah, dass der Kampf ihm von vorn und von hinten drohte, wählte er aus allen jungen Männern Israels aus, und sie stellten sich den Syrern gegenüber auf.
10 Und den Rest des Volkes gab er in die Hand seines Bruders Abischai, und sie stellten sich den Ammonitern gegenüber auf.
11 Und er sprach: Wenn die Syrer stärker sind als ich, so sollt ihr mir zur Rettung kommen; und wenn die Ammoniter stärker sind als du, so werden wir dir zu Hilfe kommen.
12 Sei tapfer, und lasst uns stark sein für unser Volk und für die Städte unseres Gottes; und der Herr wird tun, was gut ist in seinen Augen.
13 Und Joab rückte mit dem Volk, das bei ihm war, zum Kampf gegen die Syrer vor, und sie flohen vor ihm.
14 Und als die Ammoniter sahen, dass die Syrer geflohen waren, flohen sie vor Abischai und zogen sich in die Stadt zurück. Da kehrte Joab von den Ammonitern um, und sie kamen nach Jerusalem.
15 Und als die Syrer sahen, dass sie vor Israel geschlagen waren, sammelten sie sich alle zusammen.
16 Und Hadadeser sandte hin und ließ die Syrer von jenseits des Stromes Chalamak ausrücken, und sie kamen nach Helam; und Schobach, der Heerführer Hadadesers, zog vor ihnen her.
17 Und es wurde David berichtet, und er versammelte ganz Israel und überschritt den Jordan, und sie kamen nach Helam; und die Syrer stellten sich David gegenüber auf und kämpften mit ihm.
18 Und die Syrer flohen vor Israel, und David vernichtete von den Syrern siebenhundert Wagen und vierzigtausend Reiter; und Schobach, ihren Heerführer, schlug er, und er starb dort.
19 Und als alle Könige, die Hadadeser untertan waren, sahen, dass sie vor Israel geschlagen waren, gingen sie zu Israel über und dienten ihnen. Und die Syrer fürchteten sich, den Ammonitern noch weiter zu helfen.
Kapitel 11
1 Und es geschah, als das Jahr sich gewendet hatte, zur Zeit, da die Könige ausziehen, da sandte David den Joab und seine Knechte mit ihm und ganz Israel, und sie vertilgten die Söhne Ammons und belagerten Rabba; David aber blieb in Jerusalem.
2 Und es geschah gegen Abend, da stand David von seinem Lager auf und ging auf dem Dach des Königshauses umher und sah vom Dach aus eine Frau, die sich badete; und die Frau war von sehr schönem Aussehen.
3 Und David sandte hin und erkundigte sich nach der Frau, und man sagte: Ist das nicht Bathseba, die Tochter Eliabs, die Frau Urias, des Hetiters?
4 Und David sandte Boten und ließ sie holen, und sie kam zu ihm, und er lag bei ihr – sie hatte sich gerade von ihrer Unreinheit geheiligt –, und sie kehrte in ihr Haus zurück.
5 Und die Frau wurde schwanger; und sie sandte hin und ließ David sagen: Ich bin schwanger.
6 Da sandte David zu Joab: Schicke mir Uria, den Hetiter. Und Joab schickte Uria zu David.
7 Und Uria kam und trat vor ihn, und David fragte nach dem Wohlergehen Joabs und nach dem Wohlergehen des Volkes und nach dem Stand des Krieges.
8 Und David sprach zu Uria: Geh hinab in dein Haus und wasche deine Füße. Und Uria ging aus dem Haus des Königs, und hinter ihm her ging eine Gabe des Königs.
9 Aber Uria legte sich an der Tür des Königshauses nieder bei den Knechten seines Herrn und ging nicht hinab in sein Haus.
10 Und man meldete David: Uria ist nicht in sein Haus hinabgegangen. Da sprach David zu Uria: Kommst du nicht von einer Reise? Warum bist du nicht in dein Haus hinabgegangen?
11 Und Uria sprach zu David: Die Lade und Israel und Juda wohnen in Zelten, und mein Herr Joab und die Knechte meines Herrn lagern auf freiem Feld – und ich sollte in mein Haus gehen, um zu essen und zu trinken und bei meiner Frau zu liegen? Wie sollte ich? So wahr deine Seele lebt, ich werde dies nicht tun.
12 Und David sprach zu Uria: Bleib auch heute noch hier, und morgen werde ich dich entlassen. Und Uria blieb in Jerusalem an jenem Tag und am folgenden.
13 Und David lud ihn ein, und er aß vor ihm und trank, und er machte ihn trunken; und am Abend ging er hinaus, um sich auf sein Lager zu legen bei den Knechten seines Herrn, und in sein Haus ging er nicht hinab.
14 Und es geschah am Morgen, da schrieb David einen Brief an Joab und sandte ihn durch die Hand Urias.
15 Und er schrieb in dem Brief: Stellt Uria vorn an die härteste Stelle des Kampfes, und zieht euch hinter ihm zurück, damit er getroffen werde und sterbe.
16 Und es geschah, als Joab die Stadt bewachte, da stellte er Uria an den Ort, von dem er wusste, dass dort tapfere Männer waren.
17 Und die Männer der Stadt zogen heraus und kämpften mit Joab, und es fielen einige vom Volk, von den Knechten Davids, und auch Uria, der Hetiter, starb.
18 Und Joab sandte hin und meldete dem König alle Ereignisse des Krieges.
19 Und er befahl dem Boten: Wenn du alle Ereignisse des Krieges dem König zu Ende berichtet hast,
20 dann wird es geschehen: Wenn der Zorn des Königs aufsteigt und er zu dir sagt: Warum seid ihr so nahe an die Stadt herangerückt, um zu kämpfen? Wusstet ihr nicht, dass sie von der Mauer herab schießen würden?
21 Wer hat Abimelech, den Sohn Jerubbaals, erschlagen? Warf nicht eine Frau ein Stück von einem Mühlstein von der Mauer herab auf ihn, sodass er in Thebez starb? Warum seid ihr so nahe an die Mauer herangerückt? – dann sollst du sagen: Auch dein Knecht Uria, der Hetiter, ist gestorben.
22 Und der Bote Joabs ging zum König nach Jerusalem und kam an und berichtete David alles, was Joab ihm aufgetragen hatte, alle Ereignisse des Krieges. Und David wurde zornig auf Joab und sprach zu dem Boten: Warum seid ihr so nahe an die Stadt herangerückt, um zu kämpfen? Wusstet ihr nicht, dass ihr von der Mauer aus getroffen werden würdet? Wer hat Abimelech, den Sohn Jerubbaals, erschlagen? Warf nicht eine Frau ein Stück von einem Mühlstein von der Mauer auf ihn, sodass er in Thebez starb? Warum seid ihr so nahe an die Mauer herangerückt?
23 Und der Bote sprach zu David: Die Männer waren uns überlegen und zogen gegen uns aufs Feld heraus, und wir drängten sie zurück bis an den Eingang des Tores.
24 Da schossen die Schützen von der Mauer herab auf deine Knechte, und es starben einige von den Knechten des Königs, und auch dein Knecht Uria, der Hetiter, ist gestorben.
25 Und David sprach zu dem Boten: So sollst du zu Joab sagen: Lass diese Sache nicht böse sein in deinen Augen, denn das Schwert frisst bald so, bald so; verstärke deinen Kampf gegen die Stadt und reiße sie nieder. Und stärke ihn so.
26 Und die Frau Urias hörte, dass Uria, ihr Mann, gestorben war, und sie hielt die Totenklage um ihren Mann.
27 Und als die Trauerzeit vorüber war, sandte David hin und holte sie in sein Haus, und sie wurde seine Frau und gebar ihm einen Sohn. Aber die Tat, die David getan hatte, war böse in den Augen des Herrn.
Kapitel 12
1 Und der Herr sandte Nathan, den Propheten, zu David, und er kam zu ihm hinein und sprach zu ihm: Es waren zwei Männer in einer Stadt, der eine reich und der andere arm.
2 Und der Reiche hatte sehr viele Schafherden und Rinderherden,
3 der Arme aber hatte nichts außer einem einzigen kleinen Lamm, das er erworben und aufgezogen und großgezogen hatte; und es wuchs bei ihm und bei seinen Söhnen zusammen auf, aß von seinem Brot, trank aus seinem Becher, schlief an seinem Busen und war ihm wie eine Tochter.
4 Da kam ein Besucher zu dem reichen Mann, und er scheute sich, von seinen Schafherden und von seinen Rinderherden zu nehmen, um es dem fremden Wanderer zuzubereiten, der zu ihm gekommen war, und nahm das Lamm des Armen und bereitete es dem Mann zu, der zu ihm gekommen war.
5 Da entbrannte David in großem Zorn gegen den Mann, und David sprach zu Nathan: So wahr der Herr lebt, der Mann, der dies getan hat, ist ein Kind des Todes;
6 und das Lamm soll er siebenfach erstatten, dafür dass er diese Tat begangen hat und weil er sich nicht scheute.
7 Und Nathan sprach zu David: Du bist der Mann, der dies getan hat. So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe dich zum König über Israel gesalbt, und ich habe dich aus der Hand Sauls errettet
8 und habe dir das Haus deines Herrn gegeben und die Frauen deines Herrn an deinen Busen, und ich habe dir das Haus Israel und Juda gegeben; und wenn das zu wenig ist, will ich dir noch dies und das hinzufügen.
9 Warum hast du das Wort des Herrn verachtet, dass du tatest, was böse ist in seinen Augen? Urija, den Hetiter, hast du mit dem Schwert erschlagen und seine Frau dir zur Frau genommen und ihn durch das Schwert der Söhne Ammons getötet.
10 So soll nun das Schwert von deinem Haus nicht weichen bis in Ewigkeit, dafür dass du mich verachtet und die Frau Urijas, des Hetiters, genommen hast, dass sie deine Frau sei.
11 So spricht der Herr: Siehe, ich erwecke Unheil über dich aus deinem eigenen Haus und werde deine Frauen vor deinen Augen nehmen und sie deinem Nächsten geben, und er wird bei deinen Frauen liegen im Angesicht dieser Sonne.
12 Denn du hast es heimlich getan, ich aber werde diese Sache vor ganz Israel und vor dieser Sonne tun.
13 Da sprach David zu Nathan: Ich habe gegen den Herrn gesündigt. Und Nathan sprach zu David: Auch der Herr hat deine Sünde weggenommen; du wirst nicht sterben.
14 Doch weil du durch diese Tat die Feinde des Herrn schwer gereizt hast, wird auch der Sohn, der dir geboren ist, gewiss sterben.
15 Und Nathan ging in sein Haus. Und der Herr schlug das Kind, das die Frau Urijas dem David geboren hatte, und es wurde krank.
16 Und David suchte Gott um des Knaben willen, und David fastete ein Fasten und ging hinein und lag über Nacht im Sacktuch auf der Erde.
17 Und die Ältesten seines Hauses traten zu ihm, um ihn von der Erde aufzurichten, aber er wollte nicht und aß kein Brot mit ihnen.
18 Und es geschah am siebten Tag, da starb der Knabe. Und die Knechte Davids fürchteten sich, ihm zu berichten, dass der Knabe gestorben sei; denn sie sagten: Siehe, als der Knabe noch lebte, redeten wir zu ihm, und er hörte nicht auf unsere Stimme; wie sollen wir ihm nun sagen, dass der Knabe gestorben ist? Er könnte ein Unheil anrichten.
19 Und David merkte, dass seine Diener flüsterten, und David erkannte, dass der Knabe gestorben war. Und David sprach zu seinen Dienern: Ist der Knabe gestorben? Und sie sagten: Er ist gestorben.
