EZECHIEL

 

Kapitel 1

 

1 Und es geschah im dreißigsten Jahr, im vierten Monat, am Fünften des Monats, als ich inmitten der Weggeführten am Flusse Chebar war, da taten sich die Himmel auf, und ich sah Gesichte Gottes.

 

2 Am Fünften des Monats (das war das fünfte Jahr der Wegführung des Königs Jojachin)

 

3 erging das Wort des Herrn an Ezechiel, den Sohn Busis, den Priester, im Lande der Chaldäer, am Flusse Chebar; und dort kam die Hand des Herrn über mich.

 

4 Und ich sah: und siehe, ein Sturmwind kam von Norden, eine große Wolke und loderndes Feuer, und ein Glanz rings um sie her, und aus ihrer Mitte strahlte es wie glänzendes Erz, mitten aus dem Feuer.

 

5 Und in ihrer Mitte war die Gestalt von vier Lebewesen; und dies war ihr Aussehen: Sie hatten die Gestalt eines Menschen.

 

6 Und jedes hatte vier Gesichter, und jedes hatte vier Flügel.

 

7 Und ihre Beine waren gerade, und ihre Füße waren wie die Füße eines Stieres und glänzten wie blinkendes Erz.

 

8 Und Menschenhände waren unter ihren Flügeln an ihren vier Seiten; und sie alle vier hatten ihre Gesichter und ihre Flügel.

 

9 Ihre Flügel berührten einander; sie wandten sich nicht, wenn sie gingen, sondern jedes ging gerade vor sich hin.

 

10 Und ihre Gesichter glichen so: Vorn hatte jedes ein Menschengesicht, und zur Rechten hatten alle vier ein Löwengesicht, und zur Linken hatten alle vier ein Stiergesicht, und hinten hatten alle vier ein Adlergesicht.

 

11 Und ihre Flügel waren nach oben ausgebreitet; jedes hatte zwei Flügel, die sich berührten, und zwei bedeckten ihren Leib.

 

12 Und jedes ging gerade vor sich hin; wohin der Geist sie trieb, dahin gingen sie, und sie wandten sich nicht, wenn sie gingen.

 

13 Und zwischen den Lebewesen war es anzusehen wie glühende Kohlen, wie Fackeln, die zwischen den Lebewesen hin und her fuhren; und das Feuer leuchtete, und aus dem Feuer fuhr ein Blitz.

 

Die Septuagint beinhaltet den Vers 14 nicht

 

15 Und ich sah: und siehe, ein Rad auf der Erde bei den vier Lebewesen, bei jedem von ihnen.

 

16 Und die Räder waren anzusehen wie ein Chrysolith; und alle vier hatten die gleiche Gestalt, und sie waren gemacht, als wäre ein Rad im anderen.

 

17 Sie konnten nach ihren vier Seiten gehen, ohne sich zu wenden, wenn sie gingen.

 

18 Und ihre Felgen waren hoch und furchtbar; und die Felgen waren voller Augen ringsum bei allen vier Rädern.

 

19 Und wenn die Lebewesen gingen, gingen die Räder neben ihnen; und wenn die Lebewesen sich von der Erde erhoben, erhoben sich auch die Räder.

 

20 Wohin der Geist sie trieb, dahin gingen sie, und die Räder erhoben sich zugleich mit ihnen; denn der Geist der Lebewesen war in den Rädern.

 

21 Wenn sie gingen, gingen sie; wenn sie stillstanden, standen sie still; und wenn sie sich von der Erde erhoben, erhoben sich die Räder zugleich mit ihnen; denn der Geist der Lebewesen war in den Rädern.

 

22 Und über den Häuptern der Lebewesen war etwas wie eine feste Himmelsdecke, anzusehen wie schrecklicher Kristall, ausgebreitet oben über ihren Häuptern.

 

23 Und unter der Himmelsdecke waren ihre Flügel gerade ausgestreckt, einer gegen den anderen; jedes hatte zwei Flügel, die den Leib bedeckten.

 

24 Und ich hörte das Rauschen ihrer Flügel, wenn sie gingen, wie das Rauschen großer Wasser; und wenn sie stillstanden, ließen sie ihre Flügel sinken.

 

25 Und es geschah eine Stimme von oben über der Himmelsdecke, die über ihren Häuptern war.

 

26 Und über der Himmelsdecke, die über ihren Häuptern war, war es anzusehen wie ein Saphirstein, einem Thron gleich; und auf dem Thron saß einer, der aussah wie ein Mensch.

 

27 Und ich sah, und es glänzte wie Kupfer, von dem, was wie seine Hüften aussah, an aufwärts; und von dem, was wie seine Hüften aussah, an abwärts sah ich wie Feuer, und ein Glanz war rings um ihn her.

 

28 Wie der Regenbogen erscheint in den Wolken am Tage des Regens, so glänzte der Glanz ringsumher. So war das Aussehen der Herrlichkeit des Herrn. Und als ich es sah, fiel ich nieder auf mein Angesicht und hörte die Stimme eines, der redete.

 

Kapitel 2

1 Und er sprach zu mir: Menschensohn, stelle dich auf deine Füße, und ich will mit dir reden.

 

2 Und es kam ein Geist in mich und nahm mich auf und hob mich empor und stellte mich auf meine Füße, und ich hörte ihn zu mir reden.

 

3 Und er sprach zu mir: Menschensohn, ich sende dich zu dem Hause Israel, zu den Abtrünnigen, die mir widerstreben; sie und ihre Väter sind von mir abgefallen bis auf diesen heutigen Tag.

 

4 Und du sollst zu ihnen sagen: So spricht der Herr:

 

5 Ob sie nun hören oder sich fürchten – denn ein widerspenstiges Haus sind sie –, so werden sie doch erkennen, dass ein Prophet unter ihnen ist.

 

6 Und du, Menschensohn, fürchte sie nicht und erschrick nicht vor ihrem Angesicht, denn sie werden toben und sich ringsum gegen dich stellen, und du wohnst mitten unter Skorpionen; ihre Worte fürchte nicht und erschrick nicht vor ihrem Angesicht, denn ein widerspenstiges Haus sind sie.

7 Und du sollst meine Worte zu ihnen reden, ob sie nun hören oder sich fürchten, denn ein widerspenstiges Haus sind sie.

 

8 Und du, Menschensohn, höre, was ich zu dir rede; sei nicht widerspenstig wie das widerspenstige Haus; tue deinen Mund auf und iss, was ich dir gebe.

 

9 Und ich sah, und siehe, eine Hand war gegen mich ausgestreckt, und in ihr war eine Buchrolle.

 

10 Und sie breitete sie vor mir aus, und sie war beschrieben auf Vorder- und Rückseite, und es stand darin geschrieben: Klage, Seufzer und Wehe.

 

 

Kapitel 3

 

1 Und er sprach zu mir: Menschensohn, iss diese Schriftrolle und geh hin und rede zu den Kindern Israel.

 

2 Da tat ich meinen Mund auf, und er gab mir die Schriftrolle zu essen.

 

3 Und er sprach zu mir: Menschensohn, dein Mund soll essen, und dein Leib soll voll werden von dieser Schriftrolle, die ich dir gebe. Und ich aß sie, und sie war in meinem Mund süß wie Honig.

 

4 Und er sprach zu mir: Menschensohn, geh, tritt ein zum Haus Israel und rede meine Worte zu ihnen.

 

5 Denn nicht zu einem Volk mit tiefer Lippe und schwerer Zunge wirst du gesandt, zum Haus Israel,

 

6 auch nicht zu vielen Völkern mit fremder Rede und fremder Sprache, noch zu solchen, die hart von Zunge sind, deren Worte du nicht verstehst. Und wenn ich dich zu solchen sendete, würden sie auf dich hören.

 

7 Das Haus Israel aber will nicht auf dich hören, denn sie wollen nicht auf mich hören; denn das ganze Haus Israel ist streitsüchtig und hartherzig.

 

8 Und siehe, ich habe dein Angesicht stark gemacht gegen ihre Angesichter und deine Stirn stark gegen ihre Stirn.

 

9 Und es soll beständig härter sein als Fels; fürchte dich nicht vor ihnen und erschrick nicht vor ihrem Angesicht, denn ein widerspenstiges Haus sind sie.

 

10 Und er sprach zu mir: Menschensohn, alle meine Worte, die ich zu dir rede, nimm zu Herzen und höre mit deinen Ohren.

 

11 Und geh, tritt ein zur Gefangenschaft, zu den Kindern deines Volkes, und rede zu ihnen und sprich zu ihnen: So spricht der Herr: Ob sie wohl hören, ob sie wohl ablassen werden.

 

12 Und ein Geist hob mich empor, und ich hörte hinter mir eine Stimme großen Bebens: Gepriesen sei die Herrlichkeit des Herrn von seinem Ort.

 

13 Und ich hörte das Rauschen der Flügel der Lebewesen, die einander berührten, und das Geräusch der Räder, das ihnen folgte, und das Geräusch des Bebens.

 

14 Und der Geist hob mich empor und nahm mich weg, und ich ging im Ungestüm meines Geistes, und die Hand des Herrn war stark über mir.

 

15 Und ich kam zu den Gefangenen nach Tel-Abib, die am Fluss Kebar wohnten, und setzte mich sieben Tage lang betroffen unter sie.

 

16 Und nach sieben Tagen geschah das Wort des Herrn zu mir:

 

17 Menschensohn, ich habe dich zum Wächter gesetzt über das Haus Israel; du sollst aus meinem Mund das Wort hören und sie von mir warnen.

 

18 Wenn ich zu dem Gottlosen sage: Du musst des Todes sterben, und du warnst ihn nicht und redest nicht, um den Gottlosen zu warnen vor seinem Weg, damit er am Leben bleibt, so wird jener Gottlose in seiner Missetat sterben, aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern.

 

19 Warnst du aber den Gottlosen, und er kehrt nicht um von seiner Gottlosigkeit und seinem Weg, so wird er in seiner Missetat sterben, du aber hast deine Seele errettet.

 

20 Und wenn ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit abweicht und tut Unrecht, und ich lege einen Anstoß vor ihn, so wird er sterben; weil du ihn nicht gewarnt hast, wird er in seiner Sünde sterben, und seiner Gerechtigkeit, die er getan hat, wird nicht gedacht werden; aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern.

 

21 Warnst du aber den Gerechten, dass er nicht sündige, und er sündigt nicht, so wird er leben, weil er sich warnen ließ, und du hast deine Seele errettet.

 

22 Und die Hand des Herrn kam über mich, und er sprach zu mir: Steh auf und geh hinaus in die Ebene; dort soll mit dir geredet werden.

 

23 Und ich stand auf und ging hinaus in die Ebene; und siehe, da stand die Herrlichkeit des Herrn, gleich der Erscheinung, gleich der Herrlichkeit, die ich am Fluss Kebar gesehen hatte; und ich fiel nieder auf mein Angesicht.

 

24 Und ein Geist kam in mich und stellte mich auf meine Füße; und er redete mit mir und sprach zu mir: Geh hinein und schließ dich ein in deinem Haus.

 

25 Und du, Menschensohn, siehe, man wird dir Fesseln anlegen und dich damit binden, dass du nicht ausgehen kannst unter sie.

 

26 Und ich will deine Zunge an deinem Gaumen kleben lassen, dass du stumm wirst und nicht mehr für sie ein Strafredner seist; denn ein widerspenstiges Haus sind sie.

 

27 Wenn ich aber mit dir rede, will ich deinen Mund auftun, und du sollst zu ihnen sagen: So spricht der Herr: Wer hört, der höre; wer es lässt, der lasse es; denn ein widerspenstiges Haus sind sie.

 

 

Kapitel 4

 

1 Und du, Menschensohn, nimm dir einen Ziegelstein und lege ihn vor dich hin und zeichne auf ihn eine Stadt, Jerusalem.

 

2 Und mache eine Belagerung gegen sie und baue gegen sie Belagerungstürme und wirf gegen sie einen Wall auf und stelle gegen sie Heerlager auf und stelle die Sturmböcke ringsum auf.

 

3 Und du, nimm dir eine eiserne Pfanne und stelle sie als eiserne Mauer zwischen dich und die Stadt und richte dein Angesicht gegen sie, und sie wird in Belagerung sein, und du wirst sie belagern. Das ist ein Zeichen für das Haus Israel. 

 

4 Und du wirst dich auf deine linke Seite legen und die Schuld des Hauses Israel auf sie legen, nach der Zahl der Tage, hundertfünfzig Tage, die du darauf liegst, und du wirst ihre Schuld auf dich nehmen.

 

5 Und ich habe dir die zwei Schulden von ihnen gegeben nach der Zahl der Tage, hundertneunzig Tage. Und du wirst die Schuld des Hauses Israel auf dich nehmen

 

6 und wirst dies alles vollenden. Und du wirst dich auf deine rechte Seite legen und die Schuld des Hauses Juda vierzig Tage auf dich nehmen. Einen Tag für ein Jahr habe ich dir bestimmt.

 

7 Und auf die Belagerung Jerusalems wirst du dein Angesicht richten und deinen Arm entblößen und gegen sie weissagen.

 

8 Und siehe, ich habe Fesseln auf dich gelegt, und du sollst dich nicht von deiner Seite auf deine andere Seite wenden, bis die Tage deiner Belagerung vollendet sind.

 

9 Und du, nimm dir Weizen und Gerste und Bohnen und Linsen und Hirse und Dinkel und tue sie in ein irdenes Gefäß und mache sie dir zu Brot, und nach der Zahl der Tage, die du auf deiner Seite liegst, hundertneunzig Tage, sollst du sie essen.

 

10 Und deine Speise, die du essen wirst, soll nach dem Gewicht zwanzig Schekel am Tag sein; von Zeit zu Zeit sollst du sie essen.

 

11 Und Wasser sollst du nach dem Maß trinken, den sechsten Teil eines Hin; von Zeit zu Zeit sollst du trinken.

 

12 Und als Gerstenfladen sollst du sie essen; auf Menschenkotballen sollst du sie vor ihren Augen backen.

 

13 Und du wirst sagen: So spricht der Herr, der Gott Israels: So werden die Kinder Israel Unreines essen unter den Heiden.

 

14 Und ich sprach: Ach, Herr, Gott Israels! Siehe, meine Seele ist nicht unrein geworden, und Aas und Zerrissenes habe ich nicht gegessen von meiner Jugend an bis jetzt, und es ist kein faules Fleisch in meinen Mund gekommen.

 

15 Und er sprach zu mir: Siehe, ich gebe dir Rinderkot anstelle des Menschenkotes, und du sollst dein Brot darauf backen.

 

16 Und er sprach zu mir: Menschensohn, siehe, ich zerbreche den Stab des Brotes in Jerusalem, und sie werden Brot essen nach dem Gewicht und in Mangel und Wasser nach dem Maß und in Verzweiflung trinken,

 

17 damit sie Mangel an Brot und Wasser haben; und ein Mensch und sein Bruder werden vergehen und in ihrer Schuld dahinschwinden.

 

 

Kapitel 5

1 Und du, Menschensohn, nimm dir ein Schwert, schärfer als ein Schermesser des Barbiers; erwirb es dir und führe es über dein Haupt und über deinen Bart. Und du sollst eine Waage mit Gewichten nehmen und sie abteilen:

 

2 Ein Viertel sollst du im Feuer verbrennen mitten in der Stadt, wenn die Tage der Belagerung erfüllt sind; und du sollst ein Viertel nehmen und es in ihrer Mitte verbrennen; und ein Viertel sollst du mit dem Schwert rings um sie her zerschlagen; und ein Viertel sollst du in den Wind zerstreuen, und ich werde das Schwert hinter ihnen her ziehen.

 

3 Und du sollst von dort wenige an Zahl nehmen und sie in deinen Mantel einbinden.

 

4 Und von diesen sollst du noch nehmen und sie mitten ins Feuer werfen und sie im Feuer verbrennen; von ihr wird Feuer ausgehen. Und du sollst zum ganzen Haus Israel sagen:

 

5 So spricht der Herr: Dies ist Jerusalem; mitten unter die Völker habe ich es gesetzt und die Länder rings um es her.

 

6 Und du sollst meine Rechtssatzungen der Gesetzlosen unter den Völkern verkünden und meine Gebote den Ländern rings um sie her; denn meine Rechtssatzungen haben sie verworfen und in meinen Geboten sind sie nicht gewandelt.

 

7 Darum spricht der Herr so: Weil euer Anlass von den Völkern rings um euch her kommt und ihr in meinen Geboten nicht gewandelt seid und meine Rechtssatzungen nicht getan habt, ja nicht einmal nach den Rechtssatzungen der Völker rings um euch her gehandelt habt,

 

8 darum spricht der Herr so: Siehe, ich komme über dich und werde in deiner Mitte Gericht halten vor den Augen der Völker,

 

9 und ich werde an dir tun, was ich nicht getan habe und dergleichen ich nicht mehr tun werde, wegen aller deiner Gräuel.

 

10 Darum werden Väter ihre Kinder essen in deiner Mitte, und Kinder werden ihre Väter essen; und ich werde an dir Gerichte vollziehen und alle deine Übriggebliebenen in alle Winde zerstreuen.

 

11 Darum, so wahr ich lebe, spricht der Herr: Weil du mein Heiligtum verunreinigt hast mit allen deinen Gräueln, werde auch ich dich verstoßen; mein Auge wird nicht schonen, und ich werde kein Erbarmen haben.

 

12 Ein Viertel von dir wird durch die Pest umkommen; und ein Viertel von dir wird durch Hunger in deiner Mitte aufgerieben werden; und ein Viertel von dir werde ich in alle Winde zerstreuen; und ein Viertel von dir wird durch das Schwert rings um dich her fallen, und ich werde das Schwert hinter ihnen her ziehen.

 

13 Und mein Grimm und mein Zorn werden sich an ihnen vollenden, und du wirst erkennen, dass ich, der Herr, in meinem Eifer geredet habe, wenn ich meinen Zorn an ihnen vollende.

 

14 Und ich werde dich zur Wüste machen und deine Töchter rings um dich her vor den Augen eines jeden, der vorüberzieht,

 

15 und du wirst ein Gegenstand des Seufzens und des Elends sein unter den Völkern rings um dich her, wenn ich an dir Gerichte vollziehe in der Rache meines Grimmes; ich, der Herr, habe geredet.

 

16 Wenn ich meine Pfeile des Hungers gegen sie aussende, werden sie zur Vernichtung sein, und ich werde die Stütze deines Brotes zerbrechen.

 

17 Und ich werde Hunger und böse Tiere gegen dich senden und mich an dir rächen, und Pest und Blut werden über dich kommen, und ich werde das Schwert ringsum über dich bringen; ich, der Herr, habe geredet.

 

 

 

Kapitel 6

1 Und es erging das Wort des HERRN an mich:

 

2 Menschensohn, richte dein Angesicht gegen die Berge Israels und weissage gegen sie

 

3 und sprich: Ihr Berge Israels, hört das Wort des HERRN: So spricht der HERR zu den Bergen und Hügeln, zu den Schluchten und Tälern: Siehe, ich bringe das Schwert über euch, und eure Höhen sollen vertilgt werden.

 

4 Und eure Altäre sollen zertrümmert und eure Sonnensäulen zerbrochen werden, und ich werde eure Erschlagenen vor eure Götzen hinwerfen.

 

5 Und ich werde eure Gebeine rings um eure Altäre verstreuen.

 

6 In eurer ganzen Wohnstätte sollen die Städte verwüstet und die Höhen verödet werden, damit eure Altäre vertilgt und eure Götzen zertrümmert und eure Sonnensäulen ausgerottet werden.

 

7 Und Erschlagene werden in eurer Mitte fallen, und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin.

 

8 Wenn aber einige von euch dem Schwert entrinnen unter den Völkern und in den Ländern zerstreut werden,

 

9 dann werden die Entronnenen unter den Völkern, wohin sie gefangen weggeführt wurden, meiner gedenken; ich habe einen Eid geschworen gegen ihr Herz, das von mir abgefallen ist, und gegen ihre Augen, die ihren Götzen nachhuren. Und sie werden sich selbst verabscheuen wegen all der Gräuel, die sie begangen haben.

 

10 Und sie werden erkennen, dass ich, der HERR, geredet habe.

 

11 So spricht der HERR: Schlage in die Hände und stampfe mit dem Fuß und sprich: Wehe! Wehe über all die Gräuel des Hauses Israel! Durch Schwert, Hunger und Pest werden sie fallen.

 

12 Wer fern ist, wird an der Pest sterben, und wer nahe ist, wird durchs Schwert fallen; und wer übrig bleibt und belagert wird, wird durch Hunger umkommen. So will ich meinen Grimm an ihnen vollenden.

 

13 Und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ihre Erschlagenen mitten unter ihren Götzen rings um ihre Altäre liegen, auf jedem hohen Hügel und unter jedem dichten Baum, wo sie ihren Götzen Wohlgeruch dargebracht haben.

 

14Und ich werde meine Hand gegen sie ausstrecken und das Land zur Wüste und Verwüstung machen, von der Wüste Diblata her, in allen ihren Wohnstätten; und sie werden erkennen, dass ich der HERR bin.

 

 

 

Kapitel 7

1 Und es erging das Wort des Herrn an mich, indem er sprach:

 

2 Du aber, Menschensohn, sprich: So spricht der Herr zum Land Israel: Das Ende kommt, das Ende kommt über die vier Flügel der Erde.

 

3 Das Ende kommt

 

4 über dich, der du das Land bewohnst; die Zeit kommt, der Tag ist nahe, nicht mit Getümmel noch mit Wehen.

 

5 Jetzt, von nahem, werde ich meinen Zorn über dich ausgießen und meinen Grimm an dir vollenden und dich richten nach deinen Wegen und über dich bringen alle deine Gräuel.

 

6 Mein Auge wird nicht schonen, und ich werde nicht Erbarmen haben; denn ich werde deine Wege über dich bringen, und deine Gräuel werden in deiner Mitte sein, und du wirst erkennen, dass ich der Herr bin, der da schlägt.

 

7 Jetzt ist das Ende über dich, und ich werde gegen dich senden und dich heimsuchen nach deinen Wegen und über dich bringen alle deine Gräuel.

 

8 Mein Auge wird dich nicht schonen, und ich werde nicht Erbarmen haben; denn ich werde deinen Weg über dich bringen, und deine Gräuel werden in deiner Mitte sein; und du wirst erkennen, dass ich der Herr bin.

 

9 Denn so spricht der Herr:

 

10 Siehe, das Ende kommt, siehe, der Tag des Herrn; wenn auch der Stab geblüht hat, der Übermut ist aufgestanden.

 

11 Und er wird die Stütze des Gesetzlosen zerbrechen, und nicht mit Getümmel noch mit Eile.

 

12 Die Zeit kommt, siehe, der Tag; der Erwerbende freue sich nicht, und der Verkaufende trauere nicht;

 

13 denn der Erwerbende wird nicht mehr zum Verkaufenden zurückkehren, und ein Mensch wird das Leben seiner Augen nicht festhalten.

 

14 Blast in die Posaune und richtet alles insgesamt.

 

15 Der Krieg ist mit dem Schwert draußen, und Hunger und Tod drinnen; wer auf dem Feld ist, wird durch das Schwert umkommen, die aber in der Stadt, wird Hunger und Tod vollenden.

 

16 Und die Geretteten von ihnen werden gerettet werden und werden auf den Bergen sein; alle werde ich töten, einen jeden in seinen Ungerechtigkeiten.

 

17 Alle Hände werden erschlaffen, und alle Schenkel werden mit Nässe befleckt werden,

 

18 und sie werden sich mit Sacktuch umgürten, und Schrecken wird sie bedecken, und auf jedem Angesicht ist Schande über sie, und auf jedem Haupt eine Glatze.

 

19 Ihr Silber wird auf die Gassen geworfen werden, und ihr Gold wird verachtet werden; ihre Seelen werden nicht gesättigt werden, und ihre Bäuche werden nicht gefüllt werden; denn eine Prüfung ihrer Ungerechtigkeiten ist geschehen.

 

20 Die Auserwählten der Welt haben sie zur Hoffart gesetzt und Bilder ihrer Gräuel daraus gemacht; deswegen habe ich sie ihnen zur Unreinheit gegeben.

 

21 Und ich werde sie in die Hände von Fremden geben, um sie zu plündern, und den Pestkranken des Landes zur Beute, und sie werden sie entweihen.

 

22 Und ich werde mein Angesicht von ihnen abwenden, und sie werden meine Aufsicht entweihen und werden ungehindert in sie hineingehen und sie entweihen;

 

23 und sie werden Verwirrung anrichten, denn das Land ist voll von Völkern, und die Stadt ist voll von Gesetzlosigkeit.

 

24 Und ich werde den Stolz ihrer Stärke abwenden, und ihre Heiligtümer werden entweiht werden.

 

25 Sühne wird kommen und Frieden suchen, und es wird keinen geben.

 

26 Wehe über Wehe wird kommen, und Botschaft über Botschaft wird kommen, und man wird eine Schauung vom Propheten suchen, und das Gesetz wird vom Priester vergehen und der Rat von den Ältesten.

 

27 Der Fürst wird sich in Vernichtung kleiden, und die Hände des Volkes des Landes werden gelähmt werden; nach ihren Wegen werde ich an ihnen handeln und mit ihren Gerichten werde ich sie heimsuchen; und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.

 

 

Kapitel 8

1 Und es geschah im sechsten Jahr, im fünften Monat, am Fünften des Monats, da saß ich in meinem Haus, und die Ältesten Judas saßen vor mir; und es kam die Hand des Herrn über mich.

 

2 Und ich sah, und siehe, eine Gestalt wie ein Mann; von seinen Lenden an abwärts war es Feuer, und von seinen Lenden an aufwärts war es wie der Anblick von glänzendem Erz.

 

3 Und er streckte die Gestalt einer Hand aus und ergriff mich bei den Haaren meines Hauptes; und ein Geist hob mich empor zwischen Erde und Himmel und brachte mich in Gesichten Gottes nach Jerusalem, an den Eingang des inneren Tores, das nach Norden sieht, wo der Sitz des Bildes der Eifersucht war.

 

4 Und siehe, dort war die Herrlichkeit des Herrn, des Gottes Israels, wie die Erscheinung, die ich im Gefilde gesehen hatte.

 

5 Und er sprach zu mir: Menschensohn, hebe deine Augen auf nach Norden! Und ich hob meine Augen auf nach Norden, und siehe, von Norden her am Tor gegen Osten.

 

6 Und er sprach zu mir: Menschensohn, siehst du, was diese tun? Große Gräuel tun sie hier, so dass ich mich von meinem Heiligtum entfernen muss; und du wirst noch größere Gräuel sehen.

 

7 Und er führte mich zum Eingang des Vorhofs.

 

8 Und er sprach zu mir: Menschensohn, grabe! Und ich grub, und siehe, da war eine Tür.

 

9 Und er sprach zu mir: Geh hinein und sieh die Gräuel, die sie hier treiben!

 

10 Und ich ging hinein und sah, und siehe, da waren allerlei abscheuliche Gebilde und alle Götzen des Hauses Israel ringsum an die Wand gezeichnet.

 

11 Und siebzig Männer von den Ältesten des Hauses Israel standen vor ihnen, und Jaasanja, der Sohn Schafans, stand in ihrer Mitte; und jeder hatte sein Räuchergefäß in der Hand, und der Duft des Weihrauchs stieg auf.

 

12 Und er sprach zu mir: Menschensohn, hast du gesehen, was die Ältesten des Hauses Israel im Finstern tun, ein jeder in seiner Bilderkammer? Denn sie sagen: Der Herr sieht uns nicht, der Herr hat das Land verlassen.

 

13 Und er sprach zu mir: Du wirst noch größere Gräuel sehen, die sie treiben.

 

14 Und er führte mich zum Eingang des Tores am Hause des Herrn, das nach Norden sieht; und siehe, dort saßen Frauen, die den Thammuz beweinten.

 

15 Und er sprach zu mir: Menschensohn, hast du das gesehen? Du wirst noch größere Gräuel sehen als diese.

 

16 Und er führte mich in den inneren Vorhof des Hauses des Herrn; und siehe, am Eingang des Tempels des Herrn, zwischen der Vorhalle und dem Altar, waren etwa fünfundzwanzig Männer; ihre Rücken waren dem Tempel des Herrn zugewandt und ihre Angesichter nach Osten, und sie beteten die Sonne an.

 

17 Und er sprach zu mir: Hast du das gesehen, Menschensohn? Ist es dem Haus Juda zu gering, die Gräuel zu treiben, die sie hier getan haben? Denn sie haben das Land mit Frevel erfüllt, und siehe, sie reizen mich zum Zorn.

 

18 So will ich auch mit Grimm handeln; mein Auge soll nicht schonen, und ich will nicht gnädig sein.

 

 

Kapitel 9

1 Und er schrie in meine Ohren mit lauter Stimme und sprach: Die Vergeltung der Stadt ist nahe gekommen; und ein jeder hatte seine Waffe der Vertilgung in seiner Hand.

 

2 Und siehe, sechs Männer kamen von dem Wege des oberen Tores her, das nach Norden schaut, und ein jeder hatte seine Streitaxt in seiner Hand; und ein Mann war in ihrer Mitte, bekleidet mit einem langen Gewand, und ein Saphirgürtel um seine Lenden; und sie traten hinein und stellten sich neben den ehernen Altar.

 

3 Und die Herrlichkeit des Gottes Israels erhob sich von den Cherubim, die über ihnen war, zum Vorhof des Hauses. Und er rief dem Manne, der das lange Gewand trug, der den Gürtel um seine Lenden hatte,

 

4 und sprach zu ihm: Geh mitten durch Jerusalem und gib ein Zeichen auf die Stirnen der Männer, die seufzen und jammern über alle Gräuel, die in seiner Mitte geschehen.

