Jesaja
Kapitel 1
1 Das Gesicht, das Jesaja, der Sohn des Amos, sah, das er sah über Judäa und über Jerusalem unter der Königsherrschaft von Usija und Jotam und Ahas und Hiskija, die über Judäa König waren.
2 Höre, Himmel, und nimm zu Ohren, Erde, denn der Herr hat gesprochen: Söhne habe ich gezeugt und großgezogen, sie aber haben mich verworfen.
3 Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat mich nicht erkannt, und das Volk hat mich nicht verstanden.
4 Wehe, sündiges Volk, Volk voller Sünden, böser Same, gesetzlose Söhne! Ihr habt den Herrn verlassen und den Heiligen Israels erzürnt.
5 Wozu wollt ihr noch geschlagen werden, indem ihr Gesetzlosigkeit hinzufügt? Jedes Haupt ist zu Schmerz und jedes Herz zu Kummer geworden.
6 Von den Füßen bis zum Haupt ist weder Wunde noch Strieme noch entzündeter Schlag; es gibt kein Pflaster aufzulegen, weder Öl noch Verbände.
7 Euer Land ist verwüstet, eure Städte sind mit Feuer verbrannt; euer Land — vor euren Augen verzehren es Fremde, und es ist verödet, umgestürzt von fremden Völkern.
8 Verlassen wird die Tochter Zion sein wie eine Hütte im Weinberg und wie ein Wächterhäuschen im Gurkenfeld, wie eine belagerte Stadt.
9 Und hätte der Herr Zebaoth uns nicht einen Samen übriggelassen, wie Sodom wären wir geworden und Gomorra wären wir gleich geworden.
10 Hört das Wort des Herrn, ihr Fürsten Sodoms; achtet auf das Gesetz Gottes, du Volk Gomorras.
11 Was soll mir die Menge eurer Opfer? spricht der Herr. Ich bin satt der Brandopfer von Widdern, und Fett von Lämmern und Blut von Stieren und Böcken will ich nicht,
12 auch nicht, wenn ihr kommt, um vor mir zu erscheinen. Denn wer hat dies von euren Händen gefordert? Meinen Vorhof zu zertreten
13 sollt ihr nicht fortfahren. Wenn ihr Feinmehl bringt, vergeblich; Räucherwerk ist mir ein Gräuel; eure Neumonde und die Sabbate und den großen Tag ertrage ich nicht; Fasten und Feiern
14 und eure Neumonde und eure Feste hasst meine Seele; ihr seid mir zum Überdruss geworden, ich werde eure Sünden nicht mehr vergeben.
15 Wenn ihr die Hände zu mir ausstreckt, werde ich meine Augen von euch abwenden, und wenn ihr das Gebet vermehrt, werde ich euch nicht erhören; denn eure Hände sind voll Blut.
16 Wascht euch, werdet rein, schafft die Bosheiten von euren Seelen weg vor meinen Augen, hört auf mit euren Bosheiten,
17 lernt Gutes tun, sucht das Recht, rettet den, dem Unrecht geschieht, verschafft der Waise Recht und rechtfertigt die Witwe.
18 Und kommt, lasst uns miteinander rechten, spricht der Herr; und wenn eure Sünden wie Purpur sind, werde ich sie weiß machen wie Schnee, und wenn sie wie Scharlach sind, werde ich sie weiß machen wie Wolle.
19 Und wenn ihr willig seid und auf mich hört, werdet ihr die Güter des Landes essen;
20 wenn ihr aber nicht wollt und nicht auf mich hört, wird das Schwert euch verzehren; denn der Mund des Herrn hat dies gesprochen.
21 Wie ist zur Hure geworden die treue Stadt Zion, voll des Rechts, in der Gerechtigkeit wohnte — nun aber Mörder.
22 Euer Silber ist unecht; deine Händler mischen den Wein mit Wasser;
23 deine Fürsten sind ungehorsam, Genossen der Diebe, Geschenke liebend, nach Vergeltung jagend, den Waisen kein Recht sprechend und auf die Sache der Witwen nicht achtend.
24 Darum spricht der Gebieter, der Herr Zebaoth: Wehe den Mächtigen Israels! Denn mein Zorn wird nicht aufhören gegen die Widersacher, und ich werde Gericht halten an meinen Feinden.
25 Und ich werde meine Hand über dich bringen und dich im Feuer läutern zur Reinheit, die Ungehorsamen aber werde ich vernichten und alle Gesetzlosen von dir wegnehmen und alle Hochmütigen erniedrigen.
26 Und ich werde deine Richter einsetzen wie zuvor und deine Ratgeber wie am Anfang; und danach wirst du genannt werden: Stadt der Gerechtigkeit, treue Mutterstadt Zion.
27 Denn mit Recht wird ihre Gefangenschaft gerettet werden und mit Barmherzigkeit;
28 und zerschmettert werden die Gesetzlosen und die Sünder zumal, und die den Herrn verlassen, werden vernichtet werden.
29 Denn sie werden sich schämen ihrer Götzenbilder, die sie selbst gewollt haben, und sie schämten sich ihrer Gärten, die sie begehrt haben;
30 denn sie werden sein wie eine Terebinthe, die die Blätter abgeworfen hat, und wie ein Garten, der kein Wasser hat;
31 und ihre Stärke wird sein wie ein Halm von Werg und ihre Werke wie Feuerfunken, und verbrannt werden die Gesetzlosen und die Sünder zumal, und niemand wird da sein, der löscht.
Kapitel 2
1 Das Wort, das vom Herrn an Jesaja, den Sohn des Amos, erging über Judäa und über Jerusalem:
2 In den letzten Tagen wird der Berg des Herrn sichtbar sein und das Haus Gottes auf den Gipfeln der Berge, und er wird erhöht werden über die Hügel; und alle Völker werden zu ihm kommen,
3 und viele Völker werden hinziehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufsteigen zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs, und er wird uns seinen Weg verkünden, und wir werden auf ihm wandeln; denn von Zion wird das Gesetz ausgehen und das Wort des Herrn von Jerusalem.
4 Und er wird richten zwischen den Völkern und viel Volk zurechtweisen, und sie werden ihre Schwerter zu Pflügen umschmieden und ihre Speere zu Sicheln, und kein Volk wird mehr gegen ein Volk das Schwert erheben, und sie werden nicht mehr lernen, Krieg zu führen.
5 Und nun, Haus Jakobs, kommt, lasst uns wandeln im Licht des Herrn.
6 Denn er hat sein Volk verlassen, das Haus Israels, weil ihr Land wie von Anfang an voll von Wahrsagereien war wie das der Fremdstämmigen, und viele fremdstämmige Kinder wurden ihnen geboren.
7 Denn ihr Land war voll von Silber und Gold, und ihre Schätze waren ohne Zahl; und das Land war voll von Pferden, und ihre Wagen waren ohne Zahl;
8 und das Land war voll von Gräueln, den Werken ihrer Hände, und sie beteten an, was ihre Finger gemacht hatten;
9 und der Mensch beugte sich, und der Mann wurde erniedrigt, und ich werde ihnen keinesfalls vergeben.
10 Und nun geht hinein in die Felsen und verbergt euch in der Erde vor dem Angesicht der Furcht des Herrn und vor der Herrlichkeit seiner Stärke, wenn er sich erhebt, die Erde zu zerschmettern.
11 Denn die Augen des Herrn sind hoch, der Mensch aber niedrig; und die Hoheit der Menschen wird erniedrigt werden, und der Herr allein wird erhöht sein an jenem Tag.
12 Denn der Tag des Herrn Zebaoth kommt über jeden Übermütigen und Hochmütigen und über alles Hohe und Erhabene, und sie werden erniedrigt werden,
13 und über jede Zeder des Libanon, die hohen und erhabenen, und über jeden Eichenbaum Basans
14 und über jeden Berg und über jeden hohen Hügel
15 und über jeden hohen Turm und über jede hohe Mauer
16 und über jedes Schiff des Meeres und über jeden Anblick schöner Schiffe;
17 und jeder Mensch wird erniedrigt werden, und die Hoheit der Menschen wird fallen, und der Herr allein wird erhöht sein an jenem Tag.
18 Und alle von Händen gemachten Dinge werden sie verbergen,
19 indem sie sie in die Höhlen bringen und in die Felsspalten und in die Löcher der Erde vor dem Angesicht der Furcht des Herrn und vor der Herrlichkeit seiner Stärke, wenn er sich erhebt, die Erde zu zerschmettern.
20 Denn an jenem Tag wird der Mensch seine silbernen und goldenen Gräuel, die sie zum Anbeten gemacht haben, hinauswerfen, den nichtigen Dingen und den Fledermäusen,
21 um hineinzugehen in die Löcher des festen Felsens und in die Felsspalten vor dem Angesicht der Furcht des Herrn und vor der Herrlichkeit seiner Stärke, wenn er sich erhebt, die Erde zu zerschmettern.
Kapitel 3
1 Siehe, der Gebieter, der Herr Sabaoth, wird von Judäa und von Jerusalem den Starken und die Starke wegnehmen, die Stärke des Brotes und die Stärke des Wassers,
2 den Riesen und den Starken und den Kriegsmann und den Richter und den Propheten und den Wahrsager und den Ältesten
3 und den Anführer über fünfzig und den wunderbaren Ratgeber und den weisen Baumeister und den verständigen Zuhörer.
4 Und ich werde Jünglinge als ihre Herrscher einsetzen, und Spötter werden über sie herrschen.
5 Und das Volk wird aneinandergeraten, Mensch gegen Mensch und Mensch gegen seinen Nächsten; das Kind wird sich gegen den Greis auflehnen, der Verachtete gegen den Geehrten.
6 Denn ein Mensch wird seinen Bruder oder den Hausgenossen seines Vaters ergreifen und sagen: Du hast ein Gewand, werde unser Anführer, und meine Speise sei unter deiner Hand.
7 Und er wird antworten und an jenem Tag sagen: Ich werde nicht dein Anführer sein; denn in meinem Haus gibt es weder Brot noch Gewand; ich werde nicht Anführer dieses Volkes sein.
8 Denn Jerusalem ist verlassen, und Judäa ist zusammengebrochen, und ihre Zungen sind voll Gesetzlosigkeit, ungehorsam gegenüber dem, was den Herrn betrifft; darum ist nun ihre Herrlichkeit erniedrigt worden,
9 und die Schande ihres Angesichts steht gegen sie; ihre Sünde aber haben sie wie Sodom verkündet und offenbar gemacht. Wehe ihrer Seele, denn sie haben einen bösen Ratschluss gegen sich selbst gefasst,
10 indem sie sagten: Lasst uns den Gerechten binden, denn er ist uns unbequem; darum werden sie die Früchte ihrer Werke essen.
11 Wehe dem Gesetzlosen; Böses wird ihm widerfahren nach den Werken seiner Hände.
12 Mein Volk, eure Eintreiber lesen euch ab wie Ähren, und die Einforderer herrschen über euch; mein Volk, die euch selig preisen, führen euch irre und verwirren den Pfad eurer Füße.
13 Doch nun wird der Herr sich zum Gericht stellen und sein Volk vor Gericht stellen,
14 der Herr selbst wird zum Gericht kommen mit den Ältesten des Volkes und mit seinen Herrschern: Ihr aber, warum habt ihr meinen Weinberg in Brand gesetzt, und warum ist der Raub des Armen in euren Häusern?
15 Warum tut ihr meinem Volk Unrecht und beschämt das Angesicht der Armen?
16 So spricht der Herr: Weil die Töchter Zions sich erhoben haben und mit hohem Hals einhergingen und mit Augenzwinkern und mit dem Gang der Füße, ihre Gewänder schleifend und zugleich mit den Füßen tänzelnd,
17 so wird Gott die herrschenden Töchter Zions erniedrigen, und der Herr wird ihre Gestalt entblößen
18 an jenem Tag, und der Herr wird die Pracht ihrer Kleidung wegnehmen und ihren Schmuck und die Haargeflechte und die Quasten und die kleinen Monde
19 und das Halsgeschmeide und den Schmuck ihres Angesichts
20 und die Zusammenstellung des prächtigen Schmucks und die Spangen und die Armbänder und das Haargeflecht und die Armreife und die Ringe und die Ohrringe
21 und die purpurgesäumten und die purpurdurchwirkten Gewänder
22 und die Überwürfe für das Haus und die durchsichtigen lakonischen Gewänder
23 und die Byssusgewänder und die hyazinthblauen und die scharlachroten und den Byssus, mit Gold und Hyazinth durchwoben, und die herabwallenden Sommerschleier.
24 Und statt lieblichen Duftes wird Staub sein, und statt eines Gürtels wirst du dich mit einem Strick gürten, und statt des goldenen Kopfschmucks wirst du eine Glatze haben wegen deiner Werke, und statt des purpurdurchwirkten Gewandes wirst du dich mit einem Sack umgürten.
25 Und dein schönster Sohn, den du liebst, wird durch das Schwert fallen, und eure Starken werden durch das Schwert fallen.
26 Und die Behältnisse eures Schmucks werden erniedrigt werden und trauern, und du wirst allein zurückgelassen und zu Boden geworfen werden.
Kapitel 4
1 Und sieben Frauen werden einen Mann ergreifen und sagen: Unser Brot wollen wir essen und unsere Kleider wollen wir anziehen, nur dein Name soll über uns genannt werden; nimm unsere Schmach hinweg.
2 An jenem Tage aber wird Gott im Ratschluss mit Herrlichkeit auf der Erde aufleuchten, um das Übriggebliebene Israels zu erhöhen und zu verherrlichen.
3 Und es wird geschehen: Was in Zion übrig geblieben ist und was in Jerusalem zurückgelassen wurde, sie werden heilig genannt werden, alle, die zum Leben in Jerusalem aufgeschrieben sind.
4 Denn der Herr wird den Schmutz der Söhne und Töchter Zions abwaschen und das Blut aus ihrer Mitte reinigen durch den Geist des Gerichts und den Geist des Brennens.
5 Und er wird kommen, und jeder Ort des Berges Zion und alles rings um ihn her wird eine Wolke bei Tage beschatten, und wie Rauch und wie das Licht brennenden Feuers bei Nacht; mit aller Herrlichkeit wird er beschirmt werden.
6 Und es wird zum Schatten sein vor der Hitze und zum Schutz und zur Zuflucht vor Unwetter und Regen.
Kapitel 5
1 Singen will ich dem Geliebten das Lied des Liebsten von meinem Weinberg. Ein Weinberg ward dem Geliebten zuteil auf einer Anhöhe, an einem fetten Ort.
2 Und ich zog einen Zaun herum und umpfählte ihn und pflanzte einen Sorech-Weinstock und baute einen Turm in seiner Mitte und grub eine Kelter darin; und ich wartete, dass er Trauben brächte, er brachte aber Dornen.
3 Und nun, Mann von Juda und ihr Bewohner Jerusalems, richtet zwischen mir und meinem Weinberg.
4 Was soll ich noch an meinem Weinberg tun, das ich nicht an ihm getan hätte? Denn ich wartete, dass er Trauben brächte, er brachte aber Dornen.
5 Nun aber will ich euch verkünden, was ich mit meinem Weinberg tun werde: Ich werde seinen Zaun wegnehmen, und er wird zur Plünderung sein, und ich werde seine Mauer niederreißen, und er wird zertreten werden,
6 und ich werde meinen Weinberg preisgeben, und er soll weder beschnitten noch umgegraben werden, und Dornen werden in ihm aufwachsen wie auf ödem Land; und den Wolken werde ich gebieten, keinen Regen auf ihn regnen zu lassen.
7 Denn der Weinberg des Herrn Sabaoth ist das Haus Israel, und der Mann von Juda die geliebte Neupflanzung; ich wartete, dass er Recht übe, er übte aber Gesetzlosigkeit und nicht Gerechtigkeit, sondern Geschrei.
8 Wehe denen, die Haus an Haus reihen und Feld an Feld rücken, um dem Nächsten etwas wegzunehmen; werdet ihr etwa allein auf der Erde wohnen?
9 Denn dies ist zu den Ohren des Herrn Sabaoth gedrungen: Wenn auch viele Häuser entstehen, sollen die großen und schönen zur Öde werden, und niemand wird darin wohnen.
10 Denn wo zehn Ochsengespanne arbeiten, wird es ein Krügchen bringen, und wer sechs Artaben sät, wird drei Maß ernten.
11 Wehe denen, die sich am Morgen erheben und dem Rauschtrank nachjagen, die bis zum Abend verweilen; denn der Wein wird sie verbrennen.
12 Denn mit Kithara und Harfe und Pauken und Flöten trinken sie den Wein, aber auf die Werke des Herrn blicken sie nicht, und die Werke seiner Hände beachten sie nicht.
13 Darum ist mein Volk gefangen weggeführt worden, weil sie den Herrn nicht kannten, und eine Menge Toter entstand durch Hunger und Wasserdurst.
14 Und der Hades weitete seine Seele und öffnete seinen Mund ohne Aufhören, und hinabsteigen werden ihre Angesehenen und die Großen und die Reichen und ihre Übeltäter.
15 Und der Mensch wird erniedrigt werden, und der Mann wird entehrt werden, und die hochmütigen Augen werden erniedrigt werden;
16 und der Herr Sabaoth wird erhöht werden im Gericht, und der heilige Gott wird verherrlicht werden in Gerechtigkeit.
17 Und die Beraubten werden weiden wie Stiere, und die öden Stätten der Weggeführten werden Lämmer abweiden.
18 Wehe denen, die die Sünden herbeiziehen wie mit einem langen Strick und die Gesetzlosigkeiten wie mit dem Jochriemen einer jungen Kuh,
19 die sagen: Schnell nahe herbei, was er tun wird, damit wir es sehen, und es komme der Ratschluss des Heiligen Israels, damit wir ihn erkennen.
20Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse, die die Finsternis zu Licht machen und das Licht zu Finsternis, die das Bittere süß machen und das Süße bitter.
21Wehe denen, die in ihren eigenen Augen verständig und vor sich selbst kundig sind.
