Psalmen
Psalm 1
1 Selig der Mann, der nicht wandelte im Rat der Gottlosen und auf dem Weg der Sünder nicht stand und auf dem Sitz der Spötter nicht saß,
2 sondern am Gesetz des Herrn seine Lust hat, und über sein Gesetz sinnt er Tag und Nacht.
3 Und er wird sein wie der Baum, gepflanzt an den Wasserläufen, der seine Frucht geben wird zu seiner Zeit, und sein Blatt wird nicht abfallen; und alles, was er tut, wird gelingen.
4 Nicht so die Gottlosen, nicht so, sondern wie die Spreu, die der Wind vom Angesicht der Erde verweht.
5 Darum werden die Gottlosen nicht bestehen im Gericht, noch die Sünder im Rat der Gerechten;
6 denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, und der Weg der Gottlosen wird vergehen.
Psalm 2
1 Warum tobten die Völker, und warum sannen die Nationen Nichtiges?
2 Die Könige der Erde traten auf, und die Herrscher versammelten sich miteinander gegen den Herrn und gegen seinen Gesalbten.
3 Lasst uns ihre Fesseln zerreißen und ihr Joch von uns werfen!“
4 Der in den Himmeln wohnt, wird über sie lachen, und der Herr wird sie verspotten.
5 Dann wird er zu ihnen reden in seinem Zorn und sie in seinem Grimm erschrecken:
6 „Ich aber bin von ihm als König eingesetzt worden auf Zion, seinem heiligen Berge,
7 und verkünde die Anordnung des Herrn.“ Der Herr sprach zu mir: „Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt.
8 Bitte von mir, und ich werde dir die Völker zu deinem Erbe geben und die Enden der Erde zu deinem Besitz.
9 Du wirst sie weiden mit eisernem Stabe, wie ein Töpfergefäß wirst du sie zerschmettern.“
10 Und nun, ihr Könige, seid verständig; lasst euch zurechtweisen, alle, die ihr die Erde richtet.
11 Dient dem Herrn in Furcht und jubelt ihm zu mit Zittern.
12 Ergreift die Zucht, damit der Herr nicht zürne und ihr nicht vom gerechten Wege zugrunde geht, wenn sein Grimm schnell entbrennt. Selig sind alle, die auf ihn vertrauen.
Psalm 3
1 Ein Psalm Davids, als er vor dem Angesicht Absaloms, seines Sohnes, floh.
2 Herr, wie zahlreich sind geworden, die mich bedrängen! Viele erheben sich gegen mich;
3 viele sagen zu meiner Seele: Es gibt keine Rettung für ihn bei seinem Gott. Zwischenspiel.
4 Du aber, Herr, bist mein Beistand, meine Herrlichkeit und der mein Haupt erhebt.
5 Mit meiner Stimme habe ich zum Herrn gerufen, und er hat mich erhört von seinem heiligen Berg. Zwischenspiel.
6 Ich legte mich nieder und schlief; ich erwachte, denn der Herr wird sich meiner annehmen.
7 Ich werde mich nicht fürchten vor Zehntausenden des Volkes, die mich ringsum bedrängen.
8 Steh auf, Herr, rette mich, mein Gott! Denn du hast alle geschlagen, die mich grundlos anfeinden; die Zähne der Sünder hast du zerschmettert.
9 Beim Herrn ist die Rettung, und über deinem Volk ist dein Segen.
Psalm 4
1 Auf das Ende hin, unter Psalmen; ein Lied Davids.
2 Als ich rief, erhörte mich der Gott meiner Gerechtigkeit; in der Bedrängnis hast du mir Raum geschaffen. Erbarme dich meiner und erhöre mein Gebet.
3 Ihr Menschenkinder, wie lange noch seid ihr schweren Herzens? Warum liebt ihr die Nichtigkeit und sucht die Lüge? Zwischenspiel.
4 Und erkennt, dass der Herr seinen Frommen wunderbar erhoben hat; der Herr wird mich erhören, wenn ich zu ihm schreie.
5 Zürnt und sündigt nicht; sprecht in euren Herzen und werdet zerknirscht auf euren Lagern. Zwischenspiel.
6 Opfert ein Opfer der Gerechtigkeit und hofft auf den Herrn.
7 Viele sagen: Wer wird uns das Gute zeigen? Über uns ist das Licht deines Angesichts gezeichnet worden, Herr.
8 Du hast Freude in mein Herz gegeben; von der Zeit ihres Korns, Weins und Öls sind sie reich geworden.
9 In Frieden werde ich mich zugleich niederlegen und schlafen, denn du, Herr, hast mich allein in Hoffnung wohnen lassen.
Psalm 5
1 Für den Vorsänger, für die Erbin; ein Psalm Davids.
2 Vernimm meine Worte, Herr, achte auf mein Schreien;
3 merke auf die Stimme meines Flehens, mein König und mein Gott. Denn zu dir werde ich beten, Herr;
4 am Morgen wirst du meine Stimme hören, am Morgen werde ich vor dich treten und ausschauen.
5 Denn du bist kein Gott, der Gesetzlosigkeit will, und kein Übeltäter wird bei dir wohnen;
6 Gesetzlose werden vor deinen Augen nicht bestehen, du hast alle gehasst, die die Gesetzlosigkeit verüben.
7 Du wirst alle verderben, die Lüge reden; den Mann des Blutes und des Truges verabscheut der Herr.
8 Ich aber werde in der Fülle deiner Barmherzigkeit in dein Haus eingehen, ich werde anbeten zu deinem heiligen Tempel hin in deiner Furcht.
9 Herr, leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen, mache deinen Weg gerade vor mir.
10 Denn in ihrem Mund ist keine Wahrheit, ihr Herz ist eitel; ein offenes Grab ist ihre Kehle, mit ihren Zungen betrogen sie.
11 Richte sie, o Gott; mögen sie fallen ob ihrer Anschläge; nach der Menge ihrer Gottlosigkeiten stoße sie hinaus, denn sie haben dich erbittert, Herr.
12 Und mögen sich alle freuen, die auf dich hoffen; in Ewigkeit werden sie jubeln, und du wirst unter ihnen wohnen, und rühmen werden sich in dir alle, die deinen Namen lieben.
13 Denn du wirst den Gerechten segnen; Herr, wie mit einem Schild des Wohlgefallens hast du uns gekrönt.
Psalm 6
1 Für den Chormeister, mit Saitenspiel, auf der Achten; ein Psalm Davids.
2 Herr, strafe mich nicht in deinem Grimm und züchtige mich nicht in deinem Zorn.
3 Erbarme dich meiner, Herr, denn ich bin schwach; heile mich, Herr, denn meine Gebeine sind erschüttert,
4 und meine Seele ist sehr erschüttert; und du, Herr, wie lange noch?
5 Wende dich, Herr, errette meine Seele, rette mich um deiner Barmherzigkeit willen.
6 Denn im Tode gedenkt man deiner nicht; wer wird dich im Hades preisen?
7 Ich bin müde geworden von meinem Seufzen, ich wasche jede Nacht mein Bett, mit meinen Tränen benetze ich mein Lager.
8 Mein Auge ist getrübt vor Gram, ich bin gealtert unter allen meinen Feinden.
9 Weichet von mir, alle, die ihr Unrecht tut, denn der Herr hat die Stimme meines Weinens gehört;
10 der Herr hat mein Flehen gehört, der Herr hat mein Gebet angenommen.
11 Beschämt und sehr erschüttert sollen alle meine Feinde werden, sie sollen umkehren und gar sehr zuschanden werden in Eile.
Psalm 7
1 Ein Psalm Davids, den er dem Herrn sang wegen der Worte Chusis, des Sohnes Jemenis.
2 Herr, mein Gott, auf dich habe ich gehofft; rette mich vor allen, die mich verfolgen, und errette mich,
3 damit er nicht wie ein Löwe meine Seele raube, wenn keiner da ist, der erlöst und rettet.
4 Herr, mein Gott, wenn ich dies getan habe, wenn Unrecht an meinen Händen ist,
5 wenn ich denen, die mir Böses vergalten, vergolten habe, so möge ich leer von meinen Feinden fallen;
6 dann verfolge der Feind meine Seele und ergreife sie und trete mein Leben zu Boden und lasse meine Ehre im Staube wohnen. Zwischenspiel.
7 Steh auf, Herr, in deinem Zorn, erhebe dich an den Grenzen meiner Feinde; wache auf, Herr, mein Gott, nach dem Gebot, das du befohlen hast,
8 und die Versammlung der Völker wird dich umringen, und über ihr kehre zurück zur Höhe.
9 Der Herr wird die Völker richten; richte mich, Herr, nach meiner Gerechtigkeit und nach meiner Unschuld, die an mir ist.
10 Es finde doch die Bosheit der Sünder ein Ende, und du wirst den Gerechten aufrichten; Gott prüft Herzen und Nieren.
11 Gerecht ist meine Hilfe von Gott, der die rettet, die aufrichtigen Herzens sind.
12 Gott ist ein gerechter Richter, stark und langmütig, der nicht an jedem Tag Zorn heraufführt.
13 Wenn ihr nicht umkehrt, wird er sein Schwert schärfen; seinen Bogen hat er gespannt und ihn bereitet,
14 und darauf hat er Werkzeuge des Todes bereitet, seine Pfeile hat er für die Brennenden gefertigt.
15 Siehe, er kreißte mit Unrecht, er empfing Mühsal und gebar Gesetzlosigkeit;
16 eine Grube grub er und hob sie aus, und er wird in die Grube fallen, die er gemacht hat;
17 seine Mühsal wird auf sein Haupt zurückkehren, und auf seinen Scheitel wird sein Unrecht herabkommen.
18 Ich will den Herrn preisen nach seiner Gerechtigkeit und dem Namen des Herrn, des Höchsten, lobsingen.
Psalm 8
1 Für den Chormeister, nach der Kelter; ein Psalm Davids.
2 Herr, unser Herr, wie wunderbar ist dein Name auf der ganzen Erde, denn deine Herrlichkeit ist erhoben über die Himmel.
3 Aus dem Munde von Kindern und Säuglingen hast du dir Lob bereitet um deiner Feinde willen, um Feind und Rächer zu vernichten.
4 Denn ich werde die Himmel schauen, die Werke deiner Finger, Mond und Sterne, die du gegründet hast.
5 Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, oder der Menschensohn, dass du dich seiner annimmst?
6 Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als die Engel, mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt;
7 und du hast ihn gesetzt über die Werke deiner Hände, alles hast du unter seine Füße gelegt:
8 Schafe und Rinder allesamt, dazu auch die Tiere des Feldes,
9 die Vögel des Himmels und die Fische des Meeres, was die Pfade der Meere durchzieht.
10 Herr, unser Herr, wie wunderbar ist dein Name auf der ganzen Erde.
Psalm 9
1 Für den Chormeister; über die Geheimnisse des Sohnes; ein Psalm Davids.
2 Ich will dich preisen, Herr, von ganzem Herzen, ich will erzählen alle deine Wunder;
3 ich will mich freuen und frohlocken in dir, ich will deinem Namen lobsingen, Höchster.
4 Wenn mein Feind zurückweicht, werden sie schwach und vergehen vor deinem Angesicht,
5 denn du hast mein Recht und meine Sache geführt; du hast dich auf den Thron gesetzt, der du Gerechtigkeit richtest.
6 Du hast die Völker bedroht, und der Gottlose ist umgekommen; ihren Namen hast du ausgetilgt auf ewig und in alle Ewigkeit.
7 Die Schwerter des Feindes sind gänzlich zunichte geworden, und Städte hast du niedergerissen; ihr Gedächtnis ist mit Getöse untergegangen.
8 Der Herr aber bleibt in Ewigkeit; er hat seinen Thron zum Gericht bereitet,
9 und er selbst wird den Erdkreis in Gerechtigkeit richten, er wird die Völker in Geradheit richten.
10 Und der Herr ist dem Armen eine Zuflucht geworden, ein Helfer zur rechten Zeit in der Bedrängnis.
11 Und es sollen auf dich hoffen, die deinen Namen kennen; denn du hast die nicht verlassen, die dich suchen, Herr.
12 Lobsinget dem Herrn, der in Zion wohnt, verkündet unter den Völkern seine Taten;
13 denn er, der ihr Blut einfordert, hat ihrer gedacht; er hat das Schreien der Armen nicht vergessen.
14 Erbarme dich meiner, Herr, sieh meine Erniedrigung von meinen Feinden her, der du mich erhöhst aus den Toren des Todes,
15 damit ich all dein Lob verkünde in den Toren der Tochter Zion; ich will frohlocken über deine Rettung.
16 Die Völker sind versunken in dem Verderben, das sie angerichtet haben; in derselben Schlinge, die sie verborgen hatten, wurde ihr Fuß gefangen.
17 Der Herr wird erkannt, indem er Gerichte vollzieht; in den Werken seiner Hände wurde der Sünder gefangen. Ein Lied des Zwischenspiels.
18 Die Sünder sollen hinabfahren in den Hades, alle Völker, die Gott vergessen;
19 denn nicht auf immer wird der Arme vergessen sein, die Hoffnung der Elenden wird nicht auf ewig vergehen.
20 Steh auf, Herr, nicht soll der Mensch mächtig werden; die Völker sollen vor deinem Angesicht gerichtet werden.
21 Setze, Herr, einen Gesetzgeber über sie; die Völker sollen erkennen, dass sie Menschen sind. Zwischenspiel.
22 Warum, Herr, stehst du fern, übersiehst uns zur rechten Zeit in der Bedrängnis?
23 Während der Gottlose sich überhebt, wird der Arme entbrannt; sie werden gefangen in den Anschlägen, die sie ersinnen.
24 Denn der Sünder wird gerühmt in den Begierden seiner Seele, und der Ungerechte wird gesegnet.
25 Der Sünder hat den Herrn gereizt: Nach der Größe seines Zorns wird er nicht nachforschen; Gott ist nicht vor seinem Angesicht.
26 Seine Wege sind entweiht zu jeder Zeit; deine Gerichte sind fern von seinem Angesicht; über alle seine Feinde wird er herrschen.
27 Denn er sprach in seinem Herzen: Ich werde nicht wanken, von Geschlecht zu Geschlecht ohne Übel.
28 Sein Mund ist voll Fluch und Bitterkeit und Trug; unter seiner Zunge sind Mühsal und Pein.
29 Er sitzt im Hinterhalt mit den Reichen im Verborgenen, um den Unschuldigen zu töten; seine Augen spähen nach dem Armen.
30 Er lauert im Verborgenen wie ein Löwe in seiner Höhle; er lauert, den Armen zu rauben, den Armen zu rauben, indem er ihn an sich zieht.
31 In seiner Schlinge wird er ihn niederdrücken; er wird sich ducken und fallen, wenn er über die Armen herrscht.
32 Denn er sprach in seinem Herzen: Gott hat vergessen, er hat sein Angesicht abgewandt, um für immer nicht zu sehen.
33 Steh auf, Herr, Gott, deine Hand werde erhoben, vergiss die Armen nicht!
34 Weswegen hat der Gottlose Gott gereizt? Denn er sprach in seinem Herzen: Er wird nicht nachforschen.
35 Du siehst es; denn du achtest auf Mühsal und Grimm, um sie in deine Hände zu übergeben. Dir also ist der Arme überlassen; der Waise warst du ein Helfer.
36 Zerbrich den Arm des Sünders und des Bösen; seine Sünde wird gesucht werden, und er wird ihretwegen nicht mehr gefunden werden.
37 Der Herr wird König sein auf ewig und in alle Ewigkeit; ihr Völker werdet umkommen aus seinem Land.
38 Das Verlangen der Armen hat der Herr erhört; auf die Bereitschaft ihres Herzens hat dein Ohr geachtet,
39 um dem Waisen und dem Gebeugten Recht zu schaffen, damit der Mensch nicht fortfahre, sich groß zu machen auf der Erde.
Psalm 10
1 Für den Chormeister; ein Psalm Davids. Auf den Herrn vertraue ich; wie könnt ihr zu meiner Seele sagen: Fliehe auf die Berge wie ein Vogel?
2 Denn siehe, die Sünder haben den Bogen gespannt, sie haben Pfeile im Köcher bereitet, um im Dunkel der Nacht die zu erschießen, die aufrichtigen Herzens sind.
3 Denn was du gegründet hast, haben sie niedergerissen; der Gerechte aber, was hat er getan?
4 Der Herr ist in seinem heiligen Tempel; der Herr im Himmel ist sein Thron. Seine Augen blicken auf den Armen, seine Lider prüfen die Söhne der Menschen.
5 Der Herr prüft den Gerechten und den Gottlosen; wer aber das Unrecht liebt, hasst seine eigene Seele.
6 Er wird Schlingen auf die Sünder regnen lassen; Feuer und Schwefel und Sturmwind sind der Anteil ihres Bechers.
7 Denn gerecht ist der Herr und liebt die Gerechtigkeit; sein Angesicht schaut die Redlichkeit.
Psalm 11
1 Für den Chormeister, über die Achte; ein Psalm Davids.
2 Rette mich, Herr, denn der Fromme ist dahin, denn die Wahrheiten sind selten geworden unter den Menschenkindern.
3 Nichtiges redet ein jeder zu seinem Nächsten, mit trügerischen Lippen, mit doppeltem Herzen reden sie.
4 Der Herr vertilge alle trügerischen Lippen und die großsprecherische Zunge,
5 jene, die sagen: Mit unserer Zunge wollen wir groß tun, unsere Lippen gehören uns; wer ist unser Herr?
6 Wegen des Elends der Armen und wegen des Seufzens der Bedürftigen will ich mich nun erheben, spricht der Herr; ich will Heil schaffen, ich will freimütig darin reden.
7 Die Worte des Herrn sind reine Worte, im Feuer geläutertes Silber, in der Erde erprobt, siebenfach gereinigt.
8 Du, Herr, wirst uns behüten und uns bewahren vor diesem Geschlecht und in Ewigkeit.
Ringsum wandeln die Gottlosen; nach deiner Hoheit hast du dich der Menschenkinder angenommen.
Psalm 12
1 Auf das Ende hin; ein Psalm Davids.
2 Wie lange, Herr, wirst du mich gänzlich vergessen? Wie lange wirst du dein Angesicht von mir abwenden?
3 Wie lange soll ich Ratschläge in meiner Seele hegen, Schmerzen in meinem Herzen Tag für Tag? Wie lange wird sich mein Feind über mich erheben?
4 Blicke her, erhöre mich, Herr, mein Gott; erleuchte meine Augen, damit ich nicht zum Tode entschlafe,
5 damit mein Feind nicht sage: Ich habe ihn überwältigt. Die mich bedrängen, werden jubeln, wenn ich wanke.
6 Ich aber habe auf dein Erbarmen gehofft; mein Herz wird jubeln über dein Heil. Ich will dem Herrn singen, der mir Gutes getan hat, und dem Namen des Herrn, des Höchsten, lobsingen.
Psalm 13
1 Zum Ende hin; ein Psalm Davids. Der Tor sprach in seinem Herzen: Es gibt keinen Gott. Sie handelten verderblich und wurden abscheulich in ihrem Treiben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht ein einziger.
2 Der Herr blickte vom Himmel herab auf die Söhne der Menschen, um zu sehen, ob es einen Verständigen gibt oder einen, der Gott sucht.
3 Alle sind abgewichen, allesamt sind sie unnütz geworden; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht ein einziger. Ein offenes Grab ist ihre Kehle, mit ihren Zungen handelten sie trügerisch; Otterngift ist unter ihren Lippen, deren Mund voll Fluch und Bitterkeit ist; schnell sind ihre Füße, Blut zu vergießen; Zerstörung und Elend sind auf ihren Wegen, und den Weg des Friedens haben sie nicht erkannt; es ist keine Gottesfurcht vor ihren Augen.
4 Werden es denn nicht erkennen alle, die Gesetzlosigkeit verüben? Die mein Volk fressen, wie man Brot isst, haben den Herrn nicht angerufen.
5 Dort erschraken sie in Furcht, wo keine Furcht war; denn Gott ist im gerechten Geschlecht.
6 Den Ratschluss des Armen habt ihr zuschanden gemacht, weil der Herr seine Hoffnung ist.
7 Wer wird aus Zion das Heil Israels geben? Wenn der Herr die Gefangenschaft seines Volkes wendet, soll Jakob jubeln und Israel sich freuen.
Psalm 14
1 Ein Psalm Davids. Herr, wer wird in deinem Zelte weilen, und wer wird auf deinem heiligen Berge wohnen?
2 Wer untadelig wandelt und Gerechtigkeit übt, wer Wahrheit redet in seinem Herzen,
3 wer mit seiner Zunge nicht betrügt und seinem Nächsten nichts Böses tut und keine Schmähung gegen die aufnimmt, die ihm am nächsten stehen;
4 in dessen Augen der Übeltäter verachtet ist, der aber die ehrt, die den Herrn fürchten; wer seinem Nächsten schwört und es nicht bricht;
5 wer sein Geld nicht auf Zinsen gibt und keine Geschenke gegen Unschuldige annimmt. Wer dies tut, wird in Ewigkeit nicht wanken.
Psalm 15
1 Eine Säuleninschrift, für David. Behüte mich, Herr, denn auf dich habe ich gehofft.
2 Ich sprach zum Herrn: Mein Herr bist du, denn meiner Güter bedarfst du nicht.
3 An den Heiligen, die in seinem Lande sind, hat er alle seine Wünsche wunderbar erwiesen.
4 Ihre Schwächen haben sich vermehrt, danach eilten sie; ich werde ihre Versammlungen nicht aus Blut zusammenbringen und ihrer Namen nicht mit meinen Lippen gedenken.
5 Der Herr ist der Anteil meines Erbes und meines Bechers; du bist es, der mir mein Erbe wiederherstellt.
6 Die Messschnüre sind mir aufs Beste gefallen; denn auch mein Erbe ist mir das Beste.
7 Ich will den Herrn preisen, der mich verständig gemacht hat; ja, bis in die Nacht haben mich meine Nieren gemahnt.
8 Ich sah den Herrn allezeit vor mir, denn er ist zu meiner Rechten, damit ich nicht wanke.
9 Darum freute sich mein Herz, und meine Zunge jubelte; ja, auch mein Fleisch wird in Hoffnung ruhen,
10 denn du wirst meine Seele nicht dem Hades überlassen und deinen Frommen nicht die Verwesung sehen lassen.
11 Du hast mir Wege des Lebens kundgetan; du wirst mich mit Freude erfüllen vor deinem Angesicht, Wonnen sind in deiner Rechten bis ans Ende.
Psalm 16
1 Ein Gebet Davids. Erhöre, Herr, meine Gerechtigkeit, achte auf mein Flehen, vernimm mein Gebet, das nicht aus trügerischen Lippen kommt.
2 Von deinem Angesicht gehe mein Urteil aus, meine Augen sollen sehen, was recht ist.
3 Du hast mein Herz geprüft, hast es des Nachts heimgesucht; du hast mich im Feuer geläutert, und es fand sich kein Unrecht in mir.
4 Damit mein Mund nicht von den Werken der Menschen rede, habe ich um der Worte deiner Lippen willen harte Wege bewahrt.
5 Festige meine Schritte auf deinen Pfaden, damit meine Schritte nicht wanken.
6 Ich habe gerufen, denn du hast mich erhört, o Gott; neige dein Ohr zu mir und erhöre meine Worte.
7 Erweise wunderbar deine Barmherzigkeit, der du die rettest, die auf dich hoffen, vor denen, die deiner Rechten widerstehen.
8 Behüte mich wie den Augapfel; im Schatten deiner Flügel wirst du mich bergen
9 vor dem Angesicht der Gottlosen, die mich bedrängt haben. Meine Feinde haben meine Seele umringt;
10 sie haben ihr Fett verschlossen, ihr Mund hat Hochmut geredet.
11 Sie haben mich verstoßen und mich nun umzingelt, ihre Augen haben sie darauf gerichtet, mich zu Boden zu strecken.
12 Sie lauerten mir auf wie ein Löwe, bereit zur Beute, und wie ein junger Löwe, der im Verborgenen haust.
13 Steh auf, Herr, komm ihnen zuvor und wirf sie nieder, errette meine Seele vor dem Gottlosen, dein Schwert vor den Feinden deiner Hand.
14 Herr, von den Wenigen von der Erde scheide sie in ihrem Leben. Und mit deinen verborgenen Gütern wurde ihr Bauch gefüllt, sie wurden mit Söhnen gesättigt und ließen den Rest ihren Kindern.
15 Ich aber werde in Gerechtigkeit vor deinem Angesicht erscheinen, ich werde gesättigt werden, wenn deine Herrlichkeit erscheint.
Psalm 17
1 Für den Chormeister: dem Knecht des Herrn, David, der dem Herrn die Worte dieses Liedes sprach an dem Tag, an dem der Herr ihn errettete aus der Hand aller seiner Feinde und aus der Hand Sauls.
2 Und er sprach: Ich will dich lieben, Herr, meine Stärke.
3 Der Herr ist mein Fels und meine Zuflucht und mein Erretter, mein Gott, mein Helfer, und auf ihn will ich hoffen, mein Schild und das Horn meines Heils, mein Beistand.
4 Lobend will ich den Herrn anrufen, und vor meinen Feinden werde ich gerettet werden.
5 Es umfingen mich die Wehen des Todes, und die Ströme der Gesetzlosigkeit erschreckten mich.
6 Die Wehen des Hades umringten mich, es überraschten mich die Fallstricke des Todes.
7 Und in meiner Bedrängnis rief ich den Herrn an und schrie zu meinem Gott; er hörte aus seinem heiligen Tempel meine Stimme, und mein Schreien vor ihm wird eingehen in seine Ohren.
8 Und die Erde erbebte und erzitterte, und die Grundfesten der Berge wurden erschüttert und erbebten, weil Gott ihnen zürnte.
9 Rauch stieg auf in seinem Zorn, und Feuer flammte von seinem Angesicht, Kohlen wurden von ihm entzündet.
10 Und er neigte den Himmel und fuhr herab, und Dunkel war unter seinen Füßen.
11 Und er stieg auf die Cherubim und flog, er flog auf den Flügeln der Winde.
12 Und er machte Finsternis zu seinem Versteck; rings um ihn her sein Zelt, dunkles Wasser in den Wolken der Lüfte.
13 Von dem Glanz vor ihm zogen die Wolken hin, Hagel und Feuerkohlen.
14 Und der Herr donnerte vom Himmel, und der Höchste ließ seine Stimme erschallen.
15 Und er sandte Pfeile aus und zerstreute sie, und Blitze mehrte er und verwirrte sie.
16 Und die Quellen der Wasser wurden sichtbar, und die Grundfesten des Erdkreises wurden aufgedeckt vor deinem Schelten, Herr, vor dem Schnauben des Odems deines Zorns.
17 Er sandte aus der Höhe und ergriff mich, er zog mich aus vielen Wassern.
18 Er wird mich erretten von meinen starken Feinden und von denen, die mich hassen; denn sie waren stärker als ich.
19 Sie überfielen mich am Tag meines Unglücks, aber der Herr wurde meine Stütze.
20 Und er führte mich hinaus ins Weite; er wird mich erretten, denn er hatte Gefallen an mir. Er wird mich erretten von meinen starken Feinden und von denen, die mich hassen.
21 Und der Herr wird mir vergelten nach meiner Gerechtigkeit, und nach der Reinheit meiner Hände wird er mir vergelten;
22 denn ich habe die Wege des Herrn bewahrt und bin nicht gottlos von meinem Gott abgefallen;
23 denn alle seine Urteile sind vor mir, und seine Satzungen habe ich nicht von mir entfernt.
24 Und ich werde untadelig sein vor ihm und mich hüten vor meiner Sünde.
25 Und der Herr wird mir vergelten nach meiner Gerechtigkeit und nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen.
26 Gegen den Frommen erweist du dich fromm, und gegen den unschuldigen Mann wirst du unschuldig sein,
27 und gegen den Auserwählten wirst du auserwählt sein, und gegen den Verkehrten wirst du dich verkehrt zeigen.
28 Denn du wirst das gedemütigte Volk retten und die Augen der Hochmütigen erniedrigen.
29 Denn du erleuchtest meine Leuchte, Herr; mein Gott, du erleuchtest meine Finsternis.
30 Denn durch dich werde ich errettet aus der Versuchung, und mit meinem Gott überspringe ich eine Mauer.
31 Mein Gott untadelig ist sein Weg, die Worte des Herrn sind im Feuer geläutert; er ist ein Schild für alle, die auf ihn hoffen.
32 Denn wer ist Gott außer dem Herrn? Und wer ist Gott außer unserem Gott?
33 Der Gott, der mich mit Kraft umgürtet und meinen Weg untadelig gemacht hat,
34 der meine Füße macht wie die eines Hirsches und mich auf die Höhen stellt,
35 der meine Hände den Kampf lehrt; und du machtest meine Arme zu einem ehernen Bogen.
36 Und du gabst mir den Schild deines Heils, und deine Rechte stützte mich, und deine Zucht richtete mich auf bis ans Ende, und deine Zucht, sie wird mich lehren.
37 Du machtest weit meine Schritte unter mir, und meine Tritte wankten nicht.
38 Ich will meine Feinde verfolgen und sie ergreifen und nicht umkehren, bis sie vernichtet sind.
39 Ich will sie zermalmen, und sie können nicht bestehen; sie werden fallen unter meine Füße.
40 Und du umgürtetest mich mit Kraft zum Kampf, du beugtest alle, die sich gegen mich erhoben, unter mich,
41 und meine Feinde ließest du mir den Rücken kehren, und die mich hassen, hast du vertilgt.
42 Sie schrien, aber es war kein Retter da; zum Herrn, aber er erhörte sie nicht.
43 Und ich zermalme sie wie Staub vor dem Wind, wie Kot der Gassen zertrete ich sie.
44 Du errettest mich von den Streitigkeiten des Volkes, du setzest mich zum Haupt der Völker; ein Volk, das ich nicht kannte, diente mir.
45 Aufs bloße Hören gehorchte es mir; fremde Söhne heuchelten mir,
46 fremde Söhne welkten dahin und hinkten von ihren Pfaden herab.
47 Der Herr lebt, und gepriesen sei mein Gott, und erhöht werde der Gott meines Heils,
48 der Gott, der mir Rache gibt und Völker unter mich unterworfen hat,
49 mein Erretter von meinen zornigen Feinden; über die, die sich gegen mich erheben, wirst du mich erhöhen, von dem ungerechten Mann wirst du mich erretten.
50 Darum will ich dich preisen unter den Völkern, Herr, und deinem Namen lobsingen,
51 der die Rettungen seines Königs groß macht und Barmherzigkeit übt an seinem Gesalbten, an David und seinem Samen bis in Ewigkeit.
Psalm 18
1 Auf das Ende hin; ein Psalm Davids.
2 Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und das Werk seiner Hände verkündet die Feste.
3 Ein Tag sprudelt dem anderen das Wort zu, und eine Nacht verkündet der anderen Erkenntnis.
4 Es sind keine Reden noch Worte, deren Stimmen man nicht hörte;
5in alle Welt ist ihr Schall ausgegangen und bis an die Enden des Erdkreises ihre Worte. In der Sonne hat er sein Zelt aufgeschlagen;
6 und sie geht hervor wie ein Bräutigam aus seiner Kammer, sie frohlockt wie ein Riese, ihren Weg zu laufen.
7 Vom Ende des Himmels ist ihr Ausgang, und ihr Umlauf reicht bis ans Ende des Himmels, und niemand kann sich vor ihrer Glut verbergen.
8 Das Gesetz des Herrn ist untadelig, es erquickt die Seelen; das Zeugnis des Herrn ist zuverlässig, es macht die Unmündigen weise;
9 die Satzungen des Herrn sind recht, sie erfreuen das Herz; das Gebot des Herrn ist strahlend, es erleuchtet die Augen;
10 die Furcht des Herrn ist rein, sie bleibt in Ewigkeit; die Gerichte des Herrn sind wahrhaftig, allesamt gerecht,
11 begehrenswerter als Gold und viel Edelgestein und süßer als Honig und Honigwabe.
12 Denn auch dein Knecht bewahrt sie; im Halten derselben liegt großer Lohn.
13 Verfehlungen — wer kann sie erkennen? Von meinen verborgenen Sünden reinige mich.
14 Und vor den Fremden bewahre deinen Knecht; wenn sie nicht über mich herrschen, dann werde ich untadelig sein und rein von großer Sünde.
15 Und die Worte meines Mundes und das Sinnen meines Herzens sollen dir wohlgefällig sein allezeit, Herr, mein Helfer und mein Erlöser.
Psalm 19
1 Auf das Ende hin; ein Psalm Davids.
2 Der Herr erhöre dich am Tag der Bedrängnis, es beschütze dich der Name des Gottes Jakobs.
3 Er sende dir Hilfe vom Heiligtum, und von Zion her nehme er sich deiner an.
4 Er gedenke all deiner Opfer, und dein Brandopfer mache er fett. Zwischenspiel.
5 Er gebe dir nach deinem Herzen und erfülle all deinen Ratschluss.
6 Wir werden jubeln über dein Heil und im Namen unseres Gottes groß gemacht werden. Der Herr erfülle alle deine Bitten.
7 Nun habe ich erkannt, dass der Herr seinen Gesalbten gerettet hat; er wird ihn erhören aus seinem heiligen Himmel; in Machttaten ist das Heil seiner Rechten.
8 Diese vertrauen auf Wagen und jene auf Rosse, wir aber werden im Namen des Herrn, unseres Gottes, groß gemacht werden.
9 Sie wurden gefesselt und fielen, wir aber standen auf und wurden aufgerichtet.
10 Herr, rette deinen König und erhöre uns an dem Tag, an dem wir dich anrufen.
Psalm 20
1 Für den Chormeister. Ein Psalm Davids.
2 Herr, über deine Macht wird sich der König freuen, und über dein Heil wird er überaus jubeln.
3 Das Verlangen seiner Seele hast du ihm gegeben, und den Wunsch seiner Lippen hast du ihm nicht versagt. Sela.
4 Denn du bist ihm zuvorgekommen mit Segnungen der Güte, du hast auf sein Haupt eine Krone aus kostbarem Stein gesetzt.
5 Leben erbat er von dir, und du hast es ihm gegeben, Länge der Tage auf immer und ewig.
6 Groß ist seine Herrlichkeit durch dein Heil; Herrlichkeit und Pracht wirst du auf ihn legen.
7 Denn du wirst ihm Segen geben auf immer und ewig, du wirst ihn erfreuen mit Freude vor deinem Angesicht.
8 Denn der König hofft auf den Herrn, und durch die Barmherzigkeit des Höchsten wird er nicht wanken.
9 Deine Hand möge alle deine Feinde finden, deine Rechte möge alle finden, die dich hassen.
10 Du wirst sie machen wie einen Feuerofen zur Zeit deines Angesichts; der Herr wird sie in seinem Zorn verwirren, und Feuer wird sie verzehren.
11 Ihre Frucht wirst du von der Erde vertilgen und ihren Samen aus den Söhnen der Menschen.
12 Denn sie haben Böses gegen dich ersonnen, sie haben einen Plan ausgedacht, den sie nicht ausführen können.
13 Denn du wirst sie zum Rücken machen; mit deinen Übriggebliebenen wirst du dich gegen ihr Angesicht rüsten.
14 Erhebe dich, Herr, in deiner Macht; wir wollen singen und deine Machttaten preisen.
Psalm 21
1 Auf das Ende, für die Hilfe am Morgen; ein Psalm Davids.
2 Gott, mein Gott, achte auf mich; warum hast du mich verlassen? Fern von meinem Heil sind die Worte meiner Verfehlungen.
3 Mein Gott, ich werde rufen bei Tage, und du wirst nicht hören, und bei Nacht, und es wird mir nicht zur Torheit.
4 Du aber wohnst im Heiligtum, du Lobpreis Israels.
5 Auf dich hofften unsere Väter, sie hofften, und du hast sie errettet;
6 zu dir schrien sie und wurden gerettet, auf dich hofften sie und wurden nicht zuschanden.
7 Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Menschen und Verachtung des Volkes.
8 Alle, die mich sehen, verhöhnten mich, sie redeten mit den Lippen, schüttelten den Kopf:
9 Er hat auf den Herrn gehofft, der rette ihn; der helfe ihm, denn er hat Gefallen an ihm.
10 Denn du bist es, der mich aus dem Mutterleib gezogen hat, meine Hoffnung von den Brüsten meiner Mutter an;
11 auf dich bin ich geworfen von Mutterschoß an, vom Leib meiner Mutter an bist du mein Gott.
12 Weiche nicht von mir, denn Bedrängnis ist nahe, denn es gibt keinen Helfer.
13 Viele junge Stiere haben mich umringt, fette Stiere haben mich umzingelt;
14 sie haben ihren Rachen gegen mich aufgerissen wie ein reißender und brüllender Löwe.
15 Wie Wasser bin ich hingegossen, und alle meine Gebeine sind zerstreut; mein Herz ist geworden wie Wachs, das schmilzt inmitten meines Leibes;
16 verdorrt wie eine Scherbe ist meine Kraft, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen, und in den Staub des Todes hast du mich hinabgeführt.
