Jesus Sirach

 

Kapitel 1

 

1 Da uns durch das Gesetz und die Propheten und die anderen, die ihnen gefolgt sind, viele und große Dinge gegeben worden sind, für die man Israel wegen Bildung und Weisheit loben muss, und da nicht nur die Lesenden selbst kundig werden sollen,

 

1a sondern die Lernbegierigen auch den Außenstehenden nützlich sein können durch Reden und Schreiben, hat sich mein Großvater Jesus in besonderem Maße dem Lesen des Gesetzes und der Propheten

 

1b und der anderen Bücher der Väter hingegeben und darin eine hinreichende Fertigkeit erworben; so wurde auch er dazu geführt, etwas von dem zu verfassen, was zu Bildung und Weisheit gehört, damit die Lernbegierigen, die sich auch damit vertraut machen, umso mehr Fortschritte machen durch das Leben nach dem Gesetz.

 

1c Ihr seid also gebeten, mit Wohlwollen und Aufmerksamkeit die Lesung vorzunehmen und Nachsicht zu üben, wo wir

 

1d bei einigen der mit Mühe übersetzten Ausdrücke unvermögend zu sein scheinen; denn was auf Hebräisch gesagt ist, hat nicht dieselbe Kraft, wenn es in eine andere Sprache übertragen wird; und nicht nur dieses, sondern auch das Gesetz selbst und die Prophetien

 

1e und die übrigen Bücher weisen keinen geringen Unterschied auf, wenn sie in ihrer Ursprache gesprochen werden. Denn als ich im achtunddreißigsten Jahr unter König Euergetes nach Ägypten kam und dort verweilte, fand ich ein Abbild nicht geringer Bildung,

 

1f und ich hielt es für höchst notwendig, auch selbst einigen Eifer und Fleiß darauf zu verwenden, dieses Buch zu übersetzen; und ich wandte in dieser Zeitspanne viel schlaflose Mühe und Kenntnis auf, um das Buch zu vollenden und herauszugeben, auch für die in der Fremde, die lernbegierig sein wollen,

 

1g damit sie ihre Sitten zuvor darauf einrichten, nach dem Gesetz zu leben.

 

1h Alle Weisheit kommt vom Herrn und ist bei ihm in Ewigkeit.

 

2 Den Sand der Meere und die Tropfen des Regens und die Tage der Ewigkeit — wer wird sie zählen?

 

3 Die Höhe des Himmels und die Breite der Erde und den Abgrund und die Weisheit — wer wird sie ergründen?

 

4 Vor allem anderen wurde die Weisheit geschaffen, und die Einsicht der Klugheit ist von Ewigkeit her.

 

6 Wem wurde die Wurzel der Weisheit offenbart? Und wer hat ihre klugen Wege erkannt?

 

8 Einer ist weise, überaus furchtgebietend, der auf seinem Thron sitzt.

 

9 Der Herr selbst hat sie geschaffen und gesehen und gezählt und sie ausgegossen über alle seine Werke,

 

10 auf alles Fleisch nach seiner Gabe, und er hat sie denen gewährt, die ihn lieben.

 

11 Die Furcht des Herrn ist Ehre und Ruhm und Freude und ein Kranz des Jubels.

 

12 Die Furcht des Herrn erfreut das Herz und gibt Freude und Wonne und langes Leben.

 

13 Wer den Herrn fürchtet, dem wird es am Ende wohl ergehen, und am Tag seines Todes wird er gesegnet werden.

 

14 Der Anfang der Weisheit ist, den Herrn zu fürchten, und mit den Gläubigen wurde sie im Mutterleib zugleich geschaffen.

 

15 Bei den Menschen hat sie ein ewiges Fundament genistet, und ihrem Samen wird sie sich anvertrauen.

 

16 Die Fülle der Weisheit ist, den Herrn zu fürchten, und sie berauscht sie mit ihren Früchten;

 

17 ihr ganzes Haus wird sie füllen mit köstlichen Dingen und ihre Vorratskammern mit ihren Erträgen.

 

18 Der Kranz der Weisheit ist die Furcht des Herrn, die Frieden und heilende Gesundheit aufblühen lässt.

 

19 Und er sah sie und zählte sie; Kenntnis und einsichtsvolles Wissen ließ er regnen und erhöhte den Ruhm derer, die sie festhalten.

 

20 Die Wurzel der Weisheit ist, den Herrn zu fürchten, und ihre Zweige sind langes Leben.

 

22 Ungerechter Zorn kann nicht gerechtfertigt werden; denn der Ausschlag seines Zorns ist ihm zum Fall.

 

23 Bis zur rechten Zeit wird der Langmütige ausharren, und danach wird ihm Freude erwachsen;

 

24 bis zur rechten Zeit wird er seine Worte verbergen, und die Lippen vieler werden seine Einsicht erzählen.

 

25 In den Schätzen der Weisheit sind die Gleichnisse der Erkenntnis, ein Gräuel aber ist dem Sünder die Gottesfurcht.

 

26 Wenn du Weisheit begehrst, bewahre die Gebote, und der Herr wird sie dir gewähren.

 

27 Denn Weisheit und Bildung ist die Furcht des Herrn, und sein Wohlgefallen ist Treue und Sanftmut.

 

28 Sei nicht ungehorsam gegen die Furcht des Herrn und tritt nicht zu ihm mit zwiespältigem Herzen.

 

29 Heuchle nicht vor den Mündern der Menschen und habe acht auf deine Lippen.

 

30 Erhöhe dich nicht selbst, damit du nicht fällst und über deine Seele Schande bringst; und der Herr wird dein Verborgenes offenbaren und dich mitten in der Versammlung niederwerfen, weil du dich nicht der Furcht des Herrn genaht hast und dein Herz voll Trug ist.

 

 

 

Kapitel 2

 

1 Mein Kind, wenn du herzutrittst, dem Herrn zu dienen, so bereite deine Seele auf Anfechtung.

 

2 Mache dein Herz gerade und halte standhaft aus, und übereile dich nicht zur Zeit der Heimsuchung.

 

3 Hänge ihm an und weiche nicht ab, damit du an deinem Ende erhöht werdest.

 

4 Alles, was über dich kommt, nimm an, und in den Wechselfällen deiner Erniedrigung sei langmütig;

 

5 denn im Feuer wird das Gold erprobt, und die Gott wohlgefälligen Menschen im Ofen der Erniedrigung.

 

6 Vertraue ihm, und er wird sich deiner annehmen; mache deine Wege gerade und hoffe auf ihn.

 

7 Die ihr den Herrn fürchtet, wartet auf sein Erbarmen und weicht nicht ab, damit ihr nicht fallet.

 

8 Die ihr den Herrn fürchtet, vertraut ihm, und euer Lohn wird gewiss nicht ausbleiben.

 

9 Die ihr den Herrn fürchtet, hofft auf Gutes und auf ewige Freude und Erbarmen.

 

10 Blickt auf die früheren Geschlechter und seht: Wer hat auf den Herrn vertraut und ist zuschanden geworden? Oder wer ist in seiner Furcht verharrt und wurde verlassen? Oder wer hat ihn angerufen, und er hat ihn übersehen?

 

11 Denn barmherzig und gnädig ist der Herr, und er vergibt die Sünden und rettet zur Zeit der Bedrängnis.

 

12 Wehe den verzagten Herzen und den schlaffen Händen und dem Sünder, der auf zwei Pfaden wandelt.

 

13 Wehe dem schlaffen Herzen, weil es nicht glaubt; darum wird es nicht beschirmt werden.

 

14 Wehe euch, die ihr die Geduld verloren habt: Was werdet ihr tun, wenn der Herr heimsucht?

 

15 Die den Herrn fürchten, werden seinen Worten nicht ungehorsam sein, und die ihn lieben, werden seine Wege bewahren.

 

16 Die den Herrn fürchten, werden sein Wohlgefallen suchen, und die ihn lieben, werden vom Gesetz erfüllt werden.

 

17 Die den Herrn fürchten, werden ihre Herzen bereiten und vor ihm ihre Seelen demütigen.

 

18 Wir wollen in die Hände des Herrn fallen und nicht in die Hände der Menschen; denn wie seine Größe ist, so ist auch sein Erbarmen.

 

 

 

 

Kapitel 3

 

1 Hört auf mich, euren Vater, Kinder, und handelt danach, damit ihr gerettet werdet;

 

2 denn der Herr hat den Vater über die Kinder geehrt und das Recht der Mutter über die Söhne befestigt.

 

3 Wer den Vater ehrt, sühnt Sünden, 4und wie einer, der Schätze sammelt, ist, wer seine Mutter ehrt.

 

5 Wer den Vater ehrt, wird an seinen Kindern Freude haben, und am Tag seines Gebets wird er erhört werden.

 

6 Wer den Vater ehrt, wird lange leben, und wer auf den Herrn hört, verschafft seiner Mutter Ruhe;

 

7 und wie Herren wird er denen dienen, die ihn gezeugt haben.

 

8 In Werk und Wort ehre deinen Vater, damit Segen von ihm über dich komme;

 

9 denn der Segen des Vaters festigt die Häuser der Kinder, der Fluch der Mutter aber reißt die Fundamente aus.

 

10 Suche keinen Ruhm in der Unehre deines Vaters, denn die Unehre des Vaters ist dir kein Ruhm;

 

11 denn der Ruhm eines Menschen kommt aus der Ehre seines Vaters, und eine Mutter in Schande ist den Kindern eine Schmach.

 

12 Kind, nimm dich deines Vaters im Alter an und betrübe ihn nicht in seinem Leben;

 

13 und wenn sein Verstand nachlässt, habe Nachsicht und verachte ihn nicht in all deiner Kraft.

 

14 Denn das Erbarmen gegen den Vater wird nicht vergessen werden, und anstelle der Sünden wird es dir angerechnet werden.

 

15 Am Tag deiner Bedrängnis wird man deiner gedenken; wie warmes Wetter den Frost, so werden sich deine Sünden auflösen.

 

16 Wie ein Lästerer ist, wer den Vater verlässt, und vom Herrn verflucht, wer seine Mutter erzürnt.

 

17 Kind, verrichte deine Werke in Sanftmut, und du wirst von einem wohlgefälligen Menschen geliebt werden.

 

18 Je größer du bist, desto mehr demütige dich, und du wirst vor dem Herrn Gnade finden;

 

20 denn groß ist die Macht des Herrn, und von den Demütigen wird er verherrlicht.

 

21 Was zu schwer für dich ist, suche nicht, und was deine Kraft übersteigt, erforsche nicht;

 

22 was dir aufgetragen ist, darüber sinne nach, denn das Verborgene brauchst du nicht.

 

23 Mit dem, was über deine Werke hinausgeht, befasse dich nicht unnötig; denn mehr, als Menschenverstand fasst, wurde dir gezeigt.

 

24 Denn viele hat ihr Dünkel in die Irre geführt, und böser Wahn hat ihren Verstand zu Fall gebracht.

 

26 Ein hartes Herz wird am Ende übel daran sein, und wer die Gefahr liebt, wird in ihr umkommen.

 

27 Ein hartes Herz wird mit Mühen beladen werden, und der Sünder wird Sünde auf Sünden häufen.

 

28 Für das Unglück des Hochmütigen gibt es keine Heilung; denn die Pflanze der Bosheit hat in ihm Wurzel geschlagen.

 

29 Das Herz des Verständigen wird über ein Gleichnis nachdenken, und das Ohr des Hörers ist das Verlangen des Weisen.

 

30 Loderndes Feuer löscht das Wasser, und Barmherzigkeit sühnt Sünden.

 

31 Wer Wohltaten vergilt, denkt an das Künftige, und zur Zeit seines Falles wird er eine Stütze finden.

 

Kapitel 4

 

1 Kind, entziehe dem Armen nicht den Lebensunterhalt und lass bedürftige Augen nicht warten.

 

2 Betrübe keine hungernde Seele und erzürne keinen Mann in seiner Not.

 

3 Ein erzürntes Herz bringe nicht noch mehr in Aufruhr und verzögere die Gabe an den Bedürftigen nicht.

 

4 Einen bedrängten Bittsteller weise nicht ab und wende dein Angesicht nicht vom Armen ab.

 

5 Vom Bittenden wende dein Auge nicht ab und gib keinem Menschen Anlass, dich zu verfluchen;

 

6 denn wenn er dich in der Bitterkeit seiner Seele verflucht, wird sein Schöpfer sein Flehen erhören.

 

7 Mache dich der Gemeinde angenehm und beuge dein Haupt vor dem Mächtigen.

 

8 Neige dem Armen dein Ohr und antworte ihm freundlich in Sanftmut.

 

9 Rette den Bedrückten aus der Hand des Bedrückers und sei nicht kleinmütig, wenn du richtest.

 

10 Sei den Waisen wie ein Vater und ihrer Mutter anstelle eines Mannes; dann wirst du sein wie ein Sohn des Höchsten, und er wird dich mehr lieben als deine Mutter.

 

11 Die Weisheit erhöht ihre Söhne und nimmt sich derer an, die sie suchen.

 

 

12 Wer sie liebt, liebt das Leben, und die früh zu ihr aufstehen, werden mit Freude erfüllt werden.

 

13 Wer sie festhält, wird Herrlichkeit erben, und wo sie eintritt, segnet der Herr.

 

14 Die ihr dienen, dienen dem Heiligen, und die sie lieben, liebt der Herr.

 

15 Wer auf sie hört, wird Völker richten, und wer auf sie achtet, wird sicher wohnen.

 

16 Wenn er ihr vertraut, wird er sie erben, und seine Nachkommen werden sie besitzen;

 

17 denn zunächst wird sie auf verschlungenen Wegen mit ihm gehen, Furcht und Zagen über ihn bringen und ihn mit ihrer Zucht quälen, bis sie seiner Seele vertraut, und sie wird ihn mit ihren Satzungen prüfen;

 

18 dann aber wird sie geradewegs zu ihm zurückkehren, ihn erfreuen und ihm ihre Geheimnisse offenbaren.

 

19 Wenn er abirrt, wird sie ihn verlassen und ihn in die Hände seines Falles ausliefern.

 

20Achte auf die rechte Zeit und hüte dich vor dem Bösen, und schäme dich deiner selbst nicht;

 

21denn es gibt eine Scham, die Sünde bringt, und es gibt eine Scham, die Ehre und Anmut ist.

 

22 Nimm nicht Rücksicht auf eine Person zu deinem eigenen Schaden und lass dich nicht zu deinem Fall beschämen.

 

23 Halte kein Wort zurück zur Zeit der Not;

 

24 denn am Wort wird die Weisheit erkannt und die Bildung an der Rede der Zunge.

 

25 Widersprich nicht der Wahrheit und schäme dich deiner Unbildung.

 

26 Schäme dich nicht, deine Sünden zu bekennen, und stemme dich nicht gegen den Lauf des Stromes.

 

27 Unterwirf dich keinem törichten Menschen und nimm keine Rücksicht auf einen Machthaber.

 

28 Kämpfe bis zum Tod für die Wahrheit, und der Herr, Gott, wird für dich streiten.

 

29 Sei nicht kühn mit deiner Zunge und träge und lässig in deinen Werken.

 

30 Sei nicht wie ein Löwe in deinem Haus und nicht tyrannisch gegen deine Hausgenossen.

 

31 Deine Hand sei nicht ausgestreckt zum Nehmen und beim Geben verschlossen.

 

Kapitel 5

 

1 Verlass dich nicht auf deinen Reichtum und sprich nicht: Er genügt mir.

 

2 Folge nicht deiner Seele und deiner Kraft, um in den Begierden deines Herzens zu wandeln;

 

3 und sprich nicht: Wer wird Gewalt über mich haben? Denn der Herr wird gewiss Vergeltung üben.

 

4 Sprich nicht: Ich habe gesündigt, und was ist mir geschehen? Denn der Herr ist langmütig.

 

5 Sei wegen der Versöhnung nicht ohne Furcht, sodass du Sünde auf Sünden häufst;

 

6 und sprich nicht: Sein Erbarmen ist groß, er wird die Menge meiner Sünden vergeben; denn Barmherzigkeit und Zorn sind bei ihm, und auf den Sündern wird sein Grimm ruhen.

 

7 Zögere nicht, dich zum Herrn zu bekehren, und schiebe es nicht auf von Tag zu Tag; denn plötzlich wird der Zorn des Herrn hervorbrechen, und zur Zeit der Vergeltung wirst du zugrunde gehen.

 

8 Verlass dich nicht auf ungerechten Reichtum; denn er wird dir nichts nützen am Tag des Unheils.

 

9 Worfle nicht bei jedem Wind und geh nicht auf jedem Pfad; so tut der Sünder, der doppelzüngig ist.

 

10 Sei fest gegründet in deiner Einsicht, und dein Wort sei eines.

 

11 Sei schnell im Hören, und mit Langmut gib Antwort.

 

12 Wenn du Einsicht hast, so antworte dem Nächsten; wenn aber nicht, so sei deine Hand auf deinem Mund.

 

13 Ehre und Schande liegen im Reden, und die Zunge des Menschen ist ihm sein Fall.

 

14 Lass dich nicht einen Ohrenbläser nennen, und lauere nicht mit deiner Zunge; denn auf dem Dieb liegt Schande, und böse Verurteilung auf dem Doppelzüngigen.

 

15 Im Großen wie im Kleinen handle nicht unwissend, und werde nicht statt eines Freundes ein Feind; denn ein böser Name wird Schande und Schmach erben; so ergeht es dem Sünder, der doppelzüngig ist.

 

 

 

 

Kapitel 6

 

2 Überhebe dich nicht im Ratschluss deiner Seele, damit deine Seele nicht wie ein Stier zerrissen werde;

 

3 deine Blätter wirst du fressen und deine Früchte verlieren und dich selbst zurücklassen wie ein dürres Holz.

 

4 Eine böse Seele richtet den zugrunde, der sie besitzt, und macht ihn zum Gespött seiner Feinde.

 

5 Eine süße Kehle vermehrt ihre Freunde, und eine wohlredende Zunge vermehrt freundliche Begrüßungen.

 

6 Derer, die mit dir in Frieden leben, seien viele, deine Ratgeber aber sei einer aus tausend.

 

7 Wenn du dir einen Freund erwirbst, erwirb ihn in der Prüfung, und vertraue ihm nicht zu schnell.

 

8 Denn mancher ist ein Freund zu seiner Zeit und wird am Tag deiner Bedrängnis nicht standhalten.

 

9 Und mancher Freund wandelt sich in Feindschaft und wird den Streit zu deiner Schmach aufdecken.

 

10 Und mancher Freund ist ein Genosse am Tisch und wird am Tag deiner Bedrängnis nicht standhalten;

 

11 und in deinem Glück wird er sein wie du und wird gegenüber deinen Knechten frech auftreten;

 

12 wenn du erniedrigt wirst, wird er gegen dich sein und sich vor deinem Angesicht verbergen.

 

13 Von deinen Feinden halte dich fern, und vor deinen Freunden sei auf der Hut.

 

14 Ein treuer Freund ist ein starker Schutz; wer ihn gefunden hat, hat einen Schatz gefunden.

 

15 Für einen treuen Freund gibt es keinen Tauschwert, und es gibt kein Gewicht für seine Schönheit.

 

16 Ein treuer Freund ist ein Heilmittel des Lebens, und die den Herrn fürchten, werden ihn finden.

 

17 Wer den Herrn fürchtet, führt seine Freundschaft recht, denn wie er selbst ist, so ist auch sein Nächster.

 

18 Kind, von deiner Jugend an erwähle die Zucht, und bis zum grauen Haar wirst du Weisheit finden.

 

19 Wie der Pflüger und der Sämann nahe dich ihr und warte auf ihre guten Früchte; denn bei ihrer Bearbeitung wirst du dich wenig mühen und bald von ihren Erträgen essen.

 

20 Wie rau ist sie überaus für die Ungebildeten, und der Unverständige wird nicht bei ihr bleiben;

 

21 wie ein schwerer Prüfstein wird sie auf ihm lasten, und er wird nicht zögern, sie wegzuwerfen.

 

22 Denn die Weisheit ist ihrem Namen gemäß und ist nicht vielen offenbar.

 

23 Höre, Kind, und nimm meine Meinung an und verschmähe meinen Rat nicht;

 

24 und führe deine Füße in ihre Fesseln und deinen Hals in ihr Halsjoch;

 

25 beuge deine Schulter darunter und trage sie und sei nicht unwillig über ihre Bande;

 

26 mit deiner ganzen Seele nahe dich ihr und mit deiner ganzen Kraft bewahre ihre Wege;

 

27 spüre nach und suche, und sie wird dir kundwerden, und wenn du sie ergriffen hast, lass sie nicht los;

 

28 denn am Ende wirst du ihre Ruhe finden, und sie wird sich dir in Freude verwandeln;

 

29 und ihre Fesseln werden dir zu einem starken Schutz werden und ihre Halsjoche zu einem Gewand der Herrlichkeit.

 

30 Denn ein goldener Schmuck ist auf ihr, und ihre Bande sind ein hyazinthfarbenes Geflecht;

 

31 wie ein Gewand der Herrlichkeit wirst du sie anziehen und wie einen Kranz des Jubels dir umlegen.

 

32 Wenn du willst, Kind, wirst du unterwiesen werden, und wenn du deine Seele hingibst, wirst du klug sein;

 

33 wenn du gern zuhörst, wirst du empfangen, und wenn du dein Ohr neigst, wirst du weise sein.

 

34 In der Menge der Ältesten stehe; und wer ist weise? Dem hänge an.

 

35 Jede göttliche Erzählung wolle hören, und die Sprüche der Einsicht sollen dir nicht entgehen.

 

36 Wenn du einen Verständigen siehst, gehe früh zu ihm, und dein Fuß trete die Schwellen seiner Türen ab.

 

37 Sinne über die Gebote des Herrn nach und betrachte allezeit seine Weisungen; er wird dein Herz festigen, und das Verlangen nach Weisheit wird dir gegeben werden.

 

Kapitel 7

 

1 Tu nichts Böses, so wird dich kein Böses treffen;

 

2 halte dich fern vom Unrecht, so wird es von dir weichen.

 

3 Mein Sohn, säe nicht auf die Furchen des Unrechts, damit du es nicht siebenfach erntest.

 

4 Begehre nicht vom Herrn ein Herrscheramt noch vom König einen Ehrensitz.

 

5 Rechtfertige dich nicht vor dem Herrn und spiele nicht den Weisen vor dem König.

 

6 Trachte nicht danach, Richter zu werden, damit du nicht etwa das Unrecht nicht auszurotten vermagst, damit du dich nicht vor dem Mächtigen scheust und deiner Rechtschaffenheit einen Anstoß bereitest.

 

7 Versündige dich nicht an der Menge der Stadt und wirf dich nicht selbst vor dem Volk nieder.

 

8 Binde die Sünde nicht zweimal fest; denn schon bei der einen wirst du nicht ungestraft bleiben.

 

9 Sprich nicht: Auf die Menge meiner Gaben wird er schauen, und wenn ich dem höchsten Gott opfere, wird er es annehmen.

 

10 Sei nicht kleinmütig in deinem Gebet und versäume nicht, Barmherzigkeit zu üben.

 

11 Verlache keinen Menschen, der in der Bitterkeit seiner Seele ist; denn es gibt einen, der erniedrigt und erhöht.

 

12 Ersinne keine Lüge gegen deinen Bruder und tu deinem Freund nicht dergleichen.

 

13 Wolle keinerlei Lüge lügen; denn ihr beständiges Treiben führt zu nichts Gutem.

 

14 Schwatze nicht in der Versammlung der Ältesten und wiederhole kein Wort in deinem Gebet.

 

15 Hasse nicht mühsame Arbeit noch den Ackerbau, der vom Höchsten geschaffen ist.

 

16 Zähle dich nicht zur Menge der Sünder; bedenke, dass der Zorn nicht ausbleiben wird.

 

17 Demütige deine Seele sehr, denn die Strafe des Gottlosen ist Feuer und Wurm.

 

18 Tausche einen Freund nicht ein um Geldes willen noch einen leiblichen Bruder um Gold aus Ophir.

 

19 Verfehle nicht eine weise und gute Frau; denn ihre Anmut ist mehr wert als Gold.

 

20 Misshandle keinen Knecht, der treu arbeitet, noch einen Tagelöhner, der sich mit ganzer Seele hingibt;

 

21 einen verständigen Knecht soll deine Seele lieben, verweigere ihm nicht die Freiheit.