22 Wehe euren Starken, die den Wein trinken, und den Mächtigen, die den Rauschtrank mischen,
23 die den Gottlosen um Geschenke willen gerechtsprechen und dem Gerechten sein Recht nehmen.
24 Darum: Wie Stroh von der Feuerkohle verbrannt wird und von der losgelassenen Flamme verzehrt wird, so wird ihre Wurzel wie Staub sein, und ihre Blüte wird wie Staubwolke aufsteigen; denn sie wollten das Gesetz des Herrn Sabaoth nicht, sondern reizten den Spruch des Heiligen Israels.
25 Und der Herr Sabaoth entbrannte im Zorn über sein Volk und legte seine Hand an sie und schlug sie, und die Berge erbebten, und ihre Leichen wurden wie Kot mitten auf der Straße. Und bei alledem hat sich sein Zorn nicht abgewandt, sondern seine Hand ist noch erhoben.
26 Darum wird er ein Zeichen aufrichten unter den fernen Völkern und ihnen pfeifen vom Ende der Erde, und siehe, schnell und leichtfüßig kommen sie;
27 sie werden nicht hungern noch ermüden noch schlummern noch schlafen, noch werden sie ihre Gürtel von ihren Lenden lösen, noch werden die Riemen ihrer Schuhe zerreißen;
28 ihre Pfeile sind scharf und ihre Bogen gespannt, die Hufe ihrer Pferde sind wie harter Fels geachtet, die Räder ihrer Wagen wie ein Sturmwind;
29 sie stürmen heran wie Löwen und stehen bereit wie ein junger Löwe; und er wird packen und brüllen wie ein wildes Tier und fortschleppen, und keiner wird da sein, der sie errettet.
30 Und er wird über sie brüllen an jenem Tag wie das Tosen des wogenden Meeres; und sie werden auf die Erde blicken, und siehe, harte Finsternis in ihrer Ratlosigkeit.
Kapitel 6
1 Und es geschah in dem Jahr, in dem der König Usija starb, da sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron, und das Haus war voll von seiner Herrlichkeit.
2 Und Seraphim standen rings um ihn, sechs Flügel hatte der eine und sechs Flügel der andere, und mit zweien bedeckten sie das Angesicht, und mit zweien bedeckten sie die Füße, und mit zweien flogen sie.
3 Und sie riefen einer dem anderen zu und sprachen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, die ganze Erde ist voll seiner Herrlichkeit.
4 Und der Türsturz erbebte von der Stimme, mit der sie riefen, und das Haus wurde mit Rauch erfüllt.
5 Und ich sprach: Weh mir Elendem, denn ich bin zerknirscht; denn ich bin ein Mensch und habe unreine Lippen und wohne inmitten eines Volkes mit unreinen Lippen, und den König, den Herrn Zebaoth, habe ich mit meinen Augen gesehen.
6 Und es wurde einer von den Seraphim zu mir gesandt, und in der Hand hatte er eine glühende Kohle, die er mit der Zange vom Altar genommen hatte,
7 und er berührte meinen Mund und sprach: Siehe, dies hat deine Lippen berührt, und es wird deine Gesetzlosigkeiten wegnehmen und deine Sünden reinigen.
8 Und ich hörte die Stimme des Herrn, der sprach: Wen soll ich senden, und wer wird zu diesem Volk gehen? Und ich sprach: Siehe, hier bin ich; sende mich.
9 Und er sprach: Geh hin und sage diesem Volk: Mit Hören werdet ihr hören und doch nicht verstehen, und sehend werdet ihr sehen und doch nicht erkennen.
10 Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt, und mit ihren Ohren haben sie schwer gehört, und ihre Augen haben sie verschlossen, damit sie nicht mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile.
11 Und ich sprach: Wie lange, Herr? Und er sprach: Bis die Städte verwüstet sind, sodass niemand darin wohnt, und die Häuser, sodass keine Menschen darin sind, und das Land als Wüste zurückgelassen wird.
12 Und danach wird Gott die Menschen entfernen, und die Übriggebliebenen werden sich mehren auf der Erde.
13 Und noch ist auf ihr der zehnte Teil, und wiederum wird er zur Plünderung werden, wie eine Terebinthe und wie eine Eichel, wenn sie aus ihrer Hülse fällt.
Kapitel 7
1 Und es geschah in den Tagen des Ahas, des Sohnes Jothams, des Sohnes Usijas, des Königs von Juda, da zog Rezin, der König von Aram, herauf, und Pekach, der Sohn Remaljas, der König von Israel, gegen Jerusalem, um es zu bekriegen, und sie konnten es nicht belagern.
2 Und es wurde dem Hause Davids berichtet, indem man sagte: Aram hat sich mit Ephraim verbündet. Da erbebte sein Herz und das Herz seines Volkes, wie wenn im Wald ein Baum vom Wind geschüttelt wird.
3 Und der Herr sprach zu Jesaja: Geh hinaus, Ahas entgegen, du und dein übriggebliebener Sohn Jaschub, zum Teich am oberen Weg des Walkerfeldes,
4 und du sollst zu ihm sagen: Hüte dich, halte dich ruhig und fürchte dich nicht, und dein Herz verzage nicht vor diesen zwei rauchenden Holzscheiten; denn wenn der Zorn meines Grimmes entbrannt ist, werde ich wiederum heilen.
5 Und was den Sohn Arams und den Sohn Remaljas betrifft: weil sie einen bösen Plan wider dich beschlossen haben und sagten:
6 Wir wollen nach Judäa hinaufziehen und, nachdem wir mit ihnen verhandelt haben, sie zu uns abwendig machen und den Sohn Tabeels zum König über es einsetzen
7 so spricht der Herr Zebaoth: Dieser Plan wird nicht bestehen und wird nicht geschehen;
8 sondern das Haupt Arams ist Damaskus; aber noch fünfundsechzig Jahre, und das Königreich Ephraim wird aufhören, ein Volk zu sein;
9 und das Haupt Ephraims ist Samaria, und das Haupt Samarias ist der Sohn Remaljas. Und wenn ihr nicht glaubt, werdet ihr auch nicht verstehen.
10 Und der Herr fuhr fort, zu Ahas zu reden, und sprach:
11 Erbitte dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott, in der Tiefe oder in der Höhe.
12 Und Ahas sprach: Ich werde nicht bitten und den Herrn nicht versuchen.
13 Und er sprach: Hört doch, Haus David! Ist es euch zu wenig, Menschen zu ermüden, dass ihr auch dem Herrn Mühe bereitet?
14 Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären, und du wirst seinen Namen Immanuel nennen.
15 Butter und Honig wird er essen; ehe er versteht, das Böse zu erkennen oder zu erwählen, wird er das Gute wählen.
16 Denn ehe das Kind Gutes oder Böses erkennt, verwirft es das Böse, um das Gute zu erwählen; und das Land, vor dem du dich fürchtest wegen des Angesichts der zwei Könige, wird verlassen sein.
17 Aber Gott wird über dich und über dein Volk und über das Haus deines Vaters Tage bringen, wie sie noch nicht gekommen sind seit dem Tag, da Ephraim sich von Juda trennte — den König der Assyrer.
18 Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird der Herr den Fliegen pfeifen, die einen Teil des Stromes Ägyptens beherrschen, und der Biene, die im Land der Assyrer ist,
19 und sie werden alle kommen und sich niederlassen in den Schluchten des Landes und in den Löchern der Felsen und in den Höhlen und in jeder Spalte und auf jedem Baum.
20 An jenem Tag wird der Herr mit dem großen und trunkenen Schermesser, das jenseits des Stromes des Königs der Assyrer ist, das Haupt und die Haare der Füße scheren, und den Bart wird er wegnehmen.
21 Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird ein Mensch eine junge Kuh und zwei Schafe halten,
22 und es wird geschehen: weil sie Milch in Fülle geben, wird jeder, der im Land übriggeblieben ist, Butter und Honig essen.
23 Und es wird geschehen an jenem Tag: jeder Ort, wo tausend Weinstöcke im Wert von tausend Schekeln stehen, wird zur Öde und zum Dornengestrüpp werden;
24 mit Pfeil und Bogen wird man dorthin gehen, denn das ganze Land wird Öde und Dornengestrüpp sein.
25 Und jeder Berg, der gepflügt wird, wird gepflügt werden, und keine Furcht wird dorthin kommen; denn er wird aus Öde und Dornengestrüpp zur Weide für Schafe und zum Trittplatz für Rinder werden.
Kapitel 8
1 Und der Herr sprach zu mir: Nimm dir eine große neue Buchrolle und schreibe darauf mit dem Griffel eines Menschen: „Eilends Beute machen von der Plünderung“; denn sie steht bevor.
2 Und mache mir zuverlässige Menschen zu Zeugen, den Uria und den Sacharja, den Sohn des Berechja.
3 Und ich ging zu der Prophetin, und sie wurde schwanger und gebar einen Sohn. Und der Herr sprach zu mir: Nenne seinen Namen „Rasch plündere, eilends raube“;
4 denn ehe das Kind Vater oder Mutter zu rufen versteht, wird man die Macht von Damaskus und die Beute Samarias vor den König der Assyrer bringen.
5 Und der Herr fuhr fort, weiter zu mir zu reden:
6 Weil dieses Volk das Wasser des Siloah, das sanft dahinfließt, nicht will, sondern den Rezin und den Sohn des Remalja zum König über euch haben will,
7 darum, siehe, führt der Herr über euch das starke und gewaltige Wasser des Stromes herauf, den König der Assyrer und seine Herrlichkeit; und er wird über jede eurer Schluchten steigen und über jede eurer Mauern schreiten
8 und wird aus Judäa den Menschen wegnehmen, der das Haupt erheben kann oder imstande ist, etwas zu vollbringen; und sein Heerlager wird so groß sein, dass es die Breite deines Landes füllt: Mit uns ist Gott.
9 Erkennt es, ihr Völker, und werdet besiegt; horcht auf bis ans Ende der Erde; seid ihr stark geworden, werdet ihr doch besiegt; denn wenn ihr wieder erstarkt, werdet ihr wieder besiegt werden.
10 Und welchen Rat ihr auch beschließt – der Herr wird ihn zerstreuen, und welches Wort ihr auch redet – es wird euch nicht bestehen bleiben; denn mit uns ist der Herr, Gott.
11 So spricht der Herr: Mit starker Hand widersetzen sie sich dem Wandel auf dem Wege dieses Volkes und sagen:
12 Nennt es ja nicht hart; denn alles, was dieses Volk sagt, ist hart. Fürchtet aber nicht, was es fürchtet, und lasst euch nicht erschrecken.
13 Den Herrn, ihn heiligt, und er wird deine Furcht sein.
14 Und wenn du auf ihn vertraust, wird er dir zum Heiligtum werden, und ihr werdet ihm nicht wie dem Anstoß eines Steines begegnen noch wie dem Fall eines Felsens; das Haus Jakob aber ist in der Schlinge, und in der Grube sitzen die, die in Jerusalem wohnen.
15 Darum werden viele unter ihnen ohnmächtig werden und fallen und zerschmettert werden, und Menschen, die in Sicherheit sind, werden herannahen und gefangen werden.
16 Dann werden die offenbar werden, die das Gesetz versiegeln, damit man es nicht lernt.
17 Und er wird sagen: Ich harre auf Gott, der sein Angesicht vom Hause Jakob abgewandt hat, und ich werde auf ihn vertrauen.
18 Siehe, ich und die Kinder, die mir Gott gegeben hat; und sie werden zu Zeichen und Wundern im Hause Israel sein vom Herrn Sabaoth, der auf dem Berge Zion wohnt.
19 Und wenn sie zu euch sagen: Befragt die, die aus der Erde reden, und die Bauchredner, die leeres Geschwätz treiben, die aus dem Bauch reden – soll sich ein Volk nicht an seinen Gott wenden? Warum befragen sie über die Lebenden die Toten?
20 Denn ein Gesetz hat er zur Hilfe gegeben, damit sie nicht sprechen wie dieses Wort, für das es keine Gaben zu geben gibt.
21 Und es wird eine harte Hungersnot über euch kommen; und wenn ihr hungert, werdet ihr betrübt sein und dem Fürsten und den Götzenbildern fluchen; und sie werden nach oben zum Himmel aufblicken
22 und nach unten auf die Erde schauen, und siehe: Drangsal und Bedrängnis und Finsternis, enge Ratlosigkeit und Finsternis, sodass man nicht sehen kann;
23 und wer in Bedrängnis ist, wird nicht ratlos sein bis zur bestimmten Zeit. Tu dies zuerst, tu es schnell, Land Sebulon, du Land Naftali am Weg des Meeres, und ihr Übrigen, die ihr die Küste bewohnt, und jenseits des Jordan, Galiläa der Völker, die Gebiete Judäas.
Kapitel 9
1 Das Volk, das in Finsternis wandelt, sehet ein großes Licht; die ihr im Lande und Schatten des Todes wohnt, ein Licht wird über euch leuchten.
2 Den größten Teil des Volkes, den du herabgeführt hast in deiner Freude — sie werden sich auch freuen vor dir wie die, die sich bei der Ernte freuen, und wie die, die Beute teilen.
3 Denn hinweggenommen ist das Joch, das auf ihnen lag, und der Stab auf ihrem Nacken; denn den Stab der Eintreiber hat der Herr zerbrochen wie am Tage gegen Madiam.
4 Denn jedes Gewand, das mit Trug zusammengebracht ist, und jedes Kleid werden sie mit Ersatz erstatten, und sie werden wünschen, sie wären mit Feuer verbrannt worden.
5 Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, dessen Herrschaft auf seiner Schulter liegt, und sein Name wird genannt: Bote des großen Ratschlusses; denn ich werde Frieden über die Fürsten bringen, Frieden und Heil für ihn.
6 Groß ist seine Herrschaft, und seines Friedens ist keine Grenze auf dem Throne Davids und in seinem Königreich, es aufzurichten und es zu stützen in Gerechtigkeit und in Recht von nun an und bis in ewige Zeit; der Eifer des Herrn Sabaoth wird dies vollbringen.
7 Den Tod hat der Herr über Jakob gesandt, und er kam über Israel,
8 und erkennen werden es das ganze Volk Ephraims und die in Samaria Wohnenden, die in Hochmut und mit erhobenem Herzen sprechen:
9 „Ziegel sind gefallen, aber wohlan, lasst uns Steine behauen und Maulbeerbäume und Zedern fällen und uns einen Turm bauen.“
10 Und Gott wird die, die sich gegen den Berg Zion erheben, auf sie schmettern und ihre Feinde zerstreuen:
11 Syrien vom Aufgang der Sonne her und die Hellenen vom Untergang der Sonne her, die Israel mit vollem Munde verschlingen. Bei alledem hat sich der Zorn nicht abgewandt, sondern die Hand ist noch erhoben.
12 Und das Volk kehrte nicht um, bis es geschlagen wurde, und den Herrn suchten sie nicht.
13 Und der Herr nahm von Israel Kopf und Schwanz weg, Groß und Klein an einem Tage:
14 den Greis und die, welche die Person ansehen, das ist der Kopf, und den Propheten, der Gesetzloses lehrt — der ist der Schwanz.
15 Und die, die dieses Volk seligpreisen, werden Verführer sein, und sie verführen es, damit sie es verschlingen.
16 Darum wird Gott sich über ihre jungen Männer nicht freuen und sich ihrer Waisen und ihrer Witwen nicht erbarmen, denn alle sind gesetzlos und böse, und jeder Mund redet Unrecht. Bei alledem hat sich der Zorn nicht abgewandt, sondern die Hand ist noch erhoben.
17 Und die Gesetzlosigkeit wird brennen wie Feuer und wie dürres Gras vom Feuer verzehrt werden; und es wird brennen in den Dickichten des Waldes und alles ringsum auf den Hügeln mitverschlingen.
18 Durch die Glut des Zornes des Herrn ist das ganze Land verbrannt, und das Volk wird sein wie vom Feuer versengt; kein Mensch wird sich seines Bruders erbarmen,
19 sondern er wird zur Rechten abbiegen, weil er hungern wird, und von der Linken essen, und kein Mensch wird satt werden, der das Fleisch seines eigenen Armes isst.
20 Denn Manasse wird Ephraim fressen und Ephraim Manasse, denn gemeinsam werden sie Juda belagern. Bei alledem hat sich der Zorn nicht abgewandt, sondern die Hand ist noch erhoben.
Kapitel 10
1 Wehe denen, die Bosheit schreiben; denn wenn sie schreiben, schreiben sie Bosheit,
2 indem sie das Recht der Armen beugen und das Urteil der Bedürftigen meines Volkes rauben, sodass ihnen die Witwe zum Raub und die Waise zur Beute wird.
3 Und was werden sie tun am Tag der Heimsuchung? Denn die Bedrängnis wird von ferne über euch kommen; und zu wem werdet ihr fliehen, um Hilfe zu erlangen? Und wo werdet ihr eure Herrlichkeit zurücklassen,
4 um nicht in Gefangenschaft zu fallen? Bei alledem hat sich der Zorn nicht abgewandt, sondern noch ist die Hand erhoben.
5 Wehe den Assyrern! Der Stab meines Grimms und Zorns ist in ihren Händen.
6 Meinen Zorn werde ich gegen ein gesetzloses Volk senden, und meinem Volk werde ich befehlen, Beute und Raub zu machen und die Städte zu zertreten und sie zu Staub zu machen.
7 Er aber hat nicht so gedacht, und in seiner Seele hat er nicht so gerechnet; sondern sein Sinn wird davon ablassen, auch Völker zu vertilgen, nicht wenige.
8 Und wenn sie zu ihm sagen: Du allein bist Herrscher,
9 so wird er sagen: Habe ich nicht das Land oberhalb von Babylon genommen und Chalanne, wo der Turm gebaut wurde? Und ich nahm Arabien und Damaskus und Samaria.
10 Wie ich diese in meine Hand genommen habe, so werde ich auch alle Herrschaften nehmen. Heult, ihr Götzenbilder in Jerusalem und in Samaria!
