Jeremia
Kapitel 1
1 Das Wort Gottes, das an Jeremia, den Sohn Hilkijas, von den Priestern, der in Anatot im Lande Benjamin wohnte, erging:
2 An ihn erging das Wort des Herrn in den Tagen Josias, des Sohnes Amons, des Königs von Juda, im dreizehnten Jahr seiner Regierung;
3 und es erging in den Tagen Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, bis zum Ende des elften Jahres Zedekias, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, bis zur Wegführung Jerusalems im fünften Monat.
4 Und das Wort des Herrn erging an mich:
5 „Ehe ich dich im Mutterleibe bildete, habe ich dich erkannt, und ehe du aus dem Mutterschoße hervorkamst, habe ich dich geheiligt; zum Propheten für die Völker habe ich dich bestellt.“
6 Da sprach ich: „Ach, Herr, HERR! Siehe, ich verstehe nicht zu reden, denn ich bin zu jung.“
7 Da sprach der HERR zu mir: „Sage nicht: Ich bin zu jung! Denn zu allen, zu denen ich dich sende, sollst du gehen, und alles, was ich dir gebiete, sollst du reden.
8 Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin mit dir, um dich zu erretten, spricht der HERR.“
9 Und der HERR streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an; und der HERR sprach zu mir: „Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.
10 Siehe, ich setze dich heute über Völker und Königreiche, um auszureißen und niederzureißen, zu zerstören und zu verderben, zu bauen und zu pflanzen.“
11 Und das Wort des HERRN erging an mich: „Was siehst du, Jeremia?“ Ich sprach: „Einen Mandelzweig sehe ich.“
12 Da sprach der HERR zu mir: „Du hast recht gesehen; denn ich wache über mein Wort, es zu tun.“
13 Und das Wort des HERRN erging zum zweiten Mal an mich: „Was siehst du?“ Ich sprach: „Einen siedenden Kessel sehe ich, und seine Vorderseite ist von Norden her.“
14 Da sprach der HERR zu mir: „Von Norden her wird das Unheil losbrechen über alle Bewohner des Landes.
15 Denn siehe, ich rufe alle Königreiche des Nordens herbei, spricht der HERR, und sie werden kommen und ein jeder seinen Thron aufstellen vor den Toren Jerusalems und rings um seine Mauern und gegen alle Städte Judas.
16 Und ich werde mein Urteil über sie sprechen wegen all ihrer Bosheit, dass sie mich verlassen und anderen Göttern geopfert und die Werke ihrer Hände angebetet haben.
17 Du aber gürte deine Lenden, mache dich auf und rede zu ihnen alles, was ich dir gebiete; erschrick nicht vor ihnen, damit ich dich nicht vor ihnen erschrecken lasse!
18 Siehe, ich mache dich heute zu einer festen Stadt, zu einer eisernen Säule und zu einer ehernen Mauer gegen das ganze Land, gegen die Könige Judas, gegen seine Fürsten, gegen seine Priester und gegen das Volk des Landes.
19 Sie werden gegen dich kämpfen, aber sie
werden dich nicht überwältigen; denn ich bin mit dir, spricht der HERR, um dich
zu erretten.“
Kapitel 2
2 Und er sprach: So spricht der Herr: Ich gedachte der Gnade deiner Jugend und der Liebe deiner Vollendung, dass du dem Heiligen Israels nachfolgtest, spricht der Herr.
3 Der Heilige Israels ist dem Herrn der Anfang seiner Früchte; alle, die ihn essen, werden sich versündigen, Unheil wird über sie kommen, spricht der Herr.
4 Hört das Wort des Herrn, Haus Jakob und alle Geschlechter des Hauses Israel!
5 So spricht der Herr: Was für ein Unrecht haben eure Väter an mir gefunden, dass sie sich von mir entfernt haben und den Nichtigen nachgegangen sind und nichtig geworden sind?
6 Und sie sprachen nicht: Wo ist der Herr, der uns aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat, der uns in der Wüste geleitet hat, in einem unermesslichen und unwegsamen Land, in einem wasserlosen und unfruchtbaren Land, in einem Land, in dem nichts hindurchzog und wo kein Menschensohn wohnte?
7 Und ich brachte euch in den Karmel, damit ihr seine Früchte und seine Güter esset; und ihr kamt hinein und verunreinigtet mein Land und machtet mein Erbe zum Gräuel.
8 Die Priester sprachen nicht: Wo ist der Herr? Und die, die das Gesetz festhielten, kannten mich nicht, und die Hirten frevelten gegen mich, und die Propheten weissagten durch den Baal und gingen dem Nutzlosen nach.
9 Darum werde ich noch mit euch rechten, spricht der Herr, und mit euren Kindeskindern werde ich rechten.
10 Denn geht hinüber zu den Inseln der Kittäer und seht, und sendet nach Kedar und merkt genau auf, und seht, ob dergleichen geschehen ist.
11 Wechseln etwa die Völker ihre Götter? Und diese sind doch keine Götter. Aber mein Volk hat seine Herrlichkeit vertauscht gegen das, wovon es keinen Nutzen haben wird.
12 Der Himmel entsetzte sich darüber und erschauderte über die Maßen, spricht der Herr.
13 Denn zwei Übel hat mein Volk getan: Mich, die Quelle lebendigen Wassers, haben sie verlassen und sich Zisternen ausgehauen, zerbrochene Zisternen, die kein Wasser halten können.
14 Ist denn Israel ein Sklave oder ein Hausgeborener? Warum ist es zur Beute geworden?
15 Über ihn brüllten Löwen und ließen ihre Stimme erschallen, sie machten sein Land zur Wüste, und seine Städte wurden zerstört, dass niemand darin wohnt.
16 Auch die Söhne von Memphis und Tachpanhes haben dich erkannt und verspotteten dich.
17 Hast du dir das nicht selbst zugefügt, dass du mich verlassen hast? spricht der Herr, dein Gott.
18 Und nun, was hast du mit dem Weg nach Ägypten zu schaffen, um das Wasser des Gihon zu trinken? Und was hast du mit dem Weg nach Assyrien zu schaffen, um das Wasser der Ströme zu trinken?
19 Deine Abtrünnigkeit wird dich züchtigen, und deine Bosheit wird dich strafen; erkenne und sieh, dass es bitter für dich ist, dass du mich verlassen hast, spricht der Herr, dein Gott; und ich habe kein Wohlgefallen an dir, spricht der Herr, dein Gott.
20 Denn von alters her hast du dein Joch zerbrochen, deine Bande zerrissen und gesagt: Ich will nicht dienen, sondern ich will auf jeden hohen Hügel gehen und unter jeden dichten Baum, dort will ich mich in meiner Hurerei ausbreiten.
21 Ich aber habe dich gepflanzt als einen fruchtbaren Weinstock, ganz echt; wie hast du dich in Bitterkeit verwandelt, du fremder Weinstock?
22 Wenn du dich auch mit Lauge wüschest und viel Seife nähmeest, so bleibst du doch befleckt von deinen Ungerechtigkeiten vor mir, spricht der Herr.
23 Wie kannst du sagen: Ich bin nicht unrein geworden und bin dem Baal nicht nachgegangen? Sieh deine Wege im Totenfeld und erkenne, was du getan hast. Spät hat ihre Stimme gejammert, ihre Wege
24 hat sie weit gemacht über die Wasser der Wüste, in den Begierden ihrer Seele ließ sie sich treiben, sie wurde preisgegeben; wer wird sie zurückbringen? Alle, die sie suchen, werden sich nicht mühen, in ihrer Erniedrigung werden sie sie finden.
25 Wende deinen Fuß ab vom rauen Weg und deine Kehle vom Durst. Sie aber sprach: Ich bin stark; denn sie hatte Fremde geliebt und ging ihnen nach.
26 Wie ein Dieb sich schämt, wenn er ertappt wird, so werden sich die Söhne Israels schämen, sie selbst, ihre Könige, ihre Fürsten, ihre Priester und ihre Propheten.
27 Zum Holz sprachen sie: Du bist mein Vater, und zum Stein: Du hast mich gezeugt; und sie kehrten mir den Rücken zu und nicht das Angesicht; und zur Zeit ihres Unglücks werden sie sagen: Steh auf und rette uns!
28 Und wo sind deine Götter, die du dir gemacht hast? Werden sie aufstehen und dich retten zur Zeit deiner Not? Denn so viele Städte du hattest, so viele Götter hattest du, Juda, und so viele Gassen Jerusalem hat, so vielen opfertet ihr dem Baal.
29 Warum redet ihr zu mir? Ihr alle habt gefrevelt und ihr alle habt gegen mich gesündigt, spricht der Herr.
30 Vergeblich habe ich eure Kinder geschlagen, Zucht habt ihr nicht angenommen; eure Propheten hat das Schwert gefressen wie ein verderbender Löwe, und ihr habt euch nicht gefürchtet.
31 Hört das Wort des Herrn! So spricht der Herr: Bin ich für Israel eine Wüste geworden oder ein ausgedörrtes Land? Warum spricht mein Volk: Wir wollen nicht mehr beherrscht werden und nicht mehr zu dir kommen?
32 Vergisst etwa eine Braut ihren Schmuck und eine Jungfrau ihren Gürtel? Aber mein Volk hat mich vergessen, Tage ohne Zahl.
33 Was wirst du noch Gutes ersinnen auf deinen Wegen, um Liebe zu suchen? Nicht so, sondern auch du hast Böses getan, um deine Wege zu beflecken.
34 Und an deinen Händen wurde Blut unschuldiger Seelen gefunden; nicht bei Einbrüchen habe ich sie gefunden, sondern auf jeder Eiche.
35 Und du sprachst: Ich bin unschuldig, aber sein Zorn wende sich von mir ab. Siehe, ich rechne mit dir, weil du sagst: Ich habe nicht gesündigt.
36 Warum verachtest du es so sehr, deine Wege zu wiederholen? Und von Ägypten wirst du beschämt werden, wie du von Assur beschämt wurdest.
37 Denn auch von dort wirst du ausziehen, und
deine Hände werden auf deinem Haupt sein; denn der Herr hat deine Hoffnung
verstoßen, und du wirst auf ihr kein Gelingen haben.
Kapitel 3
1 Wenn ein Mann seine Frau fortschickt und sie von ihm weggeht und eines anderen Mannes wird, wird sie dann nicht wieder zu ihm zurückkehren? Wird jenes Weib nicht völlig entweiht werden? Und du hast mit vielen Hirten gehurt und bist doch zu mir zurückgekehrt?, spricht der HERR.
2 Erhebe deine Augen auf die gerade Straße und sieh! Wo bist du nicht geschändet worden? An den Wegen saßest du ihnen gegenüber wie eine einsame Krähe und hast das Land befleckt mit deiner Hurerei und mit deiner Bosheit.
3 Und du hattest viele Hirten zum Anstoß für dich selbst; eines Huren Angesicht ward dir, du schamtest dich vor allen.
4 Hast du mich nicht wie ein Haus genannt und Vater und Führer deiner Jungfrauschaft?
5 Wird es ewig währen oder bis zum Sieg bewahrt werden? Siehe, du hast geredet und diese bösen Dinge getan und vermochtest es.
6 Und der HERR sprach zu mir in den Tagen des Königs Josia: Hast du gesehen, was mir die Wohnung Israels getan hat? Sie gingen auf jeden hohen Berg und unter jeden grünen Baum und hurten daselbst.
7 Und ich sprach, nachdem sie dies alles getan hatte: Kehre um zu mir! Aber sie kehrte nicht um. Und ihre treulose Schwester Juda sah es.
8 Und ich sah, dass um all der Dinge willen, worin die Wohnung Israels Ehebruch begangen hatte, ich sie fortschickte und ihr einen Scheidebrief in ihre Hände gab; und die treulose Juda fürchtete sich nicht, sondern ging hin und hurte auch.
9 Und ihre Hurerei ward für nichts geachtet, und sie trieb Ehebruch mit Holz und Stein.
10 Und bei alledem kehrte die treulose Juda nicht um zu mir von ganzem Herzen, sondern nur zum Schein, spricht der HERR.
11 Und der HERR sprach zu mir: Israel hat seine Seele gerechtfertigt vor der treulosen Juda.
12 Geh hin und lies diese Worte gegen Norden und sprich: Kehre um zu mir, du Wohnung Israels, spricht der HERR, und ich will mein Angesicht nicht gegen euch richten; denn ich bin barmherzig, spricht der HERR, und ich werde nicht ewiglich zürnen.
13 Nur erkenne deine Missetat, dass du gegen den HERRN, deinen Gott, gefrevelt und deine Wege zu den Fremden unter jeden grünen Baum zerstreut hast, aber meiner Stimme nicht gehorcht hast, spricht der HERR.
14 Kehret um, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der HERR; denn ich will über euch herrschen und will euch nehmen, einen aus einer Stadt und zwei aus einem Geschlecht, und will euch nach Zion bringen
15 und will euch Hirten geben nach meinem Herzen, die euch weiden sollen mit Erkenntnis.
16 Und es wird geschehen, wenn ihr euch mehret und wachset im Lande in jenen Tagen, spricht der HERR, so wird man nicht mehr sagen: Die Lade des Bundes des Heiligen Israels; sie wird nicht mehr in den Sinn kommen, noch genannt, noch besucht werden, noch wird sie mehr gemacht werden.
17 In jenen Tagen und zu jener Zeit wird man Jerusalem nennen: Thron des HERRN, und es werden sich zu ihr versammeln alle Heiden, und sie werden nicht mehr wandeln nach den Gedanken ihres bösen Herzens.
18 In jenen Tagen wird das Haus Juda zum Hause Israel kommen, und sie werden miteinander kommen aus dem Lande des Nordens und aus allen Ländern in das Land, das ich ihren Vätern zum Erbe gegeben habe.
19 Und ich sprach: Es geschehe, HERR! Denn ich will dich zu Kindern setzen und dir ein auserwähltes Land geben, das Erbe des allmächtigen Gottes der Heiden. Und ich sprach: Ihr werdet mich Vater nennen und von mir nicht weichen.
20 Aber wie ein Weib ihren Vertrauten verlässt, so habt ihr mich verlassen, Haus Israel, spricht der HERR.
21 Man hört eine Stimme von den Lippen, Weinen und Flehen der Kinder Israel; denn sie haben auf ihren Wegen Unrecht getan, sie haben ihres heiligen Gottes vergessen.
22 Kehret um, ihr abtrünnigen Kinder, so will ich eure Brüche heilen. Siehe, wir wollen deine Knechte sein; denn du bist der HERR, unser Gott.
23 Wahrlich, die Hügel und die Macht der Berge waren Trug; aber durch den HERRN, unsern Gott, kommt Israel Heil.
24 Die Schande aber hat verzehrt die Mühe unserer Väter von unserer Jugend an, ihre Schafe und ihre Rinder, ihre Söhne und ihre Töchter.
25 Wir liegen in unserer Schande, und unsere
Schmach bedeckt uns; denn wir haben gesündigt gegen den HERRN, unsern Gott, wir
und unsere Väter von unserer Jugend an bis auf diesen Tag, und wir haben nicht
gehorcht der Stimme des HERRN, unsers Gottes.
Kapitel 4
1 Wenn Israel umkehrt, spricht der HERR, zu mir, so wird es umkehren; und wenn es seine Gräuel aus seinem Mund wegtut und sich vor meinem Angesicht fürchtet,
2 und schwört: So wahr der HERR lebt, in Wahrheit, in Recht und in Gerechtigkeit, dann werden sich die Völker in ihm segnen und in ihm Gott preisen in Jerusalem.
3 Denn so spricht der HERR zu den Männern von Juda und zu den Bewohnern Jerusalems: Pflügt euch einen Neubruch und sät nicht unter die Dornen.
4 Beschneidet euch für den HERRN und tut weg die Vorhaut eures Herzens, ihr Männer von Juda und Bewohner Jerusalems, damit nicht mein Grimm wie Feuer ausfahre und brenne und niemand lösche wegen der Bosheit eurer Taten.
5 Verkündet in Juda und lasst es hören in Jerusalem! Sprecht: Stoßt in die Posaune im Lande und ruft laut! Sprecht: Versammelt euch und lasst uns in die festen Städte ziehen!
6 Erhebt das Panier, flieht nach Zion! Eilt, bleibt nicht stehen! Denn ich bringe Unheil von Norden her und großen Zusammenbruch.
7 Ein Löwe ist aus seinem Dickicht heraufgestiegen, ein Verderber der Völker ist aufgebrochen; er ist ausgezogen von seinem Ort, um dein Land zur Wüste zu machen; deine Städte sollen zerstört werden, dass niemand darin wohnt.
8 Darum umgürtet euch mit Sacktuch, klagt und heult! Denn der Zorn des HERRN hat sich nicht von uns abgewandt.
9 Und es wird geschehen an jenem Tage, spricht der HERR, da wird das Herz des Königs vergehen und das Herz der Fürsten, und die Priester werden entsetzt sein und die Propheten sich verwundern.
10 Da sprach ich: Ach, Herr, HERR! Hast du denn dieses Volk und Jerusalem so sehr getäuscht, dass du sagtest: Ihr werdet Frieden haben, und doch dringt das Schwert bis an die Seele?
11 Zu jener Zeit wird man diesem Volk und Jerusalem sagen: Ein Glutwind von den kahlen Höhen in der Wüste kommt auf dem Weg der Tochter meines Volkes, nicht zum Worfeln noch zum Reinigen.
12 Ein Wind von der Fülle her kommt mir zu; nun aber will ich Gericht über sie halten.
13 Siehe, er zieht herauf wie Wolken, und seine Wagen sind wie der Sturmwind, seine Rosse sind schneller als Adler. Weh uns, wir sind verwüstet!
14 Wasche dein Herz von Bosheit, Jerusalem, damit dir geholfen werde! Wie lange sollen in dir deine bösen Gedanken hausen?
15 Denn eine Stimme, die es aus Dan verkündet, wird kommen, und Unheil wird gehört vom Gebirge Ephraim.
16 Meldet es den Völkern: Siehe, sie kommen! Verkündet in Jerusalem: Belagerer kommen aus fernem Land und erheben ihre Stimme gegen die Städte Judas.
17 Wie Hüter des Feldes sind sie rings um sie her, denn du hast mich verlassen, spricht der HERR.
18 Dein Wandel und deine Taten haben dir dies eingetragen; das ist dein Unheil, dass es so bitter ist, dass es bis an dein Herz reicht.
19 Mein Leib, mein Leib! Ich winde mich! Die Wände meines Herzens! Mein Herz tobt in mir, ich kann nicht schweigen; denn ich höre den Schall der Posaune, den Kriegslärm.
20 Schlag auf Schlag wird gerufen; denn das ganze Land ist verwüstet; plötzlich sind meine Zelte verwüstet, meine Vorhänge zerrissen.
21 Wie lange muss ich das Panier sehen und den Schall der Posaune hören?
22 Denn mein Volk ist töricht; mich kennen sie nicht; sie sind unverständige Kinder und haben keine Einsicht; weise sind sie, Böses zu tun, aber Gutes zu tun verstehen sie nicht.
23 Ich schaute auf die Erde, und siehe, sie war wüst und leer, und an den Himmel, und sein Licht war nicht da.
24 Ich sah die Berge, und siehe, sie bebten, und alle Hügel wankten.
25 Ich schaute, und siehe, da war kein Mensch, und alle Vögel des Himmels waren geflohen.
26 Ich sah, und siehe, das Fruchtgefilde war zur Wüste geworden, und alle seine Städte waren niedergerissen vor dem HERRN, vor dem Glut seines Zorns.
27 Denn so spricht der HERR: Das ganze Land soll verwüstet werden, doch will ich nicht völlig ein Ende machen.
28 Darum trauere die Erde, und der Himmel droben werde schwarz! Denn ich habe es geredet und will es nicht bereuen; ich habe es beschlossen und will nicht davon ablassen.
29 Vor dem Geschrei der Reiter und Schützen flieht die ganze Gegend; sie gehen in die Höhlen und verstecken sich in den Wäldern und steigen auf die Felsen; alle Städte sind verlassen, und kein Mensch wohnt darin.
30 Und du, Verwüstete, was willst du tun? Wenn du dich auch mit Purpur kleidest und mit goldenem Schmuck zierst und deine Augen mit Schminke bemalst, so machst du dich doch vergeblich schön; deine Liebhaber verachten dich, sie trachten nach deinem Leben.
31 Denn ich höre ein Geschrei wie von einer
Gebärenden, ein Stöhnen wie von einer, die ihr erstes Kind gebiert, die Stimme
der Tochter Zion, die da seufzt und ihre Hände ausbreitet: Weh mir! Ich
verschmachte vor den Mördern!
Kapitel 5
1 Durchstreift die Gassen Jerusalems und seht und erkennt und sucht auf ihren Plätzen, ob ihr einen Mann findet, ob es einen gibt, der Recht übt und Treue sucht, so will ich ihnen gnädig sein, spricht der Herr.
2 „So wahr der Herr lebt“, sagen sie; darum schwören sie doch falsch?
3 Herr, deine Augen sind auf Treue gerichtet; du hast sie gezüchtigt, aber sie haben nicht gelitten; du hast sie vernichtet, aber sie wollten Zucht nicht annehmen; sie machten ihre Angesichter härter als Fels und wollten nicht umkehren.
4 Da sprach ich: Vielleicht sind sie arm, darum sind sie ohnmächtig, denn sie kennen den Weg des Herrn und das Recht ihres Gottes nicht.
5 Ich will zu den Vornehmen gehen und mit ihnen reden, denn sie kennen den Weg des Herrn und das Recht ihres Gottes; aber siehe, sie haben alle miteinander das Joch zerbrochen, die Bande zerrissen.
6 Darum schlug sie der Löwe aus dem Walde, und der Wolf von den Steppen her verwüstete sie, und der Panther lauert auf ihre Städte; alle, die aus ihnen hinausgehen, werden erjagt werden; denn ihrer Frevel sind viele, sie sind stark in ihren Abtrünnigkeiten.
7 Wie soll ich dir darunter gnädig sein? Deine Söhne haben mich verlassen und schworen bei Göttern, die nicht sind; und ich sättigte sie, und sie brachen die Ehe und trieben Unzucht in den Häusern der Dirnen.
8 Wie brünstige Hengste sind sie geworden, ein jeder wieherte nach dem Weibe seines Nächsten.
9 Sollte ich solches nicht heimsuchen?, spricht der Herr; oder sollte meine Seele sich an einem solchen Volk nicht rächen?
10 Steigt auf ihre Mauern und zerstört sie, aber macht nicht völlig ein Ende; lasst ihre Grundfesten stehen, denn sie sind des Herrn.
11 Denn treulos hat sich gegen mich erwiesen, spricht der Herr, das Haus Israel und das Haus Juda.
12 Sie haben ihren Herrn belogen und gesagt: Das ist nicht so; es wird kein Unglück über uns kommen, und Schwert und Hunger werden wir nicht sehen.
13 Unsere Propheten waren Wind, und das Wort des Herrn war nicht in ihnen; so soll es ihnen ergehen.
14 Darum spricht der Herr, der Allmächtige, so: Weil ihr dieses Wort geredet habt, siehe, so mache ich meine Worte in deinem Munde zu Feuer und dieses Volk zu Holz, und es wird sie verzehren.
15 Siehe, ich bringe über euch ein Volk von ferne, Haus Israel, spricht der Herr, ein Volk, dessen Sprache du nicht verstehst;
16 lauter starke Männer
17 und sie werden eure Ernte und euer Brot verzehren, sie werden eure Söhne und eure Töchter verzehren, sie werden eure Schafe und eure Rinder verzehren, sie werden eure Weingärten und eure Feigengärten und eure Ölgärten verzehren; und eure festen Städte, auf die ihr euch verlasst, werden sie mit dem Schwerte zerschlagen.
18 Und es wird geschehen in jenen Tagen, spricht der Herr, dein Gott, dass ich euch nicht völlig vernichten werde.
19 Und es wird geschehen, wenn ihr sagt: Warum hat der Herr, unser Gott, uns dies alles angetan? So sollst du zu ihnen sagen: Weil ihr fremden Göttern gedient habt in eurem Lande, so werdet ihr Fremden dienen in einem Lande, das nicht das eure ist.
20 Verkündet dies im Hause Jakob, und lasst es hören in Juda!
21 Höret doch dies, du törichtes und unverständiges Volk, das Augen hat und nicht sieht, Ohren hat und nicht hört!
22 Solltet ihr mich nicht fürchten?, spricht der Herr, oder solltet ihr nicht vor mir erschrecken? Der ich dem Meere den Sand zur Grenze setzte, eine ewige Ordnung, die es nicht überschreiten wird; und es tobt und vermag nichts, und seine Wogen brausen und überschreiten sie nicht.
23 Aber diesem Volke ward ein ungehorsames und widerspenstiges Herz, und sie wichen ab und gingen fort;
24 und sie sprachen nicht in ihrem Herzen: Lasst uns doch den Herrn, unseren Gott, fürchten, der uns den Frühregen und den Spätregen gibt zu seiner Zeit, die Erfüllung der Ordnung der Ernte, und der uns bewahrt hat.
25 Eure Missetaten haben dies abgewendet, und eure Sünden haben das Gute von euch ferngehalten.
26 Denn es fanden sich in meinem Volk Gottlose, die stellten Fallen, um Menschen zu verderben, und sie fingen sie.
27 Wie ein Vogelkäfig voller Vögel, so sind ihre Häuser voller Trug; darum sind sie groß und reich geworden;
28 und sie haben das Recht übertreten, sie haben dem Waisen nicht Recht geschafft und der Witwe Recht nicht verschafft.
29 Sollte ich solches nicht heimsuchen?, spricht der Herr, oder sollte meine Seele sich an einem solchen Volk nicht rächen?
30 Entsetzen und Gräuel sind im Lande geschehen.
31 Die Propheten weissagen Lüge, und die
Priester klatschen Beifall, und mein Volk liebt es so; und was werdet ihr tun,
wenn das Ende kommt?
Kapitel 6
1 Stärket euch, ihr Söhne Benjamin, mitten aus Jerusalem heraus, und in Thekoa blast die Posaune und über Beth-Hakkerem erhebt ein Zeichen; denn Unheil ragt hervor aus dem Norden, und ein großer Zusammenbruch geschieht.
2 Und deine Hoheit wird weggenommen werden, Tochter Zion.
3 Zu ihr werden Hirten kommen mit ihren Herden, sie werden rings um sie Zelte aufschlagen und jeder wird weiden an seiner Stelle.
4 Rüstet euch zum Krieg gegen sie, macht euch auf und lasst uns gegen sie hinaufziehen am Mittag! Wehe uns, denn der Tag neigt sich, denn die Abendschatten schwinden.
5 Macht euch auf und lasst uns bei Nacht hinaufziehen und ihre Grundmauern zerstören!
6 Denn so spricht der HERR: Fällt ihre Bäume, schüttet einen Wall auf gegen Jerusalem! O Stadt der Lüge, ganz voller Bedrückung ist sie!
7 Wie ein Brunnen sein Wasser kühl hält, so hält sie ihre Bosheit kühl; Frevel und Elend wird in ihr gehört werden vor ihrem Angesicht allezeit. Mit Mühsal und Geißel
8 wirst du gezüchtigt werden, Jerusalem, dass meine Seele sich nicht von dir abwende, dass ich dich nicht zu einem unbewohnbaren Land mache, das nicht bewohnt werden soll.
9 Denn so spricht der HERR: Lest, lest wie einen Weinberg die Übriggebliebenen Israels, kehrt um wie der Winzer zu seinem Korb!
10 Zu wem soll ich reden und Zeugnis ablegen, dass sie hören? Siehe, ihre Ohren sind unbeschnitten, und sie können nicht hören; siehe, das Wort des HERRN ist ihnen zum Hohn geworden, sie wollen es nicht hören.
11 Und ich habe meinen Zorn erfüllt und zurückgehalten und habe sie nicht vernichtet; ich werde ihn ausgießen über die Kinder draußen und über die Versammlung der Jünglinge zugleich; denn Mann und Frau werden ergriffen werden, der Alte mit dem, der voller Tage ist.
12 Und ihre Häuser werden anderen zufallen, Äcker und Frauen zugleich; denn ich werde meine Hand ausstrecken über die Bewohner dieses Landes, spricht der HERR.
13 Denn von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten haben alle sich der Gesetzlosigkeit hingegeben, vom Priester bis zum Lügenpropheten haben alle Falsches getan.
14 Und sie heilen den Schaden meines Volkes leichtfertig und sagen: Friede, Friede! Und wo ist Friede?
15 Sie sind beschämt worden, weil sie versagten; und doch schämen sie sich nicht einmal, beschämt zu sein, und ihre Schande erkennen sie nicht. Darum werden sie fallen in ihrem Fall, und zur Zeit ihrer Heimsuchung werden sie umkommen, spricht der HERR.
16 So spricht der HERR: Tretet auf die Wege und seht, und fragt nach den ewigen Pfaden des HERRN und seht, welches der gute Weg ist, und wandelt auf ihm, so werdet ihr Reinigung finden für eure Seelen! Aber sie sprachen: Wir wollen nicht gehen!
17 Ich habe Wächter über euch eingesetzt; hört auf die Stimme der Posaune! Aber sie sprachen: Wir wollen nicht hören!
18 Darum haben es die Völker gehört und die, die ihre Herden weiden.
19 Höre, Erde! Siehe, ich bringe Unheil über dieses Volk, die Frucht ihrer Abkehr; denn sie haben nicht auf meine Worte geachtet und mein Gesetz verworfen.