 

22 Hast du Vieh? So sieh nach ihm; und wenn es dir nützlich ist, so behalte es.

 

23 Hast du Kinder? So erziehe sie und beuge von Jugend an ihren Nacken.

 

24 Hast du Töchter? So achte auf ihren Leib und zeige ihnen kein heiteres Gesicht.

 

25 Gib eine Tochter aus, so hast du ein großes Werk vollbracht, und schenke sie einem verständigen Mann.

 

26 Hast du eine Frau nach deinem Herzen? So verstoße sie nicht; einer verhassten aber vertraue dich nicht an.

 

27 Ehre deinen Vater von ganzem Herzen und vergiss nicht die Wehen deiner Mutter;

 

28 bedenke, dass du durch sie geboren wurdest, und was kannst du ihnen vergelten, wie sie an dir getan haben?

 

29 Fürchte den Herrn von ganzer Seele und halte seine Priester in Ehren.

 

30 Liebe mit aller Kraft den, der dich geschaffen hat, und verlass seine Diener nicht.

 

31 Fürchte den Herrn und ehre den Priester und gib ihm seinen Anteil, wie es dir geboten ist: die Erstlinge, das Schuldopfer, die Gabe der Schulterstücke, das Heiligungsopfer und die Erstlinge der heiligen Gaben.

 

32 Und dem Armen strecke deine Hand entgegen, damit dein Segen vollkommen werde.

 

33 Die Wohltat einer Gabe gilt jedem Lebenden, und auch dem Toten versage die Wohltat nicht.

 

34 Halte dich nicht fern von den Weinenden und trauere mit den Trauernden.

 

35 Zögere nicht, einen kranken Menschen zu besuchen; denn um solcher Dinge willen wirst du geliebt werden.

 

36 Bei allen deinen Worten gedenke deines Endes, so wirst du in Ewigkeit nicht sündigen.

 

 

 

 

Kapitel 8

 

1 Streite nicht mit einem mächtigen Menschen, damit du nicht in seine Hände fällst.

 

2 Zanke nicht mit einem reichen Menschen, damit er nicht sein Gewicht gegen dich in die Waagschale wirft; denn viele hat das Gold verdorben, und die Herzen von Königen hat es verführt.

 

3 Streite nicht mit einem geschwätzigen Menschen und häufe kein Holz auf sein Feuer.

 

4 Scherze nicht mit einem Ungebildeten, damit deine Vorfahren nicht beschimpft werden.

 

5 Schmähe keinen Menschen, der sich von der Sünde abkehrt; bedenke, dass wir alle in Schuld stehen.

 

6 Verachte keinen Menschen in seinem Alter; denn auch von uns werden manche alt.

 

7 Freue dich nicht über einen Toten; bedenke, dass wir alle sterben.

 

8 Missachte nicht die Rede der Weisen, sondern beschäftige dich mit ihren Sprüchen; denn von ihnen wirst du Bildung lernen und wie man den Großen dient.

 

9 Verfehle nicht die Rede der Alten, denn auch sie haben von ihren Vätern gelernt; denn von ihnen wirst du Einsicht lernen und zur Zeit der Not Antwort zu geben.

 

10 Entfache nicht die Kohlen des Sünders, damit du nicht im Feuer seiner Flamme verbrennst.

 

11 Weiche nicht vor dem Angesicht eines Frechen, damit er sich nicht wie ein Hinterhalt gegen deinen Mund lege.

 

12 Leihe keinem Menschen, der stärker ist als du; und wenn du leihst, so betrachte es als verloren.

 

13 Verbürge dich nicht über deine Kraft hinaus; und wenn du dich verbürgst, so rechne damit, dass du zahlen musst.

 

14 Prozessiere nicht mit einem Richter; denn nach seinem Ansehen wird man ihm Recht sprechen.

 

15 Mit einem Verwegenen gehe nicht auf den Weg, damit er dir nicht zur Last werde; denn er wird nach seinem eigenen Willen handeln, und durch seine Torheit wirst du mit zugrunde gehen.

 

16 Mit einem Jähzornigen fange keinen Streit an und durchziehe mit ihm nicht die Wüste; denn Blut gilt in seinen Augen nichts, und wo keine Hilfe ist, wird er dich niederschlagen.

 

17 Mit einem Toren berate dich nicht; denn er wird kein Wort für sich behalten können.

 

18 Vor einem Fremden tue nichts Geheimes; denn du weißt nicht, was daraus entstehen wird.

 

19 Nicht jedem Menschen offenbare dein Herz, und lass ihn dir keinen Dank abstatten.

 

Kapitel 9

 

1 Sei nicht eifersüchtig auf die Frau an deinem Busen, damit du sie nicht zu deinem eigenen Schaden Böses lehrst.

 

2 Gib dein Leben nicht einer Frau hin, sodass sie sich über deine Kraft erhebt.

 

3 Begegne keiner Frau, die Buhlerei treibt, damit du nicht in ihre Fallen gerätst.

 

4 Verweile nicht bei einer Saitenspielerin, damit du nicht durch ihre Künste gefangen wirst.

 

5 Betrachte keine Jungfrau eingehend, damit du nicht durch die Strafen ihretwegen zu Fall kommst.

 

6 Gib dein Leben nicht Huren hin, damit du dein Erbe nicht verlierst.

 

7 Blicke nicht umher in den Gassen der Stadt und irre nicht in ihren einsamen Winkeln umher.

 

8 Wende dein Auge ab von einer schöngestalteten Frau und betrachte nicht fremde Schönheit; durch die Schönheit einer Frau sind viele in die Irre gegangen, und daraus entbrennt die Liebe wie Feuer.

 

9 Sitze überhaupt nicht bei einer verheirateten Frau und zeche nicht mit ihr beim Wein, damit dein Herz sich nicht ihr zuneigt und du durch deine Leidenschaft ins Verderben gleitest.

 

10 Verlass keinen alten Freund, denn der neue kommt ihm nicht gleich; neuer Wein, neuer Freund: Wenn er alt geworden ist, wirst du ihn mit Freude trinken.

 

11 Beneide nicht den Ruhm eines Sünders, denn du weißt nicht, wie sein Ende sein wird.

 

12 Habe kein Gefallen am Wohlergehen der Gottlosen; bedenke, dass sie bis zum Hades nicht gerechtfertigt werden.

 

13 Halte dich fern von einem Menschen, der die Macht zu töten hat, so brauchst du keine Todesfurcht zu argwöhnen; und wenn du dich ihm näherst, so begehe keinen Fehltritt, damit er dir nicht das Leben nimmt. Erkenne, dass du mitten zwischen Fallen hindurchschreitest und auf den Zinnen der Stadt wandelst.

 

14 Nach deinem Vermögen prüfe deine Nächsten und berate dich mit Weisen.

 

15 Mit Verständigen sei dein Gespräch, und all dein Reden geschehe im Gesetz des Höchsten.

 

16 Gerechte Männer seien deine Tischgenossen, und in der Furcht des Herrn sei dein Ruhm.

 

17 Durch die Hand der Handwerker wird ein Werk gelobt, und der Führer des Volkes erweist sich weise durch sein Wort.

 

18 Gefürchtet in seiner Stadt ist ein geschwätziger Mann, und wer vorschnell ist mit seinem Wort, wird gehasst werden.

 

 

 

 

Kapitel 10

 

1 Ein weiser Richter wird sein Volk erziehen, und die Herrschaft eines Verständigen wird wohlgeordnet sein.

 

2 Wie der Richter des Volkes, so auch seine Diener, und wie der Herrscher der Stadt, so alle ihre Bewohner.

 

3 Ein ungebildeter König wird sein Volk zugrunde richten, doch eine Stadt wird aufgebaut durch die Einsicht der Mächtigen.

 

4 In der Hand des Herrn liegt die Gewalt über die Erde, und den rechten Mann wird er zur rechten Zeit über sie erwecken.

 

5 In der Hand des Herrn liegt das Gelingen eines Mannes, und dem Angesicht des Schriftgelehrten wird er seine Ehre verleihen.

 

6 Zürne dem Nächsten nicht wegen jedes Unrechts, und tue nichts in Werken des Übermuts.

 

7 Verhasst vor dem Herrn und den Menschen ist der Hochmut, und vor beiden ist das Unrecht ein Frevel.

 

8 Die Königsherrschaft geht von Volk zu Volk über wegen Unrechts, Gewalttaten und Geldes.

 

9 Was überhebt sich Erde und Asche? Denn schon zu Lebzeiten werfe ich seine Eingeweide hinaus.

 

10 Über eine lange Krankheit spottet der Arzt: heute König, und morgen wird er sterben.

 

11 Denn wenn der Mensch stirbt, erbt er Gewürm, Getier und Würmer.

 

12 Der Anfang des Hochmuts des Menschen ist, vom Herrn abzufallen, und von seinem Schöpfer hat sich sein Herz abgewandt.

 

13 Denn der Anfang des Hochmuts ist die Sünde, und wer an ihr festhält, lässt Gräuel hervorströmen; darum hat der Herr die Heimsuchungen unerhört gemacht und sie gänzlich vernichtet.

 

14 Die Throne der Herrscher hat der Herr gestürzt und Sanftmütige an ihrer Statt gesetzt;

 

15 die Wurzeln der Völker hat der Herr ausgerissen und Demütige an ihrer Statt gepflanzt;

 

16 die Länder der Völker hat der Herr umgestürzt und sie bis auf die Grundfesten der Erde vernichtet;

 

17 er hat sie aus ihnen weggerafft und sie vernichtet und ihr Andenken von der Erde getilgt.

 

18 Nicht für die Menschen ist der Hochmut geschaffen, noch der grimmige Zorn für die von Frauen Geborenen.

 

19 Welcher Same ist geehrt? Der Same des Menschen. Welcher Same ist geehrt? Die den Herrn fürchten. Welcher Same ist verachtet? Der Same des Menschen. Welcher Same ist verachtet? Die die Gebote übertreten.

 

20 Inmitten der Brüder ist ihr Anführer geehrt, und die den Herrn fürchten, sind es in seinen Augen.

 

22 Der Reiche, der Angesehene und der Arme – ihr Ruhm ist die Furcht des Herrn.

 

23 Es ist nicht recht, einen verständigen Armen zu verachten, und es ziemt sich nicht, einen sündigen Mann zu ehren.

 

24 Der Große, der Richter und der Mächtige werden geehrt, doch keiner von ihnen ist größer als der, der den Herrn fürchtet.

 

25 Einem weisen Knecht werden Freie dienen, und ein einsichtiger Mann wird nicht murren.

 

26 Spiele nicht den Weisen, wenn du dein Werk tust, und rühme dich nicht zur Zeit deiner Not.

 

27 Besser ist, wer arbeitet und an allem Überfluss hat, als wer umhergeht, sich rühmt und an Brot Mangel leidet.

 

28 Kind, ehre in Sanftmut deine Seele und gib ihr Ehre nach ihrem Wert.

 

29 Wer gegen seine eigene Seele sündigt – wer wird ihn rechtfertigen? Und wer wird den ehren, der sein eigenes Leben entehrt?

 

30 Der Arme wird geehrt wegen seiner Einsicht, und der Reiche wird geehrt wegen seines Reichtums.

 

31 Wer in der Armut geehrt wird, wieviel mehr im Reichtum? Und wer im Reichtum verachtet ist, wieviel mehr in der Armut?

 

Kapitel 11

 

 

1 Die Weisheit des Niedrigen erhöht sein Haupt und lässt ihn inmitten der Großen sitzen.

 

2 Lobe keinen Mann wegen seiner Schönheit, und verabscheue keinen Menschen wegen seines Aussehens.

 

3 Klein unter den fliegenden Tieren ist die Biene, doch ihre Frucht ist das Beste an Süßigkeit.

 

4 Rühme dich nicht der Pracht deiner Kleider, und überhebe dich nicht am Tage der Ehre; denn wunderbar sind die Werke des Herrn, und verborgen sind seine Werke den Menschen.

 

5 Viele Herrscher mussten auf dem Boden sitzen, und einer, an den niemand dachte, trug die Krone.

 

6 Viele Mächtige wurden schwer entehrt, und Angesehene wurden in die Hände anderer gegeben.

 

7 Ehe du geprüft hast, tadle nicht; erwäge zuerst, und dann weise zurecht.

 

8 Ehe du gehört hast, antworte nicht, und mitten in die Rede falle nicht ein.

 

9 Über eine Sache, die dich nichts angeht, streite nicht, und beim Gericht der Sünder sitze nicht mit zu Rate.

 

10 Kind, deine Geschäfte seien nicht zu vielerlei; wenn du sie mehrst, wirst du nicht schuldlos bleiben; und wenn du nachjagst, wirst du nicht erreichen; und du wirst nicht entkommen, wenn du fliehst.

 

11 Mancher müht sich, plagt sich und eilt, und um so mehr hat er Mangel.

 

12 Mancher ist schwach und bedarf der Hilfe, es fehlt ihm an Kraft, und er hat Überfluss an Armut; doch die Augen des Herrn blickten auf ihn zum Guten, und er richtete ihn auf aus seiner Erniedrigung

 

13 und erhöhte sein Haupt, und viele staunten über ihn.

 

14 Gutes und Böses, Leben und Tod, Armut und Reichtum kommen vom Herrn.

 

17Die Gabe des Herrn bleibt den Frommen, und sein Wohlgefallen hat Gedeihen auf ewig.

 

18 Mancher wird reich durch Sorgfalt und Knauserei, und dies ist sein Anteil am Lohn:

 

19 Wenn er sagt: Ich habe Ruhe gefunden, und nun will ich von meinen Gütern essen, da weiß er nicht, welche Zeit kommen wird; er muss es anderen hinterlassen und sterben.

 

20 Steh fest in deinem Bund und lebe in ihm, und werde alt in deinem Werk.

 

21 Wundere dich nicht über die Werke des Sünders, sondern vertraue dem Herrn und bleibe bei deiner Mühe; denn es ist leicht in den Augen des Herrn, in Eile plötzlich einen Armen reich zu machen.

 

22 Der Segen des Herrn ist der Lohn des Frommen, und in schneller Stunde lässt er seinen Segen aufblühen.

 

23 Sage nicht: Was brauche ich noch, und was für Güter werden mir fortan zuteil?

 

24 Sage nicht: Ich habe genug, und was für ein Übel kann mir fortan geschehen?

 

25 Am Tage des Glücks vergisst man das Unglück, und am Tage des Unglücks wird man des Glücks nicht gedenken;

 

26 denn es ist leicht vor dem Herrn, am Tage des Todes dem Menschen nach seinen Wegen zu vergelten.

 

27 Das Elend einer Stunde lässt die Lust vergessen, und am Ende eines Menschen werden seine Werke offenbar.

 

28 Preise niemanden glücklich vor seinem Ende, und an seinen Kindern wird ein Mann erkannt.

 

29 Führe nicht jeden Menschen in dein Haus; denn viele sind die Nachstellungen des Hinterlistigen.

 

30 Wie ein Lockvogel-Rebhuhn im Korb, so ist das Herz des Hochmütigen, und wie ein Späher lauert er auf den Fall;

 

31 denn indem er das Gute in Böses verkehrt, stellt er Fallen und heftet dem Erlesenen einen Makel an.

 

32 Aus einem Feuerfunken mehrt sich die Kohlenglut, und der sündige Mensch lauert auf Blut.

 

33 Hüte dich vor dem Übeltäter, denn er schmiedet Böses, damit er dir nicht einen Makel für immer anhänge.

 

34 Nimm einen Fremden ins Haus, und er wird dich in Wirren verstricken und dich deinen Angehörigen entfremden.

 

Kapitel 12

 

1 Wenn du Gutes tust, so wisse, wem du es tust, und du wirst Dank haben für deine Wohltaten.

 

2 Tu Gutes dem Frommen, und du wirst Vergeltung finden – wenn nicht von ihm, so doch vom Höchsten.

 

3 Kein Gutes wird dem zuteil, der beharrlich Böses tut und der kein Almosen gibt.

 

4 Gib dem Frommen und nimm dich des Sünders nicht an.

 

5 Tu Gutes dem Demütigen und gib dem Gottlosen nicht; verweigere ihm sein Brot und gib es ihm nicht, damit er dich dadurch nicht überwältige; denn doppeltes Übel wirst du finden für all das Gute, das du ihm erweist.

 

6 Denn auch der Höchste hasst die Sünder und wird den Gottlosen Vergeltung erstatten.

 

7 Gib dem Guten und nimm dich des Sünders nicht an.

 

8 Im Glück wird der Freund nicht erkannt, und im Unglück bleibt der Feind nicht verborgen.

 

9 Im Glück eines Mannes sind seine Feinde betrübt, und in seinem Unglück trennt sich sogar der Freund von ihm.

 

10 Traue deinem Feind niemals; denn wie das Erz rostet, so ist seine Bosheit.

 

11 Und wenn er sich demütigt und gebückt einhergeht, so sei auf der Hut und hüte dich vor ihm; du wirst ihm gegenüber sein wie einer, der einen Spiegel abgewischt hat, und du wirst erkennen, dass der Rost nicht ganz verschwunden ist.

 

12 Stelle ihn nicht neben dich, damit er dich nicht stürze und an deine Stelle trete; setze ihn nicht zu deiner Rechten, damit er nicht nach deinem Sitz trachte und du zuletzt meine Worte erkennst und über meine Reden Reue empfindest.

 

13 Wer wird sich eines Schlangenbeschwörers erbarmen, den eine Schlange gebissen hat, und all derer, die sich wilden Tieren nähern?

 

14 So ergeht es dem, der sich zu einem sündigen Mann gesellt und sich in seine Sünden verstrickt.

 

15 Eine Stunde lang bleibt er bei dir, doch wenn du strauchelst, hält er nicht stand.

 

16 Mit seinen Lippen redet der Feind süß, doch in seinem Herzen sinnt er darauf, dich in die Grube zu stürzen; mit seinen Augen weint der Feind, doch findet er eine Gelegenheit, so wird er sich nicht sättigen an Blut.

 

17 Wenn dich Unglück trifft, wirst du ihn vor dir dort finden, und indem er zu helfen vorgibt, wird er dir ein Bein stellen.

 

18 Er wird seinen Kopf schütteln und in die Hände klatschen, vieles flüstern und sein Gesicht verstellen.

 

Kapitel 13

 

1 Wer Pech anrührt, wird sich beschmutzen, und wer mit einem Hochmütigen Gemeinschaft hat, wird ihm gleich werden.

 

2 Hebe keine Last, die über deine Kraft geht, und habe keine Gemeinschaft mit einem, der stärker und reicher ist als du. Was hat der Topf mit dem Kessel gemein? Dieser stößt an, und jener zerbricht.

 

3 Der Reiche tut Unrecht und braust noch dazu auf; der Arme erleidet Unrecht und muss noch dazu um Gnade bitten.

 

4 Wenn du ihm nützlich bist, arbeitet er mit dir; wenn du aber in Not gerätst, verlässt er dich.

 

5 Wenn du etwas hast, lebt er mit dir und beutet dich aus, und er selbst müht sich nicht.

 

6 Hat er dich nötig, so täuscht er dich, lächelt dich an und macht dir Hoffnung; er redet freundlich mit dir und sagt: Was brauchst du?

 

7 Und er beschämt dich mit seinen Speisen, bis er dich zwei- oder dreimal ausgesogen hat, und zuletzt verspottet er dich; danach sieht er dich, lässt dich links liegen und schüttelt den Kopf über dich.

 

8 Hüte dich, dass du nicht getäuscht und nicht in deiner Torheit erniedrigt wirst.

 

9 Wenn ein Mächtiger dich ruft, so halte dich zurück, und er wird dich umso mehr rufen.

 

10 Dränge dich nicht auf, damit du nicht abgewiesen wirst, und halte dich nicht zu fern, damit du nicht vergessen wirst.

 

11 Erdreiste dich nicht, mit ihm wie ein Gleicher zu reden, und traue seinen vielen Worten nicht; denn mit vielem Gerede stellt er dich auf die Probe und prüft dich, während er dich anlächelt.

 

12 Unbarmherzig ist, wer Worte nicht bewahrt, und er wird Misshandlung und Fesseln nicht ersparen.

 

13 Bewahre es und gib genau acht, denn du wandelst am Rande deines Sturzes.

 

15 Jedes Lebewesen liebt seinesgleichen, und jeder Mensch seinen Nächsten;

 

16 alles Fleisch schart sich nach seiner Art zusammen, und der Mann hängt seinesgleichen an.

 

17 Was hat der Wolf mit dem Lamm gemein? So der Sünder mit dem Frommen.

 

18 Welchen Frieden hat die Hyäne mit dem Hund? Und welchen Frieden der Reiche mit dem Armen?

 

19 Beute der Löwen sind die Wildesel in der Wüste; so sind die Armen die Weide der Reichen.

 

20 Ein Gräuel ist dem Hochmütigen die Niedrigkeit; so ist der Arme dem Reichen ein Gräuel.

 

21 Wankt ein Reicher, so wird er von Freunden gestützt; fällt aber ein Geringer, so wird er von Freunden noch weggestoßen.

 

22 Strauchelt ein Reicher, so gibt es viele Helfer; er redet Unsägliches, und man gibt ihm Recht. Strauchelt ein Geringer, so schilt man ihn noch; äußert er Verständiges, so gibt man ihm keinen Raum.

 

23 Redet der Reiche, so schweigen alle und erheben sein Wort bis zu den Wolken. Redet der Arme, so sagt man: Wer ist das? Und wenn er strauchelt, stößt man ihn vollends um.

 

24 Gut ist der Reichtum, an dem keine Sünde ist, und böse ist die Armut im Munde des Gottlosen.

 

25 Das Herz des Menschen verändert sein Gesicht, sei es zum Guten, sei es zum Bösen.

 

26 Das Zeichen eines Herzens im Glück ist ein heiteres Gesicht, aber das Ersinnen von Sprüchen ist mühevolles Nachdenken.

 

Kapitel 14

 

1 Selig der Mann, der nicht mit seinem Munde gestrauchelt ist und nicht von Kummer über Sünden durchbohrt wird.

 

2 Selig, wen seine Seele nicht verurteilt und wer nicht von seiner Hoffnung abgefallen ist.

 

3 Einem kleinlichen Mann steht der Reichtum nicht wohl an, und wozu einem missgünstigen Menschen Geld?

 

4 Wer sich selbst versagend zusammenrafft, sammelt für andere, und an seinen Gütern werden sich Fremde gütlich tun.

 

5 Wer gegen sich selbst böse ist, für wen sollte der gut sein? Und er wird sich an seinem Vermögen nicht freuen.

 

6 Es gibt keinen Schlimmeren als den, der sich selbst missgönnt, und das ist die Vergeltung seiner Bosheit.

 

7 Und wenn er Gutes tut, tut er es aus Versehen, und am Ende offenbart er seine Bosheit.

 

8 Böse ist, wer mit dem Auge missgönnt, das Angesicht abwendet und die Seelen verachtet.

 

9 Das Auge des Habgierigen wird an seinem Anteil nicht satt, und böses Unrecht vertrocknet die Seele.

 

10 Ein böses Auge ist neidisch aufs Brot und lässt es an seinem Tische fehlen.

 

11 Kind, je nachdem du hast, tu dir selbst Gutes und bringe dem Herrn Opfergaben dar, wie es sich gebührt.

 

12 Gedenke, dass der Tod nicht säumen wird und dass dir der Bund des Hades nicht kundgetan ist.

 

13 Ehe du stirbst, tu dem Freunde Gutes, und nach deinem Vermögen strecke die Hand aus und gib ihm.

 

14 Versäume nicht einen guten Tag, und ein Anteil an gutem Verlangen gehe nicht an dir vorüber.

 

15 Wirst du nicht einem anderen deine Mühen hinterlassen und deine Arbeit zur Verteilung durchs Los?

 

16 Gib und nimm und gönne deiner Seele Genuss, denn im Hades ist kein Wohlleben zu suchen.

 

17 Alles Fleisch veraltet wie ein Kleid; denn der Bund von Ewigkeit her lautet: Du musst des Todes sterben.

 

18 Wie das sprossende Laub an einem dichten Baume — das eine wirft er ab, anderes lässt er wachsen —, so ist das Geschlecht von Fleisch und Blut: das eine stirbt, ein anderes wird geboren.