11 Denn wie ich mit Samaria und seinen von Händen gemachten Bildern verfahren bin, so werde ich auch mit Jerusalem und seinen Götzen verfahren.
12 Und es wird geschehen, wenn der Herr alles vollendet hat, was er auf dem Berg Zion und in Jerusalem tut, wird er den großen Sinn heimsuchen, den Herrscher der Assyrer, und den Hochmut der Herrlichkeit seiner Augen.
13 Denn er sprach: Durch meine Kraft werde ich es tun und durch die Weisheit meiner Einsicht; ich werde die Grenzen der Völker beseitigen und ihre Kraft plündern und bewohnte Städte erschüttern,
14 und die ganze bewohnte Erde werde ich mit der Hand ergreifen wie ein Nest, und wie verlassene Eier werde ich sie aufheben; und es gibt keinen, der mir entkommt oder mir widerspricht.
15 Wird sich etwa die Axt rühmen ohne den, der mit ihr haut? Oder wird sich die Säge erheben ohne den, der sie zieht? Ebenso, wenn einer einen Stab oder ein Holz aufhebt.
16 Aber nicht so; sondern der Herr Zebaoth wird gegen deine Ehre Schande senden, und gegen deine Herrlichkeit wird ein brennendes Feuer entbrennen.
17 Und das Licht Israels wird zum Feuer werden, und es wird ihn heiligen mit brennendem Feuer und wird den Wald fressen wie Gras. An jenem Tag
18 werden die Berge und die Hügel und die Wälder ausgelöscht werden, und es wird verzehren von der Seele bis zum Fleisch; und der Fliehende wird sein wie einer, der vor brennender Flamme flieht.
19 Und die von ihnen Übriggebliebenen werden eine Zahl sein, und ein Kind wird sie aufschreiben.
20 Und es wird geschehen an jenem Tag: Der Rest Israels wird nicht mehr hinzugefügt werden, und die Geretteten Jakobs werden nicht mehr auf die vertrauen, die ihnen Unrecht getan haben, sondern sie werden in Wahrheit auf Gott, den Heiligen Israels, vertrauen;
2 1und der Rest Jakobs wird sich auf den starken Gott stützen.
22 Und wenn das Volk Israel wie der Sand des Meeres wird, so wird ihr Überrest gerettet werden; denn er vollendet das Wort und kürzt es ab in Gerechtigkeit,
23 denn ein abgekürztes Wort wird Gott auf der ganzen bewohnten Erde ausführen.
24 Darum spricht der Herr Zebaoth so: Fürchte dich nicht, mein Volk, das in Zion wohnt, vor den Assyrern, weil er dich mit dem Stab schlagen wird; denn ich bringe eine Plage über dich, damit du den Weg Ägyptens siehst.
25 Denn noch ein wenig, und der Zorn wird aufhören, mein Grimm aber wird sich gegen ihren Ratschluss wenden.
26 Und Gott wird gegen sie erwecken gemäß der Plage Midians am Ort der Bedrängnis, und sein Grimm wird auf dem Weg am Meer sein, auf den Weg nach Ägypten hin.
27 Und es wird geschehen an jenem Tag: Seine Furcht wird von dir genommen werden und sein Joch von deiner Schulter, und das Joch wird von euren Schultern zerbrochen werden.
28 Denn er wird zur Stadt Angai kommen und wird nach Magedo hinüberziehen und in Machmas sein Gerät niederlegen;
29 und er wird durch die Schlucht ziehen und nach Angai kommen; Furcht wird Rama ergreifen, die Stadt Sauls;
30 fliehen wird die Tochter Gallim, hören wird Laisa, hören wird Anathoth;
31 Madebena ist entsetzt, und die Bewohner von Gibbir. Ermuntert
32 heute auf dem Weg zum Bleiben, mit der Hand ermuntert den Berg, die Tochter Zion, und ihr Hügel in Jerusalem!
33 Denn siehe, der Gebieter, der Herr Zebaoth, wirft die Herrlichen mit Macht in Verwirrung, und die Hohen werden in ihrem Hochmut zerschmettert werden, und die Hohen werden erniedrigt werden,
34 und die Hohen werden durch das Schwert fallen, der Libanon aber wird mit den Hohen fallen.
Kapitel 11
1 Und es wird ein Reis hervorgehen aus der Wurzel Isais, und eine Blüte wird aus der Wurzel aufsteigen.
2 Und auf ihm wird ruhen der Geist Gottes, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Frömmigkeit;
3 der Geist der Furcht Gottes wird ihn erfüllen. Er wird nicht nach dem Ansehen richten und nicht nach dem Gerede zurechtweisen,
4 sondern er wird dem Geringen Recht sprechen und die Geringen der Erde zurechtweisen; und er wird die Erde schlagen mit dem Wort seines Mundes und mit dem Hauch durch die Lippen den Gottlosen töten;
5 und er wird mit Gerechtigkeit seine Lenden gegürtet haben und mit Wahrheit seine Seiten umwunden.
6 Und der Wolf wird mit dem Lamm weiden, und der Panther wird beim Böcklein ruhen, und Kalb und Stier und Löwe werden zusammen weiden, und ein kleines Kind wird sie führen;
7 und Rind und Bär werden zusammen weiden, und ihre Jungen werden beieinander sein, und Löwe und Rind werden zusammen Stroh fressen.
8 Und ein unmündiges Kind wird auf die Höhle der Nattern und auf das Lager der Natternbrut seine Hand legen.
9 Und sie werden keinesfalls Böses tun noch jemanden vernichten können auf meinem heiligen Berg, denn die ganze Erde ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, wie viel Wasser die Meere bedeckt.
10 Und an jenem Tage wird sein: die Wurzel Isais und der, der sich erhebt, über die Völker zu herrschen; auf ihn werden die Völker hoffen, und seine Ruhe wird Ehre sein.
11 Und an jenem Tage wird der Herr abermals seine Hand ausstrecken, um den übriggebliebenen Rest des Volkes eifrig zu suchen, was übrig geblieben ist von den Assyrern und von Ägypten und Babylonien und Äthiopien und von den Elamitern und vom Sonnenaufgang und aus Arabien.
12 Und er wird ein Zeichen für die Völker erheben und die Verlorenen Israels sammeln, und die Zerstreuten Judas wird er sammeln von den vier Flügeln der Erde.
13 Und die Eifersucht Ephraims wird weggenommen werden, und die Feinde Judas werden zugrunde gehen; Ephraim wird Juda nicht beneiden, und Juda wird Ephraim nicht bedrängen.
14 Und sie werden auf Schiffen der Fremdstämmigen über das Meer fliegen, zusammen werden sie plündern auch die vom Sonnenaufgang und Idumäa; und an Moab werden sie zuerst die Hände legen, die Söhne Ammons aber werden als erste gehorchen.
15 Und der Herr wird das Meer Ägyptens veröden lassen und seine Hand über den Strom legen mit gewaltigem Wind und ihn in sieben Bäche schlagen, sodass man ihn in Sandalen durchqueren kann;
16 und es wird ein Weg sein für meinen übriggebliebenen Volksrest in Ägypten, und es wird für Israel sein wie an dem Tage, als es aus dem Land Ägypten auszog.
Kapitel 12
1 Und du wirst sprechen an jenem Tage: Ich will dich preisen, Herr, denn du zürntest mir und hast deinen Zorn abgewandt und dich meiner erbarmt.
2 Siehe, Gott ist mein Heiland, der Herr; ich will auf ihn vertrauen und werde durch ihn gerettet werden und mich nicht fürchten, denn meine Herrlichkeit und mein Lobpreis ist der Herr, und er ist mir zum Heil geworden.
3 Und ihr werdet Wasser schöpfen mit Freude aus den Quellen des Heils.
4 Und du wirst sprechen an jenem Tage: Lobsinget dem Herrn, rufet seinen Namen aus, verkündet unter den Völkern seine herrlichen Taten, gedenket, dass sein Name erhöht ist.
5 Lobsinget dem Namen des Herrn, denn Erhabenes hat er getan; verkündet dies auf der ganzen Erde.
6 Jubelt und freuet euch, ihr Bewohner Zions, denn erhöht ist der Heilige Israels in ihrer Mitte.
Kapitel 13
1 Gesicht, das Jesaja, der Sohn des Amos, gegen Babylon sah.
2 Auf einem flachen Berge richtet ein Zeichen auf, erhebt die Stimme zu ihnen, fürchtet euch nicht, winkt mit der Hand: Öffnet, ihr Fürsten!
3 Ich gebiete, und ich führe sie; geheiligt sind sie, und ich führe sie; Riesen kommen, um meinen Zorn zu erfüllen, frohlockend und zugleich übermütig.
4 Ein Getöse vieler Völker auf den Bergen, gleich vielen Völkern, ein Getöse von Königen und versammelten Völkern. Der Herr Zebaoth hat einem waffengerüsteten Volke geboten,
5 zu kommen aus fernem Lande, vom äußersten Grunde des Himmels, der Herr und seine Waffenträger, um den ganzen Erdkreis zu verderben.
6 Heult, denn nahe ist der Tag des Herrn, und Zerschmetterung wird von Gott kommen.
7 Darum wird jede Hand erschlaffen, und jede Menschenseele wird verzagen;
8 und die Gesandten werden bestürzt sein, und Wehen werden sie ergreifen wie eine gebärende Frau; und sie werden einer zum andern klagen und außer sich geraten, und ihr Angesicht werden sie wie eine Flamme verändern.
9 Denn siehe, der Tag des Herrn kommt unheilbar, voll Grimm und Zorn, um den ganzen Erdkreis zur Wüste zu machen und die Sünder aus ihm zu vertilgen.
10 Denn die Sterne des Himmels und der Orion und der ganze Schmuck des Himmels werden ihr Licht nicht geben, und es wird finster werden, wenn die Sonne aufgeht, und der Mond wird sein Licht nicht geben.
11 Und ich werde dem ganzen Erdkreis Übles gebieten und den Gottlosen ihre Sünden; und ich werde den Übermut der Frevler vernichten und den Übermut der Hochmütigen erniedrigen.
12 Und die Übriggebliebenen werden kostbarer sein als ungeglühtes Gold, und der Mensch wird kostbarer sein als der Stein aus Suphir.
13 Denn der Himmel wird ergrimmen, und die Erde wird erbeben von ihren Grundfesten wegen des grimmigen Zornes des Herrn Zebaoth an dem Tage, an dem sein Zorn hereinbricht.
14 Und die Übriggebliebenen werden sein wie ein fliehendes Rehlein und wie ein umherirrendes Schaf, und es wird keinen geben, der sie sammelt, so daß ein jeder sich zu seinem Volke wendet und ein jeder in sein Land flieht.
15 Denn wer ergriffen wird, wird unterliegen, und die versammelt sind, werden durch das Schwert fallen;
16 und ihre Kinder werden sie vor ihren Augen zerschmettern und ihre Häuser plündern und ihre Frauen nehmen.
17 Siehe, ich erwecke gegen euch die Meder, die Silber nicht achten und des Goldes nicht bedürfen.
18 Die Bogen der Jünglinge werden sie zerbrechen, und mit euren Kindern werden sie kein Erbarmen haben, und ihre Augen werden der Kinder nicht schonen.
19 Und Babylon, das vom König der Chaldäer herrlich genannt wird, wird sein, wie Gott Sodom und Gomorra umkehrte:
20 Es wird auf ewige Zeit nicht bewohnt werden, und viele Geschlechter hindurch wird niemand hineingehen, und Araber werden nicht hindurchziehen, und Hirten werden darin nicht rasten;
21 und dort werden wilde Tiere rasten, und die Häuser werden voll Lärm sein, und dort werden Sirenen rasten, und Dämonen werden dort tanzen,
22 und Onokentauren werden dort wohnen, und Igel werden in ihren Häusern nisten; schnell kommt es und wird nicht säumen.
Kapitel 14
1 Und der Herr wird sich Jakobs erbarmen und Israel noch einmal erwählen, und sie werden auf ihrem Land zur Ruhe kommen, und der Fremdling wird sich ihnen anschließen und wird sich dem Haus Jakobs anschließen,
2 und Völker werden sie aufnehmen und an ihren Ort führen, und sie werden sie als Erbe erhalten und sich auf dem Land Gottes vermehren, zu Knechten und Mägden; und die, die sie gefangen genommen haben, werden Gefangene sein, und die, die über sie geherrscht haben, werden beherrscht werden.
3 Und es wird geschehen an jenem Tag: Gott wird dir Ruhe geben von dem Schmerz und deinem Zorn und deiner harten Knechtschaft, mit der du ihnen gedient hast.
4 Und du wirst dieses Klagelied über den König von Babylon anstimmen und an jenem Tag sagen: Wie hat der Eintreiber aufgehört, und wie hat der Antreiber aufgehört!
5 Gott hat das Joch der Sünder zerbrochen, das Joch der Herrscher,
6 der ein Volk im Zorn schlug mit unheilbarem Schlag, der ein Volk mit einem Schlag des Zorns traf, der nicht schonte,
7 er ruht nun voller Zuversicht. Die ganze Erde jauchzt vor Freude,
8 und die Bäume des Libanon freuen sich über dich und die Zeder des Libanon: Seitdem du entschlafen bist, ist keiner heraufgekommen, der uns fällt.
9 Der Hades unten wurde erbittert, als er dir begegnete; alle Riesen, die über die Erde geherrscht haben, erhoben sich gemeinsam für dich, die alle Könige der Völker von ihren Thronen aufstehen ließen.
10 Alle werden antworten und zu dir sagen: Auch du bist gefangen worden wie auch wir, und du bist uns zugerechnet worden.
11 Hinabgestiegen aber in den Hades ist deine Herrlichkeit, deine große Freude; unter dir wird man Verwesung ausbreiten, und dein Deckmantel ist der Wurm.
12 Wie ist vom Himmel gefallen der Morgenstern, der frühmorgens aufging! Zerschmettert auf die Erde ist der, der zu allen Völkern aussandte.
13 Du aber sprachst in deinem Sinn: Zum Himmel will ich hinaufsteigen, über die Sterne des Himmels will ich meinen Thron setzen, ich will mich niederlassen auf einem hohen Berg, auf den hohen Bergen gegen Norden,
14 ich will hinaufsteigen über die Wolken, ich will dem Höchsten gleich sein.
15 Nun aber wirst du in den Hades hinabsteigen und zu den Grundfesten der Erde.
16 Die dich sehen, werden über dich staunen und sagen: Ist dies der Mensch, der die Erde erzürnte, der Könige erschütterte?
17 Der den ganzen Erdkreis zur Wüste machte und die Städte niederriss, der die Gefangenen nicht losließ.
18 Alle Könige der Völker sind in Ehren entschlafen, jeder in seinem Haus;
19 du aber wirst in die Berge geworfen werden wie ein verabscheuter Toter, mit vielen Toten, die von Schwertern durchbohrt sind und in den Hades hinabsteigen. Wie ein in Blut getränktes Gewand nicht rein sein wird,
20 so wirst auch du nicht rein sein, weil du mein Land zugrunde gerichtet und mein Volk getötet hast; du wirst nicht bleiben in ewige Zeit, böser Same.
21 Bereite deine Kinder darauf vor, geschlachtet zu werden für die Sünden deines Vaters, damit sie nicht aufstehen und das Land erben und die Erde mit Städten füllen.
22 Und ich werde mich gegen sie erheben, spricht der Herr Zebaot, und ich werde ihren Namen und Überrest und Samen vernichten — dies spricht der Herr
23 und ich werde Babylonien zur Wüste machen, sodass Igel darin wohnen, und es wird zu nichts werden; und ich werde es zu einem Schlammpfuhl machen zum Verderben.
24 Dies spricht der Herr Zebaot: Wie ich gesprochen habe, so wird es sein, und wie ich beschlossen habe, so wird es bleiben,
25 dass ich die Assyrer aus meinem Land und von meinen Bergen vertilge, und sie werden zertreten werden, und ihr Joch wird von ihnen genommen werden, und ihre Pracht wird von den Schultern genommen werden.
26 Dies ist der Ratschluss, den der Herr über den ganzen Erdkreis beschlossen hat, und dies ist die erhobene Hand über alle Völker des Erdkreises.
27 Denn was der heilige Gott beschlossen hat, wer wird es zunichtemachen? Und die erhobene Hand, wer wird sie abwenden?
28 In dem Jahr, in dem König Ahas starb, geschah dieses Wort:
29 Freut euch nicht, ihr Philister alle, denn zerbrochen ist das Joch dessen, der euch schlug; denn aus dem Samen der Schlangen wird Nachwuchs von Nattern hervorgehen, und ihr Nachwuchs wird als fliegende Schlangen hervorgehen.
30 Und die Armen werden durch ihn geweidet werden, und arme Männer werden in Frieden ruhen; er aber wird deinen Samen durch Hunger vernichten und deinen Überrest vernichten.
31 Heult, ihr Tore der Städte, es sollen schreien die erschütterten Städte, alle Philister, denn Rauch kommt von Norden, und es gibt kein Entrinnen.
32 Und was werden die Könige der Völker antworten? Dass der Herr Zion gegründet hat, und durch ihn werden die Demütigen des Volkes gerettet werden.
Kapitel 15
1 Der Spruch gegen das Land Moab. Bei Nacht wird Moab zugrunde gehen, denn bei Nacht wird die Mauer Moabs zugrunde gehen.
2 Trauert über euch selbst, denn auch Debon wird zugrunde gehen; wo euer Altar ist, dorthin werdet ihr hinaufsteigen, um zu weinen. Über Nabau im Lande Moab heult; auf jedem Haupt eine Glatze, alle Arme zerschnitten.
3 Auf ihren Straßen gürtet euch mit Säcken und schlagt euch an die Brust; auf ihren Dächern und in ihren Gassen heult alle mit Weinen.
4 Denn Esebon und Eleale haben geschrien, bis nach Jassa wurde ihre Stimme gehört; darum schreit die Lende Moabs, seine Seele wird es erkennen.