 

5 Und zu jenen sprach er, während ich es hörte: Geht hinter ihm her in die Stadt und schlagt drein; eure Augen sollen nicht schonen, und erbarmt euch nicht;

 

6 tötet Greise, Jünglinge, Jungfrauen, Kinder und Frauen bis zur Vertilgung; aber an alle, an denen das Zeichen ist, sollt ihr nicht herantreten; und bei meinem Heiligtum fangt an. Und sie begannen bei den alten Männern, die im Hause waren.

 

7 Und er sprach zu ihnen: Verunreinigt das Haus und füllt die Straßen mit Erschlagenen, geht hinaus und schlagt drein!

 

8 Und es geschah, als sie dreinschlugen, da fiel ich auf mein Angesicht und schrie und sprach: Ach, Herr, willst du den Rest Israels vertilgen, indem du deinen Grimm über Jerusalem ausschüttest?

 

9 Und er sprach zu mir: Die Schuld des Hauses Israel und Juda ist über die Maßen groß, denn das Land ist voll von vielen Völkern, und die Stadt ist voll von Ungerechtigkeit und Unreinheit; denn sie sagen: Der Herr hat das Land verlassen, der Herr sieht nicht.

 

10 So soll auch mein Auge nicht schonen, und ich will mich nicht erbarmen; ihren Wandel habe ich auf ihr Haupt gegeben.

 

11 Und siehe, der Mann, der das lange Gewand trug und mit dem Gürtel umgürtet war, antwortete und sprach: Ich habe getan, wie du mir geboten hast.

 

 

Kapitel 10

1 Und ich sah, und siehe, oberhalb der Festung, die über den Häuptern der Cherubim war, war wie ein Saphirstein, das Gleichnis eines Thrones über ihnen.

 

2 Und er sprach zu dem Mann, der das Gewand anhatte: Geh hinein in die Mitte der Räder unter den Cherubim und fülle deine Hände mit glühenden Kohlen aus der Mitte der Cherubim und streue sie über die Stadt. Und er ging hinein vor meinen Augen.

 

3 Und die Cherubim standen zur Rechten des Hauses, als der Mann hineinging, und die Wolke erfüllte den inneren Vorhof.

 

4 Und die Herrlichkeit des Herrn erhob sich von den Cherubim zur Schwelle des Hauses, und die Wolke erfüllte das Haus, und der Vorhof wurde erfüllt vom Glanz der Herrlichkeit des Herrn.

 

5 Und der Schall der Flügel der Cherubim wurde gehört bis zum äußeren Vorhof, wie die Stimme des allmächtigen Gottes, wenn er redet.

 

6 Und es geschah, als er dem Mann, der das heilige Gewand anhatte, gebot und sprach: Nimm Feuer aus der Mitte der Räder, aus der Mitte der Cherubim! Da ging er hinein und stellte sich neben die Räder.

 

7 Und er streckte seine Hand aus in die Mitte des Feuers, das in der Mitte der Cherubim war, und nahm und gab es in die Hände dessen, der das heilige Gewand anhatte; und der nahm es und ging hinaus.

 

8 Und ich sah an den Cherubim das Gleichnis von Menschenhänden unter ihren Flügeln.

 

9 Und ich sah, und siehe, vier Räder standen neben den Cherubim, ein Rad neben einem Cherub, und das Aussehen der Räder war wie das Aussehen eines Karfunkelsteins.

 

10 Und ihr Aussehen war ein und dasselbe Gleichnis bei allen vieren, wie wenn ein Rad mitten in einem anderen Rad wäre.

 

11 Wenn sie gingen, so gingen sie nach ihren vier Seiten; sie wandten sich nicht, wenn sie gingen; denn wohin die erste Richtung blickte, dahin gingen sie, und sie wandten sich nicht, wenn sie gingen.

 

12 Und ihr ganzer Rücken und ihre Hände und ihre Flügel und die Räder waren voller Augen ringsum, bei allen vier Rädern.

 

13 Und diesen Rädern wurde, während ich hörte, „Galgal“ zugerufen.

 

Der Vers 14 ist nicht Teil der Septuagint

 

15 Und die Cherubim erhoben sich. Dies ist das Lebewesen, das ich am Fluss Chebar sah.

 

16 Und wenn die Cherubim gingen, so gingen die Räder neben ihnen; und wenn die Cherubim ihre Flügel erhoben, um sich von der Erde zu erheben, so wandten sich ihre Räder nicht.

 

17 Wenn sie standen, so standen sie, und wenn sie sich erhoben, so erhoben sie sich mit ihnen; denn der Geist des Lebens war in ihnen.

 

18 Und die Herrlichkeit des Herrn ging aus dem Haus hervor und setzte sich auf die Cherubim.

 

19 Und die Cherubim erhoben ihre Flügel und erhoben sich von der Erde vor meinen Augen, als sie ausgingen, und die Räder waren neben ihnen; und sie stellten sich an den Eingang des Tores des Hauses des Herrn, das gegenüberlag, und die Herrlichkeit des Gottes Israels war über ihnen, oben.

 

20 Dies ist das Lebewesen, das ich unter dem Gott Israels am Fluss Chebar sah, und ich erkannte, dass es Cherubim sind.

 

21 Vier Gesichter hatte ein jedes, und acht Flügel hatte ein jedes, und das Gleichnis von Menschenhänden war unter ihren Flügeln.

 

22 Und die Gestalt ihrer Gesichter: Dies sind die Gesichter, die ich unter der Herrlichkeit des Gottes Israels am Fluss Chebar sah; und sie gingen, ein jedes gerade vor sich hin.

 

 

Kapitel 11

1 Und ein Geist hob mich empor und führte mich zum Tor des Hauses des HERRN, das nach Osten hin liegt; und siehe, an der Tür des Tores waren etwa fünfundzwanzig Männer, und ich sah in ihrer Mitte Jaasanja, den Sohn Assurs, und Pelatja, den Sohn Benajas, die Fürsten des Volkes.

 

2 Und der HERR sprach zu mir: Menschensohn, das sind die Männer, die Unheil sinnen und bösen Rat schmieden in dieser Stadt,

 

3 die da sprechen: Ist's nicht erst kürzlich, dass die Häuser gebaut sind? Sie ist der Topf, und wir sind das Fleisch.

 

4 Darum weissage gegen sie, weissage, Menschensohn!

 

5 Und der Geist des HERRN fiel auf mich und sprach zu mir: Sprich: So spricht der HERR: Also habt ihr gesagt, Haus Israel, und die Gedanken eures Geistes kenne ich wohl.

 

6 Ihr habt eure Erschlagenen in dieser Stadt gemehrt und ihre Gassen mit Erschlagenen gefüllt.

 

7 Darum spricht der HERR, Gott: Eure Erschlagenen, die ihr in ihrer Mitte niedergestreckt habt, die sind das Fleisch, und sie ist der Topf; euch aber werde ich aus ihrer Mitte hinausführen.

 

8 Das Schwert fürchtet ihr, und das Schwert werde ich über euch bringen, spricht der HERR, Gott.

 

9 Und ich werde euch aus ihrer Mitte hinausführen und euch in die Hände von Fremden geben und Gerichte an euch vollziehen.

 

10 Durchs Schwert sollt ihr fallen; an der Grenze Israels will ich euch richten; und ihr sollt erkennen, dass ich der HERR bin.

 

11 Sie soll euch nicht zum Topf sein, und ihr sollt nicht in ihrer Mitte zum Fleisch werden; an der Grenze Israels will ich euch richten,

 

12 und ihr sollt erkennen, dass ich der HERR bin.

 

13 Und es geschah, als ich weissagte, da starb Pelatja, der Sohn Benajas; und ich fiel auf mein Angesicht und schrie mit lauter Stimme und sprach: Ach, ach, Herr! Willst du den Rest Israels völlig vertilgen?

 

14 Und das Wort des HERRN erging an mich:

 

15 Menschensohn, deine Brüder, deine Verwandten und das ganze Haus Israel, sie alle sind es, zu denen die Bewohner Jerusalems sagen: Bleibt fern vom HERRN! Uns ist das Land zum Erbbesitz gegeben.

 

16 Darum sprich: So spricht der HERR, Gott: Ich werde sie unter die Völker zerstreuen und sie in die Länder versprengen, und ich werde ihnen in den Ländern, wohin sie kommen, eine kleine Zuflucht sein.

 

17 Darum sprich: So spricht der HERR, Gott: Ich werde sie aus den Völkern sammeln und sie aus den Ländern, in die ich sie zerstreut habe, zusammenbringen und ihnen das Land Israel geben.

 

18 Und sie werden dorthin kommen und alle ihre Gräuel und alle ihre Freveltaten daraus entfernen.

 

19 Und ich werde ihnen ein anderes Herz geben und einen neuen Geist in ihr Inneres legen; ich werde das steinerne Herz aus ihrem Fleisch wegnehmen und ihnen ein fleischernes Herz geben,

 

20 damit sie in meinen Satzungen wandeln und meine Rechte bewahren und sie tun; und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.

 

21 Aber denen, deren Herz den Gräueln und Freveltaten nachgeht, werde ich ihren Wandel auf ihr Haupt legen, spricht der HERR, Gott.

 

22 Und die Cherubim erhoben ihre Flügel, und die Räder waren neben ihnen, und die Herrlichkeit des Gottes Israels war über ihnen.

 

23 Und die Herrlichkeit des HERRN erhob sich aus der Mitte der Stadt und stellte sich auf den Berg, der östlich der Stadt liegt.

 

24 Und ein Geist hob mich empor und führte mich im Gesicht, im Geiste Gottes, nach Chaldäa zu den Weggeführten; und das Gesicht, das ich gesehen hatte, wich von mir.

 

25 Und ich redete zu den Weggeführten alle Worte des HERRN, die er mich hatte sehen lassen.

 

 

Kapitel 12

1 Und es erging das Wort des HERRN an mich:

 

2 Menschensohn, du wohnst mitten unter einem widerspenstigen Haus, das Augen hat zu sehen und doch nicht sieht, Ohren hat zu hören und doch nicht hört.

 

3 Du aber, Menschensohn, mache dir Gepäck für die Wegführung und zieh bei Tag vor ihren Augen weg; und du sollst von deinem Ort an einen anderen Ort vor ihren Augen weggeführt werden, ob sie vielleicht sehen, dass sie ein widerspenstiges Haus sind.

 

4 Und du sollst dein Gepäck wie Wegführungsgepäck bei Tag vor ihren Augen hinaustragen; du aber sollst am Abend ausziehen, wie man zur Wegführung auszieht.

 

5 Vor ihren Augen durchbrich dir die Wand und zieh dadurch hinaus.

 

6 Vor ihren Augen sollst du auf die Schulter genommen werden, im Finstern sollst du hinausziehen, dein Angesicht sollst du verhüllen, dass du das Land nicht siehst; denn ich habe dich zum Wahrzeichen gesetzt für das Haus Israel.

 

7 Und ich tat so, wie mir befohlen war: Ich trug mein Gepäck wie Wegführungsgepäck bei Tag hinaus, und am Abend durchbrach ich mir die Wand, im Finstern zog ich hinaus und wurde auf die Schulter genommen vor ihren Augen.

 

8 Und am Morgen erging das Wort des HERRN an mich:

 

9 Menschensohn, hat nicht das Haus Israel, das widerspenstige Haus, zu dir gesagt: Was machst du da?

 

10 Sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Dieses Wort gilt dem Fürsten in Jerusalem und dem ganzen Haus Israel, das in seiner Mitte ist.

 

11 Sprich: Ich bin ein Wahrzeichen für euch; wie ich getan habe, so wird ihnen geschehen: In die Verbannung, in die Gefangenschaft werden sie ziehen.

 

12 Und der Fürst, der in ihrer Mitte ist, wird auf die Schulter genommen und im Finstern durch die Wand hinausziehen; und man wird die Wand durchbrechen, um ihn hinauszuführen; sein Angesicht wird er verhüllen, dass er mit dem Auge das Land nicht sieht.

 

13 Und ich werde mein Netz über ihn werfen, und er wird in meiner Schlinge gefangen werden; und ich werde ihn nach Babel bringen, ins Land der Chaldäer, aber er wird es nicht sehen und dort sterben.

 

14 Und alle, die um ihn her sind, seine Helfer und alle seine Scharen, werde ich in alle Winde zerstreuen und das Schwert hinter ihnen her ziehen.

 

15 Und sie werden erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich sie unter die Völker zerstreue und sie in die Länder versprengt habe.

 

16 Ich werde aber einige von ihnen übrig lassen, die dem Schwert, dem Hunger und der Pest entkommen, damit sie alle ihre Gräuel unter den Völkern erzählen, wohin sie gekommen sind; und sie werden erkennen, dass ich der HERR bin. 

 

17 Und es erging das Wort des HERRN an mich:

 

18 Menschensohn, dein Brot sollst du mit Beben essen und dein Wasser mit Zittern und Angst trinken.

 

19 Und sprich zum Volk des Landes: So spricht Gott der HERR zu den Bewohnern Jerusalems im Lande Israel: Ihr Brot werden sie mit Kummer essen und ihr Wasser mit Entsetzen trinken, damit ihr Land verwüstet werde von allem, was darin ist, wegen der Gewalttat aller, die darin wohnen.

 

20 Und die bewohnten Städte werden verwüstet und das Land zur Einöde werden; und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin.

 

21 Und es erging das Wort des HERRN an mich:

 

22 Menschensohn, was habt ihr für ein Sprichwort im Lande Israel: Die Tage ziehen sich hin, und alle Weissagung wird zunichte?

 

23 Darum sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Ich will diesem Sprichwort ein Ende machen, dass man es nicht mehr in Israel führen soll; sondern sprich zu ihnen: Die Tage sind nahe herbeigekommen und die Erfüllung aller Weissagung.

 

24 Denn es soll hinfort keine falsche Weissagung mehr geben noch schmeichelhafte Wahrsagerei im Hause Israel.

 

25 Denn ich, der HERR, will reden; was ich rede, das soll geschehen und nicht länger hinausgezögert werden; ja, in euren Tagen, du widerspenstiges Haus, will ich ein Wort reden und es tun, spricht Gott der HERR. 

 

26 Und es erging das Wort des HERRN an mich:

 

27 Menschensohn, siehe, das Haus Israel spricht: Die Weissagung, die dieser sieht, geht auf lange Zeit, und er weissagt auf ferne Zeiten.

 

28 Darum sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Keines meiner Worte soll mehr hinausgezögert werden; was ich rede, das soll geschehen, spricht Gott der HERR.

 

 

 

Kapitel 13

1 Und es erging das Wort des HERRN an mich:

 

2 Menschensohn, weissage gegen die Propheten Israels, und du sollst weissagen und zu ihnen sagen: Hört das Wort des HERRN!

 

3 So spricht der HERR, der Herr: Wehe den Propheten, die aus ihrem eigenen Herzen weissagen und die gar nichts sehen!

 

4 Deine Propheten, Israel, sind wie Füchse in den Trümmern.

 

5 Ihr seid nicht in die Bresche getreten und habt nicht die Mauer um das Haus Israel herum aufgerichtet, um am Tag des HERRN im Kampf zu bestehen.

 

6 Sie haben Lüge geschaut und trügerische Wahrsagerei geredet, die da sagen: „Spruch des HERRN“, obwohl der HERR sie nicht gesandt hat; und sie haben darauf gehofft, dass ihr Wort Bestand hätte.

 

7 Habt ihr nicht Lügengesichte geschaut und trügerische Wahrsagungen geredet?

 

8 Darum sprich: So spricht der HERR, der Herr: Weil ihr Lüge redet und Trug schaut, darum, siehe, will ich an euch, spricht der HERR, der Herr.

 

9 Und meine Hand wird gegen die Propheten sein, die Lüge schauen und Trug weissagen. Sie sollen nicht in der Versammlung meines Volkes sein und nicht in das Verzeichnis des Hauses Israel eingeschrieben werden, und in das Land Israel sollen sie nicht kommen; und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR, der Herr, bin.

 

10 Darum, weil sie mein Volk verführt haben, indem sie sagten: „Friede!“, und es war kein Friede, und wenn das Volk eine Mauer baut, so tünchen sie sie mit Kalk,

 

11 so sprich zu den Tünchern: Sie wird einstürzen! Es wird ein überschwemmender Regen kommen, und ich werde Hagelsteine fallen lassen, und ein Sturmwind wird losbrechen.

 

12 Und siehe, die Mauer wird einstürzen. Dann wird man zu euch sagen: Wo ist die Tünche, mit der ihr getüncht habt?

 

13 Darum spricht der HERR, der Herr: Ich will einen Sturmwind losbrechen lassen in meinem Grimm, und ein überschwemmender Regen wird kommen in meinem Zorn, und Hagelsteine in meiner Wut, um ein Ende zu machen.

 

14 Und ich werde die Mauer niederreißen, die ihr getüncht habt, und sie wird einstürzen, und ich werde sie dem Erdboden gleichmachen, dass ihre Grundmauern bloßgelegt werden; und sie wird fallen, und ihr werdet in ihr umkommen; und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin.

 

15 Und ich werde meinen Grimm vollenden an der Mauer und an denen, die sie getüncht haben, und ich werde zu euch sagen: Die Mauer ist nicht mehr, und die sie getüncht haben, sind nicht mehr,

 

16 die Propheten Israels, die über Jerusalem weissagen und die für es Frieden schauen, wo doch kein Friede ist, spricht der HERR, der Herr.

 

17 Und du, Menschensohn, richte dein Angesicht gegen die Töchter deines Volkes, die aus ihrem eigenen Herzen weissagen, und weissage gegen sie

 

18 und sprich: So spricht der HERR, der Herr: Wehe denen, die Binden nähen für alle Handgelenke und Hüllen machen für die Köpfe von Leuten jeden Alters, um Seelen zu fangen! Ihr fangt die Seelen meines Volkes, aber eure eigenen Seelen erhaltet ihr am Leben.

 

19 Und ihr entweiht mich bei meinem Volk um eine Handvoll Gerste und um ein Stück Brot, um Seelen zu töten, die nicht sterben sollten, und um Seelen am Leben zu erhalten, die nicht leben sollten, indem ihr meinem Volk Lüge vorsagt, das auf Lüge hört.

 

20 Darum spricht der HERR, der Herr: Siehe, ich will an eure Binden, mit denen ihr dort Seelen fangt, und ich will sie von euren Armen reißen und die Seelen, die ihr fangt, freilassen, dass sie wie Vögel davonfliegen.

 

21 Und ich will eure Hüllen zerreißen und mein Volk aus eurer Hand erretten, und sie sollen nicht mehr in eurer Hand sein, um gefangen zu werden; und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin.

 

22 Weil ihr das Herz des Gerechten mit Lüge betrübt habt, während ich es nicht betrübte, und weil ihr die Hände des Gottlosen gestärkt habt, dass er sich nicht von seinem bösen Weg bekehrte, um am Leben zu bleiben,

 

23 darum sollt ihr nicht mehr Lüge schauen und keine Wahrsagerei mehr treiben; und ich will mein Volk aus eurer Hand erretten, und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin.

 

 

 

Kapitel 14

1 Und es kamen zu mir Männer von den Ältesten Israels und setzten sich vor mir nieder.

 

2 Und es erging das Wort des HERRN an mich:

 

3 Menschensohn, diese Männer haben ihre Götzen in ihren Herzen aufgerichtet und den Anstoß ihrer Missetat vor ihr Angesicht gestellt; sollte ich mich denn von ihnen befragen lassen?

 

4 Darum rede mit ihnen und sage zu ihnen: So spricht Gott, der HERR: Jeder aus dem Hause Israel, der seine Götzen in seinem Herzen aufrichtet und den Anstoß seiner Missetat vor sein Angesicht stellt und dann zum Propheten kommt – ich, der HERR, werde ihm antworten, wie es seiner vielen Götzen würdig ist,

 

5 damit ich das Haus Israel an ihrem Herzen fasse, weil sie sich alle durch ihre Götzen von mir abgewandt haben.

 

6 Darum sprich zum Hause Israel: So spricht Gott, der HERR: Kehrt um und wendet euch ab von euren Götzen und von allen euren Gräueln, und wendet eure Angesichter von ihnen ab!

 

7 Denn jeder aus dem Hause Israel und von den Fremdlingen, die in Israel wohnen, der sich von mir abwendet und seine Götzen in seinem Herzen aufrichtet und den Anstoß seiner Missetat vor sein Angesicht stellt und dann zum Propheten kommt, um mich durch ihn zu befragen – ich, der HERR, werde ihm selbst antworten.

 

8 Und ich will mein Angesicht gegen diesen Menschen richten und will ihn zum Zeichen und zum Sprichwort machen und will ihn aus der Mitte meines Volkes ausrotten, und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin.

 

9 Und wenn der Prophet sich verführen lässt und ein Wort redet, so habe ich, der HERR, diesen Propheten verführt, und ich will meine Hand gegen ihn ausstrecken und ihn aus der Mitte meines Volkes Israel vertilgen.

 

10 Und sie sollen ihre Schuld tragen; wie die Schuld des Fragers, so soll auch die Schuld des Propheten sein,

 

11 damit das Haus Israel nicht mehr von mir abirre und sich nicht mehr verunreinige mit allen ihren Übertretungen, sondern mein Volk sei und ich ihr Gott sei, spricht Gott, der HERR.

 

12 Und es erging das Wort des HERRN an mich:

 

13 Menschensohn, wenn ein Land gegen mich sündigt und treulos handelt, und ich strecke meine Hand gegen es aus und zerbreche ihm den Stab des Brotes und sende Hungersnot über es und rotte aus ihm Menschen und Vieh aus,

 

14 und es wären diese drei Männer in seiner Mitte, Noah, Daniel und Hiob, so würden sie durch ihre Gerechtigkeit nur ihr eigenes Leben retten, spricht Gott, der HERR.

 

15 Oder wenn ich wilde Tiere in das Land bringe, und sie es entvölkern, und es wird zur Einöde, sodass niemand mehr hindurchzieht wegen der wilden Tiere,

 

16 und diese drei Männer wären in seiner Mitte,  so wahr ich lebe, spricht Gott, der HERR: Sie würden weder Söhne noch Töchter retten, sondern nur sie selbst würden gerettet werden, das Land aber würde zur Einöde werden.

 

17 Oder wenn ich das Schwert über jenes Land bringe und spreche: Schwert, fahre durch das Land! und ich rotte aus ihm Menschen und Vieh aus,

 

18 und diese drei Männer wären in seiner Mitte, so wahr ich lebe, spricht Gott, der HERR: Sie würden weder Söhne noch Töchter erretten, sondern nur sie selbst würden gerettet werden.

 

19 Oder wenn ich die Pest in jenes Land sende und meinen Grimm über es ausschütte im Blutvergießen, um aus ihm Menschen und Vieh auszurotten,

 

20 und Noah, Daniel und Hiob wären in seiner Mitte, so wahr ich lebe, spricht Gott, der HERR: Sie würden weder Söhne noch Töchter retten, sondern durch ihre Gerechtigkeit nur ihr eigenes Leben retten.

 

21 Denn so spricht Gott, der HERR: Wie viel mehr, wenn ich meine vier schlimmen Strafgerichte, Schwert, Hunger, wilde Tiere und Pest, gegen Jerusalem sende, um aus ihm Menschen und Vieh auszurotten!

 

22 Doch siehe, es sollen darin  Gerettete übrig bleiben, die Söhne und Töchter herausführen; siehe, sie werden zu euch hinauskommen, und ihr werdet ihren Wandel und ihre Taten sehen und euch trösten über das Unheil, das ich über Jerusalem gebracht habe, über alles Unheil, das ich über es gebracht habe.

 

23 Und sie werden euch trösten, wenn ihr ihren Wandel und ihre Taten seht, und ihr werdet erkennen, dass ich nicht ohne Grund alles getan habe, was ich in ihm getan habe, spricht Gott, der HERR.

 

 

Kapitel 15

1 Und es erging das Wort des Herrn an mich:

 

2 Du, Menschensohn, was ist das Holz des Weinstocks vor allen anderen Hölzern, vor den Ranken, die unter den Bäumen des Waldes sind?

 

3 Nimmt man etwa Holz von ihm, um etwas daraus zu verfertigen? Nimmt man etwa einen Pflock von ihm, um ein Gerät daran zu hängen?

 

4 Siehe, dem Feuer ist es zur Speise gegeben; seine jährliche Reinigung verzehrt das Feuer, und es geht völlig zu Ende. Sollte es dann noch zu einer Arbeit taugen?

 

5 Selbst wenn es noch ganz ist, taugt es zu keiner Arbeit; wie viel weniger, wenn das Feuer es völlig verzehrt hat, sollte es dann noch zu einer Arbeit taugen?

 

6 Darum sprich: So spricht der Herr: Wie das Holz des Weinstocks unter den Bäumen des Waldes, das ich dem Feuer zur Speise gegeben habe, so gebe ich die Bewohner Jerusalems dahin.

 

7 Und ich will mein Angesicht gegen sie richten: Aus dem Feuer werden sie herauskommen, und Feuer wird sie verzehren; und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich mein Angesicht gegen sie richte.

 

8 Und ich will das Land zur Wüste machen, weil sie treulos gehandelt haben, spricht der Herr.

 

 

Kapitel 16

1 Und es erging das Wort des Herrn an mich, der sprach:

 

2 Menschensohn, zeige Jerusalem seine Frevel an

 

3 und sprich: So spricht der Herr zu Jerusalem: Deine Wurzel und deine Herkunft ist aus dem Land Kanaan, dein Vater ein Amoriter und deine Mutter eine Hethiterin.

 

4 Und bei deiner Geburt: An dem Tag, da du geboren wurdest, wurden deine Brüste nicht gebunden, und mit Wasser wurdest du nicht gewaschen, noch mit Salz gerieben, noch in Windeln gewickelt.

 

5 Kein Auge hatte Mitleid mit dir, um dir eines von diesen Dingen zu tun, um sich deiner zu erbarmen, sondern du wurdest auf die Fläche des Feldes geworfen wegen der Verworfenheit deiner Seele an dem Tag, da du geboren wurdest.

 

6 Und ich ging an dir vorüber und sah dich in deinem Blut zertreten und sprach zu dir: In deinem Blut sollst du leben!

 

7 Werde zahlreich wie der Spross des Feldes! Und du wurdest zahlreich und groß und gelangtest zu den Städten der Städte; deine Brüste wurden fest, und dein Haar wuchs, du aber warst nackt und bloß.

 

8 Und ich ging an dir vorüber und sah dich, und siehe, deine Zeit war die Zeit der Liebenden; und ich breitete meinen Flügel über dich aus und bedeckte deine Blöße; und ich schwur dir und trat mit dir in einen Bund, spricht der Herr, und du wurdest mein.

 

9 Und ich wusch dich mit Wasser und spülte dein Blut von dir ab und salbte dich mit Öl

 

10 und kleidete dich in bunte Gewänder und zog dir hyazinthfarbene Schuhe an und gürtete dich mit Byssus und hüllte dich in feines Leinen

 

11 und schmückte dich mit Schmuck und legte Spangen an deine Hände und eine Kette um deinen Hals

 

12 und gab einen Ring an deine Nase und Ohrringe an deine Ohren und einen prächtigen Kranz auf dein Haupt.

 

13 Und du wurdest geschmückt mit Gold und Silber, und deine Kleider waren aus Byssus, feinem Leinen und bunter Seide; Feinmehl, Öl und Honig aßest du, und du wurdest überaus schön.

 

14 Und dein Name ging aus unter den Völkern wegen deiner Schönheit; denn sie war vollkommen durch die Pracht, die ich auf dich gelegt hatte, spricht der Herr. —

 

15 Aber du vertrautest auf deine Schönheit und triebst Unzucht um deines Namens willen und schüttetest deine Unzucht aus über jeden Vorübergehenden; es soll nicht sein!

 

16 Und du nahmst von deinen Kleidern und machtest dir bunte Götzenbilder und triebst Unzucht mit ihnen; du sollst nicht hineingehen, und es soll nicht geschehen!

 

17 Und du nahmst deine prächtigen Geräte von meinem Gold und meinem Silber, das ich dir gegeben hatte, und machtest dir männliche Bilder und triebst Unzucht mit ihnen;

 

18 und du nahmst deine bunten Kleider und bekleidetest sie, und mein Öl und meinen Weihrauch legtest du vor sie hin;

 

19 und mein Brot, das ich dir gab, Feinmehl, Öl und Honig, womit ich dich nährte, legtest du vor sie hin zum lieblichen Geruch; und es geschah, spricht der Herr.

 

20 Und du nahmst deine Söhne und deine Töchter, die du geboren hattest, und opfertest sie ihnen zum Fraß; als ob deine Unzucht gering wäre,

 

21  schlachtetest du meine Kinder und gabst sie hin, indem du sie durch das Feuer gehen ließest.

 

22 Und bei all deiner Unzucht dachtest du nicht an die Tage deiner Jugend, als du nackt und bloß und in deinem Blut zertreten warst und lebtest.

 

23 Und es geschah nach all deiner Bosheit, spricht der Herr,

 

24 dass du dir ein Hurenhaus bautest und dir einen erhöhten Platz machtest auf jeder Gasse

 

25 und an jeder Straßenecke deine Hurenlager bautest und deine Schönheit entweihtest und deine Beine spreiztest für jeden Vorübergehenden und deine Unzucht mehrtest.

 

26 Und du triebst Unzucht mit den Söhnen Ägyptens, deinen Nachbarn, den Großfleischigen, und mehrfach triebst du Unzucht, um mich zu erzürnen.