 

19 Jedes Werk, das verfault, vergeht, und wer es geschaffen hat, wird mit ihm dahingehen.

 

20 Selig der Mann, der über die Weisheit nachsinnt und der mit seiner Einsicht sich unterredet,

 

21 der ihre Wege in seinem Herzen bedenkt und über ihre Geheimnisse nachdenkt.

 

22 Geh ihr nach wie ein Spurensucher und lauere an ihren Wegen.

 

23 Wer durch ihre Fenster hineinblickt und an ihren Türen lauscht,

 

24 wer nahe bei ihrem Hause sich niederlässt und einen Pflock in ihre Wände schlägt,

 

25 der wird sein Zelt an ihrer Seite aufstellen und in einer Herberge der Güter einkehren,

 

26 er wird seine Kinder unter ihren Schutz stellen und unter ihren Zweigen wohnen,

 

27 er wird von ihr vor der Hitze beschirmt werden und in ihrer Herrlichkeit einkehren.

 

Kapitel 15

 

 

1 Wer den Herrn fürchtet, wird es tun, und wer am Gesetz festhält, wird sie erlangen;

 

2 und sie wird ihm begegnen wie eine Mutter und ihn aufnehmen wie eine jungfräuliche Gattin;

 

3 sie wird ihn speisen mit dem Brot der Einsicht und ihn tränken mit dem Wasser der Weisheit;

 

4 er wird sich auf sie stützen und nicht wanken, und er wird sich an sie halten und nicht zuschanden werden;

 

5 und sie wird ihn erhöhen über seine Nächsten und inmitten der Versammlung seinen Mund öffnen;

 

6 Freude und eine Krone des Jubels wird er finden und einen ewigen Namen ererben.

 

7 Unverständige Menschen werden sie nicht erlangen, und sündige Männer werden sie nicht sehen;

 

8 fern ist sie vom Hochmut, und lügnerische Männer werden ihrer nicht gedenken.

 

9 Nicht schön ist das Lob im Mund des Sünders, denn es ist nicht vom Herrn gesandt;

 

10 denn in Weisheit wird das Lob gesprochen, und der Herr wird ihm gelingen lassen.

 

11 Sag nicht: „Wegen des Herrn bin ich abgefallen“; denn was er hasst, wird er nicht tun.

 

12 Sag nicht: „Er selbst hat mich in die Irre geführt“; denn er hat keinen sündigen Mann nötig.

 

13 Jeden Gräuel hasst der Herr, und er ist denen nicht lieb, die ihn fürchten.

 

14 Er selbst hat am Anfang den Menschen geschaffen und ihn in der Hand seiner eigenen Entscheidung gelassen.

 

15 Wenn du willst, wirst du die Gebote halten und Treue nach seinem Wohlgefallen üben.

 

16 Er hat dir Feuer und Wasser vorgelegt; wonach du willst, dahin strecke deine Hand aus.

 

17 Vor den Menschen liegen Leben und Tod, und was einem gefällt, das wird ihm gegeben werden.

 

18 Denn groß ist die Weisheit des Herrn; stark ist er an Macht und sieht alles,

 

19 und seine Augen ruhen auf denen, die ihn fürchten, und er wird jedes Werk des Menschen erkennen.

 

20 Er hat niemandem geboten, gottlos zu sein, und er hat niemandem Erlaubnis gegeben zu sündigen.

 

 

 

Kapitel 16

 

1Begehre nicht eine Menge unnützer Kinder und freue dich nicht über gottlose Söhne.

 

2Wenn sie zahlreich werden, freue dich nicht über sie, wenn die Furcht des Herrn nicht mit ihnen ist.

 

3Vertraue nicht auf ihr Leben und verlass dich nicht auf ihre Menge; denn besser ist einer als tausend, und besser kinderlos zu sterben, als gottlose Kinder zu haben.

 

4Denn durch einen Verständigen wird eine Stadt bevölkert, das Geschlecht der Gesetzlosen aber wird verwüstet werden.

 

5Vieles dergleichen hat mein Auge gesehen, und noch Gewaltigeres als dies hat mein Ohr gehört.

 

6In der Versammlung der Sünder wird ein Feuer entzündet, und über ein ungehorsames Volk entbrannte der Zorn.

 

7Er versöhnte sich nicht mit den alten Riesen, die in ihrer Stärke abfielen;

 

8er verschonte nicht die Mitbewohner Lots, die er wegen ihres Hochmuts verabscheute;

 

9er erbarmte sich nicht des Volkes des Verderbens, derer, die in ihren Sünden überheblich waren,

 

10und ebenso der sechshunderttausend Fußvolk, die sich in der Härte ihres Herzens zusammengerottet hatten.

 

11Und wäre auch nur einer halsstarrig, so wäre es ein Wunder, wenn er ungestraft bliebe; denn Erbarmen und Zorn sind bei ihm, er ist mächtig zu vergeben und gießt Zorn aus.

 

12So groß sein Erbarmen ist, so groß ist auch seine Zurechtweisung; er wird den Menschen nach seinen Werken richten.

 

13Der Sünder wird mit dem Raub nicht entfliehen, und die Geduld des Frommen wird nicht unbelohnt bleiben.

 

14Jedem Almosen wird er Raum geben; ein jeder wird nach seinen Werken finden.

 

17Sag nicht: Vor dem Herrn werde ich mich verbergen, und wer wird aus der Höhe an mich denken? Unter so vielem Volk werde ich nicht erkannt, denn was ist meine Seele in der unermesslichen Schöpfung?

 

18Siehe, der Himmel und der Himmel des Himmels, die Tiefe und die Erde werden bei seiner Heimsuchung erschüttert;

 

19zugleich erbeben die Berge und die Grundfesten der Erde vor Zittern, wenn er auf sie blickt.

 

20Aber darüber denkt kein Herz nach, und wer wird seine Wege bedenken?

 

21Und ein Sturm, den kein Mensch sehen wird — die meisten seiner Werke geschehen im Verborgenen. 22Wer wird die Werke der Gerechtigkeit verkünden? Oder wer wird ausharren? Denn der Bund ist fern.

 

23Wer im Herzen gering ist, denkt solches, und ein törichter und irrender Mann denkt Narrheiten.

 

24Höre auf mich, Kind, und lerne Erkenntnis, und richte dein Herz auf meine Worte;

 

25ich werde mit Bedacht Belehrung kundtun und mit Genauigkeit Erkenntnis verkünden.

 

26Nach dem Urteil des Herrn bestehen seine Werke von Anfang an, und seit ihrer Erschaffung hat er ihre Teile geschieden.

 

27Er ordnete seine Werke für ewig und ihre Anfänge für ihre Geschlechter; sie hungerten nicht, mühten sich nicht ab und ließen nicht ab von ihren Werken.

 

28Keines drängte das andere, und bis in Ewigkeit werden sie seinem Wort nicht ungehorsam sein.

 

29Und danach blickte der Herr auf die Erde und erfüllte sie mit seinen Gütern;

 

30mit der Seele jedes Lebewesens bedeckte er ihre Fläche, und zu ihr kehren sie zurück.

 

Kapitel 17

 

1 Der Herr schuf den Menschen aus Erde und ließ ihn wieder zu ihr zurückkehren.

 

2 Gezählte Tage und eine Frist gab er ihnen und gab ihnen Gewalt über das, was auf ihr ist.

 

3 Nach seinem Wesen bekleidete er sie mit Kraft und schuf sie nach seinem Bilde.

 

4 Er legte die Furcht vor ihm auf alles Fleisch, dass sie über Tiere und Vögel herrschen sollten.

 

6 Überlegung und Zunge und Augen, Ohren und ein Herz gab er ihnen zum Denken.

 

7 Mit Einsicht und Verstand erfüllte er sie und zeigte ihnen Gutes und Böses.

 

8 Er legte sein Auge auf ihre Herzen, um ihnen die Größe seiner Werke zu zeigen,

 

10 und sie werden den heiligen Namen preisen, damit sie die Großtaten seiner Werke verkünden.

 

11 Er verlieh ihnen dazu Erkenntnis und gab ihnen das Gesetz des Lebens zum Erbe.

 

12 Einen ewigen Bund schloss er mit ihnen und zeigte ihnen seine Rechtsordnungen.

 

13 Die Größe der Herrlichkeit sahen ihre Augen, und die Herrlichkeit seiner Stimme hörte ihr Ohr.

 

14 Und er sprach zu ihnen: Hütet euch vor allem Unrecht! Und er gebot ihnen, einem jeden, in Bezug auf den Nächsten.

 

15 Ihre Wege sind allezeit vor ihm, sie werden vor seinen Augen nicht verborgen sein.

 

17 Über jedes Volk setzte er einen Herrscher, aber der Anteil des Herrn ist Israel. 19Alle ihre Werke sind wie die Sonne vor ihm, und seine Augen ruhen beständig auf ihren Wegen.

 

20 Ihre Ungerechtigkeiten sind vor ihm nicht verborgen, und alle ihre Sünden sind vor dem Herrn.

 

22 Das Almosen eines Mannes ist wie ein Siegel bei ihm, und die Wohltat eines Menschen wird er wie einen Augapfel bewahren.

 

23 Danach wird er sich erheben und ihnen vergelten, und ihre Vergeltung wird er auf ihr Haupt zurückzahlen.

 

24 Doch denen, die umkehren, gewährte er Rückkehr, und die, denen die Geduld schwand, tröstete er.

 

25 Kehre um zum Herrn und lass ab von den Sünden, flehe vor seinem Angesicht und verringere den Anstoß.

 

26 Wende dich zum Höchsten und kehre dich ab vom Unrecht, und hasse den Gräuel von ganzem Herzen.

 

27 Wer wird den Höchsten preisen in der Unterwelt anstelle der Lebenden, die ihm Lobpreis darbringen?

 

28 Von einem Toten, der gleichsam nicht mehr ist, geht das Bekenntnis verloren; der Lebende und Gesunde wird den Herrn preisen.

 

29 Wie groß ist die Barmherzigkeit des Herrn und die Versöhnung für die, die zu ihm umkehren!

 

30 Denn nicht alles kann bei den Menschen sein, weil ein Menschensohn nicht unsterblich ist.

 

31 Was ist heller als die Sonne? Und selbst sie verfinstert sich; und Fleisch und Blut sinnen auf Böses.

 

32 Die Heerscharen der Himmelshöhe mustert er selbst, aber alle Menschen sind Erde und Asche.

 

Kapitel 18

 

1 Der ewig Lebende hat alles insgesamt geschaffen;

 

2 der Herr allein wird gerecht befunden werden.

 

4 Keinem hat er es verliehen, seine Werke zu verkünden; und wer wird seine Großtaten ergründen?

 

5 Die Macht seiner Majestät, wer wird sie ermessen? Und wer wird hinzukommen, seine Erbarmungen zu erzählen?

 

6 Man kann nichts wegnehmen und nichts hinzufügen, und man kann die Wunder des Herrn nicht ergründen.

 

7 Wenn der Mensch am Ende ist, dann fängt er erst an; und wenn er aufhört, dann wird er ratlos sein.

 

8 Was ist der Mensch, und was ist sein Nutzen? Was ist sein Gutes, und was ist sein Böses?

 

9 Die Zahl der Tage des Menschen, viel sind hundert Jahre;

 

10 wie ein Tropfen Wasser aus dem Meer und ein Sandkorn, so sind wenige Jahre am Tag der Ewigkeit.

 

11 Darum war der Herr langmütig mit ihnen und goss über sie sein Erbarmen aus.

 

12 Er sah und erkannte, dass ihr Ende schlimm ist; darum machte er seine Versöhnung reichlich.

 

13 Das Erbarmen des Menschen gilt seinem Nächsten, das Erbarmen des Herrn aber allem Fleisch: Er weist zurecht und züchtigt und lehrt und führt zurück wie ein Hirt seine Herde.

 

14 Er erbarmt sich derer, die Zucht annehmen, und derer, die sich zu seinen Rechtsentscheiden eilen.

 

15 Kind, füge zum Guten keinen Tadel hinzu und zu keiner Gabe kränkende Worte.

 

16 Kühlt nicht der Tau die Glut? So ist ein Wort besser als eine Gabe.

 

17 Siehe, ist nicht ein Wort mehr als eine gute Gabe? Beides findet sich beim gnädigen Menschen.

 

18 Der Tor schmäht ohne Anmut, und die Gabe des Neiders lässt die Augen vergehen.

 

19 Bevor du redest, lerne, und vor der Krankheit sorge für Heilung.

 

20 Vor dem Gericht prüfe dich selbst, und in der Stunde der Heimsuchung wirst du Versöhnung finden.

 

21 Bevor du krank wirst, demütige dich, und zur Zeit der Sünden zeige Umkehr.

 

22 Lass dich nicht hindern, ein Gelübde rechtzeitig zu erfüllen, und warte nicht bis zum Tod, gerecht zu werden.

 

23 Bevor du betest, bereite dich vor, und sei nicht wie ein Mensch, der den Herrn versucht.

 

24 Gedenke des Zornes in den Tagen des Endes und der Zeit der Vergeltung, wenn er das Angesicht abwendet.

 

25 Gedenke der Zeit des Hungers in der Zeit der Sättigung, der Armut und des Mangels in den Tagen des Reichtums.

 

26 Vom Morgen bis zum Abend wandelt sich die Zeit, und alles ist schnell vor dem Herrn.

 

27 Ein weiser Mensch wird sich in allem hüten, und in den Tagen der Sünden wird er sich vor Vergehen in Acht nehmen.

 

28 Jeder Verständige erkennt die Weisheit, und dem, der sie gefunden hat, wird er Lobpreis geben.

 

29 Die in Worten Verständigen wurden auch selbst weise und ließen treffende Sprüche hervorströmen.

 

30 Geh nicht deinen Begierden nach und halte dich zurück von deinen Gelüsten.

 

31 Wenn du deiner Seele das Wohlgefallen der Begierde gewährst, wird sie dich zum Gespött deiner Feinde machen.

 

32 Erfreue dich nicht an vielem Wohlleben, binde dich nicht an dessen Aufwand.

 

33 Werde nicht arm, indem du auf geborgtes Geld hin schmausest, während nichts in deinem Beutel ist.

 

 

Kapitel 19

 

1 Ein trunksüchtiger Arbeiter wird nicht reich werden; wer das Wenige verachtet, wird nach und nach zu Fall kommen.

 

2 Wein und Frauen bringen Verständige zum Abfall, und wer sich an Dirnen hängt, wird immer dreister werden;

 

3 Fäulnis und Würmer werden ihn erben, und die dreiste Seele wird ausgerottet werden.

 

4 Wer schnell vertraut, ist leichtfertigen Herzens, und wer sündigt, versündigt sich gegen seine eigene Seele.

 

5 Wer sich im Herzen daran freut, wird verurteilt werden,

 

6 und wer das Geschwätz hasst, mindert das Böse.

 

7 Trage niemals eine Rede weiter, und es wird dir daraus keinerlei Schaden erwachsen.

 

8 Erzähle es weder Freund noch Feind, und wenn es dir keine Sünde ist, enthülle es nicht;

 

9 denn er hat dich gehört und sich vor dir gehütet, und zu gegebener Zeit wird er dich hassen.

 

10 Hast du ein Wort gehört? Es sterbe mit dir; sei getrost, es wird dich nicht zersprengen.

 

11 Angesichts eines Wortes hat der Tor Wehen wie die Gebärende angesichts eines Kindes.

 

12 Wie ein Pfeil, der im Fleisch des Schenkels steckt, so ist ein Wort im Innern des Toren.

 

13 Stelle den Freund zur Rede, vielleicht hat er es nicht getan, und wenn er etwas getan hat, damit er es nicht wieder tue.

 

14 Stelle den Nächsten zur Rede – vielleicht hat er es nicht gesagt, und wenn er es gesagt hat, damit er es nicht wiederhole.

 

15 Stelle den Freund zur Rede, denn oft entsteht Verleumdung, und glaube nicht jedem Wort.

 

16 Mancher strauchelt, aber nicht mit Absicht; und wer hat nicht mit seiner Zunge gesündigt?

 

17 Stelle deinen Nächsten zur Rede, bevor du drohst, und gib dem Gesetz des Höchsten Raum.

 

20 Alle Weisheit ist Furcht des Herrn, und in aller Weisheit liegt das Tun des Gesetzes;

 

22 und die Kenntnis des Bösen ist keine Weisheit, und der Rat der Sünder ist keine Klugheit.

 

23 Es gibt eine Verschlagenheit, die ein Gräuel ist, und es gibt einen Unverständigen, dem es nur an Weisheit mangelt;

 

24 besser ist einer, der geringer ist an Einsicht, aber gottesfürchtig, als einer, der Überfluss hat an Klugheit und das Gesetz übertritt.

 

25 Es gibt eine ausgeklügelte Verschlagenheit, die ungerecht ist, und mancher verdreht die Sache, um sein Urteil durchzusetzen.

 

26 Mancher Bösewicht geht gebeugt in Trauergewand, aber sein Inneres ist voller Trug;

 

27 er verbirgt das Gesicht und stellt sich taub; wo er nicht erkannt wird, wird er dir zuvorkommen;

 

28 und wenn er aus Mangel an Kraft am Sündigen gehindert wird, so wird er Böses tun, sobald er Gelegenheit findet.

 

29 Am Aussehen wird der Mann erkannt, und an der Miene des Angesichts wird der Verständige erkannt;

 

30 die Kleidung eines Mannes, das Lachen seiner Zähne und der Gang eines Menschen verraten, was in ihm ist.

 

Kapitel 20

 

1 Es gibt einen Tadel, der nicht zur rechten Zeit kommt, und es gibt einen, der schweigt, und eben der ist klug.

2 Wie viel besser ist es, zu tadeln, als zu zürnen;

 

3 und wer seine Schuld bekennt, wird vor Schaden bewahrt werden.

 

4 Wie die Begierde eines Eunuchen, ein Mädchen zu entjungfern, so ist der, der mit Gewalt Recht sprechen will.

 

5 Mancher schweigt und wird für weise befunden, und mancher ist verhasst wegen vielen Redens.

 

6 Mancher schweigt, weil er keine Antwort hat, und mancher schweigt, weil er die rechte Zeit kennt.

 

7 Ein weiser Mensch schweigt bis zur rechten Zeit, der Prahler aber und der Tor verpasst die rechte Zeit.

 

8 Wer viele Worte macht, wird verabscheut werden, und wer sich Macht anmaßt, wird gehasst werden.

 

9 Manchmal liegt für einen Mann Gelingen im Unglück, und mancher Gewinn wird zum Verlust.

 

10 Es gibt eine Gabe, die dir nichts nützt, und es gibt eine Gabe, deren Vergeltung doppelt ist.

 

11 Es gibt Erniedrigung um der Ehre willen, und mancher hat aus der Niedrigkeit sein Haupt erhoben.

 

12 Mancher kauft vieles für wenig und bezahlt es siebenfach.

 

13 Der Weise macht sich durch Worte beliebt, aber die Freundlichkeiten der Toren werden verschüttet.

 

14 Die Gabe eines Toren nützt dir nichts, denn seine Augen sind viele statt eines:

 

15 Wenig gibt er und viel wirft er vor und öffnet seinen Mund wie ein Ausrufer; heute leiht er und morgen fordert er zurück; verhasst ist ein solcher Mensch.

 

16 Der Tor sagt: Ich habe keinen Freund, und für meine Wohltaten gibt es keinen Dank;

 

17 die sein Brot essen, sind böse mit der Zunge. Wie oft und wie viele werden ihn verlachen!

 

18 Besser ein Ausgleiten auf dem Boden als mit der Zunge; so kommt der Fall der Bösen schnell.

 

19 Ein Mensch ohne Anmut ist wie eine Geschichte zur Unzeit; im Mund der Ungebildeten wird sie beständig sein.

 

20 Aus dem Mund eines Toren wird ein Spruch verworfen, denn er sagt ihn nicht zu seiner rechten Zeit.

 

21 Mancher wird durch Armut vom Sündigen abgehalten, und in seiner Ruhe wird er nicht von Gewissensbissen geplagt.

 

22 Mancher richtet seine Seele aus Scham zugrunde, und um eines törichten Gesichtes willen wird er sie verlieren.

 

23 Mancher macht aus Scham einem Freund Versprechungen und erwirbt ihn sich umsonst zum Feind.

 

24 Ein böser Schandfleck am Menschen ist die Lüge; im Mund der Ungebildeten wird sie beständig sein.

 

25 Besser ein Dieb als einer, der beständig lügt; beide aber werden das Verderben erben.

 

26 Die Art eines lügnerischen Menschen ist Unehre, und seine Schande ist beständig bei ihm.

 

27 Der Weise bringt sich durch Worte voran, und ein kluger Mensch gefällt den Großen.

 

28 Wer das Land bebaut, häuft seinen Garbenhaufen hoch auf, und wer den Großen gefällt, erlangt Vergebung für Unrecht.

 

29 Gastgeschenke und Gaben blenden die Augen der Weisen und wenden wie ein Maulkorb im Mund die Zurechtweisungen ab.

 

30 Verborgene Weisheit und ein unsichtbarer Schatz – welcher Nutzen liegt in beiden?

 

31 Besser ein Mensch, der seine Torheit verbirgt, als ein Mensch, der seine Weisheit verbirgt.

 

Kapitel 21

 

1 Mein Kind, hast du gesündigt? Tue es nicht mehr wieder, und bitte um Vergebung für deine früheren Sünden.

 

2 Fliehe vor der Sünde wie vor dem Angesicht einer Schlange; denn wenn du dich ihr näherst, wird sie dich beißen. Löwenzähne sind ihre Zähne, die die Seelen der Menschen töten.

 

3 Wie ein zweischneidiges Schwert ist alle Gesetzlosigkeit; für ihre Wunde gibt es keine Heilung.

 

4 Schrecken und Hochmut verwüsten den Reichtum; so wird das Haus des Hoffärtigen verwüstet werden.

 

5 Das Flehen des Armen dringt von seinem Mund bis zu seinen Ohren, und sein Gericht kommt eilends.

 

6 Wer die Zurechtweisung hasst, wandelt auf der Spur des Sünders; wer aber den Herrn fürchtet, wird sich von Herzen bekehren.