5 Das Herz Moabs schreit in ihm bis nach Segor, denn es ist eine dreijährige junge Kuh; und auf dem Aufstieg von Luith werden sie weinend zu dir hinaufsteigen; auf dem Weg von Aroniim schreit man: Zerschmetterung und Erschütterung!
6 Das Wasser von Nemrim wird zur Wüste werden, und sein Gras wird verdorren; denn grünes Gras wird es nicht geben.
7 Soll es etwa auch so gerettet werden? Denn ich werde die Araber über das Tal bringen, und sie werden es einnehmen.
8 Denn das Geschrei hat das Gebiet Moabs bei Agallim erreicht, und sein Heulen bis zum Brunnen von Ailim.
9 Das Wasser von Remmon aber wird sich mit Blut füllen; denn ich werde die Araber über Remmon bringen und werde den Samen Moabs und Ariel und den Rest von Adama vertilgen.
Kapitel 16
1 Ich werde sie wie kriechendes Getier über das Land aussenden; ist etwa der Berg Zion ein öder Fels?
2 Denn du wirst sein wie das weggenommene Junge eines auffliegenden Vogels, Tochter Moab. Danach aber, Arnon,
3 berate dich noch mehr; schafft ihr für immer einen Schutz der Trauer; in mittäglicher Finsternis fliehen sie, sie sind entsetzt, lass dich nicht wegführen.
4 Die Flüchtlinge Moabs werden bei dir wohnen; sie werden euch Schutz sein vor dem Angesicht des Verfolgers, denn dein Bündnis ist aufgehoben, und der Herrscher, der auf der Erde zertrat, ist zugrunde gegangen.
5 Und ein Thron wird mit Barmherzigkeit aufgerichtet werden, und auf ihm wird einer mit Wahrheit sitzen im Zelt Davids, richtend und Recht suchend und sich um Gerechtigkeit eifernd.
6 Wir haben von dem Hochmut Moabs gehört ein überaus Hochmütiger; du hast den Stolz weggenommen. Nicht so ist deine Wahrsagung,
7 nicht so. Moab wird heulen, denn im Land der Moabiter werden alle heulen; über die Bewohner von Deseth wirst du sinnen und dich nicht schämen.
8 Die Ebenen von Hesbon werden trauern, der Weinstock von Sebama; ihr, die ihr die Völker verschlingt, zertretet ihre Weinstöcke bis nach Jaser; ihr werdet gewiss nicht zusammenkommen, irrt durch die Wüste; die Ausgesandten wurden zurückgelassen, denn sie durchzogen die Wüste.
9 Darum werde ich weinen wie das Weinen Jasers um den Weinstock von Sebama; deine Bäume hat er niedergeworfen, Hesbon und Eleale; denn über deine Ernte und über deine Weinlese werde ich hertreten, und alles wird fallen.
10 Und Freude und Jubel werden von deinen Weinbergen weggenommen werden, und in deinen Weinbergen werden sie sich gewiss nicht freuen und gewiss keinen Wein in die Keltertröge treten, denn es hat aufgehört.
11 Darum wird mein Inneres über Moab wie eine Kithara ertönen, und mein Innerstes wie eine Mauer, die du erneuert hast.
12 Und es wird geschehen, dass du zuschanden wirst, denn Moab hat sich abgemüht an den Altären und wird zu seinen handgemachten Götzen hineingehen, um zu beten, und es wird ihn gewiss nicht erretten können.
13 Dies ist das Wort, das der Herr über Moab geredet hat, als er auch redete.
14 Und nun sage ich: In drei Jahren, nach den Jahren eines Tagelöhners, wird die Herrlichkeit Moabs mit all dem vielen Reichtum entehrt werden, und es wird ein geringer Rest übrig bleiben, und zwar nicht geehrt.
Kapitel 17
1 Der Ausspruch gegen Damaskus. Siehe, Damaskus wird aus der Zahl der Städte hinweggenommen werden und wird zum Trümmerhaufen werden,
2 verlassen auf ewig, zur Lagerstätte für Herden und zur Ruhe, und niemand wird sie verscheuchen.
3 Und es wird keine Festung mehr geben, in die Ephraim fliehen könnte, und es wird kein Königreich mehr in Damaskus geben, und der Rest der Syrer wird zugrunde gehen; denn du bist nicht besser als die Söhne Israels und ihre Herrlichkeit. So spricht der Herr Sabaoth.
4 An jenem Tag wird die Herrlichkeit Jakobs schwinden, und das Fette seiner Herrlichkeit wird erschüttert werden.
5 Und es wird sein, wie wenn einer stehende Ernte einsammelt und die Saat der Ähren mit seinem Arm erntet, und es wird sein, wie wenn einer Ähren in einem harten Tal aufliest
6 und darin Stoppeln übrig bleiben oder wie zwei oder drei Oliven auf dem obersten Wipfel oder vier oder fünf an ihren Zweigen übrig bleiben. So spricht der Herr, der Gott Israels.
7 An jenem Tag wird der Mensch auf den vertrauen, der ihn gemacht hat, und seine Augen werden auf den Heiligen Israels blicken,
8 und sie werden nicht mehr auf die Altäre vertrauen noch auf die Werke ihrer Hände, die ihre Finger gemacht haben, und sie werden ihre Bäume nicht ansehen noch ihre Greuel.
9 An jenem Tag werden deine Städte verlassen sein, wie die Amoriter und die Heviter sie vor dem Angesicht der Söhne Israels verließen, und sie werden öde sein,
10 weil du Gott, deinen Retter, verlassen hast und des Herrn, deines Helfers, nicht gedacht hast. Darum wirst du eine trügerische Pflanzung pflanzen und einen trügerischen Samen;
11 an dem Tag aber, an dem du pflanzt, wirst du irregehen; und am Morgen, wenn du säst, wird es zur Ernte blühen an dem Tag, an dem du das Erbe erlangst, und wie ein Vater eines Menschen wirst du deinen Söhnen das Erbe zuteilen.
12 Wehe, Menge vieler Völker! Wie das wogende Meer, so werdet ihr aufgewühlt werden, und der Rücken vieler Völker wird tosen wie Wasser.
13 Wie viel Wasser sind viele Völker, wie mit der Gewalt vielen herabstürzenden Wassers; und er wird es verwerfen und weit fortjagen wie Spreustaub der Worfelnden gegen den Wind und wie Radstaub, den ein Sturmwind trägt.
14 Gegen Abend wird Trauer sein, vor dem Morgen ist es nicht mehr. Dies ist das Los derer, die euch geplündert haben, und das Erbe derer, die euch beerbt haben.
Kapitel 18
1 Wehe dem Land der Schiffsflügel jenseits der Ströme Äthiopiens,
2 das auf dem Meer Geiseln sendet und Briefe aus Papyrus über das Wasser hin; denn leichte Boten werden ziehen zu einem hochragenden Volk und zu einem fremden und harten Volk – wer ist jenseits von ihm? – einem Volk ohne Hoffnung und zertreten. Nun sind die Ströme des Landes
3 alle wie ein bewohntes Land; ihr Land wird bewohnt werden; wenn wie ein Zeichen vom Berg erhoben wird, wird es hörbar sein wie der Schall einer Trompete.
4 Denn so sprach der Herr zu mir: Sicherheit wird in meiner Stadt sein wie das Licht der Mittagshitze, und wie eine Wolke von Tau am Tag der Ernte wird sie sein.
5 Vor der Ernte, wenn die Blüte vollendet ist und die unreife Traube blüht, eine Blüte, die herbe Trauben trägt, dann wird er die kleinen Träublein mit Sicheln abnehmen und die Ranken wegnehmen und abhauen
6 und sie zurücklassen samt den Vögeln des Himmels und den Tieren der Erde; und die Vögel des Himmels werden sich über ihnen versammeln, und alle Tiere der Erde werden über ihn kommen.
7 Zu jener Zeit werden Gaben dargebracht werden dem Herrn Sabaoth von einem bedrängten und zerrauften Volk und von einem großen Volk, von nun an und bis in ewige Zeit, ein hoffendes und zertretenes Volk, das im Gebiet eines Flusses seines Landes ist, an den Ort, wo der Name des Herrn Sabaoth angerufen wurde, den Berg Zion.
Kapitel 19
1 Gesicht über Ägypten: Siehe, der Herr sitzt auf einer leichten Wolke und wird nach Ägypten kommen, und die von Händen gemachten Götzen Ägyptens werden vor seinem Angesicht erbeben, und ihr Herz wird in ihnen verzagen.
2 Und Ägypter werden sich gegen Ägypter erheben, und ein Mann wird gegen seinen Bruder kämpfen und ein Mann gegen seinen Nächsten, Stadt gegen Stadt und Gau gegen Gau.
3 Und der Geist der Ägypter wird in ihnen verwirrt werden, und ihren Ratschluss werde ich zunichtemachen, und sie werden ihre Götter befragen und ihre Bilder und die aus der Erde Rufenden und die Bauchredner.
4 Und ich werde Ägypten in die Hände harter Herren übergeben, und harte Könige werden über sie herrschen; dies spricht der Herr Sabaoth.
5 Und die Ägypter werden das Wasser am Meer trinken, der Fluss aber wird versiegen und austrocknen.
6 Und die Flüsse werden versiegen und die Kanäle des Flusses, und jede Sammlung von Wasser wird austrocknen, auch in jedem Sumpf von Rohr und Papyrus.
7 Und alles grüne Riedgras rings um den Fluss und alles am Fluss Gesäte wird verdorren, vom Wind verweht.
8 Und die Fischer werden seufzen, und alle, die die Angel in den Fluss werfen, werden seufzen, und die Netze auswerfen und die Wurfnetzfischer werden trauern.
9 Und Scham wird die ergreifen, die den gehechelten Flachs bearbeiten, und die, die den Byssus bearbeiten,
10 und die, die daran weben, werden in Schmerz sein, und alle, die das Bier bereiten, werden betrübt sein und in ihren Seelen leiden.
11 Und töricht werden die Fürsten von Tanis sein; die weisen Ratgeber des Königs – ihr Rat wird zur Torheit werden. Wie werdet ihr zum König sagen: Wir sind Söhne von Verständigen, Söhne von Königen von Anbeginn?
12 Wo sind nun deine Weisen? Sie sollen dir verkünden und sagen, was der Herr Sabaoth über Ägypten beschlossen hat.
13 Die Fürsten von Tanis sind dahingeschwunden, und die Fürsten von Memphis haben sich erhoben, und sie werden Ägypten nach Stämmen in die Irre führen.
14 Denn der Herr hat ihnen einen Geist der Verirrung eingeschenkt, und sie haben Ägypten in allen seinen Werken irregeführt, wie ein Betrunkener umherirrt und sich zugleich erbricht.
15 Und die Ägypter werden kein Werk haben, das Kopf und Schwanz, Anfang und Ende bewirkt.
16 An jenem Tag werden die Ägypter wie Frauen sein, in Furcht und Zittern vor dem Angesicht der Hand des Herrn Sabaoth, die er über sie bringen wird.
17 Und das Land der Judäer wird den Ägyptern zum Schrecken werden; jeder, der es ihnen gegenüber nennt, sie werden sich fürchten wegen des Ratschlusses, den der Herr über es beschlossen hat.
18 An jenem Tag werden fünf Städte in Ägypten sein, die die kanaanäische Sprache reden und beim Namen des Herrn schwören; Stadt-Asedek wird die eine Stadt heißen.
19 An jenem Tag wird ein Altar für den Herrn im Land der Ägypter sein und eine Säule an seiner Grenze für den Herrn,
20 und es wird ein Zeichen sein auf ewig für den Herrn im Land Ägypten; denn sie werden zum Herrn schreien wegen derer, die sie bedrängen, und der Herr wird ihnen einen Menschen senden, der sie retten wird; richtend wird er sie retten.
21 Und der Herr wird den Ägyptern bekannt sein, und die Ägypter werden den Herrn an jenem Tag erkennen und Opfer darbringen und dem Herrn Gelübde geloben und sie erfüllen.
22 Und der Herr wird die Ägypter mit einem großen Schlag schlagen und sie mit Heilung heilen, und sie werden sich zum Herrn bekehren, und er wird sie erhören und sie heilen.
23 An jenem Tag wird ein Weg von Ägypten zu den Assyrern sein, und die Assyrer werden nach Ägypten kommen, und die Ägypter werden zu den Assyrern ziehen, und die Ägypter werden den Assyrern dienen.
24 An jenem Tag wird Israel das Dritte sein unter den Assyrern und unter den Ägyptern, gesegnet im Land,
25 das der Herr Sabaoth gesegnet hat, indem er sprach: Gesegnet sei mein Volk, das in Ägypten ist, und das unter den Assyrern, und mein Erbe Israel.
Kapitel 20
1 In dem Jahr, in dem Tanathan nach Asdod kam, als er von Arna, dem König der Assyrer, gesandt worden war, und er Asdod bekriegte und es einnahm,
2 da redete der Herr zu Jesaja und sprach: Geh und nimm das Sacktuch von deinen Lenden und löse deine Sandalen von deinen Füßen. Und er tat so und ging nackt und barfuß umher.
3 Und der Herr sprach: Wie mein Knecht Jesaja drei Jahre lang nackt und barfuß umhergegangen ist, so wird es Zeichen und Wunder sein für die Ägypter und die Äthiopier;
4 denn so wird der König der Assyrer die Gefangenen Ägyptens und der Äthiopier wegführen, Jünglinge und Greise, nackt und barfuß, mit entblößter Scham Ägyptens.
5 Und die Ägypter werden sich schämen, besiegt, wegen der Äthiopier, auf die die Ägypter vertraut hatten, denn sie waren ihnen ein Ruhm.
6 Und die Bewohner dieser Insel werden sagen: Siehe, wir hatten darauf vertraut, zu ihnen um Hilfe zu fliehen, die sich doch nicht vor dem König der Assyrer retten konnten; wie sollen dann wir gerettet werden?
Kapitel 21
1 Das Gesicht der Wüste. Wie ein Sturmwind durch die Wüste hindurchfährt, aus der Wüste kommend, aus einem Land, so wurde mir ein furchtbares
2 und hartes Gesicht verkündet: Der Treulose handelt treulos, der Gesetzlose handelt gesetzlos. Gegen mich sind die Elamiter, und die Gesandten der Perser kommen gegen mich. Nun will ich seufzen und mich selbst trösten.
3 Darum wurden meine Lenden von Schwäche erfüllt, und Wehen ergriffen mich wie eine Gebärende; ich tat unrecht, indem ich nicht hörte, ich beeilte mich, nicht zu sehen.
4 Mein Herz irrt umher, und die Gesetzlosigkeit überflutet mich, meine Seele ist in Furcht versetzt.
5 Bereite den Tisch; trinkt, esst; steht auf, ihr Fürsten, macht die Schilde bereit.
6 Denn so sprach der Herr zu mir: Geh hin, stelle dir einen Wächter auf, und was du siehst, verkünde.
7 Und ich sah zwei berittene Reiter, einen Eselsreiter und einen Kamelreiter. Horche mit großer Aufmerksamkeit
8 und rufe Uria auf die Warte des Herrn. Und er sprach: Ich stand den ganzen Tag, und bei dem Lager stand ich die ganze Nacht,
9 und siehe, da kommt er selbst, ein Reiter eines Zweigespanns. Und er antwortete und sprach: Gefallen ist Babylon, und alle ihre Götterbilder und ihre handgemachten Werke sind zu Boden zerschmettert.
10 Hört, ihr Übriggebliebenen und ihr Leidenden, hört, was ich vom Herrn Zebaoth gehört habe; der Gott Israels hat es uns verkündet.
11 Das Gesicht über Idumäa. Zu mir ruft man von Seir her: Bewacht die Zinnen!
12 Ich wache am Morgen und in der Nacht; wenn du suchst, so suche, und wohne bei mir;
13 im Wald wirst du am Abend schlafen, auf dem Weg nach Dedan.
14 Bringt dem Dürstenden Wasser entgegen, ihr Bewohner des Landes Teman, kommt den Fliehenden mit Broten entgegen,
15 wegen der Menge der Fliehenden und wegen der Menge der Umherirrenden und wegen der Menge des Schwertes und wegen der Menge der gespannten Bogen und wegen der Menge der im Krieg Gefallenen.
16 Denn so sprach der Herr zu mir: Noch ein Jahr, wie das Jahr eines Tagelöhners, dann wird die Herrlichkeit der Söhne Kedars vergehen,
17 und der Rest der Bogen der starken Söhne Kedars wird gering sein; denn der Herr, der Gott Israels, hat es geredet.
Kapitel 22
1 Der Ausspruch über das Tal Zion. Was ist dir nun geschehen, dass ihr alle auf die Dächer gestiegen seid,
2 ihr Nichtigen? Die Stadt ist voll von Schreienden; deine Verwundeten sind nicht Verwundete des Schwertes, und deine Toten nicht Tote des Krieges.
3 Alle deine Fürsten sind geflohen, und die Gefangenen sind hart gefesselt, und die Starken in dir sind weit weg geflohen.
4 Darum sprach ich: Lasst mich, bitterlich will ich weinen; bemüht euch nicht, mich zu trösten über den Zusammenbruch der Tochter meines Volkes.
5 Denn es ist ein Tag der Verwirrung und des Verderbens und der Zertretung und des Umherirrens vom Herrn Zebaoth im Tal Zion; sie irren umher vom Kleinsten bis zum Größten, sie irren auf den Bergen umher.
6 Die Elamiter aber nahmen Köcher, Reiter, Männer auf Pferden, und eine versammelte Schlachtordnung.
7 Und deine auserlesenen Täler werden voll von Wagen sein, und die Reiter werden deine Tore versperren;
8 und sie werden die Tore Judas aufdecken und an jenem Tag auf die auserlesenen Häuser der Stadt blicken
9 und werden das Verborgene der Häuser der Burg Davids aufdecken. Und sie sahen, dass es viele sind und dass man das Wasser des alten Teiches in die Stadt umgeleitet hatte
10 und dass man die Häuser Jerusalems niedergerissen hatte zur Befestigung der Mauer für die Stadt.