20 Da stand David von der Erde auf, wusch sich, salbte sich und wechselte seine Kleider, ging in das Haus Gottes und betete ihn an; dann ging er in sein Haus und verlangte Brot zu essen, und man setzte ihm Brot vor, und er aß.
21 Und seine Diener sprachen zu ihm: Was ist das, was du getan hast? Um des Knaben willen, solange er noch lebte, hast du gefastet, geweint und gewacht; und als der Knabe gestorben war, bist du aufgestanden, hast Brot gegessen und getrunken.
22 Und David sprach: Solange der Knabe noch lebte, fastete und weinte ich; denn ich sagte: Wer weiß, ob der Herr sich meiner erbarmt und der Knabe am Leben bleibt?
23 Nun aber ist er gestorben; wozu sollte ich fasten? Kann ich ihn etwa noch zurückbringen? Ich werde zu ihm gehen, er aber wird nicht zu mir zurückkehren.
24 Und David tröstete Batseba, seine Frau, und ging zu ihr ein und lag bei ihr; und sie empfing und gebar einen Sohn, und er nannte seinen Namen Salomo, und der Herr liebte ihn.
25 Und er sandte durch die Hand Nathans, des Propheten, und nannte seinen Namen Jedidja um des Herrn willen.
26 Und Joab kämpfte gegen Rabba der Söhne Ammons und eroberte die Königsstadt.
27 Und Joab sandte Boten zu David und sprach: Ich habe gegen Rabba gekämpft und die Wasserstadt eingenommen.
28 So versammle nun den Rest des Volkes und belagere die Stadt und nimm sie ein, damit nicht ich die Stadt einnehme und mein Name über ihr genannt werde.
29 Und David versammelte das ganze Volk und zog nach Rabba und kämpfte gegen sie und eroberte sie.
30 Und er nahm die Krone Milkoms, ihres Königs, von dessen Haupt, und ihr Gewicht war ein Talent Gold mit einem kostbaren Stein, und sie kam auf das Haupt Davids; und er führte sehr viel Beute aus der Stadt fort.
31 Und das Volk, das darin war, führte er heraus und stellte es an die Säge und an die eisernen Dreschschlitten und ließ sie durch den Ziegelofen gehen; und so tat er mit allen Städten der Söhne Ammons. Und David und das ganze Volk kehrten nach Jerusalem zurück.
Kapitel 13
1 Und es geschah danach: Absalom, der Sohn Davids, hatte eine Schwester, sehr schön von Gestalt, und ihr Name war Thamar, und Amnon, der Sohn Davids, liebte sie.
2 Und Amnon grämte sich, sodass er krank wurde, wegen Thamar, seiner Schwester; denn sie war eine Jungfrau, und es schien in den Augen Amnons unmöglich, ihr etwas anzutun.
3 Und Amnon hatte einen Freund, dessen Name war Jonadab, der Sohn Samaas, des Bruders Davids; und Jonadab war ein sehr kluger Mann.
4 Und er sprach zu ihm: Was ist dir, dass du so schwach bist, Königssohn, Morgen für Morgen? Willst du es mir nicht sagen? Und Amnon sprach zu ihm: Thamar, die Schwester Absaloms, meines Bruders, liebe ich.
5 Und Jonadab sprach zu ihm: Lege dich auf dein Lager und stelle dich krank; und wenn dein Vater kommt, um dich zu sehen, so sprich zu ihm: Lass doch Thamar, meine Schwester, kommen und mir zu essen geben und vor meinen Augen eine Speise bereiten, damit ich zusehe und aus ihren Händen esse.
6 Und Amnon legte sich hin und stellte sich krank; und der König kam, ihn zu sehen. Und Amnon sprach zum König: Lass doch Thamar, meine Schwester, zu mir kommen und vor meinen Augen zwei Kuchen backen, dass ich aus ihrer Hand esse.
7 Und David sandte zu Thamar ins Haus und ließ sagen: Geh doch in das Haus Amnons, deines Bruders, und bereite ihm eine Speise.
8 Und Thamar ging in das Haus Amnons, ihres Bruders, während er lag. Und sie nahm den Teig und knetete ihn und formte Kuchen vor seinen Augen und buk die Kuchen.
9 Und sie nahm die Pfanne und schüttete sie vor ihm aus; aber er wollte nicht essen. Und Amnon sprach: Führt alle Männer von mir hinaus! Und sie führten alle Männer von ihm hinaus.
10 Und Amnon sprach zu Thamar: Bring die Speise in die Kammer, dass ich aus deiner Hand esse. Und Thamar nahm die Kuchen, die sie gemacht hatte, und brachte sie Amnon, ihrem Bruder, in die Schlafkammer.
11 Und als sie ihm zu essen reichte, ergriff er sie und sprach zu ihr: Komm, lege dich zu mir, meine Schwester!
12 Und sie sprach zu ihm: Nicht doch, mein Bruder, erniedrige mich nicht, denn so tut man nicht in Israel; tu diese Torheit nicht!
13 Und ich – wohin soll ich meine Schande tragen? Und du wirst sein wie einer der Toren in Israel. Und nun, sprich doch mit dem König, denn er wird mich dir nicht verweigern.
14 Aber Amnon wollte nicht auf ihre Stimme hören, und er überwältigte sie und erniedrigte sie und lag bei ihr.
15 Und Amnon hasste sie mit einem sehr großen Hass; denn der Hass, mit dem er sie hasste, war größer als die Liebe, mit der er sie geliebt hatte. Und Amnon sprach zu ihr: Steh auf und geh!
16 Und Thamar sprach zu ihm: Nicht doch, mein Bruder! Denn dieses Übel, mich fortzuschicken, ist größer als das erste, das du mir angetan hast. Aber Amnon wollte nicht auf ihre Stimme hören.
17 Und er rief seinen Diener, der seinem Hause vorstand, und sprach zu ihm: Schickt doch diese von mir hinaus und verriegle die Tür hinter ihr!
18 Und sie trug ein Ärmelgewand; denn so kleideten sich die Töchter des Königs, die Jungfrauen, mit ihren Obergewändern. Und sein Diener führte sie hinaus und verriegelte die Tür hinter ihr.
19 Und Thamar nahm Asche und legte sie auf ihr Haupt und zerriss das Ärmelgewand, das sie trug, und legte ihre Hände auf ihr Haupt und ging weinend und schreiend davon.
20 Und Absalom, ihr Bruder, sprach zu ihr: Ist Amnon, dein Bruder, bei dir gewesen? Nun, meine Schwester, schweig, denn er ist dein Bruder; nimm dir diese Sache nicht zu Herzen. Und Thamar blieb einsam im Hause Absaloms, ihres Bruders.
21 Und der König David hörte alle diese Worte und wurde sehr zornig; aber er betrübte den Geist Amnons, seines Sohnes, nicht, denn er liebte ihn, weil er sein Erstgeborener war.
22 Und Absalom redete mit Amnon weder Böses noch Gutes; denn Absalom hasste Amnon deswegen, weil er Thamar, seine Schwester, erniedrigt hatte.
23 Und es geschah nach zwei Jahren, da hatte Absalom Schafschur in Baal-Hazor, das bei Ephraim liegt, und Absalom lud alle Söhne des Königs ein.
24 Und Absalom kam zum König und sprach: Siehe doch, man schert bei deinem Knecht; es möge doch der König mit seinen Dienern mit deinem Knecht gehen.
25 Und der König sprach zu Absalom: Nicht doch, mein Sohn, lass uns nicht alle gehen, damit wir dir nicht zur Last fallen. Und er drängte ihn, aber er wollte nicht gehen, und er segnete ihn.
26 Und Absalom sprach: Wenn nicht, so möge doch Amnon, mein Bruder, mit uns gehen. Und der König sprach zu ihm: Warum soll er mit dir gehen?
27 Aber Absalom drängte ihn, und er sandte Amnon und alle Söhne des Königs mit ihm. Und Absalom machte ein Gastmahl wie das Gastmahl eines Königs.
28 Und Absalom gebot seinen Knechten und sprach: Seht darauf, wenn das Herz Amnons vom Wein fröhlich geworden ist und ich zu euch sage: Schlagt Amnon!, so tötet ihn. Fürchtet euch nicht; bin nicht ich es, der es euch befiehlt? Seid mannhaft und seid tapfere Männer!
29 Und die Knechte Absaloms taten an Amnon, wie Absalom ihnen geboten hatte. Da standen alle Söhne des Königs auf, und ein jeder setzte sich auf sein Maultier, und sie flohen.
30 Und es geschah, während sie noch auf dem Wege waren, kam das Gerücht zu David: Absalom hat alle Söhne des Königs erschlagen, und nicht einer von ihnen ist übrig geblieben.
31 Da stand der König auf und zerriss seine Kleider und legte sich auf die Erde, und alle seine Diener, die um ihn standen, zerrissen ihre Kleider.
32 Und Jonadab, der Sohn Samaas, des Bruders Davids, antwortete und sprach: Mein Herr, der König, sage nicht, dass man alle jungen Männer, die Söhne des Königs, getötet habe; denn Amnon allein ist tot. Denn auf Absaloms Lippen lag es seit dem Tage, an dem er Thamar, seine Schwester, erniedrigt hatte.
33 Und nun nehme mein Herr, der König, sich die Sache nicht zu Herzen und sage nicht: Alle Söhne des Königs sind tot; denn Amnon allein ist tot.
34 Und Absalom entfloh. Und der junge Mann, der Wächter, erhob seine Augen und sah, und siehe, viel Volk kam auf dem Wege hinter ihm an der Seite des Berges beim Abstieg. Und der Wächter kam und meldete es dem König und sprach: Ich habe Männer gesehen auf dem Wege von Horonaim an der Seite des Berges.
35 Und Jonadab sprach zum König: Siehe, die Söhne des Königs sind da; wie dein Knecht gesagt hat, so ist es geschehen.
36 Und es geschah, als er zu Ende geredet hatte, siehe, da kamen die Söhne des Königs und erhoben ihre Stimme und weinten; und auch der König und alle seine Diener weinten mit sehr großem Weinen.
37 Und Absalom floh und ging zu Tholmai, dem Sohn Ammihuds, dem König von Gessur, in das Land Machad. Und der König David trauerte um seinen Sohn alle Tage.
38 Und Absalom war entflohen und nach Gessur gegangen und blieb dort drei Jahre.
39 Und der Geist des Königs ließ ab, gegen Absalom auszuziehen; denn er hatte sich über Amnon getröstet, dass er tot war.
Kapitel 14
1 Und Joab, der Sohn der Zeruja, erkannte, dass das Herz des Königs auf Absalom gerichtet war.
2 Und Joab sandte nach Thekoa und holte von dort eine weise Frau und sprach zu ihr: Trauere doch und ziehe Trauerkleider an und salbe dich nicht mit Öl, und sei wie eine Frau, die schon viele Tage über einen Toten trauert.
3 Und du sollst zum König gehen und mit ihm nach diesem Wort reden. Und Joab legte ihr die Worte in den Mund.
4 Und die Frau aus Thekoa ging zum König hinein und fiel auf ihr Angesicht zur Erde und huldigte ihm und sprach: Hilf, o König, hilf!
5 Und der König sprach zu ihr: Was ist dir? Sie aber sprach: Ach, ich bin eine Witwe, und mein Mann ist gestorben.
6 Und deine Magd hatte zwei Söhne, und die beiden stritten miteinander auf dem Felde, und es war niemand da, der zwischen ihnen dazwischentrat, und der eine schlug seinen Bruder und tötete ihn.