17 Denn viele Hunde haben mich umringt, eine Rotte von Übeltätern hat mich umzingelt; sie haben meine Hände und Füße durchbohrt.
18 Ich habe alle meine Gebeine gezählt; sie aber schauten und starrten mich an.
19 Sie teilten meine Kleider unter sich und warfen über mein Gewand das Los.
20 Du aber, Herr, halte deine Hilfe nicht fern von mir, achte auf meinen Beistand.
21 Errette meine Seele vom Schwert und aus der Hand des Hundes meine Einzige;
22 rette mich aus dem Rachen des Löwen und von den Hörnern der Einhörner meine Niedrigkeit.
23 Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, inmitten der Gemeinde will ich dich preisen:
24 Die ihr den Herrn fürchtet, lobet ihn; aller Same Jakobs, verherrlicht ihn; es fürchte ihn aller Same Israels,
25 denn er hat das Flehen des Armen nicht verachtet noch verschmäht, noch sein Angesicht von mir abgewandt, und als ich zu ihm schrie, hat er mich erhört.
26 Von dir kommt mein Lobpreis in großer Gemeinde; meine Gelübde will ich erfüllen vor denen, die ihn fürchten.
27 Die Armen werden essen und satt werden, und die den Herrn suchen, werden ihn loben; ihre Herzen werden leben von Ewigkeit zu Ewigkeit.
28 Alle Enden der Erde werden gedenken und sich zum Herrn bekehren, und alle Geschlechter der Völker werden vor dir anbeten,
29 denn des Herrn ist das Königtum, und er herrscht über die Völker.
30 Alle Fetten der Erde haben gegessen und angebetet; vor ihm werden niederfallen alle, die zur Erde hinabfahren. Und meine Seele lebt für ihn,
31 und mein Same wird ihm dienen; dem Herrn wird verkündet werden das kommende Geschlecht,
32 und sie werden seine Gerechtigkeit verkünden dem Volk, das geboren werden wird, denn der Herr hat es getan.
Psalm 22
1 Ein Psalm Davids. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
2 An einen Ort des grünen Grases, dort ließ er mich lagern, am Wasser der Ruhe zog er mich auf,
3 meine Seele stellte er wieder her. Er führte mich auf Pfaden der Gerechtigkeit um seines Namens willen.
4 Denn auch wenn ich mitten im Schatten des Todes wandle, werde ich kein Unheil fürchten, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, sie haben mich getröstet.
5 Du hast vor mir einen Tisch bereitet angesichts derer, die mich bedrängen; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, und dein Becher, der berauscht, wie herrlich ist er.
6 Und dein Erbarmen wird mir nachfolgen alle Tage meines Lebens, und ich werde wohnen im Hause des Herrn auf lange Dauer der Tage.
Psalm 23
1 Ein Psalm Davids; für den ersten Tag der Woche. Dem Herrn gehört die Erde und ihre Fülle, der Erdkreis und alle, die auf ihm wohnen;
2 denn er hat sie auf Meeren gegründet und auf Strömen bereitet.
3 Wer wird hinaufsteigen auf den Berg des Herrn, und wer wird stehen an seiner heiligen Stätte?
4 Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist, wer seine Seele nicht auf Eitles gerichtet und seinem Nächsten nicht mit Trug geschworen hat.
5 Der wird Segen empfangen vom Herrn und Barmherzigkeit von Gott, seinem Retter.
6 Das ist das Geschlecht derer, die ihn suchen, die das Angesicht des Gottes Jakobs suchen. Sela.
7 Hebt die Tore, ihr Fürsten, und erhebt euch, ihr ewigen Pforten, damit der König der Herrlichkeit einziehe!
8 Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Der Herr, stark und mächtig, der Herr, mächtig im Kampf.
9 Hebt die Tore, ihr Fürsten, und erhebt euch, ihr ewigen Pforten, damit der König der Herrlichkeit einziehe!
10 Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Der Herr der Heerscharen, er ist der König der Herrlichkeit.
Psalm 24
1 Ein Psalm Davids. Zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele, mein Gott.
2 Auf dich vertraue ich; lass mich nicht zuschanden werden, und meine Feinde sollen nicht über mich spotten.
3 Denn alle, die auf dich harren, werden gewiss nicht zuschanden werden; zuschanden sollen alle werden, die ohne Grund Unrecht tun.
4 Deine Wege, Herr, tue mir kund, und deine Pfade lehre mich.
5 Führe mich in deiner Wahrheit und lehre mich, denn du bist Gott, mein Retter, und auf dich habe ich geharrt den ganzen Tag.
6 Gedenke deiner Barmherzigkeit, Herr, und deiner Gnadenerweise, denn sie sind von Ewigkeit her.
7 Der Sünden meiner Jugend und meiner Unwissenheit gedenke nicht; nach deiner Gnade gedenke du meiner um deiner Güte willen, Herr.
8 Gütig und gerecht ist der Herr; darum wird er den Sündern das Gesetz auf dem Wege geben.
9 Er wird die Sanftmütigen im Recht leiten, er wird die Sanftmütigen seine Wege lehren.
10 Alle Wege des Herrn sind Gnade und Wahrheit für die, die seinen Bund und seine Zeugnisse suchen.
11 Um deines Namens willen, Herr, wirst du auch meine Sünde vergeben; denn sie ist groß.
12 Wer ist der Mensch, der den Herrn fürchtet? Ihm wird er das Gesetz geben auf dem Wege, den er erwählt hat.
13 Seine Seele wird im Guten wohnen, und sein Same wird das Land erben.
14 Der Herr ist die Stärke derer, die ihn fürchten, und der Name des Herrn gehört denen, die ihn fürchten, und sein Bund, um ihn ihnen kundzutun.
15 Meine Augen sind allezeit auf den Herrn gerichtet, denn er wird meine Füße aus der Schlinge ziehen.
16 Blicke auf mich und erbarme dich meiner, denn ich bin einsam und arm.
17 Die Bedrängnisse meines Herzens haben sich ausgeweitet; führe mich heraus aus meinen Nöten.
18 Sieh meine Erniedrigung und meine Mühsal, und vergib alle meine Sünden.
19 Sieh meine Feinde, denn sie sind zahlreich geworden und hassen mich mit ungerechtem Hass.
20 Bewahre meine Seele und errette mich; lass mich nicht zuschanden werden, denn ich habe auf dich gehofft.
21 Die Unschuldigen und Aufrichtigen hielten sich zu mir, denn ich habe auf dich geharrt, Herr.
22 Erlöse, o Gott, Israel aus allen seinen Bedrängnissen.
Psalm 25
1 Von David. Richte mich, Herr, denn ich bin in meiner Unschuld gewandelt, und da ich auf den Herrn hoffe, werde ich nicht wanken.
2 Prüfe mich, Herr, und erprobe mich, läutere meine Nieren und mein Herz.
3 Denn dein Erbarmen ist vor meinen Augen, und ich habe Wohlgefallen gefunden an deiner Wahrheit.
4 Ich habe nicht gesessen im Rat der Nichtigkeit, und mit den Gesetzlosen werde ich nicht eingehen.
5 Ich habe die Versammlung der Übeltäter gehasst, und mit den Gottlosen werde ich nicht sitzen.
6 Ich werde in Unschuld meine Hände waschen und deinen Altar umschreiten, Herr,
7 um die Stimme des Lobes zu hören und all deine Wunder zu erzählen.
8 Herr, ich habe die Zierde deines Hauses geliebt und die Stätte der Wohnung deiner Herrlichkeit.
9 Raffe meine Seele nicht hinweg mit den Gottlosen und mein Leben nicht mit Männern des Blutes,
10 in deren Händen Frevel sind, deren Rechte voll ist von Bestechungsgaben.
11 Ich aber bin in meiner Unschuld gewandelt; erlöse mich und erbarme dich meiner.
12 Denn mein Fuß steht auf geradem Wege; in den Versammlungen werde ich dich preisen, Herr.
Psalm 26
1 Von David; vor der Salbung. Der Herr ist mein Licht und mein Retter; wen soll ich fürchten? Der Herr ist der Beschützer meines Lebens; vor wem soll ich verzagen?
2 Als sich Übeltäter mir näherten, um mein Fleisch zu fressen, meine Bedränger und meine Feinde – sie selbst wurden schwach und fielen.
3 Wenn sich ein Heerlager gegen mich aufstellt, wird sich mein Herz nicht fürchten; wenn sich ein Krieg gegen mich erhebt, so hoffe ich dennoch darauf.
4 Eines habe ich vom Herrn erbeten, dieses will ich suchen: dass ich im Hause des Herrn wohne alle Tage meines Lebens, dass ich die Lieblichkeit des Herrn schaue und seinen Tempel besuche.
5 Denn er verbarg mich in seinem Zelt am Tage meines Unglücks; er beschirmte mich im Verborgenen seines Zeltes, auf einen Felsen erhöhte er mich.
6 Und nun, siehe, er hat mein Haupt über meine Feinde erhöht; ich zog umher und opferte in seinem Zelt ein Opfer des Jubels, ich will singen und dem Herrn spielen.
7 Erhöre, Herr, meine Stimme, mit der ich gerufen habe; erbarme dich meiner und erhöre mich.
8 Zu dir sprach mein Herz: Mein Angesicht hat gesucht; dein Angesicht, Herr, will ich suchen.
9 Wende dein Angesicht nicht von mir ab, weiche nicht im Zorn von deinem Knecht; sei mein Helfer, verwirf mich nicht und verlass mich nicht, Gott, mein Retter.
10 Denn mein Vater und meine Mutter haben mich verlassen, der Herr aber hat mich aufgenommen.
11 Weise mir, Herr, deinen Weg und leite mich auf gerader Bahn um meiner Feinde willen.
12 Gib mich nicht preis den Seelen meiner Bedränger, denn ungerechte Zeugen sind gegen mich aufgestanden, und die Ungerechtigkeit hat sich selbst belogen.
13 Ich glaube, dass ich die Güter des Herrn schauen werde im Lande der Lebenden.
14 Harre auf den Herrn; sei mannhaft, und dein Herz sei stark, und harre auf den Herrn.
Psalm 27
1 Von David. Zu dir, Herr, habe ich gerufen, mein Gott, schweige nicht vor mir, damit du nicht vor mir schweigst und ich denen gleich werde, die in die Grube hinabsteigen.
2 Erhöre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir flehe, wenn ich meine Hände erhebe zu deinem heiligen Tempel.
3 Ziehe meine Seele nicht mit den Sündern hinweg, und mit denen, die Unrecht tun, verdirb mich nicht, die Frieden reden mit ihren Nächsten, aber Böses in ihren Herzen haben.
4 Gib ihnen nach ihren Werken und nach der Bosheit ihrer Taten; nach den Werken ihrer Hände gib ihnen, vergilt ihnen ihre Vergeltung.
5 Denn sie haben nicht geachtet auf die Werke des Herrn und auf die Werke seiner Hände; du wirst sie niederreißen und sie nicht wieder aufbauen.
6 Gepriesen sei der Herr, denn er hat die Stimme meines Flehens erhört.
7 Der Herr ist mein Helfer und mein Beschützer; auf ihn hat mein Herz gehofft, und mir wurde geholfen, und mein Fleisch ist wieder aufgeblüht; und aus freiem Willen werde ich ihm danken.
8 Der Herr ist die Stärke seines Volkes und der Beschützer des Heils seines Gesalbten.
9 Rette dein Volk und segne dein Erbe und weide sie und erhebe sie bis in Ewigkeit.
Psalm 28
1 Ein Psalm Davids; zum Auszug aus dem Zelt. Bringt dem Herrn dar, ihr Söhne Gottes, bringt dem Herrn junge Widder dar, bringt dem Herrn Ehre und Herrlichkeit dar,
2 bringt dem Herrn die Ehre seines Namens dar, betet den Herrn an in seinem heiligen Vorhof.
3 Die Stimme des Herrn über den Wassern; der Gott der Herrlichkeit hat gedonnert, der Herr über vielen Wassern.
4 Die Stimme des Herrn in Kraft, die Stimme des Herrn in Herrlichkeit.
5 Die Stimme des Herrn, der Zedern zerbricht; und der Herr wird die Zedern des Libanon zerbrechen
6 und wird sie zermalmen wie das Kalb, den Libanon, und der Geliebte ist wie ein junges Einhorn.
7 Die Stimme des Herrn, der die Feuerflamme zerteilt,
8 die Stimme des Herrn, der die Wüste erschüttert; und der Herr wird die Wüste Kades erschüttern.
9 Die Stimme des Herrn, der die Hirschkühe kreißen lässt, und er wird die Wälder entblößen; und in seinem Tempel spricht jeder von seiner Herrlichkeit.
10 Der Herr wird über der Flut thronen, und der Herr sitzt als König in Ewigkeit.
11 Der Herr wird seinem Volk Kraft geben, der Herr wird sein Volk mit Frieden segnen.
Psalm 29
1 Auf das Ende hin; ein Psalm, ein Lied zur Einweihung des Hauses; von David.
2 Ich will dich erheben, Herr, denn du hast mich aufgenommen und meine Feinde nicht über mich frohlocken lassen.
3 Herr, mein Gott, ich schrie zu dir, und du hast mich geheilt.
4 Herr, du hast meine Seele aus dem Hades heraufgeführt, du hast mich gerettet vor denen, die in die Grube hinabfahren.
5 Singet dem Herrn, ihr seine Frommen, und preiset das Gedächtnis seiner Heiligkeit;
6 denn Zorn ist in seinem Grimm, und Leben in seinem Willen; am Abend kehrt Weinen ein, und am Morgen Jubel.
7 Ich aber sprach in meinem Wohlstand: Ich werde nimmermehr wanken in Ewigkeit.
8 Herr, in deinem Willen hast du meiner Schönheit Kraft verliehen; doch du wandtest dein Angesicht ab, und ich wurde bestürzt.
9 Zu dir, Herr, will ich schreien, und zu meinem Gott will ich flehen:
10 Welcher Nutzen ist an meinem Blut, wenn ich hinabfahre in die Verwesung? Wird etwa der Staub dich preisen oder deine Wahrheit verkünden?
11 Der Herr hat gehört und sich meiner erbarmt, der Herr wurde mein Helfer.
12 Du hast meine Klage in Reigen verwandelt, du hast mein Trauergewand zerrissen und mich mit Freude umgürtet,
13 damit dir meine Herrlichkeit singe und ich nicht verstumme; Herr, mein Gott, in Ewigkeit will ich dich preisen.
Psalm 30
1 Auf das Ende hin; ein Psalm Davids; der Verzückung.
2 Auf dich, Herr, habe ich gehofft, lass mich nicht zuschanden werden in Ewigkeit; in deiner Gerechtigkeit rette mich und reiße mich heraus.
3 Neige zu mir dein Ohr, eile, mich herauszureißen; werde mir zum schirmenden Gott und zum Haus der Zuflucht, mich zu retten.
4 Denn meine Stärke und meine Zuflucht bist du, und um deines Namens willen wirst du mich führen und mich ernähren;
5 du wirst mich herausführen aus dieser Schlinge, die sie mir verborgen legten, denn du bist mein Beschirmer.
6 In deine Hände werde ich meinen Geist legen; du hast mich erlöst, Herr, du Gott der Wahrheit.
7 Du hasst die, die Nichtigkeiten vergeblich bewahren; ich aber habe auf den Herrn gehofft.
8 Ich werde jubeln und mich freuen über dein Erbarmen, denn du hast meine Erniedrigung angesehen, du hast aus den Nöten meine Seele gerettet
9 und mich nicht eingeschlossen in die Hände des Feindes, du hast auf weiten Raum meine Füße gestellt.
10 Erbarme dich meiner, Herr, denn ich bin bedrängt; verstört ist im Grimm mein Auge, meine Seele und mein Leib.
11 Denn dahingeschwunden ist in Schmerz mein Leben und meine Jahre in Seufzern; kraftlos geworden ist in Armut meine Stärke, und meine Gebeine sind verstört.
12 Vor allen meinen Feinden bin ich zur Schmach geworden, und meinen Nachbarn gar sehr, und zum Schrecken meinen Bekannten; die mich draußen sahen, flohen vor mir.
13 Vergessen bin ich wie ein Toter aus dem Herzen, ich bin geworden wie ein verlorenes Gefäß.
14 Denn ich hörte den Tadel vieler, die ringsum wohnen; als sie sich zusammen gegen mich versammelten, beratschlagten sie, meine Seele zu nehmen.
15 Ich aber habe auf dich gehofft, Herr; ich sprach: Du bist mein Gott.
16 In deinen Händen sind meine Zeiten; rette mich aus der Hand meiner Feinde und vor denen, die mich verfolgen.
17 Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht, rette mich in deinem Erbarmen.
18 Herr, lass mich nicht zuschanden werden, denn ich habe dich angerufen; zuschanden werden sollen die Gottlosen und hinabgestürzt werden in den Hades.
19 Stumm sollen werden die trügerischen Lippen, die gegen den Gerechten Gesetzlosigkeit reden in Hochmut und Verachtung.
20 Wie groß ist die Fülle deiner Güte, Herr, die du verborgen hast für die, die dich fürchten; du hast sie bereitet denen, die auf dich hoffen, vor den Söhnen der Menschen.
21 Du wirst sie verbergen im Verborgenen deines Angesichts vor dem Aufruhr der Menschen, du wirst sie beschirmen in einem Zelt vor dem Widerspruch der Zungen.
22 Gepriesen sei der Herr, denn wunderbar erwiesen hat er sein Erbarmen in einer befestigten Stadt.
2 3Ich aber sprach in meiner Verzückung: Ich bin also verworfen vom Angesicht deiner Augen. Darum hast du erhört die Stimme meines Flehens, als ich zu dir schrie.
24 Liebt den Herrn, alle seine Frommen, denn Wahrheit sucht der Herr und vergilt denen, die im Übermaß Hochmut üben.
25 Seid mannhaft, und euer Herz sei stark, alle, die ihr auf den Herrn hofft.
Psalm 31
1 Von David; ein Lehrgedicht. Selig sind die, deren Gesetzlosigkeiten vergeben und deren Sünden zugedeckt sind;
2 selig der Mann, dem der Herr die Sünde nicht anrechnet und in dessen Mund kein Trug ist.
3 Weil ich schwieg, verfielen meine Gebeine durch mein Schreien den ganzen Tag;
4 denn Tag und Nacht lastete deine Hand schwer auf mir, ich wurde in Elend gewandelt, als der Dorn sich einbohrte. Zwischenspiel.
5 Meine Sünde tat ich kund und meine Gesetzlosigkeit verbarg ich nicht; ich sprach: Ich will dem Herrn meine Gesetzlosigkeit wider mich bekennen; und du hast die Gottlosigkeit meiner Sünde vergeben. Zwischenspiel.
6 Darum wird jeder Fromme zu dir beten zur rechten Zeit; doch bei der Flut vieler Wasser werden sie ihm nicht nahen.
7 Du bist meine Zuflucht vor der Bedrängnis, die mich umgibt; du mein Jubel, erlöse mich von denen, die mich umringt haben. Zwischenspiel.
8 Ich will dich unterweisen und dich lehren auf diesem Weg, den du gehen sollst; ich will meine Augen auf dich richten.
9 Seid nicht wie Ross und Maultier, die keinen Verstand haben; mit Zaum und Zügel muss man ihre Kinnbacken bändigen, wenn sie dir nicht nahen wollen.
10 Zahlreich sind die Plagen des Sünders, den aber, der auf den Herrn hofft, wird Erbarmen umgeben.
11 Freut euch am Herrn und jubelt, ihr Gerechten, und rühmt euch, alle, die ihr aufrichtigen Herzens seid.
Psalm 32
1Von David. Jauchzet, ihr Gerechten, in dem Herrn; den Aufrichtigen ziemt der Lobgesang.
2Preiset den Herrn mit der Zither, auf dem zehnsaitigen Psalter spielet ihm.
3Singet ihm ein neues Lied, spielet schön mit Jubelschall.
4Denn das Wort des Herrn ist aufrichtig, und alle seine Werke sind in Treue;
5er liebt Barmherzigkeit und Gericht, voll ist die Erde der Gnade des Herrn.
6Durch das Wort des Herrn wurden die Himmel gefestigt und durch den Hauch seines Mundes all ihre Kraft;
7er sammelt wie in einem Schlauch die Wasser des Meeres, legt die Fluten in Vorratskammern.
8Es fürchte den Herrn die ganze Erde, vor ihm sollen erbeben alle Bewohner des Erdkreises;
9denn er sprach, und sie wurden, er gebot, und sie wurden erschaffen.
10Der Herr zerstreut die Ratschläge der Völker, verwirft die Gedanken der Nationen und verwirft die Ratschläge der Fürsten;
11der Ratschluss des Herrn aber bleibt in Ewigkeit, die Gedanken seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht.
12Selig das Volk, dessen Gott der Herr ist, das Volk, das er sich zum Erbe erwählt hat.
13Vom Himmel schaute der Herr herab, er sah alle Söhne der Menschen;
14von seiner bereiteten Wohnstätte blickte er auf alle Bewohner der Erde,
15 er, der ihre Herzen einzeln gebildet hat, der alle ihre Werke versteht.
16 Kein König wird gerettet durch große Macht, und ein Riese wird nicht gerettet durch die Fülle seiner Stärke;
17 trügerisch ist das Ross zur Rettung, und durch die Fülle seiner Kraft wird es nicht retten.
18 Siehe, die Augen des Herrn ruhen auf denen, die ihn fürchten, die auf seine Gnade hoffen,
19 um ihre Seelen vom Tode zu erretten und sie in der Hungersnot zu ernähren.
20 Unsere Seele harrt auf den Herrn, denn er ist unser Helfer und Beschützer;
21 denn an ihm wird sich unser Herz freuen, und auf seinen heiligen Namen haben wir gehofft.
22 Deine Gnade, Herr, komme über uns, wie wir auf dich gehofft haben.
Psalm 33
1 Von David, als er sein Angesicht vor Abimelech verstellte, und dieser ihn entließ, und er fortging.
2 Ich will den Herrn preisen zu jeder Zeit, allezeit sei sein Lob in meinem Munde.
3 Im Herrn soll sich meine Seele rühmen; die Sanftmütigen sollen es hören und sich freuen.
4 Erhebet den Herrn mit mir, und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen.
5 Ich suchte den Herrn, und er erhörte mich und errettete mich aus allen meinen Bedrängnissen.
6 Tretet zu ihm hin und werdet erleuchtet, und eure Angesichter werden nicht zuschanden werden.
7 Dieser Arme rief, und der Herr erhörte ihn und rettete ihn aus allen seinen Nöten.
8 Der Engel des Herrn lagert sich rings um die, die ihn fürchten, und wird sie erretten.
9 Schmecket und sehet, dass der Herr gütig ist; selig der Mann, der auf ihn hofft.
10 Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen, denn denen, die ihn fürchten, mangelt nichts.
11 Reiche wurden arm und hungerten, die aber den Herrn suchen, werden keines Gutes ermangeln. Zwischenspiel.
12 Kommt, Kinder, höret mich; die Furcht des Herrn will ich euch lehren.
13 Wer ist der Mensch, der das Leben will und gute Tage zu sehen liebt?
14 Bewahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden.
15 Weiche vom Bösen und tue Gutes, suche den Frieden und jage ihm nach.
16 Die Augen des Herrn sind auf die Gerechten gerichtet und seine Ohren auf ihr Flehen.
17 Das Angesicht des Herrn aber ist wider die, die Böses tun, um ihr Gedächtnis von der Erde auszutilgen.
18 Die Gerechten schrien, und der Herr erhörte sie und errettete sie aus allen ihren Nöten.
19 Nahe ist der Herr denen, die zerbrochenen Herzens sind, und die Demütigen im Geiste wird er retten.
20 Zahlreich sind die Nöte der Gerechten, doch aus ihnen allen wird er sie erretten.
21 Der Herr bewahrt alle ihre Gebeine, nicht eines von ihnen wird zerbrochen werden.
22 Der Tod der Sünder ist böse, und die den Gerechten hassen, werden sich verfehlen.
23 Der Herr wird die Seelen seiner Knechte erlösen, und alle, die auf ihn hoffen, werden sich nicht verfehlen.
Psalm 34
1 Von David. Richte, Herr, die mir Unrecht tun, bekämpfe, die mich bekämpfen.
2 Ergreife Waffe und Schild und erhebe dich mir zur Hilfe,
3 zücke das Schwert und versperre den Weg denen, die mich verfolgen; sprich zu meiner Seele: Ich bin dein Heil.
4 Es sollen sich schämen und zuschanden werden, die mir nach dem Leben trachten; zurückweichen und beschämt werden sollen, die Böses gegen mich ersinnen.
5 Sie sollen werden wie Staub vor dem Wind, und der Engel des Herrn bedränge sie;
6 ihr Weg werde Finsternis und schlüpfriger Boden, und der Engel des Herrn verfolge sie.
7 Denn ohne Grund haben sie mir das Verderben ihrer Schlinge verborgen, vergeblich haben sie meine Seele geschmäht.
8 Es komme über sie eine Schlinge, die sie nicht kennen, und das Netz, das sie verborgen haben, fange sie, und in die Schlinge sollen sie selbst fallen.
9 Meine Seele aber wird jubeln über den Herrn, sich freuen über sein Heil.
10 Alle meine Gebeine werden sagen: Herr, wer ist dir gleich? Der du den Armen errettest aus der Hand derer, die stärker sind als er, den Armen und Elenden von denen, die ihn berauben.
11 Ungerechte Zeugen standen auf und fragten mich nach dem, was ich nicht wusste;
12 sie vergalten mir Böses für Gutes und Kinderlosigkeit meiner Seele.
13 Ich aber, als sie mich bedrängten, kleidete mich in Sacktuch und demütigte meine Seele mit Fasten, und mein Gebet wird in meinen Schoß zurückkehren.
14 Wie einem Nächsten, wie unserem Bruder, so suchte ich zu gefallen; wie einer, der trauert und finster einhergeht, so demütigte ich mich.
15 Doch sie freuten sich über mich und versammelten sich; Geißeln versammelten sich gegen mich, und ich wusste es nicht; sie zerrissen mich und ließen nicht ab.
16 Sie versuchten mich, verhöhnten mich mit Hohn, knirschten gegen mich mit ihren Zähnen.
17 Herr, wann wirst du dareinsehen? Errette meine Seele von ihrer Bosheit, von den Löwen meine Einzige.
18 Ich will dich preisen, Herr, in großer Versammlung, unter zahlreichem Volk will ich dich loben.
19 Es sollen sich nicht über mich freuen, die mir zu Unrecht feind sind, die mich ohne Grund hassen und mit den Augen zwinkern.
20 Denn zu mir redeten sie zwar friedlich, doch im Zorn ersannen sie Listen
21 und rissen ihren Mund weit auf gegen mich und sagten: Ha, ha, unsere Augen haben es gesehen.
22 Du hast es gesehen, Herr; schweige nicht, Herr, entferne dich nicht von mir.
23 Erwache, Herr, und achte auf mein Recht, mein Gott und mein Herr, auf meine Sache.
24 Richte mich nach deiner Gerechtigkeit, Herr, mein Gott, und sie sollen sich nicht über mich freuen.
25 Sie sollen nicht in ihren Herzen sagen: Ha, ha, das wollte unsere Seele; sie sollen nicht sagen: Wir haben ihn verschlungen.
26 Es sollen sich schämen und zuschanden werden allesamt, die sich über mein Unglück freuen; mit Scham und Schande sollen sich kleiden, die großsprecherisch gegen mich reden.
27 Jubeln und sich freuen sollen, die meine Gerechtigkeit wollen, und allezeit sollen sie sagen: Groß sei der Herr! – die den Frieden seines Knechtes wollen.
28 Und meine Zunge wird deine Gerechtigkeit verkünden, den ganzen Tag dein Lob.
Psalm 35
1 Auf das Ende hin; dem Knecht des Herrn, dem David.
2 Der Gesetzlose spricht in sich selbst, dass er sündigen wolle; keine Furcht Gottes ist vor seinen Augen.
3 Denn er handelte trügerisch vor sich selbst, sodass seine Gesetzlosigkeit gefunden und gehasst wird.
4 Die Worte seines Mundes sind Gesetzlosigkeit und Trug; er wollte nicht einsichtig werden, um Gutes zu tun.
5 Gesetzlosigkeit ersann er auf seinem Lager; er stellte sich auf jeden Weg, der nicht gut ist, und die Bosheit verabscheute er nicht.
6 Herr, im Himmel ist dein Erbarmen, und deine Wahrheit reicht bis zu den Wolken;
7 deine Gerechtigkeit ist wie die Berge Gottes, deine Gerichte sind eine große Tiefe; Menschen und Vieh wirst du retten, Herr.
8 Wie hast du dein Erbarmen groß gemacht, o Gott! Die Söhne der Menschen aber werden im Schutz deiner Flügel hoffen.
9 Sie werden trunken werden von der Fülle deines Hauses, und mit dem Strom deiner Wonne wirst du sie tränken;
10 denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht werden wir das Licht sehen.
11 Erstrecke dein Erbarmen über die, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit über die, die aufrichtigen Herzens sind.
12 Nicht komme über mich der Fuß des Hochmuts, und die Hand der Sünder erschüttere mich nicht.
13 Dort sind gefallen, die die Gesetzlosigkeit verüben; sie wurden hinausgestoßen und können nicht bestehen.
Psalm 36
1 Von David. Erzürne dich nicht über die Übeltäter und ereifere dich nicht über die, welche Unrecht tun;
2 denn wie Gras werden sie schnell verdorren und wie grünes Kraut schnell abfallen.
3 Hoffe auf den Herrn und tue Gutes und bewohne das Land, so wirst du geweidet werden von seinem Reichtum.
4 Habe deine Lust am Herrn, so wird er dir geben, was dein Herz begehrt.
5 Offenbare dem Herrn deinen Weg und hoffe auf ihn, so wird er es vollbringen
6 und wird deine Gerechtigkeit hervorbringen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag.
7 Unterwirf dich dem Herrn und flehe zu ihm; erzürne dich nicht über den, dem sein Weg gelingt, über den Menschen, der Frevel verübt.
8 Lass ab vom Zorn und verlass den Grimm; erzürne dich nicht, sodass du Böses tust.
9 Denn die Übeltäter werden ausgerottet werden, die aber auf den Herrn harren, sie werden das Land erben.
10 Noch eine kleine Weile, und der Sünder wird nicht mehr sein; und du wirst nach seiner Stätte suchen und sie nicht finden.
11 Die Sanftmütigen aber werden das Land erben und sich erfreuen an der Fülle des Friedens.
12 Der Sünder lauert auf den Gerechten und knirscht mit seinen Zähnen über ihn;
13 der Herr aber wird ihn verlachen, denn er sieht voraus, dass sein Tag kommen wird.
14 Die Sünder haben das Schwert gezückt, ihren Bogen gespannt, um den Armen und Elenden zu fällen, um die zu schlachten, die redlichen Herzens sind.
15 Ihr Schwert dringe in ihr eigenes Herz, und ihre Bogen mögen zerbrochen werden!
16 Besser das Wenige des Gerechten als der große Reichtum der Sünder;
1 7denn die Arme der Sünder werden zerbrochen werden, die Gerechten aber stützt der Herr.
18 Der Herr kennt die Wege der Untadeligen, und ihr Erbe wird ewig bestehen;
19 sie werden nicht zuschanden werden in böser Zeit und in den Tagen des Hungers gesättigt werden.
20 Denn die Sünder werden umkommen; die Feinde des Herrn aber, sobald sie verherrlicht und erhöht sind, vergehen und sind wie Rauch vergangen.
21 Der Sünder borgt und zahlt nicht zurück, der Gerechte aber ist barmherzig und gibt;
22 denn die ihn segnen, werden das Land erben, die ihn aber verfluchen, werden ausgerottet werden.
23 Vom Herrn werden die Schritte des Menschen gelenkt, und an seinem Weg hat er Gefallen;
24 wenn er fällt, wird er nicht zerschmettert, denn der Herr stützt seine Hand.
25 Ich war jung und bin alt geworden und habe nie einen Gerechten verlassen gesehen noch seine Nachkommen um Brot bitten;
26 den ganzen Tag ist er barmherzig und leiht, und seine Nachkommen werden zum Segen sein.
27 Weiche vom Bösen und tue Gutes und wohne von Ewigkeit zu Ewigkeit;
28 denn der Herr liebt das Recht und wird seine Frommen nicht verlassen; ewig werden sie bewahrt. Die Gesetzlosen aber werden verjagt, und die Nachkommen der Gottlosen werden ausgerottet werden;
29 die Gerechten aber werden das Land erben und darin wohnen von Ewigkeit zu Ewigkeit.
30 Der Mund des Gerechten sinnt über Weisheit, und seine Zunge redet, was recht ist;
31 das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen, und seine Schritte werden nicht wanken.
32 Der Sünder lauert auf den Gerechten und trachtet danach, ihn zu töten;
33 der Herr aber wird ihn nicht in seine Hände geben und ihn nicht verurteilen lassen, wenn man ihn richtet.
34 Harre auf den Herrn und bewahre seinen Weg, so wird er dich erhöhen, dass du das Land erbst; wenn die Sünder ausgerottet werden, wirst du es sehen.
35 Ich sah einen Gottlosen hoch erhoben und sich erhebend wie die Zedern des Libanon;
36 und ich ging vorüber, und siehe, er war nicht mehr; und ich suchte ihn, und seine Stätte ward nicht gefunden.
37 Bewahre die Unschuld und achte auf Redlichkeit, denn es gibt einen Rest für den friedfertigen Menschen;
38 die Gesetzlosen aber werden allesamt ausgerottet werden, die Reste der Gottlosen werden ausgerottet werden.
39 Das Heil der Gerechten aber kommt vom Herrn, und er ist ihr Beschützer zur Zeit der Bedrängnis;
40 und der Herr wird ihnen helfen und sie erretten und sie den Sündern entreißen und sie retten, weil sie auf ihn gehofft haben.
Psalm 37
1 Ein Psalm Davids; zum Gedenken, wegen des Sabbats.
2 Herr, strafe mich nicht in deinem Grimm und züchtige mich nicht in deinem Zorn.
3 Denn deine Pfeile stecken in mir, und du hast deine Hand auf mich gelegt.
4 Es ist keine Heilung an meinem Fleisch vor dem Angesicht deines Zorns, es ist kein Friede in meinen Gebeinen vor dem Angesicht meiner Sünden.
5 Denn meine Missetaten sind über mein Haupt gewachsen, wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden.
6 Meine Wunden stinken und eitern vor dem Angesicht meiner Torheit.
7 Ich bin elend geworden und gebeugt bis zum Äußersten, den ganzen Tag ging ich trauernd einher.
8 Denn meine Lenden sind voll von Schmach, und es ist keine Heilung an meinem Fleisch.
9 Ich bin geplagt und tief gedemütigt, ich schrie vor dem Seufzen meines Herzens.
10 Herr, vor dir ist all mein Verlangen, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen.
11 Mein Herz ist verwirrt, meine Kraft hat mich verlassen, und auch das Licht meiner Augen ist nicht mehr bei mir.
12 Meine Freunde und meine Nächsten sind mir gegenüber herangetreten und stehengeblieben, und meine Nächsten stehen von ferne.
13 Und die mir nach dem Leben trachten, bedrängen mich mit Gewalt, und die mein Unglück suchen, reden Nichtiges und sinnen den ganzen Tag auf Trug.
14 Ich aber, wie ein Tauber, hörte nicht, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht öffnet;
15 und ich wurde wie ein Mensch, der nicht hört und in dessen Mund keine Widerrede ist.
16 Denn auf dich, Herr, habe ich gehofft; du wirst erhören, Herr, mein Gott.
17 Denn ich sprach: Dass meine Feinde sich nur nicht über mich freuen! Und als meine Füße wankten, taten sie groß wider mich.
18 Denn ich bin zu Schlägen bereit, und mein Schmerz ist allezeit vor mir.
19 Denn meine Missetat will ich bekennen und mich um meine Sünde sorgen.
20 Meine Feinde aber leben und sind stärker geworden als ich, und zahlreich geworden sind, die mich ohne Grund hassen.
2 1Die mir Böses für Gutes vergelten, verleumdeten mich, weil ich der Gerechtigkeit nachjagte, und sie verwarfen mich, den Geliebten, wie einen verabscheuten Toten.
22 Verlass mich nicht, Herr; mein Gott, entferne dich nicht von mir.
23 Eile mir zur Hilfe, Herr, du mein Heil.
Psalm 38
1 Für den Chormeister, für Jeduthun; ein Lied Davids.
2 Ich sprach: Ich will meine Wege bewahren, damit ich nicht sündige mit meiner Zunge; ich legte meinem Munde eine Wache auf, solange der Sünder vor mir stand.