 

7 Von ferne erkennbar ist der Zungenmächtige, der Verständige aber merkt es, wenn jener strauchelt.

 

8 Wer sein Haus mit fremdem Geld baut, ist wie einer, der sich seine Steine für den Winter sammelt.

 

9 Wie zusammengerafftes Werg ist die Versammlung der Gesetzlosen, und ihr Ende ist eine Feuerflamme.

 

10 Der Weg der Sünder ist mit Steinen geebnet, doch an seinem Ende liegt die Grube des Hades.

 

11 Wer das Gesetz bewahrt, beherrscht seine Gedanken, und die Vollendung der Furcht des Herrn ist Weisheit.

 

12 Wer nicht klug ist, wird sich nicht erziehen lassen; es gibt aber auch eine Klugheit, die Bitterkeit mehrt.

 

13 Die Erkenntnis des Weisen wird wachsen wie eine Flut, und sein Rat ist wie ein Quell des Lebens.

 

14 Das Innere des Toren ist wie ein zerbrochenes Gefäß: keine Erkenntnis wird er festhalten.

 

15 Wenn ein Verständiger ein weises Wort hört, lobt er es und fügt noch etwas hinzu; hört es der Ausschweifende, so missfällt es ihm, und er wirft es hinter seinen Rücken.

 

16 Die Rede des Toren ist wie eine Last auf dem Weg, auf den Lippen des Verständigen aber findet sich Anmut.

 

17 Der Mund des Klugen wird in der Versammlung gesucht, und seine Worte werden sie im Herzen bedenken.

 

18 Wie ein zerstörtes Haus ist die Weisheit für den Toren, und die Erkenntnis des Unverständigen sind ungeprüfte Worte.

 

19 Fesseln an den Füßen ist die Zucht dem Unvernünftigen und wie Handschellen an der rechten Hand.

 

20 Der Tor erhebt beim Lachen seine Stimme, ein kluger Mann aber lächelt kaum leise.

 

21 Wie goldener Schmuck ist die Zucht dem Klugen und wie ein Armband am rechten Arm.

 

22 Der Fuß des Toren eilt schnell ins Haus, ein vielerfahrener Mensch aber scheut sich davor.

 

23 Der Unverständige späht durch die Tür ins Haus, ein wohlerzogener Mann aber bleibt draußen stehen.

 

24 Es ist Ungezogenheit eines Menschen, an der Tür zu lauschen; den Klugen aber drückt solche Schmach.

 

25 Die Lippen der Fremden erzählen von solchen Dingen, die Worte der Klugen aber werden auf der Waage gewogen.

 

26 Im Mund der Toren ist ihr Herz, das Herz der Weisen aber ist ihr Mund.

 

27 Wenn der Gottlose den Satan verflucht, verflucht er seine eigene Seele.

 

28 Der Ohrenbläser befleckt seine eigene Seele und wird in der Nachbarschaft gehasst werden.

 

 

Kapitel 22

 

1 Einem beschmutzten Stein gleicht der Faule, und jeder zischt über seine Schande.

 

2 Einem Kothaufen aus dem Mist gleicht der Faule; jeder, der ihn aufhebt, schüttelt die Hand ab.

 

3 Schande für den Vater ist die Zeugung eines ungeratenen Sohnes, eine Tochter aber wird ihm zum Nachteil geboren.

 

4 Eine kluge Tochter wird ihren Mann als Erbe gewinnen, die schamlose aber wird zum Kummer ihres Erzeugers;

 

5 den Vater und den Ehemann macht die Freche zuschanden, und von beiden wird sie verachtet werden.

 

6 Wie Musik in der Trauer ist eine Rede zur Unzeit, Züchtigung aber und Erziehung sind zu jeder Zeit Weisheit.

 

9 Wer einen Toren belehrt, leimt Scherben zusammen; er weckt einen Schlafenden aus tiefem Schlaf.

 

10 Wer einem Toren erzählt, erzählt einem Schläfrigen, und am Ende wird er sagen: Was ist?

 

11 Über einen Toten weine, denn ihm ist das Licht erloschen, und über einen Toren weine, denn ihm ist der Verstand erloschen; weine lieber über den Toten, denn er ist zur Ruhe gekommen, das Leben des Toren aber ist schlimmer als der Tod.

 

12 Die Trauer um einen Toten währt sieben Tage, um einen Toren und Gottlosen aber alle Tage seines Lebens.

 

13 Mit einem Unverständigen mache nicht viele Worte und geh nicht zum Einfältigen; hüte dich vor ihm, damit du keine Mühsal hast und dich nicht besudelst, wenn er sich schüttelt; weiche von ihm, und du wirst Ruhe finden und wirst nicht verdrossen werden über seinen Unverstand.

 

14 Was ist schwerer als Blei? Und welchen Namen hat es anders als: Tor?

 

15 Sand und Salz und einen Klumpen Eisen zu tragen ist leichter als einen unverständigen Menschen.

 

16 Ein hölzernes Balkenwerk, in ein Gebäude eingefügt, wird bei einem Erdbeben nicht auseinandergerissen; so wird ein Herz, das auf wohlüberlegtem Ratschluss gefestigt ist, zur rechten Zeit nicht verzagen.

 

17 Ein Herz, gegründet auf verständige Einsicht, ist wie ein Sandverputz an einer geglätteten Mauer.

 

18 Pfähle, die auf einer Anhöhe stehen, halten dem Wind nicht stand; so wird ein feiges Herz mit törichtem Sinnen keiner Furcht standhalten.

 

19 Wer das Auge sticht, treibt Tränen hervor, und wer das Herz sticht, bringt das Gefühl zum Vorschein.

 

20 Wer einen Stein nach Vögeln wirft, verscheucht sie, und wer einen Freund schmäht, zerstört die Freundschaft.

 

21Wenn du gegen einen Freund das Schwert gezogen hast, verzweifle nicht, denn es gibt eine Rückkehr;

 

22 wenn du gegen einen Freund den Mund geöffnet hast, fürchte dich nicht, denn es gibt eine Versöhnung; ausgenommen Schmähung und Hochmut und Preisgabe eines Geheimnisses und hinterlistigen Schlag – in diesen Fällen wird jeder Freund entfliehen.

 

23 Erwirb dir Treue in der Armut bei deinem Nächsten, damit du in seinem Glück gemeinsam mit ihm gesättigt wirst; in der Zeit der Bedrängnis bleibe bei ihm, damit du an seinem Erbe mit ihm Anteil hast.

 

24 Vor dem Feuer kommen Dampf des Ofens und Rauch; so gehen dem Blutvergießen Schmähungen voraus.

 

25 Einen Freund zu schützen werde ich mich nicht schämen und vor seinem Angesicht mich nicht verbergen,

 

26 und wenn mir um seinetwillen Übles widerfährt, wird jeder, der es hört, sich vor ihm hüten.

 

27 Wer wird eine Wache vor meinen Mund setzen und ein kluges Siegel auf meine Lippen, damit ich nicht durch sie zu Fall komme und meine Zunge mich nicht zugrunde richtet?

 

 

Kapitel 23

 

1 Herr, Vater und Gebieter meines Lebens, überlass mich nicht ihrem Ratschluss, lass mich nicht durch sie zu Fall kommen.

 

2 Wer wird über mein Denken Geißeln setzen und über mein Herz die Zucht der Weisheit, damit man meine Verirrungen nicht schone und ihre Sünden nicht ungestraft bleiben,

 

3 damit meine Unwissenheiten sich nicht mehren und meine Sünden nicht überhandnehmen und ich vor den Widersachern falle und mein Feind sich über mich freue?

 

4 Herr, Vater und Gott meines Lebens, gib mir keinen hochmütigen Blick der Augen,

 

5 und wende die Begierde von mir ab.

 

6 Gier des Bauches und Wollust sollen mich nicht ergreifen, und einer schamlosen Seele überlass mich nicht.

 

7 Hört die Zucht des Mundes, Kinder; wer sie bewahrt, wird nicht gefangen werden.

 

8 Durch seine Lippen wird der Sünder ergriffen, und der Lästerer und der Hochmütige werden durch sie zu Fall kommen.

 

9 Gewöhne deinen Mund nicht an den Schwur und werde nicht vertraut mit dem Nennen des Namens des Heiligen.

 

10 Denn wie ein Knecht, der beständig verhört wird, nicht ohne Striemen bleibt, so wird auch, wer beständig schwört und den Namen nennt, keineswegs von Sünde rein werden.

 

11 Ein Mann, der viel schwört, wird von Gesetzlosigkeit erfüllt werden, und die Geißel wird nicht von seinem Haus weichen. Wenn er sich verfehlt, liegt seine Sünde auf ihm; und wenn er es missachtet, hat er doppelt gesündigt; und wenn er falsch geschworen hat, wird er nicht gerechtfertigt werden, denn sein Haus wird von Heimsuchungen erfüllt werden.

 

12 Es gibt eine Redeweise, die dem Tod gleichkommt; sie finde sich nicht im Erbe Jakobs. Denn von den Frommen wird all dies fernbleiben, und sie werden sich nicht in Sünden wälzen.

 

13 Gewöhne deinen Mund nicht an rohe Zuchtlosigkeit, denn in ihr liegt sündige Rede.

 

14 Gedenke deines Vaters und deiner Mutter, denn du sitzt inmitten der Großen; damit du dich nicht vor ihnen vergisst und durch deine Gewohnheit als Tor erscheinst und wünschst, du wärest nicht geboren, und den Tag deiner Geburt verfluchst.

 

15 Ein Mensch, der sich an schmähende Worte gewöhnt, wird alle seine Tage nicht zur Zucht gelangen.

 

16 Zwei Arten häufen Sünden, und die dritte zieht Zorn herbei:

 

17 Eine heiße Seele, wie ein brennendes Feuer, wird nicht erlöschen, bis sie verzehrt ist. Ein unzüchtiger Mensch im Leib seines Fleisches wird nicht ablassen, bis das Feuer ausgebrannt ist. Einem unzüchtigen Menschen ist jedes Brot süß; er wird nicht ruhen, bis er stirbt.

 

18 Ein Mensch, der sein eigenes Bett verlässt und in seiner Seele spricht: Wer sieht mich? Finsternis ist um mich, und die Wände verbergen mich, und niemand sieht mich; was fürchte ich? Der Höchste wird meiner Sünden nicht gedenken.

 

19 Und die Augen der Menschen sind seine Furcht, und er weiß nicht, dass die Augen des Herrn zehntausendmal heller sind als die Sonne, dass sie alle Wege der Menschen überblicken und in die verborgenen Winkel schauen.

 

20 Bevor alles erschaffen wurde, war es ihm bekannt, ebenso auch nach der Vollendung.

 

21 Dieser wird auf den Straßen der Stadt bestraft werden, und wo er es nicht vermutete, wird er ergriffen werden.

 

22 So auch eine Frau, die ihren Mann verlässt und einen Erben von einem Fremden hervorbringt.

 

23 Denn erstens ist sie dem Gesetz des Höchsten ungehorsam gewesen, zweitens hat sie sich gegen ihren Mann verfehlt, und drittens hat sie in Unzucht die Ehe gebrochen und von einem fremden Mann Kinder hervorgebracht.

 

24 Sie wird vor die Versammlung geführt werden, und über ihre Kinder wird Heimsuchung kommen.

 

25 Ihre Kinder werden keine Wurzel schlagen, und ihre Zweige werden keine Frucht tragen.

 

26 Sie wird ihr Andenken zum Fluch hinterlassen, und ihre Schande wird nicht ausgelöscht werden.

 

27 Und die Übriggebliebenen werden erkennen, dass nichts besser ist als die Furcht des Herrn und nichts süßer, als auf die Gebote des Herrn zu achten.

 

 

 

 

Kapitel 24

 

 

1 Die Weisheit wird ihre Seele loben und inmitten ihres Volkes sich rühmen;

 

2 in der Versammlung des Höchsten wird sie ihren Mund auftun und vor seiner Macht sich rühmen:

 

3 Ich bin aus dem Munde des Höchsten hervorgegangen und habe wie ein Nebel die Erde bedeckt;

 

4 ich habe in den Höhen meine Wohnung aufgeschlagen, und mein Thron steht auf einer Wolkensäule;

 

5 den Kreis des Himmels habe ich allein umschritten und in der Tiefe der Abgründe bin ich gewandelt;

 

6 in den Wogen des Meeres und auf der ganzen Erde und in jedem Volk und jeder Nation habe ich Besitz erworben.

 

7 Bei diesen allen suchte ich Ruhe, und in wessen Erbteil ich mich niederlassen sollte.

 

8 Da gebot mir der Schöpfer aller Dinge, und der mich geschaffen hat, ließ mein Zelt ruhen und sprach: In Jakob schlage deine Wohnung auf, und in Israel sei dein Erbe.

 

9 Vor der Ewigkeit, von Anfang an, hat er mich geschaffen, und bis in Ewigkeit werde ich nicht vergehen.

 

10 Im heiligen Zelt habe ich vor ihm gedient, und so wurde ich in Zion fest gegründet;

 

1 1in der geliebten Stadt ließ er mich gleichfalls ruhen, und in Jerusalem ist meine Herrschaft;

 

12 und ich wurzelte in einem verherrlichten Volk, im Anteil des Herrn, seines Erbes.

 

13 Wie eine Zeder wurde ich erhöht auf dem Libanon und wie eine Zypresse auf den Bergen des Hermon;

 

14 wie eine Palme wurde ich erhöht in Engedi und wie Rosenstöcke in Jericho, wie ein prächtiger Ölbaum in der Ebene, und ich wurde erhöht wie eine Platane.

 

15 Wie Zimt und wohlriechender Aspalathos habe ich Duft gegeben und wie erlesene Myrrhe habe ich Wohlgeruch verbreitet, wie Galbanum und Onyx und Stakte und wie der Dampf des Weihrauchs im Zelt.

 

16 Ich habe wie eine Terebinthe meine Zweige ausgestreckt, und meine Zweige sind Zweige der Herrlichkeit und der Anmut.

 

17 Ich habe wie ein Weinstock Anmut hervorgebracht, und meine Blüten sind Frucht der Herrlichkeit und des Reichtums.

 

19 Kommt her zu mir, die ihr nach mir verlangt, und sättigt euch an meinen Früchten;

 

20 denn mein Andenken ist süßer als Honig, und mein Erbe süßer als Honigwabe.

 

21Die mich essen, werden noch hungern, und die mich trinken, werden noch dürsten.

 

22Wer mir gehorcht, wird nicht zuschanden werden, und die in mir wirken, werden nicht sündigen.

 

23 Dies alles ist das Buch des Bundes Gottes, des Höchsten, das Gesetz, das uns Mose geboten hat als Erbe für die Gemeinden Jakobs,

 

25 das anfüllt mit Weisheit wie der Pison und wie der Tigris in den Tagen der Erstlingsfrüchte,

 

26 das überströmt von Einsicht wie der Euphrat und wie der Jordan in den Tagen der Ernte,

 

27 das Bildung hervorleuchten lässt wie Licht, wie der Gihon in den Tagen der Weinlese.

 

28 Der Erste ward nicht fertig, sie zu erkennen, und ebenso hat der Letzte sie nicht ergründet;

 

29 denn ihr Sinnen ist reicher geworden als das Meer, und ihr Ratschluss tiefer als der große Abgrund.

 

30 Und ich bin wie ein Kanal von einem Strom und wie eine Wasserleitung ausgegangen in einen Garten;

 

31 ich sprach: Ich will meinen Garten tränken und mein Beet reichlich wässern; und siehe, der Kanal wurde mir zum Strom, und mein Strom wurde zum Meer.

 

32 Noch will ich Bildung leuchten lassen wie das Morgenlicht und sie offenbar machen bis in die Ferne;

 

33 noch will ich Lehre ausgießen wie Weissagung und sie hinterlassen für die Geschlechter der Ewigkeiten.

 

34 Seht, dass ich nicht für mich allein gearbeitet habe, sondern für alle, die sie suchen.

 

 

 

 

 

Kapitel 25

 

1 An drei Dingen habe ich Gefallen gefunden, und sie sind schön vor dem Herrn und den Menschen: Eintracht unter Brüdern, Freundschaft unter Nachbarn, und wenn Frau und Mann gut miteinander auskommen.

 

2 Drei Arten aber hasst meine Seele, und ihr Leben verabscheue ich sehr: einen hochmütigen Armen, einen lügnerischen Reichen und einen ehebrecherischen Greis, dem es an Einsicht mangelt.

 

3 Hast du in der Jugend nicht gesammelt, wie willst du dann in deinem Alter etwas finden?

 

4 Wie schön steht grauen Haaren das Urteil und den Alten, Rat zu kennen.

 

5 Wie schön ist die Weisheit der Greise und den Geehrten Überlegung und Rat.

 

6 Die Krone der Greise ist reiche Erfahrung, und ihr Ruhm ist die Furcht des Herrn.

 

7 Neun Dinge preise ich glücklich in meinem Herzen, und das zehnte will ich mit der Zunge aussprechen: einen Menschen, der sich an seinen Kindern freut, der lebt und den Sturz seiner Feinde sieht;

 

8 glücklich, wer mit einer verständigen Frau zusammenwohnt, und wer mit der Zunge nicht strauchelt, und wer keinem dient, der seiner unwürdig ist;

 

9 glücklich, wer Klugheit gefunden hat, und wer zu Ohren spricht, die hören;

 

10wie groß ist, wer Weisheit gefunden hat; doch keiner steht über dem, der den Herrn fürchtet.

 

11 Die Furcht des Herrn übertrifft alles; wem ist zu vergleichen, wer sie festhält?

 

13 Jede Wunde, nur keine Herzenswunde, und jede Bosheit, nur keine Bosheit einer Frau;

 

14 jedes Unheil, nur kein Unheil von Hassern, und jede Rache, nur keine Rache von Feinden.

 

15 Kein Kopf ist schlimmer als der Kopf einer Schlange, und kein Zorn ist schlimmer als der Zorn eines Feindes.

 

16 Lieber will ich mit Löwe und Drachen zusammenwohnen, als mit einer bösen Frau zusammenwohnen.

 

17 Die Bosheit einer Frau verändert ihr Aussehen und verfinstert ihr Gesicht wie das eines Bären.

 

18 Mitten unter seinen Nachbarn sitzt ihr Mann und seufzt unwillkürlich bitter.

 

19 Klein ist jede Bosheit gegenüber der Bosheit einer Frau; das Los des Sünders möge auf sie fallen.

 

20 Ein sandiger Aufstieg für die Füße eines Alten – so ist eine zungenfertige Frau für einen ruhigen Mann.

 

21 Falle nicht auf die Schönheit einer Frau herein und begehre keine Frau.

 

22 Zorn, Schamlosigkeit und große Schande ist es, wenn eine Frau ihren Mann unterhält.

 

23 Ein niedergeschlagenes Herz, ein finsteres Gesicht und eine Herzenswunde ist eine böse Frau; schlaffe Hände und gelähmte Knie bewirkt die, die ihren Mann nicht glücklich macht.

 

24 Von einer Frau nahm die Sünde ihren Anfang, und ihretwegen sterben wir alle.

 

25 Gib dem Wasser keinen Abfluss und einer bösen Frau keine Redefreiheit;

 

26 wenn sie nicht nach deiner Hand geht, so trenne sie von deinem Fleisch ab.

 

 

Kapitel 26

 

1 Glücklich ist der Mann einer guten Frau, und die Zahl seiner Tage ist doppelt.

 

2 Eine tüchtige Frau erfreut ihren Mann, und er wird seine Jahre in Frieden vollenden.

 

3 Eine gute Frau ist ein guter Anteil; sie wird denen zuteil, die den Herrn fürchten.

 

4 Ob reich oder arm, sein Herz ist froh, und zu jeder Zeit ist sein Angesicht heiter.

 

5Vor drei Dingen fürchtet sich mein Herz, und vor dem vierten ergriff mich Angst: Verleumdung in der Stadt, Auflauf der Menge und falsche Anklage – all das ist schlimmer als der Tod.

 

6 Herzeleid und Trauer ist eine Frau, die auf eine andere eifersüchtig ist, und eine Geißel der Zunge, die alle trifft.

 

7 Ein wackelndes Ochsenjoch ist eine böse Frau; wer sie festhält, ist wie einer, der einen Skorpion packt.

 

8 Ein großer Zorn ist eine trunksüchtige Frau, und ihre Schande wird sie nicht verbergen können.

 

9 Die Unzucht einer Frau erkennt man am Aufschlag ihrer Augen und an ihren Wimpern.

 

10 Über eine unbändige Tochter verstärke die Wache, damit sie nicht, wenn sie Freiheit findet, sie für sich nutzt.

 

11 Hüte dich vor einem schamlosen Auge und wundere dich nicht, wenn es sich an dir vergeht.

 

12 Wie ein durstiger Wanderer öffnet sie den Mund und trinkt von jedem Wasser in der Nähe; vor jedem Pflock setzt sie sich nieder und vor jedem Pfeil öffnet sie den Köcher.

 

13 Die Anmut einer Frau ergötzt ihren Mann, und ihre Klugheit macht seine Gebeine fett.

 

14 Eine Gabe des Herrn ist eine schweigsame Frau, und nichts wiegt eine wohlerzogene Seele auf.

 

15 Anmut über Anmut ist eine schamhafte Frau, und keine Waage wiegt eine enthaltsame Seele auf.

 

16 Wie die Sonne, die aufgeht in den Höhen des Herrn, so ist die Schönheit einer guten Frau im Schmuck ihres Hauses.

 

17 Wie eine Lampe, die auf dem heiligen Leuchter strahlt, so ist die Schönheit des Angesichts in gefestigtem Alter.

 

18 Wie goldene Säulen auf silbernem Sockel, so sind schöne Füße auf den festen Fersen.

 

28 Über zwei Dinge ist mein Herz betrübt, und über das dritte kommt Zorn über mich: ein Kriegsmann, der aus Armut Mangel leidet, und verständige Männer, wenn sie verachtet werden, und einer, der von der Gerechtigkeit zur Sünde zurückkehrt – der Herr wird ihn für das Schwert bereiten.

 

29 Kaum wird ein Kaufmann sich von Verfehlung freihalten, und ein Krämer wird nicht von Sünde freigesprochen werden.

 

 

 

 

Kapitel 27

 

1 Um des Gewinnes willen haben viele gesündigt, und wer reich werden will, wendet das Auge ab.

 

2 Zwischen die Fugen der Steine wird ein Pflock getrieben, und zwischen Verkauf und Kauf drängt sich die Sünde ein.

 

3 Wenn einer nicht eifrig in der Furcht des Herrn festhält, wird sein Haus bald zerstört werden.

 

4 Beim Schütteln des Siebes bleibt der Unrat zurück, so der Unflat des Menschen in seinem Denken.

 

5Die Gefäße des Töpfers prüft der Ofen, und die Prüfung des Menschen liegt in seinem Reden.

 

6 Die Frucht eines Baumes offenbart seine Pflege, so das Wort das Sinnen des Herzens eines Menschen.

 

7 Vor der Prüfung lobe keinen Mann; denn das ist die Probe der Menschen.

 

8 Wenn du der Gerechtigkeit nachjagst, wirst du sie erlangen und sie anlegen wie ein herrliches Prachtgewand.

 

9 Die Vögel lassen sich bei ihresgleichen nieder, und die Wahrheit kehrt zu denen zurück, die sie üben.

 

10 Der Löwe lauert der Beute auf, so die Sünde denen, die Unrecht tun.

 

11 Die Rede des Frommen ist allezeit Weisheit, der Tor aber wandelt sich wie der Mond.

 

12 Inmitten von Unverständigen achte auf die Zeit, inmitten von Verständigen aber verweile beständig.

 

13 Die Rede der Toren ist ein Ärgernis, und ihr Lachen geschieht in schwelgerischer Sünde.

 

14 Das Geschwätz dessen, der viel schwört, macht die Haare sich sträuben, und ihr Streit lässt die Ohren sich verstopfen.