7 Und siehe, die ganze Sippe erhob sich gegen deine Magd und sprach: Gib den heraus, der seinen Bruder erschlagen hat, damit wir ihn töten für das Leben seines Bruders, den er umgebracht hat, und wir wollen auch den Erben ausrotten. So werden sie meine Kohle auslöschen, die mir geblieben ist, sodass meinem Mann weder Rest noch Name auf der Erde bleibt.
8 Und der König sprach: Geh wohlbehalten in dein Haus, und ich werde deinetwegen Befehl geben.
9 Und die Frau aus Thekoa sprach zum König: Auf mir, mein Herr und König, liege die Schuld und auf dem Hause meines Vaters; der König aber und sein Thron seien unschuldig.
10 Und der König sprach: Wer redet gegen dich? Bring ihn zu mir, und er soll dich nicht mehr antasten.
11 Und sie sprach: Der König gedenke doch des Herrn, seines Gottes, dass der Bluträcher nicht noch mehr Verderben anrichte und sie meinen Sohn nicht ausrotten. Und er sprach: So wahr der Herr lebt: Es soll kein Haar deines Sohnes auf die Erde fallen.
12 Und die Frau sprach: Lass doch deine Magd ein Wort zu meinem Herrn, dem König, reden. Und er sprach: Rede!
13 Und die Frau sprach: Warum hast du solches gegen das Volk Gottes ersonnen? Denn indem der König dieses Wort spricht, ist er gleichsam schuldig, weil der König seinen Verstoßenen nicht zurückholt.
14 Denn wir müssen des Todes sterben und sind wie Wasser, das auf die Erde geschüttet wird und nicht wieder gesammelt werden kann; und Gott wird eine Seele hinwegnehmen, und er sinnt darauf, dass der Verstoßene nicht von ihm verstoßen bleibe.
15 Und nun bin ich gekommen, dieses Wort zu meinem Herrn, dem König, zu reden, weil das Volk mich sehen wird; und deine Magd sprach: Ich will doch mit dem König reden; vielleicht tut der König nach dem Wort seiner Magd.
16 Denn der König wird darauf hören, seine Magd aus der Hand des Mannes zu erretten, der mich und meinen Sohn aus dem Erbe Gottes auszurotten sucht.
17 Und die Frau sprach: Das Wort meines Herrn, des Königs, möge mir doch zum Trost sein; denn wie ein Engel Gottes, so ist mein Herr, der König, dass er das Gute und das Böse hört; und der Herr, dein Gott, sei mit dir.
18 Und der König antwortete und sprach zu der Frau: Verhehle mir doch nichts von dem, was ich dich frage. Und die Frau sprach: Mein Herr, der König, rede doch.
19 Und der König sprach: Ist nicht die Hand Joabs in all diesem mit dir? Und die Frau sprach zum König: So wahr deine Seele lebt, mein Herr und König: Es ist weder zur Rechten noch zur Linken auszuweichen von allem, was mein Herr, der König, geredet hat; denn dein Knecht Joab, er selbst hat es mir befohlen, und er selbst hat alle diese Worte deiner Magd in den Mund gelegt.
20 Um der Sache ein anderes Ansehen zu geben, hat dein Knecht Joab dies getan; mein Herr aber ist weise wie die Weisheit eines Engels Gottes, dass er alles weiß, was auf Erden ist.
21 Und der König sprach zu Joab: Siehe, ich habe nach diesem deinem Wort getan; geh hin, hole den Knaben Absalom zurück.
22 Und Joab fiel auf sein Angesicht zur Erde und huldigte und segnete den König, und Joab sprach: Heute hat dein Knecht erkannt, dass ich Gnade in deinen Augen gefunden habe, mein Herr und König, denn mein Herr, der König, hat das Wort seines Knechtes getan.
23 Und Joab machte sich auf und ging nach Geschur und brachte Absalom nach Jerusalem.
24 Und der König sprach: Er kehre in sein Haus zurück, mein Angesicht aber soll er nicht sehen. Und Absalom kehrte in sein Haus zurück und sah das Angesicht des Königs nicht.
25 Und wie Absalom war kein Mann in ganz Israel so hochgepriesen: Von seiner Fußsohle bis zu seinem Scheitel war kein Makel an ihm.
26 Und wenn er sein Haupt scheren ließ es geschah nämlich von Zeit zu Zeit, dass er sich scheren ließ, weil es ihm zu schwer wurde , so wog das Haar seines Hauptes, wenn er es scheren ließ, zweihundert Schekel nach dem königlichen Gewicht.
27 Und dem Absalom wurden drei Söhne geboren und eine Tochter, ihr Name war Thamar; sie war eine sehr schöne Frau, und sie wurde die Frau Rehabeams, des Sohnes Salomos, und gebar ihm den Abia.
28 Und Absalom wohnte zwei volle Jahre in Jerusalem und sah das Angesicht des Königs nicht.
29 Und Absalom sandte zu Joab, um ihn zum König zu schicken, aber er wollte nicht zu ihm kommen; und er sandte ein zweites Mal zu ihm, doch er wollte nicht kommen.
30 Da sprach Absalom zu seinen Knechten: Seht, das Feldstück Joabs liegt neben meinem, und er hat dort Gerste; geht hin und zündet es mit Feuer an. Und die Knechte Absaloms zündeten es an. Und die Knechte Joabs kamen zu ihm mit zerrissenen Kleidern und sprachen: Die Knechte Absaloms haben das Feldstück mit Feuer angezündet.
31 Da machte sich Joab auf und kam zu Absalom ins Haus und sprach zu ihm: Warum haben deine Knechte mein Feldstück mit Feuer angezündet?
32 Und Absalom sprach zu Joab: Siehe, ich habe zu dir gesandt und sagen lassen: Komm her, damit ich dich zum König schicke, um zu sagen: Warum bin ich aus Geschur gekommen? Es wäre besser für mich, ich wäre noch dort. Und nun, siehe, ich habe das Angesicht des Königs nicht gesehen; ist aber Unrecht an mir, so töte mich.
33 Und Joab ging zum König hinein und berichtete es ihm; und er rief Absalom, und der ging zum König hinein und huldigte ihm und fiel auf sein Angesicht zur Erde vor dem König, und der König küsste Absalom.
Kapitel 15
1 Und es geschah danach, da schaffte sich Abessalom Wagen und Pferde an und fünfzig Männer, die vor ihm herliefen.
2 Und Abessalom stand früh auf und stellte sich an den Rand des Weges zum Tor, und es geschah: Jeder Mann, der einen Rechtsstreit hatte und zum König zum Gericht kam, dem rief Abessalom zu und sagte zu ihm: Aus welcher Stadt bist du? Und der Mann sagte: Aus einem der Stämme Israels ist dein Knecht.
3 Und Abessalom sagte zu ihm: Siehe, deine Worte sind gut und einleuchtend, aber es gibt niemanden vom König, der dich anhört.
4 Und Abessalom sagte: Wer setzt mich zum Richter im Lande ein, damit zu mir jeder Mann komme, der einen Streit und Rechtshandel hat, und ich ihm Recht verschaffe?
5 Und es geschah, wenn ein Mann sich näherte, um sich vor ihm niederzuwerfen, so streckte er seine Hand aus und ergriff ihn und küsste ihn.
6 Und Abessalom tat nach dieser Weise an ganz Israel, an allen, die zum Gericht zum König kamen, und Abessalom gewann das Herz der Männer Israels für sich.
7 Und es geschah nach Ablauf von vierzig Jahren, da sagte Abessalom zu seinem Vater: Ich will doch hingehen und meine Gelübde erfüllen, die ich dem Herrn gelobt habe, in Chebron;
8 denn dein Knecht hat ein Gelübde gelobt, als ich in Gedsur in Syrien wohnte, und gesagt: Wenn der Herr mich wirklich nach Jerusalem zurückführt, so will ich dem Herrn dienen.
9 Und der König sagte zu ihm: Gehe hin in Frieden. Und er machte sich auf und ging nach Chebron.
10 Und Abessalom sandte Kundschafter in alle Stämme Israels und sagte: Wenn ihr den Schall des Horns hört, so sollt ihr sagen: Abessalom ist König geworden in Chebron.
11 Und mit Abessalom gingen zweihundert Männer aus Jerusalem, die geladen waren; sie gingen in ihrer Arglosigkeit und wussten von der ganzen Sache nichts.
12 Und Abessalom sandte hin und rief Achitophel, den Gelmoniter, den Ratgeber Davids, aus seiner Stadt, aus Gola, während er opferte. Und es entstand eine starke Verschwörung, und das Volk, das mit Abessalom ging, wurde immer zahlreicher.
13 Und es kam ein Bote zu David und sagte: Das Herz der Männer Israels hat sich Abessalom zugewandt.
14 Und David sagte zu allen seinen Knechten, die bei ihm in Jerusalem waren: Steht auf und lasst uns fliehen, denn es gibt für uns keine Rettung vor Abessalom. Eilt fortzugehen, damit er nicht eile und uns einhole und das Unheil über uns bringe und die Stadt mit der Schärfe des Schwertes schlage.
15 Und die Knechte des Königs sagten zum König: Nach allem, was unser Herr, der König, erwählt siehe, hier sind deine Knechte.
16 Und der König zog aus und sein ganzes Haus zu Fuß; und der König ließ zehn Frauen von seinen Nebenfrauen zurück, das Haus zu bewachen.
17 Und der König zog aus und alle seine Knechte zu Fuß, und sie machten Halt beim entfernten Haus.
18 Und alle seine Knechte zogen an seiner Seite vorüber, und alle Chetti und alle Feletthi, und sie stellten sich beim Ölbaum in der Wüste auf; und das ganze Volk zog neben ihm vorbei, und alle, die um ihn waren, und alle Starken und alle Krieger, sechshundert Männer, und sie waren an seiner Seite; und alle Cheretthi und alle Feletthi und alle Getthiter, sechshundert Männer, die zu Fuß aus Geth gekommen waren, zogen vor dem Angesicht des Königs einher.
19 Und der König sagte zu Etthi, dem Getthiter: Warum gehst auch du mit uns? Kehre um und wohne bei dem König, denn du bist ein Fremder, und du bist aus deinem Ort umgesiedelt.
20 Bist du erst gestern gekommen, und soll ich dich heute mit uns fortziehen lassen und du sollst gar deinen Ort wechseln? Gestern war dein Auszug, und heute sollte ich dich mit uns fortbewegen, um zu ziehen? Ich aber gehe, wohin ich eben gehe. Kehre um und bringe deine Brüder mit dir zurück, und der Herr wird an dir Barmherzigkeit und Treue erweisen.
21 Und Etthi antwortete dem König und sagte: So wahr der Herr lebt und so wahr mein Herr, der König, lebt: An dem Ort, wo mein Herr sein wird, sei es zum Tod oder zum Leben, dort wird dein Knecht sein.
22 Und der König sagte zu Etthi: Komm und zieh mit mir hinüber. Und Etthi, der Getthiter, zog vorüber und alle seine Knechte und die ganze Menge, die mit ihm war.
23 Und das ganze Land weinte mit lauter Stimme. Und das ganze Volk zog am Bach Kedron vorüber, und der König überschritt den Bach Kedron; und das ganze Volk und der König zogen auf dem Weg zur Wüste vorüber.
24 Und siehe, auch Sadok und alle Leviten mit ihm trugen die Lade des Bundes des Herrn von Baithar, und sie stellten die Lade Gottes ab, und Abiathar stieg hinauf, bis das ganze Volk aufgehört hatte, aus der Stadt vorüberzuziehen.
25 Und der König sagte zu Sadok: Bringe die Lade Gottes in die Stadt zurück. Wenn ich Gnade in den Augen des Herrn finde, so wird er mich zurückführen und sie mir zeigen samt ihrer Herrlichkeit;
26 wenn er aber so spricht: Ich habe kein Gefallen an dir — siehe, hier bin ich, er tue mir nach dem, was gut ist in seinen Augen.