 

27 Siehe, ich strecke meine Hand gegen dich aus und nehme deine Satzungen weg und gebe dich in die Gewalt derer, die dich hassen, der Töchter der Fremden, die dich von deinem Weg abbringen, auf dem du gefrevelt hast.

 

28 Und du triebst Unzucht mit den Töchtern Assurs und wurdest doch nicht satt; und du triebst Unzucht und wurdest nicht zufrieden.

 

29 Und du mehrtest deine Bündnisse mit dem Land der Chaldäer, und auch damit wurdest du nicht satt.

 

30 Wie soll ich deine Tochter behandeln, spricht der Herr, da du dies alles tust, die Werke einer Hure? Und du triebst Unzucht dreifach

 

31 mit deinen Töchtern; dein Hurenhaus bautest du an jeder Straßenecke und deine Stätte machtest du auf jeder Gasse, und du wurdest wie eine Hure, die Lohn sammelt.

 

32 Die ehebrecherische Frau gleicht dir, die von ihrem Mann Lohn nimmt;

 

33 allen, die mit ihr Unzucht trieben, gab sie Lohn, du aber gabst Lohn allen deinen Liebhabern und beludest sie, dass sie von allen Seiten zu dir kamen in deiner Unzucht.

 

34 Und es geschah an dir das Verkehrte im Vergleich zu den Frauen in deiner Unzucht, und mit dir trieben sie Unzucht, indem du Lohn gabst, und dir wurde kein Lohn gegeben; und es geschah an dir das Verkehrte.

 

35 Darum, Hure, höre das Wort des Herrn!

 

36 So spricht der Herr: Weil du dein Erz verschüttet hast und deine Schande aufgedeckt wird in deiner Unzucht gegenüber deinen Liebhabern und gegenüber allen Gedanken deiner Frevel und wegen des Blutes deiner Kinder, das du ihnen gegeben hast,

 

37 darum siehe, ich sammle gegen dich alle deine Liebhaber, mit denen du Umgang hattest, und alle, die du liebtest, samt allen, die du hasst; und ich sammle sie gegen dich von allen Seiten und decke deine Bosheit vor ihnen auf, und sie werden all deine Schande sehen.

 

38 Und ich werde dich richten mit dem Gericht einer Ehebrecherin und Blutvergießerin und werde dich dem Blut des Zorns und der Eifersucht preisgeben.

 

39 Und ich gebe dich in ihre Hände, und sie werden dein Hurenhaus zerstören und deine Stätte niederreißen und dir deine Kleider ausziehen und deine prächtigen Geräte nehmen und dich nackt und bloß zurücklassen.

 

40 Und sie werden eine Menge gegen dich herbeiführen und dich mit Steinen steinigen und dich mit ihren Schwertern niederstechen.

 

41 Und sie werden deine Häuser mit Feuer verbrennen und an dir Gericht vollziehen vor den Augen vieler Frauen; und ich werde dich von deiner Unzucht abbringen, und du wirst keinen Lohn mehr geben.

 

42 Und ich werde meinen Zorn an dir stillen, und meine Eifersucht wird von dir weichen, und ich werde Ruhe haben und mich nicht mehr kümmern.

 

43 Weil du nicht an die Tage deiner Jugend dachtest und mich mit alledem betrübtest, siehe, so habe ich deine Wege auf dein Haupt gelegt, spricht der Herr; und so hast du die Gottlosigkeit zu all deinen Freveln hinzugefügt.

 

44 Dies ist alles, was sie im Gleichnis gegen dich gesagt haben: Wie die Mutter, so die Tochter.

 

45 Du bist die Tochter deiner Mutter, die ihren Mann und ihre Kinder verstoßen hat, und die Schwester deiner Schwestern, die ihre Männer und ihre Kinder verstoßen haben; eure Mutter ist eine Hethiterin, und euer Vater ein Amoriter.

 

46 Eure ältere Schwester ist Samaria mit ihren Töchtern, die zu deiner Linken wohnt; und deine jüngere Schwester, die zu deiner Rechten wohnt, ist Sodom mit ihren Töchtern.

 

47 Und du bist nicht auf ihren Wegen gewandelt noch hast du nach ihren Freveln gehandelt; du hast es fast noch schlimmer getrieben als sie auf allen deinen Wegen.

 

48 So wahr ich lebe, spricht der Herr, wenn Sodom, deine Schwester, sie und ihre Töchter, getan hätte, wie du und deine Töchter getan haben!

 

49 Siehe, das war die Schuld deiner Schwester Sodom: Hochmut; bei Fülle von Brot und bei Überfluss an Wein schwelgten sie und ihre Töchter; dies hatte sie und ihre Töchter, und die Hand des Armen und Bedürftigen ergriffen sie nicht.

 

50 Und sie überhoben sich und taten Greuel vor mir, und ich tilgte sie aus, wie ich sah.

 

51 Und Samaria hat nicht die Hälfte deiner Sünden gesündigt; und du hast deine Greuel gemehrt über sie und hast deine Schwestern gerechtfertigt durch alle deine Greuel, die du getan hast.

 

52 So trage auch du deine Schmach, durch die du deine Schwestern verderbt hast durch deine Sünden, in denen du mehr gefrevelt hast als sie; sie sind gerechter als du. So schäme du dich und trage deine Schande, weil du deine Schwestern gerechtfertigt hast!

 

53 Und ich werde ihre Gefangenschaft wenden, die Gefangenschaft Sodoms und ihrer Töchter, und die Gefangenschaft Samarias und ihrer Töchter, und deine Gefangenschaft in ihrer Mitte,

 

54 damit du deine Schmach trägst und dich schämst wegen all dessen, was du getan hast, indem du mich erzürnt hast.

 

55 Und deine Schwester Sodom und ihre Töchter werden wiederhergestellt werden, wie sie von Anfang an waren, und Samaria und ihre Töchter werden wiederhergestellt werden, wie sie von Anfang an waren, und du und deine Töchter werdet wiederhergestellt werden, wie ihr von Anfang an wart.

 

56 Und wäre nicht Sodom, deine Schwester, zum Gerede in deinem Mund gewesen in den Tagen deines Hochmuts,

 

57 ehe deine Bosheit aufgedeckt wurde, wie du jetzt eine Schmach bist für die Töchter Syriens und aller ihrer Nachbarn, der Töchter der Philister, die dich rings umgeben?

 

58 Deine Frevel und deine Greuel, du trägst sie, spricht der Herr.

 

59 So spricht der Herr: Ich werde an dir tun, wie du getan hast, der du dies verachtet hast, meinen Bund zu brechen.

 

60 Und ich werde meines Bundes mit dir gedenken in den Tagen deiner Jugend und werde dir einen ewigen Bund aufrichten.

 

61 Und du wirst an deinen Weg denken und dich schämen, wenn du deine Schwestern, die älteren und die jüngeren, annimmst, und ich werde sie dir zu Töchtern geben, aber nicht aus deinem Bund.

 

62 Und ich werde meinen Bund mit dir aufrichten, und du wirst erkennen, dass ich der Herr bin,

 

63 damit du gedenkst und dich schämst und nicht mehr den Mund auftust vor deiner Schande, wenn ich dir alles vergebe, was du getan hast, spricht der Herr.

 

 

 

Kapitel 17

1 Und es erging das Wort des HERRN an mich:

 

2 Menschensohn, gib ein Rätsel auf und erzähle ein Gleichnis dem Hause Israel

 

3 und sprich: So spricht Gott, der HERR: Der große Adler mit großen Flügeln, mit langen Schwingen, voller Federn, der bunt war, kam auf den Libanon und nahm den Wipfel der Zeder.

 

4 Den obersten Zweig brach er ab und brachte ihn ins Land Kanaan; in eine Stadt der Kaufleute setzte er ihn.

 

5 Und er nahm von dem Samen des Landes und pflanzte ihn in ein gutes Land, an große Wasser, und setzte ihn wie eine Weide.

 

6 Und er wuchs und wurde ein Weinstock, der sich ausbreitete, niedrig im Wuchs, dass seine Ranken sich zu ihm wandten und seine Wurzeln unter ihm blieben; und er wurde ein Weinstock, der Zweige trieb und Reben hervorbrachte.

 

7 Und es war ein anderer großer Adler mit großen Flügeln und vielen Federn; und siehe, dieser Weinstock streckte seine Wurzeln zu ihm aus und seine Ranken sandte er zu ihm, dass er ihn tränke von den Beeten seiner Pflanzung.

 

8 Auf gutem Land, an großen Wassern, war er gepflanzt, dass er Zweige triebe und Frucht brächte und ein herrlicher Weinstock würde.

 

9 So sprich: So spricht Gott, der HERR: Wird er gedeihen? Wird man nicht seine Wurzeln ausreißen und seine Frucht abreißen, dass er verdorre? Und alle Blätter seines Wuchses werden verdorren, und es wird kein großer Arm und viel Volk nötig sein, um ihn von seinen Wurzeln wegzureißen.

 

10 Siehe, er ist gepflanzt; wird er gedeihen? Wird er nicht, wenn der Ostwind ihn trifft, ganz verdorren? Auf den Beeten, wo er gewachsen ist, wird er verdorren.

 

11 Und es erging das Wort des HERRN an mich:

 

12 Menschensohn, sprich zu dem widerspenstigen Haus: Wisst ihr nicht, was dies bedeutet? Sprich: Siehe, der König von Babel kam nach Jerusalem und nahm seinen König und seine Fürsten und führte sie zu sich nach Babel.

 

13 Und er nahm einen vom königlichen Geschlecht und schloss einen Bund mit ihm und nahm ihn in den Eid; und die Mächtigen des Landes nahm er,

 

14 damit das Königreich niedrig bliebe und sich nicht erhöbe, sondern seinen Bund hielte und bestünde.

 

15 Aber er fiel von ihm ab und sandte seine Boten nach Ägypten, dass man ihm Rosse und viel Volk gäbe. Wird es ihm gelingen? Wird er davonkommen, der solches tut? Wird er den Bund brechen und davonkommen?

 

16 So wahr ich lebe, spricht Gott, der HERR: An dem Ort, wo der König wohnt, der ihn zum König gemacht hat, dessen Eid er verachtet und dessen Bund er gebrochen hat, da wird er bei ihm mitten in Babel sterben.

 

17 Und der Pharao wird nicht mit großer Heeresmacht und mit viel Volk für ihn in den Krieg ziehen, wenn man Wälle aufschüttet und Türme baut, um viele Menschen umzubringen.

 

18 Denn er hat den Eid verachtet und den Bund gebrochen; siehe, er hat seine Hand gegeben und tut dies alles; er wird nicht davonkommen.

 

19 Darum spricht Gott, der HERR: So wahr ich lebe: Meinen Bund, den er gebrochen, und meinen Eid, den er verachtet hat, will ich auf seinen Kopf bringen.

 

20 Und ich will mein Netz über ihn werfen, dass er in meinem Garn gefangen werde; und ich will ihn nach Babel bringen und dort mit ihm rechten wegen seiner Untreue, die er an mir begangen hat.

 

21 Und alle seine Flüchtigen werden durchs Schwert fallen, und die Übrigen werden in alle Winde zerstreut werden; und ihr werdet erfahren, dass ich, der HERR, es geredet habe.

 

22 So spricht Gott, der HERR: Ich will auch von dem Wipfel der hohen Zeder nehmen und will ihn pflanzen; von dem obersten Zweig will ich einen zarten Zweig abbrechen und will ihn auf einen hohen, erhabenen Berg pflanzen.

 

23 Auf den hohen Berg Israels will ich ihn pflanzen, dass er Zweige bringe und Frucht trage und ein herrlicher Zedernbaum werde, dass allerlei Vögel unter ihm wohnen und allerlei Geflügel im Schatten seiner Zweige nisten.

 

24 Und alle Bäume auf dem Felde werden erfahren, dass ich, der HERR, den hohen Baum erniedrige und den niedrigen Baum erhöhe, den grünen Baum verdorren lasse und den dürren Baum grünen lasse. Ich, der HERR, rede es und tue es auch.

 

Kapitel 18

1 Und es erging das Wort des Herrn an mich, indem er sprach:

 

2 Menschensohn, was ist euch dieses Sprichwort im Lande Israel, das ihr sagt: Die Väter haben saure Trauben gegessen, und die Zähne der Kinder sind stumpf geworden?

 

3 So wahr ich lebe, spricht der Herr, dieses Sprichwort soll nicht mehr in Israel gebraucht werden.

 

4 Denn siehe, alle Seelen sind mein; wie die Seele des Vaters, so auch die Seele des Sohnes, sie sind mein; die Seele, die sündigt, die soll sterben. —

 

5 Wenn aber ein Mensch gerecht ist und Recht und Gerechtigkeit übt,

 

6 auf den Bergen nicht isst und seine Augen nicht erhebt zu den Götzen des Hauses Israel und die Frau seines Nächsten nicht verunreinigt und sich einer Frau während ihrer Unreinheit nicht naht,

 

7 und keinen Menschen bedrückt, dem Schuldner sein Pfand zurückgibt und keinen Raub raubt, sein Brot dem Hungrigen gibt und den Nackten kleidet,

 

8 und sein Geld nicht auf Zins gibt und keinen Wucher nimmt, von Unrecht seine Hand abwendet, gerechtes Gericht hält zwischen Mann und Mann,

 

9 in meinen Satzungen wandelt und meine Rechte bewahrt, sie zu tun: der ist gerecht, er soll leben, spricht der Herr.

 

10 Wenn er aber einen Sohn zeugt, der ein gewalttätiger Mensch ist, der Blut vergießt und Sünden tut,

 

11 und der nicht auf dem Wege seines gerechten Vaters wandelt, sondern auf den Bergen isst und die Frau seines Nächsten verunreinigt,

 

12 den Armen und Elenden bedrückt, Raub raubt, das Pfand nicht zurückgibt und seine Augen zu den Götzen erhebt, Frevel tut,

 

13 auf Zins gibt und Wucher nimmt: soll der leben? Er wird nicht leben; weil er alle diese Gräuel getan hat, soll er sterben; sein Blut komme über ihn.

 

14 Wenn er aber einen Sohn zeugt, der alle Sünden seines Vaters sieht, die er getan hat, und sich fürchtet und nicht desgleichen tut,

 

15 auf den Bergen nicht isst und seine Augen nicht zu den Götzen des Hauses Israel erhebt und die Frau seines Nächsten nicht verunreinigt,

 

16 und keinen Menschen bedrückt, kein Pfand nimmt und keinen Raub raubt, sein Brot dem Hungrigen gibt und den Nackten kleidet,

 

17 von Unrecht seine Hand abwendet, keinen Zins und Wucher nimmt, meine Rechte tut und in meinen Satzungen wandelt: der soll nicht sterben um der Missetat seines Vaters willen, sondern leben.

 

18 Sein Vater aber, weil er Gewalt getan und Raub geraubt und getan hat, was nicht gut ist unter seinem Volk, siehe, der stirbt um seiner Missetat willen.

 

19 Und ihr sprecht: Warum trägt der Sohn nicht die Schuld des Vaters? Weil der Sohn Recht und Barmherzigkeit getan und alle meine Gesetze gehalten und getan hat, soll er leben.

 

20 Denn die Seele, die sündigt, die soll sterben. Der Sohn soll nicht tragen die Schuld des Vaters, und der Vater soll nicht tragen die Schuld des Sohnes; die Gerechtigkeit des Gerechten kommt über ihn, und die Gottlosigkeit des Gottlosen kommt über ihn.

 

21 Wenn sich aber der Gottlose bekehrt von allen seinen Sünden, die er getan hat, und hält alle meine Gebote und tut Recht und Barmherzigkeit, so soll er leben und nicht sterben.

 

22 Es soll aller seiner Übertretungen, die er begangen hat, nicht gedacht werden; sondern um seiner Gerechtigkeit willen, die er getan hat, soll er leben.

 

23 Meinst du, dass ich Gefallen habe am Tode des Gottlosen, spricht der Herr, und nicht vielmehr daran, dass er sich bekehre von seinem bösen Wege und lebe?

 

24 Wenn sich aber der Gerechte abwendet von seiner Gerechtigkeit und tut Unrecht, nach allen Gräueln, die der Gottlose tut, sollte der leben? An alle seine Gerechtigkeit, die er getan hat, soll nicht gedacht werden; sondern in seiner Übertretung, die er begangen, und in seiner Sünde, die er getan hat, soll er sterben.

 

25 Und ihr sprecht: Der Weg des Herrn ist nicht richtig. So höret nun, ihr vom Hause Israel: Ist mein Weg nicht richtig? Sind nicht eure Wege verkehrt?

 

26 Wenn sich der Gerechte abwendet von seiner Gerechtigkeit und tut Unrecht und stirbt, so stirbt er um des Unrechts willen, das er getan hat.

 

27 Und wenn sich der Gottlose bekehrt von seiner Gottlosigkeit, die er getan hat, und tut Recht und Gerechtigkeit, der wird seine Seele retten.

 

28 Denn weil er einsieht und sich bekehrt von allen seinen Übertretungen, die er getan hat, soll er leben und nicht sterben.

 

29 Und das Haus Israel spricht: Der Weg des Herrn ist nicht richtig. Sind meine Wege nicht richtig, Haus Israel? Sind nicht eure Wege verkehrt?

 

30 Darum will ich euch richten, Haus Israel, einen jeden nach seinem Wege, spricht der Herr. Kehret um und bekehret euch von allen euren Übertretungen, dass sie euch nicht zum Anstoß zur Schuld werden.

 

31 Werft von euch alle eure Übertretungen, die ihr begangen habt, und schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist! Denn warum wollt ihr sterben, Haus Israel?

 

32 Denn ich habe kein Gefallen am Tode des Sterbenden, spricht der Herr.

 

 

Kapitel 19

1 Und du, nimm eine Totenklage auf über den Fürsten Israels

 

2 und sprich: Was war deine Mutter? Eine Löwin; unter Löwen wurde sie geboren, inmitten von Löwen zog sie ihre Jungen groß.

 

3 Und eines ihrer Jungen sprang auf, wurde ein Löwe und lernte, Raub zu reißen; Menschen fraß es.

 

4 Und die Völker hörten von ihm; in ihrer Grube wurde es gefangen, und sie führten es mit einem Ring in der Nase nach Ägyptenland.

 

5 Und sie sah, dass es von ihr verstoßen war und ihre Hoffnung verloren war; da nahm sie ein anderes von ihren Jungen und machte es zum Löwen.

 

6 Und es wandelte unter Löwen, wurde ein Löwe und lernte, Raub zu reißen; Menschen fraß es.

 

7 Und es hauste in seiner Stärke und verwüstete ihre Städte und verödete das Land und seine Fülle vor dem Schall seines Brüllens.

 

8 Da legten die Völker ringsumher Hand an es und warfen ihre Netze über es; in ihrer Grube wurde es gefangen.

 

9 Und sie legten es mit einem Ring in die Nase und in einen Käfig und brachten es zum König von Babel; und sie führten es in die Festung, damit seine Stimme nicht mehr gehört würde auf den Bergen Israels.

 

10 Deine Mutter war wie ein Weinstock, wie eine Blüte an einem Granatapfelbaum, am Wasser gepflanzt; ihre Frucht und ihre Ranken wuchsen aus reichlichem Wasser.

 

11 Und sie bekam einen starken Stab für den Stamm der Herrscher; und sie ragte hoch empor in ihrer Größe zwischen den Zweigen und sah ihre Größe in der Menge ihrer Ranken.

 

12 Aber im Zorn wurde sie ausgerissen und zu Boden geworfen; der Ostwind dörrte ihre edlen Ranken aus; sie wurden abgerissen und verdorrten; der starke Stab wurde vom Feuer verzehrt.

 

13 Und nun ist sie in die Wüste gepflanzt, in ein dürres Land;

 

14 und Feuer ging aus von ihrem Stab, von ihren edlen Ranken, und verzehrte sie; und es blieb kein starker Stab an ihr. Ein Stamm ist dies zum Spottlied der Totenklage, und es wird zur Totenklage werden.

 

 

Kapitel 20

1 Und es geschah im siebten Jahr, im fünften Monat, am Zehnten des Monats, da kamen Männer von den Ältesten des Hauses Israel, um den Herrn zu befragen, und sie setzten sich vor mir nieder.

 

2 Und es erging das Wort des Herrn an mich:

 

3 Menschensohn, rede zu den Ältesten Israels und sprich zu ihnen: So spricht der Herr, der Herr: Kommt ihr, um mich zu befragen? So wahr ich lebe, ich werde mich von euch nicht befragen lassen, spricht der Herr, der Herr.

 

4 Willst du sie richten? Menschensohn, willst du sie richten? Tu ihnen die Gräuel ihrer Väter kund

 

5 und sprich zu ihnen: So spricht der Herr, der Herr: An dem Tag, als ich Israel erwählte und mich dem Samen des Hauses Jakob zu erkennen gab und mich ihnen im Land Ägypten offenbarte, da erhob ich meine Hand für sie und sprach: Ich bin der Herr, euer Gott.

 

6 An jenem Tag erhob ich meine Hand für sie, um sie aus dem Land Ägypten zu führen in ein Land, das ich ihnen bereitet hatte, ein Land, das von Milch und Honig fließt, eine Zierde ist es vor allen Ländern.

 

7 Und ich sprach zu ihnen: Werft weg, ein jeder die Gräuel seiner Augen, und verunreinigt euch nicht mit den Götzen Ägyptens; ich bin der Herr, euer Gott.

 

8 Aber sie waren widerspenstig gegen mich und wollten nicht auf mich hören; sie warfen die Gräuel ihrer Augen nicht weg und verließen die Götzen Ägyptens nicht. Da gedachte ich, meinen Grimm über sie auszugießen, um meinen Zorn an ihnen zu vollenden mitten im Land Ägypten.

 

9 Aber ich handelte um meines Namens willen, damit er nicht entweiht werde vor den Augen der Heiden, unter denen sie waren, vor deren Augen ich mich ihnen offenbart hatte, um sie aus dem Land Ägypten zu führen.

 

10 Und ich führte sie aus dem Land Ägypten und brachte sie in die Wüste.

 

11 Und ich gab ihnen meine Satzungen und tat ihnen meine Rechte kund, durch die der Mensch, der sie tut, leben wird.

 

12 Auch meine Sabbate gab ich ihnen, damit sie ein Zeichen seien zwischen mir und ihnen, damit sie erkennen, dass ich der Herr bin, der sie heiligt.

 

13 Aber das Haus Israel war widerspenstig gegen mich in der Wüste; sie wandelten nicht in meinen Satzungen und verwarfen meine Rechte, durch die der Mensch, der sie tut, leben wird, und meine Sabbate entweihten sie sehr. Da gedachte ich, meinen Grimm über sie auszugießen in der Wüste, um sie zu vertilgen.

 

14 Aber ich handelte um meines Namens willen, damit er nicht entweiht werde vor den Augen der Heiden, vor deren Augen ich sie herausgeführt hatte.

 

15 Auch erhob ich meine Hand gegen sie in der Wüste, dass ich sie nicht in das Land brächte, das ich ihnen gegeben hatte, ein Land, das von Milch und Honig fließt, eine Zierde ist es vor allen Ländern,

 

16 weil sie meine Rechte verwarfen und in meinen Satzungen nicht wandelten und meine Sabbate entweihten; denn ihr Herz hing an ihren Götzen.

 

17 Aber mein Auge schonte sie, dass ich sie nicht vertilgte, und ich machte ihnen nicht völlig ein Ende in der Wüste.

 

18 Und ich sprach zu ihren Kindern in der Wüste: Wandelt nicht in den Satzungen eurer Väter und haltet ihre Rechte nicht und verunreinigt euch nicht mit ihren Götzen!

 

19 Ich bin der Herr, euer Gott; wandelt in meinen Satzungen und haltet meine Rechte und tut sie!

 

20 Und heiligt meine Sabbate, dass sie ein Zeichen seien zwischen mir und euch, damit ihr erkennt, dass ich der Herr, euer Gott, bin.

 

21 Aber die Kinder waren widerspenstig gegen mich; sie wandelten nicht in meinen Satzungen und hielten meine Rechte nicht, dass sie sie täten, durch die der Mensch, der sie tut, leben wird, und meine Sabbate entweihten sie. Da gedachte ich, meinen Grimm über sie auszugießen, um meinen Zorn an ihnen zu vollenden in der Wüste.

 

22 Aber ich zog meine Hand zurück und handelte um meines Namens willen, damit er nicht entweiht werde vor den Augen der Heiden, vor deren Augen ich sie herausgeführt hatte.

 

23 Auch erhob ich meine Hand gegen sie in der Wüste, dass ich sie zerstreuen würde unter die Heiden und sie versprengen in die Länder,

 

24 weil sie meine Rechte nicht taten und meine Satzungen verwarfen und meine Sabbate entweihten und ihre Augen hingen an den Götzen ihrer Väter.

 

25 So gab ich ihnen auch Satzungen, die nicht gut waren, und Rechte, durch die sie nicht leben konnten.

 

26 Und ich ließ sie unrein werden durch ihre Opfergaben, indem sie alle Erstgeburt durchs Feuer gehen ließen, um sie zu verwüsten, damit sie erkennen, dass ich der Herr bin.

 

27 Darum rede zum Haus Israel, Menschensohn, und sprich zu ihnen: So spricht der Herr, der Herr: Auch darin haben mich eure Väter gelästert, dass sie sich an mir versündigt haben.

 

28 Denn als ich sie in das Land gebracht hatte, das ich ihnen zu geben geschworen hatte, da sahen sie alle hohen Hügel und alle dichten Bäume und opferten dort ihren Göttern und brachten dort ihre Opfer dar, die mich erzürnten, und legten dort ihren lieblichen Geruch nieder und gossen dort ihre Trankopfer aus.

 

29 Und ich sprach zu ihnen: Was ist das für eine Höhe, wohin ihr geht? Und sie nannten sie Höhe bis auf diesen Tag.

 

30 Darum sprich zum Haus Israel: So spricht der Herr, der Herr: Wollt ihr euch verunreinigen auf die Weise eurer Väter und mit ihren Gräueln Unzucht treiben?

 

31 Und wenn ihr eure Gaben darbringt und eure Söhne durchs Feuer gehen lasst, verunreinigt ihr euch an allen euren Götzen bis auf diesen Tag. Und ich sollte mich von euch befragen lassen, Haus Israel? So wahr ich lebe, spricht der Herr, der Herr, ich werde mich von euch nicht befragen lassen.

 

32 Und was ihr im Sinn habt, wird nicht geschehen, dass ihr sagt: Wir wollen sein wie die Heiden und wie die Geschlechter der Länder, um Holz und Stein zu dienen.

 

33 So wahr ich lebe, spricht der Herr, der Herr, mit starker Hand und ausgestrecktem Arm und mit ausgegossenem Grimm will ich über euch herrschen.

 

34 Und ich will euch aus den Völkern herausführen und euch sammeln aus den Ländern, in die ihr zerstreut seid, mit starker Hand und ausgestrecktem Arm und mit ausgegossenem Grimm.

 

35 Und ich will euch in die Wüste der Völker bringen und dort mit euch ins Gericht gehen von Angesicht zu Angesicht.

 

36 Wie ich mit euren Vätern ins Gericht ging in der Wüste des Landes Ägypten, so will ich auch mit euch ins Gericht gehen, spricht der Herr, der Herr.

 

37 Und ich will euch unter den Stab treten lassen und euch in die Fessel des Bundes bringen.

 

38 Und ich will die Abtrünnigen und die von mir Abgefallenen von euch aussondern; ich will sie aus dem Land ihrer Fremdlingschaft herausführen, aber in das Land Israel sollen sie nicht kommen, damit ihr erkennt, dass ich der Herr bin.

 

39 Ihr aber, Haus Israel, so spricht der Herr, der Herr: Geht hin, dient ein jeder seinen Götzen! Aber danach werdet ihr doch auf mich hören und meinen heiligen Namen nicht mehr entweihen mit euren Gaben und mit euren Götzen.

 

40 Denn auf meinem heiligen Berg, auf dem hohen Berg Israels, spricht der Herr, der Herr, dort wird mir das ganze Haus Israel dienen im Lande; dort werde ich Wohlgefallen an ihnen haben und dort werde ich eure Hebeopfer fordern und die Erstlinge eurer Gaben in all euren Heiligtümern.

 

41 Als lieblicher Geruch werde ich Wohlgefallen an euch haben, wenn ich euch aus den Völkern herausführe und euch sammle aus den Ländern, in die ihr zerstreut seid, und ich werde mich vor den Augen der Heiden an euch heiligen.

 

42 Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich euch in das Land Israel bringe, in das Land, das ich euren Vätern zu geben geschworen hatte.

 

43 Dort werdet ihr an eure Wege gedenken und an alle eure Taten, mit denen ihr euch verunreinigt habt, und ihr werdet euch vor euch selbst ekeln wegen all eurer Bosheit, die ihr getan habt.

 

44 Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich an euch handle um meines Namens willen, nicht nach euren bösen Wegen und nach euren verderbten Taten, Haus Israel, spricht der Herr.

 

 

Kapitel 21

1 Und es erging das Wort des HERRN an mich, indem er sprach:

 

2 Menschensohn, richte dein Angesicht gegen Theman und blicke auf Daron und weissage gegen den Wald des Fürsten des Negev.

 

3 Und du sollst zum Wald des Negev sagen: Höre das Wort des HERRN! So spricht der Herr, HERR: Siehe, ich entzünde in dir ein Feuer, und es wird in dir alles grüne Holz und alles dürre Holz verzehren; die entfachte Flamme wird nicht gelöscht werden, und jedes Angesicht wird darin verbrennen, vom Aufgang bis zum Norden.