 

15 Blutvergießen ist der Streit der Hochmütigen, und ihr Schmähen ist widerlich anzuhören.

 

16 Wer Geheimnisse offenbart, hat das Vertrauen zerstört und wird keinen Freund für seine Seele finden.

 

17 Liebe den Freund und halte ihm die Treue; wenn du aber seine Geheimnisse offenbarst, so laufe ihm nicht mehr nach.

 

18 Denn wie ein Mensch seinen Toten verloren hat, so hast du die Freundschaft des Nächsten verloren;

 

19 und wie du einen Vogel aus deiner Hand fliegen ließest, so hast du den Nächsten losgelassen, und du wirst ihn nicht wieder fangen.

 

20 Verfolge ihn nicht, denn er ist weit weg und entflohen wie eine Gazelle aus der Schlinge.

 

21 Denn eine Wunde lässt sich verbinden, und für Schmähung gibt es Versöhnung; wer aber Geheimnisse offenbart, hat die Hoffnung verloren.

 

22 Wer mit dem Auge zwinkert, schmiedet Böses, und niemand wird ihn davon abbringen.

 

23 Vor deinen Augen redet sein Mund süß, und über deine Worte staunt er; hernach aber verdreht er seinen Mund und macht aus deinen Worten einen Anstoß.

 

24 Vieles habe ich gehasst, doch nichts so sehr wie ihn, und auch der Herr wird ihn hassen.

 

25 Wer einen Stein in die Höhe wirft, wirft ihn auf seinen eigenen Kopf, und ein hinterlistiger Schlag reißt Wunden auf.

 

26 Wer eine Grube gräbt, fällt selbst hinein, und wer eine Schlinge legt, fängt sich darin.

 

27 Wer Böses tut, auf ihn wird es zurückrollen, und er wird nicht erkennen, woher es ihm kommt.

 

28 Spott und Schmach treffen den Hochmütigen, und die Rache lauert ihm auf wie ein Löwe.

 

29 In der Schlinge werden gefangen, die sich am Fall der Frommen freuen, und Schmerz wird sie verzehren vor ihrem Tod.

 

30 Groll und Zorn, auch diese sind Gräuel, und der sündige Mann hält an ihnen fest.

 

 

 

Kapitel 28

 

1 Wer sich rächt, wird vom Herrn Rache finden, und seine Sünden wird er ihm gewiss bewahren.

 

2 Vergib deinem Nächsten das Unrecht, und dann werden, wenn du betest, deine Sünden gelöst werden.

 

3 Ein Mensch hegt Zorn gegen den anderen und sucht beim Herrn Heilung?

 

4 Mit einem Menschen, der ihm gleich ist, hat er kein Erbarmen und bittet für seine eigenen Sünden?

 

5 Er selbst, der Fleisch ist, bewahrt den Groll — wer wird seine Sünden sühnen?

 

6 Gedenke des Endes und lass ab von der Feindschaft, gedenke des Verderbens und des Todes, und bleibe bei den Geboten.

 

7 Gedenke der Gebote und zürne dem Nächsten nicht, gedenke des Bundes des Höchsten und sieh über die Unwissenheit hinweg.

 

8 Halte dich fern vom Streit, so wirst du die Sünden mindern; denn ein zorniger Mensch entfacht Streit,

 

9 und ein sündiger Mann verwirrt Freunde und wirft Verleumdung unter die, die in Frieden leben.

 

10 Je nach dem Brennstoff des Feuers wird es brennen, und je nach der Heftigkeit des Streites wird er entbrennen; je nach der Kraft des Menschen wird sein Zorn sein, und je nach dem Reichtum wird er seinen Grimm steigern.

 

11 Ein hitzig betriebener Zank entzündet Feuer, und ein hitziger Streit vergießt Blut.

 

12 Wenn du in einen Funken bläst, wird er auflodern, und wenn du darauf spuckst, wird er erlöschen; und beides geht aus deinem Munde hervor.

 

13 Verflucht den Ohrenbläser und den Doppelzüngigen; denn er hat viele, die in Frieden lebten, zugrunde gerichtet.

 

14 Die dritte Zunge hat viele erschüttert und sie von Volk zu Volk zerstreut, feste Städte hat sie niedergerissen und die Häuser der Großen umgestürzt.

 

15 Die dritte Zunge hat tüchtige Frauen verstoßen und sie um die Frucht ihrer Mühen gebracht.

 

16 Wer auf sie achtet, wird keine Ruhe finden und wird nicht in Frieden wohnen.

 

17 Der Schlag der Geißel macht Striemen, aber der Schlag der Zunge zerbricht Knochen.

 

18 Viele sind gefallen durch die Schärfe des Schwertes, doch nicht so viele wie die, die durch die Zunge gefallen sind.

 

19 Selig, wer vor ihr geschützt ist, wer ihrem Grimm nicht ausgesetzt war, wer ihr Joch nicht gezogen hat und mit ihren Fesseln nicht gebunden wurde;

 

20 denn ihr Joch ist ein eisernes Joch, und ihre Fesseln sind eherne Fesseln;

 

21 ein böser Tod ist ihr Tod, und die Unterwelt ist besser als sie.

 

22 Über die Frommen wird sie keine Macht haben, und in ihrer Flamme werden sie nicht verbrennen.

 

23 Die den Herrn verlassen, werden in sie fallen, und in ihnen wird sie brennen und nicht erlöschen; sie wird auf sie losgelassen werden wie ein Löwe und wird sie zerfleischen wie ein Panther.

 

24 Sieh, umzäune dein Besitztum mit Dornen, dein Silber und dein Gold verwahre fest;

 

25 und für deine Worte mache Waage und Gewicht, und für deinen Mund mache Tür und Riegel.

 

26 Gib acht, dass du nicht durch sie strauchelst, dass du nicht fällst vor dem, der dir auflauert.

 

 

 

 

Kapitel 29

 

 

1 Wer Barmherzigkeit übt, leiht dem Nächsten, und wer mit seiner Hand beisteht, hält die Gebote.

 

2 Leihe dem Nächsten in der Zeit seiner Not, und gib deinerseits dem Nächsten zur rechten Zeit zurück.

 

3 Halte dein Wort und sei treu gegen ihn, so wirst du zu jeder Zeit finden, was du brauchst.

 

4 Viele haben ein Darlehen für einen Fund gehalten und denen Mühe bereitet, die ihnen geholfen haben.

 

5 Bis er es empfängt, küsst er dessen Hände und redet demütig wegen des Geldes des Nächsten; aber zur Zeit der Rückzahlung zieht er die Frist hinaus, gibt Worte des Verdrusses zurück und schiebt die Schuld auf die Zeiten.

 

6 Vermag jener etwas, so erhält er kaum die Hälfte zurück und muss es als Fund betrachten; wenn aber nicht, so hat er ihn um sein Geld gebracht und ihn sich ohne Grund zum Feind gemacht; mit Flüchen und Schmähungen zahlt er ihm heim, und statt Ehre erweist er ihm Schande.

 

7 Viele haben sich abgewandt, nicht aus Bosheit, sondern weil sie fürchteten, ohne Grund beraubt zu werden.

 

8 Doch mit dem Niedrigen habe Geduld und lass ihn nicht auf das Almosen warten.

 

9 Um des Gebotes willen nimm dich des Armen an, und wegen seiner Not schicke ihn nicht leer fort.

 

10 Verliere lieber Geld um eines Bruders und Freundes willen, als dass es unter dem Stein verroste zum Verderben.

 

11 Lege deinen Schatz an nach den Geboten des Höchsten, so wird es dir mehr nützen als das Gold.

 

12 Verschließe das Almosen in deinen Kammern, und es wird dich aus allem Unheil erretten;

 

13 besser als ein starker Schild und besser als ein wuchtiger Speer wird es für dich gegen den Feind streiten.

 

14 Ein guter Mann verbürgt sich für den Nächsten, aber wer die Scham verloren hat, lässt ihn im Stich.

 

15 Vergiss nicht die Wohltaten des Bürgen; denn er hat sein Leben für dich eingesetzt.

 

16 Die Wohltaten des Bürgen verschleudert der Sünder, und der Undankbare lässt in seinem Sinn seinen Retter im Stich.

 

17 Bürgschaft hat viele zugrunde gerichtet, denen es wohl erging, und hat sie geschüttelt wie eine Meereswoge;

 

18 mächtige Männer hat sie heimatlos gemacht, und sie irrten umher unter fremden Völkern.

 

19 Ein Sünder, der sich in Bürgschaft stürzt und Gewinngeschäften nachjagt, wird in Prozesse geraten.

 

20 Nimm dich des Nächsten an nach deinem Vermögen, aber gib acht auf dich selbst, dass du nicht zu Fall kommst.

 

21 Der Anfang des Lebens ist Wasser und Brot und Kleidung und ein Haus, das die Blöße bedeckt.

 

22 Besser das Leben eines Armen unter einem Dach von Balken als glänzende Speisen bei Fremden.

 

23 Am Kleinen wie am Großen habe dein Genügen, so wirst du den Vorwurf der Fremdlingschaft nicht hören müssen.

 

24 Ein übles Leben ist es, von Haus zu Haus zu ziehen; und wo du als Fremder wohnst, darfst du den Mund nicht auftun;

 

25 du wirst bewirten und zu trinken geben ohne Dank, und obendrein wirst du Bitteres zu hören bekommen:

 

26 „Komm her, Fremdling, richte den Tisch, und wenn du etwas in der Hand hast, gib mir zu essen!“

 

27 „Geh hinaus, Fremdling, vor dem Angesehenen! Mein Bruder ist zu Gast gekommen, ich brauche das Haus.“

 

28 Schwer ist dies für einen Menschen, der Verstand hat: das Schelten wegen des Hauses und die Schmähung des Gläubigers.

 

 

 

Kapitel 30

 

 

1 Wer seinen Sohn liebt, hält beständig die Rute für ihn bereit, damit er sich an seinem Ende über ihn freuen kann.

 

2 Wer seinen Sohn züchtigt, wird Nutzen an ihm haben und sich unter Bekannten seiner rühmen.

 

3 Wer seinen Sohn unterweist, wird den Feind eifersüchtig machen und vor Freunden über ihn frohlocken.

 

4 Stirbt sein Vater, so ist es, als wäre er nicht gestorben; denn er hat einen, der ihm gleicht, nach sich hinterlassen.

 

5 Zu seinen Lebzeiten sah er ihn und freute sich, und bei seinem Tod war er nicht betrübt.

 

6 Gegen die Feinde hinterließ er einen Rächer und den Freunden einen, der Dank vergilt.

 

7 Wer seinen Sohn verzärtelt, wird seine Wunden verbinden, und bei jedem Schrei wird sein Inneres erschüttert.

 

8 Ein ungezähmtes Pferd wird störrisch, und ein sich selbst überlassener Sohn wird unbändig.

 

9 Verhätschle das Kind, und es wird dich in Schrecken versetzen; spiele mit ihm, und es wird dich betrüben.

 

10Lache nicht mit ihm, damit du nicht mit ihm leidest und am Ende mit den Zähnen knirschst.

 

11 Gib ihm keine Freiheit in der Jugend.

 

12 Bläue ihm die Rippen, solange er klein ist, damit er nicht verstockt wird und dir den Gehorsam verweigert.

 

13 Züchtige deinen Sohn und mühe dich um ihn, damit du nicht an seiner Schande Anstoß nimmst.

 

14 Besser ein Armer, gesund und von kräftiger Verfassung, als ein Reicher, der an seinem Leib geplagt ist.

 

15 Gesundheit und Wohlbefinden sind besser als alles Gold, und ein starker Leib besser als unermesslicher Reichtum.

 

16 Kein Reichtum ist besser als die Gesundheit des Leibes, und keine Freude geht über die Freude des Herzens.

 

17 Besser der Tod als ein bitteres Leben und ewige Ruhe als anhaltende Krankheit.

 

18 Leckerbissen, ausgeschüttet vor einem verschlossenen Mund, sind wie Speiseopfer, die auf ein Grab gelegt werden.

 

19 Was nützt dem Götzenbild ein Opfer? Es kann weder essen noch riechen. So ist es mit dem, der vom Herrn verfolgt wird:

 

20 Er sieht mit den Augen und seufzt, wie ein Eunuch, der eine Jungfrau umarmt und seufzt.

 

21 Überlass deine Seele nicht dem Kummer und quäle dich nicht mit deinen eigenen Gedanken.

 

22 Freude des Herzens ist das Leben des Menschen, und Frohsinn verlängert einem Mann die Tage.

23 Erheitere deine Seele und tröste dein Herz und halte den Kummer weit von dir fern; denn der Kummer hat viele zugrunde gerichtet, und kein Nutzen ist in ihm.

 

24 Neid und Zorn verkürzen die Tage, und Sorge bringt das Alter vor der Zeit.

 

25 Ein heiteres und gutes Herz achtet auf die Speisen seiner Mahlzeiten.

 

 

 

Kapitel 31

 

1 Das Wachen um des Reichtums willen zehrt das Fleisch aus, und die Sorge darum vertreibt den Schlaf.

 

2 Die Sorge des Wachens verscheucht den Schlummer, und eine schwere Krankheit raubt den Schlaf.

 

3 Der Reiche müht sich ab, um Geld zusammenzubringen, und wenn er ruht, sättigt er sich an seinen Genüssen.

 

4 Der Arme müht sich ab bei kärglichem Lebensunterhalt, und wenn er ruht, leidet er Mangel.

 

5 Wer das Gold liebt, wird nicht gerecht befunden werden, und wer dem Gewinn nachjagt, wird dadurch in die Irre geführt.

 

6 Viele sind um des Goldes willen zu Fall gekommen, und ihr Verderben stand vor ihrem Angesicht.

 

7 Ein Holz des Anstoßes ist es für die, die ihm verfallen sind, und jeder Tor wird davon gefangen.

 

8 Selig der Reiche, der untadelig erfunden wurde und der dem Gold nicht nachgelaufen ist.

 

9 Wer ist er? Wir wollen ihn seligpreisen; denn er hat Wunderbares getan in seinem Volk.

 

10 Wer ist darin geprüft und vollkommen erfunden worden? Es wird ihm zum Ruhm gereichen. Wer konnte übertreten und übertrat nicht, konnte Böses tun und tat es nicht?

 

11 Sein Gut wird gefestigt werden, und die Gemeinde wird seine Wohltaten verkünden.

 

12 Sitzt du an einer großen Tafel? So sperre nicht deinen Rachen darüber auf und sprich nicht: Wie viel liegt doch darauf!

 

13 Bedenke, dass ein missgünstiges Auge etwas Böses ist. Was ist Böseres geschaffen als das Auge? Darum weint es über jedes Angesicht.

 

14 Wohin es auch blickt, strecke deine Hand nicht aus und dränge dich nicht mit ihm in die Schüssel.

 

15 Beurteile die Belange des Nächsten nach dir selbst und sei bedacht in jeder Sache.

 

16 Iss wie ein Mensch, was dir vorgesetzt ist, und schmatze nicht, damit du nicht verhasst wirst.

 

17 Höre als Erster auf um des Anstandes willen und sei nicht unersättlich, damit du keinen Anstoß erregst.

 

18 Und wenn du inmitten vieler sitzt, so strecke deine Hand nicht vor ihnen aus.

 

19 Wie wenig genügt einem wohlerzogenen Menschen, und auf seinem Lager keucht er nicht.

 

20 Gesunder Schlaf kommt bei mäßig gefülltem Magen; er steht früh auf, und sein Geist ist bei ihm. Die Qual der Schlaflosigkeit, Erbrechen und Bauchgrimmen sind beim unersättlichen Mann.

 

21 Und wenn du beim Essen genötigt wurdest, so steh auf, erbrich dich abseits, und du wirst Ruhe finden.

 

22 Höre auf mich, mein Kind, und verachte mich nicht, und am Ende wirst du meine Worte als wahr erfinden: Sei geschickt in allen deinen Werken, und keine Krankheit wird dir begegnen.

 

23 Wer freigebig ist mit Brot, den preisen die Lippen, und das Zeugnis seiner Güte ist zuverlässig.

 

24 Über den, der geizig ist mit Brot, murrt die Stadt, und das Zeugnis seiner Bosheit ist genau.

 

25 Beim Wein spiele nicht den Helden; denn viele hat der Wein zugrunde gerichtet.

 

26 Der Ofen prüft den Stahl beim Härten, so der Wein die Herzen im Streit der Übermütigen.

 

27 Wie Lebenswasser ist der Wein den Menschen, wenn du ihn maßvoll trinkst. Was ist das Leben dessen, dem der Wein fehlt? Er ist ja zur Freude für die Menschen geschaffen.

 

28 Jubel des Herzens und Freude der Seele ist der Wein, zur rechten Zeit und in genügendem Maß getrunken.

 

29 Bitterkeit der Seele ist der Wein, viel getrunken, in Erregung und Streit.

 

30 Die Trunkenheit steigert den Zorn des Toren zum Anstoß; sie mindert die Kraft und schlägt Wunden.

 

31 Beim Weingelage tadle den Nächsten nicht und verachte ihn nicht in seiner Fröhlichkeit; sag ihm kein schmähendes Wort und bedränge ihn nicht mit einer Forderung.

 

 

Kapitel 32

 

1 Hat man dich zum Vorsteher gesetzt? Überhebe dich nicht; sei unter ihnen wie einer von ihnen, sorge für sie und setze dich dann nieder;

 

2 und wenn du alles Nötige getan hast, lege dich zu Tisch, damit du dich ihretwegen freuest und um der guten Ordnung willen einen Kranz empfangest.

 

3 Rede, du Alter, denn es steht dir zu, mit genauem Wissen, und hindere die Musik nicht.

 

4 Wo man zuhört, gieße nicht dein Geschwätz aus und spiele nicht zur Unzeit den Weisen.

 

5 Ein Siegelstein aus Karneol an goldenem Schmuck ist ein Musikstück beim Weingelage;

 

6 an goldenem Geschmeide ein Smaragdsiegel ist der Klang der Musik bei süßem Wein.

 

7Rede, Jüngling, wenn es nötig ist, kaum zweimal, wenn man dich fragt;

 

8 fasse deine Rede zusammen, vieles in wenigem; sei wie einer, der weiß und zugleich schweigt.

 

9 Inmitten der Großen stelle dich nicht gleich, und wenn ein anderer redet, schwatze nicht viel.

 

10 Vor dem Donner eilt der Blitz her, und vor dem Bescheidenen geht Gunst einher.

 

11 Erhebe dich zur rechten Zeit und sei nicht der Letzte; eile nach Hause und säume nicht.

 

12 Dort vergnüge dich und tu, was dir am Herzen liegt, und sündige nicht durch hochmütiges Reden.

 

13 Und für dies alles preise den, der dich geschaffen hat und dich mit seinen Gütern sättigt.

 

14 Wer den Herrn fürchtet, wird Zucht annehmen, und die früh nach ihm suchen, werden Wohlgefallen finden.

 

15 Wer das Gesetz sucht, wird davon erfüllt werden, aber der Heuchler wird daran zu Fall kommen.

 

16 Die den Herrn fürchten, werden das Recht finden und gerechte Satzungen wie ein Licht entzünden.

 

17 Der sündige Mensch weicht der Zurechtweisung aus und findet nach seinem Willen einen Vergleich.

 

18 Ein Mann von Rat übersieht keinen Gedanken; der Fremde und Hochmütige aber schreckt vor keiner Furcht zurück.

 

19 Ohne Rat tue nichts, und wenn du gehandelt hast, bereue es nicht.

 

20 Auf einem Weg des Anstoßes gehe nicht, und stoße dich nicht an Steinigem.

 

21 Vertraue nicht dem Weg ohne Hindernis,

 

22 und hüte dich vor deinen eigenen Kindern.

 

23 Bei jedem Werk vertraue deiner Seele; denn auch das ist Beobachtung der Gebote.

 

24 Wer dem Gesetz glaubt, achtet auf die Gebote, und wer auf den Herrn vertraut, wird keinen Schaden erleiden.

 

 

 

 

Kapitel 33

 

1 Wer den Herrn fürchtet, dem wird kein Übel begegnen, sondern in der Versuchung wird er ihn immer wieder erretten.

 

2 Ein weiser Mann wird das Gesetz nicht hassen; wer aber heuchlerisch damit umgeht, ist wie ein Schiff im Sturm.

 

3 Ein verständiger Mensch vertraut auf das Gesetz, und das Gesetz ist ihm zuverlässig wie ein Orakelspruch.

 

4 Bereite deine Rede vor, und so wirst du gehört werden; sammle deine Bildung und antworte dann.

 

5 Wie ein Wagenrad ist das Innere des Toren, und wie eine sich drehende Achse sein Denken.

 

6 Wie ein brünstiger Hengst ist ein spöttischer Freund: Unter jedem, der aufsitzt, wiehert er.

 

7 Warum übertrifft ein Tag den anderen, wo doch alles Tageslicht im Jahr von der Sonne kommt?

 

8 Durch die Erkenntnis des Herrn wurden sie unterschieden, und er machte Zeiten und Feste verschieden.

 

9 Von ihnen hat er einige erhöht und geheiligt, und andere hat er zu gewöhnlichen Tagen gemacht.

 

10 Auch alle Menschen sind aus dem Erdboden, und aus Erde wurde Adam geschaffen.

 

11 In der Fülle seiner Weisheit hat der Herr sie unterschieden und ihre Wege verschieden gemacht.

 

12 Einige von ihnen hat er gesegnet und erhöht, einige hat er geheiligt und zu sich nahen lassen; andere hat er verflucht und erniedrigt und sie von ihrem Platz gestürzt.

 

13 Wie Ton in der Hand des Töpfers; alle seine Wege sind nach seinem Wohlgefallen, so sind die Menschen in der Hand dessen, der sie gemacht hat, um ihnen nach seinem Urteil zu vergelten.

 

14 Dem Bösen gegenüber steht das Gute, und dem Tod gegenüber das Leben; so steht dem Frommen der Sünder gegenüber.

 

15 Und so betrachte alle Werke des Höchsten: paarweise, eines dem anderen gegenüber.

 

16 Und ich bin als Letzter wach geblieben wie einer, der hinter den Winzern Nachlese hält;

 

17 mit dem Segen des Herrn bin ich vorangekommen und habe wie ein Winzer die Kelter gefüllt.

 

18 Bedenkt, dass ich nicht für mich allein gearbeitet habe, sondern für alle, die Bildung suchen.

 

19 Hört auf mich, ihr Großen des Volkes, und ihr Vorsteher der Versammlung, gebt Gehör!

 

20 Sohn und Frau, Bruder und Freund gib keine Macht über dich, solange du lebst; und gib deinen Besitz keinem anderen, damit du es nicht bereust und darum bitten musst.

 

21 Solange du noch lebst und Atem in dir ist, mach dich von keinem Menschen abhängig;

 

22 denn es ist besser, dass deine Kinder dich bitten, als dass du auf die Hände deiner Söhne blicken musst.

 

23 In allen deinen Werken behalte die Oberhand; lass keinen Makel auf deine Ehre kommen.

 

24 Am Tag, da die Tage deines Lebens sich vollenden, und in der Stunde des Todes verteile dein Erbe.

 

25 Futter, Stock und Lasten für den Esel; Brot, Zucht und Arbeit für den Knecht.

 

26 Lass deinen Knecht arbeiten, und du wirst Ruhe finden; lass ihm die Hände frei, und er wird die Freiheit suchen.

 

27 Joch und Riemen beugen den Nacken, und für den boshaften Knecht gibt es Folter und Strafen.

 

28 Setze ihn zur Arbeit an, damit er nicht müßig gehe; denn der Müßiggang lehrt viel Böses.

 

29 Stelle ihn zur Arbeit an, wie es ihm zukommt; und wenn er nicht gehorcht, mach ihm die Fesseln schwerer.

 

30 Doch überschreite bei keinem Menschen das Maß, und tue nichts ohne Urteil.

 

31 Hast du einen Knecht, so sei er dir wie du selbst, denn mit Blut hast du ihn erworben.

 

32 Hast du einen Knecht, so behandle ihn wie einen Bruder, denn du wirst ihn brauchen wie dein eigenes Leben.

 

33 Wenn du ihn schlecht behandelst und er sich davonmacht und entläuft — auf welchem Weg willst du ihn suchen?

 

 

 

 

Kapitel 34

 

1 Leere und trügerische Hoffnungen hat der unverständige Mann, und Träume beflügeln die Toren.

 

2 Wie einer, der nach einem Schatten greift und dem Wind nachjagt, so ist, wer sich an Träume hält.

 

3 Dies gleicht jenem: das Gesicht der Träume wie ein Abbild eines Gesichts gegenüber einem Gesicht.

 

4 Was kann vom Unreinen rein werden? Und was kann vom Lügenhaften wahr sein?

 

5 Wahrsagungen, Vogelzeichen und Träume sind nichtig, und wie das Herz einer Gebärenden bildet es sich Wahngebilde ein.

 

6 Wenn sie nicht vom Höchsten als Heimsuchung gesandt werden, so richte dein Herz nicht auf sie;

 

7 denn viele haben die Träume in die Irre geführt, und die auf sie hofften, kamen zu Fall.