27 Und der König sagte zu Sadok, dem Priester: Seht, du kehrst in Frieden in die Stadt zurück, und Achimaas, dein Sohn, und Jonathan, der Sohn Abiathars, eure beiden Söhne, mit euch.
28 Seht, ich werde in Araboth in der Wüste lagern, bis von euch ein Wort kommt, mir Bericht zu geben.
29 Und Sadok und Abiathar brachten die Lade nach Jerusalem zurück, und sie blieb dort.
30 Und David stieg den Aufstieg der Ölbäume hinauf, im Hinaufsteigen weinend und mit verhülltem Haupt, und er selbst ging barfuß, und das ganze Volk, das mit ihm war jeder verhüllte sein Haupt, und sie stiegen hinauf, weinend beim Hinaufsteigen.
31 Und es wurde David gemeldet: Auch Achitophel ist unter den Verschwörern mit Abessalom. Und David sagte: Vereitle doch den Rat Achitophels, Herr, mein Gott!
32 Und David kam bis zum Roos, wo er dort Gott anbetete, und siehe, ihm entgegen kam Chusi, der Architer, Davids Freund, mit zerrissenem Gewand und Erde auf seinem Haupt.
33 Und David sagte zu ihm: Wenn du mit mir hinüberziehst, so wirst du mir zur Last sein;
34 wenn du aber in die Stadt zurückkehrst, so sollst du zu Abessalom sagen: Deine Brüder sind hindurchgezogen, und der König, dein Vater, ist hinter mir hindurchgezogen; und nun bin ich dein Knecht, o König, lass mich am Leben; Knecht deines Vaters war ich damals und bis eben, und nun bin ich dein Knecht — so wirst du mir den Rat Achitophels vereiteln.
35 Und siehe, dort sind bei dir Sadok und Abiathar, die Priester, und es soll geschehen: Jedes Wort, das du aus dem Haus des Königs hörst, sollst du Sadok und Abiathar, den Priestern, melden.
36 Siehe, dort sind bei ihnen ihre beiden Söhne, Achimaas, der Sohn Sadoks, und Jonathan, der Sohn Abiathars, und durch ihre Hand sollt ihr mir jedes Wort senden, das ihr hört.
37 Und Chusi, der Freund Davids, kam in die Stadt, und Abessalom zog in Jerusalem ein.
Kapitel 16
1 Und als David ein wenig über die Höhe hinausgegangen war, siehe, da kam ihm Ziba, der Knecht Mefiboschets, entgegen mit einem Paar gesattelter Esel, und auf ihnen waren zweihundert Brote und hundert Rosinenkuchen und hundert Datteln und ein Schlauch Wein.
2 Und der König sprach zu Ziba: Was willst du damit? Und Ziba sprach: Die Esel sind für das Haus des Königs zum Reiten, und die Brote und die Datteln zur Speise für die Knechte, und der Wein zum Trinken für die, die in der Wüste ermattet sind.
3 Und der König sprach: Und wo ist der Sohn deines Herrn? Und Ziba sprach zum König: Siehe, er sitzt in Jerusalem, denn er sprach: Heute wird mir das Haus Israel das Königtum meines Vaters zurückgeben.
4 Und der König sprach zu Ziba: Siehe, dein ist alles, was Mefiboschet gehört. Und Ziba sprach und warf sich nieder: Möge ich Gnade finden in deinen Augen, mein Herr und König!
5 Und der König David kam bis nach Bahurim; und siehe, von dort kam ein Mann heraus aus der Verwandtschaft des Hauses Sauls, und sein Name war Schimi, der Sohn Geras; er kam heraus und fluchte unaufhörlich
6 und warf mit Steinen nach David und nach allen Knechten des Königs David, obwohl das ganze Volk und alle Helden zur Rechten und zur Linken des Königs waren.
7 Und so sprach Schimi, als er fluchte: Hinaus, hinaus, du Mann des Blutes und du ruchloser Mann!
8 Der Herr hat auf dich alles Blut des Hauses Sauls zurückgebracht, weil du an seiner Stelle König geworden bist, und der Herr hat das Königtum in die Hand deines Sohnes Absalom gegeben; und siehe, du bist in deinem Unglück, denn du bist ein Mann des Blutes.
9 Und Abischai, der Sohn der Zeruja, sprach zum König: Warum flucht dieser tote Hund meinem Herrn, dem König? Ich will doch hinübergehen und ihm den Kopf abschlagen.
10 Und der König sprach: Was habe ich mit euch zu schaffen, ihr Söhne der Zeruja? Lasst ihn, und so möge er fluchen, denn der Herr hat ihm gesagt, David zu fluchen; und wer wird sagen: Warum hast du so getan?
11 Und David sprach zu Abischai und zu allen seinen Knechten: Siehe, mein Sohn, der aus meinem Leib hervorgegangen ist, trachtet nach meinem Leben; wieviel mehr nun der Sohn des Benjaminiters! Lasst ihn fluchen, denn der Herr hat es ihm gesagt.
12 Vielleicht sieht der Herr auf meine Erniedrigung und vergilt mir Gutes anstatt seines Fluches an diesem Tage.
13 Und David und seine Männer zogen auf dem Wege, und Schimi ging an der Seite des Berges neben ihm her, ging und fluchte und warf mit Steinen von der Seite her und bewarf ihn mit Staub.
14 Und der König kam mit seinem ganzen Volk ermattet an, und sie erquickten sich dort.
15 Und Absalom und alle Männer Israels kamen nach Jerusalem, und Ahitofel mit ihm.
16 Und es geschah, als Huschai, der Arkiter, der Freund Davids, zu Absalom kam, da sprach Huschai zu Absalom: Es lebe der König!
17 Und Absalom sprach zu Huschai: Ist das deine Treue zu deinem Freund? Warum bist du nicht mit deinem Freund gegangen?
18 Und Huschai sprach zu Absalom: Nein, sondern wen der Herr erwählt hat und dieses Volk und alle Männer Israels, dem will ich gehören und bei ihm bleiben.
19 Und zum zweiten: Wem soll ich dienen? Nicht vor seinem Sohn? Wie ich vor deinem Vater gedient habe, so will ich vor dir sein.
20 Und Absalom sprach zu Ahitofel: Gebt Rat, was wir tun sollen.
21 Und Ahitofel sprach zu Absalom: Geh ein zu den Nebenfrauen deines Vaters, die er zurückgelassen hat, um sein Haus zu hüten; und ganz Israel wird hören, dass du dich bei deinem Vater verhasst gemacht hast, und die Hände aller, die mit dir sind, werden gestärkt werden.
22 Und sie schlugen für Absalom das Zelt auf dem Dach auf, und Absalom ging ein zu den Nebenfrauen seines Vaters vor den Augen von ganz Israel.
23 Und der Rat Ahitofels, den er in jenen ersten Tagen riet, galt, wie wenn man das Wort Gottes befragte; so galt aller Rat Ahitofels sowohl bei David als auch bei Absalom.
Kapitel 17
1 Und Achitophel sprach zu Absalom: Ich will mir doch zwölftausend Männer auswählen und mich aufmachen und David diese Nacht nachjagen;
2 und ich werde über ihn kommen, während er müde ist und an den Händen erschlafft, und ich werde ihn erschrecken, und alles Volk, das bei ihm ist, wird fliehen, und ich werde den König ganz allein schlagen;
3 und ich werde alles Volk zu dir zurückführen, wie die Braut zu ihrem Manne zurückkehrt; nur das Leben eines einzigen Mannes suchst du, und alles Volk wird Frieden haben.
4 Und das Wort war recht in den Augen Absaloms und in den Augen aller Ältesten Israels.
5 Und Absalom sprach: Ruft doch auch Chusi, den Arachiter, und lasst uns hören, was auch er zu sagen hat.
6 Und Chusi kam zu Absalom; und Absalom sprach zu ihm: Nach diesem Wort hat Achitophel geredet; sollen wir nach seinem Rat handeln? Wenn nicht, so rede du.
7 Und Chusi sprach zu Absalom: Nicht gut ist dieser Rat, den Achitophel diesmal geraten hat.
8 Und Chusi sprach: Du kennst deinen Vater und seine Männer, dass sie sehr stark sind und erbittert in ihrer Seele wie eine Bärin auf dem Felde, der die Jungen geraubt sind, und wie ein wildes Schwein in der Ebene; und dein Vater ist ein Kriegsmann und wird das Volk nicht rasten lassen.
9 Denn siehe, er hat sich jetzt in einem der Hügel oder an einem der Orte verborgen, und es wird geschehen, wenn er zu Anfang über sie herfällt, so wird, wer es hört, es hören und sagen: Es ist eine Niederlage geschehen unter dem Volk, das Absalom folgt.
10 Und selbst der Tapfere, dessen Herz wie das Herz eines Löwen ist, wird gänzlich verzagen; denn ganz Israel weiß, dass dein Vater stark ist und tapfere Männer bei ihm sind.
11 Darum rate ich so: Ganz Israel soll sich zu dir versammeln, von Dan bis Bersabee, wie der Sand am Meer an Menge, und dein Angesicht ziehe in ihrer Mitte einher;
12 und wir werden über ihn kommen an einem der Orte, wo wir ihn finden, und über ihn herfallen, wie der Tau auf die Erde fällt, und wir werden von ihm und den Männern, die bei ihm sind, auch nicht einen übriglassen.
13 Und wenn er sich in eine Stadt zurückzieht, so wird ganz Israel Seile an jene Stadt legen, und wir werden sie bis in den Bach schleifen, damit dort nicht einmal ein Stein übrigbleibt.
14 Und Absalom und alle Männer Israels sprachen: Der Rat Chusis, des Arachiters, ist besser als der Rat Achitophels. Denn der Herr hatte es gefügt, den guten Rat Achitophels zu vereiteln, damit der Herr all das Unheil über Absalom brächte.
15 Und Chusi, der Arachiter, sprach zu Sadok und Abiathar, den Priestern: So und so hat Achitophel dem Absalom und den Ältesten Israels geraten, und so und so habe ich geraten.
16 Und nun sendet schnell hin und berichtet David und sprecht: Bleibe diese Nacht nicht in Araboth in der Wüste, sondern eile hinüberzugehen, damit nicht der König und alles Volk, das bei ihm ist, verschlungen werde.
17 Und Jonathan und Achimaas standen an der Quelle Rogel, und die Magd ging hin und berichtete ihnen, und sie gingen hin und berichteten dem König David; denn sie durften sich nicht sehen lassen, um in die Stadt zu gehen.
18 Aber ein Knabe sah sie und meldete es Absalom; da gingen die beiden schnell und kamen in das Haus eines Mannes in Baurim, und er hatte einen Brunnen in seinem Hof, und sie stiegen dort hinab.
19 Und die Frau nahm die Decke und breitete sie über die Öffnung des Brunnens und breitete Graupen darauf aus, und die Sache wurde nicht bekannt.
20 Und die Knechte Absaloms kamen zu der Frau ins Haus und sprachen: Wo sind Achimaas und Jonathan? Und die Frau sprach zu ihnen: Sie sind ein Stück über das Wasser gegangen. Und sie suchten und fanden sie nicht und kehrten nach Jerusalem zurück.
21 Es geschah aber, nachdem sie weggegangen waren, da stiegen sie aus dem Brunnen herauf und gingen und berichteten dem König David und sprachen zu David: Macht euch auf und geht schnell über das Wasser, denn so hat Achitophel über euch geraten.