20 Wozu bringt ihr mir Weihrauch aus Saba und Zimt aus fernem Land? Eure Brandopfer sind nicht angenehm, und eure Schlachtopfer gefallen mir nicht.
21 Darum spricht der HERR so: Siehe, ich gebe diesem Volk Schwäche, und Väter und Söhne zugleich werden daran erkranken, der Nachbar und sein Nächster werden umkommen.
22 So spricht der HERR: Siehe, ein Volk kommt aus dem Norden, und ein Volk wird erweckt werden vom Ende der Erde;
23 Bogen und Wurfspieß werden sie ergreifen, es ist grausam und wird kein Erbarmen haben; seine Stimme ist wie das brausende Meer, auf Rossen und Wagen wird es sich rüsten wie Feuer zum Krieg gegen dich, Tochter Zion.
24 Wir haben ihr Gerücht gehört, unsere Hände sind erschlafft, Bedrängnis hat uns ergriffen, Wehen wie einer Gebärenden.
25 Geht nicht hinaus aufs Feld und wandelt nicht auf den Wegen; denn das Schwert der Feinde lagert ringsum.
26 Tochter meines Volkes, gürte dich mit Sacktuch, wälze dich in Asche, mache dir Trauer wie um den Geliebten, klägliche Wehklage; denn plötzlich wird Elend über euch kommen.
27 Zum Prüfer habe ich dich gesetzt unter geprüften Völkern, und du wirst mich erkennen, wenn ich ihren Weg prüfe.
28 Sie alle sind ungehorsam, wandeln verkehrt, Erz und Eisen, alle sind verdorben.
29 Der Blasebalg ist vom Feuer erschöpft, das Blei ist dahin; umsonst arbeitet der Silberschmied, ihre Bosheit ist nicht geschmolzen.
30 Verworfenes Silber nennt sie; denn der HERR
hat sie verworfen.
Kapitel 7
2 Höret das Wort des Herrn, ganz Judäa!
3 So spricht der Herr, der Gott Israels: Bessert eure Wege und eure Taten, so will ich euch an diesem Orte wohnen lassen.
4 Verlasset euch nicht auf Lügenworte, denn sie werden euch ganz und gar nichts nützen, wenn man sagt: Tempel des Herrn, Tempel des Herrn ist es!
5 Denn wenn ihr wirklich eure Wege und eure Taten bessert und wirklich Recht übt zwischen einem Mann und seinem Nächsten,
6 und den Fremdling, die Waise und die Witwe nicht bedrückt und unschuldiges Blut nicht vergießt an diesem Orte und fremden Göttern nicht nachlauft euch zum Unheil,
7 so will ich euch an diesem Orte wohnen lassen, in dem Lande, das ich euren Vätern gegeben habe von Ewigkeit zu Ewigkeit.
8 Wenn ihr euch aber auf Lügenworte verlasset, von denen ihr keinen Nutzen haben werdet,
9 und mordet und ehebrecht und stehlt und falsch schwört und der Baal räuchert und fremden Göttern nachlauft, die ihr nicht kennt, euch zum Unheil,
10 und dann kommt und vor mich tretet in dem Hause, über dem mein Name genannt ist, und sprecht: Wir haben uns enthalten, alle diese Greuel zu tun,
11 ist etwa mein Haus, über dem dort mein Name genannt ist, in euren Augen eine Räuberhöhle? Und siehe, ich habe es gesehen, spricht der Herr.
12 Denn gehet hin zu meiner Stätte in Silo, wo ich vormals meinen Namen wohnen ließ, und sehet, was ich ihr getan habe wegen der Bosheit meines Volkes Israel.
13 Und nun, weil ihr alle diese Werke getan habt, und ich zu euch geredet habe und ihr mich nicht gehört habt, und ich euch gerufen habe und ihr nicht geantwortet habt,
14 so werde ich diesem Hause, über dem mein Name genannt ist, auf das ihr euch verlasset, und der Stätte, die ich euch und euren Vätern gegeben habe, ebenso tun, wie ich Silo getan habe.
15 Und ich werde euch von meinem Angesicht verwerfen, wie ich eure Brüder, den ganzen Samen Ephraims, verworfen habe.
16 Du aber, bete nicht für dieses Volk und bitte nicht, dass ihnen Erbarmen widerfahre, und flehe nicht und tritt nicht für sie vor mich, denn ich werde nicht hören.
17 Siehst du denn nicht, was sie in den Städten Judas und auf den Straßen Jerusalems tun?
18 Ihre Söhne sammeln Holz, ihre Väter zünden das Feuer an, und ihre Frauen kneten Teig, um Kuchen für das Heer des Himmels zu bereiten; und sie haben fremden Göttern Trankopfer gespendet, um mich zu erzürnen.
19 Erzürnen sie denn mich? spricht der Herr. Nicht vielmehr sich selbst, damit ihre Angesichter zuschanden werden?
20 Darum spricht der Herr so: Siehe, mein Zorn und mein Grimm ergießt sich über diesen Ort, über die Menschen und über das Vieh, über jeden Baum ihres Feldes und über alle Früchte des Landes; und es wird brennen und nicht erlöschen.
21 So spricht der Herr: Häufet eure Brandopfer zu euren Schlachtopfern und esset Fleisch!
22 Denn ich habe zu euren Vätern nicht geredet und ihnen nichts geboten an dem Tage, da ich sie aus dem Lande Ägypten heraufführte, über Brandopfer und Schlachtopfer;
23 sondern dieses Wort habe ich ihnen geboten: Höret auf meine Stimme, so will ich euch Gott sein, und ihr sollt mir Volk sein; und wandelt auf allen meinen Wegen, die ich euch gebiete, damit es euch wohlergehe.
24 Aber sie hörten nicht auf mich, und ihr Ohr merkte nicht auf, sondern sie wandelten in den Gedanken ihres bösen Herzens und wandten sich rückwärts und nicht vorwärts.
25 Von dem Tage an, da ihre Väter aus dem Lande Ägypten zogen, bis auf diesen Tag — und ich sandte zu euch alle meine Knechte, die Propheten, Tag für Tag und in der Frühe sandte ich sie —,
26 aber sie hörten nicht auf mich, und ihr Ohr merkte nicht auf, und sie verhärteten ihren Nacken mehr als ihre Väter.
27-28 Und du sollst ihnen dieses Wort sagen: Dies ist das Volk, das auf die Stimme des Herrn nicht gehört und keine Zucht angenommen hat; die Treue ist aus ihrem Munde geschwunden.
29 Schere dein Haupt und wirf es weg und erhebe auf den Lippen ein Klagelied, denn der Herr hat das Geschlecht, das solches tut, verworfen und verstoßen.
30 Denn die Söhne Judas haben getan, was böse ist vor mir, spricht der Herr; sie haben ihre Greuel in dem Hause aufgestellt, über dem mein Name genannt ist, um es zu verunreinigen.
31 Und sie haben den Altar des Tapheth gebaut, der im Tal des Sohnes Ennom liegt, um ihre Söhne und ihre Töchter im Feuer zu verbrennen, was ich ihnen nicht geboten habe und was mir nicht in den Sinn gekommen ist.
32 Darum, siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da wird man nicht mehr sagen: Altar des Tapheth und Tal des Sohnes Ennom, sondern: Tal der Erschlagenen; und man wird im Tapheth begraben, weil kein Raum mehr vorhanden ist.
33 Und die Leichen dieses Volkes werden den Vögeln des Himmels und den Tieren des Feldes zum Fraß dienen, und niemand wird sie verscheuchen.
34 Und ich werde aus den Städten Judas und von
den Straßen Jerusalems die Stimme der Fröhlichen und die Stimme der
Frohlockenden, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut verstummen
lassen; denn das ganze Land wird zur Wüste werden.
Kapitel 8
1 Zu jener Zeit, spricht der Herr, wird man die Gebeine der Könige Judas und die Gebeine seiner Fürsten und die Gebeine der Priester und die Gebeine der Propheten und die Gebeine der Bewohner Jerusalems aus ihren Gräbern herausbringen,
2 und man wird sie ausbreiten vor der Sonne und dem Mond und vor allen Sternen und vor dem ganzen Heer des Himmels, die sie geliebt haben und denen sie gedient haben und hinter denen sie hergelaufen sind und an denen sie festgehalten haben und die sie angebetet haben. Sie werden nicht beklagt und nicht begraben werden, sondern zum warnenden Beispiel auf dem Angesicht der Erde sein,
3 weil sie den Tod erwählt haben statt des Lebens und alle Übriggebliebenen, die von jenem Geschlecht übrig sind an jedem Ort, wohin ich sie auch verstoßen werde.
4 Denn so spricht der Herr: Steht denn der, der fällt, nicht wieder auf? Oder kehrt der, der sich abwendet, nicht wieder um?
5 Warum hat sich dieses mein Volk in schamloser Abkehr abgewandt, und warum sind sie in ihrem Vorsatz verhärtet worden und wollten nicht umkehren?
6 Merkt doch auf und hört: So werden sie nicht reden; da ist kein Mensch, der von seiner Bosheit umkehrt und spricht: Was habe ich getan? Der Läufer hat von seinem Lauf abgelassen wie ein schweißbedecktes Pferd in seinem Wiehern.
7 Selbst der Storch am Himmel kennt seine Zeit; Turteltaube und Schwalbe, die Sperlinge des Feldes haben die Zeiten ihrer Ankunft eingehalten; mein Volk aber kennt die Rechtssatzungen des Herrn nicht.
8 Wie könnt ihr sagen: Wir sind weise, und das Gesetz des Herrn ist bei uns? Umsonst ist der trügerische Griffel den Schreibern geworden.
9 Die Weisen sind zuschanden geworden, sie sind erschrocken und gefangen worden, weil sie das Wort des Herrn verworfen haben; welche Weisheit ist noch in ihnen?
10 Darum werde ich ihre Frauen anderen geben und ihre Felder den Erben,
13 und sie werden ihre Früchte einsammeln, spricht der Herr: Es ist keine Traube an den Weinstöcken, und es sind keine Feigen an den Feigenbäumen, und die Blätter sind abgefallen.
14 Wozu sitzen wir noch da? Versammelt euch, und lasst uns in die befestigten Städte gehen und dort verworfen werden; denn Gott hat uns verworfen und hat uns Wasser der Galle zu trinken gegeben, weil wir vor ihm gesündigt haben.
15 Wir hofften auf Frieden, aber es kam nichts Gutes; auf eine Zeit der Heilung, und siehe: Schrecken.
16 Von Dan her werden wir das Schnauben seiner schnellen Pferde hören; vom Lärm des Wieherns seiner reitenden Rosse erbebte das ganze Land. Und er wird kommen und das Land verzehren samt seiner Fülle, die Stadt und ihre Bewohner.
17 Denn siehe, ich sende tödliche Schlangen unter euch, gegen die es keine Beschwörung gibt, und sie werden euch beißen.
18 Unheilbar ist es, mit Schmerz eures ratlosen Herzens.
19 Siehe, die Stimme des Geschreis der Tochter meines Volkes aus fernem Land: Ist denn der Herr nicht in Zion? Oder ist der König nicht dort? Warum haben sie mich erzürnt mit ihren Götzenbildern und mit fremden Nichtigkeiten?
20 Der Sommer ist vergangen, die Ernte ist vorüber, und wir sind nicht gerettet worden.
21 Über den Zusammenbruch der Tochter meines Volkes bin ich verfinstert; in Ratlosigkeit haben mich Wehen überwältigt wie eine Gebärende.
22 Ist denn kein Balsam in Gilead, oder ist kein Arzt dort? Warum ist die Heilung der Tochter meines Volkes nicht gekommen?
23 Wer wird meinem Haupt Wasser geben und
meinen Augen eine Quelle von Tränen, dass ich dieses mein Volk beweine Tag und
Nacht, die Erschlagenen der Tochter meines Volkes?
Kapitel 9
1 Wer gibt mir in der Wüste eine letzte Herberge, dass ich mein Volk verlasse und von ihnen weggehe? Denn sie alle treiben Ehebruch, ein Haufen Treuloser.
2 Und sie spannen ihre Zunge wie einen Bogen; Lüge und nicht Treue herrscht im Lande, denn von Bösem zu Bösem sind sie ausgegangen, und mich haben sie nicht erkannt.
3 Jeder hüte sich vor seinem Nächsten, und auf seine Brüder vertrauet nicht; denn jeder Bruder betrügt mit der Ferse, und jeder Freund geht arglistig einher.
4 Jeder verspottet seinen Freund, Wahrheit reden sie nicht; ihre Zunge hat gelernt, Lügen zu reden, sie haben Unrecht getan und haben nicht abgelassen, umzukehren.
5 Wucher auf Wucher, Trug auf Trug; sie wollten mich nicht erkennen.
6 Darum spricht der HERR so: Siehe, ich will sie läutern und prüfen; denn so will ich verfahren angesichts der Bosheit der Tochter meines Volkes.
7 Ein Pfeil, der verwundet, ist ihre Zunge, trügerisch sind die Worte ihres Mundes; zum Nächsten redet er Friedliches, aber in sich trägt er die Feindschaft.
8 Sollte ich darüber nicht strafen, spricht der HERR, oder an einem solchen Volk sollte meine Seele nicht Rache nehmen?
9 Auf den Bergen erhebt Klage und auf den Pfaden der Wüste ein Klagelied, denn sie sind dahingeschwunden, weil keine Menschen mehr da sind; sie haben die Stimme des Besitzes nicht gehört; von den Vögeln des Himmels bis zum Vieh sind sie entflohen, sie sind fortgegangen.
10 Und ich werde Jerusalem zur Wegführung und zur Wohnstätte der Drachen machen und die Städte Judas zur Verwüstung bestimmen, weil sie nicht bewohnt werden.
11 Wer ist der verständige Mensch, der dies versteht, und zu wem das Wort des Mundes des HERRN gesprochen hat, der verkünde euch: Weswegen ist das Land zugrunde gegangen, ist es wie eine Wüste entzündet, weil niemand es durchzieht?
12 Und der HERR sprach zu mir: Weil sie mein Gesetz verlassen haben, das ich ihnen vorgelegt habe, und nicht auf meine Stimme gehört haben,
13 sondern dem nachgegangen sind, was ihrem bösen Herzen gefiel, und den Götzen, die ihre Väter sie gelehrt haben,
14 darum spricht der HERR, der Gott Israels, so: Siehe, ich will sie mit Not speisen und mit Galle tränken
15 und will sie unter die Völker zerstreuen, die weder sie noch ihre Väter kannten, und will das Schwert hinter ihnen hersenden, bis ich sie darin vertilgt habe.
16 So spricht der HERR: Ruft die Klageweiber, dass sie kommen, und zu den weisen Frauen sendet, dass sie ihre Stimme erheben
17 und über euch ein Klagelied anstimmen, und eure Augen Tränen vergießen und eure Wimpern Wasser fließen lassen.
18 Denn eine Stimme der Klage ist in Zion gehört worden: Wie sind wir so elend geworden, sind sehr beschämt, denn wir haben das Land verlassen und unsere Wohnungen weggeworfen.
19 Höret doch, ihr Frauen, das Wort Gottes, und eure Ohren nehmen an die Worte seines Mundes, und lehret eure Töchter Klage und eine Frau ihre Nächste ein Klagelied.
20 Denn der Tod ist durch eure Fenster gestiegen, ist in euer Land eingedrungen, um die Kinder draußen und die Jünglinge von den Straßen wegzuraffen.
21 Und die Leichen der Menschen werden zum Schauspiel auf der Fläche eures Landes liegen und wie Gras hinter dem Schnitter, und niemand wird sie sammeln.
22 So spricht der HERR: Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit, und der Starke rühme sich nicht seiner Stärke, und der Reiche rühme sich nicht seines Reichtums,
23 sondern wer sich rühmt, der rühme sich dessen, dass er einsichtig ist und mich erkennt, dass ich der HERR bin, der Güte und Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden; denn daran habe ich Wohlgefallen, spricht der HERR.
24 Siehe, es kommen Tage, spricht der HERR, da werde ich heimsuchen alle, die beschnitten sind an ihrer Vorhaut,
25 Ägypten und Juda und Edom und die Söhne
Ammons und die Söhne Moabs und alle, die sich das Haar an den Schläfen scheren,
die in der Wüste wohnen; denn alle Völker sind unbeschnitten am Fleisch, aber
das ganze Haus Israel ist unbeschnitten am Herzen.
Kapitel 10
1 Höret das Wort des Herrn, das er über euch geredet hat, Haus Israel!
2 So spricht der Herr: Lernet nicht den Weg der Heiden und fürchtet euch nicht vor den Zeichen des Himmels, denn die Heiden fürchten sich vor ihnen.
3 Denn die Satzungen der Völker sind nichtig: Holz ist es, aus dem Wald gehauen, eines Zimmermanns Werk und ein Guss;
4 mit Silber und Gold sind sie geschmückt; mit Hämmern und Nägeln befestigt man sie, dass sie sich nicht bewegen.
5 Sie werden getragen, emporgehoben, denn sie können nicht gehen. Fürchtet euch nicht vor ihnen, denn sie können nichts Böses tun, und Gutes ist nicht in ihnen.
9 Gegossenes Silber ist es, sie werden nicht gehen; Silber, getrieben aus Tarsis, wird kommen, Gold aus Mophas und der Hand der Goldschmiede, alles Werke von Künstlern; mit Hyazinth und Purpur bekleidet man sie.
11 So sollt ihr zu ihnen sagen: Die Götter, die den Himmel und die Erde nicht gemacht haben, sollen vertilgt werden von der Erde und unter diesem Himmel.
12 Der Herr aber, der die Erde gemacht hat durch seine Kraft, der den Erdkreis aufgerichtet hat durch seine Weisheit und durch seine Einsicht den Himmel ausgespannt hat,
13 und eine Menge Wasser am Himmel, und Wolken heraufgeführt hat vom Ende der Erde, Blitze zum Regen gemacht und Licht hervorgebracht hat aus seinen Schätzen.
14 Es ist jeder Mensch dumm geworden ohne Erkenntnis, jeder Goldschmied ist zuschanden geworden an seinen Götzenbildern; denn Lüge haben sie gegossen, kein Geist ist in ihnen.
15 Nichtig sind sie, ein Werk des Gespöttes; zur Zeit ihrer Heimsuchung werden sie umkommen.
16 Nicht solches ist Jakobs Teil; denn der alles geschaffen hat, der ist sein Erbe, Herr ist sein Name.
17 Er hat deine Habe hinausgesammelt, die du in den Auserwählten bewohnst.
18 Denn so spricht der Herr: Siehe, ich will die Bewohner dieses Landes in Drangsal stürzen, damit deine Wunde offenbar werde.
19 Wehe über deinen Zusammenbruch, schmerzhaft ist deine Wunde! Und ich sprach: Wahrlich, das ist mein Schmerz, und er hat mich ergriffen.
20 Mein Zelt ist zerstört, es ist dahin, und alle meine Zeltdecken sind zerrissen; meine Söhne und meine Herden sind nicht mehr, es ist kein Platz mehr für mein Zelt, kein Platz für meine Zeltdecken.
21 Denn die Hirten sind töricht geworden und haben den Herrn nicht gesucht; darum hat die ganze Weide nicht verstanden, und sie sind zerstreut worden.
22 Horch! Eine Kunde kommt, und ein großes Beben aus dem Nordland, um die Städte Judas zur Wüste zu machen und zur Wohnstätte der Strauße.
23 Ich weiß, Herr, dass des Menschen Weg nicht in seiner Hand steht, und kein Mann geht und lenkt seinen Gang.
24 Züchtige uns, Herr, doch nach dem Recht und nicht im Zorn, damit du uns nicht gering machst.
25 Gieße deinen Zorn aus über die Heiden, die
dich nicht kennen, und über die Geschlechter, die deinen Namen nicht anrufen;
denn sie haben Jakob gefressen und ihn verzehrt und seine Weide verwüstet.
Kapitel 11
1 Das Wort, das vom HERRN an Jeremia erging, folgendermaßen:
2 Hört die Worte dieses Bundes! Und du sollst zu den Männern Judas und zu den Bewohnern Jerusalems reden;
3 und du sollst zu ihnen sagen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Verflucht ist der Mensch, der nicht auf die Worte dieses Bundes hört,
4 den ich euren Vätern geboten habe an dem Tag, als ich sie aus dem Land Ägypten, aus dem eisernen Schmelzofen, herausführte, indem ich sprach: Hört auf meine Stimme und tut alles, was ich euch gebieten werde, und ihr sollt mir zum Volk sein, und ich will euch zum Gott sein,
5 damit ich meinen Eid aufrechterhalte, den ich euren Vätern geschworen habe, ihnen ein Land zu geben, das von Milch und Honig fließt, wie es dieser Tag ist. Und ich antwortete und sprach: Amen, HERR.
6Und der HERR sprach zu mir: Verkünde diese Worte in den Städten Judas und draußen vor Jerusalem, indem du sagst: Hört die Worte dieses Bundes und tut sie!
8 Und sie taten sie nicht.
9 Und der HERR sprach zu mir: Es hat sich eine Verschwörung gefunden unter den Männern Judas und unter den Bewohnern Jerusalems.
10 Sie sind zurückgekehrt zu den Ungerechtigkeiten ihrer früheren Väter, die nicht auf meine Worte hören wollten, und siehe, sie selbst wandeln hinter anderen Göttern her, um ihnen zu dienen, und das Haus Israel und das Haus Juda haben meinen Bund gebrochen, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe.
11 Darum spricht der HERR so: Siehe, ich bringe über dieses Volk Unheil, aus dem sie nicht herauskommen können, und sie werden zu mir schreien, aber ich werde sie nicht erhören.
12 Und die Städte Judas und die Bewohner Jerusalems werden hingehen und zu den Göttern schreien, denen sie räuchern; werden die sie retten zur Zeit ihres Unheils?
13 Denn so viele deine Städte sind, so viele sind deine Götter, Juda, und so viele die Straßen Jerusalems sind, so viele Altäre habt ihr aufgestellt, um der Baal zu räuchern.
14 Und du sollst nicht für dieses Volk beten und sollst nicht für sie flehen mit Bitte und Gebet, denn ich werde sie nicht erhören zu der Zeit, wenn sie mich anrufen, zur Zeit ihrer Bedrängnis.
15 Was hat meine Geliebte in meinem Haus für einen Gräuel begangen? Werden Gelübde und heiliges Fleisch deine Bosheiten von dir wegnehmen, oder wirst du durch diese entkommen?
16Einen schönen, schattigen Ölbaum von Gestalt nannte der HERR deinen Namen; beim Lärm ihres Beschneidens wurde Feuer an ihr entzündet, groß ist die Drangsal über dich, ihre Zweige sind verdorrt.
17Und der HERR, der dich gepflanzt hat, hat Unheil über dich geredet wegen der Bosheit des Hauses Israel und des Hauses Juda, denn sie haben sich selbst gemacht, um mich zu erzürnen, indem sie der Baal räuchern.
18 HERR, tu mir kund, so will ich erkennen; da sah ich ihre Machenschaften.
19 Ich aber war wie ein argloses Lamm, das zur Schlachtung geführt wird, und wusste nichts; gegen mich ersannen sie einen bösen Plan, indem sie sagten: Kommt, lasst uns Holz in sein Brot legen und ihn ausrotten aus dem Land der Lebendigen, und seines Namens soll nicht mehr gedacht werden.
20 HERR, der du gerecht richtest, Nieren und Herzen prüfst, lass mich deine Rache an ihnen sehen, denn dir habe ich meine Rechtssache offenbart.
21 Darum spricht der HERR so über die Männer von Anathoth, die nach meinem Leben trachten, die sagen: Du sollst nicht weissagen im Namen des HERRN; sonst wirst du durch unsere Hände sterben.
22 Siehe, ich werde sie heimsuchen; ihre jungen Männer werden durch das Schwert sterben, und ihre Söhne und ihre Töchter werden durch den Hunger umkommen,
23 und kein Überrest wird von ihnen sein, denn
ich werde Unheil über die Bewohner von Anathoth bringen im Jahr ihrer
Heimsuchung.
Kapitel 12
1 Gerecht bist du, Herr, dass ich mich vor dir verantworten werde; dennoch will ich Rechtsstreitigkeiten vor dir vorbringen: Warum wird der Weg der Gottlosen erfolgreich? Warum haben alle, die Treulosigkeit verüben, Wohlstand?
2 Du hast sie gepflanzt, und sie haben Wurzeln geschlagen; sie haben Kinder gezeugt und Frucht gebracht. Nahe bist du ihrem Munde, aber fern von ihren Nieren.
3 Und du, Herr, kennst mich, du hast mein Herz vor dir geprüft. Sondere sie aus für den Tag ihrer Schlachtung!
4 Wie lange soll das Land trauern und all das Gras des Feldes verdorren wegen der Bosheit seiner Bewohner? Die Tiere und die Vögel sind dahingeschwunden, denn sie sprachen: ‚Gott sieht unsere Wege nicht.‘
5 Deine Füße laufen und machen dich müde; wie willst du dich auf Pferde vorbereiten? Und im Land des Friedens vertraust du; wie wirst du handeln im Stolz des Jordan?
6 Denn auch deine Brüder und das Haus deines Vaters, auch sie haben dich verraten, auch sie haben geschrien; hinter dir haben sie sich versammelt. Vertraue ihnen nicht, denn sie werden Gutes zu dir reden.
7 Ich habe mein Haus verlassen, mein Erbe aufgegeben, meine geliebte Seele in die Hände ihrer Feinde gegeben.
8 Mein Erbe wurde mir wie ein Löwe im Dickicht; es erhob seine Stimme gegen mich, darum hasste ich es.
9 Ist mein Erbe mir eine Höhle der Hyäne oder eine Höhle rings um sie? Geht hin, sammelt alle Tiere des Feldes, und sie sollen kommen, es zu fressen!
10 Viele Hirten haben meinen Weinberg verdorben, mein Ackerland besudelt, mein begehrtes Erbteil zur unwegsamen Wüste gemacht.
11 Es wurde zur Vernichtung des Untergangs; um meinetwillen wurde das ganze Land durch Vernichtung verwüstet, weil kein Mann da ist, der es sich zu Herzen nimmt.
12 Auf alle Ausgänge in der Wüste kamen sie, Mühsal leidend, denn das Schwert des Herrn wird fressen von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde; es gibt keinen Frieden für alles Fleisch.
13 Sät Weizen und erntet Dornen! Ihre Lose werden ihnen nichts nützen; schämt euch eures Ruhmes, wegen der Schmähung vor dem Herrn!
14 Denn so spricht der Herr über alle bösen Nachbarn, die mein Erbe antasten, das ich meinem Volk Israel zugeteilt habe: Siehe, ich reiße sie weg von ihrem Land und werde Juda aus ihrer Mitte vertreiben.
15 Und es wird geschehen, nachdem ich sie vertrieben habe, werde ich umkehren und mich ihrer erbarmen und sie jeden in sein Erbe und jeden in sein Land zurückführen.
16 Und es wird geschehen, wenn sie gründlich den Weg meines Volkes lernen, bei meinem Namen zu schwören: ‚So wahr der Herr lebt‘, wie sie mein Volk gelehrt haben, bei Baal zu schwören, dann werden sie inmitten meines Volkes aufgebaut werden.
17Wenn sie aber nicht umkehren, dann werde ich
jenes Volk durch Ausrottung und Untergang vertilgen.
Kapitel 13
1 So spricht der Herr: Geh hin und kaufe dir einen leinenen Gürtel und lege ihn um deine Lenden, und ins Wasser soll er nicht kommen.
2 Und ich kaufte den Gürtel nach dem Wort des Herrn und legte ihn um meine Lenden.
3 Und es erging das Wort des Herrn an mich:
4 Nimm den Gürtel, der um deine Lenden ist, und mach dich auf, geh an den Euphrat und verbirg ihn dort in einem Felsspalt.
5 Und ich ging hin und verbarg ihn am Euphrat, wie mir der Herr geboten hatte.
6 Und es geschah nach vielen Tagen, da sprach der Herr zu mir: Mach dich auf, geh an den Euphrat und hole von dort den Gürtel, den ich dir geboten habe, dort zu verbergen.
7 Und ich ging an den Euphratstrom, grub und nahm den Gürtel von dem Ort, wo ich ihn vergraben hatte, und siehe, er war verdorben, so dass er zu nichts mehr taugte.
8 Und es erging das Wort des Herrn an mich:
9So spricht der Herr: Ebenso werde ich den Hochmut Judas und den Hochmut Jerusalems verderben,
10 diesen großen Hochmut, die, welche meinen Worten nicht gehorchen wollen und hinter fremden Göttern hergegangen sind, um ihnen zu dienen und sie anzubeten; und sie werden sein wie dieser Gürtel, der zu nichts mehr taugt.
11 Denn wie der Gürtel sich um die Lenden eines Mannes schließt, so habe ich das ganze Haus Israel und das ganze Haus Juda an mich geschlossen, dass sie mir ein Volk seien zum Ruhm, zum Lob und zur Ehre; aber sie haben nicht auf mich gehört.
12 Und du sollst zu diesem Volk sagen: Jeder Schlauch wird mit Wein gefüllt werden. Und es wird geschehen, wenn sie zu dir sagen: Wissen wir denn nicht, dass jeder Schlauch mit Wein gefüllt wird?
13 So sprich zu ihnen: So spricht der Herr: Siehe, ich fülle alle Bewohner dieses Landes und die Könige, die auf dem Thron Davids sitzen, und die Priester und die Propheten und ganz Juda und alle Bewohner Jerusalems mit Trunkenheit
14 und zerstreue sie, einen jeden mit seinem Bruder, die Väter mit den Söhnen, allesamt; ich will sie nicht verschonen, spricht der Herr, und nicht schonen und mich nicht erbarmen vor ihrem Verderben.