 

4 Und alles Fleisch wird erkennen, dass ich, der HERR, es entzündet habe; es wird nicht gelöscht werden.

 

5 Und ich sprach: Ach, Herr, HERR! Sie sagen zu mir: Ist dies nicht ein Gleichnis, das man vorträgt?

 

6 Und es erging das Wort des HERRN an mich, indem er sprach:

 

7 Darum weissage, Menschensohn, und richte dein Angesicht gegen Jerusalem und blicke auf ihre Heiligtümer und weissage gegen das Land Israel.

 

8 Und du sollst zum Land Israel sagen: So spricht der HERR: Siehe, ich komme über dich und werde mein Schwert aus seiner Scheide ziehen und aus dir den Ungerechten und den Gesetzlosen vertilgen.

 

9 Weil ich aus dir den Ungerechten und den Gesetzlosen vertilge, darum wird mein Schwert aus seiner Scheide fahren gegen alles Fleisch, vom Aufgang bis zum Norden.

 

10 Und alles Fleisch wird erkennen, dass ich, der HERR, mein Schwert aus seiner Scheide gezogen habe; es wird nicht mehr zurückkehren.

 

11 Und du, Menschensohn, stöhne auf mit zerschmetterten Lenden und mit Schmerzen sollst du stöhnen vor ihren Augen.

 

12 Und es wird geschehen, wenn sie zu dir sagen: Warum stöhnst du? Dann sollst du sagen: Wegen der Kunde, denn sie kommt; und jedes Herz wird zerschmettert werden, und alle Hände werden erschlaffen, und alles Fleisch und aller Geist wird vergehen, und alle Schenkel werden mit Nässe befleckt werden. Siehe, es kommt und wird geschehen, spricht der HERR, HERR.

 

13 Und es erging das Wort des HERRN an mich, indem er sprach:

 

14 Menschensohn, weissage und sprich: So spricht der HERR: Sprich: Schwert, Schwert, schärfe dich und ergrimme,

 

15 damit du Schlachtungen schlachtest; schärfe dich, damit du zum Blitzen wirst, bereit zur Lähmung; schlachte, verachte, stoße alles Holz weg!

 

16 Und er gab es bereit, um seine Hand zu ergreifen; das Schwert ist geschärft, es ist bereit, es in die Hand des Tötenden zu geben.

 

17 Schreie auf und heule, Menschensohn, denn es ist über mein Volk gekommen, es über alle Fürsten Israels; sie werden beim Schwert wohnen; es ist über mein Volk gekommen; darum schlage in deine Hände!

 

18 Denn es ist gerechtfertigt; und was, wenn auch der Stamm verstoßen wurde? Es wird nicht sein, spricht der Herr, HERR.

 

19 Und du, Menschensohn, weissage und schlage Hand an Hand und verdopple das Schwert; das dritte Schwert ist das Schwert der Erschlagenen, das große Schwert der Erschlagenen, und es wird sie bestürzen,

 

20 damit das Herz zerschmettert werde und die Schwachen sich mehren an allen ihren Toren; sie sind den Schlachtungen des Schwertes übergeben; wohl ist es zur Schlachtung, wohl ist es zum Blitzen.

 

21 Ziehe hin, schärfe dich zur Rechten und zur Linken, wohin dein Angesicht sich erhebt.

 

22 Und auch ich werde meine Hand gegen meine Hand schlagen und meinen Zorn ausgießen; ich, der HERR, habe geredet.

 

23 Und es erging das Wort des HERRN an mich, indem er sprach:

 

24 Und du, Menschensohn, bestimme dir zwei Wege, auf denen das Schwert des Königs von Babel kommen soll; aus einem Land werden die beiden ausgehen, und eine Hand am Anfang des Weges der Stadt; am Anfang

 

25 des Weges sollst du bestimmen, dass das Schwert gegen Rabba der Ammoniter und gegen Juda und gegen Jerusalem in ihrer Mitte komme.

 

26 Denn der König von Babel wird sich an den alten Weg stellen, am Anfang der beiden Wege, um eine Weissagung zu weissagen, um den Stab zu schütteln und die Götzen zu befragen und die Leber zu beschauen von seiner Rechten.

 

27 Das Orakel fiel auf Jerusalem, um einen Wall aufzuwerfen, den Mund aufzureißen mit Geschrei, die Stimme zu erheben mit Kriegsgeschrei, um einen Wall gegen ihre Tore zu werfen und einen Damm aufzuschütten und Belagerungstürme zu bauen.

 

28 Und er ist ihnen wie einer, der eine Weissagung weissagt vor ihren Augen, und er erinnert an seine Ungerechtigkeit, um ihrer zu gedenken.

 

29 Darum spricht der Herr, HERR so: Weil ihr an eure Ungerechtigkeiten erinnert habt, indem eure Gottlosigkeiten offenbar wurden, damit eure Sünden gesehen würden in all euren Gottlosigkeiten und in euren Taten, weil ihr erinnert habt, darum werdet ihr in diesen gefangen werden.

 

30 Und du, entweihter, gesetzloser Fürst Israels, dessen Tag gekommen ist, zur Zeit der Ungerechtigkeit das Ende,

 

31 so spricht der Herr, HERR: Du hast den Kopfbund weggenommen und die Krone aufgesetzt; diese wird nicht so sein; du hast das Hohe erniedrigt und das Niedrige erhöht.

 

32 Ungerechtigkeit, Ungerechtigkeit werde ich an ihr tun, auch diese wird nicht so sein, bis der kommt, dem es zusteht, und ich werde es ihm geben.

 

33 Und du, Menschensohn, weissage und sprich: So spricht der Herr, HERR zu den Söhnen Ammons und zu ihrem Hohn; und du sollst sagen: Schwert, Schwert, gezogen zur Schlachtung und gezogen zur Vollendung, erhebe dich, damit du blitzest

 

34 in deiner nichtigen Schauung und in deinem Lügenweissagen, um dich auf die Nacken der gesetzlosen Erschlagenen zu geben, deren Tag gekommen ist, zur Zeit der Ungerechtigkeit das Ende.

 

35 Kehre um, lass dich nicht nieder an diesem Ort, wo du geboren bist; in deinem eigenen Land werde ich dich richten.

 

36 Und ich werde meinen Zorn über dich ausgießen, mit dem Feuer meines Zorns werde ich über dich blasen und dich in die Hände wilder Männer geben, die Verderben bereiten.

 

37 Im Feuer wirst du zur Speise sein, dein Blut wird inmitten deines Landes sein; deiner wird nicht mehr gedacht werden, denn ich, der HERR, habe geredet.

 

 

Kapitel 22

1 Und es erging das Wort des HERRN an mich:

 

2 Du aber, Menschensohn, willst du die Blutstadt richten? So tu ihr alle ihre Gräuel kund

 

3 und sprich: So spricht Gott, der HERR: O Stadt, die Blut vergießt in ihrer Mitte, damit ihre Zeit komme, und die Götzenbilder gegen sich selbst macht, um sich zu verunreinigen!

 

4 Durch das Blut, das du vergossen hast, bist du schuldig geworden, und durch deine Götzenbilder, die du gemacht hast, hast du dich verunreinigt; so hast du deine Tage nahe gebracht und die Zeit deiner Jahre herbeigeführt. Darum habe ich dich zum Hohn gemacht unter den Völkern und zum Spott für alle Länder,

 

5 für die Nahen und die Fernen von dir; und sie werden über dich spotten: „Unrein!“ du Berühmte, die du groß bist an Freveln.

 

6 Siehe, die Fürsten des Hauses Israel, ein jeder bei seinen Sippen, haben sich in dir zusammengerottet, um Blut zu vergießen.

 

7 Vater und Mutter verachteten sie in dir, dem Fremdling taten sie Gewalt an in dir, Waisen und Witwen bedrückten sie in dir.

 

8 Meine Heiligtümer verachteten sie und meine Sabbate entweihten sie in dir.

 

9 Verleumder waren in dir, um Blut zu vergießen; und auf den Bergen aßen sie in dir, Frevel taten sie in deiner Mitte.

 

10 Die Scham des Vaters deckten sie auf in dir, die Unreine, die sich absondert, erniedrigten sie in dir.

 

11 Der eine trieb Frevel mit der Frau seines Nächsten, der andere verunreinigte seine Schwiegertochter in Gottlosigkeit, und ein jeder erniedrigte seine Schwester, die Tochter seines Vaters, in dir.

 

12 Geschenke nahmen sie in dir, um Blut zu vergießen; Zins und Wucher nahmen sie in dir; und du hast deine Bosheit vollendet in Bedrückung, meiner aber hast du vergessen, spricht Gott, der HERR.

 

13 Siehe, ich schlage meine Hände zusammen über deinen Frevel, den du verübt hast, und über dein Blut, das in deiner Mitte vergossen wurde.

 

14 Wird dein Herz standhalten? Werden deine Hände stark sein in den Tagen, da ich an dir handle? Ich, der HERR, habe es geredet und werde es tun.

 

15 Und ich werde dich zerstreuen unter die Völker und dich versprengen in die Länder, und deine Unreinheit wird von dir weichen.

 

16 Und ich werde dich zum Erbe machen vor den Augen der Völker; und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin.

 

17 Und es erging das Wort des HERRN an mich:

 

18 Menschensohn, das Haus Israel ist mir geworden wie Schlacken; sie alle sind Kupfer und Zinn, Eisen und Blei, mitten im Schmelzofen, zu Silber geworden sind sie Schlacken.

 

19 Darum sprich: So spricht Gott, der HERR: Weil ihr alle zu einer einzigen Schlacke geworden seid, darum will ich euch sammeln mitten in Jerusalem.

 

20 Wie man Silber, Kupfer, Eisen, Zinn und Blei zusammen in einen Schmelzofen tut, um das Feuer hinein zu blasen, dass es schmelze, so will ich euch sammeln in meinem Zorn und will euch hineinlegen und schmelzen.

 

21 Und ich will euch anblasen mit dem Feuer meines Zorns, dass ihr darin schmelzt.

 

22 Wie Silber im Schmelzofen schmilzt, so sollt ihr darin schmelzen; und ihr werdet erkennen, dass ich, der HERR, meinen Grimm über euch ausgegossen habe.

 

23Und es erging das Wort des HERRN an mich:

 

24 Menschensohn, sprich zu ihr: Du bist ein Land, das nicht gereinigt wird und keinen Regen empfängt am Tage des Zorns.

 

25 Ihre Fürsten in ihrer Mitte sind wie brüllende Löwen, die Raub rauben; sie fressen Menschenleben, nehmen Schätze und Kostbarkeiten, machen viele Witwen in ihr.

 

26 Ihre Priester tun Gewalt an meinem Gesetz und entweihen meine Heiligtümer; sie machen keinen Unterschied zwischen Heiligem und Unheiligem, lehren nicht den Unterschied zwischen Unreinem und Reinem, und vor meinen Sabbaten verschließen sie ihre Augen, und ich werde entweiht in ihrer Mitte.

 

27 Ihre Oberen in ihrer Mitte sind wie Wölfe, die Raub rauben, um Blut zu vergießen, um Gewinn zu machen.

 

28 Und ihre Propheten tünchen sie mit losem Kalk; sie sehen Nichtiges und weissagen Lügen und sprechen: „So spricht Gott, der HERR“, wo doch der HERR nicht geredet hat.

 

29 Das Volk im Lande übt Gewalt und raubt; sie bedrücken den Armen und Elenden und tun dem Fremdling Unrecht.

 

30 Und ich suchte unter ihnen einen, der eine Mauer baue und vor den Riss trete für das Land, dass ich es nicht verderbe; aber ich fand keinen.

 

31 Da goss ich meinen Grimm über sie aus, im Feuer meines Zorns habe ich sie vertilgt; ihren Wandel habe ich auf ihr Haupt gebracht, spricht Gott, der HERR.

 

 

Kapitel 23

 

1 Und des HERRN Wort geschah zu mir und sprach:

 

2 Du Menschenkind, es waren zwei Weiber, einer Mutter Töchter.

 

3 Die trieben Hurerei in Ägypten in ihrer Jugend; daselbst wurden ihre Brüste gedrückt, und daselbst entjungferte man sie.

 

4 Sie hießen: Ohola, die ältere, und Oholiba, ihre Schwester. Und ich nahm sie mir zu Weibern, und sie gebaren Söhne und Töchter. Und sie hießen: Samaria ist Ohola, und Jerusalem ist Oholiba.

 

5 Ohola trieb Hurerei, da sie mir zu eigen ward, und entbrannte gegen ihre Buhlen, gegen die Assyrer, die ihr nahe waren,

 

6 mit blauen Purpur angetan, Fürsten und Herren, eitel junge, schöne Gesellen, Reiter, die auf Rossen ritten.

 

7 Und sie trieb ihre Hurerei mit ihnen, den auserlesenen Assyrerkindern allzumal, und verunreinigte sich mit allen ihren Götzen, an welchen sie entbrannte.

 

8 Dazu verließ sie die Hurerei nicht, die sie in Ägypten trieb; denn sie lagen bei ihr in ihrer Jugend, und sie entjungferten sie und schütteten ihre Hurerei über sie.

 

9 Darum gab ich sie in die Hand ihrer Buhlen, in die Hand der Assyrer, zu welchen sie entbrannt war.

 

10 Die deckten ihre Schande auf, nahmen ihre Söhne und Töchter weg; sie aber töteten sie mit dem Schwert. Und sie ward berüchtigt unter den Weibern; denn sie hielten Gericht über sie.

 

11 Da das ihre Schwester Oholiba sah, ward sie noch ruchloser denn jene und trieb ihre Hurerei ärger denn ihre Schwester.

 

12 Und sie entbrannte gegen die Assyrer, die Fürsten und Herren, die ihr nahe waren, mit köstlicher Kleidung angetan, Reiter, die auf Rossen ritten, und eitel junge, schöne Gesellen.

 

13 Da sah ich, dass sie beide einerlei Weise trieben.

 

14 Und sie trieb ihre Hurerei noch weiter; denn da sie gemalte Männer sah an der Wand, die Bilder der Chaldäer, mit Mennig gemalt,

 

15 und ihre Lenden mit Gürteln umgürtet und bunte Hauben auf ihren Köpfen, und alle ansehnlich wie Fürsten, gleich den Babyloniern, deren Vaterland Chaldäa ist,

 

16 entbrannte sie gegen sie, sobald sie ihrer ansichtig ward, und sandte Boten zu ihnen nach Chaldäa.

 

17 Und die Babylonier kamen zu ihr zu Bette und verunreinigten sie mit ihrer Hurerei, und sie verunreinigte sich mit ihnen; dann wurde sie ihrer überdrüssig.

 

18 Und da sie ihre Hurerei so offenbarte und ihre Schande aufdeckte, ward ich ihrer überdrüssig, wie ich ihrer Schwester überdrüssig ward.

 

19 Sie aber trieb ihre Hurerei immer mehr, gedachte an die Tage ihrer Jugend, da sie in Ägypten Hurerei getrieben hatte,

 

20 und entbrannte gegen ihre Buhlen, deren Glieder sind wie der Esel Glieder und deren Brunst ist wie der Rosse Brunst.

 

21 Und du triebst die Bosheit deiner Jugend, da du in Ägypten deine Brüste drücken ließest und deine Jugend entjungfert ward.

 

22 Darum, Oholiba, so spricht der HERR HERR: Siehe, ich will deine Buhlen, deren du überdrüssig bist, gegen dich erwecken und will sie ringsumher über dich kommen lassen:

 

23 nämlich die Babylonier und alle Chaldäer, Pekod, Schoa und Koa, und alle Assyrer mit ihnen, eitel junge, schöne Gesellen, Fürsten und Herren, alle Ritter und Edle, die auf Rossen reiten.

 

24 Die sollen über dich kommen mit Wagen, Rädern und großem Haufen, und sollen dich belagern ringsumher mit Schilden, Tartschen und Helmen. Und ich will ihnen das Gericht befehlen, und sie sollen dich nach ihren Rechten richten.

 

25 Und ich will meinen Eifer über dich gehen lassen, dass sie mit Grimm mit dir handeln sollen; sie sollen dir Nase und Ohren abschneiden, und was übrig ist, soll durchs Schwert fallen. Sie sollen deine Söhne und Töchter wegführen, und was übrig ist, soll vom Feuer verzehrt werden.

 

26 Sie sollen dir deine Kleider ausziehen und deinen Schmuck wegnehmen.

 

27 Also will ich deiner Bosheit ein Ende machen und deiner Hurerei aus Ägyptenland, dass du deine Augen nicht mehr aufheben wirst zu ihnen und Ägyptens nicht mehr gedenken.

 

28 Denn so spricht der HERR HERR: Siehe, ich will dich in die Hand geben, der du feind bist, deren du überdrüssig bist.

 

29 Die sollen mit dir handeln aus Hass und alles wegführen, was du erarbeitet und erworben hast, und sollst bloß und nackt dastehen, dass deine Hurerei und Bosheit aufgedeckt werde.

 

30 Solches wird dir widerfahren um deiner Hurerei willen, damit du den Heiden nachgehurt und an ihren Götzen verunreinigt hast.

 

31 Du bist auf dem Wege deiner Schwester gegangen; darum will ich dir ihren Becher in deine Hand geben.

 

32 So spricht der HERR HERR: Du musst den Becher deiner Schwester trinken, der so tief und weit ist, dass du so viel trinken wirst, dass du davon ausschäumest und zum Spott wirst.

 

33 Du wirst voll Trunkenheit und Herzeleid werden; denn der Becher deiner Schwester Samaria ist ein Becher des Jammers und der Verwüstung.

 

34 Den sollst du trinken und ausschlürfen, und sollst die Scherben davon ablecken und deine Brüste zerreißen. Denn ich habe es geredet, spricht der HERR HERR.

 

35 Darum, so spricht der HERR HERR: Weil du mein vergessen und mich hinter deinen Rücken geworfen hast, so trage auch du deine Bosheit und Hurerei.

 

36 Und der HERR sprach zu mir: Du Menschenkind, willst du nicht Ohola und Oholiba richten? So verkündige ihnen denn ihre Greuel.

 

37 Denn sie haben die Ehe gebrochen, und Blut klebt an ihren Händen; sie haben mit ihren Götzen die Ehe gebrochen, dazu ihre Kinder, die sie mir geboren hatten, ihnen verbrannt.

 

38 Über das alles haben sie mir auch noch dies getan: Sie haben mein Heiligtum verunreinigt desselben Tages und meine Sabbate entheiligt.

 

39 Denn wenn sie ihre Kinder ihren Götzen geschlachtet hatten, gingen sie desselben Tages in mein Heiligtum, es zu entheiligen. Siehe, also haben sie in meinem Hause getan.

 

40 Und sie haben auch Boten gesandt nach Männern, die von ferne kommen sollten; und siehe, da sie kamen, wuschest du dich, schminktest du deine Augen und schmücktest dich mit Schmuck

 

41 und setztest dich auf ein prächtiges Bett, vor welchem ein Tisch zugerichtet war; darauf legtest du mein Räucherwerk und mein Öl.

 

42 Und es ging ein Geschrei von einer fröhlichen Menge daselbst; und zu den Männern, die aus der Menge des Volks herzukamen, ließ man Trinker aus der Wüste kommen; die legten Armgeschmeide an ihre Hände und schöne Kronen auf ihre Häupter.

 

43 Und ich sprach: Die da in Hurerei dahinfahren, die treiben auch mit solchen Hurerei.

 

44 Und man ging zu ihr, wie man zu einer Hure geht; also ging man auch zu Ohola und Oholiba, den bösen Weibern.

 

45 Und gerechte Männer sollen sie richten, wie man die Ehebrecherinnen und Blutschuldigen richten soll; denn sie sind Ehebrecherinnen, und Blut klebt an ihren Händen.

 

46 So spricht der HERR HERR: Führe einen großen Haufen über sie herauf und gib sie in die Hand derer, die sie plündern und rauben sollen.

 

47 Der Versammlung soll sie steinigen und mit ihren Schwertern erstechen; ihre Söhne und Töchter sollen sie erwürgen und ihre Häuser mit Feuer verbrennen.

 

48 Also will ich der Bosheit ein Ende machen im Lande, dass alle Weiber sich warnen lassen und nicht also boshaftig handeln. 49Und man wird eure Bosheit auf euch legen, und ihr müsst die Sünden eurer Abgötterei tragen; und sollt erfahren, dass ich der HERR HERR bin. 

 

 

Kapitel 24

1 Und es geschah das Wort des HERRN zu mir im neunten Jahr, im zehnten Monat, am zehnten Tag des Monats, und sprach:

 

2 Menschensohn, schreibe dir den Namen dieses Tages auf, eben dieses heutigen Tages; denn an diesem Tage hat sich der König von Babel an Jerusalem gelegt.

 

3 Und gib dem widerspenstigen Haus ein Gleichnis und sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Setze den Topf auf, gieß Wasser hinein!

 

4 Tu die Fleischstücke hinein, alle guten Stücke, Schenkel und Schulter, und fülle ihn mit den besten Knochen.

 

5 Nimm das Beste von der Herde, und zünde die Knochen darunter an. Laß es nur tüchtig sieden, daß die Knochen darin kochen.

 

6 Darum spricht Gott der HERR: Weh der Stadt der Blutschuld, dem Topf, an dem der Rost hängt und der Rost nicht davon abgeht! Stück für Stück muß heraus, man hat nicht um sie gelost.

 

7 Denn ihr Blut ist in ihr, auf einen kahlen Felsen hat sie es gelegt; sie hat es nicht auf die Erde geschüttet, daß man es mit Erde bedecken könnte.

 

8 Um den Grimm heraufzubringen zur Rache, habe ich ihr Blut auf einen kahlen Felsen gelegt, daß es nicht bedeckt werde.

 

9 Darum spricht Gott der HERR: Weh der Stadt der Blutschuld! Ich will auch einen großen Holzstoß machen.

 

10 Trage viel Holz herzu, zünde das Feuer an, daß das Fleisch gar werde und die Brühe verschwinde und die Knochen verbrennen.

 

11 Laß den Topf leer auf den Kohlen stehen, daß er heiß werde und sein Erz glühe, damit seine Unreinigkeit in ihm zergehe und sein Rost verschwinde.

 

12 Aber er hat sich nicht von dem vielen Rost reinigen lassen; darum soll er mit Feuer weggetan werden.

 

13 Deine Unreinigkeit ist so schändlich, daß ich dich reinigen wollte, du aber wolltest dich nicht reinigen lassen von deiner Unreinigkeit; darum kannst du auch nicht wieder rein werden, bis ich meinen Grimm an dir gestillt habe.

 

14 Ich, der HERR, habe es geredet; es soll kommen, und ich will es tun. Ich will nicht säumen und nicht schonen; nach deinem Wandel und nach deinen Werken soll man dich richten, spricht Gott der HERR. Darum will ich dich richten nach deinem Blut und nach deinen Werken, du Unreine, du berüchtigte, du viel widerspenstige!

 

15 Und des HERRN Wort geschah zu mir:

 

16 Menschensohn, siehe, ich will dir die Lust deiner Augen wegnehmen durch einen plötzlichen Tod; aber du sollst nicht klagen noch weinen noch eine Träne vergießen.

 

17 Seufze still, aber keine Totenklage; binde deinen Kopfschmuck nicht auf und zieh deine Schuhe an, verhülle deinen Bart nicht und iß kein Trauerbrot.

 

18 Und ich redete zum Volk am Morgen, und am Abend starb mein Weib. Und ich tat am Morgen, wie mir befohlen war.

 

19 Und das Volk sprach zu mir: Willst du uns nicht sagen, was das bedeutet, was du tust?

 

20 Und ich antwortete ihnen: Des HERRN Wort ist zu mir geschehen:

 

21 Sage dem Haus Israel: So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will mein Heiligtum entweihen, eure stolze Stärke, eurer Augen Lust und eurer Seelen Begehren; und eure Söhne und Töchter, die ihr zurückgelassen habt, werden durchs Schwert fallen.

 

22 Und ihr werdet tun, wie ich getan habe: ihr werdet euren Bart nicht verhüllen und kein Trauerbrot essen,

 

23 sondern eure Kopfbinden auf dem Haupt und eure Schuhe an den Füßen behalten; ihr werdet nicht klagen noch weinen, sondern in euren Sünden verschmachten und einer vor dem andern seufzen.

 

24 Und Hesekiel soll euch ein Zeichen sein: alles, was er getan hat, das werdet ihr auch tun; wenn es kommt, werdet ihr erkennen, daß ich Gott der HERR bin.

 

25 Und du, Menschensohn, an dem Tage, da ich ihnen ihre Stärke nehme, ihre schöne Zierde, ihrer Augen Lust und ihrer Seelen Begehren, ihre Söhne und Töchter,

 

26 an dem Tage wird ein Entronnener zu dir kommen, der es dir kundtue.

 

27 An dem Tage wird dein Mund aufgetan werden zu dem Entronnenen, und du wirst reden und nicht mehr stumm sein; und du sollst ihnen ein Zeichen sein, und sie werden erkennen, daß ich der HERR bin. 

 

 

Kapitel 25

1 Und es erging das Wort des HERRN an mich:

 

2 Menschensohn, richte dein Angesicht gegen die Ammoniter und weissage gegen sie

 

3 und sprich zu den Ammonitern: Hört das Wort des HERRN, des HERRN! So spricht der HERR, der HERR: Weil ihr über mein Heiligtum frohlockt habt, dass es entweiht wurde, und über das Land Israel, dass es verwüstet wurde, und über das Haus Juda, dass sie in die Gefangenschaft zogen,

 

4 darum, siehe, übergebe ich euch den Söhnen des Ostens zum Erbbesitz, und sie werden ihre Zeltlager bei euch aufschlagen und ihre Wohnungen in euch errichten; sie werden eure Früchte essen, und sie werden eure Milch trinken.

 

5 Und ich werde die Stadt Ammon zu einer Weide für Kamele machen und die Ammoniter zu einer Weide für Schafe; und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin.

 

6 Denn so spricht der HERR, der HERR: Weil du in die Hände geklatscht und mit dem Fuß gestampft und von ganzer Seele über das Land Israel frohlockt hast,

 

7 darum, siehe, strecke ich meine Hand gegen dich aus und gebe dich den Völkern zur Plünderung preis und rotte dich aus den Völkern aus und tilge dich aus den Ländern; und du wirst erkennen, dass ich der HERR bin.

 

8 So spricht der HERR, der HERR: Weil Moab gesagt hat: Siehe, wie alle Völker ist das Haus Israel und Juda,

 

9 darum, siehe, öffne ich die Schulter Moabs von seinen Grenzstädten her, das auserwählte Land, das Haus Asimoth oberhalb der Quelle der Meeresstadt.

 

10 Den Söhnen des Ostens habe ich sie gegen die Ammoniter zum Erbbesitz gegeben, damit der Ammoniter nicht mehr gedacht werde.

 

11 Und an Moab werde ich Vergeltung üben, und sie werden erkennen, dass ich der HERR bin.

 

12 So spricht der HERR, der HERR: Weil Edom mit Rachsucht gegen das Haus Juda gehandelt hat, indem sie sich rächten und ihnen Böses nachtrugen und Vergeltung übten,

 

13 darum, so spricht der HERR, der HERR: Ich strecke meine Hand gegen Edom aus und rotte aus ihm Menschen und Vieh aus und mache es zur Wüste, und von Teman her werden sie, mit dem Schwert verfolgt, fallen.

 

14 Und ich werde meine Rache an Edom durch die Hand meines Volkes Israel vollziehen, und sie werden an Edom handeln nach meinem Zorn und nach meinem Grimm; und sie werden meine Rache erkennen, spricht der HERR, der HERR.

 

15 Darum, so spricht der HERR, der HERR: Weil die Philister mit Rachsucht gehandelt haben und Rache geübt haben, frohlockend von Herzen, um zu vertilgen für immer,

 

16 darum, so spricht der HERR, der HERR: Siehe, ich strecke meine Hand gegen die Philister aus und rotte die Kreter aus und tilge die Übriggebliebenen, die an der Küste wohnen.

 

17 Und ich werde große Rachetaten an ihnen vollbringen, und sie werden erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich meine Rache an ihnen vollziehe. 

 

 

Kapitel 26

1 Und es geschah im elften Jahr, am ersten Tag des Monats, da geschah des HERRN Wort zu mir:

 

2 Menschensohn, weil Tyrus über Jerusalem sprach: Ha, die Pforte der Völker ist zerbrochen, sie ist mir zugefallen; ich werde voll werden, sie aber ist verwüstet,

 

3 darum spricht der HERR: Siehe, ich will an dich, Tyrus, und will viele Völker über dich heraufführen, wie das Meer seine Wellen heraufführt.

 

4 Und sie werden die Mauern von Tyrus zerstören und deine Türme niederreißen; und ich will ihren Staub von ihr wegfegen und sie zu einem kahlen Felsen machen.

 

5 Ein Trockenplatz für Fischnetze soll sie sein mitten im Meer; denn ich habe geredet, spricht der HERR; und sie soll den Völkern zur Beute werden.

 

6 Und ihre Töchter, die auf dem Felde sind, sollen mit dem Schwert getötet werden; und sie sollen erkennen, dass ich der HERR bin.

 

7 Denn so spricht der HERR: Siehe, ich will über dich kommen lassen, Tyrus, Nebukadnezar, den König von Babel, von Norden her, den König der Könige, mit Rossen und Wagen und Reitern und einer Menge sehr vieler Völker.

 

8 Der wird deine Töchter auf dem Felde mit dem Schwert töten und wird Bollwerke gegen dich aufrichten und einen Wall um dich her aufschütten und einen Schilddach gegen dich errichten und seine Spieße gegen dich richten.