22 Da machte sich David auf und alles Volk, das bei ihm war, und sie gingen über den Jordan bis zum Morgenlicht; bis auf den letzten fehlte keiner, der nicht über den Jordan gegangen wäre.
23 Als aber Achitophel sah, dass sein Rat nicht ausgeführt wurde, sattelte er seinen Esel und machte sich auf und ging in sein Haus in seine Stadt; und er bestellte sein Haus und erhängte sich und starb und wurde im Grab seines Vaters begraben.
24 Und David kam nach Manaim, und Absalom ging über den Jordan, er und alle Männer Israels mit ihm.
25 Und Absalom setzte Amessai an Joabs Stelle über das Heer; und Amessai war der Sohn eines Mannes namens Jothor, des Israeliten; dieser war eingegangen zu Abigaia, der Tochter des Naas, der Schwester Saruias, der Mutter Joabs.
26 Und ganz Israel und Absalom lagerten sich im Lande Galaad.
27 Und es geschah, als David nach Manaim kam, da brachten Uesbi, der Sohn des Naas aus Rabbath der Söhne Ammons, und Machir, der Sohn Amiels aus Lodabar, und Berzelli, der Galaaditer aus Rogellim,
28 zehn Betten und Decken und zehn Kessel und Tongefäße und Weizen und Gerste und Mehl und Graupen und Bohnen und Linsen
29 und Honig und Butter und Schafe und Käse von Kühen, und sie brachten es David und dem Volk, das bei ihm war, zu essen; denn sie sprachen: Das Volk ist hungrig und erschöpft und durstig in der Wüste.
Kapitel 18
1 Und David musterte das Volk, das mit ihm war, und setzte über sie Anführer über tausend und Anführer über hundert.
2 Und David sandte das Volk aus, das eine Drittel unter der Hand Joabs, das zweite Drittel unter der Hand Abisais, des Sohnes der Zeruja, des Bruders Joabs, und das dritte Drittel unter der Hand Itthais, des Gathiters. Und David sprach zum Volk: Auch ich will gewiss mit euch ausziehen.
3 Und sie sprachen: Du sollst nicht ausziehen; denn wenn wir fliehen müssen, werden sie sich nicht um uns kümmern, und wenn die Hälfte von uns stirbt, werden sie sich nicht um uns kümmern; denn du bist so viel wie zehntausend von uns. Und nun ist es gut, dass du uns in der Stadt eine Hilfe seist, um zu helfen.
4 Und der König sprach zu ihnen: Was in euren Augen gefällt, das will ich tun. Und der König stellte sich neben das Tor, und alles Volk zog aus zu Hunderten und zu Tausenden.
5 Und der König gebot Joab und Abisai und Itthai und sprach: Schont mir den Knaben Absalom! Und alles Volk hörte, wie der König allen Anführern wegen Absalom gebot.
6 Und alles Volk zog hinaus in den Wald, Israel entgegen, und der Kampf fand statt im Wald Ephraim.
7 Und dort wurde das Volk Israel vor den Knechten Davids geschlagen, und die Niederlage war groß an jenem Tag: zwanzigtausend Mann.
8 Und der Kampf breitete sich dort aus über das Angesicht des ganzen Landes, und der Wald fraß an jenem Tag mehr vom Volk, als das Schwert unter dem Volk fraß.
9 Und Absalom stieß auf die Knechte Davids; und Absalom ritt auf seinem Maultier, und das Maultier kam unter das Dickicht der großen Eiche, und sein Kopf blieb in der Eiche hängen, und er hing zwischen Himmel und Erde, und das Maultier unter ihm lief weiter.
10 Und ein Mann sah es und meldete es Joab und sprach: Siehe, ich habe Absalom an der Eiche hängen sehen.
11 Und Joab sprach zu dem Mann, der es meldete: Siehe, du hast ihn gesehen; warum hast du ihn nicht dort zu Boden geschlagen? Ich hätte dir zehn Silberstücke und einen Gürtel gegeben.
12 Der Mann aber sprach zu Joab: Und wöge man mir tausend Silberschekel in meine Hände, ich würde meine Hand nicht an den Sohn des Königs legen; denn vor unseren Ohren hat der König dir und Abisai und Itthai geboten und gesprochen: Bewahrt mir den Knaben Absalom,
13 dass niemand an seinem Leben Unrecht tue. Und keine Sache bleibt dem König verborgen, und du würdest dich dagegenstellen.
14 Und Joab sprach: So will ich es anfangen; ich kann nicht so vor dir verweilen. Und Joab nahm drei Spieße in seine Hand und stieß sie Absalom ins Herz, während er noch lebend mitten in der Eiche hing.
15 Und zehn Knappen, die Joabs Waffen trugen, umringten Absalom und schlugen ihn und töteten ihn.
16 Und Joab stieß in das Horn, und das Volk kehrte um und verfolgte Israel nicht mehr; denn Joab schonte das Volk.
17 Und man nahm Absalom und warf ihn in eine große Grube im Wald, in die große Vertiefung, und errichtete über ihm einen sehr großen Steinhaufen. Und ganz Israel floh, ein jeder in sein Zelt.
18 Absalom aber hatte noch zu Lebzeiten sich die Säule errichtet, bei der er ergriffen wurde, und hatte sie aufgestellt, die Säule im Königstal; denn er sprach: Ich habe keinen Sohn, um mein Andenken zu bewahren. Und er nannte die Säule „Hand Absaloms“ bis auf diesen Tag.
19 Und Achimaaz, der Sohn Zadoks, sprach: Ich will doch laufen und dem König die gute Botschaft bringen, dass der Herr ihm Recht verschafft hat aus der Hand seiner Feinde.
20 Und Joab sprach zu ihm: Du bist an diesem Tag kein Mann der guten Botschaft; an einem anderen Tag magst du Botschaft bringen, an diesem Tag aber sollst du keine bringen, weil der Sohn des Königs gestorben ist.
21 Und Joab sprach zu dem Kuschiten: Geh hin und melde dem König, was du gesehen hast. Und der Kuschit warf sich vor Joab nieder und lief hinaus.
22 Und Achimaaz, der Sohn Zadoks, fuhr fort und sprach zu Joab: Möge es geschehen, dass auch ich hinter dem Kuschiten herlaufe. Und Joab sprach: Wozu willst du laufen, mein Sohn? Komm, es gibt für dich keine Botschaft, die dir Nutzen bringt, wenn du gehst.
23 Und er sprach: Was denn, wenn ich doch laufe? Und Joab sprach zu ihm: Lauf! Und Achimaaz lief den Weg des Kechar und überholte den Kuschiten.
24 Und David saß zwischen den beiden Toren. Und der Wächter ging auf das Dach des Tores an die Mauer und erhob seine Augen und sah, und siehe: ein Mann, der allein vor ihm her lief.
25 Und der Wächter rief und meldete es dem König. Und der König sprach: Ist er allein, so ist gute Botschaft in seinem Munde. Und jener kam näher und näher.
26 Und der Wächter sah einen anderen Mann laufen, und der Wächter rief zum Tor hin und sprach: Siehe, ein anderer Mann läuft allein. Und der König sprach: Auch dieser bringt gute Botschaft.
27 Und der Wächter sprach: Ich sehe, der Lauf des ersten ist wie der Lauf des Achimaaz, des Sohnes Zadoks. Und der König sprach: Das ist ein guter Mann, und er kommt gewiss mit guter Botschaft.
28 Und Achimaaz rief und sprach zum König: Friede! Und er warf sich vor dem König auf sein Angesicht zur Erde nieder und sprach: Gepriesen sei der Herr, dein Gott, der die Männer preisgegeben hat, die ihre Hand gegen meinen Herrn, den König, erhoben haben.
29 Und der König sprach: Geht es dem Knaben Absalom wohl? Und Achimaaz sprach: Ich sah das große Getümmel, als Joab den Knecht des Königs und deinen Knecht aussandte, doch ich weiß nicht, was dort war.
30 Und der König sprach: Tritt zurück, stelle dich hierher. Und er trat zurück und stand da.
31 Und siehe, der Kuschit kam und sprach zum König: Gute Botschaft empfange mein Herr, der König; denn der Herr hat dir heute Recht verschafft aus der Hand aller, die sich gegen dich erhoben haben.
32 Und der König sprach zu dem Kuschiten: Geht es dem Knaben Absalom wohl? Und der Kuschit sprach: Wie dem Knaben möge es den Feinden meines Herrn, des Königs, ergehen und allen, die sich gegen ihn zum Bösen erhoben haben.
Kapitel 19
1 Und der König wurde erschüttert und stieg hinauf in das Obergemach des Tores und weinte; und so sprach er, während er ging: Mein Sohn Absalom, mein Sohn, mein Sohn Absalom! Wer gäbe doch, dass ich an deiner Statt gestorben wäre, ich an deiner Statt! Absalom, mein Sohn, mein Sohn!
2 Und es wurde Joab berichtet, indem man sagte: Siehe, der König weint und trauert um Absalom.
3 Und der Sieg wurde an jenem Tage zur Trauer für das ganze Volk, denn das Volk hörte an jenem Tage sagen: Der König grämt sich um seinen Sohn.
4 Und das Volk stahl sich an jenem Tage davon, um in die Stadt hineinzugehen, wie sich ein Volk davonstiehlt, das sich schämt, weil es im Kampf geflohen ist.
5 Und der König verhüllte sein Angesicht, und der König schrie mit lauter Stimme und sprach: Mein Sohn Absalom, Absalom, mein Sohn!
6 Da ging Joab zum König ins Haus hinein und sprach: Du hast heute das Angesicht aller deiner Knechte beschämt, die dich heute gerettet haben, und das Leben deiner Söhne und deiner Töchter und das Leben deiner Frauen und deiner Nebenfrauen,
7 indem du liebst, die dich hassen, und hassest, die dich lieben; und du hast heute kundgetan, dass dir deine Obersten und Knechte nichts sind; denn ich habe heute erkannt: Wenn Absalom lebte, wären wir alle heute tot – denn dann wäre es recht in deinen Augen gewesen.
8 Und nun steh auf, geh hinaus und rede zum Herzen deiner Knechte; denn ich habe beim Herrn geschworen: Wenn du heute nicht hinausgehst, wird kein Mann diese Nacht bei dir bleiben; und erkenne bei dir selbst, dass dies schlimmer für dich sein wird als alles Übel, das über dich gekommen ist von deiner Jugend an bis jetzt.
9 Da stand der König auf und setzte sich in das Tor, und alles Volk verkündete es und sagte: Siehe, der König sitzt im Tor. Und alles Volk kam vor das Angesicht des Königs. Israel aber war geflohen, ein jeder in seine Zelte.
10 Und das ganze Volk stritt in allen Stämmen Israels und sagte: Der König David hat uns von allen unseren Feinden errettet, und er hat uns aus der Hand der Philister befreit; und nun ist er aus dem Lande und aus seinem Königreich geflohen vor Absalom.
11 Absalom aber, den wir über uns gesalbt hatten, ist im Kampf gestorben; und nun, warum schweigt ihr davon, den König zurückzuholen? Und das Wort ganz Israels kam zum König. —
12 Und der König David sandte zu Zadok und zu Abjathar, den Priestern, und ließ sagen: Redet zu den Ältesten Judas und sprecht: Warum wollt ihr die Letzten sein, den König in sein Haus zurückzuholen? Und das Wort ganz Israels kam zum König.
13 Meine Brüder seid ihr, mein Gebein und mein Fleisch seid ihr; warum wollt ihr die Letzten sein, den König in sein Haus zurückzuholen?
14 Und zu Amasa sollt ihr sagen: Bist du nicht mein Gebein und mein Fleisch? Und nun, Gott tue mir dies und das und füge noch hinzu, wenn du nicht Heerführer vor mir sein sollst alle Tage an Joabs Statt.