15 Hört und nehmt zu Ohren und seid nicht hochmütig, denn der Herr hat geredet.
16 Gebt dem Herrn, eurem Gott, die Ehre, ehe es finster wird und ehe eure Füße an dunklen Bergen anstoßen; und ihr werdet auf Licht warten, und dort ist Todesschatten, und sie werden in Finsternis gesetzt werden.
17 Wenn ihr aber nicht hört, so wird meine Seele heimlich weinen vor Hochmut, und eure Augen werden Tränen vergießen, weil die Herde des Herrn zerstreut ist.
18 Sagt dem König und den Herrschern: Demütigt euch und setzt euch nieder, denn die Krone eurer Herrlichkeit ist von eurem Haupt gefallen.
19 Die Städte im Süden sind verschlossen, und niemand öffnet; Juda ist weggeführt, eine vollkommene Wegführung hat es vollendet.
20 Erhebe deine Augen, Jerusalem, und sieh die, die von Norden kommen; wo ist die Herde, die dir gegeben wurde, die Schafe deiner Herrlichkeit?
21 Was wirst du sagen, wenn sie dich heimsuchen? Und du hast sie gelehrt, gegen dich als Fürsten zu sein; werden dich nicht Wehen ergreifen wie eine gebärende Frau?
22 Und wenn du in deinem Herzen sprichst: Warum ist mir das begegnet? Um der Menge deiner Missetat willen sind deine Säume aufgedeckt, dass deine Fersen zum Spott werden.
23 Kann etwa ein Mohr seine Haut wandeln oder ein Leopard seine Flecken? Dann könntet auch ihr Gutes tun, die ihr Böses gelernt habt.
24 Und ich zerstreute sie wie Spreu, die vom Wind in die Wüste getrieben wird.
25 Das ist dein Los und der Anteil an deinem Ungehorsam gegen mich, spricht der Herr, weil du mich vergessen und auf Lügen gehofft hast.
26 So werde auch ich deine Säume über dein Angesicht aufdecken, dass deine Schande sichtbar wird.
27 Dein Ehebruch und dein Wiehern und die
Schandtat deiner Hurerei, auf den Hügeln und auf den Feldern habe ich deine
Gräuel gesehen; weh dir, Jerusalem, dass du nicht rein geworden bist hinter mir
her; wie lange noch?
Kapitel 14
1 Und es erging das Wort des Herrn an Jeremia über die Dürre:
2 Es trauerte Juda, und seine Tore waren leer und verdunkelt auf der Erde, und das Geschrei Jerusalems stieg auf.
3 Und seine Vornehmen sandten ihre Jüngeren nach Wasser; sie gingen zu den Brunnen und fanden kein Wasser und kehrten mit leeren Gefäßen zurück.
4 Und die Werke des Landes vergingen, weil es keinen Regen gab; die Bauern wurden beschämt, sie bedeckten ihr Haupt.
5 Auch die Hirschkühe auf dem Feld gebaren und verließen ihre Jungen, weil es kein Gras gab.
6 Die Wildesel standen auf den Höhen; sie schnappten nach Luft, ihre Augen verschmachteten, weil es kein Kraut gab.
7 Wenn unsere Sünden gegen uns zeugen, Herr, so handle an uns um deinetwillen, denn viele sind unsere Sünden vor dir, denn gegen dich haben wir gesündigt.
8 Du Hoffnung Israels, Herr, und Retter in der Zeit der Not, warum bist du wie ein Fremdling im Lande und wie ein Einheimischer, der zur Herberge einkehrt?
9 Willst du wie ein schlafender Mensch sein oder wie ein Mann, der nicht retten kann? Und doch bist du in unserer Mitte, Herr, und dein Name ist über uns ausgerufen; vergiss uns nicht!
10 So spricht der Herr zu diesem Volk: Sie lieben es, ihre Füße zu bewegen, und haben nicht geschont, und Gott hat kein Wohlgefallen an ihnen; nun wird er ihrer Ungerechtigkeiten gedenken.
11 Und der Herr sprach zu mir: Bitte nicht für dieses Volk um Gutes!
12 Denn wenn sie fasten, werde ich ihr Flehen nicht erhören, und wenn sie Brandopfer und Schlachtopfer darbringen, werde ich kein Wohlgefallen an ihnen haben, denn durch Schwert, Hunger und Tod werde ich sie vernichten.
13 Und ich sprach: Ach, Herr, siehe, ihre Propheten weissagen und sagen: Ihr werdet kein Schwert sehen, und Hunger wird nicht unter euch sein, denn Wahrheit und Frieden werde ich geben in diesem Land und an diesem Ort.
14 Und der Herr sprach zu mir: Lügen weissagen die Propheten in meinem Namen; ich habe sie nicht gesandt und habe ihnen nichts befohlen und habe nicht zu ihnen geredet; denn falsche Gesichte, Wahrsagerei, Zeichendeuterei und die Einbildungen ihres Herzens weissagen sie euch.
15 Darum spricht der Herr so über die Propheten, die in meinem Namen Lügen weissagen, und ich habe sie nicht gesandt, die da sagen: Schwert und Hunger wird nicht sein in diesem Land: Durch die pestartige Seuche werden sie sterben, und durch Hunger werden die Propheten umkommen;
16 und das Volk, dem sie weissagen, wird hingeworfen sein in den Gassen Jerusalems vor dem Schwert und dem Hunger, und niemand wird sie begraben, sie, ihre Frauen, ihre Söhne und ihre Töchter; und ich werde ihre Bosheit über sie ausschütten.
17 Und du sollst zu ihnen dieses Wort sagen: Lasst Tränen herabfließen über eure Augen Tag und Nacht, und sie sollen nicht aufhören, denn mit schwerem Bruch ist die Tochter meines Volkes zerbrochen und mit einer sehr schmerzhaften Wunde.
18 Gehe ich hinaus aufs Feld, siehe, da sind Erschlagene vom Schwert, und gehe ich in die Stadt, siehe, da ist die Qual des Hungers; denn Priester und Prophet sind in ein Land gezogen, das sie nicht kannten.
19 Hast du denn Juda verworfen, und hat deine Seele Zion verlassen? Warum hast du uns geschlagen, und es gibt keine Heilung für uns? Wir hofften auf Frieden, aber es kam nichts Gutes; auf die Zeit der Heilung, und siehe, da ist Schrecken.
20 Wir erkennen, Herr, unsere Sünden, die Ungerechtigkeiten unserer Väter, denn wir haben gegen dich gesündigt.
21 Lass ab um deines Namens willen, vernichte nicht den Thron deiner Herrlichkeit; gedenke, brich nicht deinen Bund mit uns!
22 Gibt es unter den Götzen der Völker einen,
der Regen spendet? Oder wird der Himmel seine Fülle geben? Bist nicht du es?
Und wir werden auf dich harren, denn du hast dies alles gemacht.
Kapitel 15
1 Und der HERR sprach zu mir: Wenn auch Mose und Samuel vor mir stünden, so hätte ich doch keine Lust zu diesem Volk. Treibe sie weg von mir, dass sie fortgehen!
2 Und wenn sie zu dir sagen: Wohin sollen wir gehen? so sollst du zu ihnen sagen: So spricht der HERR: Wer zum Tode bestimmt ist, gehe zum Tode; wer zum Schwert, zum Schwert; wer zum Hunger, zum Hunger; wer zur Gefangenschaft, zur Gefangenschaft.
3 Und ich will vier Arten von Strafen über sie verhängen, spricht der HERR: das Schwert, um zu töten, die Hunde, um zu zerreißen, die Vögel des Himmels und die Tiere der Erde, um zu fressen und zu verderben.
4 Und ich will sie allen Königreichen der Erde zum Schrecken machen um Manasses willen, des Sohnes Hiskias, des Königs von Juda, um alles, was er in Jerusalem getan hat.
5 Wer wird sich deiner erbarmen, Jerusalem? Wer wird Mitleid mit dir haben? Wer wird zu dir kommen, um dir Frieden zu wünschen?
6 Du hast mich verworfen, spricht der HERR, du gehst rückwärts; darum strecke ich meine Hand aus und verderbe dich, ich bin es müde, mich zu erbarmen.
7 Und ich will sie zerstreuen in alle Welt; in den Toren meines Volkes sind sie kinderlos geworden, sie haben mein Volk vernichtet durch ihre Bosheit.
8 Ihrer Witwen sind mehr geworden als der Sand am Meer; ich habe über die Mutter des Jünglings Trübsal gebracht am Mittag, ich habe plötzlich Schrecken und Angst über sie kommen lassen.
9 Die sieben Kinder gebar, ist verschmachtet, sie hat ihr Leben ausgehaucht; ihre Sonne ist untergegangen, als es noch Tag war; sie ist zuschanden geworden und hat Schande erlitten; und ihre Übriggebliebenen will ich dem Schwert preisgeben vor ihren Feinden, spricht der HERR.
10 Weh mir, meine Mutter, dass du mich geboren hast, einen Mann des Streits und des Haders für das ganze Land! Ich habe weder geliehen noch geborgt, und doch fluchen mir alle.
11 Der HERR sprach: Wahrlich, ich will dich stärken zum Guten; ich will, dass der Feind dich bitte zur Zeit der Not und zur Zeit der Trübsal.
12 Kann man Eisen zerbrechen, das eiserne Erz aus dem Norden?
13 Ich will deine Habe und deine Schätze zur Plünderung preisgeben um aller deiner Sünden willen in deinem ganzen Gebiet.
14 Und ich will dich deinen Feinden dienen lassen in einem Lande, das du nicht kennst; denn ein Feuer ist durch meinen Zorn entbrannt, das über euch brennen wird.
15 HERR, gedenke mein und nimm dich meiner an und räche mich an meinen Verfolgern; lass mich nicht umkommen um deiner Langmut willen; bedenke, dass ich um deinetwillen Schmach trage
16 von denen, die dein Wort verachten; mache ein Ende mit ihnen, und dein Wort sei mir zur Freude und Wonne meines Herzens; denn ich bin nach deinem Namen genannt, HERR, Gott Zebaoth.
17 Ich saß nicht im Kreise der Spötter und freute mich; sondern ich saß allein vor deiner Hand, denn du hattest mich mit Grimm erfüllt.
18 Warum währt mein Schmerz ewig, und meine Wunde ist unheilbar, dass sie nicht heilen will? Du bist mir wie ein trügerischer Bach, wie Wasser, das nicht beständig ist.
19 Darum spricht der HERR: Wenn du dich bekehrst, so will ich dich wieder aufrichten, dass du vor mir stehen sollst; und wenn du das Edle vom Gemeinen scheidest, so sollst du sein wie mein Mund. Jene sollen sich zu dir bekehren, aber du sollst dich nicht zu ihnen bekehren.
20 Und ich will dich diesem Volk zur festen, ehernen Mauer machen; und wenn sie wider dich streiten, sollen sie dir nichts anhaben; denn ich bin bei dir, dass ich dir helfe und dich errette, spricht der HERR,
21 und ich will dich erretten aus der Hand der
Bösen und dich erlösen aus der Hand der Gewalttätigen.
Kapitel 16
1 Und du sollst kein Weib nehmen, spricht der Herr, der Gott Israels,
2 und es soll dir weder Sohn noch Tochter geboren werden an diesem Ort.
3 Denn so spricht der Herr über die Söhne und über die Töchter, die an diesem Ort geboren werden, und über ihre Mütter, die sie geboren haben, und über ihre Väter, die sie gezeugt haben in diesem Land:
4 An einer schmerzhaften Krankheit werden sie sterben, nicht beklagt und nicht begraben werden; sie sollen ein Schauspiel sein auf der Fläche des Landes, und den Tieren des Landes und den Vögeln des Himmels; durchs Schwert werden sie fallen und durch Hunger werden sie umkommen.
5 So spricht der Herr: Geh nicht in ihr Trauerhaus und geh nicht hin, sie zu beklagen, und trauere nicht um sie; denn ich habe meinen Frieden von diesem Volk weggenommen.
6 Man wird sie nicht beklagen, noch werden sie sich Einschnitte machen, noch werden sie sich scheren,
7 und es wird kein Brot gebrochen werden in ihrer Trauer zur Tröstung über einen Toten; man wird ihnen keinen Trankbecher reichen zur Tröstung über Vater und Mutter.
8 In ein Trinkhaus sollst du nicht gehen, um bei ihnen zu sitzen, zu essen und zu trinken.
9 Denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Siehe, ich lasse aus diesem Ort vor euren Augen und in euren Tagen verschwinden die Stimme der Freude und die Stimme der Wonne, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut.
10 Und es wird geschehen, wenn du diesem Volk alle diese Worte verkündest und sie zu dir sagen: Warum hat der Herr all dieses Unheil über uns geredet? Was ist unsere Ungerechtigkeit? Und was ist unsere Sünde, die wir gegen den Herrn, unseren Gott, gesündigt haben?
11 Dann sollst du zu ihnen sagen: Weil eure Väter mich verlassen haben, spricht der Herr, und sind hinter anderen Göttern hergegangen und haben ihnen gedient und sie angebetet, mich aber verlassen und mein Gesetz nicht beachtet haben,
12 und ihr habt es noch schlimmer getrieben als eure Väter; und siehe, ihr geht jeder den Gelüsten eures bösen Herzens nach, so dass ihr nicht auf mich hört.
13 Und ich werde euch aus diesem Land wegschleudern in ein Land, das ihr nicht kennt, weder ihr noch eure Väter; und dort werdet ihr anderen Göttern dienen, die euch keine Gnade erweisen werden.
14 Darum siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da wird man nicht mehr sagen: So wahr der Herr lebt, der die Söhne Israels aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat,
15 sondern: So wahr der Herr lebt, der das Haus Israel aus dem Land des Nordens und aus allen Ländern, wohin sie vertrieben wurden, heraufgeführt hat! Und ich werde sie in ihr Land zurückbringen, das ich ihren Vätern gegeben habe.
16 Siehe, ich sende viele Fischer aus, spricht der Herr, und sie werden sie fischen; und danach werde ich viele Jäger senden, und sie werden sie jagen auf jedem Berg und auf jedem Hügel und aus den Felsspalten.
17 Denn meine Augen sind auf alle ihre Wege gerichtet, und ihre Ungerechtigkeiten sind nicht verborgen vor meinen Augen.
18 Und ich werde ihre Ungerechtigkeiten und ihre Sünden doppelt vergelten, weil sie mein Land entweiht haben mit den Kadavern ihrer Gräuel und mit ihren Freveltaten, mit denen sie mein Erbe befleckt haben.
19 Herr, meine Stärke und meine Hilfe und meine Zuflucht am Tag des Unheils, zu dir werden die Völker kommen vom Ende der Erde und werden sagen: Nur Trug haben unsere Väter erworben, nichtige Götzen, und in ihnen ist kein Nutzen.
20 Kann sich ein Mensch Götter machen? Und doch sind sie keine Götter.
21 Darum siehe, ich will ihnen zu dieser Zeit
meine Hand offenbaren und ihnen meine Macht kundtun, und sie werden erkennen,
dass mein Name Herr ist.
Kapitel 17
5 Verflucht ist der Mensch, der seine Hoffnung auf einen Menschen setzt und sich auf Fleisch als seinen Arm stützt, und dessen Herz vom Herrn weicht.
6 Und er wird sein wie ein Wacholder in der Steppe, der nicht sieht, wenn Gutes kommt, sondern wohnt in dürren Stätten, in der Wüste, in einem salzigen Land, das nicht bewohnt ist.
7 Gesegnet aber ist der Mensch, der auf den Herrn vertraut, und dessen Hoffnung der Herr ist.
8 Der wird sein wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und seine Wurzeln zum Bach hin ausstreckt; er fürchtet sich nicht, wenn die Hitze kommt, sondern seine Blätter bleiben grün; und in einem dürren Jahr sorgt er sich nicht und hört nicht auf, Frucht zu bringen.
9 Arglistig ist das Herz über alle Maßen und bösartig; wer kann es ergründen?
10 Ich, der Herr, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um einem jeden zu geben nach seinen Wegen, nach der Frucht seiner Taten.
11 Wie ein Rebhuhn, das Eier sammelt, die es nicht gelegt hat, so ist, wer Reichtum erwirbt, aber nicht mit Recht; in der Mitte seiner Tage muss er ihn verlassen, und an seinem Ende steht er als Tor da.
12 Ein Thron der Herrlichkeit, erhaben von Anbeginn, ist die Stätte unseres Heiligtums.
13 Du Hoffnung Israels, Herr! Alle, die dich verlassen, müssen zuschanden werden; die von dir abweichen, werden in den Staub geschrieben; denn sie haben den Herrn, die Quelle des lebendigen Wassers, verlassen.
14 Heile mich, Herr, so werde ich heil; hilf mir, so ist mir geholfen; denn du bist mein Ruhm.
15 Siehe, sie sprechen zu mir: Wo ist das Wort des Herrn? Lass es doch kommen!
16 Ich aber bin nicht hinter dir hergelaufen, um Unheil zu bringen, und habe den Tag des Menschen nicht herbeigesehnt; du weißt es. Was über meine Lippen kommt, ist vor deinem Angesicht.
17 Sei mir nicht zum Schrecken; du bist meine Zuflucht am bösen Tag.
18 Lass meine Verfolger zuschanden werden, aber lass mich nicht zuschanden werden; lass sie erschrecken, aber lass mich nicht erschrecken; bringe über sie den bösen Tag, und zerschlage sie mit doppelter Zerschlagung!
19 So spricht der Herr: Geh hin und tritt in das Tor der Söhne des Volkes, durch das die Könige von Juda ein- und ausgehen, und in alle Tore Jerusalems
20 und sprich zu ihnen: Hört das Wort des Herrn, ihr Könige von Juda und ganz Juda und alle Bewohner Jerusalems, die ihr durch diese Tore einzieht!
21 So spricht der Herr: Hütet euch, Lasten zu tragen am Sabbattag und sie durch die Tore Jerusalems hineinzubringen!
22 Tragt auch keine Last am Sabbattag aus euren Häusern und tut keine Arbeit; heiligt den Sabbattag, wie ich euren Vätern geboten habe.
23 Aber sie hörten nicht und neigten ihr Ohr nicht, sondern verhärteten ihren Nacken mehr als ihre Väter, um nicht auf mich zu hören und Zucht anzunehmen.
24 Und es wird geschehen, wenn ihr mir gehorcht, spricht der Herr, dass ihr keine Lasten durch die Tore dieser Stadt am Sabbattag bringt und den Sabbattag heiligt, indem ihr keine Arbeit tut,
25 dann werden durch die Tore dieser Stadt Könige und Fürsten einziehen, die auf dem Thron Davids sitzen, auf Wagen und Rossen fahrend, sie und ihre Fürsten, die Männer von Juda und die Bewohner Jerusalems; und diese Stadt wird ewig bewohnt sein.
26 Und es werden kommen aus den Städten Judas und aus der Umgebung Jerusalems und aus dem Land Benjamin und aus der Ebene und vom Gebirge und vom Südland, die Brandopfer und Schlachtopfer und Speisopfer und Weihrauch bringen und Lobopfer zum Hause des Herrn.
27 Wenn ihr aber nicht auf mich hört, den
Sabbattag zu heiligen, dass ihr keine Lasten tragt und nicht durch die Tore
Jerusalems am Sabbattag einzieht, dann werde ich ein Feuer in ihren Toren
anzünden, das die Paläste Jerusalems verzehren und nicht erlöschen wird.
Kapitel 18
1 Das Wort, das vom Herrn an Jeremia erging, lautend:
2 Steh auf und geh hinab ins Haus des Töpfers, und dort wirst du meine Worte hören.
3 Und ich ging hinab ins Haus des Töpfers, und siehe, er machte ein Werk auf den Steinen.
4 Und das Gefäß, das er machte, fiel in seinen Händen auseinander, und er machte es wieder zu einem anderen Gefäß, wie es in seinen Augen gut war, es zu machen.
5 Und das Wort des Herrn erging an mich, lautend:
6 Kann ich nicht wie dieser Töpfer mit euch verfahren, Haus Israel? Siehe, wie der Ton des Töpfers seid ihr in meinen Händen.
7 Einmal rede ich über ein Volk oder über ein Königreich, um sie auszureißen und zu vernichten.
8 Und wenn jenes Volk umkehrt von all seinen bösen Taten, so lasse ich mich des Unheils gereuen, das ich ihnen zu tun gedachte.
9 Und einmal rede ich über ein Volk und über ein Königreich, um es aufzubauen und zu pflanzen.
10 Und wenn sie das Böse vor mir tun, indem sie nicht auf meine Stimme hören, so lasse ich mich des Guten gereuen, das ich ihnen zu tun verheißen habe.
11 Und nun sprich zu den Männern Judas und zu den Bewohnern Jerusalems: Siehe, ich schmiede Unheil gegen euch und sinne einen Plan gegen euch. So kehre doch ein jeder um von seinem bösen Weg, und ihr werdet eure Taten bessern.
12 Aber sie sprachen: Wir wollen uns stark zeigen, denn hinter unseren Abwegen her wollen wir gehen, und jeder wird tun, was seinem bösen Herzen gefällt.
13 Darum spricht der Herr so: Fragt doch unter den Völkern: Wer hat so Schreckliches gehört, wie die Jungfrau Israel es gar sehr getan hat?
14 Verlassen wohl die Brüste den Felsen oder der Schnee den Libanon? Wird wohl Wasser, das vom Sturm gewaltsam getrieben wird, sich abwenden?
15 Denn mein Volk hat mich vergessen, sie haben vergeblich geopfert. Und sie werden schwach werden auf ihren Wegen, den ewigen Pfaden, um auf Steige zu treten, die keinen Weg zum Gehen haben,
16 um ihr Land zur Verwüstung und zu ewigem Zischen zu machen. Alle, die durch es hindurchziehen, werden entsetzt sein und den Kopf schütteln.
17 Wie einen Glutwind werde ich sie zerstreuen vor ihren Feinden her, ich werde ihnen den Tag ihres Untergangs zeigen.
18 Und sie sprachen: Kommt, lasst uns einen Plan gegen Jeremia schmieden, denn das Gesetz wird nicht vom Priester vergehen, noch der Rat vom Weisen, noch das Wort vom Propheten. Kommt, lasst uns ihn mit der Zunge schlagen und auf alle seine Worte hören.
19 Erhöre mich, Herr, und höre auf die Stimme meiner Rechtssache.
20 Wird Böses für Gutes vergolten? Denn sie haben Worte gegen mein Leben geredet und ihre Strafe vor mir verborgen. Gedenke, dass ich vor dir stand, um Gutes für sie zu reden, um deinen Zorn von ihnen abzuwenden.
21 Darum gib ihre Söhne dem Hunger preis und überliefere sie der Hand des Schwertes. Ihre Frauen sollen kinderlos und Witwen werden, und ihre Männer sollen durch den Tod hingerafft werden, und ihre jungen Männer sollen durch das Schwert im Krieg fallen.
22 Geschrei soll in ihren Häusern sein, du wirst plötzlich Räuber über sie bringen, denn sie haben einen Plan zu meiner Gefangennahme ersonnen und Fallen gegen mich versteckt.
23 Und du, Herr, hast all ihren Plan gegen mich
auf den Tod erkannt. Mache ihre Ungerechtigkeiten nicht ungesühnt, und tilge
ihre Sünden nicht vor deinem Angesicht aus. Lass ihre Schwäche vor dir sein,
zur Zeit deines Zorns handle an ihnen.
Kapitel 19
1 Damals sprach der Herr zu mir: Geh hin und erwirb einen tönernen, geformten Krug und nimm von den Ältesten des Volkes und von den Ältesten der Priester
2 und geh hinaus zum Gräberfeld der Söhne ihrer Kinder, das am Eingang des Tores Charisith ist, und lies dort alle Worte vor, die ich zu dir reden werde,
3 und sprich zu ihnen: Hört das Wort des Herrn, ihr Könige von Juda und ihr Männer von Juda und ihr Bewohner Jerusalems und ihr, die ihr durch diese Tore eintretet: So spricht der Herr, der Gott Israels: Siehe, ich bringe über diesen Ort Unheil, so dass jedem, der es hört, beide Ohren gellen werden.
4 Dafür, dass sie mich verlassen und diesen Ort entfremdet haben und darin fremden Göttern geräuchert haben, die sie nicht kannten, weder sie noch ihre Väter, und die Könige von Juda diesen Ort mit unschuldigem Blut gefüllt haben
5 und Höhen für den Baal gebaut haben, um ihre Söhne im Feuer zu verbrennen, was ich nicht geboten noch geredet noch in meinem Herzen gedacht habe.
6 Darum siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da wird dieser Ort nicht mehr ‚Einsturz‘ und ‚Gräberfeld des Sohnes Hinnom‘ genannt werden, sondern ‚Gräberfeld der Schlachtung‘.
7 Und ich werde den Ratschluss Judas und den Ratschluss Jerusalems an diesem Ort zerschlagen und sie mit dem Schwert vor ihren Feinden niederstrecken und in die Hände derer, die nach ihrem Leben trachten, und ich werde ihre Toten den Vögeln des Himmels und den Tieren der Erde zum Fraß geben.
8 Und ich werde diese Stadt zur Verwüstung und zum Gegenstand des Zischens machen; jeder, der an ihr vorbeigeht, wird finster blicken und zischen über all ihre Plage.
9 Und sie werden das Fleisch ihrer Söhne und das Fleisch ihrer Töchter essen, und jeder wird das Fleisch seines Nächsten essen in der Belagerung und in der Bedrängnis, mit der ihre Feinde sie belagern werden.
10 Und du sollst den Krug vor den Augen der Männer, die mit dir gehen, zerbrechen
11 und sprechen: So spricht der Herr: So werde ich dieses Volk und diese Stadt zerbrechen, wie ein tönernes Gefäß zerbricht, das nicht mehr geheilt werden kann.
12 So werde ich, spricht der Herr, an diesem Ort und an seinen Bewohnern handeln, um diese Stadt wie die Einstürzende zu machen.
13 Und die Häuser Jerusalems und die Häuser der Könige von Juda werden sein wie der Ort des Einsturzes der Unreinheiten in allen Häusern, auf deren Dächern sie dem ganzen Heer des Himmels geräuchert und fremden Göttern Trankopfer ausgegossen haben.
14 Und Jeremia ging von der Einsturzstelle weg, wohin der Herr ihn gesandt hatte, um zu prophezeien, und stellte sich in den Vorhof des Hauses des Herrn und sprach zum ganzen Volk:
15 So spricht der Herr: Siehe, ich bringe über
diese Stadt und über alle ihre Städte und über ihre Dörfer all das Unheil, das
ich über sie geredet habe, weil sie ihren Nacken verhärtet haben, um meine
Worte nicht zu hören.
Kapitel 20
1 Und Paschhur, der Sohn Immers, der Priester, der als Aufseher über das Haus des HERRN eingesetzt war, hörte Jeremia diese Worte weissagen.
2 Und er schlug ihn und warf ihn in den Kerker, der im oberen Tor des Hauses des HERRN war, das am Hause des HERRN lag.
3 Und Paschhur ließ Jeremia aus dem Kerker heraus. Und Jeremia sprach zu ihm: Nicht Paschhur hat der HERR deinen Namen genannt, sondern Schrecken ringsum.
4 Denn so spricht der HERR: Siehe, ich mache dich zum Schrecken für dich selbst und für alle deine Freunde; sie werden fallen durch das Schwert ihrer Feinde, und deine Augen werden es sehen. Und ich werde ganz Juda in die Hand des Königs von Babel geben, dass er sie wegführe nach Babel und sie mit dem Schwert erschlage.
5 Und ich werde alle Habe dieser Stadt und all ihren Erwerb und alle Schätze der Könige von Juda in die Hand ihrer Feinde geben; und sie werden sie plündern und nach Babel bringen.
6 Und du, Paschhur, und alle, die in deinem Hause wohnen, werdet in die Gefangenschaft gehen; und du wirst nach Babel kommen und dort sterben und dort begraben werden, du und alle deine Freunde, denen du falsch geweissagt hast.
7 HERR, du hast mich betört, und ich ließ mich betören; du hast mich ergriffen und überwältigt. Ich bin zum Gespött geworden; den ganzen Tag verspotten sie mich.
8 Denn sooft ich rede, muss ich schreien; „Gewalttat und Verderben“ muss ich rufen; denn das Wort des HERRN ist mir zu Hohn und Spott geworden den ganzen Tag.
9 Da dachte ich: Ich will ihn nicht mehr erwähnen und nicht mehr in seinem Namen reden. Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer, verschlossen in meinen Gebeinen; ich mühte mich, es zu ertragen, und konnte es nicht.
10 Denn ich hörte das böse Gerede vieler: „Schrecken ringsum!“ „Zeigt ihn an! Wir wollen ihn anzeigen!“ Alle meine Freunde lauern auf meinen Fall: „Vielleicht lässt er sich betören, dass wir ihn überwältigen und uns an ihm rächen können.“
11 Aber der HERR ist mit mir wie ein starker Held; darum werden meine Verfolger fallen und nichts vermögen. Sie werden sehr zuschanden werden, weil sie nicht klug handeln; ewig wird ihre Schande nicht vergessen werden.
12 Und nun, HERR der Heerscharen, der du den Gerechten prüfst, Nieren und Herzen siehst, lass mich deine Rache an ihnen sehen; denn dir habe ich meine Sache anbefohlen.