3 Ich verstummte und wurde gedemütigt und schwieg selbst vom Guten, und mein Schmerz erneuerte sich.
4 Mein Herz wurde heiß in meinem Innern, und bei meinem Sinnen entbrannte ein Feuer. Ich redete mit meiner Zunge:
5 Tu mir kund, Herr, mein Ende und die Zahl meiner Tage, welche sie ist, damit ich erkenne, was mir fehlt.
6 Siehe, handbreit hast du meine Tage gemacht, und mein Dasein ist wie nichts vor dir; ja, alles ist Nichtigkeit, jeder lebende Mensch. Zwischenspiel.
7 Fürwahr, wie ein Schattenbild wandelt der Mensch dahin, ja, vergeblich beunruhigen sie sich; er häuft Schätze auf und weiß nicht, für wen er sie sammeln wird.
8 Und nun, was ist meine Hoffnung? Ist es nicht der Herr? Und mein Bestand ist bei dir.
9 Von allen meinen Übertretungen errette mich; zum Hohn dem Toren hast du mich gemacht.
10 Ich verstummte und öffnete meinen Mund nicht, denn du bist es, der mich gemacht hat.
11 Nimm deine Plagen von mir; unter der Gewalt deiner Hand bin ich vergangen.
12 Mit Züchtigungen wegen der Übertretung hast du den Menschen gestraft und seine Seele zerschmelzen lassen wie ein Spinngewebe; ja, vergeblich beunruhigt sich jeder Mensch. Zwischenspiel.
13 Erhöre mein Gebet, Herr, und vernimm mein Flehen; schweige nicht zu meinen Tränen, denn ein Fremdling bin ich bei dir und ein Gast wie alle meine Väter.
14 Lass ab von mir, damit ich aufatme, ehe ich dahingehe und nicht mehr bin.
Psalm 39
1 Für den Chormeister; ein Psalm Davids.
2 Harrend harrte ich auf den Herrn, und er neigte sich zu mir und erhörte mein Flehen
3 und zog mich herauf aus der Grube des Elends und aus dem Schlamm des Morastes und stellte meine Füße auf einen Felsen und machte meine Schritte fest
4 und legte in meinen Mund ein neues Lied, einen Lobgesang für unseren Gott. Viele werden es sehen und sich fürchten und auf den Herrn hoffen.
5 Selig der Mann, dessen Hoffnung der Name des Herrn ist und der nicht auf Eitelkeiten und trügerische Wahngebilde blickt.
6 Vieles hast du getan, Herr, mein Gott, deine Wundertaten, und deinen Gedanken gleicht niemand; ich verkündete und redete davon – sie sind zahlreicher, als man zählen kann.
7 Schlachtopfer und Gabe hast du nicht gewollt, Ohren aber hast du mir bereitet; Brandopfer und Sündopfer hast du nicht verlangt.
8 Da sprach ich: Siehe, ich komme; in der Rolle des Buches ist über mich geschrieben.
9 Deinen Willen zu tun, mein Gott, war mein Verlangen, und dein Gesetz ist mitten in meinem Innern.
10 Ich habe Gerechtigkeit verkündet in großer Versammlung; siehe, meine Lippen halte ich nicht zurück; Herr, du weißt es.
11 Deine Gerechtigkeit habe ich nicht in meinem Herzen verborgen, deine Wahrheit und dein Heil habe ich ausgesprochen; ich habe dein Erbarmen und deine Wahrheit nicht vor der großen Gemeinde verborgen.
12 Du aber, Herr, halte dein Erbarmen nicht fern von mir; dein Erbarmen und deine Wahrheit haben mich allezeit aufrecht gehalten.
13 Denn Übel ohne Zahl haben mich umringt, meine Missetaten haben mich ergriffen, und ich konnte nicht mehr sehen; sie sind zahlreicher geworden als die Haare meines Hauptes, und mein Herz hat mich verlassen.
14 Lass es dir gefallen, Herr, mich zu erretten; Herr, eile, mir zu helfen.
15 Es sollen beschämt und zuschanden werden allesamt, die mir nach dem Leben trachten, um es auszutilgen; es sollen zurückweichen und zuschanden werden, die mir Böses wollen;
16 es sollen alsbald ihre Schande davontragen, die zu mir sagen: Haha, haha!
17 Frohlocken und sich freuen sollen an dir alle, die dich suchen, Herr, und allezeit sollen sprechen: Groß sei der Herr! die dein Heil lieben.
18 Ich aber bin arm und elend; der Herr wird für mich sorgen. Mein Helfer und mein Beschützer bist du; mein Gott, säume nicht.
Psalm 40
1 Für den Chormeister. Ein Psalm Davids.
2 Selig, wer sich des Armen und Bedürftigen annimmt; am bösen Tage wird der Herr ihn erretten.
3 Der Herr behüte ihn und erhalte ihn am Leben und mache ihn selig auf Erden und gebe ihn nicht in die Hände seines Feindes.
4 Der Herr helfe ihm auf dem Lager seines Schmerzes; sein ganzes Krankenbett hast du gewendet in seiner Krankheit.
5 Ich sprach: Herr, erbarme dich meiner; heile meine Seele, denn ich habe gegen dich gesündigt.
6 Meine Feinde redeten Böses über mich: Wann wird er sterben und sein Name vergehen?
7 Und kam einer, um mich zu sehen, so redete er Falsches; sein Herz sammelte Unrecht in sich; er ging hinaus und redete.
8 Alle meine Feinde tuschelten miteinander gegen mich, sie sannen Böses wider mich:
9 Ein frevelhaftes Wort beschlossen sie gegen mich: Wird der, der daliegt, etwa nicht wieder aufstehen?
10 Denn auch der Mensch meines Friedens, auf den ich hoffte, der mein Brot aß, hat die Ferse groß gegen mich erhoben.
11 Du aber, Herr, erbarme dich meiner und richte mich auf, so will ich es ihnen vergelten.
12 Daran erkenne ich, dass du Gefallen an mir hast, dass mein Feind nicht über mich frohlocken wird.
13 Mich aber hast du um meiner Unschuld willen gehalten und mich vor deinem Angesicht befestigt auf ewig.
14 Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit. So geschehe es, so geschehe es.
Psalm 41
1 Für den Chormeister; zur Unterweisung, für die Söhne Korachs.
2 Wie der Hirsch lechzt nach den Wasserquellen, so lechzt meine Seele nach dir, o Gott.
3 Meine Seele dürstet nach Gott, dem lebendigen; wann werde ich kommen und vor dem Angesicht Gottes erscheinen?
4 Meine Tränen sind mir Brot geworden bei Tag und bei Nacht, während man täglich zu mir sagt: Wo ist dein Gott?
5 Daran gedachte ich und schüttete meine Seele in mir aus, denn ich werde hindurchziehen am Ort des wunderbaren Zeltes bis zum Hause Gottes, unter der Stimme des Jubels und des Lobpreises, im Schall des Festfeierns.
6 Warum bist du betrübt, meine Seele, und warum verwirrst du mich? Hoffe auf Gott, denn ich werde ihn preisen; er ist das Heil meines Angesichts, mein Gott.
7 In mir ist meine Seele verstört; darum will ich deiner gedenken aus dem Lande des Jordan und des Hermon, vom kleinen Berge her.
8 Abgrund ruft dem Abgrund zu beim Rauschen deiner Wasserfälle; alle deine Wogen und deine Wellen sind über mich hingegangen.
9 Bei Tag entbietet der Herr seine Barmherzigkeit, und bei Nacht ist sein Lied bei mir, ein Gebet zum Gott meines Lebens.
10 Ich will zu Gott sagen: Mein Beschützer bist du; warum hast du mich vergessen? Warum gehe ich trauernd einher, während mein Feind mich bedrängt?
11 Indem sie meine Gebeine zermalmen, schmähen mich meine Bedränger, indem sie täglich zu mir sagen: Wo ist dein Gott?
12 Warum bist du betrübt, meine Seele, und warum verwirrst du mich? Hoffe auf Gott, denn ich werde ihn preisen; er ist das Heil meines Angesichts, mein Gott.
Psalm 42
1 Ein Psalm Davids. Richte mich, o Gott, und führe meine Sache gegen ein unheiliges Volk; von dem ungerechten und trügerischen Menschen errette mich.
2 Denn du bist, o Gott, meine Stärke; warum hast du mich verstoßen? Und warum gehe ich betrübt einher, während mein Feind mich bedrängt?
3 Sende dein Licht aus und deine Wahrheit; sie haben mich geleitet und mich geführt zu deinem heiligen Berg und zu deinen Wohnungen.
4 Und ich werde eintreten zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Jugend erfreut; ich werde dir danken mit der Zither, o Gott, mein Gott.
5 Warum bist du betrübt, meine Seele, und warum verwirrst du mich? Hoffe auf Gott, denn ich werde ihm danken; das Heil meines Angesichts ist mein Gott.
Psalm 43
1 Für den Chormeister; den Söhnen Korachs, zur Einsicht, ein Psalm.
2 Gott, mit unseren Ohren haben wir es gehört, unsere Väter haben uns verkündet das Werk, das du in ihren Tagen gewirkt hast, in den Tagen der Vorzeit.
3 Deine Hand hat Völker vertilgt, und du hast sie eingepflanzt; du hast Völkerschaften geschlagen und sie vertrieben.
4 Denn nicht durch ihr Schwert nahmen sie das Land in Besitz, und ihr Arm rettete sie nicht, sondern deine Rechte und dein Arm und das Licht deines Angesichts, denn du hattest Wohlgefallen an ihnen.
5 Du selbst bist mein König und mein Gott, der du die Rettungen Jakobs gebietest;
6 durch dich werden wir unsere Feinde niederstoßen, und in deinem Namen werden wir verachten, die sich gegen uns erheben.
7 Denn nicht auf meinen Bogen will ich hoffen, und mein Schwert wird mich nicht retten;
8 denn du hast uns gerettet vor denen, die uns bedrängten, und die uns hassen, hast du zuschanden gemacht.
9 In Gott wollen wir uns rühmen den ganzen Tag, und deinen Namen wollen wir preisen in Ewigkeit. Sela.
10 Nun aber hast du uns verstoßen und zuschanden gemacht, und du ziehst nicht aus mit unseren Heeren;
11 du hast uns zurückweichen lassen vor unseren Feinden, und die uns hassen, plünderten für sich.
12 Du hast uns dahingegeben wie Schlachtschafe und uns unter die Völker zerstreut;
13 du hast dein Volk verkauft ohne Preis, und es war kein Gewinn bei ihrem Kaufpreis.
14 Du hast uns zum Hohn gemacht für unsere Nachbarn, zum Spott und Gelächter für die um uns her;
15 du hast uns zum Sprichwort gemacht unter den Völkern, zum Kopfschütteln unter den Völkerschaften.
16 Den ganzen Tag steht meine Schmach vor mir, und die Scham meines Angesichts hat mich bedeckt
17 vor der Stimme des Schmähers und Lästerers, vor dem Angesicht des Feindes und Verfolgers.
18 Dies alles ist über uns gekommen, und doch haben wir dich nicht vergessen und nicht treulos gehandelt an deinem Bund,
19 und unser Herz ist nicht zurückgewichen; doch du hast unsere Pfade abgelenkt von deinem Weg.
20 Denn du hast uns erniedrigt am Ort des Elends, und Todesschatten hat uns bedeckt.
21 Hätten wir den Namen unseres Gottes vergessen und unsere Hände ausgebreitet zu einem fremden Gott,
22 würde Gott dies nicht erforschen? Denn er kennt das Verborgene des Herzens.
23 Denn um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag, wir wurden geachtet wie Schlachtschafe.
24 Wache auf! Warum schläfst du, Herr? Stehe auf und verstoße nicht für immer.
25 Warum wendest du dein Angesicht ab, vergissest unser Elend und unsere Bedrängnis?
26 Denn unsere Seele ist in den Staub gebeugt, unser Leib klebt am Boden.
27 Stehe auf, Herr, hilf uns und erlöse uns um deines Namens willen.
Psalm 44
1 Für den Chormeister, über die, die verwandelt werden; den Söhnen Korachs zur Einsicht; ein Lied über den Geliebten.
2 Mein Herz hat ein gutes Wort hervorquellen lassen; ich sage meine Werke dem König; meine Zunge ist ein Rohr eines schnellschreibenden Schreibers.
3 Schön an Gestalt bist du vor den Söhnen der Menschen, ausgegossen ist Anmut auf deinen Lippen; darum hat Gott dich gesegnet in Ewigkeit.
4 Gürte dein Schwert an deine Hüfte, du Mächtiger, in deiner Pracht und in deiner Schönheit,
5 und spanne den Bogen und habe Gelingen und herrsche um der Wahrheit und der Sanftmut und der Gerechtigkeit willen, und wunderbar wird dich deine Rechte führen.
6 Deine Pfeile sind geschärft, du Mächtiger; Völker werden unter dir fallen — ins Herz der Feinde des Königs.
7 Dein Thron, o Gott, besteht in alle Ewigkeit; ein Zepter der Geradheit ist das Zepter deiner Königsherrschaft.
8 Du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehasst; darum hat Gott, dein Gott, dich gesalbt mit dem Öl der Freude vor deinen Gefährten.
9 Myrrhe und Stakte und Kassia duften von deinen Gewändern, von elfenbeinernen Palästen, aus denen sie dich erfreut haben.
10 Königstöchter sind in deinem Ehrengeleit; die Königin steht zu deiner Rechten, gehüllt in golddurchwirktes Gewand, buntgeschmückt.
11 Höre, Tochter, und sieh, und neige dein Ohr, und vergiss dein Volk und das Haus deines Vaters,
12 denn der König hat nach deiner Schönheit verlangt, denn er ist dein Herr.
13 Und die Töchter von Tyrus werden ihm huldigen mit Gaben; dein Angesicht werden die Reichen des Volkes anflehen.
14 Alle Herrlichkeit der Königstochter ist im Innern; in goldene Fransen gehüllt ist sie, buntgeschmückt.
15 Jungfrauen werden dem König zugeführt hinter ihr her; ihre Gefährtinnen werden dir zugeführt;
16 sie werden zugeführt in Freude und Jubel, sie werden geleitet in den Tempel des Königs.
17 Anstelle deiner Väter sind dir Söhne geboren; du wirst sie zu Fürsten einsetzen über die ganze Erde.
18 Man wird deines Namens gedenken in jedem Geschlecht und Geschlecht; darum werden Völker dich preisen in Ewigkeit und in alle Ewigkeit.
Psalm 45
1 Für den Chormeister; von den Söhnen Korachs, über die Verborgenheiten, ein Psalm.
2 Unser Gott ist Zuflucht und Stärke, ein Helfer in den Bedrängnissen, die uns heftig getroffen haben.
3 Darum fürchten wir uns nicht, wenn die Erde erbebt und Berge mitten ins Herz der Meere versetzt werden.
4 Ihre Wasser tosten und wurden aufgewühlt, die Berge erbebten vor seiner Macht. Zwischenspiel.
5 Die Fluten des Stromes erfreuen die Stadt Gottes; der Höchste hat seine Wohnung geheiligt.
6 Gott ist in ihrer Mitte, sie wird nicht wanken; Gott wird ihr helfen gegen Morgen.
7 Völker gerieten in Aufruhr, Königreiche wankten; er ließ seine Stimme erschallen, die Erde erbebte.
8 Der Herr der Heerscharen ist mit uns, unser Beistand ist der Gott Jakobs. Zwischenspiel.
9 Kommt, seht die Werke des Herrn, die Wunder, die er auf der Erde vollbracht hat.
10 Er macht den Kriegen ein Ende bis an die Grenzen der Erde; den Bogen wird er zerbrechen, die Waffe zerschmettern und die Schilde im Feuer verbrennen.
11 Haltet inne und erkennt, dass ich Gott bin; ich werde erhöht sein unter den Völkern, ich werde erhöht sein auf der Erde.
12 Der Herr der Heerscharen ist mit uns, unser Beistand ist der Gott Jakobs.
Psalm 46
1 Für den Chormeister: ein Psalm für die Söhne Korachs.
2 Ihr Völker alle, klatscht in die Hände, jauchzt Gott zu mit lauter Jubelstimme!
3 Denn der Herr, der Höchste, ist furchtgebietend, ein großer König über die ganze Erde.
4 Er unterwarf uns Völker und Nationen unter unsere Füße;
5 er erwählte für uns sein Erbe, die Zierde Jakobs, die er liebt. Sela.
6 Gott ist emporgestiegen unter Jubelgeschrei, der Herr beim Schall der Posaune.
7 Singt unserem Gott, singt! Singt unserem König, singt!
8 Denn König der ganzen Erde ist Gott; singt ihm ein kunstvolles Lied!
9 Gott herrscht als König über die Völker; Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.
10 Die Fürsten der Völker haben sich versammelt mit dem Gott Abrahams; denn Gott gehören die Mächtigen der Erde: hoch erhaben sind sie.
Psalm 47
1 Ein Psalm, ein Lied für die Söhne Korachs; am zweiten Tag der Woche.
2 Groß ist der Herr und sehr zu loben in der Stadt unseres Gottes, auf seinem heiligen Berg,
3 wohlgegründet zur Freude der ganzen Erde. Die Berge Zions, die Flanken des Nordens, die Stadt des großen Königs:
4 Gott wird in ihren Palästen erkannt, wenn er sich ihrer annimmt.
5 Denn siehe, die Könige versammelten sich, sie kamen miteinander heran;
6 als sie es sahen, staunten sie so sehr, sie wurden verwirrt, sie wurden erschüttert,
7 Zittern ergriff sie, dort waren Wehen wie bei einer Gebärenden.
8 Mit gewaltigem Sturm wirst du die Schiffe von Tarsis zerschmettern.
9 Wie wir gehört haben, so haben wir gesehen in der Stadt des Herrn der Heerscharen, in der Stadt unseres Gottes: Gott hat sie gegründet auf ewig. Zwischenspiel.
10 Wir haben, o Gott, deine Barmherzigkeit empfangen inmitten deines Tempels.
11 Wie dein Name, o Gott, so reicht auch dein Lob bis an die Enden der Erde; voller Gerechtigkeit ist deine Rechte.
12 Es freue sich der Berg Zion, es sollen jubeln die Töchter Judäas um deiner Gerichte willen, Herr.
13 Umkreist Zion und umfasst es, erzählt von seinen Türmen,
14 richtet eure Herzen auf seine Macht und betrachtet genau seine Paläste, damit ihr es einem anderen Geschlecht erzählt.
15 Denn dieser ist Gott, unser Gott, in Ewigkeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit; er wird uns weiden in alle Ewigkeiten.
Psalm 48
1 Zum Ende hin; ein Psalm für die Söhne Korachs.
2 Höret dies, alle Völker, vernehmet es, alle, die ihr den Erdkreis bewohnt,
3 sowohl die Erdgeborenen als auch die Söhne der Menschen, Reicher und Armer miteinander.
4 Mein Mund wird Weisheit reden und das Sinnen meines Herzens Einsicht;
5 ich werde mein Ohr zu einem Gleichnis neigen, ich werde mein Rätsel beim Saitenspiel eröffnen.
6 Warum soll ich mich fürchten am bösen Tag? Die Missetat meiner Ferse wird mich umringen.
7 Die auf ihre Kraft vertrauen und sich der Fülle ihres Reichtums rühmen
8 ein Bruder erlöst nicht; wird ein Mensch erlösen? Er wird Gott sein Sühnegeld nicht geben
9 noch den Preis der Erlösung seiner Seele.
10 Und er mühte sich ab auf ewig, und er wird bis ans Ende leben, denn er wird das Verderben nicht sehen, wenn er Weise sterben sieht.
11 Miteinander werden der Tor und der Unverständige zugrunde gehen und ihren Reichtum Fremden hinterlassen,
12 und ihre Gräber sind ihre Häuser auf ewig, ihre Wohnstätten von Geschlecht zu Geschlecht. Sie haben ihre Namen über ihre Ländereien ausgerufen.
13 Und der Mensch, der in Ehre stand, hat es nicht verstanden; er wurde dem unverständigen Vieh gleichgestellt und ihm ähnlich gemacht.
14 Dieser ihr Weg ist ihnen ein Anstoß, und danach werden sie an ihrem Munde Wohlgefallen haben. Zwischenspiel.
15 Wie Schafe sind sie in den Hades gelegt worden, der Tod weidet sie; und die Aufrichtigen werden am Morgen über sie herrschen, und ihre Hilfe wird im Hades veralten, fern von ihrer Herrlichkeit.
16 Doch Gott wird meine Seele aus der Hand des Hades erlösen, wenn er mich aufnimmt. Zwischenspiel.
17 Fürchte dich nicht, wenn ein Mensch reich wird und wenn die Herrlichkeit seines Hauses sich mehrt;
18 denn wenn er stirbt, wird er das alles nicht mitnehmen, noch wird seine Herrlichkeit mit ihm hinabsteigen.
19 Denn seine Seele wird in seinem Leben gesegnet werden; er wird dich preisen, wenn du ihm Gutes tust.
20 Er wird eingehen bis zum Geschlecht seiner Väter; bis in Ewigkeit wird er das Licht nicht sehen.
21 Der Mensch, der in Ehre stand, hat es nicht verstanden; er wurde dem unverständigen Vieh gleichgestellt und ihm ähnlich gemacht.
Psalm 49
1 Ein Psalm Asafs. Der Gott der Götter, der Herr, hat geredet und die Erde gerufen vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang.
2 Aus Zion strahlt die Pracht seiner Schönheit; Gott wird sichtbar kommen,
3 unser Gott, und wird nicht schweigen: Feuer wird vor ihm brennen, und rings um ihn ein gewaltiger Sturm.
4 Er wird den Himmel droben herbeirufen und die Erde, um sein Volk zu richten:
5 Versammelt ihm seine Frommen, die seinen Bund über Opfern schließen,
6 und die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkünden, denn Gott ist Richter. Zwischenspiel.
7 Höre, mein Volk, und ich will zu dir reden, Israel, und ich bezeuge es dir: Gott, dein Gott, bin ich.
8 Nicht wegen deiner Opfer will ich dich rügen; deine Brandopfer sind allezeit vor mir.
9 Ich werde aus deinem Haus keine Stiere annehmen noch aus deinen Herden Böcke.
10 Denn mein sind alle Tiere des Waldes, das Vieh auf den Bergen und die Rinder.
11 Ich kenne alle Vögel des Himmels, und die Schönheit des Feldes ist bei mir.
12 Wenn ich hungerte, würde ich es dir nicht sagen; denn mein ist der Erdkreis und seine Fülle.
13 Sollte ich etwa Fleisch von Stieren essen oder Blut von Böcken trinken?
14 Opfere Gott ein Opfer des Lobes und erfülle dem Höchsten deine Gelübde;
15 und rufe mich an am Tag der Bedrängnis, so will ich dich erretten, und du wirst mich verherrlichen. Zwischenspiel.
16 Zum Sünder aber sprach Gott: Warum erzählst du meine Satzungen und nimmst meinen Bund in deinen Mund?
17 Du aber hast die Zucht gehasst und meine Worte hinter dich geworfen.
18 Sahst du einen Dieb, so liefst du mit ihm, und mit Ehebrechern hattest du dein Teil.
19 Dein Mund war voll von Bosheit, und deine Zunge flocht Trug.
20 Du saßest da und redetest gegen deinen Bruder und legtest dem Sohn deiner Mutter einen Anstoß.
21 Das hast du getan, und ich schwieg; du wähntest fälschlich, ich sei dir gleich. Ich werde dich zurechtweisen und es dir vor Augen stellen.
22 Begreift dies doch, die ihr Gott vergesst, damit er nicht dahinraffe und keiner da sei, der errettet.
23 Ein Opfer des Lobes wird mich verherrlichen, und dort ist der Weg, auf dem ich ihm das Heil Gottes zeigen werde.
Psalm 50
1 Für den Chormeister. Ein Psalm Davids,
2 als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem er zu Batseba eingegangen war.
3 Erbarme dich meiner, o Gott, nach deiner großen Barmherzigkeit, und nach der Fülle deiner Erbarmungen tilge meine Übertretung.
4 Wasche mich noch mehr von meiner Gesetzlosigkeit, und von meiner Sünde reinige mich.
5 Denn ich erkenne meine Gesetzlosigkeit, und meine Sünde ist allezeit vor mir.
6 An dir allein habe ich gesündigt und das Böse vor dir getan, damit du gerecht befunden werdest in deinen Worten und siegest, wenn man mit dir rechtet.
7 Denn siehe, in Gesetzlosigkeiten bin ich empfangen worden, und in Sünden hat mich meine Mutter empfangen.
8 Denn siehe, du hast die Wahrheit geliebt; das Verborgene und Geheime deiner Weisheit hast du mir kundgetan.
9 Du wirst mich mit Ysop besprengen, und ich werde rein werden; du wirst mich waschen, und ich werde weißer als Schnee werden.
10 Du wirst mich Jubel und Freude hören lassen; frohlocken werden die gedemütigten Gebeine.
11 Wende dein Angesicht ab von meinen Sünden, und tilge alle meine Gesetzlosigkeiten.
12 Ein reines Herz erschaffe in mir, o Gott, und einen rechten Geist erneuere in meinem Innersten.
13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und deinen heiligen Geist nimm nicht von mir.
14 Gib mir den Jubel deines Heils zurück, und mit einem willigen Geist stärke mich.
15 Ich will die Gesetzlosen deine Wege lehren, und die Gottlosen werden sich zu dir bekehren.
16 Errette mich von Blutschuld, o Gott, du Gott meines Heils; meine Zunge wird über deine Gerechtigkeit jubeln.
17 Herr, du wirst meine Lippen öffnen, und mein Mund wird dein Lob verkünden.
18 Denn hättest du ein Opfer gewollt, so hätte ich es gegeben; an Brandopfern hast du kein Wohlgefallen.
19 Ein Opfer für Gott ist ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und gedemütigtes Herz wird Gott nicht verachten.
20 Tu Gutes, Herr, in deinem Wohlgefallen an Zion, und die Mauern Jerusalems mögen aufgebaut werden.
21 Dann wirst du Wohlgefallen haben am Opfer der Gerechtigkeit, an Darbringung und Brandopfern; dann wird man auf deinem Altar Stiere darbringen.
Psalm 51
1 Für den Chormeister; ein Lehrgedicht Davids,
2 als Doëg, der Edomiter, kam und dem Saul berichtete und ihm sagte: David ist in das Haus Abimelechs gekommen.
3 Was rühmst du dich der Bosheit, du Gewaltiger, der Gesetzlosigkeit den ganzen Tag?
4 Unrecht ersann deine Zunge; wie ein geschärftes Schermesser übtest du Trug.
5 Du liebtest das Böse mehr als das Gute, das Unrecht mehr als das Reden der Gerechtigkeit. Zwischenspiel.
6 Du liebtest alle Worte des Verderbens, die trügerische Zunge.
7 Darum wird Gott dich niederreißen für immer; er wird dich ausreißen und dich vertreiben aus deinem Zelt und deine Wurzel aus dem Land der Lebenden. Zwischenspiel.
8 Und die Gerechten werden es sehen und sich fürchten und über ihn lachen und sagen:
9 Siehe, der Mensch, der Gott nicht zu seinem Helfer machte, sondern auf die Menge seines Reichtums hoffte und stark wurde in seiner Nichtigkeit.
10 Ich aber bin wie ein fruchtbarer Ölbaum im Hause Gottes; ich hoffte auf das Erbarmen Gottes in Ewigkeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
11 Ich will dich preisen in Ewigkeit, denn du hast es getan, und ich will harren auf deinen Namen, denn er ist gütig vor deinen Frommen.
Psalm 52
1 Für den Chormeister, nach Maeleth; ein Maskil Davids.
2 Der Tor sprach in seinem Herzen: Es ist kein Gott. Sie sind verderbt und abscheulich geworden in Gesetzlosigkeiten; da ist keiner, der Gutes tut.
3 Gott blickte vom Himmel herab auf die Söhne der Menschen, um zu sehen, ob es einen Verständigen gebe oder einen, der Gott sucht.
4 Alle sind abgewichen, allesamt sind sie untauglich geworden; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht ein einziger.
5 Werden es nicht alle erkennen, die die Gesetzlosigkeit verüben? Die mein Volk fressen, wie man Brot isst, haben Gott nicht angerufen.
6 Dort werden sie sich fürchten mit Furcht, wo keine Furcht war; denn Gott hat die Gebeine der Menschengefälligen zerstreut. Sie wurden zuschanden, denn Gott hat sie verworfen.
7 Wer wird aus Zion das Heil Israels geben? Wenn der Herr die Gefangenschaft seines Volkes wendet, wird Jakob jubeln und Israel sich freuen.
Psalm 53
1 Zum Ende, unter Lobgesängen; ein Lied der Einsicht, von David,
2 als die Siphiter kamen und zu Saul sprachen: Siehe, hat sich nicht David bei uns verborgen?
3 Gott, rette mich durch deinen Namen und richte mich durch deine Kraft.
4 Gott, erhöre mein Gebet, vernimm die Worte meines Mundes.
5 Denn Fremde haben sich gegen mich erhoben, und Gewaltige haben mir nach dem Leben getrachtet; sie haben Gott nicht vor Augen gestellt. Zwischenspiel.
6 Denn siehe, Gott hilft mir, und der Herr ist der Beschützer meiner Seele.
7 Er wird das Böse auf meine Feinde zurückwenden; in deiner Wahrheit vertilge sie.
8 Freiwillig will ich dir opfern, ich will deinen Namen preisen, Herr, denn er ist gut;
9 denn aus aller Bedrängnis hast du mich errettet, und mein Auge hat auf meine Feinde herabgesehen.
Psalm 54
1 Für den Chormeister, mit Saitenspiel; ein Weisheitslied Davids.
2 Vernimm, o Gott, mein Gebet und übersieh nicht mein Flehen,
3 merke auf mich und erhöre mich. Ich bin betrübt in meiner Klage und bin verstört
4 von der Stimme des Feindes und von der Bedrängnis des Sünders; denn sie wälzten Unrecht auf mich und befeindeten mich im Zorn.
5 Mein Herz ist verstört in mir, und Todesangst ist auf mich gefallen;
6 Furcht und Zittern kamen über mich, und Finsternis bedeckte mich.
7 Und ich sprach: Wer gibt mir Flügel wie einer Taube, dass ich fliege und Ruhe finde?
8 Siehe, ich floh weit hinweg und blieb in der Wüste. Zwischenspiel.
9 Ich harrte auf den, der mich rettet aus Verzagtheit und Sturm.
10 Stürze sie hinab, Herr, und spalte ihre Zungen; denn ich sah Unrecht und Zwietracht in der Stadt.
11 Tag und Nacht umkreist es sie auf ihren Mauern, Unrecht und Mühsal sind in ihrer Mitte und Ungerechtigkeit,
12 und von ihren Plätzen wichen nicht Wucher und Trug.
13 Denn wenn ein Feind mich geschmäht hätte, so hätte ich es ertragen, und wenn der, der mich hasst, gegen mich großgetan hätte, so hätte ich mich vor ihm verborgen.
14 Du aber, Mensch, mir gleichgesinnt, mein Führer und mein Vertrauter,
15 der du mit mir gemeinsam die Speisen süß gemacht hast: im Hause Gottes gingen wir in Eintracht.
16 Der Tod komme über sie, und lebendig sollen sie in den Hades hinabfahren; denn Bosheiten sind in ihren Wohnungen, in ihrer Mitte.
17 Ich aber rief zu Gott, und der Herr erhörte mich.
18 Am Abend und am Morgen und am Mittag will ich klagen; ich will es verkünden, und er wird meine Stimme erhören.
19 Er wird meine Seele in Frieden erlösen von denen, die mir nahen; denn in großer Zahl waren sie gegen mich.
20 Gott wird es hören und sie demütigen, er, der vor den Zeiten ist. Zwischenspiel. Denn es gibt für sie keinen Wandel, und sie fürchteten Gott nicht.
21 Er streckte seine Hand aus zur Vergeltung; sie entweihten seinen Bund.
22 Sie wurden zerstreut vom Zorn seines Angesichts, und sein Herz nahte sich; seine Worte sind glatter als Öl, und doch sind sie Geschosse.
23 Wirf deine Sorge auf den Herrn, und er wird dich versorgen; er wird in Ewigkeit nicht zulassen, dass der Gerechte wanke.
24 Du aber, o Gott, wirst sie hinabstürzen in die Grube des Verderbens; Männer des Blutes und des Truges werden ihre Tage nicht zur Hälfte bringen. Ich aber hoffe auf dich, Herr.
Psalm 55
1 Für den Chormeister, über das Volk, das fern von den Heiligtümern ist; von David, zur Inschrift auf einer Säule, als die Fremdstämmigen ihn in Gath ergriffen.
2 Erbarme dich meiner, Herr, denn ein Mensch hat mich zertreten; den ganzen Tag bekämpft und bedrängt er mich.
3 Meine Feinde haben mich zertreten den ganzen Tag, denn viele sind es, die mich von der Höhe herab bekämpfen.
4 Am Tage werde ich mich fürchten, ich aber will auf dich hoffen.
5 In Gott will ich meine Worte rühmen den ganzen Tag. Auf Gott habe ich gehofft, ich werde mich nicht fürchten; was kann Fleisch mir tun?
6 Den ganzen Tag verabscheuten sie meine Worte, gegen mich sind alle ihre Anschläge zum Bösen.
7 Sie werden sich einnisten und sich verbergen; sie werden auf meine Ferse lauern, wie sie meiner Seele auflauerten.
8 Um nichts wirst du sie retten; im Zorn wirst du Völker niederstürzen, o Gott.
9 Mein Leben habe ich dir verkündet; du hast meine Tränen vor dich gestellt, wie auch in deiner Verheißung.
10 Meine Feinde werden zurückweichen an dem Tage, an dem ich dich anrufe; siehe, ich habe erkannt, dass du mein Gott bist.
11 In Gott will ich das Wort loben, im Herrn will ich die Rede loben.
12 Auf Gott habe ich gehofft, ich werde mich nicht fürchten; was kann ein Mensch mir tun?
13 In mir, o Gott, sind die Gelübde, die ich dir als Lobpreis erfüllen werde,
14 denn du hast meine Seele vom Tod errettet und meine Füße vom Straucheln, damit ich wohlgefällig wandle vor Gott im Licht der Lebenden.
Psalm 56
1 Für den Chormeister. Verdirb nicht. Von David, zur Inschrift auf einer Säule, als er vor dem Angesicht Sauls in die Höhle floh.
2 Erbarme dich meiner, o Gott, erbarme dich meiner, denn auf dich vertraut meine Seele, und im Schatten deiner Flügel will ich hoffen, bis das Unrecht vorübergeht.
3 Ich will rufen zu Gott, dem Höchsten, zu Gott, der mir Gutes getan hat.
4 Er sandte vom Himmel und rettete mich, er gab die, die mich zertreten, der Schmach preis. Zwischenspiel. Gott sandte sein Erbarmen und seine Wahrheit
5 und errettete meine Seele mitten aus den jungen Löwen. Ich legte mich verstört nieder: Menschensöhne – ihre Zähne sind Waffe und Pfeile, und ihre Zunge ein scharfes Schwert.
6 Erhebe dich über die Himmel, o Gott, und über die ganze Erde deine Herrlichkeit.
7 Eine Schlinge haben sie meinen Füßen bereitet und meine Seele niedergebeugt; sie gruben vor meinem Angesicht eine Grube und fielen selbst hinein. Zwischenspiel.
8 Bereit ist mein Herz, o Gott, bereit ist mein Herz; ich will singen und spielen.
9 Wach auf, meine Herrlichkeit; wach auf, Psalter und Harfe; ich will erwachen in der Frühe.
10 Ich will dich preisen unter den Völkern, Herr, dir spielen unter den Nationen,
11 denn groß bis zu den Himmeln ist dein Erbarmen und bis zu den Wolken deine Wahrheit.
12 Erhebe dich über die Himmel, o Gott, und über die ganze Erde deine Herrlichkeit.
Psalm 57
1 Für den Chormeister: „Verdirb nicht“; von David, zur Inschrift auf einer Stele.
2 Redet ihr denn wirklich Gerechtigkeit? Richtet ihr gerade, ihr Menschensöhne?
3 Denn im Herzen verübt ihr Gesetzlosigkeit auf der Erde, eure Hände flechten Unrecht zusammen.
4 Entfremdet sind die Sünder vom Mutterschoß an, in die Irre gegangen vom Mutterleib an, sie haben Lügen geredet.
5 Ihr Grimm gleicht dem der Schlange, wie der einer tauben Otter, die ihre Ohren verstopft,
6 die nicht hören will auf die Stimme der Beschwörer und des Zauberers, der von einem Weisen kundig beschworen wird.
7 Gott hat ihre Zähne in ihrem Munde zermalmt, die Backenzähne der Löwen hat der Herr zerschmettert.
8 Sie werden zunichte werden wie Wasser, das vorüberfließt; er wird seinen Bogen spannen, bis sie kraftlos werden.
9 Wie Wachs, das zerschmilzt, werden sie vertilgt werden; Feuer fiel herab, und sie sahen die Sonne nicht.
10 Ehe eure Dornen den Dornstrauch begreifen, wird er euch wie Lebende, wie im Zorn, verschlingen.
11 Der Gerechte wird sich freuen, wenn er die Rache an den Gottlosen sieht; seine Hände wird er waschen im Blut des Sünders.