 

9 Deine Mauern und deine Türme wird er mit seinen Schwertern niederreißen.

 

10 Von der Menge seiner Rosse wird ihr Staub dich bedecken; und vom Getöse seiner Reiter und der Räder seiner Wagen werden deine Mauern erbeben, wenn er in deine Tore einzieht, wie man in eine eroberte Stadt einzieht.

 

11 Mit den Hufen seiner Rosse wird er alle deine Gassen zertreten; dein Volk wird er mit dem Schwert töten, und deine starken Säulen werden zu Boden stürzen.

 

12 Und sie werden deinen Reichtum rauben und deine Waren plündern und deine Mauern niederreißen und deine schönen Häuser zerstören und deine Steine und dein Holz und deinen Staub mitten ins Meer werfen.

 

13 Und ich will die Menge deiner Sänger ein Ende machen, und der Klang deiner Harfen soll nicht mehr gehört werden.

 

14 Und ich will dich zu einem kahlen Felsen machen; ein Trockenplatz für Fischnetze sollst du sein; du sollst nicht mehr gebaut werden; denn ich, der HERR, habe geredet, spricht der HERR.

 

15 Denn so spricht der HERR: Wenn du fällst, werden nicht die Inseln erbeben, wenn die Erschlagenen seufzen, wenn das Schwert mitten in dir gezückt wird?

 

16 Und alle Fürsten des Meeres werden von ihren Thronen herabsteigen und ihre Mäntel ablegen und ihre bunten Kleider ausziehen; sie werden in Schrecken geraten, sich auf die Erde setzen und vor ihrem Untergang erschrecken und über dich klagen.

 

17 Und sie werden ein Klagelied über dich anstimmen und dir sagen: Wie bist du untergegangen, du vom Meer her, du gepriesene Stadt, die du deinen Schrecken über alle verbreitet hast, die in dir wohnten!

 

18 Und die Inseln werden erschrecken am Tage deines Falls.

 

19 Denn so spricht der HERR: Wenn ich dich zu einer verwüsteten Stadt mache, wie die Städte, die nicht mehr bewohnt werden, wenn ich die Flut über dich bringe und große Wasser dich bedecken,

 

20 so werde ich dich hinabstoßen zu denen, die in die Grube fahren, zum Volk der Vorzeit, und dich in die Tiefen der Erde versetzen, in die ewige Wüste, zu denen, die in die Grube fahren, damit du nicht mehr bewohnt werdest und nicht wieder auf dem Lande der Lebendigen stehest.

 

21 Ich will dich zum Untergang machen, und du sollst nicht mehr sein ewiglich, spricht der HERR. 

 

 

 

Kapitel 27

1 Und es erging das Wort des Herrn an mich, indem er sprach:

 

2 Menschensohn, nimm eine Totenklage auf über Tyrus

 

3 und sprich zu Tyrus, die da wohnt am Eingang des Meeres, dem Handelsplatz der Völker von vielen Inseln: So spricht der Herr, der Herr, zu Tyrus: Du hast gesagt: ‚Ich habe mir selbst meine Schönheit umgelegt.‘

 

4 Im Herzen des Meeres haben deine Söhne dir Schönheit umgelegt, durch Beelim.

 

5 Zedern vom Senir wurden für dich gebaut; Bänder von Zypressenbrettern vom Libanon wurden genommen, um dir Masten aus Tannenholz zu machen.

 

6 Aus der Baschanitis machten sie deine Ruder; deine Heiligtümer machten sie aus Elfenbein, waldige Häuser von den Inseln der Kittäer.

 

7 Byssus mit Buntwirkerei aus Ägypten wurde dir zum Lager, um dir Herrlichkeit zu verleihen und dich mit Hyazinth und Purpur von den Inseln Elischas zu umhüllen; und es wurde deine Decke.

 

8 Und deine Fürsten, die Sidon und die Aradäer bewohnen, wurden deine Ruderer; deine Weisen, Tyrus, die in dir waren, diese sind deine Steuerleute.

 

9 Die Ältesten von Byblos und ihre Weisen waren in dir; diese stärkten deinen Rat; und alle Schiffe des Meeres und ihre Ruderer wurden dir zu äußerstem Westen.

 

10 Perser und Lyder und Libyer waren in deiner Streitmacht, deine Krieger; Schilde und Helme hängten sie in dir auf; diese gaben deine Herrlichkeit.

 

11 Söhne der Aradäer und deine Streitmacht waren auf deinen Mauern, Wächter auf deinen Türmen; ihre Köcher hängten sie ringsum auf deinen Bollwerken auf; diese vollendeten deine Schönheit.

 

12 Karthager waren deine Händler aus der Fülle aller deiner Stärke; Silber und Gold und Eisen und Zinn und Blei gaben sie für deinen Markt.

 

13 Griechenland und das gesamte und die angrenzenden Gebiete, diese trieben Handel mit dir mit Menschenseelen und eherne Geräte gaben sie für deinen Handel.

 

14 Aus dem Haus Togarma gaben sie Pferde und Reiter für deinen Markt.

 

15 Söhne der Rhodier waren deine Händler; von den Inseln mehrten sie deinen Handel mit Elfenbeinzähnen, und für die Einfuhren gabst du deinen Lohn zurück,

 

16 Menschen für deinen Handel aus der Menge deines Gemischs; Stakte und Buntwirkerei aus Tarsis, und Ramot und Chorchór gaben sie für deinen Markt.

 

17 Juda und die Söhne Israels, diese waren deine Händler mit dem Verkauf von Weizen und Salben und Kassia, und zuerst Honig und Öl und Harz gaben sie in dein Gemisch.

 

18 Damaskus war dein Händler aus der Fülle aller deiner Stärke; Wein von Helbon und Wolle von Milet;

 

19 und Wein gaben sie für deinen Markt. Aus Asel ist bearbeitetes Eisen und ein Rad in deinem Gemisch.

 

20 Dedan war dein Händler mit auserlesenen Herdentieren für Wagen.

 

21 Arabien und alle Fürsten von Kedar, diese waren deine Händler durch deine Hand; Kamele und Widder und Lämmer, womit sie mit dir handeln.

 

22 Händler von Saba und Ragma, diese waren deine Händler mit den besten Gewürzen und edlen Steinen und Gold gaben sie für deinen Markt.

 

23 Haran und Kanne, diese waren deine Händler. Assur und Karman waren deine Händler,

 

24 die Handel treiben mit Hyazinth und auserlesenen Schätzen, gebunden mit Stricken und Zypressenholz.

 

25 Schiffe, in ihnen Karthager, deine Händler in der Menge in deinem Gemisch, und du wurdest erfüllt und wurdest sehr schwer im Herzen des Meeres.

 

26 In vielem Wasser führten dich deine Ruderer; der Südwind zerschmetterte dich im Herzen des Meeres.

 

27 Deine Streitkräfte und dein Lohn und dein Gemisch und deine Ruderer und deine Steuerleute und deine Ratgeber und dein Gemisch aus deinen Gemischen und alle deine Krieger, die in dir sind, und deine ganze Versammlung in deiner Mitte, sie werden fallen im Herzen des Meeres am Tag deines Sturzes.

 

28 Auf die Stimme deines Geschreis hin werden deine Steuerleute vor Furcht erschrecken,

 

29 und sie werden herabsteigen von den Schiffen, alle deine Ruderer und die Schiffsleute und die Steuermänner des Meeres; auf das Land werden sie treten

 

30 und werden über dich laut schreien mit ihrer Stimme und werden bitterlich rufen und werden auf ihr Haupt Erde legen und Asche unter sich breiten.

 

32 Und ihre Söhne werden über dich eine Totenklage aufnehmen und eine Klage für dich:

 

33 ‚Wie viel Lohn hast du gefunden vom Meer? Du hast Völker erfüllt von deiner Menge, und von deinem Gemisch hast du alle Könige der Erde reich gemacht.

 

34 Jetzt bist du zerschmettert im Meer, in der Tiefe des Wassers; dein Gemisch und deine ganze Versammlung in deiner Mitte sind gefallen, alle deine Ruderer.

 

35 Alle, die die Inseln bewohnen, sind über dich erstarrt, und ihre Könige sind in Verzückung geraten, und ihr Angesicht hat geweint.

 

36 Händler aus den Völkern haben dich angezischt; ein Untergang bist du geworden und wirst nicht mehr sein in Ewigkeit.‘ 

 

 

Kapitel 28

1 Und es erging das Wort des Herrn an mich:

 

2 Du, Menschensohn, sprich zum Fürsten von Tyrus: So spricht der Herr: Weil sich dein Herz erhoben hat und du gesagt hast: ‚Ich bin ein Gott, ich habe einen Wohnsitz Gottes mitten im Meer bewohnt‘, du aber ein Mensch bist und nicht Gott, und du dein Herz dem Herzen Gottes gleichgestellt hast,

 

3 bist du etwa weiser als Daniel? Haben dich die Weisen nicht mit ihrer Einsicht unterwiesen?

 

4 Hast du dir durch deine Einsicht oder deine Klugheit Macht verschafft und Gold und Silber in deinen Schätzen?

 

5 Durch deine große Einsicht und deinen Handel hast du deine Macht gemehrt, dein Herz hat sich erhoben ob deiner Macht.

 

6 Darum spricht der Herr: Weil du dein Herz dem Herzen Gottes gleichgestellt hast,

 

7 siehe, so bringe ich über dich Fremde, die Pestvölker, und sie werden ihre Schwerter gegen dich ziehen und gegen die Schönheit deiner Einsicht und werden deine Schönheit ins Verderben stürzen,

 

8 und sie werden dich hinabstürzen, und du wirst den Tod der Erschlagenen sterben mitten im Meer.

 

9 Wirst du dann noch sagen: ‚Ich bin ein Gott‘ vor denen, die dich töten? Du aber bist ein Mensch und nicht Gott. In der Menge

 

10 der Unbeschnittenen wirst du umkommen in den Händen der Fremden; denn ich habe geredet, spricht der Herr.

 

11 Und es erging das Wort des Herrn an mich:

 

12 Menschensohn, stimme eine Totenklage an über den Fürsten von Tyrus und sprich zu ihm: So spricht der Herr, der Herr: Du warst ein Siegel der Vollendung und eine Krone der Schönheit,

 

13 im Wonnegefüge des Paradieses Gottes warst du; mit allerlei edlen Steinen warst du geschmückt: Sarder, Topas, Smaragd, Karfunkel, Saphir, Jaspis, Silber, Gold, Ligurion, Achat, Amethyst, Chrysolith, Beryll und Onyx; und mit Gold fülltest du deine Schätze und deine Vorratskammern in dir von dem Tage an, da du erschaffen wurdest.

 

14 Zusammen mit dem Cherub stellte ich dich auf den heiligen Berg Gottes; du warst inmitten feuriger Steine.

 

15 Du warst untadelig in deinen Tagen von dem Tage an, da du erschaffen wurdest, bis Unrecht an dir gefunden wurde.

 

16 Durch die Fülle deines Handels fülltest du deine Kammern mit Frevel, und du sündigtest und wurdest vom Berg Gottes verwundet, und der Cherub führte dich hinweg aus der Mitte der feurigen Steine.

 

17 Dein Herz erhob sich ob deiner Schönheit, deine Einsicht verdarb mit deiner Schönheit; wegen der Menge deiner Sünden warf ich dich auf die Erde, vor Könige stellte ich dich hin, um ein Schauspiel zu sein.

 

18 Wegen der Menge deiner Sünden und der Ungerechtigkeiten deines Handels entweihtest du deine Heiligtümer; und ich werde Feuer aus deiner Mitte hervorgehen lassen, das wird dich verzehren; und ich werde dich zu Asche machen auf deiner Erde vor allen, die dich sehen.

 

19 Und alle, die dich kennen unter den Völkern, werden über dich entsetzt sein; du bist zum Untergang geworden und wirst nicht mehr sein in Ewigkeit.

 

20 Und es erging das Wort des Herrn an mich:

 

21 Menschensohn, richte dein Angesicht gegen Sidon und weissage gegen es

 

22 und sprich: So spricht der Herr: Siehe, ich komme über dich, Sidon, und ich werde mich in dir verherrlichen, und du wirst erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich Gerichte an dir vollziehe, und ich werde mich in dir als heilig erweisen.

 

23 Blut und Tod auf deinen Straßen, und Erschlagene durch Schwerter werden in dir fallen rings um dich her; und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.

 

24 Und es wird für das Haus Israel keinen Dorn des Schmerzes und keine Stachel der Pein mehr geben von allen, die rings um sie sind, die sie verachtet haben; und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.

 

25 So spricht der Herr, der Herr: Und ich werde Israel sammeln aus den Völkern, wohin sie zerstreut wurden, und ich werde mich in ihnen als heilig erweisen vor den Völkern und den Nationen; und sie werden wohnen auf ihrem Land, das ich meinem Knecht Jakob gegeben habe,

 

26 und sie werden darauf wohnen in Hoffnung und Häuser bauen und Weinberge pflanzen und in Hoffnung wohnen, wenn ich Gericht halte an allen, die sie verachtet haben rings um sie her; und sie werden erkennen, dass ich der Herr, ihr Gott, und der Gott ihrer Väter bin. 

 

 

Kapitel 29

1 Im zehnten Jahr, am zehnten Monat, am Ersten des Monats, erging das Wort des Herrn an mich:

 

2 Menschensohn, richte dein Angesicht gegen den Pharao, den König von Ägypten, und weissage gegen ihn und gegen ganz Ägypten.

 

3 Und sprich: So spricht der Herr, siehe, ich komme über den Pharao, den großen Drachen, der inmitten seiner Ströme liegt, der spricht: Mein sind die Ströme, und ich habe sie gemacht.

 

4 Und ich werde Haken in deine Kinnladen legen und die Fische deines Stromes an deine Schuppen heften und dich aus der Mitte deines Stromes heraufziehen, samt allen Fischen deines Stromes.

 

5 Und ich werde dich schnell niederwerfen und alle Fische deines Stromes; auf die Fläche des Feldes wirst du fallen, und du wirst nicht aufgelesen und nicht bestattet werden; den Tieren der Erde und den Vögeln des Himmels habe ich dich zum Fraß gegeben.

 

6 Und alle Bewohner Ägyptens werden erkennen, dass ich der Herr bin, weil du dem Haus Israel ein Rohrstab gewesen bist.

 

7 Als sie dich mit ihrer Hand ergriffen, zerbrachst du; und als jede Hand über sie mächtig wurde und als sie sich auf dich stützten, zerbrachst du und zermalmtest ihnen alle Lenden.

 

8 Darum, so spricht der Herr, siehe, ich bringe das Schwert über dich und werde Menschen und Vieh von dir vertilgen.

 

9 Und das Land Ägypten wird zur Wüste und Einöde werden, und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin, weil du sprichst: Die Ströme sind mein, und ich habe sie gemacht.

 

10 Darum, siehe, ich komme über dich und über alle deine Ströme und werde das Land Ägypten zur Wüste und zum Schwert und zur Verwüstung machen, von Migdol bis Syene und bis an die Grenze Äthiopiens.

 

11 Kein Fuß eines Menschen wird es durchziehen, und kein Fuß eines Viehs wird es durchziehen, und es wird vierzig Jahre lang unbewohnt sein.

 

12 Und ich werde sein Land zur Wüste machen inmitten verwüsteter Länder, und seine Städte werden inmitten verwüsteter Städte vierzig Jahre lang sein; und ich werde Ägypten unter die Völker zerstreuen und sie in die Länder verwehen.

 

13 So spricht der Herr: Nach vierzig Jahren werde ich die Ägypter aus den Völkern sammeln, wohin sie zerstreut worden sind,

 

14 und werde die Gefangenschaft der Ägypter wenden und sie in das Land Pathros zurückbringen, in das Land, woher sie genommen wurden; und es wird ein niedriges Königreich sein

 

15 vor allen Königreichen, es wird sich nicht mehr über die Völker erheben, und ich werde sie gering machen, dass sie nicht mehr zahlreich unter den Völkern seien.

 

16 Und sie werden dem Haus Israel nicht mehr zur Hoffnung dienen, die an die Schuld erinnert, wenn sie ihnen nachfolgen; und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.

 

17 Und es geschah im siebenundzwanzigsten Jahr, am Ersten des ersten Monats, da erging das Wort des Herrn an mich:

 

18 Menschensohn, Nebukadnezar, der König von Babel, hat sein Heer mit großer Mühsal gegen Tyrus dienen lassen; jedes Haupt ist kahl geworden, und jede Schulter ist abgeschürft; und Lohn ist ihm und seinem Heer von Tyrus nicht zuteilgeworden für die Mühsal, die sie dagegen geleistet haben.

 

19 Darum, so spricht der Herr, siehe, ich gebe dem Nebukadnezar, dem König von Babel, das Land Ägypten, und er wird seinen Reichtum rauben und seine Beute plündern, und es wird der Lohn für sein Heer sein.

 

20 Für seinen Dienst, den er gegen Tyrus geleistet hat, gebe ich ihm das Land Ägypten, spricht der Herr.

 

21 An jenem Tag werde ich dem Haus Israel ein Horn hervorsprossen lassen, und dir werde ich einen offenen Mund in ihrer Mitte geben; und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin. 

 

 

Kapitel 30

1 Und es erging das Wort des Herrn an mich:

 

2 Menschensohn, weissage und sprich: So spricht der Herr, der Herr: Wehe, wehe über den Tag!

 

3 Denn nahe ist der Tag des Herrn, ein Tag des Endes für die Völker wird er sein.

 

4 Und das Schwert wird über Ägypten kommen, und Bestürzung wird in Äthiopien sein, und Erschlagene werden in Ägypten fallen, und seine Grundfesten werden einstürzen.

 

5 Perser und Kreter und Lyder und Libyer und alle Vermischten und die Söhne meines Bundes werden durch das Schwert in ihm fallen.

 

6 Und die Stützen Ägyptens werden fallen, und der Übermut seiner Stärke wird herabsteigen von Migdol bis Syene; durch das Schwert werden sie in ihm fallen, spricht der Herr, der Herr.

 

7 Und es wird verwüstet werden inmitten verwüsteter Länder, und ihre Städte werden inmitten verwüsteter Städte sein.

 

8 Und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich Feuer über Ägypten lege und alle, die ihm helfen, zerschmettert werden.

 

9An jenem Tag werden Boten eilends ausziehen, um Äthiopien zu vernichten, und Bestürzung wird unter ihnen sein am Tag Ägyptens, denn siehe, es kommt.

 

10 So spricht der Herr, der Herr: Und ich werde die Menge der Ägypter vernichten durch die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel,

11 seiner und seines Volkes; Seuchen, von den Völkern gesandt, um das Land zu vernichten, und sie alle werden ihre Schwerter gegen Ägypten ziehen, und das Land wird voller Verwundeter sein.

 

12 Und ich werde ihre Ströme zur Wüste machen und das Land und seine Fülle vernichten in der Hand von Fremden; ich, der Herr, habe geredet.

 

13 Denn so spricht der Herr, der Herr: Und ich werde die Großen aus Memphis vernichten und die Fürsten aus dem Land Ägypten, und sie werden nicht mehr sein.

 

14 Und ich werde das Land Pathros vernichten und Feuer über Tafnis legen und Vergeltung üben in Diospolis

 

15 und meinen Zorn ausgießen über Sin, die Stärke Ägyptens, und die Menge von Memphis vernichten.

 

16 Und ich werde Feuer über Ägypten legen, und Syene wird in großer Bestürzung sein, und in Diospolis wird ein Durchbruch sein und Wasser werden ausgegossen.

 

17 Die Jünglinge von Heliopolis und Bubastis werden durch das Schwert fallen, und die Frauen werden in die Gefangenschaft ziehen.

 

18 Und in Tachpanhes wird der Tag sich verfinstern, wenn ich dort die Zepter Ägyptens zerbreche, und der Übermut seiner Stärke wird dort vergehen, und eine Wolke wird es bedecken, und seine Töchter werden als Gefangene weggeführt werden.

 

19 Und ich werde Gericht halten in Ägypten, und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.

 

20 Und es geschah im elften Jahr, im ersten Monat, am siebten des Monats, da erging das Wort des Herrn an mich:

 

21 Menschensohn, die Arme des Pharao, des Königs von Ägypten, habe ich zerschmettert, und siehe, sie wurden nicht verbunden, um Heilung zu erlangen, um ihm einen Verband anzulegen, um ihm Kraft zu geben, das Schwert zu ergreifen.

 

22 Darum spricht der Herr, der Herr: Siehe, ich komme über den Pharao, den König von Ägypten, und ich werde seine Arme zerschmettern, die starken und die ausgestreckten, und ich werde sein Schwert aus seiner Hand fallen lassen

 

23 und werde Ägypten unter die Völker zerstreuen und sie in die Länder verwehen.

 

24 Und ich werde die Arme des Königs von Babel stärken und mein Schwert in seine Hand geben, und er wird es gegen Ägypten führen und seine Beute rauben und seine Schätze plündern.

 

25 Und ich werde die Arme des Königs von Babel stärken, die Arme des Pharao aber werden fallen; und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich mein Schwert in die Hand des Königs von Babel gebe und er es gegen das Land Ägypten ausstreckt.

 

26 Und ich werde Ägypten unter die Völker zerstreuen und sie in die Länder verwehen; und alle werden erkennen, dass ich der Herr bin. 

 

 

Kapitel 31

1 Und es geschah im elften Jahr, im dritten Monat, am ersten Tag des Monats, geschah das Wort des HERRN zu mir:

 

2 Menschensohn, sprich zum Pharao, dem König von Ägypten, und zu seiner Menge: Wem bist du gleich geworden in deiner Höhe?

 

3 Siehe, Assur war eine Zeder auf dem Libanon, schön an Zweigen und hoch an Wuchs, und sein Wipfel reichte bis in die Wolken.

 

4 Wasser zog ihn groß, die Flut machte ihn hoch; ihre Ströme führte sie rings um seine Pflanzen und ihre Kanäle sandte sie zu allen Bäumen des Feldes.

 

5 Darum wurde sein Wuchs höher als alle Bäume des Feldes, und seine Äste wurden breit von vielen Wassern.

 

6 In seinen Zweigen nisteten alle Vögel des Himmels, und unter seinen Ästen gebaren alle Tiere des Feldes, in seinem Schatten wohnte alle Menge der Völker.

 

7 Und er war schön in seiner Höhe wegen der Menge seiner Äste, denn seine Wurzeln waren zu vielem Wasser geworden.

 

8 Solche Zedern sind nicht im Garten Gottes gewesen; und die Fichten waren seinen Zweigen nicht gleich, und die Tannen wurden seinen Ästen nicht gleich; kein Baum im Garten Gottes kam ihm an Schönheit gleich.

 

9 Wegen der Menge seiner Äste, und die Bäume des Gartens der Wonne Gottes beneideten ihn.

 

10 Darum spricht der Herr, GOTT: Weil du groß geworden bist an Wuchs und deinen Wipfel bis in die Wolken gesandt hast, und ich ihn sah, als er erhöht war,

 

11 so habe ich ihn in die Hand des Herrschers der Völker gegeben; der hat mit ihm nach seinem Gutdünken gehandelt.

 

12 Und Fremde, die Gewalttätigsten der Völker, haben ihn vernichtet und ihn auf die Berge hingeworfen; in allen Tälern sind seine Äste gefallen, und seine Zweige sind zerbrochen in allen Gründen der Erde; und alle Völker der Erde sind aus seinem Schatten weggezogen und haben ihn liegen lassen.

 

13 Auf seinen Sturz haben sich alle Vögel des Himmels niedergelassen, und auf seinen Zweigen lag alles Getier des Feldes,

 

14 damit sich nicht alle Bäume am Wasser in ihrer Größe überheben und ihren Wipfel bis in die Wolken senden und sich in ihrer Höhe brüsten; denn sie alle sind dem Tod preisgegeben, in die Tiefe der Erde, mitten unter den Menschenkindern, zu denen, die in die Grube hinabfahren. —

 

15 So spricht der Herr, GOTT: An dem Tag, da er ins Totenreich hinabfuhr, da trauerte die Flut über ihn, und ich hemmte ihre Ströme und hielt die vielen Wasser zurück, und der Libanon verfinsterte sich über ihm, und alle Bäume des Feldes verschmachteten seinetwegen.

 

16Vom Krachen seines Falles erbebten die Völker, als ich ihn ins Totenreich hinabstürzen ließ zu denen, die in die Grube fahren; und es trösteten sich in der Unterwelt alle Bäume der Wonne und die auserlesenen des Libanon, alle, die am Wasser tranken.

 

17Auch sie sind mit ihm ins Totenreich hinabgefahren zu den vom Schwert Erschlagenen, und die ihm als Arm dienten, die in seinem Schatten wohnten mitten unter den Völkern.

 

18Wem bist du gleich geworden? So fahre hin und fahre hinab mit den Bäumen der Wonne in die Tiefe der Erde! Mitten unter den Unbeschnittenen wirst du liegen bei den vom Schwert Erschlagenen. So ergeht es dem Pharao und seiner ganzen Menge, spricht der Herr, GOTT. 

 

 

Kapitel 32

1 Und es geschah im elften Jahr, im zwölften Monat, am ersten Tag des Monats, geschah das Wort des HERRN zu mir:

 

2 Menschensohn, stimme eine Totenklage an über den Pharao, den König von Ägypten, und sprich zu ihm: Du warst einem Löwen der Völker gleich, und du warst wie ein Drache im Meer, und du stießest mit deinen Strömen und trübtest das Wasser mit deinen Füßen und zertratest deine Ströme.

 

3 So spricht der Herr, HERR: Und ich werde ein Netz vieler Völker über dich werfen, und sie werden dich in meinem Angel heraufziehen.

 

4 Und ich werde dich auf das Land werfen, auf das freie Feld werde ich dich schleudern, und alle Vögel des Himmels werde ich auf dich setzen, und von dir werde ich alle Tiere der ganzen Erde sättigen.

 

5 Und ich werde dein Fleisch auf die Berge legen und die Täler mit deiner Masse füllen.

 

6 Und ich werde das Land mit deinem Ausfluss tränken von deiner Masse auf den Bergen, und die Bachbetten werde ich mit dir füllen.

 

7 Und wenn ich dich auslösche, werde ich den Himmel verhüllen und seine Sterne verfinstern; die Sonne werde ich mit einer Wolke bedecken, und der Mond wird sein Licht nicht scheinen lassen.

 

8 Alle Lichter, die am Himmel leuchten, werde ich über dir verfinstern, und ich werde Finsternis über dein Land bringen, spricht der Herr, HERR.

 

9 Und ich werde das Herz vieler Völker erzürnen, wenn ich deine Gefangenschaft unter die Nationen bringe, in Länder, die du nicht kanntest.

 

10 Und viele Völker werden sich über dich entsetzen, und ihre Könige werden vor Schauder erstarren, wenn ich mein Schwert vor ihren Angesichtern schwinge, und sie werden von Tag deines Falles an auf ihren Fall warten.

 

11 Denn so spricht der Herr, HERR: Das Schwert des Königs von Babel wird über dich kommen.

 

12 Durch die Schwerter der Helden werde ich deine Menge fällen; die Gewalttätigsten der Völker sind alle, und sie werden den Stolz Ägyptens vernichten, und all seine Menge wird vertilgt werden.

 

13 Und ich werde all sein Vieh am großen Wasser umkommen lassen, und kein Menschenfuß wird es mehr trüben, und keine Klaue des Viehs wird es zertreten.

 

14 Dann werde ich ihre Wasser beruhigen lassen, und ihre Ströme werden wie Öl dahingehen, spricht der Herr, HERR.

 

15 Wenn ich Ägypten zur Wüste mache und das Land verödet, samt seiner Fülle, wenn ich alle zerstreue, die darin wohnen, dann werden sie erkennen, dass ich der HERR bin.

 

16 Eine Totenklage ist es, und man wird sie klagen; die Töchter der Völker werden sie klagen; über Ägypten und über all seine Menge werden sie sie klagen, spricht der Herr, HERR.

 

17 Und es geschah im zwölften Jahr, am fünfzehnten Tag des ersten Monats, geschah das Wort des HERRN zu mir:

 

18 Menschensohn, klage über die Menge Ägyptens und stürze sie hinab, sie und die Töchter der herrlichen Völker, in die unteren Teile der Erde, zu denen, die in die Grube hinabgefahren sind.

 

20 Inmitten der vom Schwert Erschlagenen werden sie mit ihm fallen, und all seine Menge wird sich niederlegen.

 

21 Und die Helden werden zu dir sprechen: In der Tiefe der Grube liege! Wem bist du gleich? Steige hinab und lege dich zu den Unbeschnittenen, inmitten der vom Schwert Erschlagenen!

 

22 Dort ist Assur und all seine Schar, rings um sein Grab sind sie alle erschlagen, die durchs Schwert gefallen sind, 23die ihren Schrecken verbreiteten im Land der Lebendigen.

 

24 Dort ist Elam und all seine Menge rings um sein Grab, sie alle sind erschlagen, durchs Schwert gefallen und hinabgefahren als Unbeschnittene in die unteren Teile der Erde, die ihren Schrecken verbreiteten im Land der Lebendigen; und sie tragen ihre Schande mit denen, die in die Grube hinabgefahren sind.

 

25 Inmitten der Erschlagenen hat man ein Lager für ihn gemacht unter all seiner Menge; rings um ihn her sind ihre Gräber, sie alle sind unbeschnitten, vom Schwert erschlagen, denn ihr Schrecken verbreitete sich im Land der Lebendigen, und sie tragen ihre Schande mit denen, die in die Grube hinabgefahren sind; inmitten der Erschlagenen hat man ihn hingelegt.

 

26 Dort sind Mesech und Tubal und all ihre Menge rings um ihr Grab, sie alle sind unbeschnitten, vom Schwert erschlagen, weil sie ihren Schrecken verbreiteten im Land der Lebendigen.