13 Singt dem HERRN, preist den HERRN; denn er hat das Leben des Armen aus der Hand der Übeltäter errettet.
14 Verflucht sei der Tag, an dem ich geboren bin; der Tag, an dem mich meine Mutter gebar, sei nicht gesegnet!
15 Verflucht sei der Mann, der meinem Vater die frohe Botschaft brachte: „Dir ist ein Sohn geboren!“ und der ihn hoch erfreute.
16 Es ergehe diesem Mann wie den Städten, die der HERR umgekehrt hat ohne Erbarmen; er höre am Morgen ein Geschrei und am Mittag ein Feldgeschrei,
17 weil er mich nicht tötete im Mutterschoß, dass meine Mutter mein Grab geworden wäre und ihr Schoß ewig schwanger geblieben wäre!
18 Warum bin ich aus dem Mutterschoß
hervorgekommen, um Mühsal und Kummer zu sehen und dass meine Tage in Schande
vergehen?
Kapitel 21
1 Das Wort, das vom Herrn an Jeremia erging, als der König Zedekia den Paschhur, den Sohn Melchias, und den Zephanja, den Sohn Maasejas, den Priester, zu ihm sandte und sagen ließ:
2 Befrage für uns den Herrn, denn der König von Babel hat sich gegen uns erhoben, ob der Herr all seine Wundertaten tun wird, sodass er von uns abzieht.
3 Und Jeremia sprach zu ihnen: So sollt ihr zu Zedekia, dem König von Juda, sagen:
4 So spricht der Herr: Siehe, ich wende die Kriegswaffen, mit denen ihr gegen die Chaldäer kämpft, die euch außerhalb der Mauer eingeschlossen haben, in die Mitte dieser Stadt.
5 Und ich selbst werde gegen euch kämpfen mit ausgestreckter Hand und starkem Arm, mit Zorn und Grimm und großem Unwillen.
6 Und ich werde alle Bewohner dieser Stadt, Menschen und Vieh, mit einer großen Seuche schlagen, und sie werden sterben.
7 Und danach – so spricht der Herr – werde ich Zedekia, den König von Juda, und seine Diener und das Volk, das in dieser Stadt übrig geblieben ist vor dem Tod, vor dem Hunger und vor dem Schwert, in die Hände ihrer Feinde geben, die nach ihrem Leben trachten; und sie werden sie mit der Schärfe des Schwertes niedermetzeln. Ich werde sie nicht verschonen und mich ihrer nicht erbarmen.
8 Und zu diesem Volk sollst du sagen: So spricht der Herr: Siehe, ich lege euch den Weg des Lebens und den Weg des Todes vor.
9 Wer in dieser Stadt bleibt, wird durch Schwert und Hunger sterben; wer aber hinausgeht, um zu den Chaldäern überzulaufen, die euch eingeschlossen haben, wird leben, und sein Leben wird ihm zur Beute, und er wird leben.
10 Denn ich habe mein Angesicht gegen diese Stadt gerichtet zum Unheil und nicht zum Guten; in die Hand des Königs von Babel wird sie gegeben, und er wird sie mit Feuer verbrennen.
11 Ihr vom Haus des Königs von Juda, hört das Wort des Herrn!
12 Haus Davids, so spricht der Herr: Sprecht am Morgen gerechtes Urteil und helft dem Beraubten aus der Hand dessen, der ihm Unrecht tut, damit mein Zorn nicht wie Feuer ausbricht und brennt und niemand löscht.
13 Siehe, ich komme über dich, die du im Tal Sorek wohnst, in der Ebene, die da spricht: Wer wird uns erschrecken? Oder wer wird in unsere Wohnung eindringen?
14Und ich werde ein Feuer in ihrem Wald
anzünden, und es wird alles rings um sie her verzehren.
Kapitel 22
1 So spricht der HERR: Geh hinab in das Haus des Königs von Juda und rede dort dieses Wort
2 und sprich: Höre das Wort des HERRN, König von Juda, der du auf dem Thron Davids sitzt, du und dein Haus und dein Volk und die durch diese Tore einziehen!
3 So spricht der HERR: Übt Recht und Gerechtigkeit und errettet den Beraubten aus der Hand des, der ihm Unrecht tut, und den Fremdling, die Waise und die Witwe bedrückt nicht und frevelt nicht und vergießt nicht unschuldiges Blut an diesem Ort!
4 Denn wenn ihr dieses Wort wirklich tut, so werden durch die Tore dieses Hauses Könige einziehen, die auf dem Thron Davids sitzen und auf Wagen und Rossen fahren, sie und ihre Diener und ihr Volk.
5 Wenn ihr aber diese Worte nicht tut, so habe ich bei mir selbst geschworen, spricht der HERR, dass dieses Haus zur Wüste werden soll.
6 Denn so spricht der HERR über das Haus des Königs von Juda: Gilead bist du mir, ein Haupt des Libanon; wenn ich dich nicht zur Wüste mache, zu unbewohnten Städten!
7 Und ich werde über dich einen Verderber bringen und seine Axt, und sie werden deine auserlesenen Zedern umhauen und ins Feuer werfen.
8 Und viele Völker werden durch diese Stadt ziehen und einer zum anderen sagen: Warum hat der HERR dieser großen Stadt so getan?
9 Und sie werden antworten: Weil sie den Bund des HERRN, ihres Gottes, verlassen und andere Götter angebetet und ihnen gedient haben.
10 Weint nicht um den Toten und klagt nicht um ihn; weint vielmehr um den, der fortzieht, denn er wird nicht mehr zurückkehren und sein Vaterland nicht mehr sehen.
11 Denn so spricht der HERR über Schallum, den Sohn Josias, den König von Juda, der anstelle seines Vaters Josia regiert, der von diesem Ort ausgezogen ist: Er wird nicht mehr dorthin zurückkehren,
12 sondern an dem Ort, wohin ich ihn weggeführt habe, dort wird er sterben und dieses Land nicht mehr sehen.
13 Weh dem, der sein Haus mit Ungerechtigkeit baut und seine Obergemächer ohne Recht, der seinen Nächsten umsonst arbeiten lässt und ihm seinen Lohn nicht gibt!
14 Du hast dir ein geräumiges Haus gebaut, luftige Obergemächer, mit Fenstern versehen, mit Zedern getäfelt und mit Mennig gestrichen.
15 Meinst du, König zu sein, weil du mit Zedern wetteiferst? Hat dein Vater nicht auch gegessen und getrunken und Recht und Gerechtigkeit geübt? Damals ging es ihm gut.
16 Er half dem Elenden und Armen zum Recht, und es ging ihm gut. Ist das nicht, mich zu erkennen? spricht der HERR.
17 Aber deine Augen und dein Herz sind nur auf deinen Gewinn gerichtet, auf unschuldiges Blut, um es zu vergießen, auf Bedrückung und Gewalttat, um sie zu verüben.
18 Darum spricht der HERR so über Jojakim, den Sohn Josias, den König von Juda: Man wird ihn nicht beklagen: „Ach, mein Bruder!“ oder „Ach, meine Schwester!“; man wird ihn nicht beklagen: „Ach, Herr!“ oder „Ach, seine Hoheit!“
19 Er soll begraben werden wie ein Esel, zerschleift und hingeworfen vor die Tore Jerusalems.
20 Steig auf den Libanon und schreie, und auf dem Basan erhebe deine Stimme und rufe jenseits des Meeres, denn alle deine Liebhaber sind zerschmettert.
21 Ich redete zu dir in deiner Sicherheit, du aber sprachst: Ich will nicht hören! Das ist dein Weg von deiner Jugend an, dass du meiner Stimme nicht gehorcht hast.
22 Alle deine Hirten wird der Wind weiden, und deine Liebhaber werden in die Gefangenschaft ziehen; dann wirst du dich schämen und zuschanden werden wegen all deiner Bosheit.
23 Die du auf dem Libanon wohnst und in den Zedern nistest, wie wirst du stöhnen, wenn dir Wehen kommen wie einer Gebärenden!
24 So wahr ich lebe, spricht der HERR, wenn Jechonja, der Sohn Jojakims, der König von Juda, auch ein Siegelring an meiner rechten Hand wäre, so würde ich dich doch von dort wegreißen
25 und dich in die Hand derer geben, die dir nach dem Leben trachten, vor denen du dich fürchtest, in die Hand der Chaldäer.
26 Und ich werde dich und deine Mutter, die dich geboren hat, in ein anderes Land schleudern, wo ihr nicht geboren seid, und dort werdet ihr sterben.
27 In das Land aber, nach dem sie sich sehnen, werden sie nicht zurückkehren.
28 Ist Jechonja ein verachtetes, zertrümmertes Gefäß, ein Gerät, an dem man kein Gefallen hat? Warum werden er und seine Nachkommen weggeworfen und in ein Land geschleudert, das sie nicht kennen?
29 Land, Land, Land, höre das Wort des HERRN!
30 Schreibe diesen Mann als kinderlos auf,
einen Mann, dem es in seinem Leben nicht gelingt; denn keinem seiner Nachkommen
wird es gelingen, auf dem Thron Davids zu sitzen und weiterhin über Juda zu
herrschen.
Kapitel 23
1 Wehe den Hirten, die die Schafe meiner Weide zerstreuen und verderben!
2 Darum spricht der HERR, der Gott Israels, gegen die Hirten, die mein Volk weiden: Ihr habt meine Schafe zerstreut und vertrieben und habt sie nicht heimgesucht; siehe, ich suche euch heim um eurer bösen Taten willen, spricht der HERR.
3 Und ich werde den Rest meines Volkes sammeln aus allen Ländern, wohin ich sie vertrieben habe, und werde sie zurückbringen auf ihre Weide, dass sie wachsen und sich mehren.
4 Und ich werde ihnen Hirten erwecken, die sie weiden sollen, und sie werden sich nicht mehr fürchten noch erschrecken, spricht der HERR.
5 Siehe, es kommen Tage, spricht der HERR, da werde ich dem David einen gerechten Spross erwecken, und er wird als König herrschen und weise handeln und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben.
6 In seinen Tagen wird Juda gerettet werden und Israel sicher wohnen; und dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: Der HERR unsere Gerechtigkeit.
9 In den Propheten ist mein Herz gebrochen, alle meine Gebeine zittern; ich bin wie ein trunkener Mann und wie einer, der vom Wein überwältigt ist, vor dem HERRN und vor seinen heiligen Worten.
10 Denn das Land trauert um dieser Dinge willen, die Weiden der Wüste sind verdorrt, und ihr Lauf ist böse, und ihre Kraft ist nicht recht.
11 Denn Priester und Propheten sind befleckt, und in meinem Hause habe ich ihre Bosheit gesehen.
12 Darum soll ihr Weg ihnen wie ein glatter Weg in der Finsternis sein, dass sie straucheln und fallen; denn ich will Unglück über sie bringen im Jahr ihrer Heimsuchung, spricht der HERR.
13 Und bei den Propheten Samarias habe ich Torheit gesehen; sie weissagten durch den Baal und verführten mein Volk Israel.
14 Aber bei den Propheten Jerusalems habe ich Gräuel gesehen: Ehebrechen und Lügen treiben und die Hände der Bösen stärken, dass sich keiner von seiner Bosheit bekehrt; sie sind mir alle wie Sodom und ihre Bewohner wie Gomorra.
15 Darum spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will sie mit Wermut speisen und mit Galle tränken; denn von den Propheten Jerusalems ist die Befleckung ausgegangen über das ganze Land.
16 So spricht der HERR Zebaoth: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen; sie betrügen euch; sie reden Gesichte aus ihrem Herzen und nicht aus dem Munde des HERRN.
17 Sie sagen denen, die mich lästern: Der HERR hat euch Frieden verheißen; und allen, die nach ihrem eigenen Herzen wandeln, sprechen sie: Es wird kein Unglück über euch kommen.
18 Denn wer steht im Rat des HERRN, dass er sein Wort höre und verstehe? Wer merkt auf sein Wort und hört es?
19 Siehe, ein Sturmwind des HERRN ist ausgegangen, ein Grimm, der sich wälzt; er wird auf der Gottlosen Haupt kommen.
20 Und des HERRN Zorn wird nicht ablassen, bis er tue und ausrichte, was er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet ihr es klar erkennen.
21 Ich sandte die Propheten nicht, und sie liefen doch; ich redete nicht zu ihnen, und sie weissagten doch.
22 Hätten sie in meinem Rat gestanden, so hätten sie meine Worte meinem Volk verkündigt und es von seinem bösen Wandel und von seinem bösen Tun bekehrt.
23 Bin ich nicht ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht ein Gott, der ferne ist?
24 Meinst du, dass sich jemand so heimlich verbergen könne, dass ich ihn nicht sehe? spricht der HERR. Erfülle ich nicht Himmel und Erde? spricht der HERR.
25 Ich habe gehört, was die Propheten reden, die in meinem Namen Lügen weissagen und sprechen: Mir hat geträumt, mir hat geträumt.
26 Wann wollen doch die Propheten aufhören, die Lügen weissagen und ihres Herzens Trug weissagen?
27 Sie wollen, dass mein Volk meinen Namen vergesse über ihren Träumen, die einer dem anderen erzählt, gleichwie ihre Väter meinen Namen vergaßen über dem Baal.
28 Der Prophet, der einen Traum hat, der erzähle den Traum; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Was hat das Stroh mit dem Weizen gemein? spricht der HERR.
29 Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?
30 Darum siehe, ich will an die Propheten, spricht der HERR, die einer dem anderen mein Wort stehlen.
31 Siehe, ich will an die Propheten, spricht der HERR, die ihr eigenes Wort nehmen und sprechen: Er hat's gesagt.
32 Siehe, ich will an die Propheten, die falsche Träume weissagen, spricht der HERR, und erzählen sie und verführen mein Volk mit ihren Lügen und mit ihrem Geschwätz, und ich habe sie doch nicht gesandt und ihnen nichts befohlen; und sie nützen diesem Volk nichts, spricht der HERR.
33 Und wenn dich dies Volk oder ein Prophet oder ein Priester fragen wird: Was ist die Last des HERRN? so sollst du zu ihnen sagen: Ihr seid die Last, und ich will euch abwerfen, spricht der HERR.
34 Und welcher Prophet oder Priester oder Volk wird sagen: Das ist die Last des HERRN, den will ich heimsuchen und sein Haus.
35 So sollt ihr einer zum anderen sagen: Was antwortet der HERR? und: Was redet der HERR?
36 Aber die Last des HERRN sollt ihr nicht mehr erwähnen; denn einem jeden wird sein eigenes Wort eine Last sein, weil ihr die Worte des lebendigen Gottes, des HERRN Zebaoth, unseres Gottes, verdreht.
37 Darum sollst du zum Propheten sagen: Was antwortet dir der HERR? und: Was redet der HERR?
38 Weil ihr aber sprecht: Last des HERRN, darum spricht der HERR also: Weil ihr dieses Wort sagt: Last des HERRN, und ich zu euch gesandt habe und sagen ließ: Ihr sollt nicht sagen: Last des HERRN,
39 siehe, so will ich euch ganz vergessen und euch samt der Stadt, die ich euch und euren Vätern gegeben habe, von meinem Angesicht verwerfen
40 und will euch ewige Schmach und ewige Schande bringen, die nicht vergessen werden soll.
7 Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass man nicht mehr sagen wird: So wahr der HERR lebt, der die Kinder Israel aus Ägyptenland geführt hat!
8 sondern: So wahr der HERR lebt, der den Samen des Hauses Israel aus dem Lande des Nordens und aus allen Ländern, wohin ich sie verstoßen hatte, wiedergebracht hat, dass sie in ihrem Lande wohnen.
Kapitel 24
1 Der Herr zeigte mir zwei Körbe mit Feigen, aufgestellt vor dem Tempel des Herrn, nachdem Nebukadnezar, der König von Babel, Jechonja, den Sohn Jojakims, den König von Juda, und die Fürsten und die Handwerker und die Gefangenen und die Reichen aus Jerusalem weggeführt und sie nach Babel gebracht hatte.
2 Der eine Korb enthielt sehr gute Feigen, wie die Frühfeigen, und der andere Korb enthielt sehr schlechte Feigen, die vor Schlechtigkeit nicht gegessen werden können.
3 Und der Herr sprach zu mir: Was siehst du, Jeremia? Und ich sprach: Feigen; die guten sind sehr gut, und die schlechten sind sehr schlecht, die vor Schlechtigkeit nicht gegessen werden können.
4 Und es geschah das Wort des Herrn zu mir, indem er sprach:
5 So spricht der Herr, der Gott Israels: Wie diese guten Feigen, so will ich die Weggeführten Judas ansehen, die ich aus diesem Ort in das Land der Chaldäer zu ihrem Guten ausgesandt habe.
6 Und ich will mein Augenmerk auf sie richten zu ihrem Guten und will sie in dieses Land zurückbringen zu ihrem Guten, und ich will sie aufbauen und nicht niederreißen, und ich will sie einpflanzen und nicht ausreißen.
7 Und ich will ihnen ein Herz geben, mich zu erkennen, dass ich der Herr bin; und sie werden mir zum Volk sein, und ich werde ihnen zum Gott sein; denn sie werden sich von ganzem Herzen zu mir bekehren.
8 Und wie die schlechten Feigen, die vor Schlechtigkeit nicht gegessen werden können, so spricht der Herr, so will ich Zedekia, den König von Juda, und seine Großen und den Rest Jerusalems, die in diesem Land übrig geblieben sind, und die in Ägypten wohnen, preisgeben.
9 Und ich will sie zur Zerstreuung geben in alle Königreiche der Erde, und sie werden zum Schimpf und zum Sprichwort und zum Hass und zum Fluch sein an jedem Ort, wohin ich sie verstoßen werde.
10 Und ich will gegen sie den Hunger und den
Tod und das Schwert senden, bis sie von dem Land vertilgt sind, das ich ihnen
gegeben habe.
Kapitel 25
1 Das Wort, das an Jeremia erging über das ganze Volk Juda im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda,
2 das er redete zu dem ganzen Volk Juda und zu den Bewohnern Jerusalems, indem er sprach:
3I m dreizehnten Jahr Josias, des Sohnes Amons, des Königs von Juda, und bis zu diesem Tag, dreiundzwanzig Jahre, habe ich zu euch geredet, indem ich mich früh aufmachte und sprach,
4 und ich sandte zu euch meine Knechte, die Propheten, indem ich sie früh am Morgen sandte, aber ihr hörtet nicht und neigtet eure Ohren nicht,
5 indem ich sprach: Kehrt um, ein jeder von seinem bösen Weg und von euren bösen Taten, und ihr werdet wohnen auf dem Land, das ich euch und euren Vätern gegeben habe von Ewigkeit zu Ewigkeit;
6 geht nicht hinter fremden Göttern her, um ihnen zu dienen und sie anzubeten, damit ihr mich nicht erzürnt durch die Werke eurer Hände, um euch Unheil zu bringen.
7 Und ihr habt nicht auf mich gehört.
8 Darum spricht der Herr so: Weil ihr meinen Worten nicht geglaubt habt,
9 siehe, ich sende aus und werde das Geschlecht von Norden holen und sie herführen über dieses Land und über seine Bewohner und über alle Völker ringsum, und ich werde sie verwüsten und sie zur Wüste machen, zum Zischen und zu ewigem Hohn;
10 und ich werde von ihnen vertilgen die Stimme der Freude und die Stimme der Wonne, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, den Duft des Salböls und das Licht der Lampe.
11 Und das ganze Land wird zur Wüste werden, und sie werden siebzig Jahre unter den Völkern dienen.
12 Und wenn die siebzig Jahre vollendet sind, werde ich jenes Volk heimsuchen, spricht der Herr, und ich werde sie zu ewigem Untergang machen;
13 und ich werde über jenes Land alle meine Worte bringen, die ich gegen es geredet habe, alles, was in diesem Buch geschrieben steht.
14 Was Jeremia über die Völker, über Elam, weissagte.
15 So spricht der Herr: Der Bogen Elams soll zerbrochen werden, der Anfang ihrer Macht.
16 Und ich werde über Elam die vier Winde von den vier Enden des Himmels bringen und sie unter alle diese Winde zerstreuen, und es wird kein Volk geben, wohin nicht die Vertriebenen Elams kommen werden.
17 Und ich werde sie erschrecken vor ihren Feinden, die nach ihrem Leben trachten, und ich werde Unheil über sie bringen nach dem Zorn meines Grimmes und werde mein Schwert hinter ihnen hersenden, bis ich sie vernichtet habe.
18 Und ich werde meinen Thron in Elam aufstellen und werde von dort König und Fürsten wegtun.
19 Und es wird geschehen am Ende der Tage: Ich werde die Gefangenschaft Elams wenden, spricht der Herr. —
20 Im Anfang der Regierung Zedekias, des
Königs, erging dieses Wort über Elam.
Kapitel 26
Der Vers befindet sich in den Skripten vor dem 6.Jahrhundert in Jeremia 49,34.
2 Über Ägypten. Gegen die Streitmacht des Pharao Necho, des Königs von Ägypten, der am Euphratstrom in Karkemisch war, den Nebukadnezar, der König von Babel, schlug im vierten Jahr Jojakims, des Königs von Juda.
3 Ergreift Schilde und Langschilde und rückt heran zum Kampf!
4 Schirrt die Pferde an, besteigt sie, ihr Reiter, und stellt euch auf mit euren Helmen! Stoßt die Lanzen vor und zieht eure Panzer an!
5 Warum sind sie bestürzt und weichen zurück? Weil ihre Starken zerschlagen werden. Sie flohen auf der Flucht und kehrten nicht um, ringsum bedrängt, spricht der Herr.
6 Nicht fliehe der Leichte, und nicht entkomme der Starke! Im Norden, am Euphrat, sind sie schwach geworden, gefallen.
7 Wer ist dieser, der wie ein Strom ansteigt und wie Ströme das Wasser wogen lässt?
8 Die Wasser Ägyptens steigen an wie ein Strom, und er sprach: Ich will ansteigen und die Erde bedecken und die Bewohner in ihr vernichten.
9 Steigt auf die Pferde, macht die Wagen bereit! Zieht aus, ihr Kämpfer der Äthiopier und Libyer, mit Waffen gerüstet! Und ihr Lyder, steigt auf, spannt den Bogen!
10 Und jener Tag ist dem Herrn, unserem Gott, ein Tag der Vergeltung, um seine Feinde zu rächen; und das Schwert des Herrn wird fressen und sich sättigen und trunken werden von ihrem Blut; denn ein Opfer ist dem Herrn Zebaoth im Nordland am Euphratstrom.
11 Steig hinauf nach Gilead und hole Balsam für die Jungfrau, die Tochter Ägyptens! Vergeblich hast du deine Heilmittel vermehrt, Hilfe gibt es nicht für dich.
12 Die Völker hörten deine Stimme, und von deinem Geschrei wurde die Erde erfüllt; denn Kämpfer gegen Kämpfer wurde schwach, beide fielen miteinander.
13 Was der Herr durch den Mund Jeremias geredet hat, dass Nebukadnezar, der König von Babel, kommen solle, um das Land Ägypten zu schlagen.
14 Meldet es in Migdol und gebt es bekannt in Memphis! Sprecht: Tritt hin und mach dich bereit! Denn das Schwert hat deine Schilfrohre gefressen.
15 Warum ist der Apis geflohen? Dein auserwählter Stier blieb nicht stehen, denn der Herr hat ihn gelähmt.
16 Und deine Menge wurde schwach und fiel; und einer sprach zum anderen: Lasst uns aufstehen und zurückkehren zu unserem Volk in unser Vaterland vor dem Angesicht des griechischen Schwertes!
17 Nennt den Namen des Pharao Necho, des Königs von Ägypten: Saon-esbi-emoed.
18 So wahr ich lebe, spricht der Herr, der Gott: Wie der Tabor unter den Bergen und wie der Karmel am Meer wird er kommen.
19 Mache dir Geräte für die Wegführung, du Bewohnerin, Tochter Ägyptens! Denn Memphis wird zur Verwüstung werden und wird genannt werden: Wehe! Weil keine Bewohner mehr in ihm sind.
20 Eine schön geschmückte junge Kuh ist Ägypten; ein Abriss vom Norden kam über sie.
21 Und ihre Söldner in ihr sind wie gemästete Kälber, die in ihr aufgezogen werden; denn auch sie wandten sich um und flohen allesamt, sie hielten nicht stand, weil der Tag des Verderbens über sie kam und die Zeit ihrer Vergeltung.
22 Eine Stimme wie die einer zischenden Schlange, denn sie werden im Sand einherziehen; mit Äxten werden sie über sie kommen wie Holzfäller.
23 Sie werden ihren Wald abhauen, spricht der Herr, der Gott, denn er wird nicht zu vergleichen sein; denn er vermehrt sich mehr als die Heuschrecke, und es gibt keine Zahl für sie.
24 Zuschanden geworden ist die Tochter Ägyptens, sie wurde übergeben in die Hände eines Volkes aus dem Norden.
25 Siehe, ich ahnde den Amon, ihren Sohn, an Pharao und an denen, die auf ihn vertrauen.
27 Du aber fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob, und erschrick nicht, Israel! Denn siehe, ich rette dich aus der Ferne und deinen Samen aus ihrer Gefangenschaft; und Jakob wird zurückkehren und ruhig sein und schlafen, und niemand wird ihn beunruhigen.
28 Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob,
spricht der Herr, denn ich bin mit dir; denn ich werde ein Ende machen mit
jedem Volk, wohin ich dich vertrieben habe; dich aber werde ich nicht vergehen
lassen; und ich werde dich züchtigen nach Recht, und unschuldig werde ich dich
nicht lassen.
Kapitel 27
1 Das Wort des Herrn, das er über Babel geredet hat.
2 Verkündet es unter den Völkern und macht es bekannt und verbergt es nicht; sprecht: Babel ist eingenommen, Bel ist zuschanden geworden, die Unerschrockene, die Üppige ist übergeben worden Merodach.
3 Denn es ist ein Volk von Norden gegen sie heraufgezogen; dieses wird ihr Land zur Wüste machen, und niemand wird darin wohnen, weder Mensch noch Vieh.
4 In jenen Tagen und zu jener Zeit werden die Kinder Israel kommen, sie und die Kinder Juda miteinander; sie werden gehen und weinen und den Herrn, ihren Gott, suchen.
5 Nach Zion werden sie fragen, den Weg dorthin; denn dorthin werden sie ihr Angesicht richten; und sie werden kommen und sich zum Herrn, ihrem Gott, flüchten; denn ein ewiger Bund wird nicht vergessen werden.
6 Verlorene Schafe war mein Volk; ihre Hirten haben sie verführt, auf den Bergen haben sie sie in die Irre geführt; von Berg zu Hügel sind sie gegangen, haben ihre Lagerstätte vergessen.
7 Alle, die sie fanden, fraßen sie; ihre Feinde sprachen: Wir wollen sie nicht verschonen, weil sie gegen den Herrn gesündigt haben, die Weide der Gerechtigkeit, der die Väter versammelt hat.
8 Entfernt euch aus der Mitte Babels und aus dem Lande der Chaldäer und zieht aus und werdet wie Böcke vor den Schafen her!
9 Denn siehe, ich erwecke gegen Babel eine Versammlung von Völkern aus dem Lande des Nordens, und sie werden sich gegen es lagern; von dort wird es eingenommen werden; wie ein Pfeil eines geschickten Kriegers wird nicht leer zurückkehren.
10 Und Chaldäa wird zur Beute werden; alle, die es berauben, werden satt werden.
11 Denn ihr habt euch gefreut und gerühmt, als ihr mein Erbe raubtet; denn ihr sprangt wie Kälber im Gras und stießt mit den Hörnern wie Stiere.
12 Eure Mutter ist sehr zuschanden geworden; die Mutter, die einst die Letzte der Völker an Gütern war, ist zur Wüste geworden.
13 Vor dem Zorn des Herrn wird es nicht bewohnt werden, und es wird ganz zur Wüste werden; und jeder, der durch Babel zieht, wird sich entsetzen und zischen über all seine Plagen.
14 Lagert euch gegen Babel ringsum, alle, die ihr den Bogen spannt; schießt auf es, schont eure Pfeile nicht!
15 Jauchzt über es! Seine Hände sind erschlafft, seine Mauern sind gefallen, und seine Mauer ist niedergerissen; denn es ist eine Rache von Gott; übt Rache an ihm; wie es getan hat, so tut ihm!
16 Vertilgt den Samen aus Babel, der die Sichel zur Zeit der Ernte hält; vor dem Schwert des Griechen wird jeder zu seinem Volk umkehren und jeder in sein Land fliehen.
17 Ein irrendes Schaf ist Israel; Löwen haben es verjagt; der erste, der König von Assyrien, hat es gefressen, und dieser, der König von Babel, hat ihm danach die Knochen zermalmt.
18 Darum spricht der Herr so: Siehe, ich suche heim den König von Babel und sein Land, wie ich den König von Assyrien heimgesucht habe.
19 Und ich will Israel wieder zu seiner Weide bringen, und es wird auf dem Karmel und auf dem Gebirge Ephraim und in Gilead weiden, und seine Seele wird satt werden.
20 In jenen Tagen und zu jener Zeit wird man die Schuld Israels suchen, und sie wird nicht da sein, und die Sünden Judas, und sie werden nicht gefunden werden; denn ich will gnädig sein denen, die übriggeblieben sind auf dem Lande, spricht der Herr.
21 Ziehe bitterlich gegen es und gegen seine Bewohner; übe Rache, Schwert, und vertilge, spricht der Herr, und tue alles, was ich dir gebiete!