12 Und der Mensch wird sagen: Es gibt also doch eine Frucht für den Gerechten, es gibt also einen Gott, der sie richtet auf der Erde.
Psalm 58
1 Für den Chormeister; verdirb nicht; von David, zur Inschrift auf einer Säule, als Saul hinsandte und sein Haus bewachen ließ, um ihn zu töten.
2 Errette mich von meinen Feinden, o Gott, und von denen, die sich gegen mich erheben, erlöse mich;
3 befreie mich von denen, die die Gesetzlosigkeit wirken, und von Männern des Blutes rette mich.
4 Denn siehe, sie haben meiner Seele nachgestellt, Mächtige sind über mich hergefallen. Weder meine Gesetzlosigkeit noch meine Sünde, Herr;
5 ohne Gesetzlosigkeit liefen sie und richteten sich gerade aus. Erhebe dich, mir entgegenzukommen, und sieh her.
6 Und du, Herr, Gott der Heerscharen, Gott Israels, habe acht, alle Völker heimzusuchen; erbarme dich keiner von allen, die die Gesetzlosigkeit wirken. Zwischenspiel.
7 Sie werden am Abend zurückkehren und hungern wie ein Hund und die Stadt umkreisen.
8 Siehe, sie werden mit ihrem Munde reden, und ein Schwert ist auf ihren Lippen; denn wer hat es gehört?
9 Und du, Herr, wirst sie auslachen, du wirst alle Völker verachten.
10 Meine Stärke, auf dich will ich achten, denn Gott, du bist mein Beistand.
11 Mein Gott, sein Erbarmen wird mir zuvorkommen; Gott wird es mir an meinen Feinden zeigen.
12 Töte sie nicht, damit sie mein Volk nicht vergessen; zerstreue sie in deiner Kraft und stürze sie hinab, Herr, mein Beschützer.
13 Die Sünde ihres Mundes, das Wort ihrer Lippen – und sie sollen gefangen werden in ihrem Hochmut; und wegen Fluch und Lüge wird ihr Ende verkündet werden,
14 im Zorn der Vollendung, und sie werden nicht mehr sein; und sie werden erkennen, dass Gott über Jakob herrscht, bis an die Enden der Erde. Zwischenspiel.
15 Sie werden am Abend zurückkehren und hungern wie ein Hund und die Stadt umkreisen.
16 Sie werden sich zerstreuen, um zu fressen; werden sie aber nicht gesättigt, so werden sie murren.
17 Ich aber will von deiner Kraft singen und am Morgen über dein Erbarmen jubeln, denn du bist mein Beistand geworden und meine Zuflucht am Tage meiner Bedrängnis.
18 Mein Helfer, dir will ich lobsingen, denn du, o Gott, bist mein Beistand, mein Gott, mein Erbarmen.
Psalm 59
1 Für den Chormeister; für die, die noch verwandelt werden sollen, zur Säuleninschrift, von David, zur Belehrung,
2 als er Mesopotamien Syriens und Syrien Soba in Brand steckte, und Joab zurückkehrte und das Salztal schlug, zwölftausend Mann.
3 Gott, du hast uns verstoßen und uns niedergerissen, du hast gezürnt und hast dich unser erbarmt.
4 Du hast die Erde erschüttert und sie in Verwirrung gebracht; heile ihre Risse, denn sie ist ins Wanken geraten.
5 Du hast deinem Volk Hartes gezeigt, hast uns Wein der Betäubung zu trinken gegeben.
6 Du hast denen, die dich fürchten, ein Zeichen gegeben, damit sie vor dem Bogen fliehen. Zwischenspiel.
7 Damit deine Geliebten errettet werden, hilf mit deiner Rechten und erhöre mich.
8 Gott hat in seinem Heiligtum gesprochen: Ich will frohlocken und Sichem verteilen und das Tal der Zelte vermessen.
9 Mein ist Gilead, und mein ist Manasse, und Ephraim ist die Stärke meines Hauptes, Juda mein König;
10 Moab ist der Kessel meiner Hoffnung, über Idumäa werde ich meine Sandale ausstrecken, mir sind die Fremdstämmigen unterworfen.
11 Wer wird mich in die befestigte Stadt führen? Wer wird mich bis nach Idumäa geleiten?
12 Nicht du, Gott, der du uns verstoßen hast? Und du wirst nicht ausziehen, Gott, mit unseren Heeren.
13 Gib uns Hilfe aus der Bedrängnis; denn nichtig ist die Rettung durch Menschen.
14 Mit Gott aber werden wir Macht erweisen, und er selbst wird die, die uns bedrängen, zunichtemachen.
Psalm 60
1 Für den Chormeister, mit Saitenspiel; von David.
2 Erhöre, o Gott, mein Flehen, achte auf mein Gebet.
3 Von den Enden der Erde habe ich zu dir gerufen, als mein Herz verzagte; auf einen Felsen hast du mich erhöht,
4 du hast mich geleitet, denn du bist meine Hoffnung geworden, ein starker Turm vor dem Angesicht des Feindes.
5 Ich will wohnen in deinem Zelte in Ewigkeit, ich werde geborgen sein im Schutze deiner Flügel.
6 Denn du, o Gott, hast meine Gelübde erhört, du hast ein Erbe gegeben denen, die deinen Namen fürchten.
7 Tage über Tage wirst du dem König hinzufügen, seine Jahre bis auf den Tag von Geschlecht zu Geschlecht.
8 Er wird bleiben in Ewigkeit vor dem Angesicht Gottes; wer wird seine Gnade und Wahrheit erforschen?
9 So will ich deinem Namen lobsingen in alle Ewigkeit, um meine Gelübde zu erfüllen Tag für Tag.
Psalm 61
1 Zum Ende, für Iditun; ein Psalm Davids.
2 Wird sich meine Seele nicht Gott unterwerfen? Denn von ihm kommt mein Heil.
3 Denn er ist mein Gott und mein Retter, mein Beschützer; ich werde nicht mehr wanken.
4 Wie lange fallt ihr über einen Menschen her? Ihr alle mordet ihn wie eine geneigte Wand und einen umgestoßenen Zaun.
5 Doch sie planten, meine Ehre zu verstoßen; sie liefen in Lüge; mit ihrem Munde segneten sie, und mit ihrem Herzen fluchten sie. Zwischenspiel.
6 Doch unterwirf dich Gott, meine Seele, denn von ihm kommt meine Geduld.
7 Denn er ist mein Gott und mein Retter, mein Beschützer; ich werde nicht weichen.
8 Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre; Gott ist meine Hilfe, und meine Hoffnung ruht auf Gott.
9 Hofft auf ihn, ihr, die ganze Versammlung des Volkes; schüttet vor ihm eure Herzen aus; Gott ist unser Helfer. Zwischenspiel.
10 Doch nichtig sind die Söhne der Menschen, verlogen die Söhne der Menschen auf den Waagschalen; im Unrechttun sind sie aus Nichtigkeit allesamt vereint.
11 Hofft nicht auf Unrecht und begehrt nicht nach Raub; wenn Reichtum zuströmt, hängt euer Herz nicht daran.
12 Einmal hat Gott geredet, dies zweierlei habe ich gehört:
13 dass die Macht bei Gott ist, und dein, Herr, ist die Barmherzigkeit; denn du wirst einem jeden vergelten nach seinen Werken.
Psalm 62
1 Ein Psalm Davids, als er in der Wüste Judäas war.
2 Gott, mein Gott, zu dir wache ich früh auf; meine Seele dürstet nach dir. Wie vielfältig verlangt nach dir mein Fleisch in einem wüsten, unwegsamen und wasserlosen Land!
3 So bin ich im Heiligtum vor dir erschienen, um deine Macht und deine Herrlichkeit zu schauen.
4 Denn dein Erbarmen ist besser als Leben; meine Lippen werden dich preisen.
5 So will ich dich segnen in meinem Leben, in deinem Namen will ich meine Hände erheben.
6 Wie mit Fett und Fettigkeit werde meine Seele gesättigt, und mit jubelnden Lippen wird mein Mund dich loben.
7 Wenn ich deiner auf meinem Lager gedachte, sann ich in den Morgenwachen über dich nach;
8 denn du bist mein Helfer geworden, und im Schatten deiner Flügel will ich jubeln.
9 Meine Seele hängt dir an, deine Rechte hat mich ergriffen.
10 Sie aber haben vergeblich nach meiner Seele getrachtet; sie werden in die untersten Tiefen der Erde hinabfahren;
11 sie werden in die Gewalt des Schwertes gegeben werden, den Füchsen werden sie zur Beute werden.
12 Der König aber wird sich an Gott erfreuen; gerühmt wird jeder werden, der bei ihm schwört, denn der Mund derer, die Unrecht reden, ist verstopft worden.
Psalm 63
1 Für den Chormeister; ein Psalm Davids.
2 Erhöre, o Gott, meine Stimme, wenn ich flehe; vor der Furcht des Feindes errette meine Seele.
3 Du hast mich beschirmt vor der Rotte der Übeltäter, vor der Menge derer, die Gesetzlosigkeit verüben,
4 die ihre Zungen geschärft haben wie ein Schwert, ihren Bogen gespannt haben – eine bittere Sache,
5 um im Verborgenen auf den Untadeligen zu schießen; plötzlich werden sie auf ihn schießen und sich nicht fürchten.
6 Sie haben sich in bösem Vorhaben bestärkt, sie haben beratschlagt, Fallen zu verbergen; sie sprachen: Wer wird sie sehen?
7 Sie haben Gesetzlosigkeiten erforscht, sie sind erschöpft im Erforschen mit Forschen. Ein Mensch wird herantreten, und das Herz ist tief,
8 und Gott wird erhöht werden. Zum Pfeil von Kindern wurden ihre Schläge,
9 und ihre Zungen wurden kraftlos gegen sie. Es erschraken alle, die sie sahen,
10 und jeder Mensch fürchtete sich. Und sie verkündeten die Werke Gottes und verstanden seine Taten.
11 Der Gerechte wird sich freuen über den Herrn und auf ihn hoffen, und gerühmt werden alle, die aufrichtigen Herzens sind.
Psalm 64
1 Für den Chormeister: ein Psalm Davids, ein Lied; von Jeremia und Ezechiel, aus dem Wort der Fremdlingschaft, als sie ausziehen sollten.
2 Dir gebührt ein Lobgesang, o Gott, auf Zion, und dir soll das Gelübde erfüllt werden in Jerusalem.
3 Erhöre mein Gebet; zu dir wird alles Fleisch kommen.
4 Worte der Gesetzlosigkeiten haben uns überwältigt, doch du wirst unsere Frevel sühnen.
5 Selig, den du erwählt und angenommen hast; er wird in deinen Vorhöfen wohnen. Wir werden gesättigt werden mit den Gütern deines Hauses; heilig ist dein Tempel, wunderbar in Gerechtigkeit.
6 Erhöre uns, o Gott, unser Retter, du Hoffnung aller Enden der Erde und derer fern auf dem Meer,
7 der die Berge bereitet in seiner Kraft, umgürtet mit Macht,
8 der die Tiefe des Meeres aufwühlt, das Brausen seiner Wogen. Die Völker werden erschüttert werden,
9 und die an den Enden wohnen, werden sich fürchten vor deinen Zeichen; die Ausgänge des Morgens und des Abends erfüllst du mit Freude.
10 Du hast die Erde heimgesucht und sie getränkt, du hast sie reichlich bereichert; der Strom Gottes wurde mit Wasser gefüllt; du hast ihre Nahrung bereitet, denn so ist deine Zurüstung.
11 Tränke ihre Furchen, mehre ihre Früchte; in ihren Tropfen wird sie sich freuen, wenn sie sprosst.
12 Du wirst den Kranz des Jahres deiner Güte segnen, und deine Gefilde werden voll Fettigkeit sein;
13 fett werden die Auen der Wüste, und die Hügel werden sich mit Jubel umgürten.
14 Die Widder der Herden haben sich gekleidet, und die Täler werden reich an Korn sein; sie werden jauchzen, ja, sie werden lobsingen.
Psalm 65
1 Für den Chormeister. Ein Lied, ein Psalm. Von der Auferstehung. Jauchzet Gott, alle Lande,
2 singet doch seinem Namen, gebet Ehre seinem Lob.
3Sprechet zu Gott: Wie furchtbar sind deine Werke! Ob der Fülle deiner Macht werden dir deine Feinde huldigen.
4 Alle Lande sollen dich anbeten und dir singen, sie sollen deinem Namen singen. Zwischenspiel.
5 Kommt und seht die Werke Gottes: furchtbar ist er in seinen Ratschlüssen über die Menschenkinder,
6 der das Meer in trockenes Land verwandelt; durch den Strom werden sie zu Fuß hindurchziehen. Dort wollen wir uns seiner freuen,
7 der da herrscht in seiner Macht ewiglich; seine Augen blicken auf die Völker; die Widerspenstigen sollen sich nicht erheben in sich selbst. Zwischenspiel.
8 Preiset, ihr Völker, unseren Gott und lasst die Stimme seines Lobes hören,
9 der meine Seele ins Leben gesetzt und meine Füße nicht dem Wanken preisgegeben hat.
10 Denn du hast uns geprüft, o Gott, du hast uns geläutert, wie man Silber läutert;
11 du hast uns in die Falle geführt, hast Drangsale auf unseren Rücken gelegt.
12 Du hast Menschen über unsere Häupter fahren lassen; wir sind durch Feuer und Wasser gegangen, und du hast uns hinausgeführt in die Erquickung.
13 Ich will in dein Haus eingehen mit Brandopfern, will dir meine Gelübde bezahlen,
14 die meine Lippen ausgesprochen und mein Mund geredet hat in meiner Drangsal.
15 Fette Brandopfer will ich dir darbringen mit Räucherwerk und Widdern, ich will dir Rinder samt Böcken opfern. Zwischenspiel.
16 Kommt, höret, und ich will erzählen, alle, die ihr Gott fürchtet, was er an meiner Seele getan hat.
17 Zu ihm rief ich mit meinem Munde, und Lobpreis war unter meiner Zunge.
18 Hätte ich Unrecht in meinem Herzen gesehen, so möge der Herr nicht hören.
19 Darum hat Gott mich erhört, hat auf die Stimme meines Flehens geachtet.
20 Gepriesen sei Gott, der mein Gebet nicht abgewiesen hat noch sein Erbarmen von mir.
Psalm 66
1 Für den Chormeister, mit Saitenspiel; ein Psalm, ein Lied.
2 Gott sei uns gnädig und segne uns, er lasse sein Angesicht über uns leuchten. Sela.
3 Damit man auf Erden deinen Weg erkenne, unter allen Völkern dein Heil.
4 Es sollen dir danken die Völker, o Gott, es sollen dir danken alle Völker.
5 Es sollen sich freuen und jubeln die Nationen, denn du richtest die Völker in Gerechtigkeit und leitest die Nationen auf Erden. Sela.
6 Es sollen dir danken die Völker, o Gott, es sollen dir danken alle Völker.
7 Die Erde hat ihre Frucht gegeben; es segne uns Gott, unser Gott. 8Es segne uns Gott, und es sollen ihn fürchten alle Enden der Erde.
Psalm 67
1 Für den Chormeister; von David, ein Psalm des Liedes.
2 Gott stehe auf, und seine Feinde sollen zerstreut werden, und die ihn hassen, sollen fliehen vor seinem Angesicht.
3 Wie Rauch vergeht, so sollen sie vergehen; wie Wachs schmilzt vor dem Angesicht des Feuers, so sollen die Sünder umkommen vor dem Angesicht Gottes.
4 Und die Gerechten sollen sich freuen, sie sollen jubeln vor Gott, sich ergötzen in Fröhlichkeit.
5 Singt Gott, spielt seinem Namen; bahnt den Weg dem, der über den Sonnenuntergang heraufgefahren ist, Herr ist sein Name, und jubelt vor ihm. Sie werden erschrecken vor seinem Angesicht,
6 dem Vater der Waisen und Richter der Witwen: Gott ist an seinem heiligen Ort.
7 Gott lässt die Einsamen wohnen in einem Haus, führt die Gefesselten heraus in Kraft, ebenso die Widerspenstigen, die in Gräbern wohnen.
8 Gott, als du auszogst vor deinem Volk, als du hindurchgingst durch die Wüste, Zwischenspiel,
9 da bebte die Erde, ja, auch die Himmel troffen vor dem Angesicht des Gottes des Sinai, vor dem Angesicht des Gottes Israels.
10Freiwilligen Regen wirst du aussondern, Gott, für dein Erbe; und es war schwach geworden, du aber hast es wiederhergestellt.
11 Deine Lebewesen wohnen darin; du hast in deiner Güte für den Armen bereitet, Gott.
12 Der Herr wird das Wort geben denen, die frohe Botschaft verkünden mit großer Kraft,
13 der König der Heerscharen des Geliebten, und mit der Schönheit des Hauses Beute zu verteilen.
14 Wenn ihr euch lagert zwischen den Losanteilen: Flügel einer Taube, mit Silber überzogen, und ihr Rücken im Grüngelb des Goldes. Zwischenspiel.
15 Wenn der Himmlische Könige über ihm scheidet, werden sie schneeweiß werden auf dem Selmon.
16 Berg Gottes, fetter Berg, geronnener Berg, fetter Berg.
17 Warum blickt ihr argwöhnisch, ihr geronnenen Berge, auf den Berg, auf dem zu wohnen Gott Wohlgefallen fand? Ja, der Herr wird dort wohnen bis ans Ende.
18 Der Wagen Gottes ist zehntausendfach, Tausende von Gedeihenden; der Herr ist unter ihnen am Sinai, im Heiligtum.
19 Du bist zur Höhe hinaufgestiegen, hast Gefangene gefangen geführt, hast Gaben empfangen unter den Menschen, ja, auch Widerspenstige, um dort zu wohnen. Der Herr, Gott, sei gepriesen,
20 gepriesen sei der Herr Tag für Tag; der Gott unserer Rettungen wird uns den Weg ebnen. Zwischenspiel.
21 Unser Gott ist ein Gott des Rettens, und des Herrn, des Herrn, sind die Ausgänge des Todes.
22 Doch Gott wird die Häupter seiner Feinde zerschmettern, den Haarscheitel derer, die in ihren Vergehen einhergehen.
23 Der Herr sprach: Aus Basan will ich zurückführen, ich will zurückführen aus den Tiefen des Meeres,
24 damit dein Fuß getaucht werde in Blut, die Zunge deiner Hunde von den Feinden ihren Anteil habe.
25 Man hat deine Züge gesehen, Gott, die Züge meines Gottes, des Königs, der im Heiligtum ist.
26 Voran gingen die Fürsten, dicht bei den Saitenspielern, inmitten paukenschlagender Jungfrauen.
27 In den Versammlungen preist Gott, den Herrn, ihr aus den Quellen Israels.
28 Dort ist Benjamin, der Jüngste, in Verzückung, die Fürsten Judas, ihre Anführer, die Fürsten Sebulons, die Fürsten Naftalis.
29 Gebiete, Gott, deiner Macht; stärke, Gott, das, was du an uns gewirkt hast.
30 Von deinem Tempel aus über Jerusalem werden Könige dir Gaben bringen.
31 Bedrohe die wilden Tiere des Schilfrohrs; die Versammlung der Stiere unter den Kälbern der Völker, damit die durch Silber Bewährten nicht ausgeschlossen werden; zerstreue die Völker, die die Kriege wollen.
32 Gesandte werden aus Ägypten kommen, Äthiopien wird eilends seine Hand ausstrecken zu Gott.
33 Ihr Königreiche der Erde, singt Gott, spielt dem Herrn. Zwischenspiel.
34 Spielt Gott, der über den Himmel des Himmels gegen Osten heraufgefahren ist; siehe, er wird mit seiner Stimme eine Stimme der Macht geben.
35 Gebt Gott die Ehre; über Israel ist seine Herrlichkeit, und seine Macht ist in den Wolken.
36 Wunderbar ist Gott in seinen Heiligen; der Gott Israels, er selbst wird seinem Volk Macht und Stärke geben. Gepriesen sei Gott.
Psalm 68
1 Für den Chormeister, nach der Weise »Die verändert werden«; von David.
2 Rette mich, o Gott, denn die Wasser sind mir bis an die Seele gedrungen.
3 Ich bin versunken im Schlamm der Tiefe, und da ist kein fester Grund; ich bin in die Tiefen des Meeres geraten, und die Sturmflut hat mich versenkt.
4 Ich bin müde vom Schreien, meine Kehle ist heiser geworden; meine Augen sind erloschen vom Harren auf meinen Gott.
5 Zahlreicher als die Haare meines Hauptes sind die, die mich ohne Grund hassen; mächtig geworden sind meine Feinde, die mich zu Unrecht verfolgen; was ich nicht geraubt habe, das sollte ich dann erstatten.
6 O Gott, du kennst meine Torheit, und meine Verfehlungen sind vor dir nicht verborgen.
7 Lass nicht zuschanden werden an mir, die auf dich harren, Herr, Herr der Heerscharen; lass nicht beschämt werden an mir, die dich suchen, Gott Israels;
8 denn um deinetwillen habe ich Schmach ertragen, Schande hat mein Angesicht bedeckt.
9 Entfremdet bin ich meinen Brüdern geworden und ein Fremdling den Söhnen meiner Mutter,
10 denn der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt, und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.
11 Ich beugte meine Seele mit Fasten, und es wurde mir zur Schmach;
12 ich machte einen Sack zu meinem Gewand, und ich wurde ihnen zum Sprichwort.
13 Über mich schwatzten, die im Tor sitzen, und über mich sangen, die den Wein trinken.
14 Ich aber komme mit meinem Gebet zu dir, Herr; es ist die Zeit des Wohlgefallens, o Gott, in der Fülle deiner Barmherzigkeit; erhöre mich in der Wahrheit deines Heils.
15 Rette mich aus dem Schlamm, damit ich nicht versinke; möge ich errettet werden von denen, die mich hassen, und aus der Tiefe der Wasser.
16 Lass die Wasserflut mich nicht versenken, noch der Abgrund mich verschlingen, noch der Brunnen seinen Mund über mir schließen.
17 Erhöre mich, Herr, denn gütig ist deine Barmherzigkeit; nach der Fülle deiner Erbarmungen blicke auf mich.
18 Wende dein Angesicht nicht ab von deinem Knecht, denn ich bin bedrängt; erhöre mich eilends.
19 Achte auf meine Seele und erlöse sie; um meiner Feinde willen errette mich.
20 Denn du kennst meine Schmach und meine Schande und meine Beschämung; vor dir sind alle, die mich bedrängen.
2 1Schmach erwartete meine Seele und Elend; ich harrte auf einen, der Mitleid hätte, doch da war keiner, und auf Tröster, doch ich fand keine.
22 Und sie gaben Galle in meine Speise, und in meinem Durst tränkten sie mich mit Essig.
23 Ihr Tisch werde vor ihnen zur Schlinge und zur Vergeltung und zum Fallstrick;
24 ihre Augen sollen sich verfinstern, dass sie nicht sehen, und ihren Rücken beuge für immer;
25 gieße deinen Zorn über sie aus, und die Glut deines Zorns ergreife sie.
26 Ihre Wohnstatt werde verödet, und in ihren Zelten sei kein Bewohner;
27 denn den du geschlagen hast, den haben sie verfolgt, und zum Schmerz deiner Verwundeten haben sie noch hinzugefügt.
28 Füge Schuld zu ihrer Schuld hinzu, und lass sie nicht eingehen in deine Gerechtigkeit;
29 sie sollen ausgetilgt werden aus dem Buch der Lebenden und nicht mit den Gerechten aufgeschrieben werden.
30 Arm und leidend bin ich, und das Heil deines Angesichts, o Gott, hat mich aufgerichtet.
31 Ich will den Namen Gottes preisen mit Gesang, ihn erheben mit Lobpreis,
32 und das wird Gott besser gefallen als ein junger Stier, der Hörner und Hufe hervorbringt.
33 Die Armen sollen es sehen und sich freuen; sucht Gott, und eure Seele wird leben,
34 denn der Herr hat die Elenden erhört und seine Gefangenen nicht verachtet.
35 Ihn sollen loben die Himmel und die Erde, das Meer und alles, was sich darin regt.
36 Denn Gott wird Zion retten, und die Städte Judäas werden aufgebaut werden, und sie werden dort wohnen und es erben;
37 und die Nachkommen seiner Knechte werden es besitzen, und die seinen Namen lieben, werden darin wohnen.
Psalm 69
1 Auf das Ende hin; von David, zur Erinnerung,
2 dass der Herr mich rette. Gott, achte auf meine Hilfe.
3 Es sollen sich schämen und zuschanden werden, die mir nach dem Leben trachten; es sollen zurückweichen und beschämt werden, die mir Böses wollen;
4 es sollen sich sogleich schämend abwenden, die zu mir sagen: „Recht so, recht so!"
5 Es sollen jubeln und sich freuen an dir alle, die dich suchen, und allezeit sollen sagen: „Gepriesen sei Gott!", die dein Heil lieben.
6 Ich aber bin arm und elend; Gott, hilf mir. Mein Helfer und mein Retter bist du; Herr, säume nicht.
Psalm 70
1 Von David; von den Söhnen Jonadabs und den ersten Gefangenen. Gott, auf dich habe ich gehofft, lass mich nicht zuschanden werden in Ewigkeit.
2 In deiner Gerechtigkeit errette mich und befreie mich, neige dein Ohr zu mir und rette mich.
3 Sei mir ein schützender Gott und ein fester Ort, mich zu retten, denn du bist meine Festung und meine Zuflucht.
4 Mein Gott, errette mich aus der Hand des Sünders, aus der Hand dessen, der Unrecht tut und frevelt;
5 denn du bist meine Geduld, Herr; der Herr ist meine Hoffnung von meiner Jugend an.
6 Auf dich habe ich mich gestützt vom Mutterleib an, vom Schoß meiner Mutter an bist du mein Beschützer; in dir ist mein Lobgesang allezeit.
7 Wie ein Wunderzeichen bin ich vielen geworden, und du bist mein starker Helfer.
8 Mein Mund werde erfüllt mit Lob, damit ich deine Herrlichkeit besinge, den ganzen Tag deine Pracht.
9 Verwirf mich nicht zur Zeit des Alters; wenn meine Kraft schwindet, verlass mich nicht.
10 Denn meine Feinde haben von mir gesprochen, und die auf meine Seele lauern, haben sich miteinander beraten
11 und gesagt: Gott hat ihn verlassen; verfolgt und ergreift ihn, denn es gibt keinen, der ihn errettet.
12 Gott, sei nicht ferne von mir; mein Gott, eile mir zu Hilfe.
13 Beschämt und zunichte werden sollen, die meine Seele verleumden; mit Schande und Schmach sollen sich bedecken, die mir Böses suchen.
14 Ich aber will allezeit hoffen und all dein Lob noch mehren.
15 Mein Mund wird deine Gerechtigkeit verkünden, den ganzen Tag dein Heil, denn ich kenne keine Schriftgelehrsamkeit.
16 Ich werde eingehen in der Macht des Herrn; Herr, ich will deiner Gerechtigkeit allein gedenken.
17 Du hast mich gelehrt, Gott, von meiner Jugend an, und bis heute verkünde ich deine Wunder.
18 Und bis zum Alter und Greisentum, Gott, verlass mich nicht, bis ich deinen Arm dem ganzen kommenden Geschlecht verkündet habe, deine Macht und deine Gerechtigkeit.
19 Gott, bis zu den Höhen reichen die großen Taten, die du getan hast; Gott, wer ist dir gleich?
20 Wie viele und schlimme Bedrängnisse hast du mich sehen lassen, und du hast dich gewandt und mich lebendig gemacht und mich aus den Tiefen der Erde wieder heraufgeführt.
21 Du hast deine Größe gemehrt und dich gewandt und mich getröstet und mich aus den Tiefen der Erde wieder heraufgeführt.
2 2Denn auch ich will dich preisen mit dem Saitenspiel für deine Wahrheit, Gott; ich will dir spielen auf der Zither, du Heiliger Israels.
23 Meine Lippen werden jubeln, wenn ich dir spiele, und meine Seele, die du erlöst hast.
24 Und auch meine Zunge wird den ganzen Tag deine Gerechtigkeit betrachten, wenn beschämt und zuschanden werden, die mir Böses suchen.
Psalm 71
1 Auf Salomo. O Gott, gib dein Gericht dem König und deine Gerechtigkeit dem Sohn des Königs,
2 dass er dein Volk richte in Gerechtigkeit und deine Armen im Gericht.
3 Die Berge sollen dem Volk Frieden tragen und die Hügel in Gerechtigkeit.
4 Er wird die Armen des Volkes richten und die Söhne der Bedürftigen retten und den Verleumder erniedrigen,
5 und er wird bleiben mit der Sonne und vor dem Mond von Geschlecht zu Geschlecht,
6 und er wird herabkommen wie Regen auf ein Vlies und wie Tropfen, die auf die Erde träufeln.
7 In seinen Tagen wird Gerechtigkeit aufgehen und Fülle des Friedens, bis der Mond vergeht.
8 Und er wird herrschen von Meer zu Meer und vom Strom bis an die Enden des Erdkreises.
9 Vor ihm werden die Äthiopier niederfallen, und seine Feinde werden Staub lecken;
10 die Könige von Tharsis und die Inseln werden Gaben darbringen, die Könige der Araber und von Saba werden Geschenke herbeiführen;
11 und alle Könige werden ihn anbeten, alle Völker werden ihm dienen.
12 Denn er hat den Armen errettet aus der Hand des Gewaltigen, und den Bedürftigen, der keinen Helfer hatte;
13 er wird den Armen und Bedürftigen schonen und die Seelen der Bedürftigen retten;
14 von Wucher und von Unrecht wird er ihre Seelen erlösen, und kostbar ist ihr Name vor ihm.
15 Und er wird leben, und man wird ihm vom Gold Arabiens geben, und man wird allezeit für ihn beten, den ganzen Tag wird man ihn segnen.
16 Es wird eine Stütze sein im Lande auf den Gipfeln der Berge; seine Frucht wird sich über den Libanon erheben, und sie werden aus der Stadt hervorblühen wie das Gras der Erde.
17 Sein Name sei gesegnet in Ewigkeit, vor der Sonne wird sein Name bleiben; und in ihm werden alle Stämme der Erde gesegnet werden, alle Völker werden ihn seligpreisen.
18 Gesegnet sei der Herr, Gott, der Gott Israels, der allein Wunder tut,
19 und gesegnet sei der Name seiner Herrlichkeit in Ewigkeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit, und die ganze Erde wird von seiner Herrlichkeit erfüllt werden. So sei es, so sei es.
20 Zu Ende sind die Lobgesänge Davids, des Sohnes Isais.
Psalm 72
1 Ein Psalm Asaphs. Wie gut ist Gott zu Israel, zu denen, die aufrichtigen Herzens sind.
2 Meine Füße aber wären beinahe gestrauchelt, um ein Weniges wären meine Schritte ausgeglitten.
3 Denn ich ereiferte mich über die Gesetzlosen, als ich den Frieden der Sünder sah,
4 denn es gibt kein Aufbäumen gegen ihren Tod und keine Festigkeit in ihrer Plage;
5 in den Mühsalen der Menschen sind sie nicht, und mit den Menschen werden sie nicht geschlagen.
6 Darum hat der Hochmut sie ergriffen; sie haben sich in ihre Ungerechtigkeit und Gottlosigkeit gehüllt.
7 Wie aus Fett tritt ihre Ungerechtigkeit hervor; sie gingen über zur Gesinnung des Herzens;
8 sie sannen und redeten in Bosheit, Ungerechtigkeit redeten sie in die Höhe;
9 sie setzten ihren Mund gegen den Himmel, und ihre Zunge fuhr über die Erde hin.
10 Darum wird mein Volk sich hierher wenden, und volle Tage werden ihnen zuteilwerden.
11 Und sie sprachen: Wie sollte Gott es wissen, und gibt es Erkenntnis beim Höchsten?
12 Siehe, das sind Sünder, und doch haben sie Gedeihen; auf ewig haben sie Reichtum erlangt.
13 Und ich sprach: So habe ich denn vergeblich mein Herz gerechtfertigt und in Unschuld meine Hände gewaschen;
14 und ich wurde geschlagen den ganzen Tag, und meine Züchtigung war da an jedem Morgen.
15 Hätte ich gesagt: So will ich reden, siehe, dann wäre ich am Geschlecht deiner Söhne treulos geworden.
16 Und ich sann darauf, dies zu erkennen: Mühsal ist es vor mir,
17 bis ich in das Heiligtum Gottes eintrete und ihr Ende begreife.
18 Doch wegen ihrer Arglist hast du es ihnen bereitet, du hast sie gestürzt, als sie sich erhoben.
19 Wie sind sie plötzlich zur Verwüstung geworden; sie schwanden dahin, sie kamen um wegen ihrer Gesetzlosigkeit.
20 Wie den Traum eines Erwachenden, Herr, wirst du in deiner Stadt ihr Bild verachten.
21 Denn mein Herz entbrannte, und meine Nieren wurden verwandelt,
22 und ich war verachtet und erkannte es nicht; wie ein Vieh war ich vor dir.
23 Doch ich bin allezeit bei dir; du hast meine rechte Hand ergriffen,
24 in deinem Ratschluss hast du mich geleitet und mit Herrlichkeit mich angenommen.
25 Denn was habe ich im Himmel, und was begehrte ich von dir auf Erden?
26 Mein Herz und mein Fleisch sind vergangen; der Gott meines Herzens und mein Teil ist Gott in Ewigkeit.
27 Denn siehe, die sich von dir entfernen, werden umkommen; du hast alle vertilgt, die von dir abtrünnig huren.
28 Mir aber ist es gut, Gott anzuhangen, auf den Herrn meine Hoffnung zu setzen, um all deinen Lobpreis zu verkünden in den Toren der Tochter Zion.
Psalm 73
1 Ein Lied der Einsicht, von Asaf. Warum, o Gott, hast du uns verstoßen auf immer, warum entbrannte dein Zorn über die Schafe deiner Weide?
2 Gedenke deiner Gemeinde, die du von Anbeginn erworben hast; du hast erlöst den Stab deines Erbes, diesen Berg Zion, auf dem du Wohnung genommen hast.
3 Erhebe deine Hände gegen ihren Hochmut für immer, gegen alles, was der Feind Böses verübt hat in deinem Heiligtum.
4 Und es rühmten sich, die dich hassen, mitten in deinem Fest; sie setzten ihre Zeichen als Zeichen und erkannten es nicht.
5 Wie am Eingang oben,
6 wie in einem Wald von Bäumen hieben sie mit Äxten seine Türen aus, zugleich mit Beil und Steinmeißel schlugen sie es nieder.
7 Sie verbrannten mit Feuer dein Heiligtum, bis zur Erde entweihten sie die Wohnung deines Namens.
8 Sie sprachen in ihrem Herzen, ihre Sippe insgesamt: Kommt, lasst uns alle Feste Gottes vom Lande vertilgen.
9 Unsere Zeichen sehen wir nicht, es gibt keinen Propheten mehr, und uns wird er nicht mehr kennen.
10 Wie lange, o Gott, wird der Feind schmähen, wird der Widersacher deinen Namen lästern auf immer?
11 Warum wendest du deine Hand ab und deine Rechte aus der Mitte deines Schoßes auf immer?
12 Gott aber ist unser König von Ewigkeit her, er hat Heil gewirkt mitten auf der Erde.
13 Du hast durch deine Macht das Meer bezwungen, du hast die Köpfe der Drachen auf dem Wasser zerschmettert.
14 Du hast die Köpfe des Drachen zermalmt, du gabst ihn zur Speise den Völkern, den Äthiopiern.
15 Du hast Quellen und Bäche aufgerissen, du hast die Ströme von Etham ausgetrocknet.
16 Dein ist der Tag, und dein ist die Nacht, du hast Licht und Sonne bereitet.
17 Du hast alle Grenzen der Erde gemacht; Sommer und Frühling, du hast sie gebildet.
18 Gedenke dessen: der Feind hat den Herrn geschmäht, und ein törichtes Volk hat deinen Namen gelästert.
19 Gib den wilden Tieren nicht die Seele preis, die dich bekennt; die Seelen deiner Armen vergiss nicht auf immer.
20 Blicke auf deinen Bund, denn die finsteren Orte der Erde sind voll von Stätten der Gewalttat.
21 Lass den Gedemütigten nicht beschämt zurückkehren; der Arme und der Bedürftige werden deinen Namen preisen.
22 Steh auf, o Gott, führe deine Sache; gedenke deiner Schmähungen, die vom Toren kommen den ganzen Tag.
23 Vergiss nicht die Stimme deiner Flehenden; der Hochmut derer, die dich hassen, steigt allezeit zu dir empor.
Psalm 74
1 Für den Chormeister: „Verdirb nicht“. Ein Psalm Asafs, ein Lied.
2 Wir werden dich preisen, o Gott, wir werden dich preisen und deinen Namen anrufen.
3 Ich werde alle deine Wunder erzählen, wenn ich die rechte Zeit finde; ich werde in Geradheit richten.
4 Die Erde ist zerschmolzen und alle, die auf ihr wohnen; ich habe ihre Säulen befestigt. Sela.
5Ich sprach zu den Frevlern: Frevelt nicht! Und zu den Sündern: Erhebt nicht das Horn!