11 Und ihr habt euch Wasser gemacht zwischen den beiden Mauern, innerhalb des alten Teiches, und habt nicht auf den geblickt, der sie von Anfang an gemacht hat, und den, der sie geschaffen hat, habt ihr nicht gesehen.
12 Und der Herr Zebaoth rief an jenem Tag zu Weinen und Klagen und Scheren des Haupts und Gürten mit Säcken,
13 sie aber machten sich Freude und Jubel, schlachteten Kälber und opferten Schafe, um Fleisch zu essen und Wein zu trinken, und sprachen: Lasst uns essen und trinken, denn morgen sterben wir.
14 Und dies ist aufgedeckt in den Ohren des Herrn Zebaoth: Diese Sünde wird euch nicht vergeben werden, bis ihr sterbt.
15 So spricht der Herr Zebaoth: Geh in die Kammer zu Somna, dem Verwalter, und sprich zu ihm:
16 Was hast du hier und was gehört dir hier, dass du dir hier ein Grabmal ausgehauen und dir in der Höhe ein Grabmal gemacht und dir in den Felsen eine Wohnung eingegraben hast?
17 Siehe, der Herr Zebaoth wird einen Mann hinauswerfen und vertilgen und wird dein Gewand wegnehmen
18 und deine prächtige Krone und wird dich in ein großes und unermessliches Land schleudern, und dort wirst du sterben; und er wird deinen schönen Wagen zur Schande machen und das Haus deines Fürsten zur Zertretung,
19 und du wirst aus deiner Verwaltung und aus deiner Stellung entfernt werden.
20 Und es wird geschehen an jenem Tag: Ich werde meinen Knecht Eljakim, den Sohn des Chelkias, rufen
21 und werde ihm dein Gewand anziehen und ihm deine Krone geben, und die Macht und deine Verwaltung werde ich in seine Hände geben, und er wird wie ein Vater sein für die Bewohner Jerusalems und die Bewohner Judas.
22 Und ich werde ihm die Herrlichkeit Davids geben, und er wird herrschen, und niemand wird widersprechen.
23 Und ich werde ihn als Fürsten an einen zuverlässigen Ort setzen, und er wird zum Thron der Herrlichkeit für das Haus seines Vaters werden.
24 Und jeder Angesehene im Hause seines Vaters wird auf ihn vertrauen, vom Kleinsten bis zum Größten, und sie werden an ihm hängen.
25 An jenem Tag, so spricht der Herr Zebaoth, wird der Mensch, der an einem zuverlässigen Ort befestigt ist, wanken und fallen, und die Herrlichkeit, die auf ihm ist, wird weggenommen werden, denn der Herr hat gesprochen.
Kapitel 23
1 Die Weissagung über Tyrus. Heult, ihr Schiffe von Karthago, denn es ist zugrunde gegangen, und sie kommen nicht mehr aus dem Land der Kittäer; es ist gefangen weggeführt worden.
2 Wem sind sie gleich geworden, die Bewohner der Insel, die Händler Phöniziens, die das Meer durchqueren
3 auf großem Wasser, ein Same von Händlern? Wie bei eingebrachter Ernte sind die Händler der Völker.
4 Schäme dich, Sidon, sprach das Meer; die Stärke des Meeres aber sprach: Ich habe nicht Wehen gehabt und nicht geboren, habe keine Jünglinge großgezogen und keine Jungfrauen aufgezogen.
5 Wenn es aber in Ägypten kundbar wird, wird sie Schmerz ergreifen um Tyrus.
6 Geht fort nach Karthago, heult, ihr Bewohner dieser Insel.
7 War dies nicht euer Hochmut von Anfang an, bevor sie preisgegeben wurde?
8 Wer hat dies gegen Tyrus beschlossen? Ist sie etwa geringer oder hat keine Kraft? Ihre Kaufleute sind angesehen, Fürsten der Erde.
9 Der Herr Zebaoth hat beschlossen, allen Hochmut der Angesehenen zunichtezumachen und alles Angesehene auf der Erde zu entehren.
10 Bebaue dein Land, denn es kommen keine Schiffe mehr aus Karthago.
11 Deine Hand aber vermag nichts mehr auf dem Meer, sie, die Könige reizte; der Herr Zebaoth hat über Kanaan geboten, seine Stärke zu vernichten.
12 Und man wird sagen: Ihr werdet nicht mehr fortfahren, die Tochter Sidons zu misshandeln und ihr Unrecht zu tun; und wenn du zu den Kittäern gehst, wirst du auch dort keine Ruhe haben;
13 auch in das Land der Chaldäer — auch dieses ist von den Assyrern verwüstet worden —, auch dort wirst du keine Ruhe haben, denn seine Mauer ist gefallen.
14 Heult, ihr Schiffe von Karthago, denn eure Festung ist zugrunde gegangen.
15 Und es wird geschehen an jenem Tag: Tyrus wird siebzig Jahre lang verlassen sein, wie die Zeit eines Königs, wie die Zeit eines Menschen; und es wird geschehen nach siebzig Jahren: Tyrus wird sein wie das Lied einer Hure:
16 Nimm die Kithara, ziehe umher durch die Städte, du vergessene Hure; spiele schön, singe viel, damit man sich deiner erinnere.
17 Und es wird geschehen nach siebzig Jahren: Gott wird Tyrus heimsuchen, und es wird wieder in seinen alten Zustand zurückversetzt werden und wird ein Handelsplatz sein für alle Königreiche des Erdkreises.
18 Und ihr Handel und ihr Lohn wird dem Herrn heilig sein; nicht für sie selbst wird er gesammelt werden, sondern für die, die vor dem Herrn wohnen, wird all ihr Handel sein, zu essen und zu trinken und satt zu werden, zum Bund, zum Gedächtnis vor dem Herrn.
Kapitel 24
1 Siehe, der Herr verdirbt den Erdkreis und wird ihn verwüsten und sein Angesicht aufdecken und die zerstreuen, die auf ihm wohnen.
2 Und es wird dem Volk ergehen wie dem Priester, dem Knecht wie dem Herrn, der Magd wie der Herrin; dem Käufer wie dem Verkäufer, dem Verleiher wie dem Borgenden, dem Schuldner wie dem, dem er schuldet.
3 Gänzlich verdorben wird die Erde werden, und gänzlich geplündert wird die Erde werden; denn der Mund des Herrn hat dies geredet.
4 Die Erde trauerte, und der Erdkreis wurde verdorben, es trauerten die Hohen der Erde.
5 Die Erde aber handelte gesetzlos wegen ihrer Bewohner, weil sie das Gesetz übertraten und die Gebote veränderten, den ewigen Bund.
6 Darum wird ein Fluch die Erde verzehren, weil ihre Bewohner gesündigt haben; darum werden arm sein, die auf der Erde wohnen, und wenige Menschen werden übrig bleiben.
7 Trauern wird der Wein, trauern wird der Weinstock, seufzen werden alle, die sich von Herzen freuen.
8 Aufgehört hat die Freude der Pauken, aufgehört haben Übermut und Reichtum der Gottlosen, aufgehört hat der Klang der Kithara.
9 Sie wurden zuschanden, sie tranken keinen Wein, bitter wurde das Rauschgetränk denen, die es trinken.
10 Verwüstet wurde jede Stadt; man wird das Haus verschließen, dass niemand hineingehe.
11 Heult überall über den Wein; aufgehört hat alle Freude der Erde.
12 Und Städte werden verödet zurückbleiben, und verlassene Häuser werden zugrunde gehen.
13 Dies alles wird geschehen auf der Erde inmitten der Völker: wie wenn jemand einen Ölbaum abklopft, so wird man sie abklopfen, und wie wenn die Weinlese aufhört.
14 Diese werden mit lauter Stimme schreien; die aber auf der Erde übrig gelassen wurden, werden sich freuen zugleich mit der Herrlichkeit des Herrn. Das Wasser des Meeres wird aufgewühlt werden.
15 Darum wird die Herrlichkeit des Herrn auf den Inseln des Meeres sein, der Name des Herrn wird herrlich sein: Herr, Gott Israels!
16 Von den Flügeln der Erde her haben wir Wunderzeichen gehört: Hoffnung dem Frommen. Und sie werden sagen: Wehe den Verächtern, denen, die das Gesetz verachten!
17 Furcht und Grube und Schlinge über euch, die ihr auf der Erde wohnt.
18 Und es wird geschehen: wer vor der Furcht flieht, wird in die Grube fallen, und wer aus der Grube heraussteigt, wird von der Schlinge gefangen werden; denn Fenster vom Himmel her wurden geöffnet, und die Grundfesten der Erde werden erschüttert werden.
19 Gänzlich erschüttert wird die Erde werden, und in gänzliche Ratlosigkeit wird die Erde geraten.
20 Die Erde neigte sich und wird schwanken wie eine Obsthütte, wie der Trunkene und vom Rausch Benommene, und sie wird fallen und sich nicht mehr erheben können; denn die Gesetzlosigkeit hat über sie die Oberhand gewonnen.
21 Und Gott wird die Hand legen an das Heer des Himmels und an die Könige der Erde.
22 Und man wird sie versammeln und einschließen in eine Festung und in ein Gefängnis; nach vielen Generationen wird ihre Heimsuchung geschehen.
23 Und der Ziegel wird zerschmelzen, und die Mauer wird fallen; denn der Herr wird König sein in Zion und in Jerusalem und wird vor den Ältesten verherrlicht werden.
Kapitel 25
1 Herr, mein Gott, ich will dich verherrlichen, ich will deinen Namen preisen, denn du hast wunderbare Dinge getan, einen alten, wahrhaftigen Ratschluss; es geschehe, Herr.
2 Denn du hast Städte zu einem Schutthaufen gemacht, feste Städte, sodass ihre Grundmauern fielen; die Stadt der Gottlosen wird in Ewigkeit nicht wieder aufgebaut werden.
3 Darum wird dich das arme Volk segnen, und die Städte der Menschen, denen Unrecht geschieht, werden dich segnen.
4 Denn du bist jeder erniedrigten Stadt ein Helfer geworden und denen, die aus Mangel verzagt waren, ein Schutz; vor bösen Menschen wirst du sie erretten, ein Schutz der Dürstenden und ein Odem der Menschen, denen Unrecht geschieht.
5 Sie werden dich segnen wie kleinmütige Menschen, die in Zion dürsten, vor gottlosen Menschen, denen du uns ausgeliefert hast.
6 Und der Herr Zebaoth wird allen Völkern auf diesem Berge ein Mahl bereiten: sie werden Freude trinken, sie werden Wein trinken, sie werden sich mit Salböl salben.
7 Auf diesem Berge übergib dies alles den Völkern; denn dieser Ratschluss ergeht über alle Völker.
8 Der Tod hat verschlungen, da er stark geworden war, und wiederum hat Gott jede Träne von jedem Angesicht weggenommen; die Schmach des Volkes hat er von der ganzen Erde weggenommen, denn der Mund des Herrn hat es geredet.
9 Und an jenem Tage werden sie sagen: Siehe, unser Gott, auf den wir gehofft haben; und wir jubelten und werden uns freuen über unsere Rettung.
10 Denn Gott wird auf diesem Berge Ruhe geben, und Moab wird zertreten werden, wie man eine Tenne mit Wagen tritt.
11 Und er wird seine Hände ausstrecken, so wie er selbst erniedrigt hat, um zu verderben, und er wird seinen Hochmut erniedrigen samt dem, worauf er die Hände gelegt hat.
12 Und die Höhe der Zuflucht deiner Mauer wird er erniedrigen, und sie wird bis auf den Boden hinabsinken.
Kapitel 26
1 An jenem Tage werden sie dieses Lied im Lande Juda singen und sprechen: Siehe, eine feste Stadt, und unser Heil wird er als Mauer und Vormauer setzen.
2 Öffnet die Tore, es ziehe ein das Volk, das Gerechtigkeit bewahrt und Wahrheit bewahrt,
3 das sich an die Wahrheit hält und den Frieden bewahrt. Denn auf dich
4 haben sie gehofft, Herr, bis in Ewigkeit, du großer, ewiger Gott,
5 der du erniedrigt und herabgestürzt hast, die in der Höhe wohnten; feste Städte wirst du niederwerfen und bis zum Boden herabreißen,
6 und die Füße der Sanftmütigen und Demütigen werden sie zertreten.
7 Der Weg der Frommen ist gerade geworden, und bereitet ist der Weg der Frommen.
8 Denn der Weg des Herrn ist Gericht; wir haben gehofft auf deinen Namen und auf das Gedenken,
9 nach dem unsere Seele verlangt. Von der Nacht an wacht mein Geist früh zu dir auf, o Gott, denn deine Gebote sind Licht auf der Erde. Lernt Gerechtigkeit, die ihr auf der Erde wohnt.
10 Denn der Gottlose hat aufgehört; er wird gewiss keine Gerechtigkeit auf der Erde lernen, Wahrheit wird er gewiss nicht üben. Hinweg genommen werde der Gottlose, damit er die Herrlichkeit des Herrn nicht sehe.
11 Herr, erhoben ist dein Arm, und sie wussten es nicht; wenn sie es aber erkennen, werden sie zuschanden werden. Eifer wird ein unbelehrtes Volk ergreifen, und nun wird Feuer die Widersacher verzehren.
12 Herr, unser Gott, gib uns Frieden, denn alles hast du uns vergolten.
13 Herr, unser Gott, nimm uns in Besitz; Herr, außer dir kennen wir keinen anderen, deinen Namen nennen wir.
14 Die Toten aber werden gewiss kein Leben sehen, noch werden Ärzte sie auferwecken; darum hast du herbeigeführt und vernichtet und alles Männliche von ihnen weggenommen.
15 Füge ihnen Übel hinzu, Herr, füge Übel hinzu allen Angesehenen der Erde.
16 Herr, in der Bedrängnis habe ich deiner gedacht; in kleiner Bedrängnis war deine Züchtigung für uns.
17 Und wie die Gebärende dem Gebären nahe ist und in ihren Wehen aufschreit, so sind wir geworden für deinen Geliebten um deiner Furcht willen, Herr.
18 Wir haben empfangen und Wehen gehabt und geboren; den Geist deines Heils haben wir gewirkt auf der Erde, aber fallen werden, die auf der Erde wohnen.
19 Auferstehen werden die Toten, und aufgeweckt werden, die in den Gräbern sind, und sich freuen werden, die auf der Erde sind; denn der Tau, der von dir kommt, ist ihnen Heilung, das Land der Gottlosen aber wird fallen.
20 Geh hin, mein Volk, tritt ein in deine Kammern, verschließe deine Tür, verbirg dich ein klein wenig, bis der Zorn des Herrn vorübergeht.
21 Denn siehe, der Herr bringt vom Heiligtum aus den Zorn über die Bewohner der Erde, und die Erde wird ihr Blut aufdecken und die Erschlagenen nicht zudecken.
Kapitel 27
1 An jenem Tage wird Gott das heilige, große und starke Schwert über den Drachen bringen, die fliehende Schlange, über den Drachen, die gewundene Schlange, und er wird den Drachen töten.
2 An jenem Tage: ein schöner Weinberg; Lust ist es, über ihn zu singen.
3 Ich bin eine starke Stadt, eine belagerte Stadt; vergeblich werde ich sie tränken; denn sie wird bei Nacht erobert werden, bei Tag aber wird die Mauer fallen.
4 Es gibt keine, die sie nicht ergriffen hätte. Wer wird mich hinstellen, Stoppeln auf dem Felde zu bewachen? Wegen dieser Feindschaft habe ich sie verworfen. Darum also hat Gott der Herr alles getan, was er angeordnet hat. Ich bin verbrannt,
5 werden ihre Bewohner rufen; lasst uns Frieden mit ihm machen, lasst uns Frieden machen!
6 Die da kommen, die Kinder Jakobs: Israel wird sprossen und aufblühen, und der Erdkreis wird von seiner Frucht erfüllt werden.
7 Wird er etwa, wie er selbst geschlagen hat, ebenso geschlagen werden, und wie er selbst getötet hat, ebenso getötet werden?
8 Kämpfend und schmähend wird er sie fortschicken. Warst nicht du es, der sann, mit dem harten Winde sie zu töten, mit dem Winde des Zorns?
9 Darum wird die Gesetzlosigkeit Jakobs weggenommen werden, und dies ist sein Segen, wenn ich seine Sünde wegnehme, wenn sie alle Steine der Altäre zerschlagen hinlegen wie feinen Staub; und ihre Bäume werden nicht bleiben, und ihre Götzenbilder sind umgehauen wie ein Wald in der Ferne.
10 Die bewohnte Herde wird preisgegeben sein wie eine verlassene Herde; und sie wird lange Zeit zur Weide dienen, und dort werden sie ruhen.
11 Und nach einiger Zeit wird nichts Grünes mehr in ihr sein, weil es verdorrt ist. Ihr Frauen, die ihr vom Schauspiel kommt, kommt her! Denn es ist kein Volk, das Einsicht hat; darum wird sich der, der sie gemacht hat, nicht erbarmen, und der, der sie gebildet hat, wird ihnen kein Mitleid erweisen.
12 Und es wird geschehen an jenem Tage: Der Herr wird zusammenschließen vom Kanal des Stromes bis nach Rhinokorura; ihr aber sammelt die Söhne Israels, einen nach dem anderen.
13 Und es wird geschehen an jenem Tage: Sie werden mit der großen Posaune blasen, und es werden kommen die Verlorenen im Lande der Assyrer und die Verlorenen in Ägypten, und sie werden den Herrn anbeten auf dem heiligen Berge in Jerusalem.
Kapitel 28
1 Wehe der Krone des Hochmuts, den Tagelöhnern Ephraims: der Blüte, die von der Herrlichkeit herabgefallen ist auf dem Gipfel des fetten Berges, den Trunkenen ohne Wein.
2 Siehe, stark und hart ist der Zorn des Herrn, wie herabstürzender Hagel, der keinen Schutz kennt, mit Gewalt herabstürzend; wie eine große Menge Wassers, die das Land fortreißt, wird er dem Land Ruhe schaffen mit den Händen.