22 Kriegsgeschrei und große Zertrümmerung im Lande der Chaldäer!
23 Wie ist der Hammer der ganzen Erde zerbrochen und zerschmettert! Wie ist Babel zum Schrecken geworden unter den Völkern!
24 Ich will dir nachstellen, und du wirst gefangen werden, Babel, und du wirst es nicht merken; du bist gefunden und ergriffen worden, weil du dem Herrn widerstanden hast.
25 Der Herr hat seine Schatzkammer geöffnet und die Geräte seines Zorns hervorgeholt; denn ein Werk hat der Herr, Gott, im Lande der Chaldäer.
26 Denn ihre Zeit ist gekommen. Öffnet ihre Vorratshäuser, durchsucht sie wie eine Höhle und vertilgt sie; es soll kein Rest von ihr bleiben!
27 Trocknet alle ihre Früchte aus, und sie sollen zur Schlachtbank hinabsteigen! Wehe ihnen! Denn ihr Tag ist gekommen, die Zeit ihrer Heimsuchung.
28 Horch! Fliehende und Entronnene aus dem Lande Babel, um in Zion die Rache des Herrn, unseres Gottes, zu verkünden.
29 Bietet viele auf gegen Babel, alle, die den Bogen spannen; belagert es ringsum; es soll kein Entronnener von ihm sein! Vergeltet ihm nach seinen Werken; tut ihm alles, was es getan hat! Denn es hat sich gegen den Herrn, den heiligen Gott Israels, aufgelehnt.
30 Darum werden seine jungen Männer auf seinen Gassen fallen, und alle seine Krieger werden umkommen, spricht der Herr.
31 Siehe, ich komme über dich, du Übermütige, spricht der Herr, denn dein Tag ist gekommen, die Zeit deiner Heimsuchung.
32 Und dein Übermut wird schwach werden und fallen, und niemand wird ihn aufrichten; und ich werde ein Feuer anzünden in ihrem Wald, und es wird alles um sie her verzehren.
33 So spricht der Herr: Die Kinder Israel und die Kinder Juda sind miteinander unterdrückt; alle, die sie gefangen weggeführt haben, halten sie fest; sie weigern sich, sie freizulassen.
34 Aber ihr Erlöser ist stark, Herr Zebaoth ist sein Name; er wird ihren Rechtsstreit führen gegen ihre Widersacher, um das Land zur Ruhe zu bringen und die Bewohner Babels zu erschrecken.
35 Ein Schwert über die Chaldäer und über die Bewohner Babels und über seine Fürsten und über seine Weisen!
36 Ein Schwert über seine Krieger, und sie werden verzagen!
37 Ein Schwert über ihre Rosse und über ihre Wagen! Ein Schwert über ihre Krieger und über das Mischvolk in seiner Mitte, und sie werden wie Weiber sein! Ein Schwert über seine Schätze, und sie werden geplündert werden!
38 Auf sein Wasser vertraute es, und sie werden zuschanden werden; denn es ist ein Land der Götzen, und an den Inseln, deren sie sich rühmten.
39 Darum werden wilde Tiere auf den Inseln wohnen, und Töchter der Sirenen werden darin wohnen; es wird nie mehr bewohnt werden für immer.
40 Wie Gott Sodom und Gomorra und ihre Nachbarstädte umgekehrt hat, spricht der Herr, so wird kein Mensch dort wohnen, und kein Menschenkind wird sich dort aufhalten.
41 Siehe, ein Volk kommt von Norden, und ein großes Volk und viele Könige werden sich erheben vom Ende der Erde.
42 Sie führen Bogen und Schwert; es ist grausam und wird kein Erbarmen haben; ihre Stimme wird brausen wie das Meer; auf Rossen werden sie reiten, gerüstet wie zum Krieg gegen dich, Tochter Babel.
43 Der König von Babel hat die Kunde von ihnen gehört, und seine Hände sind erschlafft; Angst hat ihn ergriffen, Wehen wie eine Gebärende.
44 Siehe, wie ein Löwe wird er heraufsteigen vom Jordan zu einer festen Wohnung; denn schnell werde ich sie von ihr vertreiben und alle jungen Männer über sie setzen. Denn wer ist wie ich? Und wer wird mir widerstehen? Und wer ist der Hirte, der vor mir bestehen kann?
45 Darum hört den Ratschluss des Herrn, den er über Babel beschlossen hat, und seine Gedanken, die er über die Bewohner Chaldäas gedacht hat: Wahrlich, die Lämmer ihrer Herde sollen weggerafft werden, wahrlich, die Weide soll von ihnen vertilgt werden!
46 Denn vom Lärm der Einnahme Babels wird die
Erde erbeben, und ein Geschrei wird unter den Völkern gehört werden.
Kapitel 28
1 So spricht der Herr: Siehe, ich erwecke gegen Babel und gegen die Bewohner Chaldäas einen verderbenden Glutwind.
2 Und ich werde gegen Babel Frevler senden, und sie werden es frevelhaft behandeln und sein Land verwüsten; Wehe über Babel ringsum am Tage seiner Heimsuchung.
3 Gegen es spanne, wer seinen Bogen spannt, und lege an, wer seine Waffen trägt, und schont nicht seiner Jünglinge, vertilgt all seine Heeresmacht!
4 Und Verwundete werden fallen im Lande der Chaldäer und Durchbohrte draußen vor ihm.
5 Denn nicht verwitwet sind Israel und Juda von ihrem Gott, vom Herrn, dem Allmächtigen; denn ihr Land ward erfüllt von Ungerechtigkeit durch die Heiligen Israels.
6 Flieht aus der Mitte Babels und rette ein jeder sein Leben, und werdet nicht weggerafft in seiner Ungerechtigkeit; denn eine Zeit der Rache ist es für es vom Herrn; Vergeltung, er selbst vergilt ihm.
7 Einen goldenen Becher hält Babel in der Hand des Herrn, der berauscht die ganze Erde; von seinem Wein tranken die Völker, darum sind sie in Taumel geraten.
8 Und plötzlich fiel Babel und ward zerschmettert; klagt über es, holt Harz für seinen Schaden, ob es vielleicht geheilt werde.
9 Wir heilten Babel, aber es ward nicht geheilt; lasst es fahren und gehen wir ein jeder in sein Land; denn bis zum Himmel reicht sein Urteil, es erhebt sich bis zu den Sternen.
10 Der Herr hat sein Urteil kundgetan; kommt, lasst uns in Zion verkünden die Werke des Herrn, unseres Gottes.
11 Rüstet die Pfeile, füllt die Köcher; der Herr erweckt den Geist des Königs der Meder; denn gegen Babel ist sein Zorn, es zu vertilgen; denn eine Rache des Herrn ist es, eine Rache für sein Volk.
12 Auf den Mauern Babels erhebt ein Feldzeichen, stellt Wachen auf, errichtet Posten, rüstet die Waffen; denn der Herr hat es unternommen und wird vollführen, was er geredet hat gegen die Bewohner Babels,
13 die da wohnen an vielen Wassern und bei der Menge seiner Schätze; gekommen ist dein Ende, wahrhaftig, in dein Inneres.
14Denn der Herr hat geschworen bei seinem Arm: Wahrlich, ich werde dich füllen mit Menschen wie mit Heuschrecken, und über dich werden die Herabsteigenden ein Geschrei erheben.
15 Der die Erde macht durch seine Kraft, der den Erdkreis bereitet durch seine Weisheit, durch seine Einsicht spannt er den Himmel aus;
16 auf seine Stimme hin entsteht ein Brausen von Wasser am Himmel, und er führt Wolken herauf vom Ende der Erde, Blitze macht er zum Regen und führt Licht hervor aus seinen Schätzen.
17 Es ist dumm geworden jeder Mensch ohne Erkenntnis, beschämt ist jeder Goldschmied wegen seiner Götzenbilder; denn Lüge haben sie gegossen, kein Geist ist in ihnen;
18 Nichtigkeiten sind sie, ein Werk des Gespötts; zur Zeit ihrer Heimsuchung werden sie umkommen.
19 Nicht solcherart ist Jakobs Anteil; denn der alles geschaffen hat, der ist sein Erbe, Herr ist sein Name.
20 Du zerschmetterst mir die Waffen des Krieges, und ich werde in dir Völker zerschmettern und aus dir Könige vertilgen;
21 und ich werde in dir zerschmettern Ross und seinen Reiter, und ich werde in dir zerschmettern Wagen und ihre Lenker;
22 und ich werde in dir zerschmettern Jüngling und Jungfrau, und ich werde in dir zerschmettern Mann und Weib;
23 und ich werde in dir zerschmettern Hirten und seine Herde, und ich werde in dir zerschmettern Bauern und sein Gespann, und ich werde in dir zerschmettern deine Fürsten und Feldherren.
24 Und ich werde Babel vergelten und allen Bewohnern Chaldäas all ihre Bosheit, die sie an Zion verübt haben vor euren Augen, spricht der Herr.
25 Siehe, ich komme über dich, du verdorbener Berg, der die ganze Erde verdirbt, und ich strecke meine Hand aus gegen dich und wälze dich hinab von den Felsen und mache dich zu einem verbrannten Berg;
26 und man wird von dir keinen Stein nehmen zum Eckstein und keinen Stein zum Fundament; denn zur ewigen Wüstenei sollst du werden, spricht der Herr.
27 Erhebt ein Feldzeichen auf der Erde, blast die Posaune unter den Völkern, heiligt gegen es Völker, bietet gegen es auf die Königreiche Ararat von mir her und die Aschkenasiter, stellt gegen es Belagerungstürme auf, führt gegen es Ross heran wie Heuschreckenmenge.
28 Heiligt gegen es Völker, den König der Meder und der ganzen Erde, seine Fürsten und alle seine Feldherren.
29 Es erbebte die Erde und zitterte; denn es erstand gegen Babel ein Ratschluss des Herrn, das Land Babel zur Wüstenei zu machen, dass es nicht bewohnt werde.
30 Es ist ausgegangen der Krieger Babels, zu kämpfen; sie werden dort sitzen in der Belagerung; zerbrochen ist ihre Macht, sie sind geworden wie Weiber; verbrannt sind seine Wohnungen, zerschmettert seine Riegel.
31 Ein Verfolger wird dem Verfolger begegnen, und ein Bote dem Boten, um dem König von Babel zu melden, dass seine Stadt eingenommen ist;
32 von seinem äußersten Ende her sind seine Übergänge eingenommen, und seine Schilfrohrhütten hat man mit Feuer verbrannt, und seine Krieger ziehen aus.
33 Denn so spricht der Herr: Die Häuser des Königs von Babel werden wie eine Tenne zur Zeit der Ernte gedroschen werden; noch eine kleine Weile, so kommt seine Ernte.
34 Gefressen hat mich, zerteilt hat mich, ergriffen hat mich als ein leichtes Gefäß Nebukadnezar, der König von Babel; verschlungen hat er mich wie ein Drache, gefüllt hat er seinen Bauch, von meiner Wohlfahrt hat er mich vertrieben.
35 Meine Mühsal und mein Elend komme über Babel, spricht die Bewohnerin Zions, und mein Blut über die Bewohner Chaldäas, spricht Jerusalem.
36 Darum, so spricht der Herr: Siehe, ich werde deine Widersacherin richten und deine Rache vollziehen und werde ihr Meer austrocknen und ihre Quelle versiegen lassen;
37 und Babel soll zur Wüstenei werden und nicht bewohnt werden.
38 Zugleich wie Löwen sind sie aufgestanden und wie junge Löwen.
39 In ihrer Glut werde ich ihnen Trank geben und sie berauschen, dass sie betäubt werden und einen ewigen Schlaf schlafen und nicht erwachen, spricht der Herr;
40 ich werde sie hinabführen wie Lämmer zur Schlachtung und wie Widder mit Böcken.
41 Wie ist eingenommen und erjagt der Stolz der ganzen Erde! Wie ist Babel zum Entsetzen geworden unter den Völkern!
42 Es stieg gegen Babel das Meer im Brausen seiner Wellen, und es ward bedeckt.
43 Seine Städte sind geworden zu wasserlosem und unwegsamem Land; nicht wird darin wohnen jemand, noch wird darin einkehren ein Menschenkind.
44 Und ich werde Rache üben an Babel und herausbringen, was es verschlungen hat aus seinem Rachen, und nicht mehr werden sich zu ihm sammeln die Völker.
49 Und in Babel werden fallen Verwundete der ganzen Erde.
50 Die ihr dem Lande entronnen seid, zieht hin und steht nicht still; die ihr fern seid, gedenkt des Herrn, und Jerusalem steige auf in euer Herz.
51 Wir sind beschämt, denn wir hörten unsere Schmach; Schande bedeckt unser Angesicht; denn Fremde sind eingedrungen in unser Heiligtum, in das Haus des Herrn.
52 Darum siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da werde ich Rache üben an seinen Götzenbildern, und in seinem ganzen Lande werden Verwundete fallen.
53 Denn wenn Babel auch zum Himmel emporstiege und wenn es die Höhe seiner Stärke befestigte, von mir her werden kommen, die es vertilgen, spricht der Herr.
54 Ein Geschrei des Jammerns ist in Babel und große Zertrümmerung im Lande der Chaldäer;
55 denn der Herr hat Babel vertilgt und hat aus ihm vertilgt die große Stimme, die da brauste wie viele Wasser; er gab seine Stimme dem Verderben preis.
56 Denn über Babel ist Unheil gekommen, seine Krieger sind gefangen, ihr Bogen ist zerschmettert; denn Gott vergilt ihnen, der Herr vergilt ihr die Vergeltung.
57 Und ich will ihre Fürsten und ihre Weisen und ihre Feldherren trunken machen, spricht der König, dessen Name Herr der Heerscharen ist.
58 So spricht der Herr: Die Mauer Babels ist weit gemacht, sie soll gänzlich niedergerissen werden, und ihre hohen Tore sollen verbrannt werden, und die Völker werden sich umsonst abmühen, und die Nationen werden in ihrer Anstrengung vergehen.
59 Das Wort, das der Herr dem Propheten Jeremia befahl, zu Seraja, dem Sohn Nerias, des Sohnes Mahsejas, zu sagen, als er von Zedekia, dem König von Juda, nach Babel zog im vierten Jahr seiner Regierung; und Seraja war der Oberste der Geschenke.
60 Und Jeremia schrieb all das Unheil, das über Babel kommen wird, in ein einziges Buch, alle diese Worte, die über Babel geschrieben sind.
61 Und Jeremia sprach zu Seraja: Wenn du nach Babel kommst und siehst und liest alle diese Worte,
62 dann sollst du sagen: Herr, Herr, du hast über diesen Ort geredet, ihn zu vertilgen, dass niemand darin wohne, weder Mensch noch Vieh, denn eine ewige Wüste soll er sein.
63 Und es wird geschehen, wenn du dieses Buch zu lesen aufgehört hast, dann binde einen Stein daran und wirf es mitten in den Euphrat
64 und sprich: So wird Babel versinken und
nicht wieder aufstehen vor dem Unheil, das ich über es bringe.
Kapitel 29
1 Gegen die Philister.
2 So spricht der Herr: Siehe, Wasser steigen auf von Norden und werden zu einem reißenden Strom, der überschwemmt, und sie werden das Land und seine Fülle überschwemmen, die Stadt und ihre Bewohner; und die Menschen werden schreien, und alle Bewohner des Landes werden jammern.
3 Vor dem Lärm seines Ansturms, vor dem Hufschlag seiner Pferde und vor dem Beben seiner Wagen, dem Dröhnen seiner Räder, wenden sich die Väter nicht zu ihren Söhnen um, vor Erschlaffung ihrer Hände.
4 An dem kommenden Tag, um alle Philister zu vernichten; und ich werde Tyrus und Sidon und alle ihre übrigen Helfer vertilgen, denn der Herr wird die Übriggebliebenen der Inseln ausrotten.
5Kahlheit kommt über Gaza, Askalon ist verstummt, und die Übriggebliebenen der Enakiter. Wie lange willst du dich ritzen,
6 du Schwert des Herrn? Wie lange willst du nicht ruhen? Kehre zurück in deine Scheide, ruhe und sei still!
7 Wie sollte es ruhen? Der Herr hat ihm geboten
gegen Askalon und gegen die Küstenstädte, gegen die Übriggebliebenen, sich zu
erheben.
Kapitel 30
1 Über Edom. So spricht der Herr: Es ist keine Weisheit mehr in Teman, der Rat ist von den Verständigen geschwunden, ihre Weisheit ist dahin.
2 Ihr Ort ist getäuscht worden. Macht tiefe Sitze, ihr Bewohner von Dedan, denn er hat Schweres getan; ich habe über ihn gebracht zur Zeit, da ich ihn heimgesucht habe.
3 Denn Winzer sind über dich gekommen, sie werden dir keine Nachlese lassen; wie Diebe in der Nacht werden sie ihre Hand anlegen.
4 Denn ich habe Esau niedergerissen, habe seine Verborgenheiten aufgedeckt, verbergen können sie sich nicht; sie sind umgekommen durch die Hand seines Bruders und seines Nächsten, und es ist keiner da,
5 der deine Waise übrig lässt, damit sie lebe; und ich werde leben, und Witwen haben auf mich vertraut.
6 Denn so spricht der Herr: Die, denen es nicht zustand, den Becher zu trinken, haben getrunken; und du, die du für schuldlos gehalten wirst, wirst nicht schuldlos bleiben, denn du wirst gewiss trinken.
7 Denn ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der Herr, dass du zur Einöde und zum Hohn und zum Fluch werden sollst in ihrer Mitte, und alle ihre Städte sollen für immer wüst sein.
8 Eine Kunde habe ich vom Herrn gehört, und er hat Boten zu den Völkern gesandt: Versammelt euch und kommt gegen sie heran, erhebt euch zum Krieg!
9 Klein habe ich dich gemacht unter den Völkern, verachtet unter den Menschen.
10 Dein Mutwille hat dich überwältigt, der Übermut deines Herzens hat die Felslöcher zerstört, er hat die Stärke des hohen Hügels ergriffen; denn du hast dein Nest wie ein Adler erhöht, von dort werde ich dich herabstürzen.
11 Und Edom soll zur Einöde werden; jeder, der an ihm vorüberzieht, wird pfeifen.
12 Wie Sodom und Gomorra und ihre Nachbarstädte zerstört wurden, spricht der Herr, der Allmächtige, so soll dort kein Mensch wohnen, und kein Menschenkind soll dort hausen.
13 Siehe, wie ein Löwe wird er aus der Mitte des Jordan aufsteigen zum Ort Ethan; denn schnell werde ich sie von dort vertreiben; und stellt die jungen Männer gegen sie auf. Denn wer ist wie ich? Und wer wird mir widerstehen? Und wer ist dieser Hirt, der vor mir bestehen wird?
14 Darum hört den Ratschluss des Herrn, den er über Edom gefasst hat, und seinen Plan, den er über die Bewohner von Teman ersann: Sollen nicht die Geringsten der Schafe weggerafft werden? Soll nicht ihre Wohnung zur Einöde werden?
15 Denn vom Lärm ihres Falles erbebte die Erde, und dein Geschrei wurde im Meer gehört.
16 Siehe, wie ein Adler wird er sie sehen und seine Flügel über ihre Festungen ausbreiten; und das Herz der Starken Edoms wird an jenem Tag sein wie das Herz einer Frau in Geburtswehen.
17 Über die Söhne Ammons. So spricht der Herr: Hat Israel keine Söhne, oder hat es keinen Erben? Warum hat Milkom den Gad eingenommen, und sein Volk wird in seinen Städten wohnen?
18 Darum siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da werde ich über Rabba Kriegslärm erschallen lassen, und sie sollen zur Einöde und zum Untergang werden, und ihre Altäre sollen im Feuer verbrannt werden, und Israel wird seine Herrschaft wieder übernehmen.
19 Jauchze, Heschbon, denn Ai ist vernichtet! Schreit, ihr Töchter von Rabba, gürtet euch mit Sacktuch, haltet Totenklage und schlagt euch um Milkom, denn er wird in die Verbannung ziehen, seine Priester und seine Fürsten miteinander.
20 Warum rühmst du dich in den Ebenen von Enakim, du Tochter der Schande, die du auf deine Schätze vertraust, die du sprichst: Wer wird gegen mich anrücken?
21 Siehe, ich bringe Schrecken über dich, spricht der Herr, von all deinen Nachbarn ringsum, und ihr werdet zerstreut, ein jeder vor sich hin, und es wird keinen geben, der sammelt.
23 Über Kedar, die Königin des Zeltlagers, die Nebukadnezar, der König von Babel, schlug. So spricht der Herr: Macht euch auf und zieht hinauf gegen Kedar und vernichtet die Söhne des Ostens!
24 Ihre Zelte und ihre Schafe werden sie nehmen, ihre Kleider und all ihr Gerät und ihre Kamele werden sie sich nehmen; und ruft über sie Verderben von ringsumher aus.
25 Flieht eilig, macht tiefe Sitze, ihr Bewohner des Zeltlagers, denn der König von Babel hat einen Ratschluss gegen euch gefasst und einen Plan gegen euch ersonnen.
26 Steh auf und zieh hinauf gegen ein sorgloses Volk, das in Ruhe wohnt, das weder Türen noch Riegel noch Balken hat, sie wohnen allein.
27 Und ihre Kamele sollen zur Beute werden und die Menge ihres Viehs zum Untergang; und ich werde sie zerstreuen in alle Winde, die ihr Angesicht geschoren haben, von allen ihren Grenzen her werde ich ihren Untergang bringen, spricht der Herr.
28 Und das Zeltlager soll zum Aufenthaltsort der Strauße werden und zur Einöde für immer; kein Mensch soll dort wohnen, und kein Menschenkind soll dort hausen.
29 Über Damaskus. Hamat und Arpad sind beschämt, denn sie haben eine böse Kunde gehört; sie sind bestürzt, sie sind voller Zorn, sie können nicht zur Ruhe kommen.
30 Damaskus ist erschlafft, es hat sich zur Flucht gewandt, Zittern hat es ergriffen.
31 Wie? Hat es meine Stadt nicht verlassen? Sie haben das Dorf geliebt.
32 Darum werden deine jungen Männer auf deinen Straßen fallen, und alle deine Krieger werden fallen, spricht der Herr;
33 und ich werde ein Feuer anzünden in der
Mauer von Damaskus, und es wird die Gassen des Sohnes Hadads verzehren.
Kapitel 31
1 Über Moab. So spricht der Herr: Wehe über Nebo, denn es ist verwüstet; eingenommen ist Kirjathaim, zuschanden geworden ist Amath und besiegt.
2 Es gibt keine Heilung mehr für Moab, der Stolz in Hesbon; man hat Böses über es geplant; wir haben es von einem Volk abgehauen, und es wird völlig zur Ruhe kommen; hinter dir her wird das Schwert gehen.
3 Denn eine Stimme von Schreienden aus Horonaim: Verderben und großer Zusammenbruch!
4 Zerschmettert ist Moab, verkündet es in Zoar.
5 Denn erfüllt ist Amath mit Weinen; hinaufsteigen wird er weinend auf dem Weg nach Horonaim; ein Geschrei des Zusammenbruchs habt ihr gehört.
6 Flieht und rettet eure Seelen, und ihr werdet sein wie ein Wildesel in der Wüste.
7 Weil du auf deine Festungen vertraut hast, wirst auch du ergriffen werden; und Kamos wird in die Verbannung ziehen, seine Priester und seine Fürsten miteinander.
8 Und Verderben wird kommen über jede Stadt, und keine Stadt wird gerettet werden; und die Ebene wird untergehen, und das Flachland wird vertilgt werden, wie der Herr gesagt hat.
9 Gebt Zeichen für Moab, denn es wird durch Feuer entzündet werden, und alle seine Städte werden unbewohnbar sein; woher ein Bewohner für es?
10 Verflucht ist, wer das Werk des Herrn nachlässig tut, der sein Schwert vom Blut fernhält.
11 Moab hat sich von Jugend auf ausgeruht und war auf seinen Ruhm vertrauend; es hat nicht aus einem Gefäß in das andere gegossen und ist nicht in die Verbannung gezogen; darum blieb sein Geschmack in ihm, und sein Geruch ist nicht vergangen.
12 Darum siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, und ich werde ihm Neiger senden, und sie werden es neigen und seine Geräte zerkleinern und seine Hörner zerschlagen.
13 Und Moab wird zuschanden werden vor Kamos, wie das Haus Israel zuschanden wurde vor Bethel, ihrer Hoffnung, auf die sie vertrauten.
14 Wie könnt ihr sagen: Wir sind stark und ein Mann, stark im Krieg?
15 Verwüstet ist Moab, seine Stadt, und seine auserwählten jungen Männer sind zur Schlachtung hinabgestiegen.
16 Nahe ist der Tag Moabs zu kommen, und seine Bosheit ist sehr schnell.
17 Beweget es, alle rings um es her, alle, die seinen Namen kennen; sprecht: Wie ist zerschmettert der ruhmvolle Stab, der Stock der Größe!
18 Steige herab von der Herrlichkeit und setze dich in die Feuchtigkeit, du Bewohnerin von Dibon; zermalmt seid, denn verwüstet ist Moab; hinaufgestiegen ist gegen dich der Verwüster deiner Festung.
19 Stelle dich auf den Weg und sieh zu, du Bewohnerin von Aroer, und frage den Fliehenden und den Geretteten und sprich: Was ist geschehen?
20 Zuschanden geworden ist Moab, denn es ist zerschmettert; heult und schreit, verkündet am Arnon, dass Moab verwüstet ist.
21 Und Gericht kommt über das Land der Ebene, über Chalon und über Jassa und über Mophath
22 und über Dibon und über Nebo und über das Haus Diblathaim
23 und über Kirjathaim und über das Haus Gamul und über das Haus Maon
24 und über Kerioth und über Bozra und über alle Städte Moabs, die fernen und die nahen.
25 Zerbrochen ist das Horn Moabs, und sein Arm ist zerschmettert.
26 Macht es trunken, denn es hat sich gegen den Herrn groß gemacht; und Moab wird mit seiner Hand klatschen und selbst zum Gelächter werden.
27 Und war nicht Israel dir zum Gelächter? Ist es bei deinen Diebstählen gefunden worden, dass du es bekämpftest?
28 Verlassen haben die Städte und in Felsen gewohnt die Bewohner Moabs; sie sind geworden wie Tauben, die nisten in Felsen am Rande der Grube.
29 Ich habe den Übermut Moabs gehört; es hat sehr übermütig getan; seinen Übermut und seinen Hochmut, und sein Herz hat sich erhoben.
30 Ich aber kenne seine Werke; nicht genug ist es für ihn, nicht so hat er gehandelt.
31 Darum heult über Moab von allen Seiten, schreit über die Männer von Kir-Heres, der Dürre.
32 Wie die Klage von Jaeser werde ich dich beweinen, du Weinstock von Sibma; deine Ranken gingen über das Meer, bis Jaeser reichten sie; über deine Nachlese, über deine Winzer ist Verderben gefallen.
33 Weggenommen ist Freude und Wonne aus dem Land Moab, und Wein war auf deinen Keltern; am Morgen haben sie nicht getreten, auch nicht am Abend, sie haben kein Geschrei gemacht.
34 Vom Geschrei Hesbons bis Eleale haben ihre Städte ihre Stimme erhoben, von Zoar bis Horonaim und Eglath-Schelischija; denn auch das Wasser von Nimrim wird zur Wüste werden.
35 Und ich werde Moab vertilgen, spricht der Herr, den, der auf den Altar steigt und seinen Göttern räuchert.
36Darum wird mein Herz über Moab wie Flöten summen, mein Herz über die Männer von Kir-Heres wird wie eine Flöte summen; darum ist, was es erworben hat, vom Menschen verloren.
37 Jedes Haupt an jedem Ort werden sie scheren, und jeder Bart wird geschoren werden, und alle Hände werden sich schlagen, und auf jeder Hüfte wird ein Sack sein.
38 Und auf allen Dächern Moabs und auf seinen Plätzen, denn ich habe Moab zerschmettert, spricht der Herr, wie ein Gefäß, dessen man nicht bedarf.
39 Wie hat es sich verändert! Wie hat Moab den Rücken gekehrt! Zuschanden geworden ist Moab und zum Gelächter und zum Schrecken geworden allen rings um es her.
40 Denn so spricht der Herr:
41 Eingenommen ist Akkarioth, und die Festungen sind ergriffen;
42 und Moab wird vertilgt werden aus der Menge, denn es hat sich gegen den Herrn groß gemacht.
43 Falle und Furcht und Grube über dir, du Bewohner Moabs!
44 Wer vor der Furcht flieht, wird in die Grube
fallen, und wer aus der Grube heraufsteigt, wird in der Falle gefangen werden;
denn ich werde dies über Moab bringen im Jahr seiner Heimsuchung.
Kapitel 32
13 Was Jeremias über alle Völker geweissagt hat.
15 So spricht der Herr, der Gott Israels: Nimm diesen Becher des ungemischten Weines aus meiner Hand und tränke alle Völker, zu denen ich dich sende,
16 und sie werden trinken und sich erbrechen und toll werden vor dem Angesicht des Schwertes, das ich sende mitten unter sie.