6 Erhebt euer Horn nicht in die Höhe, redet nicht Unrecht wider Gott.
7 Denn weder vom Aufgang noch vom Untergang noch von den öden Bergen her
8 denn Gott ist Richter: diesen erniedrigt er, und jenen erhöht er.
9 Denn ein Becher ist in der Hand des Herrn, voll ungemischten Weins, voll Mischtrank, und er neigte ihn von diesem zu jenem; doch sein Bodensatz wurde nicht ausgeleert: trinken werden ihn alle Sünder der Erde.
10 Ich aber werde frohlocken in Ewigkeit, ich werde dem Gott Jakobs singen.
11 Und alle Hörner der Sünder werde ich zerbrechen, und erhöht werden die Hörner des Gerechten.
Psalm 75
1 Für den Vorsteher, mit Saitenspiel; ein Psalm Asafs, ein Lied gegen den Assyrer.
2 Bekannt ist Gott in Judäa, in Israel ist sein Name groß.
3 Und sein Ort ward in Frieden und seine Wohnstätte in Zion;
4 dort zerbrach er die Kräfte der Bogen, Schild und Schwert und Krieg. Zwischenspiel.
5 Wunderbar leuchtest du von den ewigen Bergen her.
6 Es wurden verwirrt alle, die unverständigen Herzens sind; sie schliefen ihren Schlaf, und nichts fanden alle Männer des Reichtums in ihren Händen.
7 Vor deinem Schelten, Gott Jakobs, sanken in Schlummer, die auf den Rossen saßen.
8 Du bist furchtbar, und wer wird dir widerstehen? Von damals her ist dein Zorn.
9 Vom Himmel her ließest du das Gericht hören; die Erde fürchtete sich und ward still,
10 als Gott sich erhob zum Gericht, um alle Sanftmütigen der Erde zu retten. Zwischenspiel.
11 Denn das Sinnen des Menschen wird dich preisen, und der Rest des Sinnens wird dir ein Fest feiern.
12 Tut Gelübde und erfüllt sie dem Herrn, eurem Gott; alle, die rings um ihn sind, werden Gaben bringen
13 dem Furchtbaren, der den Fürsten den Geist nimmt, dem Furchtbaren bei den Königen der Erde.
Psalm 76
1 Für den Chormeister, für Jedutun; ein Psalm Asafs.
2 Mit meiner Stimme rief ich zum Herrn, mit meiner Stimme zu Gott, und er achtete auf mich.
3 Am Tag meiner Bedrängnis suchte ich Gott, mit meinen Händen des Nachts vor ihm, und ich wurde nicht getäuscht; meine Seele weigerte sich, getröstet zu werden.
4 Ich gedachte Gottes und wurde froh; ich sann nach, und mein Geist verzagte. Zwischenspiel.
5 Meine Augen kamen den Nachtwachen zuvor; ich war verstört und redete nicht.
6 Ich bedachte die alten Tage, und der ewigen Jahre gedachte ich und sann nach;
7 des Nachts sann ich mit meinem Herzen, und mein Geist grübelte.
8 Wird denn der Herr auf ewig verstoßen und nicht mehr fortfahren, Wohlgefallen zu haben?
9 Oder wird er sein Erbarmen für immer abschneiden, von Geschlecht zu Geschlecht?
10 Oder wird Gott vergessen, sich zu erbarmen, oder in seinem Zorn sein Erbarmen zurückhalten? Zwischenspiel.
11 Und ich sprach: Nun habe ich begonnen; dies ist die Änderung der Rechten des Höchsten.
12 Ich gedachte der Werke des Herrn; ja, ich will gedenken deiner Wunder von Anbeginn
13 und will nachsinnen über alle deine Werke und über deine Taten will ich sinnen.
14 Gott, im Heiligtum ist dein Weg; welcher Gott ist groß wie unser Gott?
15 Du bist der Gott, der Wunder tut; du hast unter den Völkern deine Macht kundgetan.
16 Du hast mit deinem Arm dein Volk erlöst, die Söhne Jakobs und Josefs. Zwischenspiel.
17 Die Wasser sahen dich, o Gott, die Wasser sahen dich und fürchteten sich, und die Tiefen erbebten, das Getöse vieler Wasser.
18 Die Wolken gaben Stimme, denn auch deine Pfeile fahren dahin;
19 die Stimme deines Donners im Rad; deine Blitze erleuchteten den Erdkreis; die Erde erbebte und geriet ins Zittern.
20 Im Meer ist dein Weg, und deine Pfade in vielen Wassern, und deine Spuren werden nicht erkannt werden.
21 Du führtest wie Schafe dein Volk durch die Hand Moses und Aarons.
Psalm 77
1 Ein Maskil Asafs. Merke auf, mein Volk, auf mein Gesetz, neigt euer Ohr zu den Worten meines Mundes;
2 ich will meinen Mund in Gleichnissen öffnen, will Rätsel aus der Urzeit verkünden.
3 Was wir gehört und erkannt haben und was unsere Väter uns erzählt haben,
4 das wurde ihren Kindern nicht verborgen; sie verkündeten dem kommenden Geschlecht die Ruhmestaten des Herrn und seine Machterweise und seine Wunder, die er getan hat.
5 Er richtete ein Zeugnis auf in Jakob und setzte ein Gesetz in Israel, das er unseren Vätern gebot, es ihren Söhnen kundzutun,
6 damit es das kommende Geschlecht erkenne, die Söhne, die geboren werden sollten, und sie aufstehen und es ihren Söhnen verkünden,
7 damit sie ihre Hoffnung auf Gott setzen und die Werke Gottes nicht vergessen und seine Gebote suchen,
8 damit sie nicht würden wie ihre Väter, ein verkehrtes und widerspenstiges Geschlecht, ein Geschlecht, das sein Herz nicht ausrichtete und dessen Geist nicht treu zu Gott hielt.
9D ie Söhne Efraims, die den Bogen spannten und schossen, wandten sich um am Tag des Kampfes.
10 Sie bewahrten den Bund Gottes nicht und wollten nicht in seinem Gesetz wandeln,
11 und sie vergaßen seine Wohltaten und seine Wunder, die er ihnen gezeigt hatte,
12 die Wunder, die er vor ihren Vätern getan hatte im Land Ägypten, im Gefilde von Tanis.
13 Er zerteilte das Meer und führte sie hindurch, er stellte die Wasser auf wie einen Schlauch,
14 und er leitete sie bei Tag mit einer Wolke und die ganze Nacht mit Feuerschein.
15 Er spaltete den Felsen in der Wüste und tränkte sie wie aus großer Tiefe,
16 und er ließ Wasser aus dem Felsen hervorgehen und Wasser wie Ströme herabfließen.
17 Doch sie fuhren fort, gegen ihn zu sündigen, sie erbitterten den Höchsten in der Dürre
18 und versuchten Gott in ihren Herzen, indem sie Speise für ihre Seelen forderten.
19 Und sie redeten gegen Gott und sprachen: Kann Gott wohl einen Tisch bereiten in der Wüste?
20 Siehe, er schlug den Felsen, und Wasser flossen und Bäche strömten über – kann er wohl auch Brot geben oder seinem Volk einen Tisch bereiten?
21 Darum hörte es der Herr und zürnte, und Feuer entbrannte in Jakob, und Zorn stieg auf über Israel,
22 weil sie Gott nicht glaubten und nicht auf sein Heil hofften.
23 Und er gebot den Wolken droben und öffnete die Türen des Himmels
24 und ließ Manna auf sie regnen zur Speise und gab ihnen Brot des Himmels;
25 Brot der Engel aß der Mensch, Wegzehrung sandte er ihnen zur Sättigung.
26 Er ließ den Südwind vom Himmel aufbrechen und führte durch seine Macht den Südwestwind herbei,
27 und er ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub und geflügelte Vögel wie den Sand der Meere,
28 und sie fielen mitten in ihr Lager, rings um ihre Zelte.
29 Und sie aßen und wurden übersatt, und ihr Begehren erfüllte er ihnen,
30 sie wurden ihres Begehrens nicht beraubt. Noch war die Speise in ihrem Mund,
31 da stieg der Zorn Gottes über sie auf, und er tötete unter ihren Starken und streckte die Auserwählten Israels nieder.
32 Bei alledem sündigten sie weiter und glaubten nicht an seine Wunder,
33 und ihre Tage schwanden dahin in Nichtigkeit und ihre Jahre in Eile.
34 Wenn er sie tötete, suchten sie ihn und kehrten um und suchten Gott in der Frühe,
35 und sie gedachten, dass Gott ihr Helfer ist und Gott, der Höchste, ihr Erlöser ist.
36 Doch sie täuschten ihn mit ihrem Mund und belogen ihn mit ihrer Zunge;
37 ihr Herz aber war nicht aufrichtig zu ihm, und sie hielten nicht treu an seinem Bund.
38 Er aber ist barmherzig und wird ihre Sünden vergeben und nicht verderben; und oftmals wendete er seinen Grimm ab und entfachte nicht seinen ganzen Zorn.
39 Und er gedachte, dass sie Fleisch sind, ein Hauch, der dahinfährt und nicht wiederkehrt.
40 Wie oft erbitterten sie ihn in der Wüste, erzürnten ihn im dürren Land!
41 Und sie wandten sich abermals und versuchten Gott und reizten den Heiligen Israels.
42 Sie gedachten nicht seiner Hand, des Tages, an dem er sie erlöste aus der Hand des Bedrängers,
43 wie er in Ägypten seine Zeichen setzte und seine Wunder im Gefilde von Tanis:
44 Er verwandelte ihre Ströme in Blut und ihre Wasserläufe, sodass sie nicht trinken konnten;
45 er sandte gegen sie die Hundsfliege, und sie fraß sie, und den Frosch, und er verdarb sie;
46 und er gab ihre Frucht dem Rost preis und ihre Mühen der Heuschrecke;
47 er tötete mit Hagel ihren Weinstock und ihre Maulbeerbäume mit dem Reif;
48 und er gab ihr Vieh dem Hagel preis und ihre Habe dem Feuer;
49 er sandte gegen sie die Glut seines Zornes, Grimm und Zorn und Drangsal, eine Sendung durch böse Engel;
50 er bahnte einen Pfad seinem Zorn, verschonte ihre Seelen nicht vor dem Tod und gab ihr Vieh dem Tod preis
51 und schlug alle Erstgeburt in Ägypten, den Erstling ihrer Mühen in den Zelten Hams.
52 Und er führte sein Volk hinweg wie Schafe und leitete sie wie eine Herde in der Wüste,
53 und er führte sie in Hoffnung, und sie fürchteten sich nicht, und ihre Feinde bedeckte das Meer.
54 Und er brachte sie in das Gebiet seines Heiligtums, zu diesem Berg, den seine Rechte erworben hatte,
55 und er vertrieb vor ihrem Angesicht die Völker und teilte ihnen das Erbe zu mit der Messschnur und ließ die Stämme Israels in deren Zelten wohnen.
56 Doch sie versuchten und erbitterten Gott, den Höchsten, und bewahrten seine Zeugnisse nicht,
57 und sie wandten sich ab und wurden treulos wie ihre Väter und verkehrten sich wie ein trügerischer Bogen,
58 und sie erzürnten ihn mit ihren Höhen und reizten ihn zur Eifersucht mit ihren Götzenbildern.
59 Gott hörte es und verwarf sie und verachtete Israel gänzlich,
60 und er verstieß die Wohnung von Silo, das Zelt, in dem er unter den Menschen gewohnt hatte.
61 Und er gab ihre Stärke in Gefangenschaft und ihre Zierde in die Hände des Feindes
62 und gab sein Volk dem Schwert preis und verachtete sein Erbe.
63 Ihre Jünglinge verzehrte das Feuer, und ihre Jungfrauen wurden nicht betrauert;
64 ihre Priester fielen durchs Schwert, und ihre Witwen werden nicht beweint werden.
65 Da erwachte der Herr wie ein Schlafender, wie ein Starker, der vom Wein berauscht war,
66 und er schlug seine Feinde zurück, ewige Schmach gab er ihnen.
67 Und er verwarf das Zelt Josefs und erwählte den Stamm Efraim nicht; 68und er erwählte den Stamm Juda, den Berg Zion, den er liebte,
69 und er baute sein Heiligtum wie das der Einhörner, auf der Erde gründete er es für ewig.
70 Und er erwählte David, seinen Knecht, und nahm ihn von den Schafherden weg,
71 von hinter den säugenden Muttertieren nahm er ihn, dass er Jakob, sein Volk, weide und Israel, sein Erbe.
72 Und er weidete sie in der Lauterkeit seines Herzens und leitete sie mit der Klugheit seiner Hände.
Psalm 78
1 Ein Psalm Asafs. Gott, Heiden sind in dein Erbe eingedrungen, sie haben deinen heiligen Tempel entweiht, sie haben Jerusalem zu einer Obsthütte gemacht.
2 Sie haben die Leichname deiner Knechte den Vögeln des Himmels zum Fraß gegeben, das Fleisch deiner Frommen den Tieren der Erde;
3 sie haben ihr Blut wie Wasser rings um Jerusalem vergossen, und niemand war da, der begrub.
4 Wir sind unseren Nachbarn zum Hohn geworden, zu Spott und Gespött denen, die uns umgeben.
5 Wie lange, Herr, willst du zürnen bis ans Ende, soll dein Eifer wie Feuer brennen?
6 Gieße deinen Zorn aus über die Heiden, die dich nicht kennen, und über die Königreiche, die deinen Namen nicht angerufen haben;
7 denn sie haben Jakob verschlungen und seine Stätte verwüstet.
8 Gedenke nicht unserer alten Missetaten; eilends komme uns dein Erbarmen zuvor, denn wir sind sehr arm geworden.
9 Hilf uns, Gott, unser Retter; um der Herrlichkeit deines Namens willen, Herr, errette uns und vergib uns unsere Sünden um deines Namens willen,
10 damit die Heiden nicht sagen: Wo ist ihr Gott? Und es werde unter den Heiden vor unseren Augen kund die Rache für das vergossene Blut deiner Knechte.
11 Es komme vor dein Angesicht das Seufzen der Gefesselten; nach der Größe deines Armes erhalte die Söhne der Getöteten.
12 Vergilt unseren Nachbarn siebenfach in ihren Schoß ihre Schmähung, mit der sie dich geschmäht haben, Herr.
13 Wir aber, dein Volk und die Schafe deiner Weide, werden dir danken in Ewigkeit; von Geschlecht zu Geschlecht werden wir dein Lob verkünden.
Psalm 79
1 Für den Chormeister, über die, die verwandelt werden sollen; ein Zeugnis für Asaf, ein Psalm über den Assyrer.
2 Der du Israel weidest, merke auf, der du Josef wie Schafe führst, der du über den Cherubim thronst, erscheine.
3 Vor Efraim und Benjamin und Manasse erwecke deine Macht und komm, um uns zu retten.
4 Gott, führe uns zurück und lass dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet werden.
5 Herr, Gott der Heerscharen, wie lange zürnst du über das Gebet deines Knechtes,
6 speisest uns mit Tränenbrot und tränkst uns mit Tränen nach Maß?
7 Du hast uns zum Streit für unsere Nachbarn gemacht, und unsere Feinde haben uns verspottet.
8 Herr, Gott der Heerscharen, führe uns zurück und lass dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet werden. Zwischenspiel.
9 Einen Weinstock hast du aus Ägypten herübergebracht, hast Völker vertrieben und ihn eingepflanzt;
10 du hast vor ihm den Weg bereitet und seine Wurzeln eingepflanzt, und das Land wurde erfüllt.
11 Sein Schatten bedeckte Berge und seine Ranken die Zedern Gottes;
12 er streckte seine Reben aus bis zum Meer und bis zum Strom seine Schösslinge.
13 Warum hast du seinen Zaun niedergerissen, sodass ihn alle plündern, die des Weges vorübergehen?
14 Es hat ihn das Wildschwein aus dem Wald verwüstet, und der einsame wilde Eber hat ihn abgeweidet.
15 Gott der Heerscharen, kehre doch zurück, blicke vom Himmel herab und sieh und suche diesen Weinstock heim
16 und stelle ihn wieder her, den deine Rechte gepflanzt hat, und den Menschensohn, den du dir stark gemacht hast.
17 Er ist mit Feuer verbrannt und umgegraben; vor dem Schelten deines Angesichts werden sie zugrunde gehen.
18 Deine Hand sei über dem Mann deiner Rechten und über dem Menschensohn, den du dir stark gemacht hast;
19 so werden wir nicht von dir weichen; du wirst uns beleben, und wir werden deinen Namen anrufen.
20 Herr, Gott der Heerscharen, führe uns zurück und lass dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet werden.
Psalm 80
1Für den Chormeister, nach der Kelter; ein Psalm Asafs.
2Jubelt Gott, unserem Helfer, jauchzt dem Gott Jakobs!
3Stimmt den Psalm an und schlagt die Pauke, das liebliche Psalterium samt der Zither! 4Blast am Neumond die Posaune, am festgesetzten Tag unseres Festes!
5Denn das ist eine Satzung für Israel und ein Recht des Gottes Jakobs.
6Als Zeugnis setzte er es in Josef ein, als er auszog aus dem Land Ägypten; eine Sprache, die er nicht kannte, hörte er:
7„Ich habe seinen Rücken von den Lasten befreit, seine Hände wurden vom Tragkorb frei.
8In der Bedrängnis riefst du mich an, und ich errettete dich; ich erhörte dich im Verborgenen des Gewitters, ich prüfte dich am Wasser des Streites. Sela.
9Höre, mein Volk, ich will dich ermahnen; Israel, wenn du auf mich hörtest!
10Kein neuer Gott soll bei dir sein, und du sollst keinen fremden Gott anbeten.
11Denn ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat; tue deinen Mund weit auf, und ich will ihn füllen.
12Doch mein Volk hörte nicht auf meine Stimme, und Israel achtete nicht auf mich.
13Da überließ ich sie den Trachten ihrer Herzen; sie werden in ihren eigenen Plänen wandeln.
14Wenn mein Volk auf mich gehört hätte, wenn Israel auf meinen Wegen gegangen wäre,
15hätte ich im Nu ihre Feinde gedemütigt und meine Hand gegen ihre Bedränger gewandt.
16Die Feinde des Herrn hätten ihm gehuldigt, und ihre Zeit würde ewig bestehen.
17Er hätte sie mit dem Fett des Weizens gespeist und sie mit Honig aus dem Felsen gesättigt.“
Psalm 81
1 Ein Psalm Asafs. Gott steht in der Versammlung der Götter, inmitten aber richtet er die Götter.
2 Wie lange wollt ihr ungerecht richten und die Person der Sünder ansehen? Zwischenspiel.
3 Schafft Recht dem Waisen und dem Armen, dem Gebeugten und dem Bedürftigen verhelft zu Gerechtigkeit!
4 Rettet den Bedürftigen und den Armen, aus der Hand des Sünders befreit ihn!
5 Sie erkennen nichts und verstehen nichts, in Finsternis wandeln sie umher; alle Grundfesten der Erde werden erschüttert.
6 Ich habe gesagt: Ihr seid Götter und Söhne des Höchsten allesamt;
7 doch wie Menschen werdet ihr sterben und wie einer der Fürsten fallen.
8 Steh auf, o Gott, richte die Erde, denn du wirst das Erbe unter allen Völkern empfangen.
Psalm 82
1 Ein Lied, ein Psalm Asafs.
2 Gott, wer wird dir gleich sein? Schweige nicht und bleibe nicht still, o Gott!
3 Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, haben das Haupt erhoben;
4 gegen dein Volk haben sie listige Anschläge ersonnen und sich beraten gegen deine Heiligen.
5 Sie sprachen: Kommt, lasst uns sie als Volk vertilgen, damit des Namens Israel nicht mehr gedacht werde!
6 Denn sie haben einmütig miteinander beratschlagt, gegen dich einen Bund geschlossen:
7 die Zelte der Edomiter und die Ismaeliter, Moab und die Hagariter,
8 Gebal und Ammon und Amalek und die Fremdstämmigen samt den Bewohnern von Tyrus;
9 ja, auch Assur hat sich ihnen angeschlossen, sie wurden den Söhnen Lots zur Hilfe. Zwischenspiel.
10 Tue ihnen wie Midian und wie Sisera, wie Jabin am Bach Kischon:
11 Sie wurden vertilgt bei En-Dor, sie wurden wie Dünger für das Land.
12 Mache ihre Fürsten wie Oreb und Seeb, und wie Sebach und Zalmunna alle ihre Fürsten,
13 die da sprachen: Lasst uns das Heiligtum Gottes für uns in Besitz nehmen!
14 Mein Gott, mache sie wie ein Rad, wie Stoppeln vor dem Angesicht des Windes;
15 wie Feuer, das den Wald durchflammt, wie eine Flamme, die Berge verbrennt,
16 so verfolge sie mit deinem Sturm, und mit deinem Zorn verwirre sie.
17 Fülle ihre Angesichter mit Schande, dann werden sie deinen Namen suchen, Herr.
18 Sie sollen beschämt und verwirrt werden auf ewig und ewig, zuschanden werden und umkommen,
19 und sie sollen erkennen, dass dein Name „Herr“ ist, dass du allein der Höchste bist über die ganze Erde.
Psalm 83
1 Auf das Ende, über die Keltern; den Söhnen Korachs ein Psalm.
2 Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr der Heerscharen!
3 Es sehnt sich und verzehrt sich meine Seele nach den Vorhöfen des Herrn; mein Herz und mein Fleisch jubelten über den lebendigen Gott.
4 Denn auch der Sperling hat sich ein Haus gefunden und die Turteltaube sich ein Nest, wo sie ihre Jungen hinlegen wird: deine Altäre, Herr der Heerscharen, mein König und mein Gott.
5 Selig, die in deinem Hause wohnen; in alle Ewigkeit werden sie dich loben. Zwischenspiel.
6 Selig der Mann, dessen Hilfe von dir kommt, Herr; Aufstiege hat er in seinem Herzen bereitet
7 im Tal der Tränen, hin zu dem Ort, den er bestimmt hat; denn auch Segnungen wird der Gesetzgeber geben.
8 Sie werden gehen von Kraft zu Kraft; erscheinen wird der Gott der Götter in Zion.
9 Herr, Gott der Heerscharen, erhöre mein Gebet; vernimm es, Gott Jakobs. Zwischenspiel.
10 Unser Beschützer, sieh her, o Gott, und blicke auf das Angesicht deines Gesalbten.
11 Denn besser ist ein Tag in deinen Vorhöfen als Tausende; ich habe erwählt, lieber an der Schwelle im Hause Gottes zu liegen, als in den Wohnungen der Sünder zu wohnen.
12 Denn Erbarmen und Wahrheit liebt der Herr, Gott; Gnade und Herrlichkeit wird er geben; der Herr wird denen, die in Unschuld wandeln, die Güter nicht vorenthalten.
13 Herr der Heerscharen, selig der Mensch, der auf dich hofft.
Psalm 84
1 Auf das Ende hin; den Söhnen Korachs ein Psalm.
2 Du hast Wohlgefallen gehabt, Herr, an deinem Land, du hast die Gefangenschaft Jakobs gewendet;
3 du hast deinem Volk die Gesetzlosigkeiten vergeben, alle ihre Sünden hast du zugedeckt. Zwischenspiel.
4 Du hast deinen ganzen Zorn beendet, du hast dich abgewandt von der Glut deines Zornes.
5 Bringe uns zurück, Gott unseres Heils, und wende deinen Grimm von uns ab.
6 Willst du uns auf ewig zürnen, oder wirst du deinen Zorn ausdehnen von Geschlecht zu Geschlecht?
7 Gott, du wirst dich wenden und uns beleben, und dein Volk wird sich über dich freuen.
8 Zeige uns, Herr, dein Erbarmen, und dein Heil mögest du uns geben.
9 Ich will hören, was der Herr, Gott, in mir reden wird, denn er wird Frieden reden zu seinem Volk und zu seinen Frommen und zu denen, die ihr Herz zu ihm wenden.
10 Ja, nahe ist sein Heil denen, die ihn fürchten, damit Herrlichkeit in unserem Land wohne.
11 Erbarmen und Wahrheit sind einander begegnet, Gerechtigkeit und Friede haben sich geküsst;
12 Wahrheit ist aus der Erde aufgegangen, und Gerechtigkeit hat vom Himmel herabgeblickt.
13 Denn der Herr wird Güte geben, und unser Land wird seine Frucht geben;
14 Gerechtigkeit wird vor ihm hergehen und seine Schritte auf den Weg setzen.
Psalm 85
1 Ein Gebet Davids. Neige, Herr, dein Ohr und erhöre mich, denn ich bin arm und elend.
2 Bewahre meine Seele, denn ich bin fromm; rette deinen Knecht, mein Gott, der auf dich hofft.
3 Erbarme dich meiner, Herr, denn zu dir werde ich schreien den ganzen Tag.
4 Erfreue die Seele deines Knechtes, denn zu dir, Herr, habe ich meine Seele erhoben.
5 Denn du, Herr, bist gütig und milde und reich an Erbarmen gegen alle, die dich anrufen.
6 Vernimm, Herr, mein Gebet und achte auf die Stimme meines Flehens.
7 Am Tage meiner Bedrängnis schrie ich zu dir, denn du hast mich erhört.
8 Keiner ist dir gleich unter den Göttern, Herr, und nichts gleicht deinen Werken.
9 Alle Völker, die du geschaffen hast, werden kommen und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen verherrlichen,
10 denn groß bist du und tust Wunder, du allein bist der große Gott.
11 Führe mich, Herr, auf deinem Weg, und ich werde in deiner Wahrheit wandeln; mein Herz freue sich daran, deinen Namen zu fürchten.
12 Ich will dich preisen, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen und deinen Namen verherrlichen in Ewigkeit,
13 denn dein Erbarmen ist groß über mir, und du hast meine Seele aus der tiefsten Unterwelt errettet.
14 O Gott, Gesetzlose haben sich gegen mich erhoben, und eine Rotte von Gewaltigen trachtete nach meiner Seele, und sie haben dich nicht vor Augen gestellt.
15 Du aber, Herr Gott, bist barmherzig und gnädig, langmütig und reich an Erbarmen und wahrhaftig.
16 Blicke auf mich und erbarme dich meiner, gib deine Stärke deinem Knecht und rette den Sohn deiner Magd.
17 Tue an mir ein Zeichen zum Guten, damit die mich hassen es sehen und zuschanden werden, denn du, Herr, hast mir geholfen und mich getröstet.
Psalm 86
1 Den Söhnen Korachs ein Psalm, ein Lied. Seine Grundfesten sind auf den heiligen Bergen;
2 der Herr liebt die Tore Zions mehr als alle Wohnstätten Jakobs.
3 Herrliches wurde über dich gesagt, du Stadt Gottes. Zwischenspiel.
4 Ich werde Rahab und Babylon gedenken bei denen, die mich kennen; und siehe, die Fremdstämmigen und Tyrus und das Volk der Äthiopier – diese sind dort geboren.
5 Mutter Zion, wird ein Mensch sagen, und ein Mensch ist in ihr geboren, und er selbst, der Höchste, hat sie gegründet.
6 Der Herr wird es verkünden in der Schrift der Völker und der Fürsten, derer, die in ihr geboren sind. Zwischenspiel.
7 Wie bei Fröhlichen allen ist die Wohnung in dir.
Psalm 87
1 Ein Lied, ein Psalm für die Söhne Korachs; auf das Ende hin, nach Maeleth, zum Wechselgesang; ein Lehrgedicht Hemans, des Israeliten.
2 Herr, Gott meines Heils, bei Tag habe ich geschrien und bei Nacht vor dir;
3 lass mein Gebet vor dein Angesicht kommen, neige dein Ohr zu meinem Flehen, Herr.
4 Denn meine Seele ist voll von Übeln, und mein Leben hat sich dem Totenreich genähert;
5 ich wurde denen zugerechnet, die in die Grube hinabsteigen, ich bin geworden wie ein Mensch ohne Hilfe, unter den Toten freigelassen,
6 wie Erschlagene, die hingeworfen im Grab schlafen, derer du nicht mehr gedacht hast und die aus deiner Hand verstoßen wurden.
7 Sie legten mich in die tiefste Grube, in Finsternisse und in den Schatten des Todes.
8 Auf mir lastet dein Grimm, und alle deine Wogen hast du über mich gebracht. Zwischenspiel.
9 Du hast meine Bekannten von mir entfernt, sie machten mich sich zum Abscheu; ich wurde ausgeliefert und konnte nicht hinausgehen.
10 Meine Augen sind schwach geworden vor Elend; ich habe zu dir geschrien, Herr, den ganzen Tag, ich habe meine Hände zu dir ausgebreitet.
11 Wirst du etwa an den Toten Wunder tun? Oder werden Ärzte sie auferwecken, und werden sie dich preisen?
12 Wird etwa jemand im Grab dein Erbarmen erzählen und deine Wahrheit im Verderben?
13 Werden etwa in der Finsternis deine Wunder erkannt werden und deine Gerechtigkeit im Land des Vergessens?
14 Und ich, Herr, habe zu dir geschrien, und am Morgen wird mein Gebet dir zuvorkommen.
15 Warum, Herr, verstößt du meine Seele, wendest du dein Angesicht von mir ab?
16 Arm bin ich und in Mühsal von meiner Jugend an; erhöht wurde ich, dann erniedrigt und in Verzweiflung gestürzt.
17 Über mich sind deine Zornesgluten hinweggegangen, und deine Schrecknisse haben mich verstört,
18 sie haben mich umringt wie Wasser den ganzen Tag, sie haben mich allesamt umschlossen.
19 Du hast Freund und Nächsten von mir entfernt und meine Bekannten wegen des Elends.
Psalm 88
1 Ein Lied der Einsicht, von Etan, dem Israeliten.
2 Deine Gnadenerweise, Herr, will ich in Ewigkeit besingen, von Geschlecht zu Geschlecht will ich deine Wahrheit mit meinem Munde verkünden,
3 denn du hast gesprochen: Auf ewig wird Gnade aufgebaut werden; in den Himmeln wird deine Wahrheit befestigt werden.
4 Ich habe einen Bund geschlossen mit meinen Auserwählten, ich habe David, meinem Knecht, geschworen:
5 Bis in Ewigkeit will ich deinen Samen befestigen und deinen Thron aufbauen von Geschlecht zu Geschlecht. Zwischenspiel.
6 Die Himmel werden deine Wunder preisen, Herr, und deine Wahrheit in der Versammlung der Heiligen.
7 Denn wer in den Wolken kann dem Herrn gleichgestellt werden, und wer wird dem Herrn gleichen unter den Söhnen Gottes?
8 Gott, der verherrlicht wird im Rat der Heiligen, groß und furchtbar über alle, die rings um ihn sind.
9 Herr, Gott der Heerscharen, wer ist dir gleich? Mächtig bist du, Herr, und deine Wahrheit ist rings um dich.
10 Du herrschst über die Gewalt des Meeres, und das Toben seiner Wogen beschwichtigst du.
11 Du hast den Hochmütigen erniedrigt wie einen Erschlagenen und mit dem Arm deiner Macht deine Feinde zerstreut.
12 Dein sind die Himmel, und dein ist die Erde; den Erdkreis und seine Fülle hast du gegründet.
13 Den Norden und die Meere hast du geschaffen, Tabor und Hermon werden in deinem Namen jubeln.
14 Dein ist der Arm mit Macht; deine Hand werde stark, deine Rechte werde erhöht.
15 Gerechtigkeit und Recht sind die Grundfeste deines Thrones, Gnade und Wahrheit werden vor deinem Angesicht hergehen.
16 Selig das Volk, das den Jubelruf kennt; Herr, im Licht deines Angesichts werden sie wandeln
17 und in deinem Namen jubeln den ganzen Tag und in deiner Gerechtigkeit erhöht werden.
18 Denn der Ruhm ihrer Kraft bist du, und in deinem Wohlgefallen wird unser Horn erhöht werden.
19 Denn dem Herrn gehört der Beistand und dem Heiligen Israels, unserem König.
20 Damals hast du in einem Gesicht zu deinen Frommen geredet und gesprochen: Ich habe Hilfe gelegt auf einen Mächtigen, ich habe einen Auserwählten aus meinem Volk erhöht;
21 ich habe David, meinen Knecht, gefunden, mit meinem heiligen Öl habe ich ihn gesalbt.
22 Denn meine Hand wird ihm beistehen, und mein Arm wird ihn stärken;
23 kein Feind wird gegen ihn ausrichten, und kein Sohn der Gesetzlosigkeit wird fortfahren, ihm Übles zu tun;
24 und ich werde seine Feinde vor seinem Angesicht zerschlagen und die, die ihn hassen, in die Flucht schlagen.
25 Und meine Wahrheit und meine Gnade sind mit ihm, und in meinem Namen wird sein Horn erhöht werden;
26 und ich werde seine Hand auf das Meer legen und seine Rechte auf die Ströme.
27 Er wird mich anrufen: Mein Vater bist du, mein Gott und der Helfer meines Heils;
28 und ich werde ihn zum Erstgeborenen machen, zum Höchsten unter den Königen der Erde.
29 Auf ewig werde ich ihm meine Gnade bewahren, und mein Bund bleibt ihm treu;
30 und ich werde seinen Samen einsetzen auf ewig und immer und seinen Thron wie die Tage des Himmels.
31 Wenn seine Söhne mein Gesetz verlassen und nicht nach meinen Rechten wandeln,
32 wenn sie meine Satzungen entweihen und meine Gebote nicht halten,
33 so werde ich ihre Gesetzlosigkeiten mit der Rute heimsuchen und ihre Sünden mit Geißelhieben,
34 aber meine Gnade werde ich gewiss nicht von ihm wegnehmen noch treulos handeln gegen meine Wahrheit,
35 noch werde ich meinen Bund entweihen, und was über meine Lippen ausgegangen ist, werde ich gewiss nicht ungültig machen.
36 Einmal habe ich bei meinem Heiligtum geschworen: Nimmermehr werde ich David belügen.
37 Sein Same wird in Ewigkeit bleiben und sein Thron wie die Sonne vor mir
38 und wie der Mond, der auf ewig gefestigt ist; und der Zeuge im Himmel ist treu. Zwischenspiel.
39 Du aber hast verstoßen und verachtet, hast deinen Gesalbten verworfen;
40 du hast den Bund deines Knechtes umgestürzt, hast sein Heiligtum zu Boden entweiht.
41 Du hast alle seine Mauern niedergerissen, hast seine Festungen zur Furcht gemacht;
42 es plünderten ihn alle, die des Weges zogen, er wurde zum Hohn für seine Nachbarn.
43 Du hast die Rechte seiner Feinde erhöht, hast alle seine Feinde erfreut;
44 du hast die Hilfe seines Schwertes abgewandt und ihm im Kriege nicht beigestanden.
45 Du hast ihm die Reinigung genommen, seinen Thron zu Boden geschmettert;
46 du hast die Tage seiner Zeit verkürzt, hast Schande über ihn ausgegossen. Zwischenspiel.
47 Wie lange, Herr, wirst du dich gänzlich abwenden, wird dein Zorn wie Feuer brennen?
48 Gedenke, was mein Dasein ist; hast du denn vergeblich alle Menschensöhne geschaffen?
49 Wer ist der Mensch, der leben wird und den Tod nicht sehen wird, der seine Seele erretten wird aus der Hand des Hades? Zwischenspiel.
50 Wo sind deine Gnadenerweise von einst, Herr, die du David geschworen hast in deiner Wahrheit?
51 Gedenke, Herr, der Schmach deiner Knechte, die ich in meinem Schoße getragen habe, von vielen Völkern,
52 womit deine Feinde geschmäht haben, Herr, womit sie geschmäht haben die Nachfolge deines Gesalbten.
53 Gepriesen sei der Herr in Ewigkeit. So geschehe es, so geschehe es.
Psalm 89
1 Ein Gebet des Mose, des Mannes Gottes. Herr, du bist uns eine Zuflucht geworden von Geschlecht zu Geschlecht.
2 Ehe die Berge wurden und die Erde und der Erdkreis gebildet wurden, und von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du.
3 Wende den Menschen nicht zur Erniedrigung; und du sprachst: Kehrt um, ihr Menschenkinder.
4 Denn tausend Jahre sind in deinen Augen wie der gestrige Tag, der vergangen ist, und wie eine Nachtwache.
5 Ihre Nichtigkeiten werden Jahre sein. Am Morgen vergehe er wie das Gras,
6 am Morgen blühe er auf und vergehe, am Abend falle er ab, verhärte und verdorre.
7 Denn wir sind vergangen in deinem Zorn und in deinem Grimm wurden wir verstört.
8 Du hast unsere Missetaten vor dich gestellt; unser Lebensalter steht im Licht deines Angesichts.
9 Denn alle unsere Tage sind geschwunden, und in deinem Zorn sind wir vergangen; unsere Jahre sannen dahin wie ein Spinnengewebe.