 

27 Und sie liegen nicht bei den Helden, die von alters her gefallen sind, die in ihre Unterwelt hinabfuhren mit ihren Kriegswaffen und ihre Schwerter unter ihre Häupter legten; aber ihre Schuld lastet auf ihren Gebeinen, denn sie waren ein Schrecken der Helden im Land der Lebendigen.

 

28 Auch du wirst inmitten der Unbeschnittenen zerschmettert werden und bei den vom Schwert Erschlagenen liegen.

 

29 Dort sind die Fürsten des Nordens insgesamt und alle Sidonier, die hinabgefahren sind mit den Erschlagenen, trotz ihres Schreckens, den sie durch ihre Stärke verbreiteten, und sie liegen als Unbeschnittene bei den vom Schwert Erschlagenen und tragen ihre Schande mit denen, die in die Grube hinabgefahren sind.

 

30 Dich wird der Pharao sehen, und er wird sich trösten über all seine Menge, die erschlagen ist, der Pharao und sein ganzes Heer, spricht der Herr, HERR.

 

31 Denn ich habe meinen Schrecken verbreiten lassen im Land der Lebendigen, und er wird inmitten der Unbeschnittenen bei den vom Schwert Erschlagenen liegen, der Pharao und all seine Menge, spricht der Herr, HERR. 

 

 

Kapitel 33

1 Und es erging das Wort des HERRN an mich:

 

2 Menschensohn, rede zu den Söhnen deines Volkes und sprich zu ihnen: Wenn ich ein Schwert über ein Land bringe und das Volk des Landes einen Mann aus seiner Mitte nimmt und ihn zu seinem Wächter bestellt,

 

3 und er sieht das Schwert über das Land kommen und stößt in die Posaune und warnt das Volk,

 

4 und wer den Schall der Posaune hört, sich aber nicht warnen lässt, und das Schwert kommt und rafft ihn hinweg, so kommt sein Blut auf sein eigenes Haupt.

 

5 Denn er hörte den Schall der Posaune, ließ sich aber nicht warnen; darum kommt sein Blut auf ihn. Wer sich aber warnen ließ, der hat sein Leben gerettet.

 

6 Wenn aber der Wächter das Schwert kommen sieht und nicht in die Posaune stößt und das Volk nicht gewarnt wird, und das Schwert kommt und nimmt jemanden von ihnen hinweg, so wird dieser zwar um seiner eigenen Schuld willen hingerafft, aber sein Blut fordere ich von der Hand des Wächters.

 

7 Und du, Menschensohn, ich habe dich zum Wächter gesetzt über das Haus Israel. Du sollst das Wort aus meinem Mund hören und sie von mir warnen.

 

8 Wenn ich zu dem Gottlosen sage: Du musst sterben!, und du warnst ihn nicht, um den Gottlosen von seinem Weg abzubringen, so wird der Gottlose um seiner Schuld willen sterben, aber sein Blut fordere ich von deiner Hand.

 

9 Wenn du aber den Gottlosen vor seinem Weg gewarnt hast, dass er von ihm umkehre, und er kehrt nicht um von seinem Weg, so wird er um seiner Gottlosigkeit willen sterben, du aber hast dein Leben gerettet.

 

10 Und du, Menschensohn, sprich zum Haus Israel: So habt ihr gesagt: Unsere Abtrünnigkeiten und unsere Sünden lasten auf uns, und wir schwinden dahin in ihnen; wie können wir am Leben bleiben?

 

11 Sprich zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR, ich habe kein Gefallen am Tod des Gottlosen, sondern daran, dass der Gottlose umkehrt von seinem Weg und lebt. Kehrt um, kehrt um von euren bösen Wegen! Warum wollt ihr sterben, Haus Israel?

 

12 Und du, Menschensohn, sprich zu den Söhnen deines Volkes: Die Gerechtigkeit des Gerechten wird ihn nicht retten an dem Tag, da er sündigt; und die Gottlosigkeit des Gottlosen wird ihn nicht zu Fall bringen an dem Tag, da er von seiner Gottlosigkeit umkehrt; und der Gerechte kann nicht am Leben bleiben um seiner Gerechtigkeit willen an dem Tag, da er sündigt.

 

13 Wenn ich zu dem Gerechten sage: Er soll leben!, und er verlässt sich auf seine Gerechtigkeit und tut Unrecht, so wird an all seine Gerechtigkeit nicht mehr gedacht; wegen des Unrechts, das er getan hat, wird er sterben.

 

14 Und wenn ich zu dem Gottlosen sage: Du musst sterben!, und er kehrt um von seiner Sünde und tut, was recht und gut ist,

 

15 und gibt das Pfand zurück und erstattet das Geraubte und wandelt in den Satzungen des Lebens, sodass er kein Unrecht tut, so wird er leben und nicht sterben.

 

16 An all seine Sünden, die er begangen hat, wird nicht mehr gedacht; denn er hat getan, was recht und gut ist, darum wird er leben.

 

17 Aber die Söhne deines Volkes sagen: Der Weg des HERRN ist nicht recht! Dabei ist ihr eigener Weg nicht recht.

 

18 Wenn der Gerechte von seiner Gerechtigkeit abweicht und Unrecht tut, so wird er darin sterben.

 

19 Und wenn der Gottlose von seiner Gottlosigkeit umkehrt und tut, was recht und gut ist, so wird er darum leben.

 

20 Und doch sagt ihr: Der Weg des HERRN ist nicht recht! Ich will euch richten, einen jeden nach seinem Weg, Haus Israel.

 

21 Und es geschah im zwölften Jahr unserer Gefangenschaft, im zehnten Monat, am fünften Tag des Monats, da kam ein Entronnener aus Jerusalem zu mir und sprach: Die Stadt ist eingenommen!

 

22 Und die Hand des HERRN war über mir am Abend, bevor der Entronnene kam, und er öffnete mir den Mund, bis jener am Morgen zu mir kam; und mein Mund war geöffnet und blieb nicht länger verschlossen.

 

23 Und das Wort des HERRN erging an mich:

 

24 Menschensohn, die Bewohner jener Trümmerstätten im Land Israel sagen: Abraham war nur einer und hat das Land in Besitz genommen; wir aber sind viele, uns ist das Land zum Besitz gegeben.

 

25 Darum sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR:

 

27 So wahr ich lebe, die in den Trümmerstätten werden durchs Schwert fallen, und die auf dem freien Feld gebe ich den Tieren des Feldes zum Fraß, und die in den Festungen und in den Höhlen werde ich durch die Pest umbringen.

 

28 Und ich mache das Land zur Wüste, und der Stolz seiner Stärke soll vergehen, und die Berge Israels sollen verwüstet werden, sodass niemand mehr hindurchzieht.

 

29 Und sie werden erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich ihr Land zur Wüste mache, weil sie all ihre Gräuel verübt haben.

 

30 Und du, Menschensohn, die Söhne deines Volkes reden über dich an den Mauern und in den Türen der Häuser und einer spricht zum anderen: Kommt und hört, was für ein Wort vom HERRN ausgeht!

 

31 Und sie kommen zu dir wie eine Volksmenge und setzen sich vor dich und hören deine Worte, aber sie tun sie nicht; denn mit ihrem Mund machen sie viele Worte, aber ihr Herz geht ihren bösen Gewinnsuchten nach.

 

32 Und siehe, du bist für sie wie ein Liebeslied eines, der eine schöne Stimme hat und gut spielt; sie hören deine Worte, aber sie tun sie nicht.

 

33 Wenn es aber kommt – siehe, es kommt! –, dann werden sie erkennen, dass ein Prophet in ihrer Mitte war. 

 

 

 

Kapitel 34

1 Und des HERRN Wort geschah zu mir und sprach:

 

2 Du Menschenkind, weissage gegen die Hirten Israels, weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen nicht die Hirten die Herde weiden?

 

3 Ihr esset das Fett und kleidet euch mit der Wolle und schlachtet das Gemästete, aber die Schafe weidet ihr nicht.

 

4 Das Schwache habt ihr nicht gestärkt, und das Kranke nicht geheilt, das Verwundete nicht verbunden, das Verirrte nicht zurückgebracht, das Verlorene nicht gesucht, sondern mit Gewalt und Härte habt ihr über sie geherrscht.

 

5 Und meine Schafe sind zerstreut worden, weil kein Hirte da war, und sind allen Tieren des Feldes zum Fraß geworden und haben sich zerstreut.

 

6 Meine Schafe irren umher auf allen Bergen und auf jedem hohen Hügel; ja, über das ganze Land hin haben sich meine Schafe zerstreut, und niemand war da, der nach ihnen fragte oder sie suchte.

 

7 Darum, ihr Hirten, höret des HERRN Wort!

 

8 So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: Weil meine Schafe zum Raub geworden sind und meine Schafe allen Tieren des Feldes zum Fraß dienen müssen, weil kein Hirte da war, und meine Hirten nicht nach meinen Schafen fragten, sondern die Hirten sich selbst weideten, aber meine Schafe nicht weideten,

 

9 darum, ihr Hirten, höret des HERRN Wort!

 

10 So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will an die Hirten und will meine Schafe von ihren Händen fordern; ich will ein Ende damit machen, dass sie meine Schafe weiden, und die Hirten sollen sich nicht mehr selbst weiden; und ich will meine Schafe erretten aus ihrem Rachen, dass sie ihnen nicht mehr zur Speise dienen.

 

11 Denn so spricht Gott der HERR: Siehe, ich selbst will mich meiner Schafe annehmen und sie suchen.

 

12 Wie ein Hirte seine Herde sucht, wenn er mitten unter seinen zerstreuten Schafen ist, so will ich mich meiner Schafe annehmen und sie erretten aus allen Orten, wohin sie zerstreut worden sind am Tage der Wolken und des Dunkels.

 

13 Und ich will sie herausführen aus den Völkern und sie sammeln aus den Ländern und will sie in ihr Land bringen; und ich will sie weiden auf den Bergen Israels, in den Tälern und an allen Wohnplätzen des Landes.

 

14 Auf einer guten Weide will ich sie weiden, und auf den hohen Bergen Israels soll ihre Hürde sein; dort werden sie sich lagern und in einer guten Weide ruhen und auf den Bergen Israels fette Weide haben.

 

15 Ich selbst will meine Schafe weiden, und ich will sie lagern, spricht Gott der HERR.

 

16 Das Verlorene will ich suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken; das Fette aber und das Starke will ich bewahren; ich will sie weiden, wie es recht ist.

 

17 Und zu euch, meine Schafe, spricht Gott der HERR: Siehe, ich will richten zwischen Schaf und Schaf, zwischen Widdern und Böcken.

 

18 Ist es euch nicht genug, dass ihr die gute Weide abfresst, und müsst das Übrige eurer Weide mit euren Füßen zertreten? Und dass ihr das klare Wasser trinkt, und müsst das Übrige mit euren Füßen trüben?

 

19 So müssen meine Schafe das von euren Füßen Zertretene fressen und das von euren Füßen Getrübte trinken.

 

20 Darum spricht Gott der HERR also zu ihnen: Siehe, ich will richten zwischen dem fetten und dem mageren Schaf.

 

21 Weil ihr mit der Seite und mit der Schulter drängt und mit euren Hörnern alle schwachen Schafe stoßt, bis ihr sie hinausgetrieben habt,

 

22 so will ich meinen Schafen helfen, dass sie nicht mehr zum Raub werden, und will richten zwischen Schaf und Schaf.

 

23 Und ich will ihnen einen einzigen Hirten erwecken, der sie weiden soll, nämlich meinen Knecht David; der wird sie weiden und soll ihr Hirte sein.

 

24 Und ich, der HERR, will ihr Gott sein, und mein Knecht David soll Fürst in ihrer Mitte sein. Ich, der HERR, habe es geredet.

 

25 Und ich will einen Bund des Friedens mit ihnen schließen und will die bösen Tiere aus dem Lande vertilgen, dass sie sicher wohnen in der Wüste und in den Wäldern schlafen.

 

26 Und ich will sie und die Umgebung meines Hügels segnen und will den Regen fallen lassen zu seiner Zeit; das sollen gnädige Regen sein.

 

27Und die Bäume auf dem Felde werden ihre Früchte bringen, und das Land wird seinen Ertrag geben, und sie werden sicher in ihrem Lande wohnen; und sie werden erfahren, dass ich der HERR bin, wenn ich die Stäbe ihres Joches zerbreche und sie errette aus der Hand derer, die sie knechten.

 

28 Und sie werden nicht mehr den Heiden zum Raub dienen, und die Tiere des Landes sollen sie nicht mehr fressen; sondern sie werden sicher wohnen, und niemand wird sie schrecken.

 

29 Und ich will ihnen eine Pflanzung des Friedens erwecken, dass sie nicht mehr durch Hunger im Lande dahingerafft werden und nicht mehr die Schmach der Heiden tragen müssen.

 

30 Und sie werden erfahren, dass ich, der HERR, ihr Gott, bei ihnen bin, und dass sie, das Haus Israel, mein Volk sind, spricht Gott der HERR.

 

31 Ihr aber seid meine Schafe, Schafe meiner Weide, und ich bin euer Gott, spricht Gott der HERR. 

 

 

Kapitel 35

1 Und es erging das Wort des HERRN an mich:

 

2 Menschensohn, richte dein Angesicht gegen das Gebirge Seir und weissage gegen es

 

3 und sprich: So spricht Gott, der HERR: Siehe, ich will an dich, Gebirge Seir, und will meine Hand gegen dich ausstrecken und dich zur Wüste machen, und du sollst verwüstet werden.

 

4 Und ich will deine Städte zur Einöde machen, und du sollst eine Wüste sein; und du sollst erkennen, dass ich der HERR bin.

 

5 Weil du eine ewige Feindschaft hattest und die Kinder Israel mit List dem Schwert überliefert hast zur Zeit ihrer Not, zur Zeit der letzten Strafe,

 

6 darum, so wahr ich lebe, spricht Gott, der HERR, ich will dich dem Blut preisgeben, und Blut wird dich verfolgen.

 

7 Und ich will das Gebirge Seir zur Wüste und Einöde machen und von ihm Menschen und Vieh ausrotten.

 

8 Und ich will deine Berge und deine Täler mit Erschlagenen füllen, und auf allen deinen Hügeln sollen Erschlagene durchs Schwert fallen.

 

9 Ich will dich zur ewigen Wüste machen, und deine Städte sollen nicht mehr bewohnt werden; und du sollst erkennen, dass ich der HERR bin.

 

10 Weil du sprichst: Diese beiden Völker und diese beiden Länder sollen mein sein, und ich will sie besitzen, obwohl der HERR dort ist,

 

11 darum, so wahr ich lebe, spricht Gott, der HERR, ich will nach deinem Hass mit dir verfahren und mich dir zu erkennen geben, wenn ich dich richte.

 

12 Und du sollst erkennen, dass ich der HERR bin. Ich habe deine Lästerungen gehört, dass du sprichst: Die Berge Israels sind verwüstet, uns sind sie zum Fraß gegeben.

 

13 Und du hast mit deinem Mund großgetan gegen mich; ich habe es gehört.

 

14 So spricht Gott, der HERR: Wenn die ganze Erde fröhlich ist, will ich dich zur Wüste machen.

 

15 Du sollst eine Wüste sein, Gebirge Seir, und ganz Edom soll vertilgt werden; und du sollst erkennen, dass ich der HERR, ihr Gott, bin. 

 

 

Kapitel 36

1 Und du, Menschensohn, weissage gegen die Berge Israels und sprich zu den Bergen Israels: Hört das Wort des Herrn!

 

2 So spricht Gott, der Herr: Weil der Feind über euch gesagt hat: „Ha! Die ewigen Höhen sind uns zum Besitz geworden!“,

 

3 darum weissage und sprich: So spricht Gott, der Herr: Weil man euch verachtet und hasst ringsum, damit ihr den übrigen Völkern zum Besitz werdet, und ihr zum Gerede der Zunge und zum Schmähwort unter den Völkern geworden seid,

 

4 darum, ihr Berge Israels, hört das Wort des Herrn: So spricht Gott, der Herr zu den Bergen und Hügeln, zu den Schluchten und Tälern, zu den verwüsteten und verödeten Stätten und zu den verlassenen Städten, die zur Beute und zum Getrampel der übriggebliebenen Völker ringsum geworden sind:

 

5 Darum, so spricht Gott, der Herr: Wahrlich, im Feuer meines Zorns habe ich geredet gegen die übrigen Völker und gegen ganz Edom, weil sie mein Land sich zum Besitz gegeben haben mit Freude, indem sie die Seelen verachteten, um es in Beute zu verwüsten.

 

6 Darum weissage über das Land Israel und sprich zu den Bergen und Hügeln, zu den Schluchten und Tälern: So spricht der Herr: Siehe, ich habe in meinem Eifer und in meinem Zorn geredet, weil ihr die Schmähungen der Völker ertragen habt.

 

7 Darum will ich meine Hand erheben gegen die Völker rings um euch; sie sollen ihre Schande tragen.

 

8 Ihr aber, Berge Israels, sollt eure Traube und eure Frucht meinem Volk geben, denn sie sind nahe daran zu kommen.

 

9 Denn siehe, ich bin für euch und will mich euch zuwenden, und ihr werdet bearbeitet und besät werden.

 

10 Und ich will auf euch Menschen mehren, das ganze Haus Israel insgesamt, und die Städte sollen bewohnt werden, und das Verwüstete soll aufgebaut werden.

 

11 Und ich will auf euch Menschen und Vieh mehren, und ich will euch bewohnen lassen wie in eurer Anfangszeit und will Gutes an euch tun wie in euren früheren Tagen; und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin.

 

12 Und ich will auf euch Menschen zeugen, mein Volk Israel, und sie sollen euch besitzen, und ihr sollt ihnen zum Besitz werden; und ihr sollt nicht mehr kinderlos von ihnen sein.

 

13 So spricht Gott, der Herr: Weil man von dir sagt: „Du bist eine Menschenfresserin und bist kinderlos geworden von deinem Volk“,

 

14 darum sollst du nicht mehr Menschen fressen und dein Volk nicht mehr kinderlos machen, spricht Gott, der Herr.

 

15 Und ich will nicht mehr bei euch die Schmähung der Völker hören lassen, und die Lästerungen der Völker sollt ihr nicht mehr tragen, spricht Gott, der Herr.

 

16 Und das Wort des Herrn erging an mich:

 

17 Menschensohn, das Haus Israel wohnte in seinem Land, und sie verunreinigten es durch ihren Wandel und durch ihre Götzen und durch ihre Unreinheiten; wie die Unreinheit einer Menstruierenden war ihr Wandel vor mir.

 

18 Da goss ich meinen Zorn über sie aus

 

19 und zerstreute sie unter die Völker und verwehte sie in die Länder; nach ihrem Wandel und nach ihren Sünden richtete ich sie.

 

20 Und sie kamen zu den Völkern, wohin sie kamen, und entweihten meinen heiligen Namen, indem man von ihnen sagte: „Dies ist das Volk des Herrn und ist aus seinem Land ausgezogen.“

 

21 Aber ich schonte sie um meines heiligen Namens willen, den das Haus Israel unter den Völkern entweiht hatte, wohin sie kamen.

 

22 Darum sprich zum Haus Israel: So spricht der Herr: Nicht um euretwillen handle ich, Haus Israel, sondern um meines heiligen Namens willen, den ihr unter den Völkern entweiht habt, wohin ihr kamt.

 

23 Und ich will meinen großen Namen heiligen, der unter den Völkern entweiht ist, den ihr in ihrer Mitte entweiht habt; und die Völker sollen erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich mich vor ihren Augen an euch heilige.

 

24 Und ich will euch aus den Völkern holen und euch aus allen Ländern sammeln und euch in euer Land bringen.

 

25 Und ich will reines Wasser auf euch sprengen, und ihr werdet rein werden von all euren Unreinheiten und von all euren Götzen; und ich will euch reinigen.

 

26 Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euch geben; und ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben.

 

27 Und ich will meinen Geist in euch geben und will machen, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechte haltet und tut.

 

28 Und ihr sollt in dem Land wohnen, das ich euren Vätern gegeben habe, und ihr sollt mein Volk sein, und ich will euer Gott sein.

 

29 Und ich will euch retten von all euren Unreinheiten; und ich will das Korn rufen und es mehren und will keinen Hunger über euch kommen lassen.

 

30 Und ich will die Frucht der Bäume und den Ertrag des Feldes mehren, damit ihr nicht mehr die Schmach des Hungers unter den Völkern erleidet.

 

31 Und ihr werdet euch eurer bösen Wege und eurer nicht guten Taten erinnern und werdet vor euch selbst Abscheu empfinden wegen eurer Missetaten und wegen eurer Gräuel.

 

32 Nicht um euretwillen handle ich, spricht Gott, der Herr, das soll euch bekannt sein; schämt euch und errötet über eure Wege, Haus Israel!

 

33 So spricht der Herr: An dem Tag, da ich euch reinige von all euren Missetaten, will ich auch die Städte bewohnen lassen, und die Trümmer sollen aufgebaut werden.

 

34 Und das verödete Land soll bebaut werden, statt dass es verödet dalag vor den Augen aller Vorübergehenden.

 

35 Und man wird sagen: „Dieses verödete Land ist wie der Garten der Wonne geworden, und die wüsten, verödeten und zerstörten Städte sind fest geworden und bewohnt.“

 

36 Und die Völker, die rings um euch übrigbleiben, werden erkennen, dass ich, der Herr, die Zerstörten aufgebaut und die Verödeten bepflanzt habe; ich, der Herr, habe es geredet und werde es tun.

 

37 So spricht der Herr: Auch darum will ich mich vom Haus Israel erfragen lassen, dass ich ihnen dies tue: Ich will sie mehren wie Schafe, Menschen.

 

38 Wie heilige Schafe, wie die Schafe Jerusalems an ihren Festen, so sollen die wüsten Städte voller Schafe von Menschen sein; und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin. 

 

 

 

Kapitel 37

1 Und es kam über mich die Hand des HERRN, und der HERR führte mich im Geist hinaus und setzte mich mitten auf das Feld; und es war voller Menschengebeine.

2 Und er führte mich rings um sie herum; und siehe, es waren sehr viele auf der Fläche des Feldes, und sie waren sehr dürr.

 

3 Und er sprach zu mir: Menschensohn, werden diese Gebeine wieder lebendig? Und ich sprach: Herr, HERR, du weißt es.

 

4 Und er sprach zu mir: Weissage über diese Gebeine und sprich zu ihnen: Ihr dürren Gebeine, hört das Wort des HERRN!

 

5 So spricht der Herr, HERR, zu diesen Gebeinen: Siehe, ich bringe Odem in euch, dass ihr wieder lebendig werdet.

 

6 Ich will euch Sehnen geben und Fleisch über euch wachsen lassen und euch mit Haut überziehen und Odem in euch geben, dass ihr wieder lebendig werdet; und ihr sollt erkennen, dass ich der HERR bin.

 

7 Und ich weissagte, wie mir befohlen war. Und siehe, da rauschte es, als ich weissagte, und siehe, ein Beben, und die Gebeine rückten zusammen, ein jedes an seine Fuge.

 

8 Und ich sah, und siehe, es wuchsen Sehnen und Fleisch darüber, und es zog sich Haut darüber; aber es war noch kein Odem in ihnen.

 

9 Und er sprach zu mir: Weissage zum Odem, weissage, Menschensohn, und sprich zum Odem: So spricht der Herr, HERR: Odem, komm herbei von den vier Winden und hauche diese Getöteten an, dass sie wieder lebendig werden!

 

10 Und ich weissagte, wie er mir befohlen hatte. Da kam der Odem in sie, und sie wurden lebendig und stellten sich auf ihre Füße, ein überaus großes Heer.

 

11 Und er sprach zu mir: Menschensohn, diese Gebeine sind das ganze Haus Israel. Siehe, sie sprechen: Unsere Gebeine sind verdorrt, und unsere Hoffnung ist verloren; wir sind dahin.

 

12 Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht der Herr, HERR: Siehe, ich will eure Gräber öffnen und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufholen und euch in das Land Israel bringen.

 

13 Und ihr sollt erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole.

 

14 Und ich will meinen Odem in euch geben, dass ihr wieder lebendig werdet, und will euch in euer Land setzen; und ihr sollt erkennen, dass ich der HERR bin. Ich rede es und tue es auch, spricht der HERR.

 

15 Und des HERRN Wort geschah zu mir:

 

16 Und du, Menschensohn, nimm dir einen Stab und schreibe darauf: Juda und die Kinder Israel, die sich zu ihm halten. Und nimm einen anderen Stab und schreibe darauf: Joseph, den Stab Ephraims, und das ganze Haus Israel, das sich zu ihm hält.

 

17 Und füge sie zusammen, einen zum anderen, dass sie ein Stab werden in deiner Hand.

 

18 Und wenn die Kinder deines Volkes zu dir sagen: Willst du uns nicht kundtun, was du damit meinst?

 

19 so sprich zu ihnen: So spricht der Herr, HERR: Siehe, ich will den Stab Josephs, der in Ephraims Hand ist, und die Stämme Israels, die sich zu ihm halten, nehmen und zu dem Stab Judas tun und sie zu einem Stab machen, und sie sollen einer in meiner Hand sein.

 

20 Und die Stäbe, auf die du schreibst, sollen in deiner Hand sein vor ihren Augen.

 

21 Und sprich zu ihnen: So spricht der Herr, HERR: Siehe, ich will die Kinder Israel aus den Heiden holen, wohin sie gezogen sind, und will sie von allen Seiten sammeln und in ihr Land bringen.

 

22 Und ich will sie zu einem Volk machen im Lande, auf den Bergen Israels, und sie sollen alle einen König haben, und sie sollen nicht mehr zwei Völker sein noch in zwei Reiche zerteilt werden.

 

23 Sie sollen sich auch nicht mehr verunreinigen mit ihren Götzen und mit ihren Scheusalen und mit allerlei Übertretung. Ich will sie erlösen von allen Abtrünnigkeiten, womit sie gesündigt haben, und will sie reinigen, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.

 

24 Und mein Knecht David soll König über sie sein, und sie alle sollen einen Hirten haben. Sie sollen nach meinen Rechten wandeln und meine Satzungen halten und danach tun.

 

25 Und sie sollen wohnen im Lande, das ich meinem Knecht Jakob gegeben habe, darin ihre Väter gewohnt haben. Sie sollen darin wohnen, sie und ihre Kinder und ihre Kindeskinder ewiglich, und mein Knecht David soll ihr Fürst sein ewiglich.

 

26 Und ich will einen Bund des Friedens mit ihnen schließen, ein ewiger Bund soll mit ihnen sein. Und ich will sie mehren und mein Heiligtum in ihre Mitte setzen ewiglich.

 

27 Und meine Wohnung soll bei ihnen sein, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.

 

28 Und die Heiden sollen erkennen, dass ich der HERR bin, der Israel heiligt, wenn mein Heiligtum ewiglich in ihrer Mitte sein wird. 

 

 

Kapitel 38

1 Und es erging das Wort des Herrn an mich, indem er sprach:

 

2 Menschensohn, richte dein Angesicht gegen Gog und das Land Magog, den Fürsten von Rosch, Meschech und Tubal, und weissage gegen ihn

 

3 und sprich zu ihm: So spricht Gott, der Herr: Siehe, ich komme über dich, Gog, Fürst von Rosch, Meschech und Tubal,

 

4 und ich werde dich zusammenbringen und dein ganzes Heer, Pferde und Reiter, alle in Panzer gekleidet, eine große Versammlung, mit Schilden und Helmen und Schwertern,

 

5 Perser und Äthiopier und Libyer, alle mit Helmen und Schilden,

 

6 Gomer und alle seine Scharen, das Haus Togarma vom äußersten Norden und alle seine Scharen, und viele Völker mit dir.

 

7 Mache dich bereit, rüste dich, du und deine ganze Versammlung, die bei dir versammelt sind, und du sollst mir zur Wache sein.

 

8 Nach vielen Tagen wirst du bereitet werden, und am Ende der Jahre wirst du kommen und in das Land kommen, das vom Schwert befreit ist, das aus vielen Völkern gesammelt ist, auf das Land Israel, das ganz und gar öde geworden ist; und es ist aus den Völkern hervorgegangen, und sie werden alle in Frieden wohnen.

 

9 Und du wirst heraufziehen wie ein Regen und kommen wie eine Wolke, das Land zu bedecken, du und alle deine Scharen und viele Völker mit dir.

 

10 So spricht Gott, der Herr: Und es wird geschehen an jenem Tage, da werden Worte in dein Herz aufsteigen, und du wirst böse Gedanken ersinnen

 

11 und wirst sagen: Ich will hinaufziehen gegen ein unbewohntes Land, ich will kommen über die, die in Ruhe und Sicherheit wohnen, alle, die in einem Land wohnen, in dem es keine Mauer und keine Riegel gibt, und sie haben keine Türen,

 

12 um Beute zu machen und Raub zu rauben, um deine Hand zu wenden gegen die verwüstete Gegend, die wieder bewohnt ist, und gegen ein Volk, das aus vielen Völkern gesammelt ist, das Besitz erworben hat und auf dem Nabel der Erde wohnt.

 

13 Saba und Dedan und die Kaufleute von Karthago und alle ihre Dörfer werden zu dir sagen: Kommst du, um Beute zu machen und Raub zu rauben? Hast du deine Versammlung zusammengebracht, um Silber und Gold zu nehmen, um Besitz wegzutragen, um Raub zu rauben?

 

14 Darum weissage, Menschensohn, und sprich zu Gog: So spricht der Herr: Wirst du nicht an jenem Tage, wenn mein Volk Israel in Frieden wohnt, aufstehen?