3 Und mit den Füßen wird zertreten werden die Krone des Hochmuts, die Tagelöhner Ephraims.
4 Und die Blüte, die von der Hoffnung der Herrlichkeit herabgefallen ist auf dem Gipfel des hohen Berges, wird sein wie eine Frühfeige: wer sie sieht, will sie verschlingen, noch ehe er sie in seine Hand genommen hat.
5 An jenem Tag wird der Herr Sabaoth die Krone der Hoffnung sein, die geflochtene der Herrlichkeit, für den Rest meines Volkes;
6 sie werden übrigbleiben im Geist des Gerichts zum Gericht und mit Kraft, die zu töten hindert.
7 Denn diese sind vom Wein irregegangen, sie sind irregegangen durch das Rauschgetränk; Priester und Prophet sind von Sinnen wegen des Weins, sie taumelten vom Rausch des Rauschgetränks, sie sind irregegangen; das ist ein Trugbild.
8 Ein Fluch wird diesen Ratschluss verzehren; denn dieser Ratschluss ist um der Habgier willen.
9 Wem haben wir Übles verkündet, und wem haben wir Botschaft verkündet? Denen, die von der Milch entwöhnt, die von der Brust weggerissen sind?
10 Erwarte Drangsal auf Drangsal, Hoffnung auf Hoffnung, noch ein wenig, noch ein wenig,
11 wegen der Verächtlichkeit der Lippen, durch eine fremde Zunge, denn sie werden zu diesem Volk reden
12 und zu ihm sagen: Dies ist die Ruhe für den Hungrigen, und dies ist die Zerschmetterung; und sie wollten nicht hören.
13 Und das Wort des Herrn, Gottes, wird für sie sein: Drangsal auf Drangsal, Hoffnung auf Hoffnung, noch ein wenig, noch ein wenig, damit sie hingehen und rückwärts fallen und in Gefahr geraten und zerschmettert und gefangen werden.
14 Darum hört das Wort des Herrn, ihr bedrängten Männer und Herrscher dieses Volkes in Jerusalem:
15 Weil ihr gesagt habt: Wir haben einen Bund mit der Unterwelt geschlossen und mit dem Tod Verträge; wenn ein Sturm daherfährt und vorüberzieht, wird er nicht über uns kommen; wir haben die Lüge zu unserer Hoffnung gemacht, und durch die Lüge werden wir geschützt sein
16 darum spricht der Herr so: Siehe, ich lege in die Grundmauern Zions einen kostbaren, auserwählten, ehrwürdigen Eckstein in ihre Fundamente, und wer an ihn glaubt, wird gewiss nicht zuschanden werden.
17 Und ich werde das Gericht zur Hoffnung setzen und mein Erbarmen zu Waagegewichten; und die vergeblich auf die Lüge vertrauen, denn der Sturm wird nicht an euch vorübergehen,
18 ohne dass er auch euren Bund mit dem Tod aufhebt, und eure Hoffnung auf die Unterwelt wird gewiss nicht bestehen bleiben; wenn ein Sturm daherfährt und über euch kommt, werdet ihr ihm zum Zertretenen werden.
19 Wenn er vorüberzieht, wird er euch erfassen; früh am Morgen wird er vorüberziehen bei Tage, und in der Nacht wird böse Hoffnung sein; lernt zu hören.
20 Bedrängt können wir nicht kämpfen, und wir selbst sind zu schwach, uns zu versammeln.
21 Wie ein Berg der Gottlosen wird er sich erheben, und er wird im Tal von Gabaon sein; mit Zorn wird er seine Werke tun, ein Werk der Bitterkeit; sein Zorn aber wird fremdartig verfahren, und seine Bitterkeit ist fremd.
22 Und ihr, freut euch nicht, und eure Fesseln sollen nicht stark werden; denn vollendete und beschlossene Dinge habe ich vom Herrn Sabaoth gehört, die er über die ganze Erde tun wird.
23 Neigt das Ohr und hört meine Stimme, gebt acht und hört meine Worte.
24 Wird etwa der Pflüger den ganzen Tag pflügen? Oder wird er die Saat vorbereiten, bevor er das Land bearbeitet hat?
25 Sät er nicht, wenn er seine Oberfläche geebnet hat, dann ein wenig Schwarzkümmel und Kümmel und sät wiederum Weizen und Gerste und Dinkel in deinen Grenzen?
26 Und du wirst durch das Gericht deines Gottes erzogen werden und dich freuen.
27 Denn nicht mit Härte wird der Schwarzkümmel gereinigt, noch wird das Wagenrad über den Kümmel geführt, sondern mit dem Stab wird der Schwarzkümmel ausgeklopft, der Kümmel aber
28 wird mit Brot gegessen werden. Denn nicht auf ewig werde ich euch zürnen, noch wird die Stimme meiner Bitterkeit euch zertreten.
29 Und diese Wunderzeichen sind vom Herrn Sabaoth ausgegangen; beratet euch, erhebt einen eitlen Trost.
Kapitel 29
1 Wehe, Stadt Ariel, gegen die David Krieg führte! Sammelt Erträge, Jahr um Jahr, denn ihr werdet mit Moab essen.
2 Denn ich werde Ariel bedrängen, und ihre Stärke und ihr Reichtum werden mir gehören.
3 Und ich werde dich umzingeln wie David und einen Wall um dich werfen und Türme um dich aufstellen,
4 und deine Worte werden zur Erde erniedrigt werden, und in die Erde werden deine Worte sinken; und deine Stimme wird sein wie die derer, die aus der Erde rufen, und zum Boden hin wird deine Stimme schwach werden.
5 Und der Reichtum der Gottlosen wird sein wie Staub vom Rad und wie dahingetragene Spreu, und es wird geschehen wie ein Augenblick, plötzlich,
6 vom Herrn Zebaoth her; denn Heimsuchung wird kommen mit Donner und Erdbeben und großem Getöse, ein dahinfahrender Sturm und eine verzehrende Feuerflamme.
7 Und der Reichtum aller Völker, die gegen Ariel zu Felde zogen, wird sein wie einer, der im Schlaf träumt, und alle, die gegen Jerusalem kämpften, und alle, die sich gegen sie versammelten und sie bedrängten.
8 Und sie werden sein wie die, die im Schlaf trinken und essen, und wenn sie aufstehen, ist ihr Traum nichtig; und wie ein Durstiger träumt, als tränke er, und wenn er aufsteht, noch immer dürstet, seine Seele aber vergeblich gehofft hat – so wird der Reichtum aller Völker sein, die gegen den Berg Zion zu Felde zogen.
9 Werdet kraftlos und geratet außer euch und seid berauscht, nicht von starkem Getränk noch von Wein;
10 denn der Herr hat euch mit einem Geist der Betäubung getränkt, und er wird ihre Augen verschließen und die ihrer Propheten und ihrer Fürsten, die das Verborgene sehen.
11 Und alle diese Worte werden für euch sein wie die Worte dieses versiegelten Buches: Wenn man es einem Menschen gibt, der Schrift versteht, und sagt: Lies dies! – so wird er sagen: Ich kann nicht lesen, denn es ist versiegelt.
12 Und dieses Buch wird in die Hände eines Menschen gegeben werden, der keine Schrift versteht, und man wird ihm sagen: Lies dies! – und er wird sagen: Ich verstehe keine Schrift.
13 Und der Herr sprach: Dieses Volk naht sich mir, mit ihren Lippen ehren sie mich, ihr Herz aber ist fern von mir; vergeblich aber verehren sie mich, indem sie Gebote und Lehren von Menschen lehren.
14 Darum, siehe, ich werde fortfahren, dieses Volk zu versetzen, und ich werde sie versetzen und werde die Weisheit der Weisen zunichte machen und die Einsicht der Verständigen verbergen.
15 Wehe denen, die im Verborgenen tief Rat halten und nicht durch den Herrn; wehe denen, die im Geheimen Rat halten, und ihre Werke werden in der Finsternis sein, und sie werden sagen: Wer hat uns gesehen, und wer wird uns erkennen oder das, was wir tun?
16 Werdet ihr nicht wie der Ton des Töpfers geachtet werden? Wird etwa das Gebilde zu dem Bildner sagen: Nicht du hast mich gebildet? Oder das Werk zu dem, der es gemacht hat: Nicht mit Verstand hast du mich gemacht?
17 Noch eine kleine Weile, und wird nicht der Libanon versetzt werden wie das Gebirge Karmel, und das Gebirge Karmel für einen Wald geachtet werden?
18 Und an jenem Tage werden Taube die Worte eines Buches hören, und die in der Finsternis und die im Nebel sind – die Augen der Blinden werden sehen;
19 und die Armen werden frohlocken um des Herrn willen in Freude, und die unter den Menschen ohne Hoffnung sind, werden mit Freude erfüllt werden.
20 Der Gesetzlose ist dahin, und der Hochmütige ist zugrunde gegangen, und ausgerottet wurden die, die in Bosheit Unrecht tun
21 und die die Menschen durch ein Wort zur Sünde bringen; allen aber, die in den Toren zurechtweisen, legen sie einen Anstoß, und sie haben den Gerechten durch Ungerechtes beugt.
22 Darum spricht der Herr so über das Haus Jakob, das er aus Abraham ausgesondert hat: Nicht jetzt wird Jakob beschämt werden, noch wird jetzt Israel sein Angesicht verändern;
23 sondern wenn ihre Kinder meine Werke sehen, werden sie um meinetwillen meinen Namen heiligen und den Heiligen Jakobs heiligen und den Gott Israels fürchten.
24 Und die im Geist Irrenden werden Einsicht erkennen, und die Murrenden werden lernen zu gehorchen, und die stammelnden Zungen werden lernen, Frieden zu reden.
Kapitel 30
1 Wehe, abtrünnige Kinder, so spricht der Herr: Ihr habt einen Ratschluss gefasst, nicht durch mich, und Verträge geschlossen, nicht durch meinen Geist, um Sünden auf Sünden zu häufen,
2 die ihr hingeht, um nach Ägypten hinabzuziehen, mich aber habt ihr nicht befragt, um von Pharao Hilfe zu erlangen und von den Ägyptern Schutz zu finden.
3 Denn der Schutz Pharaos wird euch zur Schande werden, und denen, die auf Ägypten vertrauen, zur Schmach.
4 Denn in Tanis sind Anführer, böse Boten; vergeblich werden sie sich abmühen
5 um ein Volk, das ihnen nicht nützen wird, weder zur Hilfe noch zum Nutzen, sondern zur Schande und Schmach.
6 Das Gesicht von den vierfüßigen Tieren in der Wüste: In der Bedrängnis und der Enge — Löwe und Löwenjunges sind von dort, und Nattern und Junge fliegender Nattern —, sie trugen auf Eseln und Kamelen ihren Reichtum zu einem Volk, das ihnen nicht zur Hilfe nützen wird, sondern zur Schande und Schmach.
7 Die Ägypter werden euch eitel und vergeblich nützen; verkünde ihnen: Eitel ist dieser euer Trost.
8 Nun also setze dich und schreibe dies auf eine Tafel und in ein Buch, denn dies wird sein für Tage der Zeiten und bis in Ewigkeit.
9 Denn es ist ein ungehorsames Volk, lügnerische Söhne, die das Gesetz Gottes nicht hören wollten,
10 die zu den Propheten sagen: Verkündet uns nichts! und zu denen, die Gesichte schauen: Redet nicht zu uns! Sondern redet zu uns und verkündet uns eine andere Verführung
11 und wendet uns ab von diesem Weg, nehmt von uns diesen Pfad weg und nehmt von uns den Heiligen Israels weg!
12 Darum spricht der Herr, der Heilige Israels, so: Weil ihr diesen Worten ungehorsam gewesen seid und auf Lüge gehofft habt, und weil du gemurrt hast und auf dieses Wort vertraut hast,
13 darum wird euch diese Sünde sein wie eine plötzlich fallende Mauer einer festen Stadt, die erobert worden ist, deren Sturz plötzlich da ist,
14 und ihr Sturz wird sein wie das Zerbrechen eines irdenen Gefäßes, aus Töpferware so fein zerschlagen, dass man unter ihnen keine Scherbe findet, in der du Feuer holen oder mit der du ein wenig Wasser schöpfen könntest.
15 So spricht der Herr, der Heilige Israels: Wenn du dich abkehrst und seufzst, dann wirst du gerettet werden und erkennen, wo du warst; als du auf die eitlen Dinge vertrautest, wurde eure Kraft eitel. Und ihr wolltet nicht hören,
16 sondern sagtet: Auf Rossen werden wir fliehen — darum werdet ihr fliehen; und ihr sagtet: Auf schnellen Tieren werden wir Reiter sein — darum werden eure Verfolger schnell sein.
17 Vor der Stimme eines einzigen werden tausend fliehen, und vor der Stimme von fünfen werden viele fliehen, bis ihr übrig gelassen werdet wie ein Mastbaum auf einem Berg und wie einer, der ein Feldzeichen auf einem Hügel trägt.
18 Und wiederum wird Gott verweilen, um sich über euch zu erbarmen, und darum wird er sich erheben, um euch gnädig zu sein; denn ein Richter ist der Herr, unser Gott — und wo werdet ihr eure Herrlichkeit lassen? Selig, die in ihm ausharren.
19 Denn ein heiliges Volk wird in Zion wohnen, und Jerusalem hat mit Weinen geweint: Erbarme dich meiner! Er wird sich deiner erbarmen wegen der Stimme deines Schreiens; sobald er sie sah, hat er dich erhört.
20 Und der Herr wird euch Brot der Bedrängnis geben und knappes Wasser, und die dich verführen, werden dir nicht mehr nahen; denn deine Augen werden die sehen, die dich verführen,
21 und deine Ohren werden die Worte derer hören, die dich hinter dir verführt haben, die sagen: Dies ist der Weg, lasst uns auf ihm gehen, sei es rechts, sei es links.
22 Und du wirst die versilberten und vergoldeten Götzenbilder wegschaffen, sie fein zermalmen und zerstreuen wie das Wasser einer Unreinen, und wie Kot wirst du sie hinausstoßen.
23 Dann wird der Regen kommen für die Saat deines Landes, und das Brot vom Ertrag deines Landes wird Fülle und fett sein; und dein Vieh wird an jenem Tag auf fetter und weiter Weide grasen,
24 eure Stiere und die Rinder, die das Land bearbeiten, werden Häcksel fressen, mit Gerste vermengt und geworfelt.
25 Und auf jedem hohen Berg und auf jedem erhabenen Hügel wird fließendes Wasser sein an jenem Tag, wenn viele umkommen und wenn Türme fallen.
26 Und das Licht des Mondes wird sein wie das Licht der Sonne, und das Licht der Sonne wird siebenfach sein an dem Tag, wenn der Herr den Bruch seines Volkes heilt, und den Schmerz deiner Wunde wird er heilen.
27 Siehe, der Name des Herrn kommt nach langer Zeit, brennend ist der Zorn, mit Herrlichkeit ist der Spruch seiner Lippen, ein Spruch voll des Grimms, und der Grimm des Zorns wird fressen wie Feuer.
28 Und sein Atem wird wie reißendes Wasser in einer Schlucht bis zum Hals reichen und sich teilen, um die Völker in eitler Verführung zu verwirren, und Verführung wird sie verfolgen und sie ins Angesicht treffen.
29 Müsst ihr euch denn allezeit freuen und allezeit in meine Heiligtümer eingehen wie Feiernde und wie Fröhliche, mit der Flöte hineingehen auf den Berg des Herrn zum Gott Israels?
30 Und Gott wird die Herrlichkeit seiner Stimme hören lassen und den Grimm seines Armes zeigen mit Grimm und Zorn und verzehrender Flamme; er wird gewaltig donnern, und wie Wasser und Hagel, die mit Gewalt herabstürzen.
31 Denn durch die Stimme des Herrn werden die Assyrer geschlagen werden durch den Schlag, mit dem er sie schlagen wird.
32 Und es wird ihm ringsumher sein, woher ihm die Hoffnung der Hilfe kam, auf die er selbst vertraut hatte; sie werden mit Flöten und Zither ihn abwechselnd bekämpfen.
33 Denn du wirst vor der Zeit zur Rechenschaft gezogen werden; ist etwa auch dir bereitet, über eine tiefe Schlucht zu herrschen, aufgeschichtete Hölzer, Feuer und viel Holz? Der Grimm des Herrn ist wie eine Schlucht, die von Schwefel brennt.
Kapitel 31
1 Wehe denen, die nach Ägypten hinabziehen um Hilfe, die auf Pferde vertrauen und auf Wagen – denn es sind viele – und auf Pferde, eine gewaltige Menge; und sie vertrauten nicht auf den Heiligen Israels und suchten Gott nicht.
2 Und er, der Weise, brachte Unheil über sie, und sein Wort wird gewiss nicht aufgehoben werden; und er wird sich erheben gegen die Häuser böser Menschen und gegen ihre nichtige Hoffnung,
3 gegen den Ägypter, der ein Mensch ist und nicht Gott, gegen Pferdefleisch, in dem keine Hilfe ist. Der Herr aber wird seine Hand über sie bringen, und die Helfer werden ermatten, und alle zusammen werden zugrunde gehen.
4 Denn so sprach der Herr zu mir: Wie wenn der Löwe oder der junge Löwe über der Beute brüllt, die er ergriffen hat, und über ihr schreit, bis die Berge von seiner Stimme erfüllt sind, und sie unterlagen und vor der Fülle seines Zorns erschraken – so wird der Herr Zebaoth herabsteigen, um zu Felde zu ziehen auf den Berg Zion, auf ihre Berge.
5 Wie fliegende Vögel, so wird der Herr Jerusalem beschirmen, und er wird retten und bewahren und erretten.
6 Kehrt um, ihr, die ihr den tiefen und gesetzlosen Ratschluss plant.
7 Denn an jenem Tag werden die Menschen ihre handgemachten Götzen aus Silber und Gold verleugnen, die ihre Hände gemacht haben.