10 Die Tage unserer Jahre in ihnen siebzig Jahre, wenn aber in Kräften, achtzig Jahre, und das meiste davon ist Mühe und Plage; denn Schwachheit ist über uns gekommen, und wir werden gezüchtigt werden.
11 Wer erkennt die Macht deines Zornes und, aus Furcht vor dir, deinen Grimm?
12 So lehre uns, deine Rechte zu zählen, und die, die im Herzen gefesselt sind, in Weisheit.
13 Kehre zurück, Herr,wie lange noch? und lass dich erbitten über deinen Knechten.
14 Wir wurden am Morgen gesättigt mit deiner Barmherzigkeit und frohlockten und freuten uns an allen unseren Tagen.
15 Wir freuten uns für die Tage, an denen du uns gedemütigt hast, für die Jahre, in denen wir Böses sahen.
16 Und sieh auf deine Knechte und deine Werke und leite ihre Söhne,
17 und der Glanz des Herrn, unseres Gottes, sei über uns, und die Werke unserer Hände richte auf für uns.
Psalm 90
1 Ein Loblied, ein Gesang Davids. Wer unter dem Beistand des Höchsten wohnt, wird im Schutz des Gottes des Himmels weilen.
2 Er wird zum Herrn sagen: Mein Helfer bist du und meine Zuflucht, mein Gott, auf ihn will ich hoffen,
3 denn er wird mich erretten aus der Schlinge der Jäger und vor dem verwirrenden Wort.
4 Mit seinen Schultern wird er dich beschirmen, und unter seinen Flügeln wirst du hoffen; wie ein Schild wird dich seine Wahrheit umgeben.
5 Du wirst dich nicht fürchten vor dem Schrecken der Nacht, vor dem Pfeil, der bei Tage fliegt,
6 vor der Sache, die im Finstern umhergeht, vor dem Unglück und dem Dämon des Mittags.
7 Es werden fallen an deiner Seite tausend und zehntausend zu deiner Rechten, dir aber wird es nicht nahen;
8 doch mit deinen Augen wirst du es betrachten und die Vergeltung der Sünder sehen.
9 Denn du, Herr, bist meine Hoffnung; den Höchsten hast du dir zur Zuflucht gemacht.
10 Kein Übel wird an dich herantreten, und keine Plage wird deinem Zelt nahen,
11 denn seinen Engeln wird er deinetwegen befehlen, dich zu behüten auf allen deinen Wegen;
12 auf Händen werden sie dich tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt;
13 auf Natter und Basilisk wirst du treten und Löwe und Drache zertreten.
14 Weil er auf mich gehofft hat, will ich ihn erretten; ich will ihn beschirmen, weil er meinen Namen erkannt hat.
15 Er wird mich anrufen, und ich werde ihn erhören; ich bin bei ihm in der Bedrängnis und werde ihn herausreißen und ihn verherrlichen.
1 6Mit Länge der Tage will ich ihn sättigen und ihm mein Heil zeigen.
Psalm 91
1 Ein Psalm, ein Lied, für den Tag des Sabbats.
2 Gut ist es, dem Herrn zu danken und deinem Namen zu lobsingen, du Höchster,
3 am Morgen deine Barmherzigkeit zu verkünden und deine Wahrheit in der Nacht
4 auf dem zehnsaitigen Psalter, mit Gesang zur Zither.
5 Denn du hast mich erfreut, Herr, durch dein Werk, und über die Werke deiner Hände will ich jubeln.
6 Wie groß sind deine Werke, Herr; sehr tief sind deine Gedanken.
7 Ein törichter Mann erkennt es nicht, und ein Unverständiger begreift dies nicht.
8 Wenn die Sünder aufsprossen wie Gras und alle, die Unrecht tun, hervortraten, so geschah es, damit sie vertilgt werden auf ewig und immerdar.
9 Du aber bist der Höchste in Ewigkeit, Herr;
10 denn siehe, deine Feinde werden zugrunde gehen, und zerstreut werden alle, die Unrecht tun,
11 und erhöht wird wie das eines Einhorns mein Horn, und mein Alter mit fettem Öl,
12 und mein Auge hat herabgeblickt auf meine Feinde, und von den Bösen, die sich gegen mich erheben, wird mein Ohr hören.
13 Der Gerechte wird blühen wie eine Palme, wie eine Zeder auf dem Libanon wird er sich mehren.
14 Gepflanzt im Hause des Herrn, in den Vorhöfen unseres Gottes werden sie aufblühen;
15 noch im fetten Alter werden sie sich mehren und wohlgemut sein,
16 um zu verkünden, dass der Herr, mein Gott, gerecht ist und kein Unrecht in ihm ist.
Psalm 92
1 Für den Tag vor dem Sabbat, als die Erde besiedelt wurde: ein Loblied für David. Der Herr ist König geworden, mit Herrlichkeit hat er sich bekleidet; bekleidet hat sich der Herr mit Macht und sich gegürtet. Denn er hat den Erdkreis gefestigt, der nicht wanken wird.
2 Fest steht dein Thron von jeher, von Ewigkeit her bist du.
3 Die Ströme erhoben, Herr, die Ströme erhoben ihre Stimmen.
4 Mehr als die Stimmen vieler Wasser, wunderbar sind die Wogen des Meeres, wunderbar in den Höhen ist der Herr. 5Deine Zeugnisse sind überaus zuverlässig; deinem Hause gebührt Heiligkeit, Herr, für die Länge der Tage.
Psalm 93
1 Ein Psalm Davids, am vierten Tag der Woche. Gott der Vergeltungen ist der Herr, der Gott der Vergeltungen ist frei hervorgetreten.
2 Erhebe dich, der du die Erde richtest, vergilt den Hochmütigen ihre Vergeltung.
3 Wie lange, Herr, werden die Sünder, wie lange werden die Sünder sich rühmen,
4 werden sie reden und Unrecht sprechen, werden alle sprechen, die die Gesetzlosigkeit verüben?
5 Dein Volk, Herr, haben sie erniedrigt und dein Erbe misshandelt;
6 Witwe und Fremdling haben sie getötet und Waisen ermordet,
7 und sie sprachen: Der Herr wird es nicht sehen, und der Gott Jakobs wird es nicht merken.
8 Begreift doch, ihr Unverständigen im Volk, und ihr Toren, werdet endlich klug!
9 Der das Ohr gepflanzt hat, sollte der nicht hören? Oder der das Auge gebildet hat, sollte der nicht wahrnehmen?
10 Der die Völker erzieht, sollte der nicht strafen, er, der den Menschen Erkenntnis lehrt?
11 Der Herr kennt die Gedanken der Menschen, dass sie nichtig sind.
12 Glücklich der Mensch, den du, Herr, erziehst und aus deinem Gesetz belehrst,
13 um ihm Ruhe zu verschaffen vor den bösen Tagen, bis dem Sünder die Grube gegraben wird.
14 Denn der Herr wird sein Volk nicht verstoßen und sein Erbe nicht verlassen,
15 bis die Gerechtigkeit zum Gericht zurückkehrt und alle, die aufrichtigen Herzens sind, ihr anhangen. Zwischenspiel.
16 Wer wird für mich aufstehen gegen die Übeltäter, oder wer wird mir beistehen gegen die, die Gesetzlosigkeit verüben?
17 Hätte der Herr mir nicht geholfen, so hätte meine Seele beinahe im Hades gewohnt.
18 Wenn ich sprach: Mein Fuß ist ins Wanken geraten, so hilft mir dein Erbarmen, Herr.
19 Herr, bei der Menge meiner Schmerzen in meinem Herzen haben deine Tröstungen meine Seele erfreut.
20 Sollte etwa der Thron der Gesetzlosigkeit dir beigesellt sein, der Mühsal schafft entgegen dem Gebot?
21 Sie werden der Seele des Gerechten nachstellen und unschuldiges Blut verurteilen.
22 Doch der Herr ist mir zur Zuflucht geworden und mein Gott zum Helfer meiner Hoffnung;
23 und er wird ihnen ihre Gesetzlosigkeit vergelten, und nach ihrer Bosheit wird der Herr, unser Gott, sie vernichten.
Psalm 94
1 Ein Loblied Davids. Kommt, lasst uns dem Herrn jubeln, lasst uns jauchzen Gott, unserem Retter!
2 Lasst uns vor sein Angesicht treten mit Dank und ihm mit Psalmen jauchzen!
3 Denn ein großer Gott ist der Herr und ein großer König über alle Götter;
4 denn in seiner Hand sind die Enden der Erde, und die Höhen der Berge sind sein;
5 denn sein ist das Meer, und er hat es gemacht, und das trockene Land haben seine Hände gebildet.
6 Kommt, lasst uns anbeten und vor ihm niederfallen und weinen vor dem Herrn, der uns gemacht hat;
7 denn er ist unser Gott, und wir sind das Volk seiner Weide und die Schafe seiner Hand. Heute, wenn ihr seine Stimme hört,
8 verhärtet eure Herzen nicht wie bei der Verbitterung, am Tag der Versuchung in der Wüste,
9 wo eure Väter mich versuchten; sie prüften mich und sahen meine Werke.
10 Vierzig Jahre war ich jenem Geschlecht überdrüssig und sprach: Immer irren sie mit dem Herzen, und sie erkannten meine Wege nicht,
11 sodass ich in meinem Zorn schwor: Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen!
Psalm 95
1 Als das Haus nach der Gefangenschaft erbaut wurde; ein Lied Davids. Singet dem Herrn ein neues Lied, singet dem Herrn, alle Welt;
2 singet dem Herrn, preiset seinen Namen, verkündet Tag für Tag sein Heil;
3 verkündet unter den Völkern seine Herrlichkeit, unter allen Nationen seine Wunder.
4 Denn groß ist der Herr und hoch zu loben, furchtbar ist er über alle Götter;
5 denn alle Götter der Völker sind Dämonen, der Herr aber hat die Himmel gemacht;
6 Lobpreis und Schönheit sind vor ihm, Heiligkeit und Herrlichkeit in seinem Heiligtum.
7 Bringet dem Herrn, ihr Geschlechter der Völker, bringet dem Herrn Ehre und Ruhm;
8 bringet dem Herrn die Ehre seines Namens, nehmt Opfergaben und tretet ein in seine Vorhöfe;
9 betet den Herrn an in seinem heiligen Vorhof, es erbebe vor seinem Angesicht die ganze Erde.
10 Sprecht unter den Völkern: Der Herr ist König geworden; denn er hat den Erdkreis gefestigt, der nicht wanken wird; er wird die Völker richten in Geradheit.
11 Es freuen sich die Himmel, und es jauchze die Erde, es brause das Meer und was es erfüllt;
12 es werden sich freuen die Felder und alles, was auf ihnen ist; dann werden jauchzen alle Bäume des Waldes
13 vor dem Angesicht des Herrn, denn er kommt, denn er kommt, die Erde zu richten; er wird den Erdkreis richten in Gerechtigkeit und die Völker in seiner Wahrheit.
Psalm 96
1 Von David, als sein Land wiederhergestellt wurde. Der Herr ist König geworden, es frohlocke die Erde, es freuen sich die vielen Inseln.
2 Wolke und Dunkel sind rings um ihn, Gerechtigkeit und Gericht sind die Festigung seines Thrones.
3 Feuer geht vor ihm her und verbrennt ringsum seine Feinde.
4 Seine Blitze erleuchteten den Erdkreis; die Erde sah es und erbebte.
5 Die Berge zerschmolzen wie Wachs vor dem Angesicht des Herrn, vor dem Angesicht des Herrn der ganzen Erde.
6 Die Himmel verkündeten seine Gerechtigkeit, und alle Völker sahen seine Herrlichkeit.
7 Es sollen zuschanden werden alle, die die geschnitzten Bilder anbeten, die sich ihrer Götzen rühmen; betet ihn an, alle seine Engel.
8 Zion hörte es und freute sich, und die Töchter Judäas frohlockten um deiner Gerichte willen, Herr.
9 Denn du bist der Herr, der Höchste über die ganze Erde; hoch bist du erhaben über alle Götter.
10 Die ihr den Herrn liebt, hasset das Böse; der Herr behütet die Seelen seiner Frommen, aus der Hand der Sünder wird er sie erretten.
11 Licht ist aufgegangen dem Gerechten und Freude denen, die aufrichtigen Herzens sind.
12 Freut euch, ihr Gerechten, am Herrn und preiset das Gedenken seiner Heiligkeit.
Psalm 97
1 Ein Psalm Davids. Singet dem Herrn ein neues Lied, denn Wunderbares hat der Herr getan; geholfen hat ihm seine Rechte und sein heiliger Arm.
2 Der Herr hat sein Heil kundgetan, vor den Augen der Völker hat er seine Gerechtigkeit offenbart.
3 Er hat seiner Barmherzigkeit gegen Jakob gedacht und seiner Treue gegen das Haus Israel; alle Enden der Erde haben das Heil unseres Gottes gesehen.
4 Jauchzet Gott, alle Welt, singet und frohlocket und spielet;
5 spielet dem Herrn auf der Zither, auf der Zither und mit dem Klang des Psalters;
6 mit getriebenen Trompeten und mit dem Klang des Widderhorns jauchzet vor dem König, dem Herrn.
7 Es brause das Meer und was es erfüllt, der Erdkreis und die darauf wohnen;
8 die Ströme sollen zugleich in die Hände klatschen, die Berge sollen frohlocken,
9 denn er kommt, die Erde zu richten; er wird den Erdkreis richten in Gerechtigkeit und die Völker in Geradheit.
Psalm 98
1 Ein Psalm Davids. Der Herr ist König geworden, die Völker mögen zürnen; er thront über den Cherubim, die Erde erbebe.
2 Der Herr ist groß in Zion und erhaben über alle Völker.
3 Sie sollen deinen großen Namen preisen, denn er ist furchtbar und heilig.
4 Und die Ehre des Königs liebt das Recht; du hast Gerechtigkeit bereitet, Recht und Gerechtigkeit hast du in Jakob geübt.
5 Erhebt den Herrn, unseren Gott, und fallt nieder vor dem Schemel seiner Füße, denn er ist heilig.
6 Mose und Aaron waren unter seinen Priestern, und Samuel unter denen, die seinen Namen anriefen; sie riefen den Herrn an, und er erhörte sie.
7 In der Wolkensäule sprach er zu ihnen; sie bewahrten seine Zeugnisse und die Gebote, die er ihnen gegeben hatte.
8 Herr, unser Gott, du hast sie erhört; Gott, du warst ihnen gnädig, doch ein Rächer aller ihrer Taten.
9 Erhebt den Herrn, unseren Gott, und betet an auf seinem heiligen Berg, denn heilig ist der Herr, unser Gott.
Psalm 99
1 Ein Psalm zum Lobpreis. Jauchzet dem Herrn, alle Welt,
2 dienet dem Herrn mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken.
3 Erkennet, dass der Herr Gott ist; er hat uns gemacht, und nicht wir selbst, zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.
4 Gehet ein zu seinen Toren mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Lobgesängen; danket ihm, lobet seinen Namen,
5 denn der Herr ist gütig, seine Barmherzigkeit währt ewig, und seine Wahrheit von Geschlecht zu Geschlecht.
Psalm 100
1 Ein Psalm Davids. Von Gnade und Gericht will ich dir singen, Herr;
2 ich will spielen und achthaben auf den untadeligen Weg: Wann wirst du zu mir kommen? Ich wandelte in der Unschuld meines Herzens inmitten meines Hauses.
3 Ich stellte mir keine gesetzwidrige Sache vor Augen; die Übertretungen begehen, hasste ich.
4 Kein verkehrtes Herz haftete an mir; da der Böse von mir wich, kannte ich ihn nicht.
5 Den, der heimlich seinen Nächsten verleumdete, den vertrieb ich; mit einem, der hoffärtige Augen und ein unersättliches Herz hatte, aß ich nicht zusammen.
6 Meine Augen richteten sich auf die Treuen des Landes, dass sie bei mir säßen; wer auf untadeligem Wege wandelte, der diente mir.
7 Wer Hoffart übte, wohnte nicht inmitten meines Hauses; wer Unrechtes redete, hatte keinen Bestand vor meinen Augen.
8 Am Morgen tötete ich alle Sünder des Landes, um aus der Stadt des Herrn alle auszurotten, die Gesetzlosigkeit verüben.
Psalm 101
1 Ein Gebet des Elenden, wenn er verzagt und vor dem Herrn sein Flehen ausschüttet.
2 Erhöre, Herr, mein Gebet, und mein Schreien komme zu dir.
3 Wende dein Angesicht nicht von mir ab; an dem Tag, da ich bedrängt werde, neige dein Ohr zu mir; an dem Tag, da ich dich anrufe, erhöre mich eilends.
4 Denn meine Tage sind wie Rauch geschwunden, und meine Gebeine sind wie dürres Holz verdorrt.
5 Mein Herz ist geschlagen wie Gras und verdorrt, denn ich habe vergessen, mein Brot zu essen.
6 Vor der Stimme meines Seufzens klebt mein Gebein an meinem Fleisch.
7 Ich bin gleich geworden dem Pelikan in der Wüste, ich bin geworden wie eine Nachteule in den Trümmern,
8 ich wachte und bin geworden wie ein einsamer Sperling auf dem Dach.
9 Den ganzen Tag schmähten mich meine Feinde, und die mich lobten, schworen wider mich.
10 Denn ich aß Asche wie Brot und mischte meinen Trank mit Weinen
11 vor dem Angesicht deines Zornes und deines Grimmes; denn du hast mich erhoben und niedergeschmettert.
12 Meine Tage neigten sich wie ein Schatten, und ich verdorrte wie Gras.
13 Du aber, Herr, bleibst in Ewigkeit, und dein Gedächtnis währt von Geschlecht zu Geschlecht.
14 Du wirst dich aufmachen und dich Zions erbarmen, denn es ist Zeit, sich seiner zu erbarmen, denn die Zeit ist gekommen;
15 denn deine Knechte haben Wohlgefallen an seinen Steinen, und sie werden sich seines Staubes erbarmen.
16 Und die Völker werden den Namen des Herrn fürchten und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit,
17 denn der Herr wird Zion aufbauen und in seiner Herrlichkeit erscheinen.
18 Er hat auf das Gebet der Demütigen geblickt und ihr Flehen nicht verachtet.
19 Dies werde aufgeschrieben für ein kommendes Geschlecht, und das Volk, das erschaffen wird, wird den Herrn loben,
20 denn er hat herabgeschaut aus seiner heiligen Höhe, der Herr hat vom Himmel auf die Erde geblickt,
21 um das Seufzen der Gefesselten zu hören, um die Kinder der zum Tode Bestimmten zu befreien,
22 damit in Zion der Name des Herrn verkündet werde und sein Lob in Jerusalem,
23 wenn die Völker zusammenkommen und die Königreiche, um dem Herrn zu dienen.
24 Er antwortete ihm auf dem Weg seiner Kraft: Verkünde mir die Kürze meiner Tage;
25 nimm mich nicht hinweg in der Hälfte meiner Tage; deine Jahre währen von Geschlecht zu Geschlecht.
26 Am Anfang hast du, Herr, die Erde gegründet, und die Himmel sind Werke deiner Hände;
27 sie werden vergehen, du aber bleibst, und alle werden wie ein Gewand veralten, und wie einen Mantel wirst du sie wechseln, und sie werden verwandelt werden;
28 du aber bist derselbe, und deine Jahre nehmen kein Ende.
29 Die Kinder deiner Knechte werden wohnen, und ihr Same wird ewiglich vor dir bestehen.
Psalm 102
1 Von David. Lobe den Herrn, meine Seele, und alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen!
2 Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht alle seine Wohltaten:
3 der dir alle deine Missetaten vergibt, der alle deine Krankheiten heilt,
4der dein Leben aus dem Verderben erlöst, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit,
5 der dein Verlangen mit Gutem sättigt; deine Jugend wird erneuert wie die des Adlers.
6 Der Herr übt Barmherzigkeit und Recht an allen, die Unrecht leiden.
7 Er hat Mose seine Wege kundgetan, den Söhnen Israels seinen Willen.
8 Barmherzig und gnädig ist der Herr, langmütig und reich an Erbarmen.
9 Er wird nicht bis ans Ende zürnen noch ewiglich grollen.
10 Er hat nicht nach unseren Sünden an uns gehandelt und uns nicht nach unseren Missetaten vergolten;
11 denn so hoch der Himmel über der Erde ist, so mächtig hat der Herr seine Gnade über denen befestigt, die ihn fürchten.
12 So weit der Osten vom Westen entfernt ist, so weit hat er unsere Missetaten von uns entfernt.
13 Wie ein Vater sich über Söhne erbarmt, so hat sich der Herr über die erbarmt, die ihn fürchten;
14 denn er kennt unser Gebilde; gedenke, dass wir Staub sind.
15 Der Mensch – wie Gras sind seine Tage; wie eine Blume des Feldes, so blüht er auf;
16 denn ein Wind fährt über ihn, und er ist nicht mehr, und seine Stätte kennt ihn nicht mehr.
17 Aber die Gnade des Herrn währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit über den Kindeskindern,
18 bei denen, die seinen Bund halten und seiner Gebote gedenken, um sie zu tun.
19 Der Herr hat seinen Thron im Himmel bereitet, und sein Königtum herrscht über alles.
20 Lobet den Herrn, alle seine Engel, ihr Mächtigen an Kraft, die ihr sein Wort tut, um auf die Stimme seiner Worte zu hören.
21 Lobet den Herrn, alle seine Heerscharen, seine Diener, die seinen Willen tun.
22 Lobet den Herrn, alle seine Werke, an jedem Ort seiner Herrschaft. Lobe den Herrn, meine Seele!
Psalm 103
1 Von David. Lobe den Herrn, meine Seele. Herr, mein Gott, du bist sehr groß geworden, mit Bekenntnis und Pracht hast du dich bekleidet,
2 der du dich in Licht hüllst wie in ein Gewand, der du den Himmel ausspannst wie ein Zeltfell;
3 der du deine Obergemächer mit Wassern deckst, der du Wolken zu deinem Wagen machst, der du auf den Flügeln der Winde einherschreitest;
4 der du deine Engel zu Winden machst und deine Diener zu flammendem Feuer.
5 Er hat die Erde auf ihre Festen gegründet, sie wird nicht wanken in alle Ewigkeit.
6 Die Urflut war wie ein Gewand ihre Hülle, auf den Bergen standen Wasser;
7 vor deinem Schelten fliehen sie, vor der Stimme deines Donners erschrecken sie.
8Berge steigen auf und Täler senken sich hinab an den Ort, den du für sie gegründet hast;
9 eine Grenze hast du gesetzt, die sie nicht überschreiten, und sie werden nicht wiederkehren, die Erde zu bedecken.
10 Der du Quellen in die Schluchten sendest, mitten zwischen den Bergen fließen die Wasser hindurch;
11 sie tränken alle Tiere des Feldes, die Wildesel stillen ihren Durst;
12 an ihnen wohnen die Vögel des Himmels, aus der Mitte der Felsen lassen sie ihre Stimme erschallen.
13 Der du die Berge tränkst aus deinen Obergemächern, von der Frucht deiner Werke wird die Erde gesättigt.
14 Der du Gras wachsen lässt für das Vieh und Kraut zum Dienst der Menschen, um Brot aus der Erde hervorzubringen;
15 und Wein erfreut das Herz des Menschen, dass sein Angesicht glänzt von Öl, und Brot stärkt das Herz des Menschen.
16 Gesättigt werden die Bäume des Feldes, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat;
17 dort nisten die Vögel, das Haus des Reihers ragt über sie.
18 Die hohen Berge sind für die Hirsche, der Fels eine Zuflucht für die Klippdachse.
19 Er machte den Mond zur Bestimmung der Zeiten, die Sonne kennt ihren Untergang.
20 setztest Finsternis, und es ward Nacht; in ihr regen sich alle Tiere des Waldes,
21 die jungen Löwen brüllen nach Raub und suchen von Gott ihre Speise.
22 Die Sonne geht auf, und sie sammeln sich und legen sich in ihren Lagern nieder;
23 der Mensch geht hinaus an sein Werk und an seine Arbeit bis zum Abend.
24 Wie groß sind deine Werke, Herr; alles hast du in Weisheit gemacht, die Erde ist voll von deinem Besitz.
25 Da ist das Meer, groß und weit; dort sind Kriechtiere ohne Zahl, kleine Tiere samt großen;
26 dort ziehen die Schiffe dahin, dieser Drache, den du gebildet hast, um mit ihm zu spielen.
27 Alle warten auf dich, dass du ihnen ihre Speise gebest zur rechten Zeit.
28 Gibst du sie ihnen, so sammeln sie; öffnest du deine Hand, so wird alles mit Güte erfüllt.
29 Wendest du aber dein Angesicht ab, so werden sie bestürzt; nimmst du ihren Odem hinweg, so vergehen sie und kehren zu ihrem Staub zurück.
30 Sendest du deinen Geist aus, so werden sie geschaffen, und du erneuerst das Angesicht der Erde.
31 Die Herrlichkeit des Herrn sei in Ewigkeit, der Herr wird sich freuen an seinen Werken;
32 der auf die Erde blickt und sie erbeben lässt, der die Berge anrührt, und sie rauchen.
33 Ich will dem Herrn singen mein Leben lang, ich will meinem Gott spielen, solange ich bin;
34 möge ihm mein Reden wohlgefallen, ich aber werde mich freuen am Herrn.
35 Mögen die Sünder von der Erde verschwinden und die Gesetzlosen, so dass sie nicht mehr sind. Lobe den Herrn, meine Seele.
Psalm 104
1Halleluja. Danket dem Herrn und ruft seinen Namen an, verkündet unter den Völkern seine Werke;
2singt ihm und spielt ihm, erzählt alle seine Wunder.
3Rühmt euch seines heiligen Namens, es freue sich das Herz derer, die den Herrn suchen;
4sucht den Herrn und werdet stark, sucht sein Angesicht allezeit.
5Gedenkt seiner Wunder, die er getan hat, seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes,
6ihr Nachkommen Abrahams, seine Knechte, ihr Söhne Jakobs, seine Auserwählten.
7Er ist der Herr, unser Gott; auf der ganzen Erde gelten seine Urteile.
8Er gedachte auf ewig seines Bundes, des Wortes, das er geboten hat für tausend Geschlechter,
9das er mit Abraham geschlossen hat, und seines Eides an Isaak,
10und er bestätigte ihn dem Jakob als Satzung und dem Israel als ewigen Bund,
11indem er sprach: Dir will ich das Land Kanaan geben als Anteil eures Erbes.
12Als sie an Zahl gering waren, wenige und Fremdlinge darin,
13und von Volk zu Volk zogen, von einem Königreich zu einem anderen Volk,
14ließ er keinen Menschen zu, ihnen Unrecht zu tun, und wies um ihretwillen Könige zurecht:
15Rührt meine Gesalbten nicht an und tut meinen Propheten nichts Böses.
16Und er rief eine Hungersnot über das Land, jede Stütze des Brotes zerbrach er;
17er sandte vor ihnen her einen Mann, als Knecht wurde Josef verkauft.
18Sie zwangen seine Füße in Fesseln, Eisen durchdrang seine Seele,
19bis sein Wort eintraf; das Wort des Herrn läuterte ihn. 20Der König sandte hin und ließ ihn los, der Herrscher der Völker, und gab ihn frei;
21er setzte ihn zum Herrn über sein Haus und zum Gebieter über seinen ganzen Besitz,
22damit er seine Fürsten unterweise wie sich selbst und seine Ältesten Weisheit lehre.
23Und Israel kam nach Ägypten, und Jakob weilte als Fremdling im Lande Hams;
24und er mehrte sein Volk sehr und machte es stärker als seine Feinde.
25Er wandelte ihr Herz, dass sie sein Volk hassten und an seinen Knechten arglistig handelten.
26Er sandte Mose, seinen Knecht, und Aaron, den er erwählt hatte;
27er legte in sie die Worte seiner Zeichen und der Wunder im Lande Hams.
28Er sandte Finsternis, und es wurde finster, und sie widersetzten sich seinen Worten.
29Er verwandelte ihre Wasser in Blut und tötete ihre Fische.
30Ihr Land wimmelte von Fröschen bis in die Gemächer ihrer Könige.
31Er sprach, und es kamen Hundsfliegen und Stechmücken in ihr ganzes Gebiet.
32Er machte ihre Regengüsse zu Hagel, zu Feuer, das in ihrem Lande brannte,
33und er schlug ihre Weinstöcke und ihre Feigenbäume und zerbrach jeden Baum ihres Gebietes.
34Er sprach, und es kamen Heuschrecken und Käfer ohne Zahl,
35und sie fraßen alles Gras in ihrem Lande und fraßen die Frucht ihres Landes.
36Und er schlug alle Erstgeburt in ihrem Lande, den Erstling all ihrer Mühe,
37und er führte sie heraus mit Silber und Gold, und in ihren Stämmen war kein Schwacher.
38Ägypten freute sich über ihren Auszug, denn Furcht vor ihnen war auf sie gefallen.
39Er breitete eine Wolke aus zu ihrem Schutz und Feuer, um ihnen die Nacht zu erleuchten.
40Sie baten, und es kamen Wachteln, und mit Himmelsbrot sättigte er sie;
41er spaltete einen Felsen, und Wasser flossen, in wasserlosen Gegenden strömten Flüsse.
42Denn er gedachte seines heiligen Wortes an Abraham, seinen Knecht,
43und er führte sein Volk heraus in Jubel und seine Auserwählten in Freude.
44Und er gab ihnen die Länder der Völker, und die Mühen der Völker nahmen sie in Besitz,
45damit sie seine Satzungen bewahrten und sein Gesetz suchten.
Psalm 105
1 Halleluja. Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Barmherzigkeit währt ewig.
2 Wer kann die Machttaten des Herrn aussprechen, wer all seinen Lobpreis hörbar machen?
3 Selig, die das Recht bewahren und Gerechtigkeit üben zu jeder Zeit.
4 Gedenke unser, Herr, im Wohlgefallen an deinem Volk, suche uns heim mit deinem Heil,
5 damit wir die Güte deiner Erwählten sehen, damit wir uns freuen an der Freude deines Volkes, damit wir uns rühmen mit deinem Erbe.
6 Wir haben gesündigt mit unseren Vätern, wir haben Unrecht getan, wir haben gefrevelt.
7 Unsere Väter in Ägypten begriffen deine Wunder nicht, sie gedachten nicht der Fülle deiner Barmherzigkeit und waren widerspenstig, als sie hinaufzogen am Roten Meer.
8 Doch er rettete sie um seines Namens willen, um seine Macht kundzutun;
9 und er bedrohte das Rote Meer, und es trocknete aus, und er führte sie durch die Tiefe wie durch eine Wüste;
10 und er rettete sie aus der Hand der Hasser und erlöste sie aus der Hand des Feindes;
11 und das Wasser bedeckte ihre Bedränger, nicht einer von ihnen blieb übrig.
12 Da glaubten sie seinen Worten und sangen sein Lob.
13 Doch schnell vergaßen sie seine Werke, sie harrten nicht auf seinen Ratschluss;
14 und sie gierten voll Begierde in der Wüste und versuchten Gott im wasserlosen Land.
15 Und er gab ihnen ihr Begehren und sandte Sättigung in ihre Seelen.
16 Und sie erzürnten Mose im Lager und Aaron, den Heiligen des Herrn;
17 die Erde tat sich auf und verschlang Dathan und bedeckte die Rotte Abirams;
18 und Feuer entbrannte in ihrer Rotte, eine Flamme verzehrte die Sünder.
19 Und sie machten ein Kalb am Horeb und beteten das Gussbild an;
20 und sie vertauschten ihre Herrlichkeit mit dem Bild eines Kalbes, das Gras frisst.
21 Sie vergaßen Gott, der sie rettete, der Großes getan hatte in Ägypten,
22 Wunder im Lande Hams, Furchtbares am Roten Meer.
23 Und er sprach davon, sie zu vertilgen, hätte nicht Mose, sein Erwählter, in der Bresche vor ihm gestanden, um seinen Zorn abzuwenden, dass er nicht vertilge.
24 Und sie verachteten das begehrenswerte Land, sie glaubten seinem Wort nicht;
25 und sie murrten in ihren Zelten, sie hörten nicht auf die Stimme des Herrn.
26 Da erhob er seine Hand gegen sie, um sie niederzustrecken in der Wüste
27 und ihren Samen niederzuwerfen unter die Völker und sie zu zerstreuen in die Länder.
28 Und sie weihten sich dem Baal-Peor und aßen Opfer der Toten;
29 und sie reizten ihn durch ihre Taten, und das Verderben brach unter ihnen aus.
30 Da stand Pinhas auf und schaffte Sühne, und die Plage hörte auf;
31 und es wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet von Geschlecht zu Geschlecht bis in Ewigkeit.
32 Und sie erzürnten ihn am Wasser des Haders, und Mose erging es übel um ihretwillen,
33 denn sie erbitterten seinen Geist, und er redete unbedacht mit seinen Lippen.
34 Sie vertilgten die Völker nicht, die der Herr ihnen genannt hatte,
35 und sie vermischten sich mit den Völkern und lernten ihre Werke;
und sie dienten ihren Götzenbildern, und diese wurden ihnen zum Fallstrick;
37 und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den Dämonen
38 und vergossen unschuldiges Blut, das Blut ihrer Söhne und Töchter, die sie den Götzen Kanaans opferten, und das Land wurde durch das Blut befleckt
39 und verunreinigt durch ihre Werke, und sie trieben Hurerei mit ihren Taten.
40 Da entbrannte der Zorn des Herrn gegen sein Volk, und er verabscheute sein Erbe;
41 und er gab sie in die Hände der Völker, und die sie hassten, herrschten über sie;
42 und ihre Feinde bedrängten sie, und sie wurden gedemütigt unter ihren Händen.
43 Viele Male errettete er sie, sie aber trotzten ihm in ihrem Ratschluss und wurden erniedrigt durch ihre Missetaten.
44 Doch er sah auf ihre Bedrängnis, als er ihr Flehen hörte;
45 und er gedachte seines Bundes und ließ es sich gereuen nach der Fülle seiner Barmherzigkeit
46 und ließ sie Erbarmen finden vor allen, die sie gefangen weggeführt hatten.
47 Rette uns, Herr, unser Gott, und sammle uns aus den Völkern, damit wir deinem heiligen Namen danken und uns rühmen in deinem Lobpreis.
48 Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und das ganze Volk spreche: Amen, Amen.
Psalm 106
1 Halleluja. Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich.
2 So sollen sprechen die vom Herrn Erlösten, die er erlöst hat aus der Hand des Feindes.
3 Aus den Ländern hat er sie gesammelt, vom Aufgang und vom Niedergang, von Norden und vom Meer.
4 Sie irrten umher in der Wüste, im wasserlosen Land, den Weg zu einer Stadt zum Wohnen fanden sie nicht,
5 hungernd und dürstend, ihre Seele verschmachtete in ihnen.
6 Und sie schrien zum Herrn in ihrer Bedrängnis, und aus ihren Nöten errettete er sie
7 und führte sie auf geradem Weg, dass sie zu einer Stadt zum Wohnen gelangten.
8 Sie sollen dem Herrn danken für seine Barmherzigkeit und für seine Wunder an den Menschenkindern,
9 denn er hat die leere Seele gesättigt und die hungernde Seele mit Gütern erfüllt.
10 Die da saßen in Finsternis und Todesschatten, gefesselt in Elend und Eisen,
11 weil sie den Worten Gottes widerstrebt und den Ratschluss des Höchsten verachtet hatten,
12 da wurde ihr Herz gebeugt durch Mühsal; sie strauchelten, und niemand half.
13 Und sie schrien zum Herrn in ihrer Bedrängnis, und aus ihren Nöten rettete er sie
14 und führte sie heraus aus Finsternis und Todesschatten und zerriss ihre Fesseln.
15 Sie sollen dem Herrn danken für seine Barmherzigkeit und für seine Wunder an den Menschenkindern,
16 denn er hat eherne Tore zerbrochen und eiserne Riegel zerschlagen.
17 Er nahm sich ihrer an weg vom Wege ihrer Ungerechtigkeit, denn um ihrer Missetaten willen wurden sie gebeugt.
18 Alle Speise verabscheute ihre Seele, und sie nahten sich bis an die Pforten des Todes.
19 Und sie schrien zum Herrn in ihrer Bedrängnis, und aus ihren Nöten rettete er sie;
20 er sandte sein Wort und heilte sie und errettete sie aus ihrem Verderben.
21 Sie sollen dem Herrn danken für seine Barmherzigkeit und für seine Wunder an den Menschenkindern
22 und Opfer des Lobes darbringen und seine Werke mit Jubel verkünden.
23 Die mit Schiffen aufs Meer hinabfuhren und Handel trieben auf großen Wassern,
24 sie haben die Werke des Herrn gesehen und seine Wunder in der Tiefe.