 

8 Ohne Lüge wird das Gesetz erfüllt, und Weisheit ist für einen treuen Mund Vollendung.

 

9 Ein Mann, der viel gereist ist, hat vieles erkannt, und der Vielerfahrene wird Einsicht verkünden.

 

10 Wer nicht erprobt wurde, weiß wenig; der Gereiste aber mehrt seine Klugheit.

 

11 Vieles habe ich auf meinen Wanderungen gesehen, und meine Einsicht ist größer als meine Worte.

 

12 Oftmals war ich in Todesgefahr und wurde um dieser Dinge willen gerettet.

 

13 Der Geist derer, die den Herrn fürchten, wird leben; denn ihre Hoffnung ruht auf dem, der sie rettet.

 

14 Wer den Herrn fürchtet, wird sich vor nichts scheuen und nicht verzagen, denn er ist seine Hoffnung.

 

15 Selig ist die Seele dessen, der den Herrn fürchtet. Auf wen verlässt er sich? Und wer ist seine Stütze?

 

16 Die Augen des Herrn ruhen auf denen, die ihn lieben: ein mächtiger Schild und eine starke Stütze, Schutz vor Glutwind und Schutz vor der Mittagshitze, Bewahrung vor dem Straucheln und Hilfe vor dem Fall;

 

17 er erhebt die Seele und erleuchtet die Augen, gibt Heilung, Leben und Segen.

 

18 Wer von unrechtem Gut opfert, dessen Gabe ist befleckt, und die Geschenke der Gesetzlosen finden kein Wohlgefallen.

 

19 Der Höchste hat kein Wohlgefallen an den Opfern der Gottlosen, noch vergibt er Sünden um der Menge der Opfer willen.

 

20 Wie einer, der den Sohn vor den Augen seines Vaters schlachtet, ist der, welcher ein Opfer aus dem Besitz der Armen darbringt.

 

21 Das Brot der Bedürftigen ist das Leben der Armen; wer es ihnen entzieht, ist ein Mann des Blutes.

 

22 Es tötet seinen Nächsten, wer ihm den Lebensunterhalt raubt, und es vergießt Blut, wer dem Tagelöhner den Lohn vorenthält.

 

23 Der eine baut auf, und der andere reißt nieder – was haben sie gewonnen außer Mühen?

 

24 Der eine betet, und der andere flucht – auf wessen Stimme wird der Herr hören?

 

25 Wer sich nach der Berührung eines Toten wäscht und ihn dann wieder berührt – was hat ihm sein Bad genützt?

 

26 So ist ein Mensch, der wegen seiner Sünden fastet und dann wieder hingeht und dasselbe tut: Wer wird sein Gebet erhören? Und was hat ihm seine Selbstdemütigung genützt?

 

 

 

Kapitel 35

 

1 Wer das Gesetz hält, bringt viele Opfergaben dar; ein Heilsopfer opfert, wer auf die Gebote achtet.

 

2 Wer Dank erweist, bringt Feinmehl dar, und wer Barmherzigkeit übt, opfert ein Lobopfer.

 

3 Das Wohlgefallen des Herrn ist es, von der Bosheit abzulassen, und Versöhnung ist es, vom Unrecht abzulassen.

 

4 Erscheine nicht mit leeren Händen vor dem Angesicht des Herrn; denn all dies geschieht um des Gebotes willen.

 

5 Die Opfergabe des Gerechten macht den Altar fett, und ihr Wohlgeruch steigt vor den Höchsten.

 

6 Das Opfer des gerechten Mannes ist angenehm, und sein Gedenken wird nicht vergessen werden.

 

7 Mit gütigem Auge verherrliche den Herrn und schmälere nicht die Erstlingsgabe deiner Hände.

 

8 Bei jeder Gabe zeige ein heiteres Gesicht und heilige den Zehnten mit Freude.

 

9 Gib dem Höchsten gemäß seiner Gabe und mit gütigem Auge nach dem, was deine Hand vermag;

 

10 denn der Herr ist ein Vergelter, und siebenfach wird er dir vergelten.

 

11 Versuche nicht zu bestechen, denn er wird es nicht annehmen, und verlass dich nicht auf ein ungerechtes Opfer;

 

12 denn der Herr ist Richter, und bei ihm gibt es kein Ansehen der Person.

 

13 Er nimmt keine Rücksicht auf die Person zum Nachteil des Armen, und das Flehen des Unterdrückten wird er erhören;

 

14 er wird das Bitten der Waise nicht verachten noch die Witwe, wenn sie ihre Klage ausschüttet.

 

15 Laufen nicht die Tränen der Witwe die Wange herab, und richtet sich nicht ihr Schreien gegen den, der sie hervorgerufen hat?

 

16 Wer mit Wohlgefallen dient, wird angenommen, und sein Gebet reicht bis zu den Wolken;

 

17 das Gebet des Demütigen dringt durch die Wolken, und bis es ankommt, lässt er sich nicht trösten;

 

18 und er lässt nicht ab, bis der Höchste eingreift und den Gerechten Recht schafft und Gericht hält.

 

19 Und der Herr wird nicht säumen noch mit ihnen Geduld haben,

 

20 bis er die Lenden der Unbarmherzigen zerschmettert und den Völkern Vergeltung heimzahlt,

 

21 bis er die Menge der Übermütigen vertilgt und die Zepter der Ungerechten zerbricht,

 

22 bis er dem Menschen nach seinen Taten vergilt und die Werke der Menschen nach ihren Gedanken,

 

23 bis er den Rechtsstreit seines Volkes entscheidet und sie erfreut durch sein Erbarmen.

 

24 Schön ist das Erbarmen zur Zeit seiner Bedrängnis, wie Regenwolken zur Zeit der Dürre.

 

 

 

Kapitel 36

 

1 Erbarme dich unser, Herrscher, du Gott aller Dinge, und blicke herab und lege deine Furcht auf alle Völker.

 

2 Erhebe deine Hand über die fremden Völker, und sie sollen deine Macht sehen.

 

3 Wie du dich vor ihren Augen an uns als heilig erwiesen hast, so mögest du dich vor unseren Augen an ihnen als groß erweisen;

 

4 und sie sollen dich erkennen, wie auch wir erkannt haben, dass es keinen Gott gibt außer dir, Herr.

 

5 Erneuere die Zeichen und wiederhole die Wunder, verherrliche deine Hand und deinen rechten Arm.

 

6 Wecke den Grimm und gieße den Zorn aus, vertilge den Widersacher und zerschmettere den Feind.

 

7 Beschleunige die Zeit und gedenke des Schwures, und man soll deine Großtaten erzählen.

 

8 Im Zornfeuer werde verzehrt, wer entronnen ist, und die dein Volk misshandeln, mögen den Untergang finden.

 

9 Zerschmettere die Häupter der feindlichen Fürsten, die sagen: Es gibt keinen außer uns.

 

10 Sammle alle Stämme Jakobs und gib ihnen ihr Erbe wie am Anfang.

 

11 Erbarme dich, Herr, des Volkes, das nach deinem Namen genannt ist, und Israels, das du einem Erstgeborenen gleichgestellt hast.

 

12 Hab Mitleid mit der Stadt deines Heiligtums, mit Jerusalem, dem Ort deiner Ruhe.

 

13 Erfülle Zion mit dem Lobpreis deiner Machttaten und dein Volk mit deiner Herrlichkeit.

 

14 Gib denen Zeugnis, die deine Geschöpfe von Anbeginn sind, und erfülle die Prophezeiungen, die in deinem Namen ergangen sind.

 

15 Gib denen Lohn, die auf dich harren, und deine Propheten sollen sich als glaubwürdig erweisen.

 

16 Erhöre, Herr, das Flehen deiner Bittsteller gemäß dem Segen Aarons über dein Volk,

 

17 und alle Bewohner der Erde werden erkennen, dass du der Herr bist, der Gott der Ewigkeiten.

 

18 Jede Speise verzehrt der Magen, doch die eine Speise ist besser als die andere.

 

19 Der Gaumen kostet die Speisen des Wildbrets, so das verständige Herz die lügnerischen Worte.

 

20 Ein verkehrtes Herz bereitet Kummer, aber ein erfahrener Mensch zahlt es ihm heim.

 

21 Jeden Mann nimmt eine Frau an, doch die eine Tochter ist besser als die andere.

 

22 Die Schönheit einer Frau erheitert das Angesicht und übertrifft jedes Begehren des Menschen.

 

23 Ist auf ihrer Zunge Güte und Sanftmut, so ist ihr Mann nicht wie andere Menschenkinder.

 

24 Wer eine Frau erwirbt, macht den Anfang eines Besitzes, eine Hilfe, die ihm entspricht, und eine Säule der Ruhe.

 

25 Wo kein Zaun ist, wird der Besitz geplündert, und wo keine Frau ist, seufzt der Umherirrende.

 

26 Denn wer traut einem gerüsteten Räuber, der von Stadt zu Stadt springt?

 

27 So auch dem Menschen, der kein Nest hat und dort einkehrt, wo ihn der Abend überrascht.

 

 

 

 

Kapitel 37

 

 

1 Jeder Freund sagt: „Auch ich habe Freundschaft geschlossen"; aber mancher ist nur dem Namen nach ein Freund.

 

2 Ist es nicht ein Kummer bis zum Tod, wenn ein Gefährte und Freund sich in Feindschaft verwandelt?

 

3 O böser Gedanke, woher bist du hereingewälzt worden, um das trockene Land mit Arglist zu bedecken?

 

4 Ein Gefährte freut sich mit dem Freund in der Fröhlichkeit, aber zur Zeit der Bedrängnis wird er sich gegen ihn stellen;

 

5 ein Gefährte müht sich mit dem Freund um des Bauches willen, angesichts des Krieges greift er zum Schild.

 

6 Vergiss den Freund nicht in deinem Herzen und denke seiner nicht zu wenig bei deinem Reichtum.

 

7 Jeder Ratgeber preist seinen Rat, aber mancher rät zu seinem eigenen Vorteil.

 

8 Hüte deine Seele vor dem Ratgeber und erkenne zuvor, was sein Interesse ist, denn er wird für sich selbst raten, damit er nicht das Los über dich werfe

 

9 und zu dir sage: „Gut ist dein Weg", und sich dann gegenüber hinstelle, um zu sehen, was dir widerfahren wird.

 

10 Berate dich nicht mit dem, der dich scheel ansieht, und vor denen, die dich beneiden, verbirg deinen Rat:

 

11 nicht mit einer Frau über ihre Nebenbuhlerin und nicht mit einem Feigling über den Krieg, nicht mit einem Kaufmann über den Handel und nicht mit einem Käufer über den Verkauf, nicht mit einem Missgünstigen über Dankbarkeit und nicht mit einem Unbarmherzigen über Güte, nicht mit einem Trägen über irgendeine Arbeit und nicht mit einem Jahreslohnarbeiter über die Vollendung, nicht mit einem faulen Knecht über viel Arbeit; verlass dich auf diese in keinerlei Beratung;

 

12 sondern halte dich beständig an einen frommen Mann, von dem du weißt, dass er die Gebote bewahrt, der in seiner Seele wie deine Seele ist und der, wenn du strauchelst, mit dir leiden wird.

 

13 Und halte fest am Rat deines Herzens, denn keiner ist dir treuer als er;

 

14 denn die Seele eines Mannes pflegt bisweilen mehr anzuzeigen als sieben Wächter, die auf hoher Warte sitzen.

 

15 Und bei alledem bitte den Höchsten, dass er deinen Weg in Wahrheit gerade mache.

 

16 Der Anfang jedes Werkes ist das Wort, und vor jeder Handlung steht die Beratung.

 

17 Als Spur der Wandlung des Herzens gehen vier Teile hervor:

 

18 Gutes und Böses, Leben und Tod; und was beständig über sie herrscht, ist die Zunge.

 

19 Mancher Mann ist geschickt und ein Lehrer vieler, doch für seine eigene Seele ist er unnütz.

 

20 Mancher, der in Worten klug tut, ist verhasst; er wird jeglicher Nahrung entbehren;

 

21 denn ihm wurde vom Herrn keine Gnade gegeben, weil er aller Weisheit beraubt ist.

 

22 Mancher ist weise für seine eigene Seele, und die Früchte seiner Einsicht sind auf seinem Munde zuverlässig.

 

23 Ein weiser Mann wird sein Volk unterweisen, und die Früchte seiner Einsicht sind zuverlässig.

 

24 Ein weiser Mann wird mit Segen erfüllt werden, und alle, die ihn sehen, werden ihn glücklich preisen.

 

25 Das Leben eines Mannes hat eine begrenzte Zahl von Tagen, aber die Tage Israels sind unzählbar.

 

26 Der Weise wird bei seinem Volk Vertrauen erben, und sein Name wird in Ewigkeit leben.

 

27 Kind, prüfe in deinem Leben deine Seele und sieh, was ihr schädlich ist, und gib es ihr nicht;

 

28 denn nicht alles nützt allen, und nicht jede Seele hat an allem Gefallen.

 

29 Sei nicht unersättlich bei jedem Genuss und stürze dich nicht auf die Speisen;

 

30 denn in vielen Speisen liegt Krankheit, und die Unersättlichkeit führt bis zur Cholera;

 

31 durch Unersättlichkeit sind viele gestorben, wer aber achtgibt, wird sein Leben verlängern.

 

 

 

Kapitel 38

 

 

1 Ehre den Arzt mit den Ehren, die ihm gebühren, um seiner Dienste willen, denn auch ihn hat der Herr erschaffen;

 

2 denn vom Höchsten kommt die Heilung, und vom König empfängt er Geschenke.

 

3 Die Kunst des Arztes erhöht sein Haupt, und vor den Großen wird er bewundert.

 

4 Der Herr hat aus der Erde die Heilmittel geschaffen, und ein verständiger Mann verschmäht sie nicht.

 

5 Wurde nicht durch ein Holz das Wasser süß, damit seine Kraft erkannt würde?

 

6 Und er selbst gab den Menschen Wissen, damit er verherrlicht werde in seinen Wundern.

 

7 Durch sie heilt er und nimmt den Schmerz hinweg; der Salbenmischer bereitet daraus eine Mischung,

 

8 und seine Werke nehmen kein Ende, und Friede von ihm ist auf dem Angesicht der Erde.

 

9 Mein Kind, in deiner Krankheit sei nicht nachlässig, sondern bete zum Herrn, und er wird dich heilen.

 

10 Lass ab vom Fehltritt, mache deine Hände gerade und reinige dein Herz von aller Sünde.

 

11 Bringe Wohlgeruch dar und ein Gedenkopfer von Feinmehl und mache die Opfergabe fett, als wärest du dem Tode nahe.

 

12 Und gib auch dem Arzt Raum, denn auch ihn hat der Herr erschaffen, und er weiche nicht von dir, denn man bedarf seiner.

 

13 Es gibt eine Zeit, da auch in ihren Händen Gelingen liegt;

 

14 denn auch sie werden zum Herrn flehen, dass er ihnen Linderung und Heilung gelingen lasse zur Erhaltung des Lebens.

 

15 Wer gegen seinen Schöpfer sündigt, der falle in die Hände des Arztes.

 

16 Mein Kind, über einen Toten vergieße Tränen und stimme die Klage an, als littest du Schweres; nach seinem Recht bestatte seinen Leib und übersieh nicht sein Begräbnis.

 

17 Weine bitterlich und wehklage heftig und halte die Trauer nach seiner Würde einen Tag oder zwei, um übler Nachrede willen, und dann lass dich trösten von der Trauer.

 

18 Denn aus Trauer kommt der Tod, und Trauer des Herzens beugt die Kraft.

 

19 Im Unglück bleibt auch die Trauer, und das Leben des Armen ist wider das Herz.

 

20 Gib dein Herz nicht der Trauer hin; vertreibe sie, indem du an das Ende gedenkst.

 

21 Vergiss nicht: Es gibt keine Rückkehr; ihm nützest du nichts, und dir selbst schadest du.

 

22 Gedenke meines Geschicks, denn so ist auch das deine: mir gestern, dir heute.

 

23 Mit der Ruhe des Toten lass auch sein Gedächtnis ruhen und tröste dich über ihn beim Ausgang seines Geistes.

 

24 Die Weisheit des Schriftgelehrten kommt durch gute Gelegenheit zur Muße, und wer wenig Geschäfte hat, wird weise werden.

 

25 Wie könnte weise werden, wer den Pflug führt und sich des Treiberstachels rühmt, wer Rinder treibt und mit ihren Arbeiten umgeht und dessen Reden von jungen Stieren handeln?

 

26 Sein Herz richtet er darauf, Furchen zu ziehen, und sein Wachen gilt dem Futter der Kälber.

 

27 So auch jeder Handwerker und Baumeister, der die Nacht wie den Tag zubringt; die da Siegel schneiden, und dessen Ausdauer darin besteht, das Muster zu verändern; sein Herz richtet er darauf, das Bild getreu nachzubilden, und sein Wachen darauf, das Werk zu vollenden.

 

28 So auch der Schmied, der beim Amboss sitzt und das Eisenwerk betrachtet; der Hauch des Feuers zehrt an seinem Fleisch, und mit der Hitze des Ofens kämpft er; der Schall des Hammers neigt sein Ohr, und seine Augen sind auf das Muster des Gerätes gerichtet; sein Herz richtet er auf die Vollendung der Werke, und sein Wachen darauf, sie am Ende zu verzieren.

 

29 So auch der Töpfer, der bei seiner Arbeit sitzt und mit seinen Füßen die Scheibe dreht, der beständig in Sorge um sein Werk ist, und dessen ganzes Schaffen nach der Zahl geht.

 

30 Mit seinem Arm formt er den Ton und vor seinen Füßen beugt er dessen Kraft; sein Herz gibt er hin, die Glasur zu vollenden, und sein Wachen darauf, den Ofen zu reinigen.

 

31 Alle diese verlassen sich auf ihre Hände, und jeder ist weise in seinem Werk.

 

32 Ohne sie wird keine Stadt bewohnt, und man wird dort weder wohnen noch umhergehen.

 

33 Aber zum Rat des Volkes werden sie nicht gesucht, und in der Versammlung ragen sie nicht hervor; auf dem Richterstuhl sitzen sie nicht und verstehen sich nicht auf die Ordnung des Rechts.

 

34 Sie bringen weder Bildung noch Recht ans Licht, und in Sprüchen findet man sie nicht; aber sie erhalten das Werk der Welt, und ihr Gebet besteht in der Ausübung ihres Handwerks.

 

Kapitel 39

 

 

1 Anders der, der seine Seele hingibt und über das Gesetz des Höchsten nachsinnt: Er wird die Weisheit aller Alten erforschen und sich mit den Weissagungen beschäftigen,

 

2 die Erzählung berühmter Männer wird er bewahren und in die Wendungen der Gleichnisse eindringen,

 

3 das Verborgene der Sprüche wird er erforschen und mit den Rätseln der Gleichnisse vertraut sein.

 

4 Inmitten der Großen wird er dienen und vor den Herrschern erscheinen; das Land fremder Völker wird er durchziehen, denn Gutes und Böses unter den Menschen hat er erprobt.

 

5 Sein Herz wird er darauf richten, früh am Morgen den Herrn zu suchen, der ihn geschaffen hat, und vor dem Höchsten wird er flehen; er wird seinen Mund im Gebet öffnen und wegen seiner Sünden flehen.

 

6 Wenn der Herr, der Große, es will, wird er mit dem Geist der Einsicht erfüllt werden; er selbst wird Worte seiner Weisheit hervor strömen lassen und im Gebet den Herrn preisen;

 

7 er wird seinen Rat und seine Erkenntnis recht lenken und über seine Geheimnisse nachsinnen;

 

8 er wird die Bildung seiner Lehre offenbar machen und sich des Gesetzes des Bundes des Herrn rühmen.

 

9 Viele werden seine Einsicht loben, und bis in Ewigkeit wird sie nicht ausgelöscht werden; sein Andenken wird nicht weichen, und sein Name wird leben von Geschlecht zu Geschlecht;

 

10 seine Weisheit werden die Völker erzählen, und sein Lob wird die Gemeinde verkünden;

 

11 wenn er bleibt, wird er einen Namen hinterlassen mehr als tausend, und wenn er zur Ruhe geht, genügt es ihm.

 

12 Noch weiter will ich nachsinnend erzählen, denn wie der Vollmond bin ich erfüllt worden.

 

13 Hört auf mich, ihr frommen Söhne, und sprosst wie eine Rose, die am fließenden Wasser wächst,

 

14 und duftet wie Weihrauch und blüht auf wie die Lilie. Verbreitet Wohlgeruch und singt ein Loblied, preist den Herrn für alle seine Werke,

 

15 gebt seinem Namen die Ehre und dankt ihm mit seinem Lob, mit Liedern der Lippen und mit Harfen, und so sollt ihr im Lobpreis sprechen:

 

16 Alle Werke des Herrn sind sehr gut, und jedes Gebot wird zu seiner Zeit geschehen; man kann nicht sagen: Was ist das? Wozu ist das? Denn alles wird zu seiner Zeit gesucht werden.

 

17 Durch sein Wort stand das Wasser wie ein Wall, und durch den Spruch seines Mundes entstanden die Wasserbehälter.

 

18 In seinem Gebot liegt alles Wohlgefallen, und es gibt niemanden, der sein Heil mindern könnte.

 

19 Die Werke allen Fleisches liegen vor ihm, und nichts kann sich vor seinen Augen verbergen;

 

20 von Ewigkeit zu Ewigkeit blickt er, und nichts ist wunderbar vor ihm.

 

21 Man kann nicht sagen: Was ist das? Wozu ist das? Denn alles ist zu seinem Nutzen geschaffen.

 

22 Sein Segen bedeckt wie ein Strom und tränkt das trockene Land wie eine Flut;

 

23 so werden die Völker seinen Zorn erben, wie er die Wasser in Salz verwandelt hat.

 

24 Seine Wege sind für die Frommen gerade, so sind sie für die Gesetzlosen Anstöße;

 

25 Gutes ist für die Guten geschaffen von Anfang an, so für die Sünder Böses.

 

26 Das Wichtigste von allem, was der Mensch zum Leben braucht: Wasser und Feuer und Eisen und Salz und Weizenmehl und Milch und Honig, Traubenblut und Öl und Kleidung;

 

27 dies alles gereicht den Frommen zum Guten, so wird es sich den Sündern zum Bösen wenden.

 

28 Es gibt Winde, die zur Vergeltung geschaffen sind, und in seinem Zorn hat er ihre Geißeln fest gemacht; zur Zeit der Vollendung werden sie ihre Kraft ausgießen und den Zorn dessen, der sie geschaffen hat, stillen.