8 Und Assur wird fallen; nicht das Schwert eines Mannes noch das Schwert eines Menschen wird ihn verzehren, und er wird fliehen, doch nicht vor dem Angesicht des Schwertes; die jungen Männer aber werden zur Niederlage werden,
9 denn sie werden vom Felsen umschlossen werden wie von einem Bollwerk und werden unterliegen; wer aber flieht, wird gefangen werden. Dies spricht der Herr: Selig, wer in Zion Nachkommen hat und Angehörige in Jerusalem.
Kapitel 32
1 Denn siehe, ein gerechter König wird herrschen, und Fürsten werden mit Recht regieren.
2 Und der Mensch wird seine Worte verbergen und wird sich verbergen wie vor strömendem Wasser; und er wird in Zion erscheinen wie ein strömender, herrlicher Fluss in dürstendem Land.
3 Und sie werden nicht mehr auf Menschen vertrauen, sondern sie werden die Ohren hingeben, um zu hören.
4 Und das Herz der Schwachen wird achtgeben, um zu hören, und die stammelnden Zungen werden schnell lernen, Frieden zu reden.
5 Und man wird dem Toren nicht mehr sagen, dass er herrschen soll, und deine Diener werden nicht mehr sagen: Schweig!
6 Denn der Tor wird Törichtes reden, und sein Herz wird Nichtiges ersinnen, um Gesetzloses zu vollbringen und gegen den Herrn Irrtum zu reden, um hungernde Seelen zu zerstreuen und die dürstenden Seelen leer zu machen.
7 Denn der Rat der Bösen wird Gesetzloses beschließen, um die Niedrigen mit ungerechten Worten zu verderben und die Worte der Niedrigen im Gericht zunichtezumachen.
8 Die Frommen aber haben Verständiges beschlossen, und dieser Rat wird bestehen.
9 Ihr reichen Frauen, steht auf und hört meine Stimme; ihr Töchter in Hoffnung, hört meine Worte.
10 Gedenkt der Tage eines Jahres in Schmerz mit Hoffnung: Die Weinlese ist dahin, die Aussaat hat aufgehört und wird nicht mehr kommen.
11 Entsetzt euch, seid betrübt, ihr Vertrauensvollen, zieht euch aus, werdet nackt, umgürtet eure Lenden mit Sacktuch
12 und schlagt euch auf die Brüste wegen des begehrenswerten Feldes und des Ertrags des Weinstocks.
13 Das Land meines Volkes – Dornen und Gras werden aufwachsen, und aus jedem Haus wird die Freude hinweg genommen werden. Reiche Stadt,
14 verlassene Häuser – den Reichtum der Stadt und die begehrenswerten Häuser werden sie preisgeben; und die Dörfer werden Höhlen sein bis in Ewigkeit, Freude der Wildesel, Weideplätze der Hirten,
15 bis ein Geist aus der Höhe über euch kommt. Und der Chermel wird Wüste sein, und der Chermel wird für einen Wald gehalten werden.
16 Und das Recht wird in der Wüste ruhen, und die Gerechtigkeit wird auf dem Karmel wohnen;
17 und die Werke der Gerechtigkeit werden Friede sein, und die Gerechtigkeit wird Ruhe erlangen, und sie werden vertrauen bis in Ewigkeit;
18 und sein Volk wird in einer Stadt des Friedens wohnen und voll Vertrauen darin wohnen, und sie werden in Reichtum ruhen.
19 Wenn aber der Hagel herabfällt, wird er nicht über euch kommen. Und die in den Wäldern Wohnenden werden voll Vertrauen sein wie die in der Ebene.
20 Selig sind, die an jedem Wasser säen, wo Rind und Esel treten.
Kapitel 33
1 Wehe denen, die euch bedrängen, euch aber macht niemand elend, und wer euch verachtet, verachtet euch nicht; gefangen werden die Verächter und ausgeliefert werden, und wie eine Motte am Gewand, so werden sie unterliegen.
2 Herr, erbarme dich unser, denn auf dich haben wir vertraut; der Same der Ungehorsamen ist dem Verderben verfallen, unsere Rettung aber ist zur Zeit der Bedrängnis.
3 Vor der Stimme deines Schreckens erschraken die Völker vor deiner Furcht, und die Nationen wurden zerstreut.
4 Nun aber wird eure Beute gesammelt werden, von Klein und Groß; wie wenn einer Heuschrecken sammelt, so wird man euch verspotten.
5 Heilig ist Gott, der in der Höhe wohnt; Zion ist erfüllt worden mit Gericht und Gerechtigkeit.
6 Durch das Gesetz werden sie überliefert werden; in Schätzen ist unsere Rettung, dort sind Weisheit und Erkenntnis und Frömmigkeit gegenüber dem Herrn; dies sind die Schätze der Gerechtigkeit.
7 Siehe doch, in eurer Furcht werden sie selbst sich fürchten; die ihr fürchtetet, werden sich vor euch fürchten; denn Boten werden ausgesandt werden, die um Frieden bitten, bitterlich weinend, um Frieden flehend.
8 Denn deren Wege werden verödet werden; die Furcht vor den Völkern hat aufgehört, und der Bund mit ihnen wird aufgehoben, und ihr werdet sie gewiss nicht mehr für Menschen halten.
9 Das Land trauerte, der Libanon wurde beschämt, Saron wurde zu Sümpfen; offenbar werden Galiläa und der Karmel sein.
10 Nun werde ich aufstehen, spricht der Herr, nun werde ich verherrlicht werden, nun werde ich erhöht werden.
11 Nun werdet ihr sehen, nun werdet ihr wahrnehmen; nichtig wird die Kraft eures Geistes sein, Feuer wird euch verzehren.
12 Und die Völker werden verbrannt sein wie ein Dornstrauch, der aufs Feld geworfen und verbrannt ist.
13 Die in der Ferne werden hören, was ich getan habe; die Nahen werden meine Kraft erkennen.
14 Die Gesetzlosen in Zion sind abgefallen, Zittern wird die Gottlosen ergreifen; wer wird euch verkünden, dass ein Feuer brennt? Wer wird euch den ewigen Ort verkünden?
15 Wer in Gerechtigkeit wandelt, den geraden Weg redet, Gesetzlosigkeit und Unrecht hasst und seine Hände von Geschenken abschüttelt, seine Ohren verstopft, damit er kein Blutgericht höre, seine Augen schließt, damit er kein Unrecht sehe,
16 der wird wohnen in einer hohen Höhle eines starken Felsens; Brot wird ihm gegeben werden, und sein Wasser ist zuverlässig.
17 Einen König werdet ihr in Herrlichkeit sehen, und eure Augen werden ein fernes Land sehen.
18 Eure Seele wird über den Schrecken nachsinnen: Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Ratgeber? Wo ist der, der die zählt, die genährt werden,
19 das kleine und das große Volk? Mit dem berieten sie sich nicht, und er kannte nicht die tiefe Sprache, sodass ein verachtetes Volk sie nicht hören konnte, und der Hörende hat kein Verständnis.
20 Siehe, Zion, die Stadt, unser Heil; deine Augen werden Jerusalem sehen, eine reiche Stadt, Zelte, die nicht erschüttert werden, und die Pflöcke ihres Zeltes werden in Ewigkeit nicht bewegt werden, und ihre Seile werden nicht zerrissen werden.
21 Denn der Name des Herrn ist groß für euch; ihr werdet einen Ort haben, Flüsse und Kanäle, breit und geräumig; du wirst diesen Weg nicht gehen, noch wird ein rudergetriebenes Schiff darauf fahren.
22 Denn mein Gott ist groß, der Herr wird nicht an mir vorübergehen; der Herr ist unser Richter, der Herr ist unser Herrscher, der Herr ist unser König, er wird uns retten.
23 Deine Seile sind zerrissen, weil sie nicht standhielten; dein Mast neigte sich, er wird die Segel nicht herablassen; er wird kein Zeichen aufrichten, bis er der Plünderung preisgegeben wird; darum werden viele Lahme Beute machen.
24 Und das Volk, das in ihnen wohnt, wird gewiss nicht sagen: Ich bin müde; denn ihnen ist die Sünde vergeben.
Kapitel 34
1 Tretet herzu, ihr Völker, und höret, ihr Fürsten; es höre die Erde und die auf ihr sind, der Erdkreis und das Volk, das auf ihm ist.
2 Denn der Grimm des Herrn ist über alle Völker und Zorn über ihre ganze Zahl, sie zu vernichten und sie der Schlachtung preiszugeben.
3 Ihre Erschlagenen aber werden hingeworfen werden samt den Toten, und ihr Gestank wird aufsteigen, und die Berge werden von ihrem Blut durchnässt werden.
4 Und der Himmel wird zusammengerollt werden wie ein Buch, und alle Sterne werden fallen wie Blätter vom Weinstock und wie Blätter vom Feigenbaum fallen.
5 Mein Schwert hat sich berauscht im Himmel; siehe, auf Idumäa wird es herabfahren und auf das Volk des Verderbens mit Gericht.
6 Das Schwert des Herrn ist voll Blutes geworden, fett geworden vom Fett der Lämmer und vom Fett der Böcke und Widder; denn ein Opfer für den Herrn ist in Bosor und eine große Schlachtung in Idumäa.
7 Und die Starken werden mit ihnen fallen, die Widder und die Stiere, und die Erde wird trunken werden von ihrem Blut und von ihrem Fett gesättigt werden.
8 Denn es ist der Tag des Gerichts des Herrn und das Jahr der Vergeltung im Rechtsstreit Zions.
9 Und seine Schluchten werden zu Pech werden und sein Land zu Schwefel, und sein Land wird brennen wie Pech
10 bei Nacht und bei Tag und wird nicht verlöschen auf ewige Zeit, und sein Rauch wird nach oben steigen; auf Generationen wird es verwüstet werden und auf lange Zeit.
11 Und Vögel werden darin wohnen und Igel und Ibisse und Raben, und die Messschnur der Verwüstung wird über es geworfen werden, und Eselszentauren werden darin wohnen.
12 Seine Fürsten werden nicht mehr sein; denn seine Könige und seine Fürsten und seine Großen werden dem Verderben anheimfallen.
13 Und Dorngewächse werden aufwachsen in ihren Städten und in seinen Festungen, und es wird eine Wohnstatt der Sirenen sein und ein Hof der Strauße.
14 Und Dämonen werden Eselszentauren begegnen, und einer wird dem anderen zurufen; dort werden Eselszentauren ruhen, denn sie haben sich Ruhe gefunden.
15 Dort hat der Igel genistet, und die Erde hat seine Jungen in Sicherheit bewahrt; dort begegneten sich die Hirsche und sahen einander ins Angesicht.
16 Gezählt zogen sie vorüber, und keiner von ihnen ging verloren, keiner suchte den anderen; denn der Herr hat es ihnen geboten, und sein Geist hat sie zusammengeführt.
17 Und er selbst wird ihnen die Lose zuwerfen, und seine Hand hat es zur Weide verteilt; auf ewige Zeit werdet ihr es erben, von Geschlecht zu Geschlecht werden sie darauf ruhen.
Kapitel 35
1 Freue dich, dürstende Wüste, es jauchze die Wüste und blühe wie eine Lilie,
2 und die öden Gegenden des Jordan werden aufblühen und jauchzen; und die Herrlichkeit des Libanon ist ihr gegeben worden und die Pracht des Karmel, und mein Volk wird die Herrlichkeit des Herrn sehen und die Hoheit Gottes.
3 Werdet stark, ihr erschlafften Hände und gelähmten Knie;
4 tröstet euch, ihr Kleinmütigen im Sinn; werdet stark, fürchtet euch nicht; siehe, unser Gott vergilt mit Gericht und wird vergelten, er selbst wird kommen und uns retten.
5 Dann werden die Augen der Blinden geöffnet werden, und die Ohren der Tauben werden hören.
6 Dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und deutlich wird die Zunge der Stammelnden sein, denn Wasser ist hervorgebrochen in der Wüste und ein Bachtal im dürstenden Land,
7 und das wasserlose Land wird zu Sümpfen werden, und im dürstenden Land wird eine Wasserquelle sein; dort wird Freude der Vögel sein, eine Wohnstatt von Schilf und Sümpfe.
8 Dort wird ein reiner Weg sein, und er wird heiliger Weg genannt werden, und kein Unreiner wird dort vorübergehen, noch wird dort ein unreiner Weg sein; die Zerstreuten aber werden auf ihm gehen und gewiss nicht irren.
9 Und dort wird kein Löwe sein, und keines der bösen Tiere wird auf ihn hinaufsteigen noch dort gefunden werden, sondern die Erlösten werden auf ihm gehen.
10 Und die um des Herrn willen Versammelten werden zurückkehren und nach Zion kommen mit Freude, und ewige Freude wird über ihrem Haupt sein; denn auf ihrem Haupt sind Lobpreis und Jubel, und Freude wird sie ergreifen, entflohen sind Schmerz und Kummer und Seufzen.
Kapitel 36
1 Und es geschah im vierzehnten Jahr der Regierung Hiskias, da zog Sanherib, der König von Assyrien, herauf gegen die befestigten Städte Judäas und nahm sie ein.
2 Und der König von Assyrien sandte den Rabsake von Lachis nach Jerusalem zum König Hiskia mit einer großen Streitmacht, und er stellte sich an die Wasserleitung des oberen Teiches, an den Weg des Walkerfeldes.
3 Und es gingen zu ihm hinaus Eljakim, der Sohn Hilkias, der Hausverwalter, und Schebna, der Schreiber, und Joach, der Sohn Asafs, der Kanzler.
4 Und Rabsake sprach zu ihnen: Sagt Hiskia: So spricht der König, der große König von Assyrien: Worauf vertraust du?
5 Entsteht etwa durch Ratschluss oder Worte der Lippen eine Schlachtordnung? Und nun, worauf vertraust du, dass du dich mir widersetzt?
6 Siehe, du vertraust auf diesen zerbrochenen Rohrstab, auf Ägypten; wer sich auf ihn stützt, dem wird er in die Hand fahren. So ist der Pharao, der König von Ägypten, und alle, die auf ihn vertrauen.
7 Wenn ihr aber sagt: Auf den Herrn, unseren Gott, vertrauen wir,
8 so verbündet euch nun mit meinem Herrn, dem König von Assyrien, und ich werde euch zweitausend Pferde geben, wenn ihr Reiter für sie stellen könnt.
9 Und wie könnt ihr auch nur einen einzigen Statthalter abweisen? Knechte sind es, die auf die Ägypter vertrauen wegen Ross und Reiter.
10 Und nun – sind wir etwa ohne den Herrn gegen dieses Land heraufgezogen, um es zu bekriegen?
11 Da sprachen Eljakim und Schebna und Joach zu ihm: Rede mit deinen Knechten auf Aramäisch, denn wir verstehen es, und rede nicht mit uns auf Judäisch; und wozu redest du vor den Ohren der Leute, die auf der Mauer sind?
12 Und Rabsake sprach zu ihnen: Hat mein Herr mich etwa zu eurem Herrn oder zu euch gesandt, diese Worte zu reden? Nicht vielmehr zu den Menschen, die auf der Mauer sitzen, damit sie ihren Kot essen und ihren Harn trinken zusammen mit euch?
13 Und Rabsake trat hin und rief mit lauter Stimme auf Judäisch und sprach: Hört die Worte des Königs, des großen Königs von Assyrien:
14 So spricht der König: Hiskia soll euch nicht täuschen mit Worten, die euch nicht werden retten können.
15 Und Hiskia soll euch nicht sagen: Gott wird euch retten, und diese Stadt wird keinesfalls in die Hand des Königs von Assyrien gegeben werden.
16 Hört nicht auf Hiskia. So spricht der König von Assyrien: Wenn ihr gesegnet werden wollt, so kommt heraus zu mir, und jeder soll von seinem Weinstock und seinen Feigenbäumen essen und Wasser aus seiner Zisterne trinken,
17 bis ich komme und euch in ein Land bringe wie euer Land, ein Land von Korn und Wein und Brot und Weinbergen.
18 Hiskia soll euch nicht täuschen, indem er sagt: Euer Gott wird euch retten. Haben etwa die Götter der Völker, ein jeder sein eigenes Land, aus der Hand des Königs von Assyrien gerettet?
19 Wo ist der Gott von Hamat und Arpad? Und wo ist der Gott der Stadt Sepharwajim? Konnten sie etwa Samaria aus meiner Hand retten?
20 Wer von allen Göttern dieser Völker hat sein Land aus meiner Hand gerettet, dass Gott Jerusalem aus meiner Hand retten sollte?
21 Und sie schwiegen, und keiner antwortete ihm ein Wort, weil der König befohlen hatte, dass niemand antworten solle.
22 Und Eljakim, der Sohn Hilkias, der Hausverwalter, und Schebna, der Schreiber des Heeres, und Joach, der Sohn Asafs, der Kanzler, kamen zu Hiskia mit zerrissenen Gewändern und berichteten ihm die Worte Rabsakes.
Kapitel 37
1 Und es geschah, als der König Hiskia dies hörte, zerriss er seine Kleider, hüllte sich in einen Sack und ging hinauf in das Haus des Herrn.
2 Und er sandte Eljakim, den Hausverwalter, und Somna, den Schreiber, und die Ältesten der Priester, in Säcke gehüllt, zu Jesaja, dem Sohn des Amos, dem Propheten.
3 Und sie sagten zu ihm: So spricht Hiskia: Ein Tag der Bedrängnis und der Schmähung und der Zurechtweisung und des Zorns ist der heutige Tag; denn die Wehe ist über die Gebärende gekommen, doch sie hat keine Kraft zu gebären.
4 Möge der Herr, dein Gott, die Worte des Rabsake hören, die der König der Assyrer gesandt hat, um den lebendigen Gott zu schmähen und Worte zu schmähen, die der Herr, dein Gott, gehört hat; und du sollst zum Herrn, deinem Gott, für diese Übriggebliebenen flehen.