25 Er sprach, und es erhob sich ein Sturmwind, und seine Wogen türmten sich empor.
26 Sie steigen auf bis zu den Himmeln und fahren hinab bis in die Abgründe, ihre Seele verzagte im Unglück;
27 sie wurden verstört, sie taumelten wie ein Trunkener, und all ihre Weisheit war verschlungen.
28 Und sie schrien zum Herrn in ihrer Bedrängnis, und aus ihren Nöten führte er sie heraus
29 und gebot dem Sturm, und er ward zum linden Hauch, und seine Wogen verstummten.
30 Und sie freuten sich, dass es still geworden war, und er führte sie zum Hafen ihres Begehrens.
31 Sie sollen dem Herrn danken für seine Barmherzigkeit und für seine Wunder an den Menschenkindern;
32 sie sollen ihn erheben in der Versammlung des Volkes und ihn preisen im Rat der Ältesten.
33 Er machte Ströme zur Wüste und Wasserquellen zu dürrem Land,
34 fruchtbares Land zur Salzsteppe um der Bosheit derer willen, die darin wohnten.
35 Er machte die Wüste zu Wasserseen und dürres Land zu Wasserquellen
36 und ließ dort die Hungrigen wohnen, und sie gründeten eine Stadt zum Wohnen
37 und besäten Felder und pflanzten Weinberge und gewannen Frucht des Ertrags.
38 Und er segnete sie, und sie mehrten sich sehr, und ihr Vieh ließ er nicht sich mindern.
39 Und sie wurden gering und wurden gebeugt durch die Bedrängnis von Übel und Schmerz.
40 Verachtung ward ausgegossen über die Fürsten, und er ließ sie irren in unwegsamer Öde, wo kein Weg war.
41 Und er half dem Armen aus dem Elend und machte die Geschlechter wie Herden.
42 Die Redlichen werden es sehen und sich freuen, und alle Ungerechtigkeit wird ihren Mund verschließen.
43 Wer ist weise und bewahrt dies? So werden sie die Erbarmungen des Herrn verstehen.
Psalm 107
1 Ein Lied, ein Psalm Davids.
2 Bereit ist mein Herz, o Gott, bereit ist mein Herz; ich will singen und spielen in meiner Herrlichkeit.
3 Wache auf, Psalter und Harfe; ich will aufwachen in der Frühe.
4 Ich will dich preisen unter den Völkern, Herr, und dir spielen unter den Nationen,
5 denn groß über die Himmel hinaus ist deine Barmherzigkeit, und bis zu den Wolken reicht deine Wahrheit.
6 Erhebe dich über die Himmel, o Gott, und über die ganze Erde sei deine Herrlichkeit.
7 Damit deine Geliebten errettet werden, hilf mit deiner Rechten und erhöre mich.
8 Gott hat gesprochen in seinem Heiligtum: Ich will mich erheben und Sikima verteilen und das Tal der Zelte ausmessen;
9 mein ist Galaad, und mein ist Manasse, und Ephraim ist die Stütze meines Hauptes, Juda mein König;
10 Moab ist der Kessel meiner Hoffnung, über Idumäa will ich meinen Schuh ausstrecken, mir sind die Fremdstämmigen unterworfen.
11 Wer wird mich führen in die befestigte Stadt? Wer wird mich geleiten bis nach Idumäa?
12 Nicht du, o Gott, der du uns verstoßen hast? Und wirst du nicht ausziehen, o Gott, mit unseren Heeren?
13 Gib uns Hilfe aus der Bedrängnis; denn nichtig ist die Rettung durch Menschen.
14 Mit Gott werden wir Macht erweisen, und er wird unsere Feinde zunichtemachen.
Psalm 108
1 Auf das Ende hin; dem David ein Psalm. Gott, verschweige nicht mein Lob,
2 denn der Mund des Sünders und der Mund des Betrügers hat sich gegen mich aufgetan; sie redeten gegen mich mit trügerischer Zunge
3 und umringten mich mit Worten des Hasses und bekämpften mich ohne Grund.
4 Anstatt mich zu lieben, verleumdeten sie mich; ich aber betete.
5 Und sie vergalten mir Böses für Gutes und Hass für meine Liebe.
6 Setze einen Sünder über ihn, und ein Verleumder stehe zu seiner Rechten;
7 wenn er gerichtet wird, gehe er verurteilt hervor, und sein Gebet werde zur Sünde.
8 Seine Tage seien wenige, und sein Amt empfange ein anderer;
9 seine Söhne sollen Waisen werden und seine Frau eine Witwe;
10 umherirrend sollen seine Söhne wandern und betteln, sie sollen aus ihren Wohnstätten vertrieben werden.
11 Der Gläubiger durchforsche alles, was ihm gehört, Fremde sollen seine Mühen plündern;
12 es finde sich kein Helfer für ihn, und niemand erbarme sich seiner Waisen;
13 seine Kinder sollen der Vernichtung anheimfallen, in einer einzigen Generation werde sein Name ausgelöscht.
14 Der Frevel seiner Väter werde vor dem Herrn in Erinnerung gebracht, und die Sünde seiner Mutter werde nicht ausgelöscht;
15 sie sollen allezeit vor dem Herrn sein, und ihr Gedächtnis werde von der Erde vertilgt,
16 dafür, dass er nicht daran dachte, Barmherzigkeit zu üben, und einen armen und elenden Menschen verfolgte, einen im Herzen Zerschlagenen, um ihn zu töten.
17 Und er liebte den Fluch, und er wird über ihn kommen; und er wollte den Segen nicht, und er wird sich fern von ihm halten.
18 Und er zog den Fluch an wie ein Gewand, und er drang wie Wasser in sein Inneres und wie Öl in seine Gebeine;
19 er werde ihm wie ein Gewand, das er umlegt, und wie ein Gürtel, den er allezeit umgürtet.
20 Dies ist das Werk derer, die mich beim Herrn verleumden, und derer, die Böses gegen meine Seele reden.
21 Und du, Herr, Herr, übe Barmherzigkeit an mir um deines Namens willen, denn deine Barmherzigkeit ist gütig.
22 Errette mich, denn ich bin elend und arm, und mein Herz ist in mir verstört.
23 Wie ein Schatten, wenn er sich neigt, wurde ich hinweggerafft, ich wurde abgeschüttelt wie Heuschrecken.
24 Meine Knie wurden schwach vom Fasten, und mein Fleisch veränderte sich aus Mangel an Öl.
25 Und ich wurde ihnen zum Hohn; sie sahen mich und schüttelten ihre Köpfe.
26 Hilf mir, Herr, mein Gott, rette mich nach deiner Barmherzigkeit,
27 und sie sollen erkennen, dass dies deine Hand ist und dass du, Herr, es getan hast.
28 Sie mögen fluchen, du aber wirst segnen; die sich gegen mich erheben, sollen zuschanden werden, dein Knecht aber wird sich freuen.
29 Die mich verleumden, sollen sich mit Schmach bekleiden und ihre Schande wie einen Doppelmantel umlegen.
30 Ich werde den Herrn laut preisen mit meinem Munde und inmitten vieler ihn loben,
31 denn er stand zur Rechten des Armen, um meine Seele vor den Verfolgern zu retten.
Psalm 109
1 Ein Psalm Davids. Es sprach der Herr zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege.
2 Das Zepter deiner Macht wird der Herr aus Zion aussenden; herrsche inmitten deiner Feinde.
3 Bei dir ist die Herrschaft am Tage deiner Macht im Glanz der Heiligen; aus dem Schoße vor dem Morgenstern habe ich dich gezeugt.
4 Der Herr hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.
5 Der Herr zu deiner Rechten hat am Tage seines Zornes Könige zerschmettert.
6 Er wird richten unter den Völkern, wird sie mit Leichen füllen, wird die Häupter vieler auf Erden zerschmettern.
7 Aus dem Bach am Wege wird er trinken; darum wird er das Haupt erheben.
Psalm 110
1 Halleluja. Ich will dich preisen, Herr, von ganzem Herzen im Rat der Aufrichtigen und in der Gemeinde.
2 Groß sind die Werke des Herrn, erforscht nach all seinem Wohlgefallen;
3 Lobpreis und Herrlichkeit ist sein Werk, und seine Gerechtigkeit bleibt in alle Ewigkeit.
4 Ein Gedächtnis hat er gestiftet seiner Wunder; gnädig und barmherzig ist der Herr.
5 Speise hat er denen gegeben, die ihn fürchten; er wird ewiglich seines Bundes gedenken.
6 Die Kraft seiner Werke hat er seinem Volk verkündet, um ihnen das Erbe der Völker zu geben.
7 Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht; zuverlässig sind alle seine Gebote,
8 befestigt in alle Ewigkeit, geschaffen in Wahrheit und Aufrichtigkeit.
9 Erlösung hat er seinem Volk gesandt, seinen Bund auf ewig geboten; heilig und furchtbar ist sein Name.
10 Der Anfang der Weisheit ist die Furcht des Herrn; gute Einsicht haben alle, die danach handeln. Sein Lob bleibt in alle Ewigkeit.
Psalm 111
1 Halleluja. Selig der Mann, der den Herrn fürchtet, an seinen Geboten wird er große Freude haben.
2 Mächtig auf Erden wird sein Same sein, das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet werden.
3 Ehre und Reichtum sind in seinem Haus, und seine Gerechtigkeit bleibt von Ewigkeit zu Ewigkeit.
4 Aufgegangen ist in der Finsternis ein Licht für die Redlichen: barmherzig und mitleidig und gerecht.
5 Gut ist der Mann, der sich erbarmt und leiht; er wird seine Angelegenheiten mit Umsicht ordnen.
6 Denn in Ewigkeit wird er nicht wanken; zu ewigem Gedächtnis wird der Gerechte sein.
7 Vor böser Kunde wird er sich nicht fürchten; bereit ist sein Herz, auf den Herrn zu hoffen.
8 Gefestigt ist sein Herz, er wird sich nicht fürchten, bis er auf seine Feinde herabsieht.
9 Er hat ausgestreut, den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit bleibt von Ewigkeit zu Ewigkeit, sein Horn wird erhöht werden in Herrlichkeit.
10 Der Sünder wird es sehen und zürnen, mit seinen Zähnen knirschen und vergehen; das Begehren der Sünder wird zunichte werden.
Psalm 112
1 Halleluja. Lobet, ihr Knechte, den Herrn, lobet den Namen des Herrn!
2 Der Name des Herrn sei gepriesen von nun an bis in Ewigkeit.
3 Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang lobet den Namen des Herrn.
4 Erhaben über alle Völker ist der Herr, über die Himmel seine Herrlichkeit.
5 Wer ist wie der Herr, unser Gott, der in der Höhe wohnt
6 und auf das Niedrige herabschaut im Himmel und auf der Erde?
7 Der den Armen aufrichtet aus dem Staub und den Bedürftigen erhöht aus dem Kot,
8 um ihn sitzen zu lassen bei Fürsten, bei den Fürsten seines Volkes;
9 der die Unfruchtbare im Hause wohnen lässt als fröhliche Mutter von Kindern.
Psalm 113
1 Halleluja. Als Israel aus Ägypten auszog, das Haus Jakob aus einem Volk fremder Sprache,
2 da wurde Juda sein Heiligtum, Israel sein Herrschaftsbereich.
3 Das Meer sah es und floh, der Jordan wandte sich zurück;
4 die Berge hüpften wie Widder und die Hügel wie Lämmer der Schafe.
5 Was ist dir, Meer, dass du flohst, und dir, Jordan, dass du zurückwichest?
6 Ihr Berge, dass ihr hüpftet wie Widder, und ihr Hügel wie Lämmer der Schafe?
7 Vor dem Angesicht des Herrn erbebte die Erde, vor dem Angesicht des Gottes Jakobs,
8 der den Fels in Wasserteiche verwandelte und das Kieselgestein in Wasserquellen.
9 Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre, um deiner Barmherzigkeit und deiner Wahrheit willen,
10 damit die Völker nicht sagen: Wo ist ihr Gott?
11Unser Gott aber ist droben im Himmel; im Himmel und auf der Erde hat er alles gemacht, was er wollte.
12 Die Götzenbilder der Völker sind Silber und Gold, Werke von Menschenhänden:
13 Sie haben einen Mund und werden nicht reden, sie haben Augen und werden nicht sehen,
14 sie haben Ohren und werden nicht hören, sie haben Nasen und werden nicht riechen,
15 sie haben Hände und werden nicht tasten, sie haben Füße und werden nicht gehen, sie werden mit ihrer Kehle keinen Laut geben.
16 Ihnen gleich mögen werden, die sie machen, und alle, die auf sie vertrauen.
17 Das Haus Israel hoffte auf den Herrn; ihr Helfer und ihr Beschützer ist er.
18 Das Haus Aaron hoffte auf den Herrn; ihr Helfer und ihr Beschützer ist er.
19 Die den Herrn fürchten, hofften auf den Herrn; ihr Helfer und ihr Beschützer ist er.
20 Der Herr gedachte unser und segnete uns; er segnete das Haus Israel, er segnete das Haus Aaron,
21 er segnete, die den Herrn fürchten, die Kleinen samt den Großen.
22 Der Herr möge euch mehren, euch und eure Söhne;
23 gesegnet seid ihr vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
24 Der Himmel des Himmels gehört dem Herrn, die Erde aber gab er den Söhnen der Menschen.
25 Nicht die Toten werden dich loben, Herr, noch alle, die in den Hades hinabsteigen,
26 sondern wir, die Lebenden, werden den Herrn preisen von nun an bis in Ewigkeit.
Psalm 114
1 Halleluja. Ich liebe den Herrn, denn er wird die Stimme meines Flehens erhören,
2 denn er hat sein Ohr zu mir geneigt, und ich will ihn anrufen alle meine Tage.
3 Es umfingen mich die Wehen des Todes, die Gefahren des Totenreichs trafen mich; Bedrängnis und Schmerz fand ich.
4 Und ich rief den Namen des Herrn an: O Herr, errette meine Seele!
5 Barmherzig ist der Herr und gerecht, und unser Gott erbarmt sich.
6 Der Herr behütet die Einfältigen; ich wurde erniedrigt, und er rettete mich.
7 Kehre zurück, meine Seele, zu deiner Ruhe, denn der Herr hat dir Gutes getan,
8 denn er hat meine Seele vom Tod errettet, meine Augen von den Tränen und meine Füße vom Straucheln.
9 Ich werde wohlgefällig wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebenden.
Psalm 115
1 Halleluja. Ich glaubte, darum redete ich; ich aber wurde sehr gedemütigt.
2 Ich sprach in meiner Bestürzung: Jeder Mensch ist ein Lügner.
3 Was soll ich dem Herrn vergelten für alles, was er mir vergolten hat?
4 Den Kelch des Heils will ich nehmen und den Namen des Herrn anrufen.
6 Kostbar ist vor dem Herrn der Tod seiner Frommen.
7 O Herr, ich bin dein Knecht, ich bin dein Knecht und der Sohn deiner Magd. Du hast meine Fesseln zerrissen,
8 dir will ich ein Opfer des Lobes darbringen;
9 meine Gelübde will ich dem Herrn erfüllen vor seinem ganzen Volk,
10 in den Vorhöfen des Hauses des Herrn, in deiner Mitte, Jerusalem.
Psalm 116
1 Halleluja. Lobet den Herrn, alle Völker, preiset ihn, alle Nationen,
2 denn mächtig geworden ist seine Barmherzigkeit über uns, und die Wahrheit des Herrn bleibt in Ewigkeit.
Psalm 117
1 Halleluja. Danket dem Herrn, denn er ist gut, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich.
2 Es spreche nun das Haus Israel: Er ist gut, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich.
3 Es spreche nun das Haus Aaron: Er ist gut, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich.
4 Es sprechen nun alle, die den Herrn fürchten: Er ist gut, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich.
5 In der Bedrängnis rief ich den Herrn an, und er erhörte mich und führte mich in die Weite.
6 Der Herr ist mein Helfer, ich werde mich nicht fürchten; was kann mir ein Mensch tun?
7 Der Herr ist mein Helfer, und ich werde auf meine Feinde herabsehen.
8 Es ist besser, auf den Herrn zu vertrauen, als auf einen Menschen zu vertrauen;
9 es ist besser, auf den Herrn zu hoffen, als auf Fürsten zu hoffen.
10 Alle Völker umringten mich, aber im Namen des Herrn wehrte ich sie ab.
11 Sie umringten mich von allen Seiten, aber im Namen des Herrn wehrte ich sie ab.
12 Sie umringten mich wie Bienen eine Wabe und loderten auf wie Feuer in Dornen, aber im Namen des Herrn wehrte ich sie ab.
13 Gestoßen wurde ich und wankte, dass ich fiele, aber der Herr nahm sich meiner an.
14 Meine Stärke und mein Lobgesang ist der Herr, und er wurde mir zum Heil.
15 Stimme des Jubels und des Heils in den Zelten der Gerechten: Die Rechte des Herrn hat Macht erwiesen,
16 die Rechte des Herrn hat mich erhöht, die Rechte des Herrn hat Macht erwiesen.
17 Ich werde nicht sterben, sondern leben und die Werke des Herrn verkünden.
18 Hart hat mich der Herr gezüchtigt, aber dem Tode hat er mich nicht übergeben.
19 Öffnet mir die Tore der Gerechtigkeit; ich will durch sie eintreten und dem Herrn danken.
20 Dies ist das Tor des Herrn; die Gerechten werden durch es eintreten.
21 Ich will dir danken, denn du hast mich erhört und bist mir zum Heil geworden.
22 Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden;
23 vom Herrn ist dies geschehen, und es ist wunderbar in unseren Augen.
24 Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; lasst uns jubeln und uns freuen an ihm.
25O Herr, hilf doch, o Herr, lass doch wohlgelingen.
26 Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn; wir haben euch gesegnet vom Hause des Herrn.
27 Gott ist der Herr, und er ist uns erschienen; richtet das Fest aus mit dichten Zweigen bis an die Hörner des Altars.
28 Mein Gott bist du, und ich will dir danken; mein Gott bist du, und ich will dich erhöhen; ich will dir danken, denn du hast mich erhört und bist mir zum Heil geworden.
29 Danket dem Herrn, denn er ist gut, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich.
Psalm 118
1 Halleluja. Aleph. Selig sind die Untadeligen auf dem Wege, die im Gesetz des Herrn wandeln.
2 Selig sind, die seine Zeugnisse erforschen; von ganzem Herzen werden sie ihn suchen.
3 Denn die Übeltäter wandelten nicht auf seinen Wegen.
4 Du hast geboten, deine Gebote fleißig zu halten.
5 Ach, dass meine Wege gerichtet würden, deine Satzungen zu halten!
6 Dann werde ich nicht zuschanden, wenn ich auf alle deine Gebote schaue.
7 Ich will dir danken, Herr, mit aufrichtigem Herzen, wenn ich die Rechte deiner Gerechtigkeit gelernt habe.
8 Deine Satzungen will ich halten; verlass mich nicht bis zum Äußersten.
9 Beth. Wodurch wird der Jüngling seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich hält an deine Worte.
10 Von meinem ganzen Herzen habe ich dich gesucht; stoße mich nicht von deinen Geboten.
11 In meinem Herzen habe ich deine Worte verborgen, damit ich nicht wider dich sündige.
12 Gelobt seist du, Herr; lehre mich deine Satzungen.
13 Mit meinen Lippen habe ich verkündet alle Rechte deines Mundes.
14 Auf dem Wege deiner Zeugnisse habe ich mich gefreut wie über allen Reichtum.
15 Über deine Gebote will ich sinnen und deine Wege betrachten.
16 Über deine Satzungen will ich nachdenken, deine Worte will ich nicht vergessen.
17 Gimel. Vergilt deinem Knecht; ich werde leben und deine Worte halten.
18 Öffne meine Augen, dass ich betrachte die Wunder aus deinem Gesetz.
19 Ein Fremdling bin ich auf Erden; verbirg deine Gebote nicht vor mir.
20 Meine Seele verzehrt sich vor Verlangen nach deinen Rechten zu aller Zeit.
21Du hast die Hochmütigen gescholten; verflucht sind, die von deinen Geboten abweichen.
22 Nimm von mir Schmach und Verachtung, denn deine Zeugnisse habe ich gesucht.
23 Denn auch Fürsten saßen und redeten wider mich, dein Knecht aber sann über deine Satzungen.
24 Denn deine Zeugnisse sind mein Sinnen, und meine Ratgeber sind deine Satzungen.
25 Daleth. Meine Seele klebt am Boden; mache mich lebendig nach deinem Wort.
26 Meine Wege habe ich verkündet, und du hast mich erhört; lehre mich deine Satzungen.
27 Den Weg deiner Satzungen lass mich verstehen, und ich will über deine Wunder sinnen.
28 Meine Seele zerfloss vor Kummer; stärke mich mit deinen Worten.
29 Den Weg des Unrechts entferne von mir und begnade mich mit deinem Gesetz.
30 Den Weg der Wahrheit habe ich erwählt, deine Rechte habe ich nicht vergessen.
31 Ich hänge an deinen Zeugnissen; Herr, lass mich nicht zuschanden werden.
32 Den Weg deiner Gebote bin ich gelaufen, als du mein Herz weit machtest.
33 He. Weise mir, Herr, den Weg deiner Satzungen, und ich will ihn allezeit suchen.
34 Gib mir Einsicht, und ich will dein Gesetz erforschen und es halten von meinem ganzen Herzen.
35 Leite mich auf dem Pfad deiner Gebote, denn ihn habe ich begehrt.
36 Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen und nicht zur Habsucht.
37 Wende meine Augen ab, dass sie nicht Eitles sehen; auf deinem Wege mache mich lebendig.
38 Erfülle deinem Knecht dein Wort zu deiner Furcht.
39 Nimm meine Schmach hinweg, die ich fürchte; denn deine Rechte sind gütig.
40 Siehe, ich habe nach deinen Geboten verlangt; in deiner Gerechtigkeit mache mich lebendig.
41 Waw. Und es komme über mich dein Erbarmen, Herr, dein Heil nach deinem Wort.
42 Und ich will denen, die mich schmähen, ein Wort antworten, denn ich hoffe auf deine Worte.
43 Und nimm das Wort der Wahrheit nicht gänzlich aus meinem Munde, denn auf deine Rechte habe ich gehofft.
44 Und ich will dein Gesetz halten allezeit, in Ewigkeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
45 Und ich wandelte in der Weite, denn deine Gebote habe ich gesucht.
46 Und ich redete von deinen Zeugnissen vor Königen und schämte mich nicht.
47 Und ich sann über deine Gebote, die ich sehr liebte.
48 Und ich erhob meine Hände zu deinen Geboten, die ich liebte, und sann über deine Satzungen.
49 Sajin. Gedenke deines Wortes an deinen Knecht, auf das du mich hoffen ließest.
50 Dies hat mich getröstet in meiner Erniedrigung, denn dein Wort machte mich lebendig.
51 Hochmütige frevelten über die Maßen, doch von deinem Gesetz bin ich nicht gewichen.
52 Ich gedachte deiner Rechte von Ewigkeit her, Herr, und wurde getröstet.
53 Mutlosigkeit ergriff mich wegen der Sünder, die dein Gesetz verlassen.
54 Deine Satzungen waren mir Lieder am Ort meiner Fremdlingschaft.
55 Ich gedachte des Nachts deines Namens, Herr, und hielt dein Gesetz.
56 Dies ward mir zuteil, weil ich deine Satzungen gesucht habe.
57 Cheth. Mein Anteil bist du, Herr; ich sprach, dein Gesetz zu halten.
58 Ich flehte zu deinem Angesicht von meinem ganzen Herzen; erbarme dich meiner nach deinem Wort.
59 Ich bedachte deine Wege und wandte meine Füße zu deinen Zeugnissen.
60 Ich war bereit und zögerte nicht, deine Gebote zu halten.
61 Die Stricke der Sünder umwanden mich, doch dein Gesetz habe ich nicht vergessen.
62 Um Mitternacht stand ich auf, dir zu danken für die Rechte deiner Gerechtigkeit.
63 Ein Gefährte bin ich aller, die dich fürchten und deine Gebote halten.
64 Deines Erbarmens, Herr, ist die Erde voll; lehre mich deine Satzungen.
65 Teth. Güte hast du an deinem Knecht getan, Herr, nach deinem Wort.
66 Güte, Zucht und Erkenntnis lehre mich, denn deinen Geboten habe ich vertraut.
67 Ehe ich gedemütigt wurde, habe ich gefehlt; darum habe ich dein Wort gehalten.
68 Gütig bist du, Herr, und in deiner Güte lehre mich deine Satzungen.
69 Das Unrecht der Hochmütigen häufte sich über mir, ich aber will von meinem ganzen Herzen deine Gebote erforschen.
70 Ihr Herz ist geronnen wie Milch, ich aber habe über dein Gesetz gesonnen.
71 Gut ist es für mich, dass du mich gedemütigt hast, damit ich deine Satzungen lerne.
72 Gut ist mir das Gesetz deines Mundes, mehr als Tausende von Gold und Silber.
73 Jod. Deine Hände haben mich gemacht und gebildet; gib mir Einsicht, und ich werde deine Gebote lernen.
74 Die dich fürchten, werden mich sehen und sich freuen, denn auf deine Worte habe ich gehofft.
75 Ich weiß, Herr, dass deine Rechte Gerechtigkeit sind und dass du mich in Wahrheit gedemütigt hast.
76 Es werde doch dein Erbarmen mir zum Trost nach deinem Wort an deinen Knecht.
77 Es komme über mich dein Mitleid, und ich werde leben, denn dein Gesetz ist mein Sinnen.
78 Es sollen zuschanden werden die Hochmütigen, denn ungerecht haben sie an mir gefrevelt; ich aber will über deine Gebote sinnen.
79 Es sollen sich zu mir wenden, die dich fürchten und deine Zeugnisse kennen.
80 Es werde mein Herz untadelig in deinen Satzungen, damit ich nicht zuschanden werde.
81 Kaph. Meine Seele verschmachtet nach deinem Heil, und auf dein Wort habe ich gehofft.
82 Meine Augen verschmachteten nach deinem Wort und sprachen: Wann wirst du mich trösten?
83 Denn ich bin geworden wie ein Schlauch im Reif; deine Satzungen habe ich nicht vergessen.
84 Wie viele sind die Tage deines Knechtes? Wann wirst du mir Gericht schaffen an meinen Verfolgern?
85 Die Frevler erzählten mir Geschwätz, doch nicht wie dein Gesetz, Herr.
86 Alle deine Gebote sind Wahrheit; ungerecht haben sie mich verfolgt, hilf mir.
87 Beinahe hätten sie mich vertilgt auf Erden, ich aber habe deine Gebote nicht verlassen.
88 Nach deinem Erbarmen mache mich lebendig, und ich will die Zeugnisse deines Mundes halten.
89 Lamed. Auf ewig, Herr, bleibt dein Wort im Himmel.
90 Von Geschlecht zu Geschlecht währt deine Wahrheit; du hast die Erde gegründet, und sie bleibt bestehen.
91 Nach deiner Anordnung bleibt der Tag bestehen, denn alles zusammen ist dir dienstbar.
92 Wäre nicht dein Gesetz mein Sinnen, so wäre ich vergangen in meinem Elend.
93 In Ewigkeit werde ich deine Satzungen nicht vergessen, denn durch sie hast du mich am Leben erhalten, Herr.
94 Dein bin ich, rette mich, denn deine Satzungen habe ich gesucht.
95 Sünder haben mir aufgelauert, um mich zu verderben; deine Zeugnisse habe ich verstanden.
96 Von aller Vollendung habe ich ein Ende gesehen; überaus weit ist dein Gebot.
97 Wie liebe ich dein Gesetz, Herr; den ganzen Tag ist es mein Sinnen.
98 Über meine Feinde hinaus hast du mich weise gemacht durch dein Gebot, denn es ist mein auf ewig.
99 Mehr als alle meine Lehrer habe ich Einsicht gewonnen, denn deine Zeugnisse sind mein Sinnen.
100 Mehr als die Ältesten habe ich verstanden, denn deine Gebote habe ich gesucht.
101 Von jedem bösen Weg habe ich meine Füße zurückgehalten, damit ich deine Worte bewahre.
102 Von deinen Urteilen bin ich nicht abgewichen, denn du hast mir das Gesetz gegeben.
103 Wie süß sind deine Worte meinem Gaumen, mehr als Honig und Honigseim meinem Munde.
104 Durch deine Gebote habe ich Einsicht gewonnen; darum habe ich jeden Weg des Unrechts gehasst, denn du hast mir das Gesetz gegeben.
105 Eine Leuchte für meine Füße ist dein Wort und ein Licht auf meinen Pfaden.
106 Ich habe geschworen und es festgesetzt, die Urteile deiner Gerechtigkeit zu bewahren.
107 Ich bin überaus gedemütigt worden; Herr, belebe mich nach deinem Wort.
108 Die freiwilligen Opfer meines Mundes lass dir doch wohlgefallen, Herr, und lehre mich deine Urteile.
109 Meine Seele ist allezeit in meinen Händen, und dein Gesetz habe ich nicht vergessen.
110 Sünder haben mir eine Schlinge gelegt, doch von deinen Geboten bin ich nicht abgeirrt.
111 Deine Zeugnisse habe ich zum Erbe empfangen auf ewig, denn sie sind die Freude meines Herzens.
112 Ich habe mein Herz geneigt, deine Satzungen zu tun auf ewig, um der Vergeltung willen.
113 Die Gesetzlosen habe ich gehasst, und dein Gesetz habe ich geliebt.
114 Mein Helfer und mein Beistand bist du; auf dein Wort habe ich gehofft.
115 Weicht von mir, ihr Übeltäter, und ich will die Gebote meines Gottes erforschen.
116 Nimm dich meiner an nach deinem Wort, und ich werde leben, und lass mich nicht zuschanden werden in meiner Erwartung.
117 Hilf mir, und ich werde gerettet werden und will über deine Satzungen sinnen allezeit.
118 Du hast alle verworfen, die von deinen Satzungen abfallen, denn ihr Trachten ist unrecht.
119 Als Übertreter habe ich alle Sünder der Erde erachtet; darum habe ich deine Zeugnisse geliebt allezeit.
120 Durchbohre mein Fleisch mit der Furcht vor dir, denn vor deinen Urteilen habe ich mich gefürchtet.
121 Ich habe Recht und Gerechtigkeit getan; überliefere mich nicht denen, die mir Unrecht tun.
122 Nimm dich deines Knechtes an zum Guten; die Hochmütigen sollen mich nicht verleumden.
123 Meine Augen sind verschmachtet nach deinem Heil und nach dem Wort deiner Gerechtigkeit.
124 Handle mit deinem Knecht nach deinem Erbarmen und lehre mich deine Satzungen.
125 Dein Knecht bin ich; gib mir Einsicht, und ich werde deine Zeugnisse erkennen.
126 Es ist Zeit für den Herrn zu handeln; sie haben dein Gesetz gebrochen.
127 Darum habe ich deine Gebote geliebt mehr als Gold und Topas.
128 Darum habe ich mich nach allen deinen Geboten gerichtet; jeden Weg des Unrechts habe ich gehasst.
129 Wunderbar sind deine Zeugnisse; darum hat meine Seele sie erforscht.
130 Die Offenbarung deiner Worte erleuchtet und gibt den Unmündigen Einsicht.
131 Ich habe meinen Mund aufgetan und nach Atem gerungen, denn nach deinen Geboten sehnte ich mich.
132 Blicke auf mich und erbarme dich meiner nach dem Recht derer, die deinen Namen lieben.
133 Lenke meine Schritte nach deinem Wort, und keine Gesetzlosigkeit soll über mich herrschen.
134 Erlöse mich von der Verleumdung der Menschen, und ich werde deine Gebote bewahren.
135 Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht und lehre mich deine Satzungen.
136 Wasserbäche flossen aus meinen Augen herab, weil sie dein Gesetz nicht bewahrt haben.
137 Gerecht bist du, Herr, und richtig ist dein Urteil.
138 Du hast deine Zeugnisse geboten als Gerechtigkeit und als lauterste Wahrheit.
139Der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt, denn meine Feinde haben deine Worte vergessen.
140 Dein Wort ist durch und durch geläutert, und dein Knecht hat es geliebt.
141 Jung bin ich und verachtet; deine Satzungen habe ich nicht vergessen.
142 Deine Gerechtigkeit ist Gerechtigkeit in Ewigkeit, und dein Gesetz ist Wahrheit.
143 Bedrängnis und Not haben mich getroffen; deine Gebote sind mein Sinnen.
144 Deine Zeugnisse sind Gerechtigkeit in Ewigkeit; gib mir Einsicht, und ich werde leben.
145 Ich habe gerufen von ganzem Herzen; erhöre mich, Herr; deine Satzungen will ich suchen.
146 Ich habe zu dir gerufen; rette mich, und ich werde deine Zeugnisse bewahren.
147 Ich kam zuvor in der Frühe und rief; auf deine Worte habe ich gehofft.
148 Meine Augen kamen dem Morgen zuvor, um über deine Worte zu sinnen.
149 Höre meine Stimme, Herr, nach deinem Erbarmen; nach deinem Urteil belebe mich.
150 Nahe gekommen sind, die mich mit Gesetzlosigkeit verfolgen, doch von deinem Gesetz haben sie sich entfernt.
151 Nahe bist du, Herr, und alle deine Gebote sind Wahrheit.
152 Von Anbeginn habe ich aus deinen Zeugnissen erkannt, dass du sie auf ewig gegründet hast.
153 Sieh mein Elend an und errette mich, denn dein Gesetz habe ich nicht vergessen.
154 Führe meine Sache und erlöse mich; um deines Wortes willen belebe mich.
155 Fern von den Sündern ist das Heil, denn deine Satzungen haben sie nicht gesucht.
156 Deine Erbarmungen sind viel, Herr; nach deinem Urteil belebe mich.
157 Viele sind es, die mich verfolgen und bedrängen; von deinen Zeugnissen bin ich nicht abgewichen.
158 Ich sah die Treulosen und verzehrte mich, denn deine Worte haben sie nicht bewahrt.
159 Sieh, dass ich deine Gebote geliebt habe; Herr, in deinem Erbarmen belebe mich.
160 Der Inbegriff deiner Worte ist Wahrheit, und in Ewigkeit bestehen alle Urteile deiner Gerechtigkeit.
161 Fürsten haben mich ohne Grund verfolgt, doch vor deinen Worten hat mein Herz gebebt.
162 Ich werde frohlocken über deine Worte wie einer, der große Beute findet.
163 Das Unrecht habe ich gehasst und verabscheut, dein Gesetz aber habe ich geliebt.
164 Siebenmal am Tag habe ich dich gelobt wegen der Urteile deiner Gerechtigkeit.
165 Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben, und es gibt für sie keinen Anstoß.
166 Ich habe dein Heil erwartet, Herr, und deine Gebote habe ich geliebt.
167Meine Seele hat deine Zeugnisse bewahrt und sie überaus geliebt.
168Ich habe deine Gebote und deine Zeugnisse bewahrt, denn alle meine Wege sind vor dir, Herr.
169 Mein Flehen komme vor dein Angesicht, Herr; nach deinem Wort gib mir Einsicht.
170 Meine Bitte gelange vor dein Angesicht; nach deinem Wort errette mich.
171 Meine Lippen sollen einen Lobgesang hervorströmen lassen, wenn du mich deine Satzungen lehrst.
172 Meine Zunge soll dein Wort verkünden, denn alle deine Gebote sind Gerechtigkeit.
173 Deine Hand sei bereit, mich zu retten, denn deine Gebote habe ich erwählt.
174 Ich habe mich nach deinem Heil gesehnt, Herr, und dein Gesetz ist mein Sinnen.
175 Meine Seele wird leben und dich loben, und deine Urteile werden mir helfen. Ich bin umhergeirrt wie ein verlorenes Schaf; suche deinen Knecht, denn deine Gebote habe ich nicht vergessen.
Psalm 119
1 Ein Wallfahrtslied. Zum Herrn rief ich in meiner Bedrängnis, und er erhörte mich.
2 Herr, errette meine Seele von ungerechten Lippen und von trügerischer Zunge.
3 Was soll dir gegeben werden und was dir hinzugefügt werden für die trügerische Zunge?
4 Die geschärften Pfeile des Starken samt den Kohlen der Wüste.
5 Wehe mir, dass meine Fremdlingschaft sich in die Länge gezogen hat; ich habe gewohnt bei den Zelten Kedars.
6 Lange hat meine Seele in der Fremde gewohnt.
7 Mit denen, die den Frieden hassen, war ich friedfertig; wenn ich mit ihnen redete, bekämpften sie mich ohne Grund.
Psalm 120
1 Ein Wallfahrtslied. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher wird meine Hilfe kommen?
2 Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
3 Er wird deinen Fuß nicht wanken lassen, und der dich behütet, wird nicht schlummern.
4 Siehe, der Israel behütet, wird weder schlummern noch schlafen.
5 Der Herr behütet dich, der Herr ist dein Schutz zu deiner rechten Hand;
6 bei Tage wird die Sonne dich nicht verbrennen noch der Mond des Nachts.