15 Und er neigte das Herz aller Männer Judas wie das eines einzigen Mannes, und sie sandten zum König und ließen sagen: Kehre zurück, du und alle deine Knechte.
16 Und der König kehrte zurück und kam bis an den Jordan, und die Männer Judas kamen nach Gilgal, um dem König entgegenzugehen und den König über den Jordan zu geleiten.
17 Und Schimi, der Sohn Geras, des Sohnes des Benjaminiters, aus Bahurim, eilte und kam herab mit den Männern Judas dem König David entgegen,
18 und tausend Männer waren mit ihm aus Benjamin, und Ziba, der Diener des Hauses Sauls, und seine fünfzehn Söhne mit ihm und seine zwanzig Knechte mit ihm; und sie zogen geradewegs an den Jordan vor dem König
19 und verrichteten den Dienst, den König überzusetzen; und die Fähre fuhr hinüber, um das Haus des Königs herüberzuholen und zu tun, was recht war in seinen Augen. Und Schimi, der Sohn Geras, fiel auf sein Angesicht vor dem König, als er über den Jordan setzte,
20 und sprach zum König: Mein Herr rechne mir die Missetat nicht an, und gedenke nicht dessen, was dein Knecht Unrechtes tat an dem Tage, da mein Herr, der König, aus Jerusalem auszog, dass es sich der König zu Herzen nehme;
21 denn dein Knecht weiß, dass ich gesündigt habe; und siehe, ich bin heute als Erster vom ganzen Hause Joseph gekommen, um herabzukommen meinem Herrn, dem König, entgegen.
22 Da antwortete Abisai, der Sohn der Zeruja, und sprach: Sollte Schimi nicht dafür getötet werden, dass er dem Gesalbten des Herrn geflucht hat?
23 Aber David sprach: Was habe ich mit euch zu schaffen, ihr Söhne der Zeruja, dass ihr mir heute zum Widersacher werdet? Heute soll kein Mann in Israel getötet werden; denn weiß ich nicht, dass ich heute König über Israel bin?
24 Und der König sprach zu Schimi: Du sollst nicht sterben. Und der König schwor es ihm. —
25 Und Mefiboschet, der Sohn Jonathans, des Sohnes Sauls, kam herab dem König entgegen; und er hatte seine Füße nicht gepflegt noch seine Nägel geschnitten noch seinen Bart zurechtgemacht, und seine Kleider hatte er nicht gewaschen von dem Tage an, da der König weggegangen war, bis zu dem Tage, da er in Frieden zurückkam.
26 Und es geschah, als er nach Jerusalem kam dem König entgegen, da sprach der König zu ihm: Warum bist du nicht mit mir gezogen, Mefiboschet?
27 Und Mefiboschet sprach zu ihm: Mein Herr und König, mein Knecht hat mich betrogen; denn dein Knecht sprach zu ihm: Sattle mir die Eselin, dass ich auf ihr reite und mit dem König ziehe – denn dein Knecht ist lahm.
28 Und er hat deinen Knecht bei meinem Herrn, dem König, verleumdet; aber mein Herr, der König, ist wie ein Engel Gottes; so tue, was gut ist in deinen Augen.
29 Denn das ganze Haus meines Vaters war nichts anderes als Männer des Todes vor meinem Herrn, dem König, und doch hast du deinen Knecht unter die gesetzt, die an deinem Tisch essen; was habe ich noch für ein Recht, und worüber sollte ich noch zum König schreien?
30 Und der König sprach zu ihm: Warum redest du noch weiter deine Worte? Ich habe gesagt: Du und Ziba sollt euch das Feld teilen.
31 Und Mefiboschet sprach zum König: Er mag auch alles nehmen, nachdem mein Herr, der König, in Frieden in sein Haus gekommen ist.
32 Und Barsillai, der Gileaditer, kam herab von Roglim und zog mit dem König über den Jordan, um ihn über den Jordan zu geleiten.
33 Und Barsillai war ein sehr alter Mann, achtzig Jahre alt, und er hatte den König versorgt, als dieser in Mahanajim wohnte; denn er war ein sehr großer Mann.
34 Und der König sprach zu Barsillai: Du sollst mit mir hinüberziehen, und ich will dein Alter bei mir in Jerusalem versorgen.
35 Und Barsillai sprach zum König: Wie viele Tage meiner Lebensjahre bleiben mir noch, dass ich mit dem König nach Jerusalem hinaufziehen sollte?
36 Achtzig Jahre bin ich heute alt; kann ich noch zwischen Gut und Böse unterscheiden? Oder wird dein Knecht noch schmecken, was ich esse oder trinke? Oder werde ich noch die Stimme der Sänger und Sängerinnen hören? Warum sollte dein Knecht meinem Herrn, dem König, noch zur Last fallen?
37 Nur ein kleines Stück wird dein Knecht mit dem König über den Jordan gehen; warum will mir der König diese Vergeltung erweisen?
38 Lass doch deinen Knecht umkehren, dass ich sterbe in meiner Stadt bei dem Grab meines Vaters und meiner Mutter; und siehe, dein Knecht Chamaam soll mit meinem Herrn, dem König, hinüberziehen; und tue ihm, was gut ist in deinen Augen.
39 Und der König sprach: Chamaam soll mit mir hinüberziehen, und ich will ihm tun, was gut ist in deinen Augen, und alles, was du von mir erwählst, will ich dir tun.
40 Und das ganze Volk zog über den Jordan, und auch der König zog hinüber; und der König küsste Barsillai und segnete ihn, und er kehrte an seinen Ort zurück.
41 Und der König zog hinüber nach Gilgal, und Chamaam zog mit ihm hinüber, und das ganze Volk Juda zog mit dem König hinüber und auch die Hälfte des Volkes Israel.
42 Und siehe, alle Männer Israels kamen zum König und sprachen zum König: Warum haben unsere Brüder, die Männer Judas, dich gestohlen und den König und sein Haus über den Jordan geführt, und alle Männer Davids mit ihm?
43 Und alle Männer Judas antworteten den Männern Israels und sprachen: Weil der König mir nahesteht; und warum bist du so zornig geworden über diese Sache? Haben wir etwa vom König gegessen, oder hat er uns ein Geschenk gegeben oder uns eine Last abgenommen?
44 Und die Männer Israels antworteten den Männern Judas und sprachen: Zehn Anteile habe ich am König, und ich bin der Erstgeborene, nicht du, und auch an David habe ich mehr Anteil als du; und warum hast du mich so geschmäht, und wurde mein Wort nicht zuerst gerechnet, den König zu mir zurückzuführen? Und das Wort der Männer Judas war härter als das Wort der Männer Israels.
Kapitel 20
1 Und dort befand sich ein ruchloser Mann, sein Name war Sabee, Sohn des Bochori, ein Mann aus Jemini; und er stieß in das Horn und sprach: Wir haben keinen Anteil an David und kein Erbe am Sohn Isais; ein jeder zu seinen Zelten, Israel!
2 Und jeder Mann Israels zog fort von David hinter Sabee, dem Sohn des Bochori, her; aber die Männer Judas hingen ihrem König an, vom Jordan bis nach Jerusalem.
3 Und David kam in sein Haus nach Jerusalem, und der König nahm die zehn Frauen, seine Nebenfrauen, die er zurückgelassen hatte, das Haus zu bewahren, und gab sie in ein Haus der Bewachung und versorgte sie, ging aber nicht zu ihnen ein; und sie waren eingeschlossen bis zum Tage ihres Todes, lebendige Witwen.
4 Und der König sprach zu Amessai: Rufe mir die Männer Judas binnen drei Tagen zusammen, und du selbst stelle dich hier ein.
5 Und Amessai ging hin, Juda zusammenzurufen, und er säumte über die Zeit hinaus, die David ihm bestimmt hatte.
6 Und David sprach zu Abessa: Nun wird uns Sabee, der Sohn des Bochori, mehr Böses tun als Absalom; und nun nimm du die Knechte deines Herrn mit dir und jage ihm nach, damit er sich nicht feste Städte finde und unsere Augen verdunkle.
7 Und es zogen hinter ihm aus die Männer Joabs und der Cherethiter und der Pelethiter und alle Helden; und sie zogen aus von Jerusalem, Sabee, dem Sohn des Bochori, nachzujagen.
8 Und als sie bei dem großen Stein waren, der bei Gabaon liegt, kam Amessai ihnen entgegen. Und Joab war mit seinem Mantel als Gewand umgürtet, und darüber war er mit einem Schwert gegürtet, das an seiner Hüfte in seiner Scheide befestigt war; und das Schwert glitt heraus und fiel zu Boden.
9 Und Joab sprach zu Amessai: Geht es dir wohl, Bruder? Und die rechte Hand Joabs fasste den Bart Amessais, um ihn zu küssen;
10 Amessai aber achtete nicht auf das Schwert in Joabs Hand, und Joab stieß es ihm in den Unterleib, und seine Eingeweide ergossen sich zur Erde; und er stach nicht zum zweiten Mal, und er starb. Und Joab und Abessa, sein Bruder, jagten Sabee, dem Sohn des Bochori, nach.
11 Und einer von den Knechten Joabs blieb bei ihm stehen und sprach: Wer zu Joab hält und wer für David ist — hinter Joab her!
12 Und Amessai lag im Blute gewälzt mitten auf dem Weg; und der Mann sah, dass alles Volk stehen blieb, und er schaffte Amessai vom Weg auf das Feld und warf ein Kleid über ihn, da er sah, dass jeder, der zu ihm kam, stehen blieb.
13 Als er aber vom Weg geschafft war, zog jedermann in Israel hinter Joab her, um Sabee, dem Sohn des Bochori, nachzujagen.
14 Und dieser zog durch alle Stämme Israels nach Abel und nach Baithmacha, und alle in Charri; und sie versammelten sich und zogen hinter ihm her.
15 Und sie kamen und belagerten ihn in Abel und Baithmacha und schütteten einen Wall gegen die Stadt auf, und er stand an der Vormauer; und alles Volk, das bei Joab war, sann darauf, die Mauer niederzureißen.
16 Da rief eine weise Frau von der Mauer und sprach: Hört, hört! Sagt doch zu Joab: Komm hierher, dass ich mit ihm rede.
17 Und er näherte sich ihr, und die Frau sprach: Bist du Joab? Er sprach: Ich bin es. Da sagte sie ihm: Höre die Worte deiner Magd. Und Joab sprach: Ich höre.
18 Und sie sprach: Vor Zeiten pflegte man zu sagen: Man frage nur in Abel und in Dan, ob dahingefallen ist, was die Getreuen Israels festgesetzt haben; man wird in Abel fragen, und so ist es zu Ende gebracht.
19 Ich bin eine der friedsamen, getreuen Stützen Israels; du aber suchst eine Stadt und eine Mutterstadt in Israel zu töten. Warum willst du das Erbe des Herrn versenken?
20 Und Joab antwortete und sprach: Fern sei es von mir, fern sei es von mir, dass ich versenken und verderben sollte!
21 So verhält es sich nicht; sondern ein Mann vom Gebirge Ephraim, Sabee, Sohn des Bochori, ist sein Name, hat seine Hand gegen den König David erhoben. Gebt ihn allein heraus, so will ich von der Stadt abziehen. Und die Frau sprach zu Joab: Siehe, sein Kopf wird dir über die Mauer zugeworfen werden.
22 Und die Frau ging hinein zu allem Volk und redete zu der ganzen Stadt in ihrer Weisheit; und man schlug Sabee, dem Sohn des Bochori, den Kopf ab und warf ihn zu Joab hinaus. Und er stieß ins Horn, und sie zerstreuten sich von der Stadt, ein jeder zu seinen Zelten; und Joab kehrte nach Jerusalem zum König zurück.