 

29 Feuer und Hagel und Hunger und Tod, dies alles ist zur Vergeltung geschaffen;

 

30 die Zähne der wilden Tiere und Skorpione und Vipern und das Schwert, das die Gottlosen zum Verderben straft;

 

31 an seinem Befehl werden sie sich freuen und auf der Erde für ihren Dienst bereitstehen und zu ihren Zeiten sein Wort nicht übertreten.

 

32 Darum war ich von Anfang an fest überzeugt, sann nach und hinterließ es in Schrift:

 

33 Alle Werke des Herrn sind gut, und jedes Bedürfnis wird er zu seiner Stunde gewähren,

 

34 und man kann nicht sagen: Dies ist schlechter als jenes, denn alles wird zu seiner Zeit sich bewähren.

 

35 Und nun lobsingt mit ganzem Herzen und Mund und preist den Namen des Herrn.

 

 

 

Kapitel 40

 

1 Große Mühsal ist jedem Menschen geschaffen, und ein schweres Joch liegt auf den Söhnen Adams, vom Tag des Ausgangs aus dem Leib ihrer Mutter bis zum Tag der Rückkehr zur Mutter aller:

 

2 ihre Gedanken und die Furcht des Herzens, das Sinnen auf das, was sie erwartet, der Tag des Todes.

 

3 Von dem, der auf herrlichem Thron sitzt, bis zu dem, der in Staub und Asche erniedrigt ist,

 

4 von dem, der Purpur und Krone trägt, bis zu dem, der sich in grobes Leinen hüllt: Zorn und Eifersucht und Unruhe und Erschütterung und Todesfurcht und Groll und Streit.

 

5 Und zur Zeit der Ruhe auf dem Lager verwirrt der Schlaf der Nacht sein Wissen:

 

6 Wenig, gleichsam nichts, findet er Ruhe, und danach ist er im Schlaf wie am Tag der Wache, aufgeschreckt durch die Gesichte seines Herzens, wie einer, der vor dem Angesicht des Krieges geflohen ist;

 

7 zur Zeit seiner Rettung erwacht er und wundert sich, dass keine Furcht da ist.

 

8 So geht es allem Fleisch, vom Menschen bis zum Vieh, und über die Sünder siebenfach mehr:

 

9 Tod und Blut und Streit und Schwert, Heimsuchungen, Hunger und Verderben und Geißel.

 

10 Über die Gesetzlosen ist dies alles geschaffen, und um ihretwillen kam die Sintflut.

 

11 Alles, was aus der Erde ist, kehrt zur Erde zurück, und was aus den Wassern ist, wendet sich zurück ins Meer.

 

12 Jedes Bestechungsgeschenk und alles Unrecht wird ausgetilgt werden, aber die Treue wird in Ewigkeit bestehen.

 

13 Der Reichtum der Ungerechten wird wie ein Fluss austrocknen und wie ein großer Donner im Regenguss verhallen.

 

14 Wenn einer die Hände öffnet, wird er sich freuen; so werden die Übertreter am Ende vergehen.

 

15 Die Nachkommen der Gottlosen treiben nicht viele Zweige, und unreine Wurzeln stehen auf schroffem Fels;

 

16 das Schilf an jedem Wasser und am Ufer des Flusses wird vor allem Gras ausgerissen.

 

17 Die Güte ist wie ein Garten voller Segnungen, und die Barmherzigkeit bleibt in Ewigkeit bestehen.

 

18 Das Leben des Genügsamen und des Arbeiters ist süß, doch mehr als beide, wer einen Schatz findet.

 

19 Kinder und der Bau einer Stadt festigen den Namen, doch mehr als beide gilt eine untadelige Frau.

 

20 Wein und Musik erfreuen das Herz, doch mehr als beide die Liebe zur Weisheit.

 

21 Flöte und Harfe machen die Weisen lieblich, doch mehr als beide eine liebliche Zunge.

 

22 Anmut und Schönheit begehrt das Auge, doch mehr als beide das Grün der Saat.

 

23 Freund und Gefährte begegnen einander zur rechten Zeit, doch mehr als beide eine Frau mit ihrem Mann.

 

24 Brüder und Hilfe sind da zur Zeit der Bedrängnis, doch mehr als beide rettet die Barmherzigkeit.

 

25 Gold und Silber geben dem Fuß festen Stand, doch mehr als beide wird guter Rat geschätzt.

 

26 Reichtum und Kraft erheben das Herz, doch mehr als beide die Furcht des Herrn. In der Furcht des Herrn gibt es keinen Mangel, und man braucht bei ihr keine Hilfe zu suchen;

 

27 die Furcht des Herrn ist wie ein Garten des Segens, und über alle Herrlichkeit hinaus bedeckt sie den Menschen.

 

28 Kind, führe kein Leben des Bettelns; besser sterben als betteln.

 

29 Ein Mann, der auf einen fremden Tisch blickt – sein Dasein ist nicht als Leben zu rechnen; er befleckt seine Seele mit fremden Speisen; ein verständiger und wohlerzogener Mann aber hütet sich davor.

 

30 Im Mund des Schamlosen ist das Betteln süß, doch in seinem Innern brennt es wie Feuer.

 

 

 

 

Kapitel 41

 

1 O Tod, wie bitter ist das Gedenken an dich für einen Menschen, der in Frieden bei seinem Besitz lebt, für einen Mann ohne Sorgen, dem alles wohl gelingt und der noch Kraft hat, Speise zu genießen.

 

2 O Tod, gut ist dein Urteilsspruch für einen Menschen, der bedürftig ist und dem die Kraft schwindet, der hochbetagt ist und von allem geplagt wird, der widerspenstig ist und die Geduld verloren hat.

 

3 Fürchte dich nicht vor dem Urteilsspruch des Todes; gedenke derer, die vor dir waren, und derer, die nach dir kommen.

 

4 Dies ist der Urteilsspruch des Herrn über alles Fleisch, und was sträubst du dich gegen das Wohlgefallen des Höchsten? Ob zehn, ob hundert, ob tausend Jahre – im Hades gibt es keine Anklage über das Leben.

 

5 Abscheuliche Kinder werden die Kinder der Sünder und die, die im Umgang mit den Wohnstätten der Gottlosen verkehren.

 

6 Das Erbe der Kinder von Sündern geht zugrunde, und bei ihrer Nachkommenschaft bleibt beständig die Schande.

 

7 Einen gottlosen Vater klagen die Kinder an, denn seinetwegen werden sie geschmäht.

 

8 Wehe euch, ihr gottlosen Männer, die ihr das Gesetz des höchsten Gottes verlassen habt!

 

9 Wenn ihr geboren werdet, werdet ihr zum Fluch geboren, und wenn ihr sterbt, wird euch der Fluch zuteil.

 

10 Alles, was aus der Erde ist, wird zur Erde zurückkehren; so gehen die Gottlosen vom Fluch ins Verderben.

 

11 Die Trauer der Menschen gilt ihren Leibern, doch der Name der Sünder, der nicht gut ist, wird ausgelöscht.

 

12 Sorge für deinen Namen, denn er bleibt dir länger als tausend große Schätze von Gold.

 

13 Ein gutes Leben hat eine begrenzte Zahl von Tagen, aber ein guter Name bleibt in Ewigkeit.

 

14 Bewahrt die Unterweisung in Frieden, Kinder! Verborgene Weisheit und ein unsichtbarer Schatz; welchen Nutzen haben beide?

 

15 Besser ein Mensch, der seine Torheit verbirgt, als ein Mensch, der seine Weisheit verbirgt.

 

16 Darum schämt euch nach meinem Wort; denn nicht jede Scham zu bewahren ist gut, und nicht alles wird von allen in Treue gebilligt.

 

17 Schämt euch vor Vater und Mutter der Unzucht und vor Fürst und Machthaber der Lüge,

 

18 vor Richter und Herrscher des Vergehens und vor der Gemeinde und dem Volk der Gesetzlosigkeit,

 

19 vor dem Gefährten und Freund des Unrechts und vor dem Ort, an dem du wohnst, des Diebstahls,

 

20 vor der Wahrheit Gottes und dem Bund, und den Ellbogen auf das Brot zu stützen,

 

21 der verächtlichen Verweigerung beim Nehmen und Geben, und vor denen, die grüßen, des Schweigens,

 

22 des Anblicks einer Dirne und der Abwendung des Angesichts von einem Verwandten,

 

23 der Wegnahme eines Anteils und einer Gabe und des Gaffens nach einer verheirateten Frau,

 

24 der Zudringlichkeit gegenüber seiner Magd und nähere dich nicht ihrem Lager ,

 

25 vor Freunden der schmähenden Worte und nachdem du gegeben hast, schmähe nicht ,

 

26 des Weitertragens und des gehörten Wortes und des Enthüllens geheimer Worte.

 

27 So wirst du wahrhaft schamhaft sein und Gunst finden vor allen Menschen.

 

 

 

 

Kapitel 42

 

1 Über diese Dinge schäme dich nicht, und nimm keine Rücksicht auf die Person, sodass du sündigst:

 

2 über das Gesetz des Höchsten und den Bund und über das Urteil, das den Gottlosen rechtfertigt,

 

3 über die Abrechnung mit dem Gefährten und den Reisenden und über die Verteilung des Erbes an die Genossen,

 

4 über die Genauigkeit von Waage und Gewichten und über den Erwerb von vielem und wenigem,

 

5 über den Gewinn beim Verkauf der Händler und über die strenge Erziehung der Kinder und darüber, einem bösen Knecht die Seite blutig zu schlagen.

 

6 Bei einer bösen Frau ist ein Siegel gut, und wo viele Hände sind, verschließe.

 

7 Was du übergibst, sei nach Zahl und Gewicht, und Geben und Nehmen, alles schriftlich.

 

8 Über die Zurechtweisung des Unverständigen und Toren und des Hochbetagten, der mit den Jungen streitet so wirst du wahrhaft erzogen und bewährt sein vor allem Lebendigen.

 

9 Eine Tochter ist für den Vater eine verborgene Wachsamkeit, und die Sorge um sie vertreibt den Schlaf: in ihrer Jugend, dass sie nicht verblühe; und wenn sie verheiratet ist, dass sie nicht gehasst werde;

 

10 in ihrer Jungfräulichkeit, dass sie nicht entehrt werde und im Hause ihres Vaters schwanger werde; wenn sie bei einem Mann ist, dass sie nicht untreu werde; und wenn sie verheiratet ist, dass sie nicht unfruchtbar bleibe.

 

11 Über eine eigensinnige Tochter verstärke die Wache, damit sie dich nicht zum Gespött für die Feinde mache, zum Gerede in der Stadt und zum Vorwurf des Volkes, und dich beschäme vor der großen Menge.

 

12 Schau bei keinem Menschen auf die Schönheit und sitze nicht mitten unter Frauen;

 

13 denn aus den Kleidern kommt die Motte hervor und von der Frau die Bosheit der Frau.

 

14 Besser ist die Bosheit eines Mannes als eine wohltuende Frau, und eine Frau, die Schande bringt, gereicht zur Schmach.

 

15 Nun will ich der Werke des Herrn gedenken, und was ich gesehen habe, will ich erzählen: Durch die Worte des Herrn sind seine Werke.

 

16 Die leuchtende Sonne blickt auf alles herab, und von der Herrlichkeit des Herrn ist sein Werk voll.

 

17 Nicht einmal den Heiligen des Herrn ist es gegeben, alle seine Wunder zu erzählen, die der Herr, der Allmächtige, festgegründet hat, damit das All in seiner Herrlichkeit gefestigt sei.

 

18 Den Abgrund und das Herz hat er erforscht und ihre Ränke durchschaut; denn der Höchste kennt alles Wissen und blickt auf das Zeichen der Ewigkeit,

 

19 indem er das Vergangene und das Zukünftige verkündet und die Spuren des Verborgenen enthüllt.

 

20 Kein Gedanke entgeht ihm, nicht ein einziges Wort ist vor ihm verborgen.

 

21 Die Großtaten seiner Weisheit hat er geordnet, wie er ist von Ewigkeit her und in Ewigkeit; nichts wurde hinzugefügt noch vermindert, und er bedurfte keines Ratgebers.

 

22 Wie begehrenswert sind alle seine Werke, und doch ist es nur wie ein Funke, was man schauen kann.

 

23 Alles dies lebt und bleibt in Ewigkeit für jeden Bedarf, und alles gehorcht.

 

24 Alles ist doppelt, eines dem anderen gegenüber, und er hat nichts Mangelhaftes gemacht;

 

25 eines befestigt das Gute des anderen und wer könnte sich sattsehen an seiner Herrlichkeit?

 

 

 

 

Kapitel 43

 

1 Der Stolz der Höhe ist das Firmament in seiner Reinheit, die Gestalt des Himmels im Anblick der Herrlichkeit.

 

2 Die Sonne verkündet bei ihrem Aufgang in ihrem Erscheinen ein wunderbares Gerät, ein Werk des Höchsten;

 

3 an ihrem Mittag dörrt sie das Land aus, und wer kann vor ihrer Glut bestehen?

 

4 Wie einer, der einen Ofen anfacht bei Werken der Hitze, so brennt die Sonne dreifach auf die Berge; feurige Dünste haucht sie aus, und mit strahlenden Strahlen blendet sie die Augen.

 

5 Groß ist der Herr, der sie gemacht hat, und auf seine Worte hin eilt sie ihren Lauf.

 

6 Auch der Mond erscheint allen zu seiner Zeit, zur Anzeige der Zeiten und als Zeichen der Ewigkeit;

 

7vom Mond kommt das Zeichen des Festes, ein Licht, das abnimmt bis zur Vollendung.

 

8 Der Monat ist nach seinem Namen benannt; wunderbar wächst er in seinem Wandel, ein Gerät der Heerlager in der Höhe, das am Firmament des Himmels erstrahlt.

 

9 Die Schönheit des Himmels ist der Glanz der Sterne, ein leuchtender Schmuck in den Höhen des Herrn;

 

10auf die Worte des Heiligen stehen sie nach seinem Urteil und ermatten nicht auf ihren Wachen.

 

11 Sieh den Regenbogen und preise den, der ihn gemacht hat; überaus schön ist er in seinem Glanz.

 

12 Er umspannt den Himmel mit einem Kreis der Herrlichkeit; die Hände des Höchsten haben ihn ausgespannt.

 

13 Durch seinen Befehl lässt er den Schnee herabeilen und beschleunigt die Blitze seines Gerichts;

 

14 darum öffnen sich die Vorratskammern, und Wolken fliegen heraus wie Vögel;

 

15 in seiner Größe macht er die Wolken stark, und die Hagelsteine werden zerschlagen;

 

16 und bei seinem Erscheinen erbeben die Berge, nach seinem Willen weht der Südwind.

 

17 Die Stimme seines Donners schilt die Erde, ebenso der Sturm aus dem Norden und der Wirbelwind.

 

18 Wie herabfliegende Vögel streut er den Schnee, und wie sich niederlassende Heuschrecken ist sein Herabfallen; die Schönheit seiner Weiße bewundert das Auge, und über sein Fallen staunt das Herz.

 

19 Auch den Reif schüttet er wie Salz auf die Erde, und wenn er gefriert, wird er zu Spitzen von Dornen.

 

20 Der kalte Nordwind weht, und Eis gefriert auf dem Wasser; auf jede Ansammlung von Wasser legt es sich, und wie mit einem Panzer bekleidet sich das Wasser.

 

21 Er verzehrt die Berge und versengt die Wüste und löscht das Grün aus wie Feuer.

 

22 Heilung für alles ist der eilends kommende Nebel; der Tau, der nach der Glut kommt, erquickt.

 

23 Durch seinen Ratschluss stillte er die Tiefe und pflanzte in sie Inseln.

 

24 Die das Meer befahren, erzählen von seiner Gefahr, und wenn wir es mit unseren Ohren hören, staunen wir;

 

25 dort sind die seltsamen und wunderbaren Werke, die Vielfalt alles Lebendigen, die Schöpfung der Seeungeheuer.

 

26 Um seinetwillen gelingt seinem Boten der Weg, und durch sein Wort besteht alles.

 

27 Vieles könnten wir sagen und würden doch nicht ans Ende gelangen; die Summe der Worte ist: Er ist das All.

 

28 Wenn wir ihn preisen, wozu vermögen wir es? Denn er, der Große, ist erhaben über alle seine Werke.

 

29 Furchtgebietend ist der Herr und überaus groß, und wunderbar ist seine Macht.

 

30 Preist den Herrn und erhebt ihn, soviel ihr könnt, denn er ist noch darüber hinaus erhaben; und wenn ihr ihn erhebt, sammelt alle Kraft; werdet nicht müde, denn ihr werdet doch nicht ans Ende gelangen.

 

31 Wer hat ihn gesehen und könnte es erzählen? Und wer kann ihn so groß machen, wie er ist?

 

32 Vieles Verborgene ist noch größer als dies, denn nur wenige seiner Werke haben wir gesehen;

 

33 denn alles hat der Herr gemacht, und den Frommen hat er Weisheit gegeben.

 

 

 

 

 

 

Kapitel 44

 

1 Lasst uns nun rühmen die berühmten Männer und unsere Väter nach ihren Geschlechtern:

 

2 Viel Herrlichkeit hat der Herr geschaffen, seine Majestät von Ewigkeit her.

 

3 Sie herrschten in ihren Königreichen und waren Männer, berühmt durch ihre Macht; sie gaben Rat durch ihre Einsicht und verkündeten in Prophezeiungen;

 

4 sie führten das Volk durch ihre Ratschlüsse und durch die Einsicht in die Schriftgelehrsamkeit des Volkes – weise Worte waren in ihrer Lehre;

 

5 sie erforschten musikalische Weisen und trugen Lieder in Schrift vor;

 

6 reiche Männer, ausgestattet mit Kraft, die in Frieden in ihren Wohnstätten lebten:

 

7 Alle diese wurden in ihren Geschlechtern geehrt und waren der Ruhm ihrer Tage.

 

8 Es gibt unter ihnen solche, die einen Namen hinterlassen haben, sodass man ihr Lob erzählt;

 

9 und es gibt solche, an die kein Gedenken mehr ist: Sie sind vergangen, als wären sie nie gewesen, und sie wurden, als wären sie nie geboren, und ebenso ihre Kinder nach ihnen.

 

10 Doch jene waren Männer der Barmherzigkeit, deren gerechte Taten nicht vergessen wurden;

 

11 bei ihren Nachkommen wird es bleiben, ein gutes Erbe sind ihre Sprösslinge;

 

12 in den Bündnissen steht ihre Nachkommenschaft fest, und ihre Kinder um ihretwillen;

 

13 bis in Ewigkeit wird ihre Nachkommenschaft bleiben, und ihre Herrlichkeit wird nicht ausgelöscht werden;

 

14 ihre Leiber wurden in Frieden begraben, und ihr Name lebt für alle Geschlechter;

 

15 von ihrer Weisheit erzählen die Völker, und ihr Lob verkündet die Gemeinde.

 

16 Henoch gefiel dem Herrn und wurde entrückt, ein Vorbild der Umkehr für die Geschlechter.

 

17 Noah wurde als vollkommen gerecht befunden, in der Zeit des Zorns wurde er zum Lösegeld; um seinetwillen blieb ein Rest auf der Erde, als die Sintflut kam;

 

18 ewige Bündnisse wurden mit ihm geschlossen, damit nicht alles Fleisch durch eine Flut vertilgt werde.

 

19 Abraham, der große Vater einer Menge von Völkern – keiner wurde ihm gleich an Herrlichkeit gefunden;

 

20 er bewahrte das Gesetz des Höchsten und trat in einen Bund mit ihm; an seinem Fleisch richtete er den Bund auf, und in der Versuchung wurde er treu erfunden.

 

21 Darum versicherte er ihm mit einem Eid, dass in seiner Nachkommenschaft die Völker gesegnet würden, dass er ihn mehren werde wie den Staub der Erde und seine Nachkommen erhöhen werde wie die Sterne, und dass sie das Land erben würden von Meer zu Meer und vom Strom bis ans Ende der Erde.

 

22 Und mit Isaak bekräftigte er dies ebenso um Abrahams, seines Vaters, willen.

 

23 Den Segen aller Menschen und den Bund ließ er ruhen auf dem Haupt Jakobs; er erkannte ihn an in seinen Segnungen und gab ihm das Land zum Erbe; und er teilte seine Anteile ab und verteilte sie unter zwölf Stämme.

 

 

 

 

Kapitel 45

 

 

1 Und er ließ aus ihm einen Mann des Erbarmens hervorgehen, der Gnade fand in den Augen alles Fleisches, geliebt von Gott und Menschen: Mose, dessen Andenken in Segnungen ist.

 

2 Er machte ihn der Herrlichkeit der Heiligen gleich und machte ihn groß durch die Schrecken der Feinde.

 

3 Durch seine Worte ließ er Zeichen aufhören, er verherrlichte ihn vor dem Angesicht von Königen; er gab ihm Gebote für sein Volk und zeigte ihm etwas von seiner Herrlichkeit.

 

4 Wegen seiner Treue und Sanftmut heiligte er ihn, er erwählte ihn aus allem Fleisch.

 

5 Er ließ ihn seine Stimme hören und führte ihn in das Dunkel hinein und gab ihm von Angesicht zu Angesicht Gebote, ein Gesetz des Lebens und der Erkenntnis, um Jakob den Bund zu lehren und Israel seine Rechtsentscheide.

 

6 Aaron erhöhte er, einen Heiligen, ihm gleich, seinen Bruder aus dem Stamm Levi.

 

7 Er setzte ihn ein zu einem ewigen Bund und gab ihm das Priestertum des Volkes; er beglückte ihn mit schönem Schmuck und umgürtete ihn mit einem Gewand der Herrlichkeit.

 

8 Er bekleidete ihn mit vollendeter Pracht und stattete ihn fest aus mit Geräten der Kraft: mit Beinkleidern, dem langen Gewand und dem Schulterkleid.

 

9 Und er umgab ihn mit Granatäpfeln, mit sehr vielen goldenen Glöckchen ringsum, damit sie bei seinen Schritten Klang gäben, um im Tempel einen hörbaren Ton zu machen, zum Gedenken für die Söhne seines Volkes;

 

10 mit heiligem Gewand, mit Gold und Hyazinth und Purpur, dem Werk eines Buntstickers, mit dem Brustschild des Gerichts, mit den Losen der Wahrheit, mit gezwirntem Karmesin, dem Werk eines Kunsthandwerkers,

 

11 mit kostbaren Steinen, geschnitten wie ein Siegel, in Goldfassung, dem Werk eines Steinschneiders, zum Gedenken in eingravierter Schrift nach der Zahl der Stämme Israels;

 

12 mit einer goldenen Krone über dem Kopfbund, dem geprägten Bild des heiligen Siegels, ein Ruhm der Ehre, ein Werk der Kraft, eine Augenweide an Schmuck.

 

13 So Schönes hat es vor ihm nicht gegeben; niemals hat ein Fremder es angelegt, sondern allein seine Söhne und seine Nachkommen für alle Zeit.

 

14 Seine Opfer sollen ganz verbrannt werden, täglich beständig zweimal.

 

15 Mose füllte seine Hände und salbte ihn mit heiligem Öl; es wurde ihm zum ewigen Bund und seiner Nachkommenschaft, solange der Himmel besteht, ihm zu dienen und zugleich Priester zu sein und sein Volk in seinem Namen zu segnen.

 

16 Er erwählte ihn aus allen Lebenden, dem Herrn Opfer darzubringen, Räucherwerk und Wohlgeruch zum Gedenken, um Sühne zu wirken für dein Volk.

 

17 Er gab ihm durch seine Gebote Vollmacht über die Bundessatzungen der Rechte, um Jakob die Zeugnisse zu lehren und Israel durch sein Gesetz zu erleuchten.