17 Und ich nahm den Becher aus der Hand des Herrn und tränkte die Völker, zu denen mich der Herr gesandt hatte,
18 Jerusalem und die Städte Judas und die Könige Judas und seine Fürsten, um sie zur Wüstenei und zum unbewohnbaren Ort und zum Gezisch zu machen,
19 und den Pharao, den König von Ägypten, und seine Knechte und seine Großen und all sein Volk,
20 und alle seine Mischvölker und alle Könige der Philister, Askalon und Gaza und Ekron und den Rest von Asdod,
21 und Edom und Moab und die Ammoniter,
22 und alle Könige von Tyrus und alle Könige von Sidon und die Könige jenseits des Meeres,
23 und Dedan und Thema und Buz und alle, die sich das Haar an den Schläfen scheren,
24 und alle Mischvölker, die in der Wüste wohnen,
25 und alle Könige von Elam und alle Könige von Persien,
26 und alle Könige von Norden, die fernen und die nahen, einen wie den anderen, und alle Königreiche auf dem Erdboden.
27 Und du sollst zu ihnen sagen: So spricht der Herr der Heerscharen: Trinkt und werdet trunken und erbrecht euch und fallt und steht nicht wieder auf vor dem Angesicht des Schwertes, das ich sende mitten unter euch.
28 Und es wird geschehen, wenn sie sich weigern, den Becher aus deiner Hand zu nehmen, um zu trinken, so sollst du zu ihnen sagen: So spricht der Herr: Ihr müsst trinken!
29 Denn siehe, in der Stadt, über die mein Name genannt ist, fange ich an, Unheil zu bringen, und ihr sollt ungestraft bleiben? Ihr werdet nicht ungestraft bleiben, denn ich rufe das Schwert über alle Bewohner der Erde.
30 Und du sollst alle diese Worte gegen sie weissagen und zu ihnen sagen: Der Herr wird von der Höhe her donnern und aus seiner heiligen Wohnung seine Stimme erschallen lassen; er wird laut donnern über seine Wohnung, und ein lautes Geschrei wird man hören wie von Keltertretern gegen alle Bewohner der Erde.
31 Der Lärm dringt bis an die Enden der Erde, denn der Herr hat einen Rechtsstreit mit den Völkern; er hält Gericht mit allem Fleisch; die Gottlosen übergibt er dem Schwert, spricht der Herr.
32 So spricht der Herr der Heerscharen: Siehe, Unheil geht aus von Volk zu Volk, und ein großer Sturm bricht los vom Ende der Erde.
33 Und die Erschlagenen des Herrn werden an jenem Tage sein von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde; sie werden nicht beklagt, noch gesammelt, noch begraben werden; sie sollen wie Dünger auf dem Erdboden liegen.
34 Heult, ihr Hirten, und schreit; wälzt euch im Staub, ihr Vornehmsten der Herde! Denn die Zeit ist gekommen, dass ihr geschlachtet werdet; ihr werdet fallen wie auserlesene Widder.
35 Und die Hirten werden keine Zuflucht mehr haben, und die Vornehmsten der Herde werden nicht entrinnen.
36 Horch! Das Geschrei der Hirten und das Geheul der Vornehmsten der Herde! Denn der Herr verwüstet ihre Weide.
37 Und die friedlichen Auen werden vertilgt vor dem glühenden Zorn des Herrn.
38 Er hat seine Wohnung verlassen wie ein Löwe;
denn ihr Land ist zur Wüste geworden vor dem wütenden Schwert des Bedrängers.
Kapitel 33
1 Im Anfang der Regierung des Königs Jojakim, des Sohnes Josias, erging dieses Wort vom Herrn:
2 So sprach der Herr: Stelle dich in den Vorhof des Hauses des Herrn und verkünde allen Judäern und allen, die kommen, um im Hause des Herrn anzubeten, alle Worte, die ich dir aufgetragen habe, ihnen zu verkünden; lass kein Wort weg.
3 Vielleicht werden sie hören und sich abwenden, ein jeder von seinem bösen Weg, und ich werde ablassen von dem Unheil, das ich ihnen zu tun gedenke wegen ihrer bösen Taten.
4 Und du sollst sagen: So sprach der Herr: Wenn ihr nicht auf mich hört, dass ihr in meinen Satzungen wandelt, die ich euch vorgelegt habe,
5 und auf die Worte meiner Knechte, der Propheten, hört, die ich früh zu euch sende – und ich sandte sie, doch ihr habt nicht auf mich gehört,
6 so werde ich dieses Haus machen wie Silo, und die Stadt werde ich zum Fluch machen für alle Völker der ganzen Erde.
7 Und die Priester und die falschen Propheten und das ganze Volk hörten Jeremia, wie er diese Worte im Hause des Herrn redete.
8 Und es geschah, als Jeremia aufgehört hatte, alles zu reden, was der Herr ihm aufgetragen hatte, dem ganzen Volk zu sagen, da ergriffen ihn die Priester und die falschen Propheten und das ganze Volk und sprachen: Des Todes sollst du sterben!
9 Denn du hast im Namen des Herrn geweissagt und gesagt: Wie Silo wird dieses Haus werden, und diese Stadt wird verödet sein, ohne Bewohner. Und das ganze Volk versammelte sich gegen Jeremia im Hause des Herrn.
10 Und die Fürsten Judas hörten dieses Wort und gingen hinauf vom Haus des Königs zum Haus des Herrn und setzten sich in den Eingang des neuen Tores des Herrn.
11 Und die Priester und die falschen Propheten sprachen zu den Fürsten und zum ganzen Volk: Ein Todesurteil gebührt diesem Mann, denn er hat gegen diese Stadt geweissagt, wie ihr mit euren Ohren gehört habt.
12 Und Jeremia sprach zu den Fürsten und zum ganzen Volk: Der Herr hat mich gesandt, gegen dieses Haus und gegen diese Stadt alle diese Worte zu weissagen, die ihr gehört habt.
13 Und nun, bessert eure Wege und eure Werke und hört auf die Stimme des Herrn, so wird der Herr ablassen von dem Unheil, das er gegen euch geredet hat.
14 Und siehe, ich bin in euren Händen; tut mit mir, wie es euch nützlich und wie es euch besser scheint.
15 Doch sollt ihr gewiss wissen: Wenn ihr mich tötet, so bringt ihr unschuldiges Blut über euch und über diese Stadt und über ihre Bewohner; denn in Wahrheit hat mich der Herr zu euch gesandt, alle diese Worte in eure Ohren zu reden.
16 Und die Fürsten und das ganze Volk sprachen zu den Priestern und zu den falschen Propheten: Diesem Mann gebührt kein Todesurteil, denn im Namen des Herrn, unseres Gottes, hat er zu uns geredet.
17 Und es standen Männer von den Ältesten des Landes auf und sprachen zur ganzen Versammlung des Volkes:
18 Micha, der Morathiter, lebte in den Tagen Hiskias, des Königs von Juda, und sprach zum ganzen Volk Juda: So sprach der Herr: Zion wird wie ein Feld gepflügt werden, und Jerusalem wird zur Wüstenei werden und der Berg des Hauses zu einem Waldhain.
19 Hat ihn etwa Hiskia und ganz Juda getötet? Geschah es nicht, weil sie den Herrn fürchteten und das Angesicht des Herrn anflehten, und der Herr ließ ab von dem Unheil, das er gegen sie geredet hatte? Wir aber tun großes Unheil gegen unsere Seelen.
20 Und es war ein Mann, der im Namen des Herrn weissagte, Uria, der Sohn Semajas, aus Kirjat-Jearim; und er weissagte über dieses Land ganz gemäß allen Worten Jeremias.
21 Und der König Jojakim und alle Fürsten hörten alle seine Worte und suchten ihn zu töten; und Uria hörte es und floh nach Ägypten.
22 Und der König sandte Männer nach Ägypten,
23 und sie führten ihn von dort heraus und brachten ihn zum König, und er erschlug ihn mit dem Schwert und warf ihn in das Grab der Söhne seines Volkes.
24 Doch die Hand Ahikams, des Sohnes Schafans,
war mit Jeremia, sodass er nicht in die Hände des Volkes ausgeliefert wurde, um
getötet zu werden.
Kapitel 34
2 So spricht der Herr: Mache dir Fesseln und Halsbänder und lege sie um deinen Hals.
3 Und sende sie zum König von Edom, zum König von Moab, zum König der Ammoniter, zum König von Tyrus und zum König von Sidon durch die Hand ihrer Boten, die nach Jerusalem zu Zedekia, dem König von Juda, kommen.
4 Und befiehl ihnen, zu ihren Herren zu sagen: So spricht der Herr, der Gott Israels: So sollt ihr zu euren Herren sagen:
5 Ich habe die Erde gemacht mit meiner großen Kraft und mit meinem ausgestreckten Arm und gebe sie, wem es in meinen Augen gefällt.
6 Ich habe die Erde dem Nebukadnezar, dem König von Babel, gegeben, dass sie ihm dienen, und auch die Tiere des Feldes, dass sie ihm arbeiten.
8 Und das Volk und das Königreich, die ihren Hals nicht unter das Joch des Königs von Babel beugen, die werde ich mit Schwert und Hunger heimsuchen, spricht der Herr, bis sie durch seine Hand vertilgt sind.
9 Und ihr hört nicht auf eure Lügenpropheten, auf eure Wahrsager, auf eure Träumer, auf eure Zeichendeuter und auf eure Zauberer, die euch sagen: Ihr werdet dem König von Babel nicht dienen.
10 Denn sie weissagen euch Lüge, um euch von eurem Lande zu entfernen.
11 Das Volk aber, das seinen Hals unter das Joch des Königs von Babel beugt und ihm dient, das werde ich in seinem Lande lassen, und es soll ihm dienen und darin wohnen.
12 Und zu Zedekia, dem König von Juda, redete ich alle diese Worte und sprach: Beugt euren Hals
14 und dient dem König von Babel; denn sie weissagen euch Unrecht.
15 Denn ich habe sie nicht gesandt, spricht der Herr, und sie weissagen in meinem Namen fälschlich, um euch zu verderben, und ihr werdet verderben samt euren Propheten, die euch fälschlich weissagen.
16 Zu euch und zu diesem ganzen Volk und zu den Priestern redete ich und sprach: So spricht der Herr: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen und sprechen: Siehe, die Geräte des Hauses des Herrn werden aus Babel zurückgebracht; denn sie weissagen euch Unrecht, ich habe sie nicht gesandt.
18 Wenn sie Propheten sind und wenn das Wort des Herrn in ihnen ist, so sollen sie mir entgegentreten.
19 Denn so spricht der Herr: Auch von den übrigen Geräten,
20 die der König von Babel nicht wegnahm, als er Jechonja aus Jerusalem wegführte,
22 die werden nach Babel kommen, spricht der
Herr.
Kapitel 35
1 Und es geschah im vierten Jahr Zedekias, des Königs von Juda, im fünften Monat, da sprach zu mir Hananja, der Sohn Asors, der falsche Prophet aus Gibeon, im Hause des HERRN vor den Augen der Priester und des ganzen Volkes:
2 So spricht der HERR: Ich habe das Joch des Königs von Babel zerbrochen.
3 Noch zwei Jahre, und ich bringe die Geräte des Hauses des HERRN an diesen Ort zurück,
4 auch Jechonja und die Weggeführten Judas; denn ich werde das Joch des Königs von Babel zerbrechen.
5 Und Jeremia sprach zu Hananja vor den Augen des ganzen Volkes und vor den Augen der Priester, die im Hause des HERRN standen,
6 und Jeremia sprach: Wahrhaftig, so möge der HERR tun! Er möge dein Wort bestätigen, das du weissagst, dass die Geräte des Hauses des HERRN und die ganze Wegführung aus Babel an diesen Ort zurückgebracht werden.
7 Doch hört das Wort des HERRN, das ich vor euren Ohren und vor den Ohren des ganzen Volkes rede:
8 Die Propheten, die vor mir und vor euch von alters her gewesen sind, die haben über viele Länder und über große Königreiche von Krieg geweissagt.
9 Der Prophet, der von Frieden weissagt, wenn sein Wort eintrifft, wird man den Propheten erkennen, den der HERR in Wahrheit gesandt hat.
10 Und Hananja nahm die Hölzer vom Halse Jeremias vor den Augen des ganzen Volkes und zerbrach sie.
11 Und Hananja sprach vor den Augen des ganzen Volkes: So spricht der HERR: Ebenso werde ich das Joch des Königs von Babel vom Halse aller Völker zerbrechen. Und Jeremia ging seines Weges.
12 Und das Wort des HERRN erging an Jeremia, nachdem Hananja die Hölzer von seinem Halse zerbrochen hatte:
13 Geh hin und sprich zu Hananja: So spricht der HERR: Hölzerne Hölzer hast du zerbrochen, und ich werde an ihrer Stelle eiserne Hölzer machen.
14 Denn so spricht der HERR: Ein eisernes Joch habe ich auf den Hals aller Völker gelegt, damit sie dem König von Babel dienen.
15 Und Jeremia sprach zu Hananja: Der HERR hat dich nicht gesandt, und du hast dieses Volk auf Lüge vertrauen lassen.
16 Darum spricht der HERR so: Siehe, ich sende dich fort vom Angesicht der Erde; in diesem Jahr wirst du sterben.
17 Und er starb im siebten Monat.
Kapitel 36
1 Und dies sind die Worte des Buches, die Jeremia von Jerusalem aus sandte an die Ältesten der Weggeführten und an die Priester und an die falschen Propheten, einen Brief nach Babel an die Weggeführten und an das ganze Volk,
2 nachdem der König Jechonja und die Königin und die Kämmerer und jeder Freie und Gebundene und Handwerker aus Jerusalem weggezogen waren,
3 durch Eleasa, den Sohn Schaphans, und Gemarja, den Sohn Hilkias, den Zedekia, der König von Juda, zum König von Babel nach Babel sandte, der sprach:
4 So spricht der Herr, der Gott Israels, zu der Wegführung, die ich von Jerusalem weggeführt habe:
5 Baut Häuser und wohnt darin, und pflanzt Gärten und esst ihre Früchte;
6 und nehmt Frauen und zeugt Söhne und Töchter, und nehmt für eure Söhne Frauen und gebt eure Töchter Männern, und mehrt euch und werdet nicht weniger;
7 und sucht den Frieden des Landes, wohin ich euch weggeführt habe, und betet für sie zum Herrn; denn in seinem Frieden wird euer Friede sein.
8 Denn so spricht der Herr: Lasst euch nicht betören von den falschen Propheten, die unter euch sind, und lasst euch nicht betören von euren Wahrsagern, und hört nicht auf eure Träume, die ihr träumt;
9 denn sie weissagen euch Lüge in meinem Namen, und ich habe sie nicht gesandt.
10 Denn so spricht der Herr: Wenn siebzig Jahre in Babel vollendet sind, werde ich euch heimsuchen und mein Wort über euch erfüllen, um euer Volk an diesen Ort zurückzubringen.
11 Und ich werde über euch Gedanken des Friedens denken und nicht des Unheils, um euch dies zu geben.
12 Und betet zu mir, und ich werde euch erhören;
13 und sucht mich, und ihr werdet mich finden; denn ihr werdet mich suchen mit eurem ganzen Herzen,
14 und ich werde mich euch offenbaren.
15 Denn ihr habt gesagt: Der Herr hat uns Propheten in Babel eingesetzt.
21 So spricht der Herr über Achab und über Zedekia: Siehe, ich gebe sie in die Hände des Königs von Babel, und er wird sie vor euren Augen erschlagen.
22 Und man wird von ihnen einen Fluch nehmen unter der ganzen Wegführung Judas in Babel, indem man sagt: Der Herr mache dich wie Zedekia und wie Achab, die der König von Babel im Feuer röstete,
23 wegen des Frevels, den sie in Israel begingen, und weil sie die Frauen ihrer Mitbürger ehebrecherisch nahmen und ein Wort in meinem Namen redeten, das ich ihnen nicht geboten hatte; und ich bin Zeuge, spricht der Herr.
24 Und zu Schemaja, dem Nelamiter, sollst du sagen:
25 Ich habe dich nicht in meinem Namen gesandt. Und zu Zephanja, dem Sohn Maasejas, dem Priester, sprich:
26 Der Herr hat dich zum Priester eingesetzt anstelle des Priesters Jojada, dass du Aufseher seist im Haus des Herrn über jeden Menschen, der weissagt, und über jeden Menschen, der von Sinnen ist, und du sollst ihn in den Block und in den Kerker werfen.
27 Und nun, warum habt ihr Jeremia aus Anatot geschmäht, der euch geweissagt hat?
28 Hat er nicht deshalb zu euch nach Babel gesandt und gesagt: Es ist noch lange hin; baut Häuser und wohnt darin, und pflanzt Gärten und esst ihre Frucht?
29 Und Zephanja las das Buch vor den Ohren Jeremias.
30 Und es geschah das Wort des Herrn zu Jeremia, das sprach:
31 Sende zur Wegführung und sprich: So spricht der Herr über Schemaja, den Nelamiter: Weil Schemaja euch geweissagt hat, und ich ihn nicht gesandt habe, und er euch auf Lügen vertrauen ließ,
32 darum, so spricht der Herr: Siehe, ich werde
Schemaja und sein Geschlecht heimsuchen, und es wird von ihnen kein Mensch in
eurer Mitte sein, um das Gute zu sehen, das ich euch tun werde; sie werden es
nicht sehen.
Kapitel 37
1 Das Wort, das vom HERRN an Jeremia erging, zu sagen:
2 So spricht der HERR, der Gott Israels: Schreibe alle Worte, die ich zu dir geredet habe, in ein Buch!
3 Denn siehe, es kommen Tage, spricht der HERR, da werde ich die Gefangenschaft meines Volkes Israel und Juda wenden, spricht der HERR, und werde sie zurückbringen in das Land, das ich ihren Vätern gegeben habe, und sie werden es besitzen.
4 Und dies sind die Worte, die der HERR über Israel und Juda geredet hat:
5 So spricht der HERR: Eine Stimme des Schreckens werdet ihr hören; Schrecken, und kein Friede ist da.
6 Fragt und seht, ob ein Mannsbild geboren hat! Und warum sehe ich alle Männer mit den Händen auf den Lenden wie eine Gebärende? Und alle Angesichter sind in Blässe verwandelt.
7 Denn groß ist jener Tag, und seinesgleichen ist nicht, und eine Zeit der Drangsal ist es für Jakob, doch aus ihr wird er gerettet werden.
8 An jenem Tage, spricht der HERR, werde ich das Joch von ihrem Halse zerbrechen und ihre Bande zerreißen, und sie werden nicht mehr Fremden dienen;
9 sondern sie werden dem HERRN, ihrem Gott, dienen, und David, ihren König, werde ich ihnen erwecken.
12 So spricht der HERR: Unheilbar ist dein Schaden, schmerzhaft ist deine Wunde.
13 Niemand ist da, der deine Sache rechtet; für deine Wunde gibt es keine Heilung, keine Hilfe für dich.
14 Alle deine Liebhaber haben dich vergessen, sie fragen nicht nach dir; denn ich habe dich geschlagen mit der Wunde eines Feindes, mit einer harten Züchtigung, wegen der Menge deiner Missetaten, deine Sünden sind zahlreich.
16 Darum sollen alle, die dich fressen, gefressen werden, und alle deine Feinde, all ihr Fleisch sollen sie fressen; wegen der Menge deiner Missetaten sind deine Sünden zahlreich, das haben sie dir angetan; und die dich zerstreuen, sollen zur Zerstreuung werden, und alle, die dich plündern, werde ich zur Plünderung preisgeben.
17 Denn ich will dir Heilung bringen, von deiner schmerzhaften Wunde will ich dich heilen, spricht der HERR; denn du wirst die Verstoßene genannt; es ist eure Beute, weil niemand nach ihr fragt.
18 So spricht der HERR: Siehe, ich will die Gefangenschaft Jakobs wenden und mich seiner Gefangenschaft erbarmen; und die Stadt soll auf ihrem Hügel wieder aufgebaut werden, und der Tempel soll an seiner Stätte stehen.
19 Und von ihnen wird Gesang ausgehen und der Klang der Fröhlichen; und ich will sie mehren, und sie sollen nicht weniger werden.
20 Und ihre Söhne werden sein wie vordem, und ihre Gemeinde wird vor mir bestehen; und ich werde heimsuchen alle, die sie bedrängen.
21 Und ihr Mächtiger wird aus ihnen hervorgehen, und ihr Herrscher wird aus ihrer Mitte kommen; und ich will sie herzubringen, dass sie zu mir umkehren; denn wer ist dieser, der sein Herz dazu gegeben hat, zu mir umzukehren? spricht der HERR.
23 Denn des HERRN Zorn ist ausgegangen, ein glühender Zorn, ein wütender Zorn ist ausgegangen, er wird über die Gottlosen kommen.
24 Des HERRN grimmiger Zorn wird sich nicht
wenden, bis er tue und ausführe, was er im Sinne hat; in den letzten Tagen
werdet ihr es erkennen.
Kapitel 38
1 In jener Zeit, spricht der HERR, werde ich der Gott des ganzen Geschlechts Israel sein, und sie werden mein Volk sein.
2 So spricht der HERR: Ich habe Gnade gefunden in der Wüste bei dem Volk, das vom Schwert verschont blieb; geht hin und vertilgt Israel nicht!
3 Der HERR ist ihm von ferne erschienen: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus Erbarmen.
4 Ich will dich wieder aufbauen, und du sollst aufgebaut werden, du Jungfrau Israel; du sollst wieder deine Pauken nehmen und hinausziehen im Reigen der Fröhlichen.
5 Ihr sollt wieder Weinberge pflanzen auf den Bergen Samarias; pflanzt und preist!
6 Denn es kommt der Tag, da die Wächter auf dem Gebirge Ephraim rufen: Steht auf und zieht hinauf nach Zion zum HERRN, unserem Gott!
7 Denn so spricht der HERR zu Jakob: Jauchzt und jubelt über das Haupt der Völker! Macht es kund und preist! Sprecht: Der HERR hat sein Volk errettet, den Rest Israels.
8 Siehe, ich bringe sie aus dem Nordland und sammle sie vom Ende der Erde, am Fest des Passah; und sie werden viele Kinder zeugen und werden hierher zurückkehren.
9 Unter Weinen zogen sie aus, und unter Trost werde ich sie heimführen; ich will sie an Wasserbäche lagern auf ebener Straße, dass sie nicht straucheln; denn ich bin Israels Vater, und Ephraim ist mein Erstgeborener.
10 Hört, ihr Völker, das Wort des HERRN, und verkündigt es auf den fernen Inseln! Sprecht: Der Israel zerstreut hat, wird es wieder sammeln und es hüten wie ein Hirte seine Herde.
11 Denn der HERR hat Jakob erlöst und ihn aus der Hand des Stärkeren befreit.
12 Und sie werden kommen und auf dem Berge Zion jauchzen; und sie werden strömen zu den Gütern des HERRN, zum Lande des Korns, des Weins, der Früchte, des Viehs und der Schafe; und ihre Seele wird sein wie ein fruchtbarer Baum, und sie werden nicht mehr hungern.
13 Dann werden die Jungfrauen fröhlich sein im Reigen, und die Greise werden fröhlich sein; und ich will ihre Trauer in Freude verwandeln und sie erfreuen.
14 Ich will die Seele der Priester, der Söhne Levis, sättigen und trunken machen, und mein Volk soll sich an meinen Gütern sättigen.
15 So spricht der HERR: Eine Stimme ist in Rama gehört worden, Weinen und bitteres Klagen; Rahel weint um ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen, denn sie sind nicht mehr.
16 So spricht der HERR: Lass dein Schreien vom Weinen und deine Augen von Tränen ab; denn deine Arbeit wird belohnt, und sie werden aus dem Lande des Feindes zurückkehren,
17 und es gibt Hoffnung für deine Nachkommen.
18 Ich habe Ephraim klagen hören: Du hast mich gezüchtigt, und ich bin gezüchtigt worden wie ein ungelehriges Kalb; bekehre mich, so will ich mich bekehren; denn du, HERR, bist mein Gott.
19 Denn nach meiner Gefangenschaft habe ich Buße getan, und nachdem ich erkannt habe, seufzte ich über die Tage der Schande und zeigte dir an, dass ich Schmach getragen von meiner Jugend an.
20 Ist mir Ephraim ein teurer Sohn oder ein Kind, an dem ich Wohlgefallen habe? Denn sooft ich von ihm rede, gedenke ich seiner noch; darum bricht mein Herz für ihn; ich muss mich seiner erbarmen, spricht der HERR.
21 Richte dir Wegzeichen auf, setze dir Malsteine, richte dein Herz auf die Straße, den Weg, den du gegangen bist; kehre um, Jungfrau Israel, kehre um in deine Städte in Trauer!
22 Wie lange willst du umherschweifen, du abtrünnige Tochter? Denn der HERR schafft Neues im Lande: Das Weib wird den Mann umgeben.
23 So spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Man wird noch dies Wort im Lande Juda und in seinen Städten reden, wenn ich ihre Gefangenschaft wende: Der HERR segne dich, du Wohnung der Gerechtigkeit, du heiliger Berg!
24 Und Juda und alle seine Städte sollen darin wohnen samt den Bauern und den Hirten.
25 Denn ich habe die durstige Seele getränkt und die hungrige Seele gesättigt.
26 Darüber bin ich erwacht und habe gesehen; und mein Schlaf war mir süß.
27 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass ich Israel und Juda besäen will mit Menschen- und Viehsamen.
28 Und wie ich über sie gewacht habe, um auszureißen und zu zerstören, so will ich über sie wachen, um zu bauen und zu pflanzen, spricht der HERR.
29 In jenen Tagen wird man nicht mehr sagen: Die Väter haben saure Trauben gegessen, und den Kindern sind die Zähne stumpf geworden;
30 sondern ein jeder wird um seiner eigenen Missetat willen sterben; und wer saure Trauben isst, dem sollen die Zähne stumpf werden.
31 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen,
32 nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen; denn sie haben meinen Bund gebrochen, obwohl ich ihr Herr war, spricht der HERR;
33 sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Inneres geben und es in ihr Herz schreiben; und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.
34 Und sie werden nicht mehr einer den anderen lehren und sagen: Erkenne den HERRN! Denn sie werden mich alle kennen, von Klein bis Groß, spricht der HERR; denn ich will ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.
35 So spricht der HERR, der die Sonne dem Tage zum Licht gibt und die Ordnung des Mondes und der Sterne der Nacht zum Licht, der das Meer erregt, dass seine Wellen brausen, HERR Zebaoth ist sein Name:
36 Wenn diese Ordnungen vor mir weichen, spricht der HERR, dann soll auch der Same Israels aufhören, ein Volk zu sein vor mir allezeit.
37 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da soll die Stadt dem HERRN gebaut werden vom Turm Hananeel bis an das Ecktor;
38 und die Messschnur wird weiter hinausgehen bis an den Hügel Gareb und sich nach Goah wenden;
39 und das ganze Tal der Leichen und der Asche
und alle Äcker bis zum Bach Kidron, bis zur Ecke des Rosstors gegen Osten, soll
dem HERRN heilig sein; und es soll nicht mehr zerstört noch niedergerissen
werden ewiglich.
Kapitel 39
1 Das Wort, das vom HERRN an Jeremia erging im zehnten Jahr des Königs Zedekia, das ist das achtzehnte Jahr des Königs Nebukadnezar, des Königs von Babel.
2 Und das Heer des Königs von Babel belagerte Jerusalem, und Jeremia wurde im Wachhof gefangen gehalten, der im Haus des Königs ist,
3 wo ihn der König Zedekia eingesperrt hatte, indem er sprach: Warum weissagst du und sprichst: So spricht der HERR: Siehe, ich gebe diese Stadt in die Hand des Königs von Babel, und er wird sie einnehmen;
4 und Zedekia wird der Hand der Chaldäer nicht entrinnen, sondern er wird gewiss in die Hand des Königs von Babel gegeben werden, und sein Mund wird mit dessen Mund reden, und seine Augen werden dessen Augen sehen;
5 und Zedekia wird nach Babel kommen und dort bleiben.
6 Und das Wort des HERRN erging an Jeremia:
7 Siehe, Hanamel, der Sohn Schallums, deines Onkels, kommt zu dir und spricht: Kaufe dir meinen Acker in Anatot, denn dir steht das Recht zu, ihn zu erwerben.
8 Und Hanamel, der Sohn meines Onkels, kam zu mir in den Wachhof und sprach zu mir: Kaufe meinen Acker im Land Benjamin, der in Anatot ist, denn dir steht das Recht zu, ihn zu kaufen, und du bist der Älteste. Da erkannte ich, dass es das Wort des HERRN war.
9 Und ich kaufte den Acker von Hanamel, dem Sohn meines Onkels, und wog ihm siebzehn Silberlinge dar.
10 Und ich schrieb einen Kaufbrief, versiegelte ihn, nahm Zeugen und wog das Geld auf der Waage.
11 Und ich nahm den versiegelten Kaufbrief und den offenen
12 und gab ihn Baruch, dem Sohn Nerijas, des Sohnes Mahsejas, vor den Augen Hanamels, meines Onkels, und vor den Augen der Zeugen, die den Kaufbrief unterschrieben, und vor den Augen aller Juden, die im Wachhof saßen.
13 Und ich gebot Baruch vor ihren Augen:
14 So spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Nimm diese beiden Kaufbriefe, den versiegelten und den offenen, und lege sie in ein irdenes Gefäß, damit sie lange erhalten bleiben.
15 Denn so spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Es werden wieder Häuser, Äcker und Weinberge in diesem Land gekauft werden.
16 Und nachdem ich Baruch, dem Sohn Nerijas, den Kaufbrief gegeben hatte, betete ich zum HERRN:
17 Ach, Herr, HERR! Siehe, du hast den Himmel und die Erde gemacht mit deiner großen Kraft und deinem ausgestreckten Arm; dir ist nichts unmöglich.