7 Der Herr behütet dich vor allem Übel, er behütet deine Seele.
8 Der Herr behütet deinen Eingang und deinen Ausgang von nun an bis in Ewigkeit.
Psalm 121
1 Ein Wallfahrtslied. Ich freute mich über die, die zu mir sprachen: Zum Haus des Herrn wollen wir gehen.
2 Unsere Füße standen in deinen Vorhöfen, Jerusalem.
3 Jerusalem, gebaut als eine Stadt, deren Gemeinschaft fest zusammengefügt ist.
4 Denn dorthin zogen die Stämme hinauf, die Stämme des Herrn, als Zeugnis für Israel, um den Namen des Herrn zu preisen;
5 denn dort standen Throne zum Gericht, Throne für das Haus David.
6 Erbittet doch, was zum Frieden Jerusalems dient, und Wohlergehen denen, die dich lieben;
7 es sei doch Friede in deiner Macht und Wohlstand in deinen Türmen.
8 Um meiner Brüder und meiner Nächsten willen will ich Frieden über dich sprechen;
9 um des Hauses des Herrn, unseres Gottes, willen habe ich Gutes für dich gesucht.
Psalm 122
1 Ein Wallfahrtslied. Zu dir erhebe ich meine Augen, der du im Himmel wohnst.
2 Siehe, wie die Augen der Knechte auf die Hände ihrer Herren, wie die Augen der Magd auf die Hände ihrer Herrin, so blicken unsere Augen auf den Herrn, unseren Gott, bis er sich unser erbarmt.
3 Erbarme dich unser, Herr, erbarme dich unser, denn wir sind übersatt der Verachtung,
4 übersatt ist unsere Seele. Die Schmach gebührt den Wohlhabenden und die Verachtung den Hochmütigen.
Psalm 123
1 Ein Wallfahrtslied. Wäre der Herr nicht bei uns gewesen, so spreche Israel,
2 wäre der Herr nicht bei uns gewesen, als Menschen sich gegen uns erhoben,
3 dann hätten sie uns lebendig verschlungen, als ihr Zorn gegen uns entbrannte;
4 dann hätte das Wasser uns überflutet, ein Wildbach wäre über unsere Seele gegangen;
5 dann wäre über unsere Seele das unwiderstehliche Wasser gegangen.
6 Gepriesen sei der Herr, der uns nicht ihren Zähnen zur Beute gab.
7 Unsere Seele ist wie ein Vogel entronnen aus der Schlinge der Vogelfänger; die Schlinge ist zerrissen, und wir sind entronnen.
8 Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
Psalm 124
1 Ein Wallfahrtslied. Die auf den Herrn vertrauen, sind wie der Berg Zion; wer in Jerusalem wohnt, wird in Ewigkeit nicht wanken.
2 Berge sind rings um sie her, und der Herr ist rings um sein Volk, von nun an bis in Ewigkeit.
3 Denn er wird das Zepter der Sünder nicht auf dem Erbteil der Gerechten lassen, damit die Gerechten ihre Hände nicht nach Unrecht ausstrecken.
4 Tu Gutes, Herr, den Guten und denen, die aufrichtigen Herzens sind. 5Die aber auf krumme Wege abweichen, wird der Herr hinwegführen samt denen, die das Unrecht tun. Friede über Israel!
Psalm 125
1 Ein Wallfahrtslied. Als der Herr die Gefangenschaft Zions wendete, waren wir wie Getröstete.
2 Da wurde unser Mund voll Freude und unsere Zunge voll Jubel. Da wird man unter den Völkern sagen: Der Herr hat Großes an ihnen getan.
3 Der Herr hat Großes an uns getan; wir wurden fröhlich.
4 Wende, Herr, unsere Gefangenschaft wie die Bäche im Südland.
5 Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten.
6 Sie gingen hin und weinten und trugen ihren Samen; sie werden aber kommen mit Jubel und ihre Garben tragen.
Psalm 126
1 Ein Wallfahrtslied; von Salomo. Wenn der Herr das Haus nicht baut, mühen sich die vergeblich, die daran bauen; wenn der Herr die Stadt nicht behütet, wacht der Wächter vergeblich.
2 Vergeblich ist es für euch, früh aufzustehen und erst spät euch niederzusetzen, die ihr das Brot der Mühsal esst; denn seinen Geliebten gibt er Schlaf.
3 Siehe, Söhne sind ein Erbe des Herrn, ein Lohn ist die Frucht des Leibes.
4 Wie Pfeile in der Hand eines Starken, so sind die Söhne der Jugendzeit.
5 Glücklich der Mensch, der sein Verlangen mit ihnen erfüllt; sie werden nicht zuschanden, wenn sie mit ihren Feinden im Tor reden.
Psalm 127
1 Ein Wallfahrtslied. Selig sind alle, die den Herrn fürchten, die auf seinen Wegen wandeln.
2 Die Mühen deiner Früchte wirst du essen; selig bist du, und es wird dir wohl ergehen.
3 Deine Frau ist wie ein fruchtbarer Weinstock an den Seiten deines Hauses; deine Söhne wie junge Ölbaumpflanzen rings um deinen Tisch.
4 Siehe, so wird der Mensch gesegnet werden, der den Herrn fürchtet.
5 Der Herr segne dich aus Zion, und mögest du das Gute Jerusalems sehen alle Tage deines Lebens;
6 und mögest du die Söhne deiner Söhne sehen. Friede über Israel.
Psalm 128
1 Ein Wallfahrtslied. Oft haben sie mich bekämpft von meiner Jugend an – so spreche nun Israel –,
2 oft haben sie mich bekämpft von meiner Jugend an, doch sie haben mich nicht überwältigt.
3 Auf meinem Rücken haben die Sünder gepflügt, sie haben ihre Missetat in die Länge gezogen.
4 Der Herr ist gerecht; er hat die Nacken der Sünder zerschlagen.
5 Es sollen zuschanden werden und zurückweichen alle, die Zion hassen.
6 Sie sollen werden wie das Gras auf den Dächern, das verdorrt, bevor man es ausreißt,
7 mit dem der Schnitter seine Hand nicht füllt noch der Garbenbinder seinen Schoß,
8 und die Vorübergehenden sagen nicht: Der Segen des Herrn sei über euch, wir segnen euch im Namen des Herrn.
Psalm 129
1 Ein Wallfahrtslied. Aus der Tiefe rufe ich zu dir, Herr;
2 Herr, erhöre meine Stimme; lass deine Ohren achthaben auf die Stimme meines Flehens.
3 Wenn du die Missetaten anrechnest, Herr, Herr, wer wird bestehen?
4 Denn bei dir ist die Vergebung.
5 Um deines Gesetzes willen harre ich auf dich, Herr; meine Seele harrt auf dein Wort.
6 Meine Seele hofft auf den Herrn von der Morgenwache bis zur Nacht; von der Morgenwache an hoffe Israel auf den Herrn.
7 Denn bei dem Herrn ist die Gnade, und viel Erlösung ist bei ihm, 8und er wird Israel erlösen aus allen seinen Missetaten.
Psalm 130
1 Ein Wallfahrtslied; von David. Herr, mein Herz hat sich nicht erhoben, und meine Augen haben sich nicht überhoben, und ich bin nicht in Dingen gewandelt, die zu groß und zu wunderbar für mich sind.
2 Wenn ich nicht demütig gesinnt gewesen wäre, sondern meine Seele erhoben hätte – wie das entwöhnte Kind gegen seine Mutter, so komme Vergeltung über meine Seele.
3 Israel hoffe auf den Herrn von nun an bis in Ewigkeit.
Psalm 131
1 Ein Wallfahrtslied. Gedenke, Herr, des David und all seiner Sanftmut,
2 wie er dem Herrn schwor, dem Gott Jakobs gelobte:
3 Ich will nicht in das Zelt meines Hauses gehen, ich will nicht auf das Lager meines Bettes steigen,
4 ich will meinen Augen keinen Schlaf gönnen und meinen Augenlidern keinen Schlummer und meinen Schläfen keine Ruhe,
5 bis ich eine Stätte finde für den Herrn, eine Wohnung für den Gott Jakobs.
6 Siehe, wir hörten von ihr in Ephrata, wir fanden sie in den Gefilden des Waldes.
7 Wir wollen in seine Wohnungen eingehen, anbeten an dem Ort, wo seine Füße gestanden haben.
8 Steh auf, Herr, zu deiner Ruhestätte, du und die Lade deines Heiligtums.
9 Deine Priester sollen sich in Gerechtigkeit kleiden, und deine Frommen sollen jubeln.
10 Um Davids, deines Knechtes, willen weise das Angesicht deines Gesalbten nicht ab.
11 Der Herr hat David Wahrheit geschworen, und er wird sie nicht brechen: Von der Frucht deines Leibes will ich auf deinen Thron setzen.
12 Wenn deine Söhne meinen Bund bewahren und diese meine Zeugnisse, die ich sie lehren werde, so sollen auch ihre Söhne bis in Ewigkeit auf deinem Throne sitzen.
13 Denn der Herr hat Zion erwählt, er hat es zur Wohnung für sich erkoren:
14 Dies ist meine Ruhestätte von Ewigkeit zu Ewigkeit, hier will ich wohnen, denn ich habe es erkoren.
15 Seinen Vorrat will ich reichlich segnen, seine Armen will ich mit Brot sättigen,
16 seine Priester will ich mit Heil bekleiden, und seine Frommen sollen mit Jubel jubeln.
17 Dort will ich dem David ein Horn aufsprossen lassen, ich habe meinem Gesalbten eine Leuchte bereitet.
18 Seine Feinde will ich mit Schande bekleiden, auf ihm aber wird mein Heiligtum erblühen.
Psalm 132
1 Ein Wallfahrtslied. Von David. Siehe doch, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder beieinander wohnen!
2 Wie Salböl auf dem Haupt, das herabfließt auf den Bart, den Bart Aarons, das herabfließt auf den Saum seines Gewandes;
3 wie der Tau des Hermon, der herabfällt auf die Berge Zions. Denn dort hat der Herr den Segen verheißen und Leben bis in Ewigkeit.
Psalm 133
1 Ein Wallfahrtslied. Siehe nun, preiset den Herrn, all ihr Knechte des Herrn, die ihr steht im Hause des Herrn, in den Vorhöfen des Hauses unseres Gottes.
2 Erhebt in den Nächten eure Hände zum Heiligtum und preiset den Herrn.
3 Es segne dich der Herr von Zion aus, der Himmel und Erde gemacht hat.
Psalm 134
1 Halleluja. Lobet den Namen des Herrn, lobet, ihr Knechte, den Herrn,
2 die ihr steht im Hause des Herrn, in den Vorhöfen des Hauses unseres Gottes.
3 Lobet den Herrn, denn der Herr ist gut; lobsinget seinem Namen, denn er ist lieblich.
4 Denn der Herr hat sich Jakob erwählt, Israel zu seinem Eigentum.
5 Denn ich habe erkannt, dass der Herr groß ist und unser Herr über alle Götter.
6 Alles, was der Herr wollte, hat er getan im Himmel und auf der Erde, in den Meeren und in allen Tiefen.
7 Er führt Wolken herauf vom Ende der Erde, Blitze macht er zum Regen; er, der die Winde aus seinen Vorratskammern herausführt.
8 Der die Erstgeborenen Ägyptens schlug, vom Menschen bis zum Vieh;
9 er sandte Zeichen und Wunder in deine Mitte, Ägypten, gegen den Pharao und gegen alle seine Knechte.
10 Der viele Völker schlug und mächtige Könige tötete:
11 Sihon, den König der Amoriter, und Og, den König von Basan, und alle Königreiche Kanaans,
12 und ihr Land gab er zum Erbe, zum Erbe Israel, seinem Volk.
13 Herr, dein Name währt in Ewigkeit, Herr, dein Gedächtnis von Geschlecht zu Geschlecht.
14 Denn der Herr wird sein Volk richten, und über seine Knechte wird er sich erbarmen.
15 Die Götzen der Völker sind Silber und Gold, Werke von Menschenhänden:
16 Einen Mund haben sie und werden nicht reden, Augen haben sie und werden nicht sehen,
17 Ohren haben sie und werden nicht hören, Nasen haben sie und werden nicht riechen, Hände haben sie und werden nicht tasten, Füße haben sie und werden nicht gehen, sie werden keinen Laut geben in ihrer Kehle; denn es ist auch kein Atem in ihrem Munde.
18 Ihnen gleich mögen werden, die sie machen, und alle, die auf sie vertrauen.
19 Haus Israel, preiset den Herrn; Haus Aaron, preiset den Herrn;
20 Haus Levi, preiset den Herrn; die ihr den Herrn fürchtet, preiset den Herrn.
21 Gepriesen sei der Herr von Zion aus, der in Jerusalem wohnt.
Psalm 135
1 Halleluja. Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich;
2 danket dem Gott der Götter, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich;
3 danket dem Herrn der Herren, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich;
4 ihm, der allein große Wunder tut, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich;
5 ihm, der die Himmel mit Einsicht gemacht hat, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich;
6 ihm, der die Erde über den Wassern gefestigt hat, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich;
7 ihm, der allein große Lichter gemacht hat, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich,
8 die Sonne zur Herrschaft über den Tag, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich,
9 den Mond und die Sterne zur Herrschaft über die Nacht, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich;
10 ihm, der Ägypten samt seinen Erstgeborenen geschlagen hat, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich,
11 und Israel aus ihrer Mitte herausgeführt hat, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich,
12 mit starker Hand und mit erhobenem Arm, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich;
13 ihm, der das Rote Meer in Teile zerteilt hat, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich,
14 und Israel mitten hindurchgeführt hat, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich,
15 und den Pharao und sein Heer ins Rote Meer gestürzt hat, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich;
16 ihm, der sein Volk durch die Wüste geführt hat, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich; ihm, der Wasser aus dem harten Felsen hervorgebracht hat, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich;
17 ihm, der große Könige geschlagen hat, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich,
18 und mächtige Könige getötet hat, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich,
19 Sihon, den König der Amoriter, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich,
20 und Og, den König von Basan, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich,
21 und ihr Land zum Erbe gegeben hat, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich,
22 zum Erbe Israel, seinem Knecht, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich.
23 Denn in unserer Erniedrigung hat der Herr an uns gedacht, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich,
24 und hat uns von unseren Feinden erlöst, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich;
25 er, der allem Fleisch Speise gibt, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich.
26 Danket dem Gott des Himmels, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich; danket dem Herrn der Herren, denn seine Barmherzigkeit währt ewiglich.
Psalm 136
1 Von David. An den Strömen Babylons, dort saßen wir und weinten, als wir an Zion gedachten.
2 An die Weiden in ihrer Mitte hängten wir unsere Instrumente;
3 denn dort verlangten die, die uns gefangen genommen hatten, von uns Worte von Liedern, und die uns weggeführt hatten, einen Lobgesang: Singt uns von den Liedern Zions!
4 Wie sollen wir das Lied des Herrn singen auf fremder Erde?
5 Wenn ich dich vergesse, Jerusalem, so werde meine Rechte vergessen;
6 meine Zunge klebe an meinem Gaumen, wenn ich deiner nicht gedenke, wenn ich Jerusalem nicht voranstelle am Anfang meiner Freude.
7 Gedenke, Herr, der Söhne Edoms am Tage Jerusalems, die sagten: Reißt nieder, reißt nieder bis auf den Grund in ihr!
8 Tochter Babylons, du Elende, selig, wer dir vergelten wird deine Vergeltung, die du uns vergolten hast;
9 selig, wer deine Kinder ergreifen und am Felsen zerschmettern wird.
Psalm 137
1 Von David. Ich will dich preisen, Herr, von ganzem Herzen, denn du hast die Worte meines Mundes erhört, und vor den Engeln will ich dir lobsingen.
2 Ich will anbeten zu deinem heiligen Tempel hin und deinen Namen preisen um deiner Barmherzigkeit und deiner Wahrheit willen, denn du hast dein Wort über jeden Namen groß gemacht.
3 An welchem Tage ich dich auch anrufe, erhöre mich schnell; du wirst mich reichlich versorgen in meiner Seele mit Kraft.
4 Es sollen dich preisen, Herr, alle Könige der Erde, denn sie haben alle Worte deines Mundes gehört,
5 und sie sollen singen auf den Wegen des Herrn, denn groß ist die Herrlichkeit des Herrn,
6 denn erhaben ist der Herr, und das Niedrige sieht er an, und das Hohe erkennt er von ferne.
7 Wenn ich mitten in der Bedrängnis wandle, wirst du mich am Leben erhalten; gegen den Zorn meiner Feinde hast du deine Hand ausgestreckt, und deine Rechte hat mich gerettet.
8 Der Herr wird es für mich vergelten. Herr, deine Barmherzigkeit währt in Ewigkeit; die Werke deiner Hände verlass nicht.
Psalm 138
1 Auf das Ende hin; ein Psalm Davids. Herr, du hast mich geprüft und mich erkannt;
2 du hast mein Sitzen und mein Aufstehen erkannt, du hast meine Gedanken von ferne verstanden;
3 meinen Pfad und meine Messschnur hast du erforscht und alle meine Wege vorausgesehen.
4 Denn es ist kein Wort auf meiner Zunge,
5 siehe, Herr, du hast alles erkannt, das Letzte und das Frühere; du hast mich gebildet und deine Hand auf mich gelegt.
6 Wunderbar ist deine Erkenntnis für mich; sie ist zu mächtig geworden, ich vermag nichts gegen sie.
7 Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?
8 Steige ich hinauf in den Himmel, so bist du dort; fahre ich hinab in den Hades, so bist du zugegen;
9 nähme ich meine Flügel in der Morgenfrühe und ließe mich nieder am äußersten Ende des Meeres,
10 so würde auch dort deine Hand mich führen, und deine Rechte würde mich halten.
11 Und ich sprach: Wohl wird Finsternis mich zertreten, und die Nacht sei Licht in meiner Wonne;
12 denn Finsternis wird vor dir nicht finster sein, und die Nacht wird leuchten wie der Tag; wie ihre Finsternis, so auch ihr Licht.
13 Denn du hast meine Nieren geschaffen, Herr, du hast mich angenommen vom Leib meiner Mutter an.
14 Ich will dich preisen, denn furchtbar wunderbar bin ich gemacht; wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt das sehr wohl.
15 Mein Gebein war nicht vor dir verborgen, das du im Verborgenen gemacht hast, und mein Wesen in den tiefsten Tiefen der Erde;
16 mein noch Unfertiges sahen deine Augen, und in dein Buch werden alle geschrieben werden; an Tagen werden sie gebildet, und keiner ist unter ihnen.
17 Mir aber sind deine Freunde überaus geehrt, o Gott, überaus mächtig geworden sind ihre Herrschaften;
18 ich will sie zählen, und sie werden zahlreicher sein als der Sand; ich erwachte und bin noch bei dir.
19 Wenn du die Sünder tötest, o Gott — ihr Männer des Blutes, weicht von mir!
20 Denn du wirst sprechen zum Gedanken: Vergeblich werden sie deine Städte einnehmen.
21 Habe ich nicht die gehasst, die dich hassen, Herr, und habe ich mich nicht verzehrt über deine Feinde?
22 Mit vollkommenem Hass hasste ich sie, zu Feinden sind sie mir geworden.
23 Prüfe mich, o Gott, und erkenne mein Herz, erforsche mich und erkenne meine Pfade,
24 und sieh, ob ein Weg der Gesetzlosigkeit in mir ist, und führe mich auf ewigem Wege.
Psalm 139
1 Für den Chormeister. Ein Psalm Davids.
2 Errette mich, Herr, vom bösen Menschen, vom ungerechten Mann befreie mich,
3 von denen, die Ungerechtigkeiten im Herzen ersonnen haben und den ganzen Tag Kriege anzettelten.
4 Sie schärften ihre Zunge wie die einer Schlange, Otterngift ist unter ihren Lippen. Zwischenspiel.
5 Bewahre mich, Herr, vor der Hand des Sünders, von ungerechten Menschen errette mich, die darauf sannen, meine Schritte zu Fall zu bringen.
6 Hochmütige haben mir eine Falle verborgen und Stricke gespannt, Fallen für meine Füße; nahe am Pfad legten sie mir einen Anstoß. Zwischenspiel.
7 Ich sprach zum Herrn: Mein Gott bist du; vernimm, Herr, die Stimme meines Flehens.
8 Herr, Herr, Kraft meines Heils, du hast mein Haupt beschirmt am Tag des Kampfes.
9 Überliefere mich, Herr, nicht gegen mein Verlangen dem Sünder; sie haben gegen mich Ränke geschmiedet; verlass mich nicht, damit sie sich nicht erheben. Zwischenspiel.
10 Das Haupt derer, die mich umringen — die Mühsal ihrer Lippen wird sie bedecken.
11 Glühende Kohlen werden auf sie fallen, ins Feuer wirst du sie stürzen; in Drangsalen werden sie nicht bestehen.
12 Ein zungenfertiger Mann wird auf Erden nicht gedeihen; den ungerechten Mann wird das Unheil jagen bis ins Verderben.
13 Ich weiß, dass der Herr dem Armen Recht schaffen wird und den Elenden Gerechtigkeit.
14 Doch die Gerechten werden deinen Namen preisen, und die Aufrichtigen werden vor deinem Angesicht wohnen.
Psalm 140
1 Ein Psalm Davids. Herr, ich habe zu dir gerufen, erhöre mich; achte auf die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir rufe.
2 Mein Gebet steige wie Räucherwerk vor dein Angesicht, das Erheben meiner Hände sei ein Abendopfer.
3 Setze, Herr, eine Wache vor meinen Mund und eine schützende Tür um meine Lippen.
4 Neige mein Herz nicht zu Worten der Bosheit, um mit Ausflüchten Sünden zu entschuldigen, zusammen mit Menschen, die Gesetzlosigkeit verüben; und ich will mich nicht mit ihren Auserwählten verbinden.
5 Der Gerechte wird mich in Barmherzigkeit züchtigen und mich zurechtweisen, das Öl des Sünders aber salbe nicht mein Haupt; denn noch ist mein Gebet gegen ihr Wohlgefallen.
6 Ihre Richter wurden am Felsen verschlungen; sie werden meine Worte hören, denn sie sind süß geworden.
7 Wie ein Erdkloß auf der Erde zerrissen wird, so wurden unsere Gebeine am Rand des Totenreichs zerstreut.
8 Denn zu dir, Herr, Herr, sind meine Augen gerichtet; auf dich habe ich gehofft, nimm meine Seele nicht hinweg.
9 Bewahre mich vor der Schlinge, die sie mir gelegt haben, und vor den Fallstricken derer, die Gesetzlosigkeit verüben.
10 Die Sünder werden in ihr eigenes Netz fallen; ich aber bleibe allein, bis ich vorübergegangen bin.
Psalm 141
1 Ein Maskil Davids, als er in der Höhle war; ein Gebet.
2 Mit meiner Stimme schrie ich zum Herrn, mit meiner Stimme flehte ich zum Herrn.
3 Ich schütte vor ihm mein Flehen aus, meine Bedrängnis tue ich vor ihm kund.
4 Als mein Geist in mir verschmachtete, da kanntest du meine Pfade; auf dem Weg, den ich ging, haben sie mir eine Schlinge verborgen.
5 Ich blickte zur Rechten und schaute hin, doch da war niemand, der mich kannte; die Zuflucht ist mir verloren gegangen, und niemand fragt nach meiner Seele.
6 Ich schrie zu dir, Herr, ich sprach: Du bist meine Hoffnung, mein Anteil im Land der Lebenden.
7 Achte auf mein Flehen, denn ich bin sehr erniedrigt worden; errette mich von meinen Verfolgern, denn sie sind stärker geworden als ich.
8 Führe meine Seele aus dem Gefängnis heraus, damit ich deinem Namen danke, Herr; auf mich werden die Gerechten warten, bis du mir vergiltst.
Psalm 142
1 Ein Psalm Davids, als sein Sohn ihn verfolgte. Herr, erhöre mein Gebet, vernimm mein Flehen in deiner Treue, erhöre mich in deiner Gerechtigkeit;
2 und geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht, denn vor dir wird kein Lebendiger gerecht sein.
3 Denn der Feind hat meine Seele verfolgt, er hat mein Leben zu Boden gedrückt, er hat mich in Finsternis gesetzt wie die ewig Toten;
4 und mein Geist verzagte in mir, mein Herz wurde in mir bestürzt.
5 Ich gedachte der alten Tage und sann nach über alle deine Werke, über die Taten deiner Hände sann ich nach.
6 Ich breitete meine Hände aus zu dir, meine Seele ist vor dir wie dürres Land. Sela.
7 Erhöre mich eilends, Herr, mein Geist ist verschmachtet; wende dein Angesicht nicht von mir ab, sonst werde ich denen gleich, die in die Grube hinabfahren.
8 Lass mich am Morgen deine Barmherzigkeit hören, denn auf dich habe ich gehofft; tue mir kund, Herr, den Weg, auf dem ich gehen soll, denn zu dir habe ich meine Seele erhoben.
9 Errette mich von meinen Feinden, Herr, denn zu dir habe ich meine Zuflucht genommen.
10 Lehre mich, deinen Willen zu tun, denn du bist mein Gott; dein guter Geist wird mich führen auf ebenem Land.
11 Um deines Namens willen, Herr, wirst du mich am Leben erhalten, in deiner Gerechtigkeit wirst du meine Seele aus der Bedrängnis führen;
12 und in deiner Barmherzigkeit wirst du meine Feinde vertilgen und alle vernichten, die meine Seele bedrängen; denn ich bin dein Knecht.
Psalm 143
1 Von David, gegen Goliat. Gepriesen sei der Herr, mein Gott, der meine Hände zum Kampf lehrt, meine Finger zum Krieg;
2 mein Erbarmen und meine Zuflucht, mein Helfer und mein Erretter, mein Schutzschild, und auf ihn habe ich gehofft, der mein Volk mir unterwirft.
3 Herr, was ist der Mensch, dass du dich ihm zu erkennen gabst, oder der Menschensohn, dass du seiner achtest?
4 Der Mensch ist der Nichtigkeit gleich geworden, seine Tage vergehen wie ein Schatten.
5 Herr, neige deine Himmel und steige herab, rühre die Berge an, und sie werden rauchen;
6 lass Blitze zucken, und du wirst sie zerstreuen, sende deine Pfeile aus, und du wirst sie verwirren.
7 Sende deine Hand aus der Höhe, befreie mich und errette mich aus vielen Wassern, aus der Hand der Söhne der Fremden,
8 deren Mund Nichtiges geredet hat und deren Rechte eine Rechte der Ungerechtigkeit ist.
9 Gott, ein neues Lied will ich dir singen, auf zehnsaitiger Harfe will ich dir spielen,
10 dir, der den Königen das Heil gibt, der David, seinen Knecht, vom bösen Schwert erlöst.
11 Errette mich und befreie mich aus der Hand der Söhne der Fremden, deren Mund Nichtiges geredet hat und deren Rechte eine Rechte der Ungerechtigkeit ist.
12 Deren Söhne sind wie junge Pflanzen, fest gewachsen in ihrer Jugend, ihre Töchter geschmückt und ringsum verziert wie das Abbild eines Tempels,
13 ihre Vorratskammern voll, überströmend von einem zum anderen, ihre Schafe fruchtbar, sich mehrend bei ihren Ausgängen,
14 ihre Rinder fett, kein Einsturz der Mauer und kein Ausbruch und kein Geschrei auf ihren Plätzen.
15 Selig priesen sie das Volk, dem dies zuteilwird; selig das Volk, dessen Gott der Herr ist.
Psalm 144
1 Ein Lobgesang Davids. Ich will dich erheben, mein Gott, mein König, und deinen Namen preisen in Ewigkeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
2 An jedem Tage will ich dich preisen und deinen Namen loben in Ewigkeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
3 Groß ist der Herr und sehr zu loben, und seine Größe hat kein Ende.
4 Ein Geschlecht nach dem anderen wird deine Werke rühmen, und deine Macht werden sie verkünden.
5 Von der Pracht der Herrlichkeit deiner Heiligkeit werden sie reden und deine Wunder erzählen.
6 Und von der Macht deiner furchtbaren Taten werden sie sprechen und deine Größe erzählen.
7 Das Gedächtnis der Fülle deiner Güte werden sie hervorströmen lassen und über deine Gerechtigkeit jubeln.
8 Barmherzig und gnädig ist der Herr, langmütig und reich an Erbarmen.
9 Gütig ist der Herr gegen alle, und sein Erbarmen waltet über allen seinen Werken.
10 Es sollen dir danken, Herr, alle deine Werke, und deine Frommen sollen dich preisen.
11 Von der Herrlichkeit deines Reiches werden sie sprechen und von deiner Macht reden,
12 um den Menschenkindern deine Macht kundzutun und die Herrlichkeit der Pracht deines Reiches.
13 Dein Reich ist ein Reich aller Ewigkeiten, und deine Herrschaft währt durch alle Geschlechter.
13a Treu ist der Herr in seinen Worten und heilig in allen seinen Werken.
14 Der Herr stützt alle, die fallen, und richtet alle auf, die niedergeschlagen sind.
15 Aller Augen hoffen auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.
16 Du öffnest deine Hand und sättigst alles Lebendige mit Wohlgefallen.
17 Gerecht ist der Herr in allen seinen Wegen und heilig in allen seinen Werken.
18 Nahe ist der Herr allen, die ihn anrufen, allen, die ihn in Wahrheit anrufen.
19 Den Willen derer, die ihn fürchten, wird er tun, und ihr Flehen wird er erhören und sie retten.
20 Der Herr behütet alle, die ihn lieben, und alle Sünder wird er vertilgen.
21 Das Lob des Herrn soll mein Mund verkünden, und alles Fleisch preise seinen heiligen Namen in Ewigkeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Psalm 145
1 Halleluja. Von Haggai und Sacharja. Lobe, meine Seele, den Herrn.
2 Ich will den Herrn loben mein Leben lang, ich will meinem Gott lobsingen, solange ich bin.
3 Verlasst euch nicht auf Fürsten und auf Menschensöhne, bei denen keine Rettung ist.
4 Sein Geist wird ausfahren, und er wird zu seiner Erde zurückkehren; an jenem Tag werden alle ihre Pläne zunichte.
5 Selig, wessen Helfer der Gott Jakobs ist, dessen Hoffnung auf dem Herrn, seinem Gott, ruht,
6 der den Himmel und die Erde gemacht hat, das Meer und alles, was darin ist, der die Treue bewahrt in Ewigkeit,
7 der Recht schafft denen, die Unrecht leiden, der Speise gibt den Hungernden. Der Herr löst die Gefesselten,
8 der Herr richtet die Niedergeschlagenen auf, der Herr macht die Blinden sehend, der Herr liebt die Gerechten;
9 der Herr behütet die Fremdlinge, Waise und Witwe nimmt er an, aber den Weg der Sünder vernichtet er.
10 Der Herr wird herrschen in Ewigkeit, dein Gott, Zion, von Geschlecht zu Geschlecht.
Psalm 146
1 Halleluja. Von Haggai und Sacharja. Lobet den Herrn, denn gut ist der Lobgesang; unserem Gott möge das Lob süß sein.
2 Der Herr baut Jerusalem auf, und die Zerstreuten Israels wird er sammeln,
3 er, der die heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und ihre Wunden verbindet,
4 der die Menge der Sterne zählt und sie alle mit Namen ruft.
5 Groß ist unser Herr, und groß ist seine Kraft, und seine Einsicht ist ohne Zahl.
6 Der Herr richtet die Sanftmütigen auf, die Sünder aber erniedrigt er bis zur Erde.
7 Stimmt an für den Herrn mit Danksagung, spielt unserem Gott auf der Zither,
8 ihm, der den Himmel mit Wolken bedeckt, der der Erde Regen bereitet, der auf den Bergen Gras hervorsprießen lässt und Grün zum Dienst der Menschen,
9 der dem Vieh seine Nahrung gibt und den jungen Raben, die ihn anrufen.
10 Nicht an der Stärke des Rosses hat er Gefallen, noch an den Schenkeln des Mannes hat er Wohlgefallen;
11 Wohlgefallen hat der Herr an denen, die ihn fürchten, und an denen, die auf sein Erbarmen hoffen.
Psalm 147
1 Halleluja. Von Haggai und Sacharja. Preise, Jerusalem, den Herrn, lobe deinen Gott, Zion,
2 denn er hat die Riegel deiner Tore stark gemacht, er hat deine Söhne in dir gesegnet;
3 er, der deinen Grenzen Frieden setzt und dich mit dem Fett des Weizens sättigt;
4 er, der sein Wort zur Erde sendet; gar schnell läuft sein Wort dahin
5 der Schnee gibt wie Wolle, Nebel streut wie Asche,
6 der sein Eis wirft wie Brocken; wer kann vor seiner Kälte bestehen?
7 Er wird sein Wort senden und sie schmelzen; sein Wind wird wehen, und Wasser werden fließen.
8 Er verkündet sein Wort dem Jakob, seine Satzungen und Rechte dem Israel.
9 So hat er an keinem anderen Volk getan, und seine Rechte hat er ihnen nicht kundgetan.
Psalm 148
1 Halleluja; von Haggai und Sacharja. Lobet den Herrn von den Himmeln her, lobet ihn in den Höhen.
2 Lobet ihn, alle seine Engel; lobet ihn, alle seine Heerscharen.
3 Lobet ihn, Sonne und Mond; lobet ihn, alle Sterne und das Licht.
4 Lobet ihn, ihr Himmel der Himmel und das Wasser über den Himmeln.
5 Sie sollen den Namen des Herrn loben, denn er sprach, und sie wurden; er gebot, und sie wurden erschaffen.
6 Er stellte sie hin für ewig und in alle Ewigkeit; eine Ordnung setzte er, und sie wird nicht vergehen.
7 Lobet den Herrn von der Erde her, ihr Drachen und alle Tiefen;
8 Feuer, Hagel, Schnee, Eis, Sturmwind, die sein Wort vollbringen;
9 die Berge und alle Hügel, fruchttragende Bäume und alle Zedern;
10 die wilden Tiere und alles Vieh, Kriechtiere und geflügelte Vögel;
11 Könige der Erde und alle Völker, Fürsten und alle Richter der Erde;
12 Jünglinge und Jungfrauen, Alte samt den Jungen.
13 Sie sollen den Namen des Herrn loben, denn erhaben ist sein Name allein; sein Lobpreis ist über Erde und Himmel.
14 Und er wird das Horn seines Volkes erhöhen; ein Lobgesang für alle seine Frommen, für die Söhne Israels, das Volk, das ihm nahe ist.
Psalm 149
1 Halleluja. Singt dem Herrn ein neues Lied, sein Lob in der Gemeinde der Frommen.
2 Israel freue sich über den, der es gemacht hat, und die Söhne Zions sollen jubeln über ihren König.
3 Sie sollen seinen Namen loben im Reigen, mit Pauke und Harfe sollen sie ihm spielen,
4 denn der Herr hat Wohlgefallen an seinem Volk und wird die Sanftmütigen erhöhen mit Heil.
5 Die Frommen werden sich rühmen in Herrlichkeit und jubeln auf ihren Lagern;
6 die Erhebungen Gottes seien in ihrer Kehle und zweischneidige Schwerter in ihren Händen,
7 um Vergeltung zu üben an den Völkern, Züchtigungen an den Nationen,
8 um ihre Könige zu binden mit Fesseln und ihre Edlen mit eisernen Handfesseln,
9 um an ihnen das geschriebene Gericht zu vollziehen; diese Herrlichkeit gehört all seinen Frommen.
Psalm 150
1 Halleluja. Lobet Gott in seinem Heiligtum, lobet ihn in der Feste seiner Macht!
2 Lobet ihn für seine Machttaten, lobet ihn nach der Fülle seiner Größe!
3 Lobet ihn mit Posaunenschall, lobet ihn mit Psalter und Zither!
4 Lobet ihn mit Pauke und Reigen, lobet ihn mit Saiten und Flöte!
5 Lobet ihn mit wohlklingenden Zimbeln, lobet ihn mit Zimbeln des Jubels!
6 Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! Halleluja.
Psalm 151
1 Dieser Psalm ist eigenhändig von David geschrieben und außerhalb der Zählung; als er mit Goliat im Zweikampf stritt. Klein war ich unter meinen Brüdern und der jüngste im Hause meines Vaters; ich weidete die Schafe meines Vaters.
2 Meine Hände machten ein Instrument, meine Finger fügten eine Harfe zusammen.
3 Und wer wird es meinem Herrn verkünden? Der Herr selbst, er selbst erhört.
4 Er sandte seinen Engel aus und nahm mich weg von den Schafen meines Vaters und salbte mich mit dem Öl seiner Salbung.
5 Meine Brüder waren schön und groß, doch der Herr hatte kein Wohlgefallen an ihnen.
6 Ich zog aus, dem Fremdstämmigen zu begegnen, und er verfluchte mich bei seinen Götzenbildern;
7 ich aber zog sein Schwert, enthauptete ihn und nahm die Schmach von den Söhnen Israels.