 

15 Und du wirst kommen von deinem Ort aus dem äußersten Norden, du und viele Völker mit dir, alle auf Pferden reitend, eine große Versammlung und ein mächtiges Heer,

 

16 und du wirst heraufziehen gegen mein Volk Israel wie eine Wolke, das Land zu bedecken. In den letzten Tagen wird es geschehen, und ich werde dich heranführen gegen mein Land, damit die Völker mich erkennen, wenn ich mich an dir vor ihren Augen heilige.

 

17 So spricht Gott, der Herr zu Gog: Du bist es, von dem ich in früheren Tagen geredet habe durch den Mund meiner Knechte, der Propheten Israels, in jenen Tagen und Jahren, dass ich dich über sie bringen würde.

 

18 Und es wird geschehen an jenem Tage, an dem Tage, da Gog über das Land Israel kommt, spricht Gott, der Herr, da wird mein Zorn aufsteigen

 

19 und mein Eifer. Im Feuer meines Zorns habe ich geredet: Wahrlich, an jenem Tage wird ein großes Beben sein im Land Israel,

 

20 und vor dem Angesicht des Herrn werden erzittern die Fische des Meeres und die Vögel des Himmels und die Tiere des Feldes und alles Gewürm, das auf der Erde kriecht, und alle Menschen, die auf dem Erdboden sind, und die Berge werden bersten, und die Felswände werden fallen, und jede Mauer wird zu Boden stürzen.

 

21 Und ich werde gegen ihn rufen alles Schrecken, spricht der Herr; das Schwert eines jeden wird gegen seinen Bruder sein.

 

22 Und ich werde ihn richten mit Pest und Blut und überschwemmendem Regen und Hagelsteinen; und Feuer und Schwefel werde ich regnen lassen auf ihn und auf alle, die mit ihm sind, und auf viele Völker, die mit ihm sind.

 

23 Und ich werde mich groß erweisen und heilig und verherrlicht und erkannt werden vor vielen Völkern, und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin. 

 

 

Kapitel 39

1 Und du, Menschensohn, weissage gegen Gog und sprich: So spricht der Herr: Siehe, ich komme über dich, Gog, Fürst von Rosch, Mesech und Tubal.

 

2 Und ich werde dich zusammenbringen und dich führen und dich heraufführen vom äußersten Norden und dich auf die Berge Israels bringen.

 

3 Und ich werde deinen Bogen aus deiner linken Hand schlagen und deine Pfeile aus deiner rechten Hand und werde dich niederwerfen

 

4 auf die Berge Israels, und du wirst fallen, du und alle, die um dich sind, und die Völker, die mit dir sind, werden gegeben werden den Scharen der Vögel, allem Geflügel und allen Tieren des Feldes habe ich dich zum Fraß gegeben.

 

5 Auf dem Angesicht des Feldes wirst du fallen, denn ich habe geredet, spricht der Herr.

 

6 Und ich werde Feuer senden über Gog, und die Inseln werden in Frieden bewohnt werden; und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.

 

7 Und mein heiliger Name wird erkannt werden inmitten meines Volkes Israel, und mein heiliger Name wird nicht mehr entweiht werden; und die Völker werden erkennen, dass ich der Herr bin, der Heilige in Israel.

 

8 Siehe, es kommt, und du wirst erkennen, dass es geschehen wird, spricht Gott, der Herr; dies ist der Tag, von dem ich geredet habe.

 

9 Und die Bewohner der Städte Israels werden ausziehen und werden Feuer anzünden mit den Waffen, mit Schilden und Lanzen und Bogen und Pfeilen und Handstäben und Spießen; und sie werden sieben Jahre lang Feuer mit ihnen anzünden.

 

10 Und sie werden kein Holz vom Feld holen noch aus den Wäldern hauen, sondern die Waffen werden sie mit Feuer verbrennen; und sie werden die berauben, die sie beraubt haben, und die plündern, die sie geplündert haben, spricht der Herr.

 

11 Und es wird geschehen an jenem Tag, da werde ich dem Gog einen berühmten Ort geben, ein Denkmal in Israel, das Massengrab derer, die herangezogen sind, am Meer, und sie werden die Öffnung der Schlucht ummauern; und sie werden dort den Gog und seine ganze Menge begraben, und es wird genannt werden: Das Tal, das Massengrab Gogs.

 

12 Und das Haus Israel wird sie begraben, damit das Land gereinigt werde, sieben Monate lang;

 

13 und alles Volk des Landes wird sie begraben, und es wird ihnen zum Ruhm gereichen an dem Tag, da ich verherrlicht wurde, spricht der Herr.

 

14 Und sie werden beständig Männer aussondern, die das Land durchziehen, um die Übriggebliebenen auf dem Angesicht des Landes zu begraben, um es zu reinigen nach den sieben Monaten, und sie werden suchen.

 

15 Und jeder, der das Land durchzieht und einen Menschenknochen sieht, wird ein Zeichen daneben errichten, bis die Begräbnisleute ihn begraben im Tal, dem Massengrab Gogs;

 

16 denn auch der Name der Stadt ist Massengrab; und das Land wird gereinigt werden.

 

17 Und du, Menschensohn, sprich: So spricht der Herr: Sprich zu allem geflügelten Vogel und zu allen Tieren des Feldes: Versammelt euch und kommt, versammelt euch von allen Seiten her zu meinem Schlachtopfer, das ich für euch geschlachtet habe, einem großen Schlachtopfer auf den Bergen Israels, und ihr werdet Fleisch essen und Blut trinken.

 

18 Fleisch von Riesen werdet ihr essen und Blut von Fürsten der Erde werdet ihr trinken, Widder und Stiere und Böcke, und alle Stiere sind gemästet.

 

19 Und ihr werdet Fett essen zur Sättigung und Blut trinken zur Trunkenheit von meinem Schlachtopfer, das ich für euch geschlachtet habe.

 

20 Und ihr werdet euch sättigen an meinem Tisch von Rossen und Reitern, von Riesen und allen Kriegern, spricht der Herr.

 

21 Und ich werde meine Herrlichkeit unter euch erweisen, und alle Völker werden mein Gericht sehen, das ich gehalten habe, und meine Hand, die ich gegen sie ausgestreckt habe.

 

22 Und das Haus Israel wird erkennen, dass ich der Herr, ihr Gott, bin von diesem Tag an und fürderhin.

 

23 Und alle Völker werden erkennen, dass das Haus Israel um ihrer Sünden willen gefangen weggeführt wurde, weil sie treulos gegen mich handelten, und ich mein Angesicht von ihnen abwandte und sie in die Hand ihrer Feinde gab, und sie fielen alle durchs Schwert.

 

24 Nach ihren Unreinheiten und nach ihren Übertretungen habe ich an ihnen gehandelt und mein Angesicht von ihnen abgewandt.

 

25 Darum, so spricht Gott, der Herr: Nun werde ich die Gefangenschaft Jakobs wenden und mich des Hauses Israel erbarmen und eifern um meinen heiligen Namen.

 

26 Und sie werden ihre Schande und ihre Ungerechtigkeit, die sie begangen haben, tragen, wenn sie in ihrem Land in Frieden wohnen, und niemand wird sie erschrecken.

 

27 Wenn ich sie aus den Völkern zurückbringe und sie aus den Ländern der Völker sammle, dann werde ich mich an ihnen heiligen vor den Augen der Völker.

 

28 Und sie werden erkennen, dass ich der Herr, ihr Gott, bin, wenn ich mich ihnen offenbare unter den Völkern.

29 Und ich werde mein Angesicht nicht mehr von ihnen abwenden, weil ich meinen Zorn über das Haus Israel ausgegossen habe, spricht Gott, der Herr. 

 

 

Kapitel 40

1 Und es geschah im fünfundzwanzigsten Jahr unserer Gefangenschaft, im ersten Monat, am Zehnten des Monats, im vierzehnten Jahr, nachdem die Stadt eingenommen worden war, an eben diesem Tage kam die Hand des Herrn über mich und führte mich

 

2 in einer Gottesvision in das Land Israel und setzte mich auf einen sehr hohen Berg, und auf ihm war gleichsam eine Stadtgebäude gegenüber.

 

3 Und er führte mich dorthin, und siehe, ein Mann, und sein Aussehen war wie das Aussehen von glänzendem Erz, und in seiner Hand war eine Messschnur der Bauleute und ein Messrohr, und er stand am Tor.

 

4 Und der Mann sprach zu mir: Hast du gesehen, Menschensohn? Sieh mit deinen Augen und höre mit deinen Ohren und richte dein Herz auf alles, was ich dir zeige; denn um es dir zu zeigen, bist du hierher gekommen, und du wirst alles, was du siehst, dem Hause Israel zeigen.

 

5 Und siehe, eine Mauer außerhalb des Hauses ringsum; und in der Hand des Mannes war ein Rohr, das Maß von sechs Ellen, eine Elle und eine Handbreite, und er maß den Vorwall, die Breite gleich dem Rohr und seine Höhe gleich dem Rohr.

 

6 Und er ging in das Tor, das nach Osten blickt, auf sieben Stufen und maß die Vorhalle des Tores, gleich dem Rohr,

 

7 und die Zelle, gleich dem Rohr die Länge und gleich dem Rohr die Breite, und die Vorhalle zwischen den Pfeilern, sechs Ellen, und die zweite Zelle, gleich dem Rohr die Breite und gleich dem Rohr die Länge, und die Vorhalle, fünf Ellen,

 

8 und die dritte Zelle, gleich dem Rohr die Breite und gleich dem Rohr die Länge,

 

9 und die Vorhalle des Torhauses nahe der Vorhalle des Tores, acht Ellen, und die Seitenwände, zwei Ellen, und die Vorhalle des Tores innen,

 

10 und die Zellen des Tores, drei Zellen auf der einen und drei auf der anderen Seite, und ein Maß für die drei und ein Maß für die Vorhallen auf der einen und der anderen Seite.

 

11 Und er maß die Breite der Tür des Torhauses, zehn Ellen, und die Weite des Torhauses, dreizehn Ellen,

 

12 und eine Elle, die sich vor den Zellen auf der einen und der anderen Seite zusammenzog, und die Zelle, sechs Ellen auf der einen und sechs Ellen auf der anderen Seite.

 

13 Und er maß das Tor von der Wand der Zelle bis zur Wand der Zelle, die Breite, fünfundzwanzig Ellen, Tor gegenüber Tor;

 

14 und den Vorhof der Vorhalle des Tores, sechzig Ellen, zwanzig Zellen des Tores ringsum;

 

15 und den Vorhof des Tores außen bis zum Vorhof der Vorhalle des Tores innen, fünfzig Ellen;

 

16 und verborgene Fenster an den Zellen und an den Vorhallen innen am Tor des Hofes ringsum, und ebenso an den Vorhallen Fenster ringsum innen, und an der Vorhalle Palmen auf der einen und der anderen Seite.

 

17 Und er führte mich in den inneren Hof, und siehe, Nebenräume und Säulenhallen rings um den Hof, dreißig Nebenräume in den Säulenhallen,

 

18 und die Hallen an der Rückseite der Tore, entsprechend der Länge der Tore die untere Säulenhalle.

 

19 Und er maß die Breite des Hofes vom Vorhof des äußeren Tores innen bis zum Vorhof des Tores, das nach außen blickt, hundert Ellen, des Tores, das nach Osten blickt. Und er führte mich nach Norden,

 

20 und siehe, ein Tor, das nach Norden blickt, zum äußeren Hof, und er maß es, sowohl seine Länge als auch seine Breite.

 

21 Und seine Zellen, drei auf der einen und drei auf der anderen Seite, und seine Seitenwände und seine Vorhallen und seine Palmen, und es war nach den Maßen des Tores, das nach Osten blickt, fünfzig Ellen seine Länge und fünfundzwanzig Ellen seine Breite.

 

22 Und seine Fenster und seine Vorhallen und seine Palmen wie das Tor, das nach Osten blickt; und auf sieben Stufen stieg man hinauf zu ihm, und seine Vorhallen waren innen.

 

23 Und ein Tor zum inneren Hof, das auf das Tor des Nordens blickt, wie das Tor, das nach Osten blickt, und er maß den Hof von Tor zu Tor, hundert Ellen.

 

24 Und er führte mich nach Süden, und siehe, ein Tor, das nach Süden blickt, und er maß es und seine Zellen und seine Seitenwände und seine Vorhallen nach diesen Maßen.

 

25 Und seine Fenster und seine Vorhallen ringsum wie die Fenster der Vorhalle, fünfzig Ellen seine Länge und fünfundzwanzig Ellen seine Breite.

 

26 Und sieben Stufen hatte es, und Vorhallen innen, und Palmen hatte es, eine auf der einen und eine auf der anderen Seite an den Seitenwänden.

 

27 Und ein Tor gegenüber dem Tor des inneren Hofes nach Süden; und er maß den Hof von Tor zu Tor, hundert Ellen die Breite nach Süden.

 

28 Und er führte mich in den inneren Hof durch das Tor nach Süden und maß das Tor nach diesen Maßen,

 

29 und die Zellen und die Seitenwände und die Vorhallen nach diesen Maßen; und Fenster hatte es und an der Vorhalle ringsum; fünfzig Ellen seine Länge und die Breite fünfundzwanzig Ellen.

 

31 Und Vorhallen zum äußeren Hof, und Palmen an den Seitenwänden, und acht Stufen.

 

32 Und er führte mich zu dem Tor, das nach Osten blickt, und maß es nach diesen Maßen,

 

33 und die Zellen und die Seitenwände und die Vorhallen nach diesen Maßen; und Fenster hatte es und an der Vorhalle ringsum, fünfzig Ellen seine Länge und Breite fünfundzwanzig Ellen.

 

34 Und Vorhallen zum inneren Hof, und Palmen an den Seitenwänden auf der einen und der anderen Seite, und acht Stufen hatte es.

 

35 Und er führte mich zu dem Tor nach Norden und maß nach diesen Maßen,

 

36 und die Zellen und die Seitenwände und die Vorhallen; und Fenster hatte es ringsum und an seiner Vorhalle; fünfzig Ellen seine Länge und Breite fünfundzwanzig Ellen.

 

37 Und die Vorhallen zum äußeren Hof, und Palmen an den Seitenwänden auf der einen und der anderen Seite, und acht Stufen hatte es.

 

38 Seine Nebenräume und seine Türöffnungen und seine Vorhallen waren am Tor

 

39 des zweiten Ausgangs, damit man darin die Sünd- und Schuldopfer schlachte;

 

40 und an der Rückseite des Schlachtbeckens der Brandopfer, das nach Norden blickt, zwei Tische nach Osten und an der Rückseite des zweiten und der Vorhalle des Tores zwei Tische nach Osten,

 

41 vier auf der einen und vier auf der anderen Seite an der Rückseite des Tores, auf ihnen wird man die Opfertiere schlachten gegenüber den acht Tischen der Opfertiere.

 

42 Und vier Tische für die Brandopfer aus behauenem Stein, eineinhalb Ellen die Breite und zweieinhalb Ellen die Länge und eine Elle die Höhe, auf sie wird man die Geräte legen, mit denen man dort die Brandopfer und die Opfertiere schlachtet.

 

43 Und eine Handbreite werden sie haben, ein behauenes Gesims innen ringsum, und auf den Tischen obenüber Dächer zum Schutz vor Regen und vor Trockenheit.

 

44 Und er führte mich in den inneren Hof, und siehe, zwei Zellen im inneren Hof, eine an der Rückseite des Tores, das nach Norden blickt, nach Süden gerichtet, und eine an der Rückseite des Tores nach Süden, das aber nach Norden blickt.

 

45 Und er sprach zu mir: Diese Zelle, die nach Süden blickt, ist für die Priester, die die Wache des Hauses halten,

 

46 und die Zelle, die nach Norden blickt, ist für die Priester, die die Wache des Altars halten; diese sind die Söhne Zadoks, die aus Levi nahen zum Herrn, ihm zu dienen.

 

47 Und er maß den Hof, die Länge hundert Ellen und die Breite hundert Ellen auf seinen vier Seiten, und den Altar gegenüber dem Haus.

 

48 Und er führte mich in die Vorhalle des Hauses. Und er maß den Pfeiler der Vorhalle, fünf Ellen die Breite auf der einen und fünf Ellen auf der anderen Seite, und die Weite der Türöffnung, vierzehn Ellen, und die Schulterstücke der Tür der Vorhalle, drei Ellen auf der einen und drei Ellen auf der anderen Seite;

 

49 und die Länge der Vorhalle, zwanzig Ellen, und die Breite, zwölf Ellen; und auf zehn Stufen stieg man hinauf zu ihr; und Säulen waren an der Vorhalle, eine auf der einen und eine auf der anderen Seite. 

 

 

Kapitel 41

1 Und er brachte mich in den Tempel und maß die Vorhalle: sechs Ellen Breite auf der einen Seite und sechs Ellen Breite der Vorhalle auf der anderen Seite.

 

2 Und die Breite des Tores betrug zehn Ellen, und die Schulterstücke des Tores fünf Ellen auf der einen Seite und fünf Ellen auf der anderen Seite. Und er maß seine Länge: vierzig Ellen, und die Breite: zwanzig Ellen.

 

3 Und er ging in den inneren Vorhof und maß die Tür des Tores: zwei Ellen, und das Tor: sechs Ellen, und die Schulterstücke des Tores: sieben Ellen auf der einen Seite und sieben Ellen auf der anderen Seite.

 

4 Und er maß die Länge der Tore: vierzig Ellen, und die Breite: zwanzig Ellen, gegenüber dem Tempel. Und er sprach: Dies ist das Allerheiligste.

 

5 Und er maß die Mauer des Hauses: sechs Ellen, und die Breite der Seitenkammer: vier Ellen ringsum.

 

6 Und die Seitenkammern waren Kammer an Kammer, dreiunddreißig doppelt, und ein Zwischenraum war in der Mauer des Hauses bei den Seitenkammern ringsum, damit die, welche sie betraten, sehen konnten, ohne dass sie die Mauern des Hauses überhaupt berührten.

 

7 Und die Breite der oberen Seitenkammern nahm zu durch den Vorbau von der Mauer zur oberen rings um das Haus, so dass es sich nach oben verbreiterte, und von den unteren stieg man zu den oberen und von den mittleren zu den dritten Stockwerken hinauf.

 

8 Und ich sah die Höhe des Hauses ringsum: der Abstand der Seitenkammern war gleich der Rute, sechs Ellen Abstand.

 

9 Und die Breite der Mauer der Seitenkammer außen betrug fünf Ellen; und die freigelassenen Räume zwischen den Seitenkammern des Hauses

 

10 und zwischen den Nebenräumen hatten eine Breite von zwanzig Ellen, rings um das Haus herum.

 

11 Und die Türen der Nebenräume waren auf den freigelassenen Raum der einen Tür, die nach Norden lag; und die eine Tür war nach Süden, und die Breite des Lichtraums des freigelassenen Raumes betrug fünf Ellen Breite ringsum.

 

12 Und die Trennwand gegenüber dem freigelassenen Raum nach Westen hin war siebzig Ellen, die Breite der Mauer der Trennwand fünf Ellen, die Breite ringsum und ihre Länge neunzig Ellen.

 

13 Und er maß gegenüber dem Haus die Länge: hundert Ellen, und die freigelassenen Räume und die Trennwände und ihre Mauern: die Länge hundert Ellen,

 

14 und die Breite gegenüber dem Haus und die freigelassenen Räume gegenüber: hundert Ellen.

 

15 Und er maß die Länge der Trennwand gegenüber dem freigelassenen Raum hinter jenem Haus und die freigelassenen Räume auf der einen und der anderen Seite: hundert Ellen die Länge. Und der Tempel und die Ecken und die äußere Vorhalle

 

16 waren getäfelt, und die Fenster waren gitterartig, ringsum mit Öffnungen für die drei, so dass man hindurchschauen konnte; und das Haus und die angrenzenden Teile waren ringsum mit Holz verkleidet, und der Fußboden und vom Fußboden bis zu den Fenstern, und die Fenster waren dreifach zu öffnen, um hindurchzuschauen.

 

17 Und bis nahe an den inneren und bis an den äußeren Bereich und an der ganzen Mauer ringsum, innen und außen,

 

18 waren Cherubim geschnitzt und Palmen zwischen Cherub und Cherub; zwei Gesichter hatte der Cherub:

 

19 das Gesicht eines Menschen der Palme zugewandt auf der einen und der anderen Seite und das Gesicht eines Löwen der Palme zugewandt auf der einen und der anderen Seite; so war das ganze Haus ringsum geschnitzt,

 

20 vom Fußboden bis zur Täfelung waren die Cherubim und die Palmen geschnitzt.

 

21 Und das Heilige und der Tempel waren viereckig zu öffnen. Gegenüber dem Heiligtum war eine Erscheinung wie das Aussehen

 

22 eines hölzernen Altars, drei Ellen seine Höhe und seine Länge zwei Ellen und seine Breite zwei Ellen; und er hatte Hörner, und sein Sockel und seine Wände waren aus Holz. Und er sprach zu mir: Dies ist der Tisch, der vor dem Angesicht des Herrn steht.

 

23 Und zwei Türen waren am Tempel und am Heiligtum;

 

24 zwei Türen an den beiden drehbaren Türen, zwei Türen an der einen und zwei Türen an der zweiten Tür.

 

25 Und Schnitzwerk war an ihnen, und an den Türen des Tempels waren Cherubim und Palmen nach dem Schnitzwerk des Heiligtums, und starke Hölzer waren vor der Vorhalle außen,

 

26 und verborgene Fenster. Und er maß auf der einen und der anderen Seite an den Dachwerken der Vorhalle, und die Seitenkammern des Hauses waren mit Balken versehen. 

 

 

Kapitel 42

1 Und er führte mich hinaus in den äußeren Vorhof gegen Osten, gegenüber dem Tor, das nach Norden liegt; und er führte mich hinein, und siehe, da waren fünf Zellen, an den Rest angrenzend und an die Trennwand angrenzend nach Norden,

 

2 auf hundert Ellen Länge nach Norden und die Breite fünfzig Ellen,

 

3 abgeteilt nach der Art der Tore des inneren Vorhofs und nach der Art der Säulenhallen des äußeren Vorhofs, mit gegenüberliegenden, dreifachen Säulengängen versehen.

 

4 Und gegenüber den Zellen war ein Umgang von zehn Ellen Breite, auf hundert Ellen Länge; und ihre Türen waren nach Norden.

 

5 Und die oberen Umgänge waren ebenso, denn die Säulenhalle ragte aus ihm hervor, aus dem unteren Säulengang, und der Zwischenraum; so war die Säulenhalle und der Zwischenraum und so die Säulengänge;

 

6 denn sie waren dreifach und hatten keine Säulen wie die Säulen der äußeren, deshalb ragten sie hervor aus den unteren und den mittleren von der Erde.

 

7 Und ein Licht war außen, wie die Zellen des äußeren Vorhofs, die gegenüber den Zellen nach Norden blicken, eine Länge von fünfzig Ellen;

 

8 denn die Länge der Zellen, die in den äußeren Vorhof blicken, betrug fünfzig Ellen, und diese sind jenen gegenüber; das Ganze betrug hundert Ellen.

 

9 Und die Türen dieser Zellen waren am Eingang nach Osten, um durch sie aus dem äußeren Vorhof hineinzugehen,

 

10 entsprechend dem Licht des Umgangs am Anfang. — Und nach Süden, gegenüber dem Süden, gegenüber dem Rest und gegenüber der Trennwand waren Zellen,

 

11 und der Umgang war ihnen gegenüber, nach den Maßen der Zellen nach Norden und nach ihrer Länge und nach ihrer Breite und nach all ihren Ausgängen und nach all ihren Wendungen und nach ihren Lichtern und nach ihren Türen

 

12 der Zellen nach Süden und nach den Türen vom Anfang des Umgangs bis zum Licht des Zwischenraums eines Rohres und nach Osten, um durch sie hineinzugehen.

 

13 Und er sprach zu mir: Die Zellen nach Norden und die Zellen nach Süden, die gegenüber den Zwischenräumen sind, diese sind die Zellen des Heiligtums, in denen dort die Priester, die Söhne Zadoks, die sich dem Herrn nahen, die hochheiligen Dinge essen werden; und dort werden sie die hochheiligen Dinge niederlegen und das Speisopfer und das Sündopfer und das Schuldopfer, denn der Ort ist heilig.

 

14 Niemand wird dort hineingehen außer den Priestern; sie werden nicht aus dem Heiligtum in den äußeren Vorhof hinausgehen, damit die, die opfern, allezeit heilig seien, und sie werden ihre Kleider nicht berühren, in denen sie darin dienen, denn sie sind heilig; und sie werden andere Gewänder anziehen, wenn sie das Volk berühren.

 

15 Und die Ausmessung des Hauses innen wurde vollendet. Und er führte mich hinaus auf den Weg des Tores, das nach Osten blickt, und er maß das Vorbild des Hauses ringsum in Anordnung.

 

16 Und er stellte sich hinter das Tor, das nach Osten blickt, und maß fünfhundert mit der Messrute;

 

17 und er wandte sich nach Norden und maß das, was dem Norden gegenüberliegt, fünfhundert Ellen mit der Messrute;

 

18 und er wandte sich nach Westen und maß das, was dem Westen gegenüberliegt, fünfhundert mit der Messrute;

 

19 und er wandte sich nach Süden und maß gegenüber dem Süden fünfhundert mit der Messrute;

 

20 die vier Teile derselben Rute. Und er ordnete ihn und ihre Umfassung ringsum von fünfhundert nach Osten und fünfhundert Ellen Breite, um zu scheiden zwischen dem Heiligen und zwischen der Vormauer, die in der Anordnung des Hauses war. 

 

 

Kapitel 43

1 Und er führte mich zu dem Tor, das nach Osten sieht, und führte mich hinaus.

 

2 Und siehe, die Herrlichkeit des Gottes Israels kam auf dem Weg des Tores, das nach Osten sieht, und seine Stimme war wie das Rauschen vieler Wasser, und die Erde leuchtete von seinem Glanz ringsum.

3 Und das Gesicht, das ich sah, war gleich dem Gesicht, das ich sah, als ich kam, um die Stadt zu salben, und das Gesicht des Wagens, den ich sah, war gleich dem Gesicht, das ich am Fluss Chobar sah; und ich fiel auf mein Angesicht.

 

4 Und die Herrlichkeit des Herrn zog in das Haus ein auf dem Weg des Tores, das nach Osten sieht.

 

5 Und ein Geist hob mich empor und brachte mich in den inneren Vorhof; und siehe, das Haus war voll der Herrlichkeit des Herrn.

 

6 Und ich stand da, und siehe, eine Stimme aus dem Haus redete zu mir, und der Mann stand neben mir.

 

7 Und er sprach zu mir: Menschensohn, du hast den Ort meines Thrones gesehen und den Ort meiner Fußsohlen, wo mein Name wohnen wird inmitten des Hauses Israel ewiglich; und das Haus Israel wird meinen heiligen Namen nicht mehr entweihen, weder sie noch ihre Fürsten, durch ihre Hurerei und durch die Leichen ihrer Fürsten in ihrer Mitte,

 

8 indem sie meine Schwelle an ihre Schwellen setzten und meine Türpfosten neben ihre Türpfosten stellten und eine Mauer zwischen mir und ihnen errichteten; und sie entweihten meinen heiligen Namen durch ihre Gräuel, die sie taten; und ich vertilgte sie in meinem Zorn und durch Mord.

 

9 Und nun sollen sie ihre Hurerei und die Leichen ihrer Fürsten von mir entfernen, und ich will in ihrer Mitte wohnen ewiglich.

 

10 Du aber, Menschensohn, zeige dem Haus Israel das Haus, damit sie sich schämen ihrer Sünden; und sie sollen seinen Bau und seine Ordnung messen.

 

11 Und wenn sie sich schämen alles dessen, was sie getan haben, so zeige ihnen die Gestalt des Hauses und seine Einrichtung, seine Ausgänge und Eingänge und alle seine Satzungen und alle seine Gesetze; und schreibe es vor ihren Augen auf, damit sie alle meine Ordnungen und alle meine Satzungen halten und danach tun.

 

12 Und dies ist das Gesetz des Hauses: Auf dem Gipfel des Berges soll sein ganzer Bezirk ringsum hochheilig sein.

 

13 Und dies sind die Maße des Altars in Ellen, eine Elle und eine Handbreite: Der Sockel eine Elle hoch und eine Elle breit, und der Rand an seinem Rand ringsum eine Spanne. Und dies ist die Höhe des Altars:

 

14 Von der Grundfläche des Sockels bis zur unteren Einfassung zwei Ellen, und die Breite eine Elle; und von der kleinen Einfassung bis zur großen Einfassung vier Ellen, und die Breite eine Elle.

 

15 Und der Altarherd vier Ellen hoch; und vom Altarherd aufwärts die Hörner eine Elle.

 

16 Und der Altarherd zwölf Ellen lang und zwölf Ellen breit, viereckig auf seinen vier Seiten.

 

17 Und die Einfassung vierzehn Ellen lang und vierzehn Ellen breit auf ihren vier Seiten; und der Rand ringsum eine halbe Elle, und seine Einfassung eine Elle ringsum; und seine Stufen sehen nach Osten.

 

18 Und er sprach zu mir: Menschensohn, so spricht der Herr, der Gott Israels: Dies sind die Satzungen des Altars an dem Tag, da man ihn macht, um Brandopfer darauf darzubringen und Blut darauf zu sprengen.

 

19 Und du sollst den Priestern, den Leviten, die vom Samen Zadoks sind, die zu mir nahen, spricht der Herr, Gott, um mir zu dienen, einen jungen Stier aus den Rindern als Sündopfer geben.