18 Du erweist Gnade an Tausenden und vergiltst die Schuld der Väter in den Schoß ihrer Kinder nach ihnen, du großer und starker Gott, dessen Name HERR der Heerscharen ist.
19 Groß von Rat und mächtig von Tat, deine Augen sind offen über alle Wege der Menschenkinder, um einem jeden zu geben nach seinen Wegen und nach der Frucht seines Tuns. 20 Du hast Zeichen und Wunder getan im Land Ägypten bis auf diesen Tag, an Israel und an den Menschen, und hast dir einen Namen gemacht, wie es heute ist.
21 Und du hast dein Volk Israel aus dem Land Ägypten geführt mit Zeichen und Wundern, mit starker Hand und ausgestrecktem Arm und mit großem Schrecken.
22 Und du hast ihnen dieses Land gegeben, das du ihren Vätern geschworen hattest, ihnen zu geben, ein Land, das von Milch und Honig fließt.
23 Und sie kamen hinein und nahmen es in Besitz, aber sie gehorchten deiner Stimme nicht und wandelten nicht in deinem Gesetz; alles, was du ihnen geboten hattest zu tun, das taten sie nicht. Darum hast du all dieses Unheil über sie kommen lassen.
24 Siehe, die Belagerungswälle reichen bis an die Stadt, um sie einzunehmen; und die Stadt wird durch Schwert, Hunger und Pest den Chaldäern, die sie belagern, in die Hand gegeben. Und was du geredet hast, das ist geschehen; und siehe, du siehst es.
25 Und du, Herr, HERR, sprichst zu mir: Kaufe dir den Acker für Geld und nimm Zeugen! – während die Stadt in die Hand der Chaldäer gegeben wird.
26 Und das Wort des HERRN erging an Jeremia:
27 Siehe, ich bin der HERR, der Gott allen Fleisches; sollte mir etwas unmöglich sein?
28 Darum spricht der HERR: Siehe, ich gebe diese Stadt in die Hand der Chaldäer und in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel, und er wird sie einnehmen.
29 Und die Chaldäer, die diese Stadt belagern, werden kommen und diese Stadt mit Feuer verbrennen und die Häuser verbrennen, auf deren Dächern sie dem Baal geräuchert und anderen Göttern Trankopfer gespendet haben, um mich zu erzürnen.
30 Denn die Kinder Israel und die Kinder Juda haben von ihrer Jugend an nur getan, was böse ist in meinen Augen; ja, die Kinder Israel haben mich nur erzürnt mit den Werken ihrer Hände, spricht der HERR.
31 Denn diese Stadt erregt meinen Zorn und meinen Grimm von dem Tag an, da man sie baute, bis auf diesen Tag, so dass ich sie von meinem Angesicht wegtun muss
32 um all der Bosheit willen der Kinder Israel und der Kinder Juda, die sie getan haben, um mich zu erzürnen – sie, ihre Könige, ihre Fürsten, ihre Priester und ihre Propheten, die Männer Judas und die Bewohner Jerusalems.
33 Sie haben mir den Rücken zugekehrt und nicht das Angesicht; und ob ich sie lehrte früh und spät, so hörten sie doch nicht auf die Zucht.
34 Aber sie stellten ihre Gräuel in das Haus, das nach meinem Namen genannt ist, um es zu verunreinigen.
35 Und sie bauten die Höhen des Baal im Tal Ben-Hinnom, um ihre Söhne und Töchter dem Moloch zu opfern, was ich ihnen nicht geboten habe und was mir nie in den Sinn gekommen ist, dass sie diesen Gräuel tun sollten, um Juda zur Sünde zu verleiten.
36 Und nun spricht der HERR, der Gott Israels, von dieser Stadt, von der ihr sagt: Sie wird durch Schwert, Hunger und Pest in die Hand des Königs von Babel gegeben:
37 Siehe, ich will sie sammeln aus allen Ländern, wohin ich sie verstoßen habe in meinem Zorn, Grimm und großem Unwillen, und will sie wieder an diesen Ort bringen und will sie sicher wohnen lassen.
38 Und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.
39 Und ich will ihnen einerlei Sinn und einerlei Weg geben, dass sie mich fürchten allezeit, ihnen und ihren Kindern zum Guten.
40 Und ich will einen ewigen Bund mit ihnen schließen, dass ich nicht von ihnen lassen will, ihnen Gutes zu tun; und ich will ihnen Furcht vor mir ins Herz geben, dass sie nicht von mir weichen.
41 Und ich will mich über sie freuen, ihnen Gutes zu tun, und will sie in diesem Land pflanzen in Treue, von ganzem Herzen und von ganzer Seele.
42 Denn so spricht der HERR: Gleichwie ich über dieses Volk all dieses große Unheil gebracht habe, so will ich auch all das Gute über sie bringen, das ich ihnen verheißen habe.
43 Und es werden wieder Äcker gekauft werden in diesem Land, von dem ihr sagt: Es ist verwüstet, ohne Menschen und Vieh, und ist in die Hand der Chaldäer gegeben.
44 Man wird Äcker kaufen für Geld und
Kaufbriefe schreiben, versiegeln und Zeugen nehmen im Land Benjamin und rings
um Jerusalem, in den Städten Judas, in den Städten des Gebirges, in den Städten
der Schefela und in den Städten des Negev; denn ich will ihr Geschick wenden,
spricht der HERR.
Kapitel 40
1 Und es geschah das Wort des HERRN zu Jeremia zum zweiten Mal, als er noch im Wachhof gefangen war, und sprach:
2 So spricht der HERR, der die Erde macht und sie bildet, um sie aufzurichten, HERR ist sein Name:
3 Rufe zu mir, so will ich dir antworten und dir Großes und Unfassbares verkünden, das du nicht weißt.
4 Denn so spricht der HERR, der Gott Israels, über die Häuser dieser Stadt und über die Häuser der Könige von Juda, die niedergerissen sind zu Wällen und Bollwerken,
5 um gegen die Chaldäer zu kämpfen und sie mit den Leichen der Menschen zu füllen, die ich in meinem Zorn und in meinem Grimm erschlagen habe, und ich habe mein Angesicht von ihnen abgewandt wegen all ihrer Bosheit:
6 Siehe, ich bringe ihr Heilung und Genesung und will sie heilen und ihnen Frieden und Treue schenken.
7 Und ich werde die Gefangenschaft Judas und die Gefangenschaft Israels wenden und sie bauen wie zuvor.
8 Und ich werde sie reinigen von all ihrer Schuld, mit der sie gegen mich gesündigt haben, und ich werde ihrer Sünden nicht mehr gedenken, mit denen sie gegen mich gesündigt und von mir abgefallen sind.
9 Und es wird zur Freude, zum Lob und zur Herrlichkeit werden für alle Völker der Erde, die all das Gute hören werden, das ich ihnen tue, und sie werden sich fürchten und erzittern über all das Gute und über all den Frieden, den ich ihnen schaffe.
10 So spricht der HERR: Noch wird man an diesem Ort, von dem ihr sagt: Er ist öde ohne Menschen und Vieh, in den Städten Judas und auf den Straßen Jerusalems, die verwüstet sind, ohne Menschen und Vieh,
11 die Stimme der Freude und die Stimme der Wonne, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut hören, die Stimme derer, die sagen: Dankt dem HERRN der Heerscharen, denn der HERR ist gütig, denn seine Gnade währt ewiglich; und sie werden Gaben in das Haus des HERRN bringen; denn ich werde die Gefangenschaft dieses Landes wenden wie zuvor, spricht der HERR.
12 So spricht der HERR der Heerscharen: Noch wird es an diesem Ort, der öde ist ohne Menschen und Vieh, und in allen seinen Städten Wohnungen der Hirten geben, die ihre Herden lagern lassen.
13 In den Städten des Berglandes und in den
Städten der Schefela und in den Städten des Negev und im Land Benjamin und in
der Umgebung Jerusalems und in den Städten Judas werden noch die Herden unter
der Hand des Zählers hindurchziehen, spricht der HERR.
Kapitel 41
1 Das Wort, das vom HERRN an Jeremia erging, als Nebukadnezar, der König von Babel, und sein ganzes Heer und das ganze Gebiet seiner Herrschaft gegen Jerusalem und gegen alle Städte Judas Krieg führten, lautete:
2 So spricht der HERR: Geh hin zu Zedekia, dem König von Juda, und sage zu ihm: So spricht der HERR: Diese Stadt wird gewiss in die Hand des Königs von Babel gegeben werden, und er wird sie einnehmen und mit Feuer verbrennen.
3 Und du wirst seiner Hand nicht entrinnen, sondern du wirst gewiss ergriffen und in seine Hand gegeben werden; deine Augen werden die Augen des Königs von Babel sehen, und sein Mund wird mit deinem Mund reden, und du wirst nach Babel kommen.
4 Doch höre das Wort des HERRN, Zedekia, König von Juda! So spricht der HERR:
5 In Frieden wirst du sterben, und wie man deinen Vätern, den früheren Königen vor dir, die Totenklage gehalten hat, so wird man auch dir die Totenklage halten und „Ach, Herr!“ über dich rufen; denn ich habe das Wort geredet, spricht der HERR.
6 Und Jeremia redete alle diese Worte zu dem König Zedekia in Jerusalem.
7 Das Heer des Königs von Babel aber kämpfte gegen Jerusalem und gegen die übrigen Städte Judas, gegen Lachisch und gegen Aseka; denn diese waren als feste Städte unter den Städten Judas übrig geblieben.
8 Das Wort, das vom HERRN an Jeremia erging, nachdem der König Zedekia einen Bund mit dem ganzen Volk geschlossen hatte, um ihnen Freiheit auszurufen,
9 dass jeder seinen hebräischen Knecht und jede ihre hebräische Magd freilassen sollte, sodass niemand mehr einen Juden zum Dienst zwinge.
10 Und alle Oberen und das ganze Volk, die diesen Bund eingegangen waren, dass jeder seinen Knecht und jede ihre Magd freilassen sollte, kehrten um
11u nd ließen sie wieder als Knechte und Mägde dienen.
12 Da erging das Wort des HERRN an Jeremia:
13 So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe einen Bund mit euren Vätern geschlossen an dem Tag, als ich sie aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, führte, und gesagt:
14 Wenn sechs Jahre voll sind, sollst du deinen hebräischen Bruder freilassen, der dir verkauft wurde; er soll dir sechs Jahre dienen, dann sollst du ihn frei von dir gehen lassen. Aber eure Väter hörten nicht auf mich und neigten ihr Ohr nicht.
15 Ihr aber seid heute umgekehrt und habt getan, was recht ist in meinen Augen, indem ihr einander Freiheit ausgerufen habt, und habt einen Bund vor mir geschlossen in dem Haus, das nach meinem Namen genannt ist.
16 Doch dann seid ihr umgekehrt und habt meinen Namen entweiht, indem ihr jeden seinen Knecht und jede seine Magd, die ihr freigelassen hattet, dass sie für sich selbst frei wären, wieder zu Knechten und Mägden gemacht habt.
17 Darum spricht der HERR: Ihr habt nicht auf mich gehört, einander Freiheit auszurufen; siehe, so rufe ich euch Freiheit aus, spricht der HERR, zum Schwert, zur Pest und zum Hunger, und ich werde euch unter alle Königreiche der Erde zerstreuen.
18 Und ich werde die Männer, die meinen Bund übertreten haben, die die Worte des Bundes, den sie vor mir geschlossen haben, nicht gehalten haben, dem Kalb gleichmachen, das sie in zwei Teile geschnitten haben, um zwischen seinen Stücken hindurchzugehen:
19 die Oberen von Juda und die Oberen von Jerusalem, die Kämmerer und die Priester und das ganze Volk des Landes, die zwischen den Stücken des Kalbes hindurchgegangen sind.
20 Und ich werde sie in die Hand ihrer Feinde geben, und ihre Leichname werden den Vögeln des Himmels und den Tieren der Erde zur Speise dienen.
21 Und Zedekia, den König von Juda, und seine Oberen werde ich in die Hand ihrer Feinde geben und in die Hand des Heeres des Königs von Babel, das von ihnen abgezogen ist.
22 Siehe, ich gebiete, spricht der HERR, und
bringe sie zurück in dieses Land; sie werden gegen es kämpfen, es einnehmen und
mit Feuer verbrennen, samt den Städten Judas, und ich werde sie zur Wüste
machen, ohne Bewohner.
Kapitel 42
1 Das Wort, das an Jeremia erging vom HERRN in den Tagen Jojakims, des Königs von Juda, und sprach:
2 Gehe hin zum Hause der Rechabiter und rede mit ihnen und führe sie in das Haus des HERRN in eine der Zellen und gib ihnen Wein zu trinken.
3 Da holte ich Jaasanja, den Sohn Jeremias, des Sohnes Habazzinjas, und seine Brüder und alle seine Söhne und das ganze Haus der Rechabiter
4 und führte sie in das Haus des HERRN in die Zelle der Söhne Hanans, des Sohnes Jigdaljas, des Mannes Gottes, die neben der Fürstenkammer ist, oberhalb der Kammer Maasejas, des Sohnes Schallums, des Hüters der Schwelle.
5 Und ich setzte den Söhnen des Hauses der Rechabiter Krüge voll Wein und Becher vor und sprach zu ihnen: Trinkt Wein!
6 Sie aber sprachen: Wir trinken keinen Wein; denn unser Vater Jonadab, der Sohn Rechabs, hat uns geboten und gesagt: Ihr und eure Kinder sollt nie Wein trinken
7 und kein Haus bauen und keinen Samen säen und keinen Weinberg pflanzen noch haben, sondern in Zelten wohnen all eure Tage, auf dass ihr lange lebet in dem Lande, darin ihr Fremdlinge seid.
8 Und wir gehorchen der Stimme unseres Vaters Jonadab, des Sohnes Rechabs, in allem, was er uns geboten hat, dass wir keinen Wein trinken unser Leben lang, weder wir noch unsere Weiber noch unsere Söhne noch unsere Töchter,
9 und dass wir keine Häuser bauen, darin zu wohnen, und keinen Weinberg noch Acker noch Samen haben;
10s ondern wir wohnen in Zelten und gehorchen und tun alles, was unser Vater Jonadab uns geboten hat.
11 Da aber Nebukadnezar, der König von Babel, heraufzog ins Land, sprachen wir: Kommt, lasst uns nach Jerusalem ziehen vor dem Heer der Chaldäer und vor dem Heer der Assyrer. Und so wohnten wir zu Jerusalem.
12 Und es geschah des HERRN Wort zu mir und sprach:
13 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Gehe hin und sprich zu den Männern Judas und zu den Bürgern Jerusalems: Wollt ihr euch denn nicht bessern, dass ihr meinen Worten gehorchet? spricht der HERR.
14 Die Worte Jonadabs, des Sohnes Rechabs, die er seinen Kindern geboten hat, dass sie keinen Wein trinken sollen, werden gehalten; und sie trinken keinen Wein bis auf diesen Tag, darum dass sie ihres Vaters Gebot gehorchen. Ich aber habe euch lassen predigen früh und spät, und ihr habt mir nicht gehorcht.
15 So habe ich auch alle meine Knechte, die Propheten, zu euch gesandt, früh und spät, und lassen euch sagen: Kehret um, ein jeglicher von seinem bösen Wege, und bessert euer Wesen und folgt nicht andern Göttern nach, ihnen zu dienen, so werdet ihr in dem Lande bleiben, das ich euch und euren Vätern gegeben habe. Aber ihr habt eure Ohren nicht geneigt und mir nicht gehorcht.
16 Und wiewohl die Kinder Jonadabs, des Sohnes Rechabs, ihres Vaters Gebot halten, das er ihnen geboten hat, gehorcht mir dies Volk nicht.
17 Darum so spricht der HERR, der Gott Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will über Juda und über alle Bürger Jerusalems kommen lassen all das Unglück, das ich wider sie geredet habe, darum dass sie mir nicht gehorcht haben.
18 Aber zum Hause der Rechabiter spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Darum dass ihr dem Gebot eures Vaters Jonadab gehorcht habt und alle seine Gebote haltet und tut alles, was er euch geboten hat,
19 so spricht der HERR Zebaoth, der Gott
Israels: Es soll dem Jonadab, dem Sohne Rechabs, nimmer fehlen an einem Manne,
der vor mir stehe.
Kapitel 43
1 Und im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, erging das Wort des HERRN an mich:
2 Nimm dir eine Buchrolle und schreibe darauf alle Worte, die ich zu dir geredet habe über Jerusalem und über Juda und über alle Völker von dem Tage an, da ich zu dir redete, von den Tagen Josias, des Königs von Juda, bis auf diesen Tag.
3 Vielleicht wird das Haus Juda alle die Übel hören, die ich ihnen zu tun gedenke, damit sie umkehren von ihrem bösen Wege und ich ihre Missetaten und ihre Sünden vergebe.
4 Und Jeremia rief Baruch, den Sohn Nerias; und Baruch schrieb aus dem Munde Jeremias alle Worte des HERRN, die er zu ihm geredet hatte, in eine Buchrolle.
5 Und Jeremia gebot Baruch und sprach: Ich bin verhindert, ich kann nicht in das Haus des HERRN gehen.
6 Du aber geh hin und lies aus dieser Rolle die Worte des HERRN vor dem Volk im Hause des HERRN am Fasttage; und auch vor ganz Juda, die aus ihren Städten kommen, lies sie ihnen vor.
7 Vielleicht wird ihr Flehen vor dem HERRN erhört, und sie kehren um von ihrem bösen Wege; denn groß ist der Zorn und der Grimm, den der HERR über dieses Volk ausgesprochen hat.
8 Und Baruch tat alles, was ihm Jeremia geboten hatte, und las die Worte des HERRN aus dem Buche im Hause des HERRN.
9 Und es geschah im fünften Jahre Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, im neunten Monat, da rief man ein Fasten aus vor dem HERRN für alles Volk in Jerusalem und für das ganze Haus Juda.
10 Und Baruch las aus dem Buche die Worte Jeremias im Hause des HERRN, in der Kammer Gemarjas, des Sohnes Schaphans, des Schreibers, im oberen Vorhof, am Eingang des neuen Tores des Hauses des HERRN, vor den Ohren des ganzen Volkes.
11 Als nun Michaja, der Sohn Gemarjas, des Sohnes Schaphans, alle Worte des HERRN aus dem Buche hörte,
12 ging er hinab in das Haus des Königs, in die Kammer des Schreibers; und siehe, dort saßen alle Fürsten: Elischama, der Schreiber, und Delaja, der Sohn Schemajas, und Elnathan, der Sohn Achbors, und Gemarja, der Sohn Schaphans, und Zedekia, der Sohn Hananjas, und alle Fürsten.
13 Und Michaja teilte ihnen alle Worte mit, die er gehört hatte, als Baruch dem Volke vorlas.
14 Da sandten alle Fürsten zu Baruch, dem Sohn Nerias, den Jehudi, den Sohn Nethanjas, des Sohnes Schelemjas, des Sohnes Chuschis, und ließen ihm sagen: Nimm die Rolle, aus der du dem Volke vorgelesen hast, in deine Hand und komm! Und Baruch, der Sohn Nerias, nahm die Rolle in seine Hand und kam zu ihnen.
15U nd sie sprachen zu ihm: Setze dich und lies sie uns vor! Und Baruch las ihnen vor.
16 Als sie nun alle Worte hörten, erschraken sie einer vor dem anderen und sprachen zu Baruch: Wir müssen dem König alle diese Worte berichten.
17 Und sie fragten Baruch: Sage uns, wie hast du alle diese Worte aus seinem Munde geschrieben?
18 Baruch sprach zu ihnen: Aus seinem Munde sagte er mir alle diese Worte, und ich schrieb sie mit Tinte in das Buch.
19 Da sprachen die Fürsten zu Baruch: Geh und verbirg dich, du und Jeremia, dass niemand wisse, wo ihr seid!
20 Und sie gingen zum König in den Hof, die Rolle aber legten sie in die Kammer Elischamas, des Schreibers, und berichteten dem König alle Worte.
21 Da sandte der König den Jehudi, die Rolle zu holen; und er holte sie aus der Kammer Elischamas, des Schreibers. Und Jehudi las sie dem König und allen Fürsten, die um den König standen, vor.
22Der König aber saß im Winterhause, und vor ihm brannte ein Kohlenbecken.
23 Als nun Jehudi drei oder vier Spalten vorgelesen hatte, zerschnitt der König die Rolle mit dem Schreibmesser und warf sie ins Feuer, das auf dem Kohlenbecken war, bis die ganze Rolle im Feuer auf dem Kohlenbecken verbrannt war.
24 Und der König und alle seine Diener, die alle diese Worte hörten, erschraken nicht und zerrissen ihre Kleider nicht.
25 Elnathan aber, Delaja und Gemarja baten den König, er möge die Rolle nicht verbrennen; aber er hörte nicht auf sie.
26 Und der König gebot Jerahmeel, dem Sohne des Königs, und Seraja, dem Sohne Asriels, und Schelemja, dem Sohne Abdeels, Baruch, den Schreiber, und Jeremia, den Propheten, zu ergreifen; aber der HERR verbarg sie.
27 Und nachdem der König die Rolle verbrannt hatte, erging das Wort des HERRN an Jeremia:
28 Nimm dir wieder eine andere Rolle und schreibe darauf alle die früheren Worte, die auf der ersten Rolle standen, die Jojakim, der König von Juda, verbrannt hat.
29 Und zu Jojakim, dem König von Juda, sollst du sagen: So spricht der HERR: Du hast diese Rolle verbrannt und gesagt: Warum hast du darauf geschrieben: Der König von Babel wird kommen und dieses Land verwüsten und Menschen und Vieh daraus vertilgen?
30 Darum spricht der HERR von Jojakim, dem König von Juda: Er soll keinen haben, der auf dem Throne Davids sitzt; und sein Leichnam soll hingeworfen sein des Tages in der Hitze und des Nachts im Frost.
31 Und ich will an ihm und an seinen Nachkommen und an seinen Dienern heimsuchen ihre Missetat; und ich will über sie und über die Bewohner Jerusalems und über die Männer Judas all das Unheil bringen, das ich ihnen angedroht habe, und sie haben nicht gehört.
32 Da nahm Baruch eine andere Rolle und schrieb
darauf aus dem Munde Jeremias alle Worte des Buches, das Jojakim, der König von
Juda, verbrannt hatte; und es wurden noch viele ähnliche Worte hinzugefügt.
Kapitel 44
1 Und Zedekia, der Sohn Josias, wurde König anstelle Jojakims, den Nebukadnezar, der König von Babel, zum König über Juda gemacht hatte.
2 Aber er hörte nicht, er noch seine Knechte noch das Volk des Landes, auf die Worte des HERRN, die er durch den Mund Jeremias geredet hatte.
3 Und der König Zedekia sandte Juchal, den Sohn Schelemjas, und Zephanja, den Sohn Maasejas, den Priester, zu dem Propheten Jeremia und ließ ihm sagen: Bitte doch für uns zum HERRN, unserem Gott.
4 Und Jeremia ging aus und ein mitten in der Stadt; und man gab ihn nicht ins Gefängnishaus.
5 Aber das Heer des Pharao war aus Ägypten ausgezogen; und als die Chaldäer, die Jerusalem belagerten, ihr Gerücht hörten, zogen sie von Jerusalem ab.
6 Und es geschah das Wort des HERRN zu Jeremia, dem Propheten, und sprach:
7 So spricht der HERR, der Gott Israels: So sollt ihr dem König von Juda sagen, der euch zu mir gesandt hat, mich zu befragen: Siehe, das Heer des Pharao, das euch zu Hilfe ausgezogen ist, wird wieder nach Ägypten in sein Land zurückkehren.
8 Und die Chaldäer werden wiederkommen und diese Stadt belagern, sie erobern und mit Feuer verbrennen.
9 Denn so spricht der HERR: Täuscht euch nicht selbst, indem ihr denkt: Die Chaldäer werden gewiss von uns abziehen; denn sie werden nicht abziehen.
10 Und wenn ihr auch das ganze Heer der Chaldäer schlüget, die gegen euch kämpfen, und es blieben nur einige Verwundete übrig, so würden sie doch ein jeder in seinem Zelt aufstehen und diese Stadt mit Feuer verbrennen.
11 Und es geschah, als das Heer der Chaldäer von Jerusalem abgezogen war vor dem Heer des Pharao,
12 da ging Jeremia aus Jerusalem hinaus, um ins Land Benjamin zu gehen, um dort seinen Anteil mitten unter dem Volk zu kaufen.
13 Und als er im Benjamintor war, da war dort ein Mann, bei dem er einkehrte, namens Jeria, der Sohn Schelemjas, des Sohnes Hananjas; der ergriff den Propheten Jeremia und sprach: Du willst zu den Chaldäern überlaufen!
14 Jeremia sprach: Das ist nicht wahr; ich will nicht zu den Chaldäern überlaufen. Aber er hörte nicht auf ihn; und Jeria ergriff Jeremia und brachte ihn zu den Fürsten.
15 Und die Fürsten wurden zornig über Jeremia und schlugen ihn und setzten ihn gefangen im Haus des Jonatan, des Schreibers; denn das hatten sie zum Gefängnis gemacht.
16 So kam Jeremia in die Grube und in die Gewölbe; und er blieb dort viele Tage.
17 Da sandte der König Zedekia hin und ließ ihn holen; und der König fragte ihn heimlich in seinem Haus und sprach: Ist ein Wort vom HERRN da? Jeremia sprach: Ja! Du wirst in die Hand des Königs von Babel gegeben werden.
18 Und Jeremia sprach zum König Zedekia: Was habe ich dir, deinen Knechten und diesem Volk zuleide getan, dass ihr mich ins Gefängnis gesetzt habt?
19 Wo sind nun eure Propheten, die euch geweissagt haben: Der König von Babel wird nicht über euch und über dieses Land kommen?
20 Und nun, mein Herr und König, lass mein Flehen vor dir Gnade finden und sende mich nicht zurück in das Haus Jonatans, des Schreibers, damit ich nicht dort sterbe!
21 Da befahl der König, dass man Jeremia in den
Gefängnishof setzte und ihm täglich einen Laib Brot von der Bäckergasse gab,
bis alles Brot in der Stadt aufgezehrt war. So blieb Jeremia im Gefängnishof.
Kapitel 45
1 Und es hörten Schephatja, der Sohn Mattans, und Gedalja, der Sohn Paschhurs, und Juchal, der Sohn Schelemjas, die Worte, die Jeremia zum ganzen Volk redete:
2 So spricht der HERR: Wer in dieser Stadt bleibt, wird durch Schwert und Hunger sterben; wer aber zu den Chaldäern hinausgeht, wird leben, und sein Leben wird ihm zur Beute sein, und er wird am Leben bleiben.
3 Denn so spricht der HERR: Diese Stadt wird gewisslich in die Hand des Heeres des Königs von Babel übergeben, und er wird sie einnehmen.
4 Da sprachen die Fürsten zum König: Dieser Mann muss getötet werden; denn er macht die Hände der Kriegsleute, die noch in dieser Stadt übrig sind, und die Hände des ganzen Volkes schlaff, indem er solche Worte zu ihnen redet; denn dieser Mann sucht nicht das Heil dieses Volkes, sondern nur Unheil.
5 Und der König Zedekia sprach: Siehe, er ist in eurer Hand; denn der König kann nichts gegen euch tun.
6 Da nahmen sie Jeremia und warfen ihn in die Grube Malchijas, des Sohnes des Königs, die im Wachthof war; und sie ließen ihn an Stricken hinab in die Grube. In der Grube aber war kein Wasser, sondern nur Schlamm, und Jeremia sank im Schlamm ein.
7 Als aber Ebed-Melech, der Äthiopier, ein Kämmerer im Haus des Königs, hörte, dass man Jeremia in die Grube geworfen hatte – der König saß gerade im Tor Benjamin ,
8 da ging Ebed-Melech aus dem Haus des Königs und redete mit dem König und sprach:
9 Mein Herr und König, diese Männer haben übel gehandelt an allem, was sie dem Propheten Jeremia angetan haben, dass sie ihn in die Grube geworfen haben; er wird dort sterben vor Hunger; denn es ist kein Brot mehr in der Stadt.
10 Da befahl der König dem Ebed-Melech, dem Äthiopier: Nimm von hier dreißig Männer mit dir und zieh den Propheten Jeremia aus der Grube herauf, ehe er stirbt.
11 Und Ebed-Melech nahm die Männer mit sich und ging in das Haus des Königs unter die Schatzkammer und nahm von dort alte Lumpen und alte zerrissene Kleider und ließ sie an Stricken zu Jeremia in die Grube hinab.
12 Und Ebed-Melech, der Äthiopier, sprach zu Jeremia: Lege diese alten Lumpen und zerrissenen Kleider unter deine Achseln unter die Stricke! Und Jeremia tat so.
13 Und sie zogen Jeremia an den Stricken herauf und holten ihn aus der Grube; und Jeremia blieb im Wachthof.
14 Da sandte der König Zedekia hin und ließ den Propheten Jeremia zu sich holen in den dritten Eingang am Haus des HERRN. Und der König sprach zu Jeremia: Ich will dich etwas fragen; verschweige mir nichts!
15J eremia aber sprach zu Zedekia: Wenn ich dir's sage, wirst du mich nicht töten? Und wenn ich dir rate, wirst du nicht auf mich hören.
16 Da schwur ihm der König Zedekia heimlich: So wahr der HERR lebt, der uns dieses Leben gegeben hat: Ich werde dich nicht töten noch dich in die Hand dieser Männer geben, die dir nach dem Leben trachten.