23 Und Joab stand über dem ganzen Heer Israels, und Banaias, der Sohn des Jodae, über den Cherethitern und den Pelethitern,
24 und Adoniram über den Fronen, und Josaphat, der Sohn des Achiluth, war Kanzler,
25 und Susa war Schreiber, und Sadok und Abiathar waren Priester,
26 und auch Iras, der Jariter, war Priester Davids.
Kapitel 21
1 Und es entstand eine Hungersnot in den Tagen Davids, drei Jahre lang, Jahr auf Jahr, und David suchte das Angesicht des Herrn. Und der Herr sprach: Auf Saul und auf seinem Hause liegt eine Schuld wegen des Blutes, weil er die Gabaoniter getötet hat.
2 Und der König David rief die Gabaoniter und sprach zu ihnen die Gabaoniter aber sind nicht von den Söhnen Israels, sondern vom Rest der Amoriter, und die Söhne Israels hatten ihnen geschworen; Saul aber suchte sie zu schlagen in seinem Eifer für die Söhne Israels und Judas.
3 Und David sprach zu den Gabaonitern: Was soll ich für euch tun, und womit soll ich Sühne schaffen, damit ihr das Erbe des Herrn segnet?
4 Und die Gabaoniter sprachen zu ihm: Es geht uns nicht um Silber und Gold bei Saul und bei seinem Hause, und es steht uns nicht zu, einen Mann in Israel zu töten. Und er sprach: Was sagt ihr, dass ich für euch tun soll?
5 Und sie sprachen zum König: Der Mann, der uns vernichtet und uns verfolgt hat, der es ersann, uns auszurotten lasst uns ihn vertilgen, damit er nicht mehr bestehe in allen Grenzen Israels.
6 Man gebe uns sieben Männer von seinen Söhnen, und wir wollen sie dem Herrn aufhängen in Gabaon Sauls, den Erwählten des Herrn. Und der König sprach: Ich werde sie geben.
7 Und der König verschonte Memphibosthe, den Sohn Jonathans, des Sohnes Sauls, wegen des Schwures des Herrn, der zwischen ihnen war, zwischen David und Jonathan, dem Sohne Sauls.
8 Und der König nahm die zwei Söhne der Respha, der Tochter Aias, die sie dem Saul geboren hatte, den Ermoni und den Memphibosthe, und die fünf Söhne der Michol, der Tochter Sauls, die sie dem Esriel, dem Sohne Berzellis, dem Mooulathiter, geboren hatte,
9 und gab sie in die Hand der Gabaoniter, und sie hängten sie auf dem Berge vor dem Herrn auf, und die sieben fielen zusammen; sie aber wurden getötet in den Tagen der Ernte, in den ersten, am Anfang der Gerstenernte.
10 Und Respha, die Tochter Aias, nahm das Sacktuch und breitete es sich auf dem Felsen aus, vom Anfang der Gerstenernte an, bis Wasser vom Himmel auf sie herabtroff, und sie ließ die Vögel des Himmels nicht auf ihnen ruhen bei Tage noch die Tiere des Feldes bei Nacht.
11 Und es wurde David berichtet, was Respha, die Tochter Aias, die Nebenfrau Sauls, getan hatte; und sie waren erschöpft, und Dan, der Sohn Joas, aus den Nachkommen der Riesen, ergriff sie.
12 Und David ging hin und nahm die Gebeine Sauls und die Gebeine Jonathans, seines Sohnes, von den Männern, den Söhnen von Jabis Galaad, die sie vom Platz von Baithsan gestohlen hatten; denn die Fremdstämmigen hatten sie dort aufgestellt an dem Tage, da die Fremdstämmigen Saul auf dem Gelbue geschlagen hatten.
13 Und er brachte von dort die Gebeine Sauls und die Gebeine Jonathans, seines Sohnes, herauf und sammelte die Gebeine der Aufgehängten.
14 Und sie begruben die Gebeine Sauls und die Gebeine Jonathans, seines Sohnes, und der Aufgehängten im Lande Benjamin, an der Seite, im Grabe des Kis, seines Vaters, und taten alles, was der König befohlen hatte. — Und Gott erhörte das Land danach.
15 Und es kam wieder Krieg der Fremdstämmigen mit Israel. Und David zog hinab und seine Knechte mit ihm, und sie kämpften mit den Fremdstämmigen, und David wurde matt.
16 Und Jesbi, der von den Nachkommen des Rapha war — und das Gewicht seines Speeres war dreihundert Sekel Erz an Gewicht, und er war mit einer Keule gegürtet —, gedachte David zu erschlagen.
17 Und Abessa, der Sohn der Saruia, kam ihm zu Hilfe und schlug den Fremdstämmigen und tötete ihn. Damals schworen die Männer Davids und sprachen: Du sollst nicht mehr mit uns in den Krieg ausziehen, damit du die Leuchte Israels nicht auslöschest.
18 Und danach kam es wieder zum Krieg in Geth mit den Fremdstämmigen. Damals erschlug Sebocha, der Astatothiter, den Seph, der von den Nachkommen des Rapha war.
19 Und es kam zum Krieg in Gob mit den Fremdstämmigen. Und Eleanan, der Sohn Ariorgims, der Bethlehemiter, erschlug den Goliath, den Gethiter; und der Schaft seines Speeres war wie ein Weberbaum.
20 Und es kam wieder zum Krieg in Geth. Und da war ein Mann aus Madon, und die Finger seiner Hände und die Zehen seiner Füße waren je sechs, vierundzwanzig an der Zahl; und auch er war dem Rapha geboren.
21 Und er schmähte Israel, und Jonathan, der Sohn Semeïs, des Bruders Davids, erschlug ihn.
22 Diese vier waren als Nachkommen der Riesen in Geth dem Hause Rapha geboren, und sie fielen durch die Hand Davids und durch die Hand seiner Knechte.
Kapitel 22
1 Und David sprach zu dem Herrn die Worte dieses Liedes an dem Tage, an dem der Herr ihn aus der Hand aller seiner Feinde und aus der Hand Sauls errettet hatte,
2 und er sprach: Herr, mein Fels und meine Festung und mein Erretter,
3 mein Gott wird mein Beschützer sein, auf ihn werde ich vertrauen, mein Schild und das Horn meines Heils, mein Beistand und meine Zuflucht meines Heils, vom Ungerechten wirst du mich retten.
4 Den Lobenswerten werde ich anrufen, den Herrn, und vor meinen Feinden werde ich gerettet werden.
5 Denn es umfingen mich die Wogen des Todes, die Ströme der Gesetzlosigkeit erschreckten mich;
6 die Wehen des Todes umringten mich, die Härten des Todes kamen mir zuvor.
7 In meiner Bedrängnis werde ich den Herrn anrufen und zu meinem Gott schreien; und er wird aus seinem Tempel meine Stimme erhören, und mein Schreien ist in seinen Ohren.
8 Und die Erde erbebte und erzitterte, und die Grundfesten des Himmels wurden erschüttert und zerrissen, denn der Herr war zornig auf sie.
9 Rauch stieg auf in seinem Zorn, und Feuer aus seinem Mund wird verzehren, Kohlen entbrannten von ihm.
10 Und er neigte die Himmel und stieg herab, und Dunkel war unter seinen Füßen.
11 Und er setzte sich auf Cherubim und flog dahin und wurde gesehen auf den Flügeln des Windes.
12 Und er machte Finsternis zu seiner Verhüllung rings um ihn her, sein Zelt war Finsternis der Wasser; er verdichtete sie in den Wolken der Luft.
13 Von dem Glanz vor ihm entbrannten Feuerkohlen.
14 Der Herr donnerte vom Himmel, und der Höchste ließ seine Stimme erschallen
15 und sandte Pfeile aus und zerstreute sie, einen Blitz, und verwirrte sie.
16 Und es wurden sichtbar die Betten des Meeres, und die Grundfesten des Erdkreises wurden aufgedeckt durch das Schelten des Herrn, durch das Wehen des Hauchs seines Zornes.
17 Er sandte aus der Höhe und nahm mich, er zog mich aus vielen Wassern;
18 er errettete mich von meinen starken Feinden, von denen, die mich hassen, denn sie waren stärker als ich.
19 Sie kamen mir zuvor am Tage meiner Bedrängnis, und der Herr wurde meine Stütze
20 und führte mich hinaus in die Weite und errettete mich, denn er hatte Wohlgefallen an mir.
21 Und der Herr vergalt mir nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände vergalt er mir,
22 denn ich habe die Wege des Herrn bewahrt und bin nicht gottlos von meinem Gott abgewichen,
23 denn alle seine Gerichte sind vor mir, und von seinen Satzungen bin ich nicht gewichen.
24 Und ich werde untadelig vor ihm sein und mich vor meiner Gesetzlosigkeit hüten.
25 Und der Herr wird mir vergelten nach meiner Gerechtigkeit und nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen.
26 Mit dem Frommen wirst du fromm sein und mit dem vollkommenen Mann vollkommen,
27 und mit dem Auserwählten wirst du auserwählt sein und mit dem Verkehrten verkehrt.
28 Und das arme Volk wirst du retten und die Augen der Hochmütigen erniedrigen.
29 Denn du bist meine Leuchte, Herr, und der Herr wird meine Finsternis erhellen.
30 Denn mit dir werde ich leichtbewaffnet laufen und mit meinem Gott über eine Mauer springen.
31 Der Starke — untadelig ist sein Weg, das Wort des Herrn ist stark, geläutert; ein Schild ist er allen, die auf ihn vertrauen.
32 Wer ist stark außer dem Herrn? Und wer wird Schöpfer sein außer unserem Gott?
33 Der Starke, der mich mit Kraft stärkt, und er machte meinen Weg untadelig;
34 der meine Füße macht wie die der Hirsche und mich auf die Höhen stellt;
35 der meine Hände zum Krieg lehrt, und er zerbrach einen ehernen Bogen mit meinem Arm.
36 Und du gabst mir den Schild meines Heils, und dein Gehorsam machte mich groß
37 zur Weite für meine Schritte unter mir, und meine Beine wankten nicht.
38 Ich werde meine Feinde verfolgen und sie vernichten und nicht umkehren, bis ich sie vertilgt habe;
39 und ich werde sie zerschmettern, und sie werden nicht aufstehen und werden unter meine Füße fallen.
40 Und du wirst mich mit Kraft stärken zum Krieg, du wirst die, die sich gegen mich erheben, unter mich beugen;
41 und meine Feinde hast du mir den Rücken zugewandt, die mich hassen, und du hast sie getötet.
42 Sie werden schreien, und da ist kein Helfer, zum Herrn, und er erhörte sie nicht.
43 Und ich zermalmte sie wie Staub der Erde, wie Kot der Gassen zerrieb ich sie.
44 Und du wirst mich erretten aus dem Streit der Völker, du wirst mich bewahren zum Haupt der Nationen; ein Volk, das ich nicht kannte, diente mir,
45 fremde Söhne heuchelten mir, aufs Hören des Ohres gehorchten sie mir;
46 fremde Söhne werden verworfen werden und aus ihren Verschlüssen wanken.
47 Es lebt der Herr, und gepriesen sei mein Beschützer, und erhöht werde mein Gott, der Beschützer meines Heils.
48 Stark ist der Herr, der mir Rache gibt, der Völker unter mich züchtigt
49und mich herausführt von meinen Feinden; und über die, die sich gegen mich erheben, wirst du mich erhöhen, von dem Mann der Ungerechtigkeiten wirst du mich erretten.