 

18 Fremde verschworen sich gegen ihn und wurden eifersüchtig auf ihn in der Wüste, die Männer um Datan und Abiram und die Rotte Korachs, in Zorn und Grimm.

 

19 Der Herr sah es, und es gefiel ihm nicht, und sie fanden ihr Ende in glühendem Zorn; er tat an ihnen Wunderzeichen, um sie im Feuer seiner Flamme zu vernichten.

 

20 Und er mehrte Aarons Herrlichkeit und gab ihm ein Erbteil; die Erstlinge der ersten Früchte teilte er ihm zu, Brot bereitete er als Erstes in Fülle.

 

21 Denn sie essen die Opfer des Herrn, die er ihm und seiner Nachkommenschaft gab.

 

22 Nur im Land des Volkes soll er kein Erbe haben, und es gibt für ihn keinen Anteil im Volk; denn er selbst ist dein Anteil und Erbe.

 

23 Und Pinhas, der Sohn Eleasars, ist der Dritte an Herrlichkeit, weil er eiferte in der Furcht des Herrn und standhielt beim Abfall des Volkes in der Güte der Bereitwilligkeit seiner Seele; und er wirkte Sühne für Israel.

 

24 Darum wurde ihm ein Bund des Friedens aufgerichtet, dem Heiligtum und seinem Volk vorzustehen, damit ihm und seiner Nachkommenschaft die Hoheit des Priestertums gehöre in Ewigkeit.

 

25 Auch der Bund mit David, dem Sohn Isais aus dem Stamm Juda: Das Erbe des Königs geht nur vom Sohn auf den Sohn über; das Erbe Aarons aber gehört seiner ganzen Nachkommenschaft.

 

26 Er gebe euch Weisheit in euer Herz, sein Volk in Gerechtigkeit zu richten, damit ihre Güter nicht verschwinden noch ihre Herrlichkeit für ihre Geschlechter.

 

 

 

Kapitel 46

 

 

1 Stark im Krieg war Josua, der Sohn Nuns, und Nachfolger des Mose im Prophetenamt, der seinem Namen gemäß groß wurde zur Rettung seiner Auserwählten, um Rache zu üben an den Feinden, die sich erhoben, damit er Israel sein Erbe zuteile.

 

2 Wie herrlich war er, als er seine Hände erhob und das Schwert gegen die Städte ausstreckte!

 

3 Wer vor ihm stand so fest da? Denn die Kriege des Herrn führte er selbst.

 

4 Wurde nicht durch seine Hand die Sonne aufgehalten, und wurde nicht ein Tag zu zweien?

 

5 Er rief den Höchsten, den Gewaltigen, an, als die Feinde ihn ringsum bedrängten, und der große Herr erhörte ihn mit Hagelsteinen von gewaltiger Kraft.

 

6 Er ließ Krieg über das Volk hereinbrechen und vernichtete am Abhang die Widersacher, damit die Völker seine Waffenmacht erkannten, dass sein Krieg vor dem Herrn geführt wurde.

 

7 Denn er folgte dem Gewaltigen nach; und in den Tagen des Mose erwies er Treue, er und Kaleb, der Sohn Jefunnes, indem sie sich der Gemeinde entgegenstellten, um das Volk von der Sünde abzuhalten und das böse Murren zum Schweigen zu bringen.

 

8 Und diese beiden allein wurden gerettet von sechshunderttausend Mann Fußvolk, um sie in das Erbe zu führen, in ein Land, das von Milch und Honig fließt.

 

9 Und der Herr gab dem Kaleb Kraft, und sie blieb ihm bis ins Alter, sodass er auf die Höhen des Landes stieg; und seine Nachkommenschaft behielt das Erbe,

 

10 damit alle Söhne Israels sähen, dass es gut ist, dem Herrn nachzufolgen.

 

11 Und die Richter, ein jeder mit seinem Namen: alle, deren Herz nicht der Hurerei verfiel und die sich nicht vom Herrn abwandten – ihr Andenken sei gesegnet!

 

12 Mögen ihre Gebeine aufsprossen aus ihrer Stätte, und möge ihr Name erneuert werden in den Söhnen dieser gepriesenen Männer.

 

13 Geliebt von seinem Herrn war Samuel, der Prophet des Herrn; er richtete das Königtum auf und salbte Fürsten über sein Volk.

 

14 Nach dem Gesetz des Herrn richtete er die Gemeinde, und der Herr sah nach Jakob.

 

15 Durch seine Treue erwies er sich als wahrhaftiger Prophet, und an seinen Worten wurde er als zuverlässig in der Schau erkannt.

 

16 Und er rief den Herrn, den Gewaltigen, an, als seine Feinde ihn ringsum bedrängten, mit der Darbringung eines Milchlammes.

 

17 Und der Herr donnerte vom Himmel und ließ mit großem Schall seine Stimme hören

 

18 und vernichtete die Anführer der Tyrer und alle Fürsten der Philister.

 

19 Und vor der Zeit seines ewigen Entschlafens legte er Zeugnis ab vor dem Herrn und seinem Gesalbten: „Geld, ja nicht einmal Schuhe habe ich von irgendjemandem genommen“; und kein Mensch klagte ihn an.

 

20 Und nachdem er entschlafen war, weissagte er noch und kündigte dem König sein Ende an, und er erhob aus der Erde seine Stimme in Prophetie, um die Gesetzlosigkeit des Volkes zu tilgen.

 

 

 

Kapitel 47

 

1 Und nach diesem stand Nathan auf, um in den Tagen Davids zu weissagen.

 

2 Wie das Fett, das vom Heilsopfer abgesondert wird, so war David unter den Söhnen Israels.

 

3 Mit Löwen spielte er wie mit Böcklein und mit Bären wie mit Lämmern der Schafe.

 

4 Hat er nicht in seiner Jugend den Riesen getötet und die Schmach vom Volk genommen, als er die Hand mit dem Schleuderstein erhob und den Hochmut Goliaths niederwarf?

 

5 Denn er rief den Herrn, den Höchsten, an, und der gab seiner Rechten Kraft, einen kriegsmächtigen Mann zu beseitigen und das Horn seines Volkes zu erhöhen.

 

6 So verherrlichten sie ihn mit Zehntausenden und priesen ihn mit den Segnungen des Herrn, als ihm das Diadem der Herrlichkeit gebracht wurde;

 

7 denn er rieb die Feinde ringsum auf und vernichtete die Philister, die Widersacher; bis auf den heutigen Tag zerbrach er ihr Horn.

 

8 In jedem seiner Werke gab er dem Heiligen, dem Höchsten, Lobpreis mit Worten der Herrlichkeit; mit seinem ganzen Herzen sang er und liebte den, der ihn geschaffen hatte.

 

9 Und er stellte Sänger vor den Altar, um durch ihren Klang die Weisen süß erklingen zu lassen;

 

10 er verlieh den Festen Glanz und schmückte die Zeiten bis zur Vollendung, damit sie seinen heiligen Namen priesen und das Heiligtum vom Morgen an erschalle.

 

11 Der Herr nahm seine Sünden hinweg und erhöhte sein Horn auf ewig und gab ihm den Bund der Könige und einen Thron der Herrlichkeit in Israel.

 

12 Nach ihm stand ein weiser Sohn auf, und um seinetwillen wohnte er in Weite;

 

13 Salomo herrschte in Tagen des Friedens, dem Gott ringsum Ruhe schaffte, damit er ein Haus für seinen Namen errichte und ein Heiligtum auf ewig bereite.

 

14 Wie weise wurdest du in deiner Jugend und wurdest erfüllt wie ein Strom mit Einsicht.

 

15 Die Erde bedeckte deine Seele, und du fülltest sie mit rätselhaften Gleichnissen;

 

16 bis zu fernen Inseln gelangte dein Name, und du wurdest geliebt in deinem Frieden;

 

17 wegen deiner Lieder, Sprüche, Gleichnisse und Deutungen bewunderten dich die Länder.

 

18 Im Namen des Herrn, des Gottes, der der Gott Israels genannt wird, sammeltest du Gold wie Zinn und häuftest Silber an wie Blei.

 

19 Du neigtest deine Lenden zu Frauen und ließest dich durch deinen Leib beherrschen;

 

20 du brachtest einen Makel auf deine Herrlichkeit und entweihtest deinen Samen, sodass Zorn über deine Kinder kam und man über deine Torheit tief betrübt war,

 

21sodass die Herrschaft zweigeteilt wurde und aus Ephraim ein widerspenstiges Königreich entstand.

 

22 Der Herr aber wird sein Erbarmen nicht aufgeben und keines seiner Worte zunichte machen, noch wird er die Nachkommen seines Erwählten auslöschen, und den Samen dessen, der ihn liebte, wird er nicht beseitigen; und Jakob gab er einen Rest und David eine Wurzel aus ihm.

 

23 Und Salomo entschlief mit seinen Vätern und hinterließ nach sich aus seinem Samen die Torheit des Volkes und einen an Einsicht Geringen, Rehabeam, der das Volk durch seinen Ratschluss abtrünnig machte.

 

24 Und Jerobeam, den Sohn Nebats, der Israel zur Sünde verführte und Ephraim den Weg der Sünde wies; und ihre Sünden mehrten sich sehr, sodass sie aus ihrem Land vertrieben wurden;

 

25 und sie trachteten nach aller Bosheit, bis die Vergeltung über sie kam.

 

 

 

 

Kapitel 48

 

 

1 Und es stand Elias auf, ein Prophet wie Feuer, und sein Wort brannte wie eine Fackel.

 

2 Er brachte über sie eine Hungersnot und machte sie durch seinen Eifer wenige.

 

3 Durch das Wort des Herrn verschloss er den Himmel; ebenso brachte er dreimal Feuer herab.

 

4 Wie herrlich warst du, Elias, in deinen Wundertaten! Und wer kann sich rühmen, dir gleich zu sein?

 

5 Der du einen Toten vom Tod und aus der Unterwelt erwecktest durch das Wort des Höchsten;

 

6 der du Könige ins Verderben stürztest und Hochgeehrte von ihrem Lager;

 

7 der du am Sinai Zurechtweisung hörtest und am Horeb Urteile der Vergeltung;

 

8 der du Könige zur Vergeltung salbtest und Propheten als Nachfolger nach dir;

 

9 der du im Feuersturm hinaufgenommen wurdest, in einem Wagen mit feurigen Rossen;

 

10 der du in Zurechtweisungen für künftige Zeiten verzeichnet bist, den Zorn zu stillen, ehe der Grimm entbrennt, das Herz des Vaters zum Sohn zu wenden und die Stämme Jakobs wiederherzustellen.

 

11 Selig sind, die dich gesehen haben, und die in Liebe entschlafen sind; denn auch wir werden gewiss leben.

 

12 Elias wurde im Sturm geborgen, und Elisa wurde von seinem Geist erfüllt; und in seinen Tagen wurde er von keinem Herrscher erschüttert, und niemand vermochte, ihn zu unterdrücken.

 

13 Kein Wort war ihm zu schwer, und noch im Entschlafen weissagte sein Leib.

 

14 In seinem Leben tat er Wunder, und in seinem Tod waren seine Werke wunderbar.

 

15 Bei alledem tat das Volk nicht Buße, und sie ließen nicht ab von ihren Sünden, bis sie aus ihrem Land weggeführt und über die ganze Erde zerstreut wurden.

 

16 Und es blieb nur ein kleines Volk übrig und ein Herrscher im Hause Davids; einige von ihnen taten, was wohlgefällig war, andere aber häuften Sünden.

 

17 Hiskia befestigte seine Stadt und leitete Wasser in ihre Mitte; er grub mit Eisen durch den Felsen und baute Brunnen für das Wasser.

 

18 In seinen Tagen zog Sanherib herauf und sandte den Rabschake, und dieser brach auf; und er erhob seine Hand gegen Zion und prahlte in seinem Hochmut.

 

19 Da erbebten ihre Herzen und Hände, und sie litten Wehen wie Gebärende.

 

20 Und sie riefen den barmherzigen Herrn an und breiteten ihre Hände zu ihm aus. Und der Heilige erhörte sie schnell vom Himmel her und erlöste sie durch die Hand Jesajas.

 

21 Er schlug das Lager der Assyrer, und sein Engel vernichtete sie.

 

22 Denn Hiskia tat, was dem Herrn wohlgefällig war, und hielt fest an den Wegen Davids, seines Vaters, die Jesaja geboten hatte, der große Prophet, der treu war in seiner Schau.

 

23 In seinen Tagen ging die Sonne zurück, und er verlängerte dem König das Leben.

 

24 Mit großem Geist schaute er die letzten Dinge und tröstete die Trauernden in Zion.

 

25 Bis in Ewigkeit zeigte er das Kommende und das Verborgene, ehe es eintraf.

 

 

 

Kapitel 49

 

 

1 Das Andenken Josias ist wie eine Mischung von Räucherwerk, bereitet durch die Kunst des Salbenbereiters; in jedem Munde wird es süß sein wie Honig und wie Musik beim Weingelage.

 

2 Er wandelte recht bei der Bekehrung des Volkes und tilgte die Gräuel der Gesetzlosigkeit;

 

3 er richtete sein Herz auf den Herrn, in den Tagen der Gesetzlosen stärkte er die Frömmigkeit.

 

4 Außer David, Hiskia und Josia haben alle schwer gefehlt; denn sie verließen das Gesetz des Höchsten, die Könige Judas gingen zugrunde;

 

5 denn sie gaben ihre Macht anderen und ihre Herrlichkeit einem fremden Volk.

 

6 Sie verbrannten die auserwählte Stadt des Heiligtums und verwüsteten ihre Straßen,

 

7 durch die Hand Jeremias; denn sie misshandelten ihn, der doch im Mutterleib zum Propheten geheiligt war, um auszureißen, zu schädigen und zu vernichten, ebenso aufzubauen und einzupflanzen.

 

8 Ezechiel schaute die Erscheinung der Herrlichkeit, die er ihm zeigte auf dem Wagen der Cherubim;

 

9 denn er gedachte der Feinde im Regensturm und der Wohltat an denen, die die Wege recht machen.

 

10 Und die Gebeine der zwölf Propheten mögen aufsprossen aus ihrer Stätte; denn sie trösteten Jakob und erlösten sie durch den Glauben der Hoffnung.

 

11 Wie sollen wir Serubbabel rühmen? Auch er war wie ein Siegelring an der rechten Hand,

 

12 ebenso Jesus, der Sohn Jozadaks; sie bauten in ihren Tagen das Haus und errichteten dem Herrn den heiligen Tempel, bereitet zu ewiger Herrlichkeit.

 

13 Auch Nehemias Andenken währt lange, der uns die gefallenen Mauern aufrichtete, Tore und Riegel setzte und unsere Wohnstätten wieder erbaute.

 

14 Niemand wurde auf Erden erschaffen wie Henoch; denn er wurde von der Erde hinweggenommen.

 

15 Auch wurde kein Mann geboren wie Josef, ein Fürst der Brüder, eine Stütze des Volkes; und seine Gebeine wurden heimgesucht.

16 Sem und Set wurden unter den Menschen geehrt, und über alles Lebendige in der Schöpfung Adam.

 

 

 

Kapitel 50

 

 

 

1 Simon, der Sohn des Onias, der Hohepriester, der in seinem Leben das Haus ausbesserte und in seinen Tagen den Tempel befestigte;

 

2 und von ihm wurde die Höhe der doppelten Mauer gegründet, das hohe Stützwerk der Umfriedung des Heiligtums;

 

3 in seinen Tagen wurde ein Wasserbehälter ausgehauen, eine Zisterne, deren Umfang wie ein Meer war;

 

4 er sorgte für sein Volk, es vor dem Fall zu bewahren, und befestigte die Stadt für die Belagerung.

 

5 Wie herrlich war er, wenn er sich zum Volk umwandte, wenn er heraustrat aus dem Haus des Vorhangs;

 

6 wie der Morgenstern mitten unter den Wolken, wie der Vollmond an seinen Tagen,

 

7 wie die Sonne, die über den Tempel des Höchsten strahlt, und wie der Bogen, der in den Wolken der Herrlichkeit leuchtet,

 

8 wie die Rosenblüte in den Tagen der Erstlingsfrüchte, wie Lilien am Wasserlauf, wie ein Spross des Libanon in den Tagen des Sommers,

 

9 wie Feuer und Weihrauch auf dem Räuchergefäß, wie ein Gefäß aus gediegenem Gold, geschmückt mit allerlei kostbaren Steinen,

 

10 wie ein Ölbaum, der Früchte treibt, und wie eine Zypresse, die sich zu den Wolken erhebt.

 

11Wenn er das Gewand der Herrlichkeit anlegte und sich mit der Vollendung des Ruhmes bekleidete, beim Aufstieg zum heiligen Altar, machte er den Umkreis des Heiligtums herrlich;

 

12 wenn er aber die Opferstücke aus den Händen der Priester empfing, während er selbst am Herd des Altars stand, umgab ihn ringsum ein Kranz von Brüdern wie ein Trieb von Zedern auf dem Libanon, und sie umringten ihn wie Stämme von Palmen,

 

13 und alle Söhne Aarons in ihrer Herrlichkeit, mit der Opfergabe des Herrn in ihren Händen, vor der ganzen Versammlung Israels,

 

14 und indem er den Dienst an den Altären vollendete, um das Opfer des Höchsten, des Allmächtigen, zu ordnen,

 

15 streckte er seine Hand nach der Opferschale aus und spendete vom Blut der Traube, goss es aus an den Grund des Altars, ein Wohlgeruch für den Höchsten, den Allkönig.

 

16 Dann riefen die Söhne Aarons laut, mit getriebenen Trompeten ließen sie es erschallen, ließen eine mächtige Stimme hören zum Gedächtnis vor dem Höchsten;

 

17 dann eilte das ganze Volk gemeinsam herbei und fiel auf das Angesicht zur Erde, um ihren Herrn anzubeten, den allmächtigen Gott, den Höchsten;

 

18 und die Sänger lobten mit ihren Stimmen, in gewaltigem Klang wurde der Gesang lieblich;

 

19 und das Volk flehte zum Herrn, dem Höchsten, im Gebet vor dem Barmherzigen, bis die Ordnung des Herrn vollendet war und sie seinen Dienst zu Ende gebracht hatten.

 

20 Dann stieg er herab und erhob seine Hände über die ganze Versammlung der Söhne Israels, um den Segen des Herrn mit seinen Lippen zu geben und sich seines Namens zu rühmen;

 

21 und sie beugten sich zum zweiten Mal in Anbetung nieder, um den Segen vom Höchsten zu empfangen.

 

22 Und nun preist den Gott des Alls, der überall Großes tut, der unsere Tage vom Mutterleib an erhöht und an uns nach seiner Barmherzigkeit handelt.

 

23 Er gebe uns Freude des Herzens, und dass Friede sei in unseren Tagen in Israel wie in den Tagen der Vorzeit;

 

24 er lasse seine Barmherzigkeit uns treu bleiben, und in unseren Tagen erlöse er uns.

 

25 An zwei Völkern nimmt meine Seele Anstoß, und das dritte ist gar kein Volk:

 

26 die auf dem Berg Samarias wohnen und die Philister und das törichte Volk, das in Sichem wohnt.

 

27 Unterweisung in Einsicht und Erkenntnis hat in diesem Buch aufgezeichnet Jesus, der Sohn des Sirach, des Eleasar, aus Jerusalem, der Weisheit aus seinem Herzen hervorströmen ließ.

 

28 Selig, wer sich mit diesen Dingen beschäftigt, und wer sie sich zu Herzen nimmt, wird weise werden;

 

29 denn wenn er sie tut, wird er zu allem stark sein, weil das Licht des Herrn seine Spur ist.

 

 

Kapitel 51

 

1 Ich will dich preisen, Herr, König, und dich loben, Gott, meinen Retter; ich preise deinen Namen,

 

2 denn du bist mir Beschirmer und Helfer geworden und hast meinen Leib aus dem Verderben erlöst und aus der Schlinge der verleumderischen Zunge, von Lippen, die Lüge wirken; und vor denen, die dastanden, wurdest du mir Helfer und erlöstest mich

 

3 nach der Fülle deines Erbarmens und deines Namens aus dem Zähneknirschen derer, die bereit waren, mich zu fressen, aus der Hand derer, die mir nach dem Leben trachteten, aus den vielen Bedrängnissen, die ich hatte,

 

4 aus dem Ersticken des Feuers ringsum und aus der Mitte des Feuers, das ich nicht entzündet hatte,

 

5 aus der Tiefe des Schoßes des Hades und von unreiner Zunge und lügnerischem Wort.

 

6 Vor dem König Verleumdung einer ungerechten Zunge. Meine Seele nahte sich dem Tode, und mein Leben war nahe dem Hades drunten.

 

7 Sie umringten mich von allen Seiten, und da war keiner, der half; ich blickte aus nach Beistand von Menschen, und da war keiner.

 

8 Da gedachte ich deines Erbarmens, Herr, und deines Wirkens von Ewigkeit her, dass du die errettest, die auf dich harren, und sie aus der Hand der Feinde befreist.

 

9Und ich erhob von der Erde mein Flehen und betete um Rettung vom Tode;

 

10 ich rief den Herrn an, den Vater meines Herrn, er möge mich nicht verlassen in den Tagen der Bedrängnis, zur Zeit der Übermütigen, da keine Hilfe war: Ich will deinen Namen unablässig loben und dich preisen im Lobgesang.

 

11 Und mein Flehen wurde erhört; denn du hast mich aus dem Verderben gerettet und mich aus böser Zeit befreit.

 

12 Darum will ich dir danken und dich loben und den Namen des Herrn preisen.

 

13 Als ich noch jung war, ehe ich umherirrte, suchte ich offen die Weisheit in meinem Gebet.

 

14 Vor dem Tempel bat ich um sie, und bis ans Ende will ich sie suchen.

 

15 Von ihrer Blüte an, wie an der reifenden Traube, freute sich mein Herz an ihr. Mein Fuß schritt auf geradem Weg; von meiner Jugend an spürte ich ihr nach.

 

16 Ich neigte ein wenig mein Ohr und empfing sie und fand mir viel Bildung.

 

17 Fortschritt wurde mir durch sie zuteil; dem, der mir Weisheit gibt, will ich Ehre geben.

 

18 Denn ich war entschlossen, nach ihr zu handeln, und eiferte um das Gute, und ich werde nicht zuschanden werden.

 

19 Meine Seele hat um sie gerungen, und im Tun des Gesetzes war ich genau. Meine Hände breitete ich aus zur Höhe und trauerte über die Unwissenheiten in Bezug auf sie.

 

20 Meine Seele richtete ich auf sie, und in Reinheit fand ich sie. Ein Herz erwarb ich mit ihr von Anfang an; darum werde ich nicht verlassen werden.

 

21 Und mein Inneres wurde erregt, sie zu suchen; darum habe ich einen guten Besitz erworben.

 

22 Der Herr gab mir eine Zunge als meinen Lohn, und mit ihr will ich ihn loben.

 

23 Naht euch zu mir, ihr Ungebildeten, und weilet im Hause der Bildung.

 

24 Warum sagt ihr, dass ihr Mangel daran leidet, und eure Seelen dürsten so sehr?

 

25 Ich habe meinen Mund aufgetan und gesprochen: Erwerbt sie euch ohne Geld.

 

26 Beugt euren Nacken unter das Joch, und eure Seele nehme Bildung an. Nahe ist sie, dass man sie finde.

 

27 Seht mit euren Augen, dass ich mich nur wenig gemüht und mir viel Ruhe gefunden habe.

 

28 Nehmt teil an der Bildung um eine große Summe Silbers, und erwerbt viel Gold durch sie.

 

29 Eure Seele freue sich an seinem Erbarmen, und ihr werdet nicht zuschanden werden bei seinem Lob.

 

30 Wirkt euer Werk vor der Zeit, und er wird euch euren Lohn geben zu seiner Zeit.