17 Da sprach Jeremia zu Zedekia: So spricht der HERR, der Gott Zebaoth, der Gott Israels: Wenn du zu den Fürsten des Königs von Babel hinausgehst, so wirst du am Leben bleiben, und diese Stadt wird nicht verbrannt werden, und du und dein Haus werdet leben.
18 Wenn du aber nicht zu den Fürsten des Königs von Babel hinausgehst, so wird diese Stadt den Chaldäern in die Hand gegeben, und sie werden sie mit Feuer verbrennen, und du wirst ihren Händen nicht entrinnen.
19 Und der König Zedekia sprach zu Jeremia: Ich fürchte mich vor den Judäern, die zu den Chaldäern übergelaufen sind; man könnte mich in ihre Hände geben, und sie würden mich misshandeln.
20 Jeremia sprach: Man wird dich nicht in ihre Hände geben. Gehorche doch der Stimme des HERRN in dem, was ich dir sage, so wird es dir gut gehen, und du wirst am Leben bleiben.
21 Weigerst du dich aber hinauszugehen, so hat mir der HERR gezeigt:
22 Siehe, alle Frauen, die noch im Haus des Königs von Juda übrig sind, werden zu den Fürsten des Königs von Babel hinausgeführt werden; und sie werden sagen: Deine Friedensfreunde haben dich verführt und überwältigt; deine Füße sind im Schlamm versunken, sie haben sich von dir abgewandt.
23 Und alle deine Frauen und deine Kinder wird man zu den Chaldäern hinausführen, und du selbst wirst ihren Händen nicht entrinnen; denn du wirst vom König von Babel ergriffen werden, und diese Stadt wird mit Feuer verbrannt werden.
24 Da sprach Zedekia zu Jeremia: Lass niemand von diesen Worten erfahren, so wirst du nicht sterben.
25 Wenn aber die Fürsten hören, dass ich mit dir geredet habe, und zu dir kommen und sagen: Sage uns, was der König zu dir geredet hat, verbirg es nicht vor uns, so werden wir dich nicht töten; und was hat der König zu dir geredet?
26 So sollst du zu ihnen sagen: Ich habe meine Bitte vor den König gebracht, dass er mich nicht wieder in das Haus Jonathans bringen lasse, damit ich dort nicht sterbe.
27 Da kamen alle Fürsten zu Jeremia und fragten ihn; und er sagte ihnen genau das, was der König ihm befohlen hatte. Da ließen sie von ihm ab, denn die Sache war nicht bekannt geworden.
28 Und Jeremia blieb im Wachthof bis zu dem
Tag, an dem Jerusalem eingenommen wurde.
Kapitel 46
1 Und es geschah im neunten Jahr des Zidkija, des Königs von Juda, im zehnten Monat, da kam Nebukadnezar, der König von Babel, und sein ganzes Heer über Jerusalem, und sie belagerten es.
2 Und im elften Jahr des Zidkija, im vierten Monat, am neunten Tag des Monats, wurde die Stadt erbrochen.
3 Und es zogen alle Fürsten des Königs von Babel ein und setzten sich in das mittlere Tor: Nergal-Sarezer, Samgar-Nebo, Sarsechim, der Oberkämmerer, Nergal-Sarezer, der Obermagier, und alle übrigen Fürsten des Königs von Babel.
14 Und sie sandten hin und ließen Jeremia aus dem Wachhof holen und übergaben ihn Gedalja, dem Sohn Achikams, des Sohnes Schafans; und sie führten ihn hinaus, und er wohnte mitten unter dem Volk.
15 Und an Jeremia erging das Wort des HERRN im Wachhof: 16Geh hin und sage zu Ebed-Melech, dem Kuschiten: So spricht der HERR, der Gott Israels: Siehe, ich bringe meine Worte über diese Stadt zum Unheil und nicht zum Heil.
17 Und ich will dich erretten an jenem Tag, und du sollst nicht in die Hände der Männer gegeben werden, vor denen du dich fürchtest.
18 Denn ich will dich gewiss erretten, und du
sollst nicht durchs Schwert fallen; und dein Leben soll dir zur Beute werden,
weil du auf mich vertraut hast, spricht der HERR.
Kapitel 47
1 Das Wort, das vom Herrn an Jeremia erging später, nachdem ihn Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, aus Rama entlassen hatte, als er ihn in Fesseln inmitten der Weggeführten Judas, die nach Babel geführt wurden, aufnahm.
2 Und der Oberste der Leibwache nahm ihn und sprach zu ihm: Der Herr, dein Gott, hat dieses Unheil über diesen Ort geredet,
3 und der Herr hat es ausgeführt, weil ihr gegen ihn gesündigt und nicht auf seine Stimme gehört habt.
4 Siehe, ich löse dich heute von den Fesseln an deinen Händen. Wenn es gut ist in deinen Augen, mit mir nach Babel zu kommen, so komm, und ich will mein Augenmerk auf dich richten.
5 Wenn aber nicht, so geh fort und kehre zurück zu Gedalja, dem Sohn Achikams, des Sohnes Schafans, den der König von Babel über das Land Juda eingesetzt hat, und wohne bei ihm inmitten des Volkes im Lande Juda. Geh hin, wohin es gut ist in deinen Augen zu gehen. Und der Oberste der Leibwache gab ihm Geschenke und entließ ihn.
6 Und er kam zu Gedalja nach Mizpa und wohnte inmitten des Volkes, das im Lande übrig geblieben war.
7 Und es hörten alle Heerführer, die auf dem Felde waren, sie und ihre Männer, dass der König von Babel Gedalja über das Land eingesetzt hatte und dass er ihm Männer und ihre Frauen anvertraut hatte, die er nicht nach Babel weggeführt hatte.
8 Und es kamen zu Gedalja nach Mizpa: Ismael, der Sohn Netanjas, und Johanan, der Sohn Kareachs, und Seraja, der Sohn Tanhumets, und die Söhne Efais, des Netophatiters, und Jesanja, der Sohn des Maachatiters, sie und ihre Männer.
9 Und Gedalja schwur ihnen und ihren Männern und sprach: Fürchtet euch nicht vor dem Angesicht der Diener der Chaldäer; wohnt im Lande und dient dem König von Babel, so wird es euch wohlgehen.
10 Und siehe, ich wohne in Mizpa vor euch, um vor den Chaldäern zu stehen, die über euch kommen werden. Und ihr sammelt Wein und Sommerfrüchte und sammelt Öl und tut es in eure Gefäße und wohnt in den Städten, die ihr in Besitz genommen habt.
11 Und alle Judäer, die im Lande Moab und bei den Söhnen Ammons und in Edom und in allen Ländern waren, hörten, dass der König von Babel einen Rest für Juda übrig gelassen hatte und dass er Gedalja, den Sohn Achikams, über sie eingesetzt hatte.
12 Und sie kamen zu Gedalja ins Land Juda nach Mizpa und sammelten Wein und sehr viel Sommerfrüchte und Öl.
13 Und Johanan, der Sohn Kareachs, und alle Heerführer, die auf den Feldern waren, kamen zu Gedalja nach Mizpa
14 und sprachen zu ihm: Weißt du wirklich, dass Baalis, der König der Söhne Ammons, Ismael zu dir gesandt hat, um dich zu erschlagen? Aber Gedalja glaubte ihnen nicht.
15 Und Johanan sprach heimlich zu Gedalja in Mizpa: Lass mich doch gehen und Ismael erschlagen, und niemand soll es erfahren, damit er nicht deine Seele erschlage und ganz Juda, das sich zu dir gesammelt hat, zerstreut werde und der Rest Judas umkomme.
16 Und Gedalja sprach zu Johanan: Tu diese
Sache nicht, denn du redest Lügen über Ismael.
Kapitel 48
1 Und es geschah im siebten Monat, da kam
Ismael, der Sohn Netanjas, des Sohnes Elischamas, aus königlichem Geschlecht,
und zehn Männer mit ihm zu Gedalja nach Mizpa, und sie aßen dort gemeinsam
Brot.
2 Da stand Ismael auf und die zehn Männer, die
bei ihm waren, und erschlugen Gedalja, den der König von Babel über das Land
eingesetzt hatte,
3 und alle Judäer, die bei ihm in Mizpa waren,
und alle Chaldäer, die sich dort befanden.
4 Und es geschah am zweiten Tag, nachdem er
Gedalja erschlagen hatte, und niemand wusste davon,
5 da kamen Männer aus Sichem, aus Silo und aus
Samaria, achtzig Männer, mit geschorenen Bärten, zerrissenen Kleidern und
eingeritzten [Zeichen der Trauer], und Speisopfer und Weihrauch in ihren
Händen, um sie zum Haus des Herrn zu bringen.
6 Da ging Ismael ihnen entgegen; sie gingen und
weinten, und er sprach zu ihnen: Kommt herein zu Gedalja.
7 Und es geschah, als sie mitten in die Stadt
gekommen waren, da schlachtete er sie [und warf sie] in die Zisterne.
8 Es fanden sich aber zehn Männer dort, die
sprachen zu Ismael: Töte uns nicht, denn wir haben Schätze im Feld, Weizen und
Gerste, Honig und Öl. Da ließ er ab und tötete sie nicht mitten unter ihren
Brüdern.
9 Die Zisterne aber, in die Ismael alle warf,
die er erschlagen hatte, das ist die große Zisterne, die der König Asa wegen
Baesas, des Königs von Israel, gemacht hatte; diese füllte Ismael mit
Erschlagenen.
10 Und Ismael führte das ganze übrige Volk in
Mizpa gefangen weg, auch die Königstöchter, die der Oberste der Leibwache
Gedalja, dem Sohn Ahikams, anvertraut hatte, und zog hin zum Land der
Ammoniter.
11 Als aber Johanan, der Sohn Kareachs, und
alle Heerführer, die bei ihm waren, all das Böse hörten, das Ismael getan
hatte,
12 da nahmen sie alle ihre Männer und zogen
hin, um gegen Ismael zu kämpfen, und sie fanden ihn am großen Wasser bei
Gibeon.
13 Und es geschah, als alles Volk, das bei
Ismael war, Johanan und die Heerführer, die bei ihm waren, sah,
14 da wandten sie sich zu Johanan.
15 Ismael aber entkam mit acht Männern und zog
zu den Ammonitern.
16 Und Johanan und alle Heerführer, die bei ihm
waren, nahmen den ganzen Rest des Volkes, den sie von Ismael weggeführt hatten,
starke Männer im Krieg, und die Frauen und die Übrigen und die Eunuchen, die
sie von Gibeon weggeführt hatten,
17 und sie zogen hin und ließen sich nieder in
Gerut-Kimham bei Bethlehem, um nach Ägypten zu ziehen
18 vor den Chaldäern; denn sie fürchteten sich
vor ihnen, weil Ismael Gedalja erschlagen hatte, den der König von Babel über
das Land eingesetzt hatte.
Kapitel 49
1 Und es kamen herzu alle Heerführer und
Johanan und Asarja, der Sohn Maasejas, und das ganze Volk vom Kleinsten bis zum
Größten
2 zu Jeremia, dem Propheten, und sprachen zu
ihm: Lass doch unser Flehen vor dir gelten und bete für uns zu dem HERRN,
deinem Gott, um diesen Überrest; denn wir sind wenige übriggeblieben von
vielen, wie deine Augen es sehen.
3 Und der HERR, dein Gott, soll uns den Weg
kundtun, auf dem wir gehen sollen, und das, was wir tun sollen.
4 Und Jeremia sprach zu ihnen: Ich habe es
gehört; siehe, ich will zu dem HERRN, unserem Gott, beten, wie ihr gesagt habt;
und es wird geschehen: das Wort, das der HERR antworten wird, das will ich euch
kundtun, ich will euch nichts vorenthalten.
5 Und sie sprachen zu Jeremia: Der HERR sei ein
wahrhaftiger und treuer Zeuge zwischen uns, wenn wir nicht nach allem Wort
handeln, das der HERR zu uns senden wird durch dich.
6 Es sei gut oder böse, wir wollen der Stimme
des HERRN, unseres Gottes, zu dem wir dich senden, gehorchen, damit es uns
wohlgehe, wenn wir der Stimme des HERRN, unseres Gottes, gehorchen.
7 Und es geschah nach zehn Tagen, da geschah
das Wort des HERRN zu Jeremia.
8 Und er rief Johanan und die Heerführer und
das ganze Volk vom Kleinsten bis zum Größten
9 und sprach zu ihnen: So spricht der HERR:
10 Wenn ihr in diesem Lande bleiben werdet, so
will ich euch bauen und nicht abbrechen, und euch pflanzen und nicht ausreißen;
denn ich habe mich des Übels gereut, das ich euch getan habe.
11 Fürchtet euch nicht vor dem König von Babel,
vor dem ihr euch fürchtet; fürchtet euch nicht, spricht der HERR, denn ich bin
bei euch, euch zu erretten und euch aus seiner Hand zu befreien.
12 Und ich will euch Barmherzigkeit erweisen
und mich euer erbarmen und euch in euer Land zurückbringen.
13 Wenn ihr aber sagt: Wir wollen nicht in
diesem Lande bleiben, um der Stimme des HERRN nicht zu gehorchen,
14 sondern wir wollen nach Ägyptenland ziehen,
dass wir keinen Krieg sehen und keinen Posaunenschall hören und nicht Hunger
leiden müssen, und dort wollen wir wohnen,
15 so höret nun das Wort des HERRN: So spricht
der HERR: Wenn ihr euer Angesicht nach Ägypten richtet und dorthin zieht, um
dort zu wohnen,
16 so wird das Schwert, vor dem ihr euch
fürchtet, euch in Ägyptenland treffen, und der Hunger, vor dem euch graut, wird
euch in Ägypten verfolgen, und dort werdet ihr sterben.
17 Und alle Männer und alle Fremden, die ihr
Angesicht nach Ägyptenland richten, um dort zu wohnen, werden durch Schwert und
Hunger umkommen, und keiner von ihnen wird entrinnen vor dem Unheil, das ich
über sie bringe.
18 Denn so spricht der HERR: Wie mein Zorn über
die Bewohner Jerusalems ausgegossen wurde, so wird mein Zorn über euch
ausgegossen werden, wenn ihr nach Ägypten zieht, und ihr werdet zum Schrecken,
zur Verwünschung, zum Fluch und zur Schmach werden, und diese Stätte werdet ihr
nicht mehr sehen.
19 Der HERR hat zu euch, dem Überrest Judas,
geredet: Zieht nicht nach Ägypten! Und nun sollt ihr gewiss erkennen,
20 dass ihr euch an euch selbst versündigt
habt, indem ihr mich gesandt habt und spracht: Bete für uns zu dem HERRN, und
alles, was der HERR dir sagen wird, das wollen wir tun.
21 Und ihr habt der Stimme des HERRN nicht
gehorcht, die er durch mich zu euch gesandt hat.
22 Und nun werdet ihr durch Schwert und Hunger
umkommen an dem Ort, wohin ihr ziehen wollt, um dort zu wohnen.
Kapitel 50
1 Und es geschah, als Jeremia aufgehört hatte,
zum ganzen Volk alle Worte des Herrn zu reden, die der Herr zu ihm gesandt
hatte zu ihnen, alle diese Worte,
2 da sprach Asarja, der Sohn Maasejas, und
Johanan, der Sohn Kareachs, und alle Männer, die zu Jeremia gesagt hatten: Du
lügst, der Herr, unser Gott, hat dich nicht zu uns gesandt und gesagt: Zieht
nicht nach Ägypten, um dort zu wohnen,
3 sondern Baruch, der Sohn Nerias, hetzt dich
gegen uns auf, um uns in die Hand der Chaldäer zu geben, dass sie uns töten und
uns nach Babel wegführen.
4 Und Johanan und alle Heerführer und das ganze
Volk gehorchten nicht der Stimme des Herrn, im Lande Juda zu wohnen.
5 Und Johanan und alle Heerführer nahmen alle
Übriggebliebenen Judas, die zurückgekehrt waren, um im Lande zu wohnen,
6 die Männer, die Frauen, die Kinder, die
Töchter des Königs und alle Seelen, die Nebusaradan bei Gedalja, dem Sohn
Ahikams, zurückgelassen hatte, und den Propheten Jeremia und Baruch, den Sohn
Nerias,
7 und zogen nach Ägypten, denn sie gehorchten
nicht der Stimme des Herrn; und sie kamen nach Tachpanhes.
8 Und es geschah das Wort des Herrn zu Jeremia
in Tachpanhes:
9 Nimm dir große Steine und verbirg sie im
Mörtel am Tor des Hauses des Pharao in Tachpanhes vor den Augen der Männer
Judas
10 und sprich: So spricht der Herr: Siehe, ich
sende und hole Nebukadnezar, den König von Babel, und er wird seinen Thron auf
diese Steine setzen, die du verborgen hast, und wird seine Waffen über sie
ausbreiten.
11 Und er wird kommen und Ägypten schlagen: die
zum Tode, zum Tode, und die zur Wegführung, zur Wegführung, und die zum
Schwert, zum Schwert.
12 Und er wird Feuer anzünden in den Häusern
ihrer Götter und sie verbrennen und sie wegführen und das Land Ägypten
ausplündern, wie ein Hirte sein Gewand ausplündert, und wird in Frieden
wegziehen.
13 Und er wird die Säulen des Sonnentempels in
On zerbrechen und ihre Häuser mit Feuer verbrennen.
Kapitel 51
1 Das Wort, das an Jeremia erging an alle Judäer, die in Ägypten wohnen, und an die, die in Migdol, in Tachpanhes und im Lande Pathros sitzen:
2 So spricht der HERR, der Gott Israels: Ihr habt all das Unheil gesehen, das ich über Jerusalem und über die Städte Judas gebracht habe; und siehe, sie sind wüst ohne Bewohner
3 wegen ihrer Bosheit, die sie verübten, um mich zu erzürnen, indem sie hingingen und anderen Göttern opferten, die ihr nicht kanntet.
4 Und ich sandte zu euch alle meine Knechte, die Propheten, früh und immer wieder, und ließ sagen: Tut nicht diese abscheuliche Tat, die ich hasse!
5 Aber sie hörten nicht auf mich und neigten ihr Ohr nicht, um von ihrer Bosheit umzukehren, dass sie nicht anderen Göttern opferten.
6 Da ergoss sich mein Zorn und mein Grimm und entbrannte in den Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems, und sie wurden zur Wüstenei und Einöde, wie es heute der Fall ist.
7 Und nun, so spricht der HERR, der Allmächtige: Warum tut ihr so großes Unheil an eurem Leben, dass ihr aus Juda Mann und Frau, Kind und Säugling ausrottet, so dass niemand von euch übrig bleibt,
8 um mich zu erzürnen mit den Werken eurer Hände, indem ihr anderen Göttern opfert im Lande Ägypten, wohin ihr gekommen seid, um dort zu wohnen, damit ihr ausgerottet werdet und zum Fluch und zum Hohn werdet unter allen Völkern der Erde?
9 Habt ihr vergessen die Bosheiten eurer Väter und die Bosheiten der Könige Judas und die Bosheiten eurer Fürsten und die Bosheiten eurer Frauen, die sie im Lande Juda und auf den Gassen Jerusalems verübt haben?
10 Und sie haben nicht aufgehört bis auf diesen Tag und haben sich nicht an meine Gebote gehalten, die ich vor euren Vätern gegeben habe.
11 Darum, so spricht der HERR: Siehe, ich richte mein Angesicht gegen euch
12 zum Verderben aller Übriggebliebenen in Ägypten, und sie werden fallen; durch Schwert und Hunger werden sie umkommen, vom Kleinen bis zum Großen, und sie werden zum Hohn, zum Untergang und zum Fluch werden.
13 Und ich werde heimsuchen, die in Ägypten wohnen, wie ich Jerusalem heimgesucht habe mit Schwert, Hunger und Pest,
14 und es wird kein Entronnener übrig sein von den Übriggebliebenen Judas, die im Lande Ägypten als Fremdlinge wohnen, um ins Land Juda zurückzukehren, wohin sie sich sehnen zurückzukehren; sie werden nicht zurückkehren, außer als Entronnene.
15 Da antworteten dem Jeremia alle Männer, die wussten, dass ihre Frauen anderen Göttern opferten, und alle Frauen, eine große Versammlung, und alles Volk, das in Ägypten, in Pathros, wohnte, und sprachen:
16 Das Wort, das du zu uns im Namen des HERRN geredet hast, wollen wir nicht von dir hören,
17 sondern wir wollen ganz gewiss alles tun, was aus unserem Munde hervorgeht: der Himmelskönigin opfern und ihr Trankopfer spenden, wie wir und unsere Väter, unsere Könige und unsere Fürsten in den Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems getan haben; da hatten wir Brot die Fülle und es ging uns wohl, und wir sahen kein Unheil.
18 Seitdem wir aber aufgehört haben, der Himmelskönigin zu opfern und ihr Trankopfer zu spenden, haben wir Mangel gelitten und sind durch Schwert und Hunger umgekommen.
19 Und wenn wir der Himmelskönigin opfern und ihr Trankopfer spenden, tun wir das etwa ohne unsere Männer, dass wir ihr Kuchen backen und ihr Trankopfer spenden?
20 Da sprach Jeremia zu allem Volk, zu den Männern und zu den Frauen und zu allem Volk, das ihm so geantwortet hatte:
21 Hat der HERR nicht gedacht an das Räucherwerk, das ihr in den Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems angezündet habt, ihr und eure Väter, eure Könige und eure Fürsten und das Volk des Landes, und ist es ihm nicht zu Herzen gegangen?
22 Und der HERR konnte es nicht länger ertragen wegen der Bosheit eurer Taten, wegen der Gräuel, die ihr verübt habt; und so ist euer Land zur Wüstenei, zur Einöde und zum Fluch geworden, wie es heute der Fall ist,
23 weil ihr geopfert und gegen den HERRN gesündigt habt und nicht auf die Stimme des HERRN gehört habt und in seinen Geboten, in seinem Gesetz und in seinen Zeugnissen nicht gewandelt seid; darum hat euch dieses Unheil getroffen.
24 Und Jeremia sprach zum Volk und zu den Frauen: Hört das Wort des HERRN!
25 So spricht der HERR, der Gott Israels: Ihr Frauen habt mit eurem Munde geredet und mit euren Händen erfüllt, indem ihr spracht: Wir wollen unsere Gelübde, die wir gelobt haben, ganz gewiss halten, der Himmelskönigin zu opfern und ihr Trankopfer zu spenden. So habt ihr denn eure Gelübde gehalten und sie ausgeführt.
26 Darum hört das Wort des HERRN, ganz Juda, das in Ägypten wohnt: Siehe, ich schwöre bei meinem großen Namen, spricht der HERR, dass mein Name nicht mehr im Munde eines jeden Judäers genannt werden soll, dass er sage: So wahr der Herr, HERR, lebt, im ganzen Lande Ägypten.
27 Denn siehe, ich wache über sie zum Unheil und nicht zum Guten, und alle Judäer, die in Ägypten wohnen, werden durch Schwert und Hunger umkommen, bis sie ganz dahin sind.
28 Und die dem Schwert entronnen sind, werden aus Ägypten ins Land Juda zurückkehren, eine kleine Zahl; und alle Übriggebliebenen Judas, die nach Ägypten gekommen sind, um dort zu wohnen, werden erkennen, wessen Wort Bestand hat.
29 Und dies sei euch das Zeichen, dass ich euch heimsuchen werde zum Unheil:
30 So spricht der HERR: Siehe, ich gebe den Pharao Hophra, den König von Ägypten, in die Hand seiner Feinde und in die Hand derer, die ihm nach dem Leben trachten, so wie ich Zedekia, den König von Juda, in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel, seines Feindes, der ihm nach dem Leben trachtete, gegeben habe.
31 Das Wort, das der Prophet Jeremia zu Baruch, dem Sohn Nerijas, redete, als er diese Worte in ein Buch schrieb nach dem Munde Jeremias im vierten Jahre Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda:
32 So spricht der HERR über dich, Baruch:
33 Weil du sprichst: Wehe mir, wehe mir! Denn der HERR hat mir Mühsal zu meinem Schmerz hinzugefügt; ich bin müde von Seufzen und finde keine Ruhe!
34 so sprich zu ihm: So spricht der HERR: Siehe, was ich gebaut habe, das reiße ich nieder, und was ich gepflanzt habe, das reiße ich aus;
35 und du begehrst für dich Großes? Begehre es
nicht! Denn siehe, ich bringe Unheil über alles Fleisch, spricht der HERR; aber
dir will ich dein Leben zur Beute geben an allen Orten, wohin du gehst.
Kapitel 52
1 Im einundzwanzigsten Jahr Zedekias, als er zu regieren begann, und elf Jahre regierte er in Jerusalem; und der Name seiner Mutter war Amitall, die Tochter Jeremias, aus Lobena.
4 Und es geschah im neunten Jahr seiner Regierung, im zehnten Monat, am Zehnten des Monats, da kam Nebukadnezar, der König von Babel, und seine ganze Heeresmacht über Jerusalem, und sie umschlossen es und umbauten es ringsum mit vierseitigen Steinen.
5 Und die Stadt geriet in Bedrängnis bis zum elften Jahr des Königs Zedekia.
6 Am Neunten des Monats wurde der Hunger in der Stadt stark, und es gab kein Brot für das Volk des Landes.
7 Und die Stadt wurde durchbrochen, und alle Kriegsmänner zogen bei Nacht hinaus auf dem Weg durch das Tor zwischen der Mauer und dem Vorwerk, das beim Garten des Königs war, während die Chaldäer rings um die Stadt waren. Und sie zogen den Weg nach Araba.
8 Und die Heeresmacht der Chaldäer jagte dem König nach und ergriff ihn jenseits von Jericho, und alle seine Diener zerstreuten sich von ihm.
9 Und sie ergriffen den König und führten ihn zum König von Babel nach Ribla, und er sprach mit ihm nach dem Urteil.
10 Und der König von Babel schlachtete die Söhne Zedekias vor seinen Augen, und alle Fürsten Judas schlachtete er in Ribla.
11 Und die Augen Zedekias blendete er und fesselte ihn mit Ketten, und der König von Babel führte ihn nach Babel und gab ihn in das Haus der Mühle bis zu dem Tag, an dem er starb.
12 Und im fünften Monat, am Zehnten des Monats, kam Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, der vor dem König von Babel stand, nach Jerusalem.
13 Und er verbrannte das Haus des Herrn und das Haus des Königs und alle Häuser der Stadt, und jedes große Haus verbrannte er mit Feuer.
14 Und die ganze Mauer Jerusalems ringsum riss die Heeresmacht der Chaldäer nieder, die bei dem Obersten der Leibwache war.
16 Und die Übriggebliebenen des Volkes ließ der Oberste der Leibwache als Winzer und als Ackerbauern zurück.
17 Und die ehernen Säulen, die im Haus des Herrn waren, und die Gestelle und das eherne Meer, das im Haus des Herrn war, zerschlugen die Chaldäer und nahmen ihr Erz und brachten es nach Babel.
18 Und die Kränze und die Schalen und die Gabeln und alle ehernen Geräte, mit denen sie dienten,
19 und die Schalen und die Becken und die Kannen und die Leuchter und die Räucherpfannen und die Becher, was golden war, golden, und was silbern war, silbern, nahm der Oberste der Leibwache.
20 Und die zwei Säulen und das eine Meer und die zwölf ehernen Rinder unter dem Meer, die der König Salomo für das Haus des Herrn gemacht hatte – es gab kein Gewicht ihres Erzes.
21 Und die Säulen: fünfunddreißig Ellen Höhe der einen Säule, und eine Schnur von zwölf Ellen umgab sie, und ihre Dicke betrug vier Finger ringsum.
22 Und ein eherner Kranz war auf ihnen, und fünf Ellen war die Länge des Überhangs des einen Kranzes, und ein Netz und Granatäpfel waren an dem Kranz ringsum, alles aus Erz; und ebenso an der zweiten Säule, acht Granatäpfel auf die Elle bei den zwölf Ellen.
23 Und es waren sechsundneunzig Granatäpfel auf der einen Seite, und alle Granatäpfel waren an dem Netz ringsum hundert.
24 Und der Oberste der Leibwache nahm den ersten Priester und den zweitrangigen Priester und die drei, die den Weg bewachten,
25 und einen Eunuchen, der Aufseher der Kriegsmänner war, und sieben angesehene Männer, die vor dem König standen, die in der Stadt gefunden wurden, und den Schreiber des Heeres, der das Volk des Landes musterte, und sechzig Männer aus dem Volk des Landes, die inmitten der Stadt gefunden wurden.
26 Und Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, nahm sie und führte sie zum König von Babel nach Ribla.
27 Und der König von Babel erschlug sie in Ribla im Lande Hamat.
31 Und es geschah im siebenunddreißigsten Jahr der Wegführung Jojachins, des Königs von Juda, im zwölften Monat, am Vierundzwanzigsten des Monats, da nahm Ewil-Merodach, der König von Babel, im Jahr, als er zu regieren begann, das Haupt Jojachins, des Königs von Juda, und führte ihn aus dem Haus, in dem er bewacht wurde.
32 Und er redete freundlich mit ihm und setzte seinen Thron über die Throne der Könige, die bei ihm in Babel waren.
33 Und er wechselte die Kleidung seiner Gefangenschaft, und er aß beständig Brot vor ihm alle Tage, die er lebte.
34 Und sein Unterhalt wurde ihm beständig vom
König von Babel gegeben, Tag für Tag, bis zu dem Tag, an dem er starb.