50 Darum will ich dich preisen, Herr, unter den Nationen und deinem Namen lobsingen,
51 der das Heil seines Königs groß macht und Barmherzigkeit erweist seinem Gesalbten, David und seinem Samen bis in Ewigkeit.
Kapitel 23
1 Und dies sind die letzten Worte Davids: Treu ist David, der Sohn Isais, und treu der Mann, den der Herr erhoben hat zum Gesalbten des Gottes Jakobs, und lieblich sind die Psalmen Israels.
2 Der Geist des Herrn hat in mir geredet, und sein Wort ist auf meiner Zunge.
3 Es spricht der Gott Israels, zu mir hat der Wächter Israels geredet: Sprich ein Gleichnis: Wie werdet ihr unter den Menschen die Furcht Gottes stärken?
4 Und in Gott, im Morgenlicht, gehe die Sonne auf; der Morgen ist nicht vergangen ohne Glanz, und wie nach dem Regen sprießt das Gras aus der Erde.
5 Denn ist nicht so mein Haus bei dem Starken? Denn einen ewigen Bund hat er mir gesetzt, bereit zu jeder Zeit, bewahrt; denn all mein Heil und all mein Begehren ist, dass der Gesetzlose nicht sprosse.
6 Wie ein ausgestoßener Dorn sind sie alle, denn mit der Hand werden sie nicht gefasst,
7 und kein Mann wird sich an ihnen abmühen, außer voll gerüstet mit Eisen und dem Holz eines Speeres, und im Feuer werden sie gänzlich verbrannt werden zu ihrer Schande.
8 Dies sind die Namen der Helden Davids: Jebosthe, der Kanaaniter, ist der Anführer der Drei, Adinon, der Asoniter. Dieser zückte sein Schwert gegen achthundert Erschlagene auf einmal. —
9 Und nach ihm Eleasar, der Sohn seines Vatersbruders, Sohn des Susiters, unter den drei Helden. Dieser war mit David in Serran, und als er die Fremdstämmigen verhöhnte, sammelten sie sich dort zum Kampf, und die Männer Israels zogen hinauf.
10 Er stand auf und schlug unter die Fremdstämmigen, bis seine Hand ermüdete und seine Hand am Schwert festklebte, und der Herr schaffte an jenem Tag ein großes Heil; und das Volk saß hinter ihm, nur um zu plündern.
11 Und nach ihm Samaia, der Sohn Asas, der Arochiter. Und die Fremdstämmigen sammelten sich zu Theria, und dort war ein Stück Feld voller Linsen, und das Volk floh vor den Fremdstämmigen.
12 Er aber stellte sich mitten auf das Feldstück und rettete es und schlug die Fremdstämmigen, und der Herr schaffte ein großes Heil.
13 Und drei von den Dreißig stiegen hinab und kamen nach Kason zu David in die Höhle Odollam, und eine Schar der Fremdstämmigen lagerte im Tal Raphaim.
14 Und David war damals in der Bergfeste, und die Besatzung der Fremdstämmigen war damals in Bethlehem.
15 Und David hatte Verlangen und sprach: Wer gibt mir Wasser zu trinken aus der Zisterne in Bethlehem, die am Tor ist? Die Schar der Fremdstämmigen aber war damals in Bethlehem.
16 Und die drei Helden brachen durch das Lager der Fremdstämmigen und schöpften Wasser aus der Zisterne in Bethlehem, die am Tor ist, und nahmen es und brachten es zu David; er aber wollte es nicht trinken und goss es dem Herrn als Trankopfer aus
17 und sprach: Sei mir gnädig, Herr, dass ich dies tue! Soll ich das Blut der Männer trinken, die um ihr Leben gegangen sind? Und er wollte es nicht trinken. Dies taten die drei Helden.
18 Und Abessa, der Bruder Joabs, der Sohn der Saruja, war Anführer unter den Dreien. Und er erhob seinen Speer gegen dreihundert Erschlagene, und er hatte einen Namen unter den Dreien;
19 von jenen Dreien war er berühmt, und er wurde ihnen zum Anführer, aber an die Drei reichte er nicht heran.
20 Und Banaias, der Sohn Jodaes, ein Mann von vielen Taten, aus Kabeseel. Er schlug die zwei Söhne Ariels von Moab; und er stieg hinab und erschlug den Löwen mitten in der Zisterne am Tag des Schnees.
21 Er erschlug den ägyptischen Mann, einen ansehnlichen Mann; in der Hand des Ägypters aber war ein Speer wie ein Balken einer Brücke, und er ging mit einem Stab zu ihm hinab und riss den Speer aus der Hand des Ägypters und tötete ihn mit seinem eigenen Speer.
22 Dies tat Banaias, der Sohn Jodaes, und er hatte einen Namen unter den drei Helden;
23 von den Dreien war er berühmt, doch an die Drei reichte er nicht heran; und David setzte ihn über seine Leibwache.
24 Und dies sind die Namen der Helden des Königs David: Asael, der Bruder Joabs (dieser war unter den Dreißig), Eleanan, der Sohn Dudis, seines Vatersbruders, aus Bethlehem,
25 Samai, der Aruditer, Elika, der Aroditer,
26 Elles, der Pheloti, Iras, der Sohn des Ekkas, der Thekoiter,
27 Abieser, der Anathothiter, aus den Söhnen des Asothiters,
28 Selmon, der Aoiter, Moore, der Netophathiter,
29 Ela, der Sohn Baanas, der Netophathiter, Eththi, der Sohn Ribas, aus Gabaeth, ein Sohn Benjamins,
30 Banaias, der Pharathoniter, Uri aus Nachaligaias,
31 Abiel, der Sohn des Arabothiters, Asmoth, der Barsamiter,
32 Eliasu, der Salaboniter, die Söhne Jasans, Jonathan,
33 Samma, der Aroditer, Achian, der Sohn Sarads, der Arauriter,
34 Aliphaleth, der Sohn des Asbiters, Sohn des Maachati, Eliab, der Sohn Achitophels, des Geloniters,
35 Asarai, der Karmeliter, Pharai, der Erchi,
36 Igaal, der Sohn Nathans, vom Heer, der Sohn Gaddis,
37 Elie, der Ammoniter, Gelorai, der Berothiter, der Waffenträger Joabs, des Sohnes der Saruja,
38 Iras, der Jethirer, Gareb, der Jethirer,
39 Urias, der Hethiter: insgesamt siebenunddreißig.
Kapitel 24
1 Und der Zorn des Herrn entbrannte abermals gegen Israel, und er reizte David wider sie auf und sprach: Geh hin, zähle Israel und Juda.
2 Und der König sprach zu Joab, dem Heerobersten, der bei ihm war: Durchziehe doch alle Stämme Israels von Dan bis Beerscheba und mustere das Volk, damit ich die Zahl des Volkes erfahre.
3 Und Joab sprach zum König: Der Herr, dein Gott, möge zum Volk hinzufügen, so viele sie sind, hundertfach, und die Augen meines Herrn, des Königs, mögen es sehen; aber warum begehrt mein Herr, der König, diese Sache?
4 Doch das Wort des Königs blieb stärker gegen Joab und gegen die Obersten des Heeres. Und Joab und die Obersten des Heeres zogen aus vor dem König, um das Volk Israel zu mustern.
5 Und sie überschritten den Jordan und lagerten sich bei Aroer, rechts von der Stadt, die mitten im Tal von Gad liegt, und bei Elieser,
6 und sie kamen nach Gilead und in das Land Thabason, das ist Adasai, und sie gelangten nach Danidan und Udan und zogen im Bogen nach Sidon
7 und kamen nach Mapsar von Tyrus und zu allen Städten der Hewiter und der Kanaaniter, und sie kamen in den Süden Judas nach Beerscheba
8 und durchzogen das ganze Land und kamen nach Ablauf von neun Monaten und zwanzig Tagen nach Jerusalem.
9 Und Joab gab dem König die Zahl der Musterung des Volkes an, und es waren in Israel achthunderttausend kriegstüchtige Männer, die das Schwert zogen, und die Männer Judas fünfhunderttausend Kriegsmänner.
10 Und das Herz Davids schlug ihm, nachdem er das Volk gezählt hatte, und David sprach zum Herrn: Ich habe schwer gesündigt mit dem, was ich getan habe; nun, Herr, nimm doch die Schuld deines Knechtes hinweg, denn ich habe sehr töricht gehandelt.
11 Und David stand am Morgen auf. Und das Wort des Herrn erging an Gad, den Propheten, den Seher Davids, und sprach:
12 Geh hin und rede zu David und sprich: So spricht der Herr: Dreierlei lege ich dir vor; wähle dir eines davon, und ich werde es dir tun.
13 Und Gad kam zu David und verkündete es ihm und sprach zu ihm: Wähle dir, was geschehen soll: ob drei Jahre Hungersnot über dein Land kommen sollen, oder ob du drei Monate vor deinen Feinden fliehen sollst, während sie dich verfolgen, oder ob drei Tage lang Pest in deinem Land sein soll. Nun erkenne und sieh, was ich dem antworten soll, der mich gesandt hat.
14 Und David sprach zu Gad: Es ist mir von allen Seiten sehr bange; ich will doch in die Hand des Herrn fallen, denn seine Erbarmungen sind überaus groß, aber in die Hände von Menschen will ich nicht fallen. Und David erwählte sich die Pest.
15 Und es waren die Tage der Weizenernte, und der Herr gab Pest in Israel vom Morgen bis zur Stunde des Mittagsmahls, und die Plage begann im Volk, und es starben vom Volk, von Dan bis Beerscheba, siebzigtausend Mann.
16 Und der Engel Gottes streckte seine Hand gegen Jerusalem aus, um es zu verderben; da reute den Herrn das Unheil, und er sprach zu dem Engel, der das Volk verderbte: Es ist nun genug, laß deine Hand ab. Und der Engel des Herrn war bei der Tenne Ornas, des Jebusiters.
17 Und David sprach zum Herrn, als er den Engel sah, der das Volk schlug, und sprach: Siehe, ich habe Unrecht getan, und ich, der Hirte, habe böse gehandelt; aber diese, die Schafe, was haben sie getan? Deine Hand komme doch über mich und über das Haus meines Vaters.
18 Und Gad kam an jenem Tag zu David und sprach zu ihm: Geh hinauf und errichte dem Herrn einen Altar auf der Tenne Ornas, des Jebusiters.
19 Und David ging hinauf nach dem Wort Gads, so wie der Herr ihm geboten hatte.
20 Und Orna schaute hinaus und sah den König und seine Knechte zu ihm heraufkommen, und Orna ging hinaus und warf sich vor dem König auf sein Angesicht zur Erde nieder.
21 Und Orna sprach: Warum ist mein Herr, der König, zu seinem Knecht gekommen? Und David sprach: Um die Tenne von dir zu kaufen, damit ich dem Herrn einen Altar baue und die Plage vom Volk abgewendet werde.
22 Und Orna sprach zu David: Mein Herr, der König, nehme und bringe dem Herrn dar, was gut ist in seinen Augen. Siehe, die Rinder zum Brandopfer und die Wagen und das Geschirr der Rinder zum Brennholz.
23 Das alles gab Orna dem König, und Orna sprach zum König: Der Herr, dein Gott, segne dich.
24 Und der König sprach zu Orna: Nein, sondern kaufen will ich es von dir um einen Preis und will dem Herrn, meinem Gott, kein Brandopfer umsonst darbringen. Und David kaufte die Tenne und die Rinder für fünfzig Silberschekel.
25 Und David baute dort dem Herrn einen Altar und brachte Brandopfer und Friedensopfer dar. Und Salomo erweiterte später den Altar, weil er anfangs klein war. Und der Herr erhörte das Land, und die Plage wurde von Israel abgewendet.