 

20 Und sie sollen von seinem Blut nehmen und es an die vier Hörner des Altars und an die vier Ecken der Einfassung und an den Sockel ringsum tun und ihn so entsündigen.

 

21 Und sie sollen den Stier des Sündopfers nehmen, und er soll verbrannt werden an einem abgesonderten Ort des Hauses, außerhalb des Heiligtums.

 

22 Und am zweiten Tag sollst du einen fehlerlosen Ziegenbock als Sündopfer darbringen, und sie sollen den Altar entsündigen, wie sie ihn mit dem Stier entsündigt haben.

 

23 Und wenn du die Entsündigung vollendet hast, sollst du einen fehlerlosen jungen Stier aus den Rindern und einen fehlerlosen Widder aus den Schafen darbringen.

 

24 Und du sollst sie vor den Herrn bringen, und die Priester sollen Salz auf sie streuen und sie dem Herrn als Brandopfer darbringen.

 

25 Sieben Tage lang sollst du täglich einen Ziegenbock als Sündopfer darbringen; auch einen jungen Stier aus den Rindern und einen Widder aus den Schafen, fehlerlos, sollst du darbringen.

 

26 Sieben Tage lang sollen sie den Altar entsündigen und ihn reinigen und ihre Hände füllen. 27Und von dem achten Tag an und weiterhin sollen die Priester auf dem Altar eure Brandopfer und eure Dankopfer darbringen; und ich will euch gnädig annehmen, spricht der Herr. 

 

 

 

Kapitel 44

1 Und er führte mich zurück zum Weg des äußeren Tores des Heiligtums, das nach Osten sieht, und es war verschlossen.

 

2 Und der Herr sprach zu mir: Dieses Tor soll verschlossen bleiben, es soll nicht geöffnet werden, und niemand soll durch es hindurchgehen; denn der Herr, der Gott Israels, wird durch es hineingehen, und es soll verschlossen sein.

 

3 Denn der Fürst, er soll darin sitzen, um Brot zu essen vor dem Herrn; auf dem Weg der Vorhalle des Tores soll er hineingehen und auf demselben Weg wieder hinausgehen.

 

4 Und er führte mich auf dem Weg des Tores, das nach Norden liegt, gegenüber dem Haus; und ich sah, und siehe, das Haus des Herrn war voll von Herrlichkeit, und ich fiel auf mein Angesicht.

 

5 Und der Herr sprach zu mir: Menschensohn, richte dein Herz darauf und sieh mit deinen Augen und höre mit deinen Ohren alles, was ich mit dir rede, gemäß allen Ordnungen des Hauses des Herrn und gemäß allen seinen Satzungen; und richte dein Herz auf den Eingang des Hauses und auf alle seine Ausgänge in allen Heiligtümern.

 

6 Und du sollst zu dem widerspenstigen Haus, zum Haus Israel, sagen: So spricht der Herr, Gott: Lasst es euch genug sein an allen euren Freveln, Haus Israel,

 

7 dass ihr Fremde, unbeschnitten am Herzen und unbeschnitten am Fleisch, hineinbracht, um in meinem Heiligtum zu sein, und ihr entweihtet es, indem ihr Brot, Fett und Blut darbrachtet, und ihr übertratet meinen Bund durch alle eure Frevel.

 

8 Und ihr habt angeordnet, die Wachen in meinem Heiligtum zu halten.

 

9 Darum, so spricht der Herr, Gott: Kein Fremder, unbeschnitten am Herzen und unbeschnitten am Fleisch, soll in mein Heiligtum kommen, von allen Fremden, die inmitten des Hauses Israel sind.

 

10 Sondern die Leviten, die von mir abgewichen sind, als Israel von mir abirrte, hinter ihren Gedanken her, die sollen ihre Schuld tragen.

 

11 Und sie sollen in meinem Heiligtum dienen als Torhüter an den Toren des Hauses und als Diener am Haus; sie sollen die Brandopfer und die Schlachtopfer für das Volk schlachten, und sie sollen vor dem Volk stehen, um ihnen zu dienen.

 

12 Dafür, dass sie ihnen vor ihren Götzen dienten und dem Haus Israel zum Anstoß der Schuld wurden, darum habe ich meine Hand gegen sie erhoben, spricht der Herr, Gott.

 

13 Und sie sollen nicht zu mir nahen, um mir als Priester zu dienen, noch zu den Heiligtümern der Söhne Israel herantreten, noch zu meinen hochheiligen Stätten; und sie sollen ihre Schande tragen wegen der Abirrung, mit der sie abirrten.

 

14 Und ich werde sie bestellen, die Wachen des Hauses zu halten für all seine Arbeit und für alles, was sie tun werden.

 

15 Aber die Priester, die Leviten, die Söhne Zadoks, die die Wachen meines Heiligtums bewahrt haben, als das Haus Israel von mir abirrte, die sollen zu mir nahen, um mir zu dienen, und sie sollen vor mir stehen, um mir Opfer, Fett und Blut darzubringen, spricht der Herr, Gott.

 

16 Sie sollen in mein Heiligtum hineingehen, und sie sollen zu meinem Tisch herantreten, um mir zu dienen, und sie sollen meine Wachen halten.

 

17 Und es soll geschehen, wenn sie durch die Tore des inneren Vorhofs hineingehen, sollen sie leinene Gewänder anziehen, und sie sollen keine wollenen Gewänder anziehen, wenn sie dienen von den Toren des inneren Vorhofs an.

 

18 Und leinene Kopfbunde sollen sie auf ihren Häuptern haben, und leinene Beinkleider sollen sie an ihren Lenden haben, und sie sollen sich nicht mit Schweiß umgürten.

 

19 Und wenn sie hinausgehen in den äußeren Vorhof zum Volk, sollen sie ihre Gewänder ausziehen, in denen sie dienen, und sie in den Zellen des Heiligtums ablegen und andere Gewänder anziehen, und sie sollen das Volk nicht mit ihren Gewändern heiligen.

 

20 Und ihre Häupter sollen sie nicht scheren, und ihr Haar sollen sie nicht lang wachsen lassen, sondern sie sollen ihre Häupter bedecken.

 

21 Und Wein sollen sie nicht trinken, jeder Priester, wenn sie in den inneren Vorhof hineingehen.

 

22 Und eine Witwe oder eine Verstoßene sollen sie sich nicht zur Frau nehmen, sondern eine Jungfrau aus dem Samen Israel; und eine Witwe, wenn sie von einem Priester ist, sollen sie nehmen.

 

23Und mein Volk sollen sie lehren, zu unterscheiden zwischen Heiligem und Unheiligem, und zwischen Unreinem und Reinem sollen sie ihnen kundtun.

 

24 Und bei einem Blutrechtsstreit sollen sie dastehen, um zu richten; nach meinen Rechten sollen sie richten, und nach meinen Gesetzen sollen sie urteilen, und meine Satzungen und meine Ordnungen sollen sie an allen meinen Festen halten, und meine Sabbate sollen sie heiligen.

 

25 Und zu einem toten Menschen sollen sie nicht hineingehen, um sich zu verunreinigen, sondern nur bei Vater und Mutter, bei Sohn und Tochter, bei Bruder und bei Schwester, die noch keinem Mann gehört hat, dürfen sie sich verunreinigen.

 

26 Und nach seiner Reinigung soll er ihm sieben Tage zählen.

 

27 Und an dem Tag, da sie in den inneren Vorhof hineingehen, um im Heiligtum zu dienen, sollen sie ein Sühneopfer darbringen, spricht der Herr, Gott.

 

28 Und es soll ihnen zum Erbteil sein: Ich bin ihr Erbteil, und ein Besitz soll ihnen nicht gegeben werden unter den Söhnen Israel, denn ich bin ihr Besitz.

 

29 Und die Speisopfer und die Sündopfer und die Schuldopfer, die sollen sie essen, und alles Gebannte in Israel soll ihnen gehören.

 

30 Und die Erstlinge von allem und alle Erstgeburten von allem und alle Hebopfer von allen euren Erstlingen sollen den Priestern gehören; und die Erstlinge eures Teiges sollt ihr dem Priester geben, damit er Segen auf eure Häuser lege.

 

31 Und alles Aas und was von Tieren zerrissen ist, von den Vögeln und vom Vieh, sollen die Priester nicht essen. 

 

 

Kapitel 45

 

1 Und wenn ihr das Land als Erbe verlost, sollt ihr dem Herrn eine heilige Abgabe von dem Land abheben, fünfundzwanzigtausend (Ellen) Länge und zwanzigtausend Breite; heilig soll es sein in allen seinen Grenzen ringsum.

 

2 Und davon soll zum Heiligtum gehören fünfhundert (Ellen) auf fünfhundert, viereckig ringsum, und fünfzig Ellen Raum ringsum.

 

3 Und von diesem Maß sollst du messen eine Länge von fünfundzwanzigtausend und eine Breite von zehntausend; und darin soll das Heiligtum sein, das Allerheiligste.

 

4 Vom Land soll es den Priestern gehören, die im Heiligtum dienen, und denen, die nahen, um dem Herrn zu dienen; und es soll ihnen ein Ort sein für Häuser, abgesondert für ihr Heiligtum.

 

5 Fünfundzwanzigtausend Länge und zehntausend Breite soll den Leviten gehören, die dem Haus dienen, ihnen zum Besitz, Städte zum Wohnen.

 

6 Und den Besitz der Stadt sollst du geben, fünftausend Breite und fünfundzwanzigtausend Länge; gleich der Abgabe der Heiligen soll es dem ganzen Haus Israel gehören.

 

7 Und dem Fürsten (soll gehören) von diesem und von jenem, von den Abgaben der Heiligen zum Besitz der Stadt, gegenüber den Abgaben der Heiligen und gegenüber dem Besitz der Stadt, das, was zum Meer hin und von dem, was zum Meer hin, nach Osten, und die Länge wie einer der Teile von den Grenzen, die zum Meer hin, und die Länge bis zu den Grenzen, die nach Osten des Landes.

 

8 Und es soll ihm zum Besitz in Israel sein, und die Fürsten Israels sollen mein Volk nicht mehr bedrücken, und das Haus Israel soll das Land erben nach ihren Stämmen.

 

9 So spricht der Herr, Gott: Lasst es euch genug sein, ihr Fürsten Israels! Tut Unrecht und Gewalt ab, übt Recht und Gerechtigkeit, schafft die Bedrückung weg von meinem Volk, spricht der Herr, Gott.

 

10 Eine gerechte Waage und ein gerechtes Maß und ein gerechtes Epha soll bei euch sein.

 

11 Das Maß und das Epha sollen gleich sein, eines zum Nehmen; das Zehntel des Homer das Epha, und das Zehntel des Homer das Maß, dem Homer soll es gleich sein.

 

12 Und das Gewicht: zwanzig Obolen; fünf Schekel sollen fünf sein, und zehn Schekel zehn, und fünfzig Schekel soll euch die Mine sein.

 

13 Und dies ist die Abgabe, die ihr abheben sollt: ein Sechstel des Maßes vom Homer des Weizens und ein Sechstel des Epha vom Kor der Gerste.

 

14 Und die Verordnung des Öls: ein Kotyle Öl von zehn Kotylen, denn zehn Kotylen sind ein Homer.

 

15 Und ein Schaf von zehn Schafen als Hebe von allen Sippen Israels zu Schlachtopfern und zu Brandopfern und zu Dankopfern, um Sühnung für euch zu erwirken, spricht der Herr, Gott.

 

16 Und das ganze Volk soll diese Abgabe dem Fürsten Israels geben.

 

17 Und durch den Fürsten sollen die Brandopfer und die Schlachtopfer und die Trankopfer geschehen an den Festen und an den Neumonden und an den Sabbaten und an allen Festen des Hauses Israel; er soll die Sündopfer und das Speisopfer und die Brandopfer und die Dankopfer darbringen, um Sühnung für das Haus Israel zu erwirken.

 

18 So spricht der Herr, Gott: Im ersten Monat, am Ersten des Monats, sollt ihr einen fehlerlosen jungen Stier von den Rindern nehmen, um das Heiligtum zu entsündigen.

 

19 Und der Priester soll vom Blut des Sündopfers nehmen und es an die Türpfosten des Hauses geben und an die vier Ecken des Tempelvorsprungs und an den Altar und an die Türpfosten des Tores des inneren Vorhofs.

 

20 Und so sollst du tun am siebten Monat, am Ersten des Monats; du sollst von jedem einen Teil nehmen und das Haus entsündigen.

 

21 Und im ersten Monat, am Vierzehnten des Monats, soll euch das Passahfest sein; sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen.

 

22 Und der Fürst soll an jenem Tag für sich und für das Haus und für das ganze Volk des Landes einen jungen Stier als Sündopfer darbringen.

 

23 Und an den sieben Tagen des Festes soll er dem Herrn Brandopfer darbringen, sieben junge Stiere und sieben fehlerlose Widder, täglich die sieben Tage, und als Sündopfer einen Ziegenbock täglich.

 

24 Und ein Speisopfer, ein Epha für den jungen Stier und ein Epha für den Widder, sollst du bereiten, und Öl, ein Hin zum Epha.

 

25 Und am siebten Monat, am Fünfzehnten des Monats, am Fest, sollst du gleichermaßen sieben Tage tun, wie die Sündopfer und wie die Brandopfer und wie das Speisopfer und wie das Öl. 

 

Kapitel 46

1 So spricht der Herr, Gott: Das Tor im inneren Vorhof, das nach Osten schaut, soll an den sechs Werktagen verschlossen bleiben; aber am Sabbattag soll es geöffnet werden, und am Tag des Neumonds soll es geöffnet werden.

2 Und der Fürst soll durch die Vorhalle des Tores von außen hereinkommen und am Torpfosten stehen; und die Priester sollen seine Brandopfer und seine Heilsopfer zurichten; und er soll an der Schwelle des Tores anbeten und dann hinausgehen; das Tor aber soll bis zum Abend nicht geschlossen werden.

 

3 Und das Volk des Landes soll am Eingang jenes Tores anbeten vor dem Herrn an den Sabbaten und an den Neumonden.

 

4 Und das Brandopfer, das der Fürst dem Herrn darbringt, soll am Sabbattag sechs fehlerlose Lämmer und einen fehlerlosen Widder sein;

 

5 und als Speisopfer ein Epha zum Widder, und zu den Lämmern ein Speisopfer, so viel seine Hand geben mag, und ein Hin Öl zum Epha.

 

6 Und am Tag des Neumonds soll es ein fehlerloses junges Rind und sechs Lämmer und einen Widder geben; fehlerlos sollen sie sein.

 

7 Und ein Epha zum Widder und ein Epha zum jungen Rind soll er als Speisopfer darbringen, und zu den Lämmern, so viel seine Hand ausreichen mag, und ein Hin Öl zum Epha.

 

8 Und wenn der Fürst hineingeht, soll er durch die Vorhalle des Tores hineingehen und auf demselben Weg wieder hinausgehen.

 

9 Und wenn das Volk des Landes vor den Herrn kommt an den Festen, so soll, wer durch das Nordtor hineingeht, um anzubeten, durch das Südtor wieder hinausgehen; und wer durch das Südtor hineingeht, soll durch das Nordtor wieder hinausgehen. Er soll nicht durch dasselbe Tor, durch das er hineingegangen ist, wieder zurückkehren, sondern geradeaus hinausgehen.

 

10 Und der Fürst soll in ihrer Mitte sein; wenn sie hineingehen, soll er mit ihnen hineingehen, und wenn sie hinausgehen, soll er mit ihnen hinausgehen.

 

11 Und an den Festen und an den Feiertagen soll das Speisopfer ein Epha zum jungen Rind und ein Epha zum Widder sein, und zu den Lämmern, so viel seine Hand ausreichen mag, und ein Hin Öl zum Epha.

 

12Wenn aber der Fürst ein freiwilliges Brandopfer oder Heilsopfer dem Herrn darbringt, so soll man ihm das Tor, das nach Osten schaut, öffnen, und er soll sein Brandopfer und seine Heilsopfer darbringen, wie er es am Sabbattag tut; und er soll hinausgehen, und man soll die Türen schließen, nachdem er hinausgegangen ist.

 

13 Und ein fehlerloses einjähriges Lamm sollst du täglich als Brandopfer dem Herrn darbringen; jeden Morgen sollst du es darbringen.

 

14 Und ein Speisopfer sollst du dazu darbringen am Morgen: ein sechstel Epha und ein drittel Hin Öl, um den Feinmehlbrei anzurühren, als Speisopfer für den Herrn; das ist eine dauernde Ordnung.

 

15 So sollt ihr das Lamm und das Speisopfer und das Öl darbringen, jeden Morgen als ein beständiges Brandopfer.

 

16 So spricht der Herr, Gott: Wenn der Fürst einem seiner Söhne ein Geschenk gibt von seinem Erbbesitz, so soll das seinen Söhnen gehören; es ist ihr Erbbesitz.

 

17 Wenn er aber einem seiner Knechte ein Geschenk von seinem Erbbesitz gibt, so soll es ihm gehören bis zum Erlassjahr, und dann soll es an den Fürsten zurückfallen; nur der Erbbesitz seiner Söhne soll ihnen verbleiben.

 

18 Und der Fürst soll nichts vom Erbbesitz des Volkes nehmen, um sie zu unterdrücken; von seinem eigenen Besitz soll er seinen Söhnen Erbbesitz geben, damit mein Volk nicht zerstreut werde, ein jeder von seinem Besitz.

 

19 Und er brachte mich durch den Eingang, der an der Seite des Tores war, in die heiligen Zellen der Priester, die nach Norden schauten; und siehe, dort war ein abgesonderter Platz.

 

20 Und er sprach zu mir: Dies ist der Ort, wo die Priester das Schuldopfer und das Sündopfer kochen und wo sie das Speisopfer backen sollen, damit sie es nicht in den äußeren Vorhof hinausbringen müssen, um das Volk zu heiligen.

 

21 Und er führte mich hinaus in den äußeren Vorhof und ließ mich an den vier Ecken des Vorhofs entlanggehen; und siehe, an jeder Ecke des Vorhofs war ein kleiner Vorhof.

 

22 An den vier Ecken des Vorhofs waren kleine Vorhöfe, vierzig Ellen lang und dreißig Ellen breit; alle vier hatten dasselbe Maß.

 

23 Und ringsum in ihnen waren Zellen, ringsum bei allen vieren, und Kochstellen waren unter den Zellen ringsum angebracht.

 

24 Und er sprach zu mir: Dies sind die Küchen, wo die Diener des Hauses die Schlachtopfer des Volkes kochen sollen. 

 

 

 

Kapitel 47

1 Und er führte mich zu den Vorhallen des Hauses, und siehe, Wasser floss hervor unterhalb der Schwelle nach Osten hin, denn die Vorderseite des Hauses war nach Osten gerichtet, und das Wasser stieg herab von der rechten Seite, von Süden her, zum Altar.

 

2 Und er führte mich hinaus auf dem Weg des Tores, das nach Norden liegt, und führte mich ringsherum auf dem Weg außerhalb zum Tor des Vorhofs, das nach Osten blickt, und siehe, das Wasser ergoss sich von der rechten Seite.

 

3 Wie ein Mann hinausgeht gegenüber, und ein Maß in seiner Hand, und er maß tausend (Ellen) mit dem Maß, und er durchschritt das Wasser, Wasser der Lösung;

 

4 und er maß tausend, und er durchschritt das Wasser, Wasser bis zu den Lenden; und er maß tausend, und er durchschritt Wasser bis zur Hüfte;

 

5 und er maß tausend, und er konnte nicht hindurchgehen, denn das Wasser war überströmend wie das Rauschen eines Wildbachs, den man nicht durchqueren wird.

 

6 Und er sprach zu mir: Hast du gesehen, Menschensohn? Und er führte mich an das Ufer des Flusses.

 

7 Bei meiner Rückkehr, und siehe, am Ufer des Flusses waren sehr viele Bäume, hier und dort.

 

8 Und er sprach zu mir: Dieses Wasser, das nach Galiläa im Osten fließt und hinabsteigt nach Arabien und bis zum Meer gelangt, zum Wasser der Mündung, und es wird die Wasser heilen.

 

9 Und es wird geschehen: Jede Seele der Lebewesen, die sich überall dort tummeln, wohin der Fluss kommt, wird leben, und es wird dort sehr viele Fische geben, denn dieses Wasser kommt dorthin, und es wird heilen und leben; alles, wohin jener Fluss kommt, wird leben.

 

10 Und dort werden Fischer stehen von En-Gedi bis En-Eglaim; ein Ausbreiten der Netze wird sein, es wird für sich sein, und ihre Fische werden wie die Fische des großen Meeres sein, eine sehr große Menge.

 

11 Aber in seiner Mündung und in seiner Rückkehr und in seiner Erhebung werden sie nicht heilen; zum Salz sind sie gegeben.

 

12 Und am Fluss, an seinem Ufer, hier und dort, wird allerlei essbares Holz aufwachsen, es wird nicht an ihm veralten, noch wird seine Frucht ausgehen; in seiner Neuheit wird es zuerst hervorbringen, denn ihre Wasser fließen aus dem Heiligtum, und ihre Frucht wird zur Speise sein und ihr Aufwuchs zur Gesundheit.

 

13 So spricht der Herr, Gott: Dies sind die Grenzen, die ihr als Erbe des Landes erhalten werdet, den zwölf Stämmen der Söhne Israels, eine Hinzufügung der Messschnur.

 

14 Und ihr werdet es erben, jeder wie sein Bruder, für das ich meine Hand erhob, es ihren Vätern zu geben, und dieses Land wird euch als Erbteil zufallen.

 

15 Und dies sind die Grenzen des Landes nach Norden: Vom großen Meer, das herabkommt und sich teilt, bis zum Eingang von Hamat, Zedad,

 

16 Berota, Sibraim, Elam, zwischen der Grenze von Damaskus und zwischen der Grenze von Hamat, der Hof von Sanan, die oberhalb der Grenze von Hauran liegen.

 

17 Dies sind die Grenzen vom Meer, vom Hof von Enan, die Grenze von Damaskus und die nach Norden.

 

18 Und die nach Osten, zwischen Hauran und zwischen Damaskus und zwischen Gilead und zwischen dem Land Israel, der Jordan trennt bis zum Meer im Osten von Phönikien; dies sind die nach Osten.

 

19 Und die nach Süden und Südwesten von Teman und Phönikien bis zum Wasser von Merimot-Kades, das sich bis zum großen Meer erstreckt; dies ist der Teil, Süden und Südwesten.

 

20 Dies ist der Teil des großen Meeres; es grenzt bis gegenüber dem Eingang von Hamat bis zu seinem Eingang; dies sind die nach dem Meer von Hamat.

 

21 Und ihr werdet dieses Land unter ihnen verteilen, den Stämmen Israels.

 

22 Ihr werdet es als Los werfen für euch und für die Fremdlinge, die in eurer Mitte wohnen, die Söhne in eurer Mitte gezeugt haben; und sie werden euch wie Einheimische unter den Söhnen Israels sein; mit euch werden sie im Erbe essen inmitten der Stämme Israels;

 

23 und sie werden im Stamm der Fremdlinge sein bei den Fremdlingen, die bei ihnen sind; dort werdet ihr ihnen ein Erbe geben, spricht der Herr, Gott.

 

 

Kapitel 48

1 Und dies sind die Namen der Stämme: Vom nördlichen Ende an, entlang der Seite des Weges nach Hethlon, zum Eingang von Hamath, bis Hazar-Enon, der Grenze von Damaskus, nördlich, zur Seite von Hamath, und es soll ihnen gehören die Ostseite bis zum Meer, Dan, ein [Stamm].

 

2 Und an der Grenze Dans, von der Ostseite bis zur Westseite, Asser, einer.

 

3 Und an der Grenze Assers, von der Ostseite bis zur Westseite, Naftali, einer.

 

4 Und an der Grenze Naftalis, von der Ostseite bis zur Westseite, Manasse, einer.

 

5 Und an der Grenze Manasses, von der Ostseite bis zur Westseite, Ephraim, einer.

 

6 Und an der Grenze Ephraims, von der Ostseite bis zur Westseite, Ruben, einer.

 

7 Und an der Grenze Rubens, von der Ostseite bis zur Westseite, Juda, einer.

 

8 Und an der Grenze Judas, von der Ostseite bis zur Westseite, soll das Hebopfer sein, das ihr abhebt, fünfundzwanzigtausend [Ellen] in der Breite und in der Länge wie einer der [Stammes-]Teile, von der Ostseite bis zur Westseite; und das Heiligtum soll in seiner Mitte sein.

 

9 Das Hebopfer, das ihr dem HERRN abhebt, soll fünfundzwanzigtausend [Ellen] in der Länge und fünfundzwanzigtausend in der Breite sein.

 

10 Und diesen soll das heilige Hebopfer gehören: den Priestern, nach Norden hin fünfundzwanzigtausend [Ellen] und nach Westen hin zehntausend in der Breite und nach Osten hin zehntausend in der Breite und nach Süden hin fünfundzwanzigtausend in der Länge; und das Heiligtum des HERRN soll in seiner Mitte sein.

 

11 Den geheiligten Priestern, den Söhnen Zadoks, die meinen Dienst bewahrt haben, die nicht abgeirrt sind, als die Kinder Israel abirrten, wie die Leviten abgeirrt sind,

 

12 und ihnen soll das Hebopfer gehören, ein Hebopfer vom Lande, ein Hochheiliges, an der Grenze der Leviten.

 

13 Und den Leviten, neben dem Gebiet der Priester, fünfundzwanzigtausend [Ellen] in der Länge und zehntausend in der Breite; die ganze Länge fünfundzwanzigtausend und die Breite zehntausend.

 

14 Und sie sollen nichts davon verkaufen noch vertauschen, noch soll das Erstlingsopfer des Landes veräußert werden; denn es ist heilig dem HERRN.

 

15 Die fünftausend aber, die übrig sind in der Breite, vor den fünfundzwanzigtausend, sollen eine Vorstadt der Stadt sein zur Wohnung und zum Freiraum; und die Stadt soll in ihrer Mitte sein.

 

16 Und dies sind ihre Maße: Die Nordseite viertausendfünfhundert [Ellen] und die Südseite viertausendfünfhundert und die Ostseite viertausendfünfhundert und die Westseite viertausendfünfhundert.

 

17 Und die Stadt soll einen Freiraum haben: nach Norden zweihundertfünfzig [Ellen] und nach Süden zweihundertfünfzig und nach Osten zweihundertfünfzig und nach Westen zweihundertfünfzig.

 

18 Und das Übrige von der Länge, neben dem heiligen Hebopfer, zehntausend [Ellen] nach Osten und zehntausend nach Westen, und es soll neben dem heiligen Hebopfer sein; und sein Ertrag soll den Arbeitern der Stadt zur Nahrung dienen.

 

19 Und die Arbeiter der Stadt, die sie bebauen, sollen aus allen Stämmen Israels sein.

 

20 Das ganze Hebopfer [beträgt] fünfundzwanzigtausend [Ellen] mal fünfundzwanzigtausend; als Viereck sollt ihr das heilige Hebopfer abheben, samt dem Besitztum der Stadt.

 

21 Was aber übrig ist, soll dem Fürsten gehören, diesseits und jenseits des heiligen Hebopfers und des Besitztums der Stadt, vor den fünfundzwanzigtausend [Ellen] der Länge bis zur Ostgrenze und westwärts vor den fünfundzwanzigtausend bis zur Westgrenze, neben den [Stammes-]Teilen des Fürsten. Und das heilige Hebopfer und das Heiligtum des Hauses sollen in seiner Mitte sein.

 

22 Und vom Besitztum der Leviten und vom Besitztum der Stadt, das in der Mitte des Fürstengebietes liegt, soll alles, was zwischen dem Gebiet Judas und dem Gebiet Benjamins liegt, dem Fürsten gehören.

 

23 Und der Rest der Stämme: von der Ostseite bis zur Westseite, Benjamin, einer.

 

24 Und an der Grenze Benjamins, von der Ostseite bis zur Westseite, Simeon, einer.

 

25 Und an der Grenze Simeons, von der Ostseite bis zur Westseite, Issachar, einer.

 

26 Und an der Grenze Issachars, von der Ostseite bis zur Westseite, Sebulon, einer.

 

27 Und an der Grenze Sebulons, von der Ostseite bis zur Westseite, Gad, einer.

 

28 Und an der Grenze Gads, von der Südseite nach Süden, und die Grenze soll von Tamar bis zum Wasser von Meriba-Kadesch, an den Bach [Ägyptens] bis zum großen Meer reichen.

 

29 Dies ist das Land, das ihr den Stämmen Israels als Erbteil austeilen sollt, und dies sind ihre Anteile, spricht der Herr, HERR.

 

30 Und dies sind die Ausgänge der Stadt: nach Norden hin viertausendfünfhundert [Ellen] Maß.

 

31 Und die Tore der Stadt [sollen] nach den Namen der Stämme Israels [genannt werden]; drei Tore nach Norden: das Tor Rubens, eines, und das Tor Judas, eines, und das Tor Levis, eines.

 

32 Und nach Osten hin viertausendfünfhundert; und drei Tore: das Tor Josefs, eines, und das Tor Benjamins, eines, und das Tor Dans, eines.

 

33 Und nach Süden hin viertausendfünfhundert Maß; und drei Tore: das Tor Simeons, eines, und das Tor Issachars, eines, und das Tor Sebulons, eines.

 

34 Und nach Westen hin viertausendfünfhundert Maß; und drei Tore: das Tor Gads, eines, und das Tor Assers, eines, und das Tor Naftalis, eines.

 

35 Ringsum [beträgt es] achtzehntausend [Ellen]. Und der Name der Stadt [soll] von dem Tage an, da der HERR sie heiligt, [sein]: »Der HERR ist dort«.