5 Und die Diener des Königs kamen zu Jesaja,
6 und Jesaja sagte zu ihnen: So sollt ihr zu eurem Herrn sprechen: So spricht der Herr: Fürchte dich nicht vor den Worten, die du gehört hast, mit denen mich die Gesandten des Königs der Assyrer geschmäht haben.
7 Siehe, ich werde einen Geist in ihn geben, und wenn er eine Botschaft hört, wird er in sein Land zurückkehren und durch das Schwert in seinem Land fallen.
8 Und Rabsake kehrte zurück und traf den König an, wie er Lomna belagerte. Und der König der Assyrer hörte, dass
9 Tharaka, der König der Äthiopier, ausgezogen war, um ihn zu belagern; und als er das hörte, kehrte er um und sandte Boten zu Hiskia und sprach:
10 So sollt ihr zu Hiskia, dem König von Judäa, sprechen: Lass dich nicht von deinem Gott täuschen, auf den du vertraust, indem du sagst: Jerusalem wird gewiss nicht in die Hände des Königs der Assyrer ausgeliefert werden.
11 Oder hast du nicht gehört, was die Könige der Assyrer der ganzen Erde getan haben, wie sie sie vernichtet haben?
12 Haben etwa die Götter der Völker sie gerettet, die meine Väter vernichtet haben, Gosan und Charran und Raphes, die im Land Themad liegen?
13 Wo sind die Könige von Hamat und Arphat und der Stadt Sepharim, Anag, Ugaua?
14 Und Hiskia nahm das Schreiben von den Boten und öffnete es vor dem Herrn,
15 und Hiskia betete zum Herrn und sprach:
16 Herr Zebaoth, Gott Israels, der du über den Cherubim thronst, du allein bist Gott über jedes Königreich des Erdkreises, du hast den Himmel und die Erde gemacht.
17 Erhöre, Herr, blicke her, Herr, und sieh die Worte, die Sanherib gesandt hat, um den lebendigen Gott zu schmähen.
18 Denn in Wahrheit haben die Könige der Assyrer den ganzen Erdkreis verwüstet und ihr Land
19 und haben ihre Götzenbilder ins Feuer geworfen; denn sie waren keine Götter, sondern Werke von Menschenhänden, Holz und Steine, und sie haben sie vernichtet.
20 Du aber, Herr, unser Gott, rette uns aus ihrer Hand, damit jedes Königreich der Erde erkenne, dass du allein Gott bist.
21 Und Jesaja, der Sohn des Amos, wurde zu Hiskia gesandt und sprach zu ihm: So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe gehört, was du zu mir gebetet hast über Sanherib, den König der Assyrer.
22 Dies ist das Wort, das Gott über ihn gesprochen hat: Verachtet hat dich und verspottet hat dich die jungfräuliche Tochter Zion, über dich hat die Tochter Jerusalem das Haupt geschüttelt.
23 Wen hast du geschmäht und gereizt? Oder gegen wen hast du deine Stimme erhoben? Und hast du nicht deine Augen in die Höhe erhoben gegen den Heiligen Israels?
24 Denn durch Boten hast du den Herrn geschmäht; denn du hast gesagt: Mit der Menge der Wagen bin ich hinaufgestiegen auf die Höhe der Berge und bis an die äußersten Enden des Libanon, und ich habe die Höhe seiner Zeder gefällt und die Schönheit der Zypresse, und ich bin eingedrungen in die Höhe eines Teils des Waldes
25 und habe eine Brücke gebaut und Wasser verwüstet und jede Ansammlung von Wasser.
26 Hast du dies nicht längst gehört, was ich getan habe? Von alten Tagen her habe ich es angeordnet, jetzt aber habe ich gezeigt, dass Völker in Festungen zu verwüsten sind und die, die in befestigten Städten wohnen.
27 Ich ließ die Hände sinken, und sie verdorrten und wurden wie dürres Gras auf den Dächern und wie wildes Kraut.
28 Nun aber kenne ich dein Ruhen und dein Ausgehen und dein Eingehen;
29 dein Zorn aber, mit dem du gezürnt hast, und deine Bitterkeit sind zu mir aufgestiegen, und ich werde einen Ring in deine Nase legen und einen Zaum an deine Lippen und dich auf dem Weg zurückführen, auf dem du gekommen bist.
30 Dies aber sei dir das Zeichen: Iss in diesem Jahr, was du gesät hast, im zweiten Jahr aber den Nachwuchs, im dritten aber sät und erntet und pflanzt Weinberge und esst ihre Frucht.
31 Und die Übriggebliebenen in Judäa werden Wurzel schlagen nach unten und Samen tragen nach oben.
32 Denn aus Jerusalem werden die Übriggebliebenen hervorgehen und die Geretteten vom Berg Zion; der Eifer des Herrn Zebaoth wird dies tun.
33 Darum spricht der Herr so über den König der Assyrer: Er wird gewiss nicht in diese Stadt hineinkommen, noch einen Pfeil auf sie schießen, noch einen Schild gegen sie erheben, noch sie mit einem Wall umringen,
34 sondern auf dem Weg, auf dem er gekommen ist, wird er zurückkehren. So spricht der Herr.
35 Ich werde diese Stadt beschirmen, um sie zu retten, um meinetwillen und um Davids, meines Knechtes, willen.
36 Und ein Engel des Herrn zog aus und erschlug aus dem Lager der Assyrer hundertfünfundachtzigtausend, und als sie am Morgen aufstanden, fanden sie all die Leiber tot.
37 Und der König der Assyrer kehrte um, zog fort und wohnte in Ninive.
38 Und als er im Haus des Nasarach seinen Götzen anbetete, erschlugen ihn Adramelech und Sarasar, seine Söhne, mit Schwertern; sie selbst aber entkamen nach Armenien; und Asordan, sein Sohn, wurde König an seiner Stelle.
Kapitel 38
1 Es geschah aber zu jener Zeit, dass Hiskia todkrank wurde; und Jesaja, der Sohn des Amos, der Prophet, kam zu ihm und sprach zu ihm: So spricht der Herr: Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht am Leben bleiben.
2 Und Hiskia wandte sein Angesicht zur Wand und betete zum Herrn
3 und sprach: Gedenke, Herr, wie ich vor dir gewandelt bin in Wahrheit und mit aufrichtigem Herzen und getan habe, was dir wohlgefällig ist. Und Hiskia weinte mit großem Weinen.
4 Und es erging das Wort des Herrn an Jesaja:
5 Geh hin und sage zu Hiskia: So spricht der Herr, der Gott Davids, deines Vaters: Ich habe die Stimme deines Gebetes gehört und deine Tränen gesehen. Siehe, ich füge zu deiner Lebenszeit fünfzehn Jahre hinzu;
6 und aus der Hand des Königs von Assyrien werde ich dich erretten und diese Stadt beschirmen.
7 Und dies sei dir das Zeichen vom Herrn, dass Gott dieses Wort tun wird:
8 Siehe, den Schatten der Stufen, die die Sonne hinabgestiegen ist, die zehn Stufen am Hause deines Vaters, werde ich die Sonne die zehn Stufen zurückkehren lassen. Und die Sonne stieg die zehn Stufen wieder hinauf, die der Schatten hinabgestiegen war.
9 Gebet Hiskias, des Königs von Judäa, als er krank war und von seiner Krankheit genesen ist:
10 Ich sprach: In der Höhe meiner Tage muss ich in den Toren des Hades die übrigen Jahre zurücklassen.
11 Ich sprach: Nicht mehr werde ich das Heil Gottes auf Erden sehen, nicht mehr werde ich einen Menschen sehen
12 aus meiner Verwandtschaft. Ich habe den Rest meines Lebens zurückgelassen; es ging aus und wich von mir wie einer, der das Zelt, das er aufgeschlagen hat, abbricht; mein Geist wurde bei mir wie das Gewebe einer Weberin, die nahe daran ist, es abzuschneiden. An jenem Tage wurde ich preisgegeben
13 bis zum Morgen wie einem Löwen; so zerschmetterte er meine Gebeine, denn vom Tage bis zur Nacht wurde ich preisgegeben.
14 Wie eine Schwalbe, so werde ich rufen, und wie eine Taube, so werde ich seufzen; denn meine Augen sind vergangen vor Aufblicken zur Höhe des Himmels, zum Herrn, der mich errettet hat
15 und mir den Schmerz der Seele weggenommen hat.
16 Herr, denn ihretwegen ist es dir verkündet worden, und du hast meinen Odem wieder aufgerichtet, und getröstet lebte ich.
17 Denn du hast meine Seele erwählt, damit sie nicht verloren gehe, und du hast alle meine Sünden hinter mich geworfen.
18 Denn nicht die im Hades werden dich loben, noch werden die Gestorbenen dich preisen, noch werden die im Hades auf dein Erbarmen hoffen;
19 die Lebenden werden dich preisen, so wie auch ich. Denn von heute an werde ich Kinder zeugen, die deine Gerechtigkeit verkündigen werden,
20 Herr meines Heils; und ich werde nicht aufhören, dich mit der Harfe zu preisen alle Tage meines Lebens vor dem Hause Gottes.
21 Und Jesaja sprach zu Hiskia: Nimm einen Kuchen von Feigen und zerreibe ihn und lege ihn als Pflaster auf, so wirst du gesund werden.
22 Und Hiskia sprach: Dies ist das Zeichen, dass ich hinaufgehen werde zum Hause des Herrn, meines Gottes.
Kapitel 39
1 Zu jener Zeit sandte Merodach, der Sohn Laadans, der König von Babylonien, Briefe und Gesandte und Geschenke an Hiskia; denn er hatte gehört, dass er bis zum Tode krank gewesen und wieder aufgestanden war.
2 Und Hiskia freute sich über sie mit großer Freude und zeigte ihnen das Haus des Nechotha und der Myrrhe und der Räucherwerke und des Salböls und des Silbers und des Goldes und alle Häuser der Geräte des Schatzes und alles, was in seinen Schatzkammern war; und es gab nichts, das Hiskia in seinem Hause nicht gezeigt hätte.
3 Und der Prophet Jesaja kam zum König Hiskia und sprach zu ihm: Was sagen diese Männer, und woher sind sie zu dir gekommen? Und Hiskia sprach: Aus einem fernen Land sind sie zu mir gekommen, aus Babylon.
4 Und Jesaja sprach: Was haben sie in deinem Hause gesehen? Und Hiskia sprach: Alles, was in meinem Hause ist, haben sie gesehen, und es gibt nichts in meinem Hause, das sie nicht gesehen hätten, sondern auch das, was in meinen Schatzkammern ist.
5 Und Jesaja sprach zu ihm: Höre das Wort des Herrn Zebaoth:
6 Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da wird man alles nehmen, was in deinem Hause ist, und was deine Väter bis auf diesen Tag gesammelt haben, wird nach Babylon kommen, und nichts werden sie übriglassen. Gott aber sprach:
7 Auch von deinen Kindern, die du gezeugt hast, wird man nehmen, und man wird sie zu Verschnittenen machen im Hause des Königs der Babylonier.
8 Und Hiskia sprach zu Jesaja: Gut ist das Wort des Herrn, das er geredet hat; es sei denn Friede und Gerechtigkeit in meinen Tagen.
Kapitel 40
1 Tröstet, tröstet mein Volk, spricht Gott.
2 Ihr Priester, redet zum Herzen Jerusalems, tröstet es; denn seine Erniedrigung ist erfüllt, seine Sünde ist gelöst; denn es hat aus der Hand des Herrn das Doppelte für seine Sünden empfangen.
3 Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht gerade die Pfade unseres Gottes!
4 Jedes Tal soll aufgefüllt und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden, und alles Krumme soll gerade werden und das Rauhe zu Ebenen;
5 und die Herrlichkeit des Herrn wird erscheinen, und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen; denn der Herr hat geredet.
6 Stimme eines Sprechenden: Rufe! Und ich sprach: Was soll ich rufen? Alles Fleisch ist Gras, und alle Herrlichkeit des Menschen wie eine Blume des Grases.
7 Das Gras ist verdorrt, und die Blume ist abgefallen,
8 aber das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit.
9 Steige auf einen hohen Berg, du, der du Zion die frohe Botschaft bringst; erhebe mit Kraft deine Stimme, du, der du Jerusalem die frohe Botschaft bringst; erhebt sie, fürchtet euch nicht; sprich zu den Städten Judas: Siehe, euer Gott!
10 Siehe, der Herr kommt mit Macht, und sein Arm mit Herrschaft; siehe, sein Lohn ist bei ihm und sein Werk vor ihm.
11 Wie ein Hirte wird er seine Herde weiden und mit seinem Arm die Lämmer sammeln, und die Trächtigen wird er trösten.
12 Wer hat mit der Hand das Wasser gemessen und den Himmel mit der Spanne und die ganze Erde mit der hohlen Hand? Wer hat die Berge mit der Waage gewogen und die Täler mit der Waagschale?
13 Wer hat den Sinn des Herrn erkannt, und wer wurde sein Ratgeber, der ihn belehrt?
14 Oder bei wem hat er sich Rat geholt, und wer hat ihn unterwiesen? Oder wer hat ihm das Recht gezeigt? Oder den Weg der Einsicht — wer hat ihn ihm gezeigt?
15 Wenn alle Völker wie ein Tropfen vom Eimer und wie ein Ausschlag der Waage gerechnet wurden, so werden sie auch wie Speichel gerechnet werden.
16 Der Libanon aber reicht nicht hin zum Brennen, und alle Vierfüßler reichen nicht hin zum Ganzopfer,
17 und alle Völker sind wie nichts und wurden für nichts gerechnet.
18 Wem habt ihr den Herrn verglichen, und mit welchem Bilde habt ihr ihn verglichen?
19 Hat etwa ein Handwerker ein Bild gemacht, oder hat ein Goldschmied Gold geschmolzen und es vergoldet, es als ein Abbild gefertigt?
20 Denn der Handwerker wählt unverwesliches Holz aus und sucht klug, wie er sein Bild aufstellen kann, damit es nicht wanke.
21 Werdet ihr es nicht erkennen? Werdet ihr es nicht hören? Ist es euch nicht von Anfang an verkündet worden? Habt ihr die Grundfesten der Erde nicht erkannt?
22 Er ist es, der den Kreis der Erde festhält, und ihre Bewohner sind wie Heuschrecken; der den Himmel wie ein Gewölbe aufgestellt und wie ein Zelt zum Wohnen ausgespannt hat,
23 der die Herrscher hingibt, dass sie über nichts herrschen, und die Erde wie nichts gemacht hat.
24 Denn sie werden weder säen noch pflanzen, noch wird ihre Wurzel in der Erde Wurzel schlagen; er hauchte sie an, und sie verdorrten, und der Sturmwind wird sie wie dürres Reisig hinwegtragen.
25 Nun denn, wem habt ihr mich verglichen, dass ich ihm gleichgestellt werde? spricht der Heilige.
26 Erhebt eure Augen zur Höhe und seht: Wer hat dies alles erschaffen? Er, der nach der Zahl sein Heer herausführt, wird sie alle mit Namen rufen; wegen seiner großen Herrlichkeit und in der Macht seiner Stärke ist dir nichts verborgen geblieben.
27 Denn sprich nicht, Jakob und was hast du geredet, Israel: Verborgen ist mein Weg vor Gott, und mein Gott hat mein Recht weggenommen und sich entfernt?
28 Und nun, hast du es nicht erkannt, wenn du es nicht gehört hast? Ein ewiger Gott ist der Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat; er wird nicht hungern und nicht müde werden, und seine Einsicht ist unergründlich;
29 der den Hungernden Kraft gibt und denen, die keinen Schmerz leiden, Kummer.
30 Denn die Jüngeren werden hungern, und die jungen Männer werden müde werden, und die Auserwählten werden kraftlos sein;
31 die aber auf Gott harren, werden neue Kraft gewinnen, sie werden Flügel bekommen wie Adler, sie werden laufen und nicht müde werden, sie werden gehen und nicht hungern.
Kapitel 41
1 Erneuert euch vor mir, ihr Inseln, denn die Herrscher werden ihre Kraft wechseln; sie sollen herzutreten und zugleich reden, dann sollen sie das Urteil verkünden.
2 Wer hat vom Osten her die Gerechtigkeit erweckt, sie zu seinen Füßen gerufen, dass sie einherziehe? Er wird sie vor die Völker geben und Könige in Bestürzung versetzen und wird ihre Schwerter zu Boden werfen und ihre Bogen wie hinausgestoßenes Reisig.
3Und er wird sie verfolgen, und der Weg seiner Füße wird in Frieden hindurchgehen.
4 Wer hat dies gewirkt und getan? Es rief sie der, der sie ruft von Anbeginn der Geschlechter: Ich, Gott, bin der Erste, und für das Kommende bin ich es.
5 Die Völker sahen es und fürchteten sich, die Enden der Erde nahten und kamen zugleich,
6 ein jeder urteilend, dem Nächsten und dem Bruder zu helfen, und er wird sagen:
7 Stark war der Mann, der Zimmermann, und der Schmied, der mit dem Hammer schlägt und zugleich treibt; einmal wird er sagen: Die Fügung ist gut; sie befestigten sie mit Nägeln, sie werden sie hinstellen, und sie werden sich nicht bewegen.
8 Du aber, Israel, mein Knecht Jakob, den ich erwählt habe, Same Abrahams, den ich geliebt habe,
9 dessen ich mich angenommen habe von den Enden der Erde, und von ihren Warten habe ich dich gerufen und zu dir gesagt: Mein Knecht bist du, ich habe dich erwählt und dich nicht verlassen;
10 fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; irre nicht, denn ich bin dein Gott, der dich gestärkt hat, und ich habe dir geholfen und dich gesichert mit meiner gerechten Rechten.
11 Siehe, es werden beschämt und zuschanden werden alle, die sich dir widersetzen; denn sie werden sein, als wären sie nicht, und alle deine Widersacher werden zugrunde gehen.
12 Du wirst sie suchen und die Menschen nicht finden, die gegen dich freveln werden; denn sie werden sein, als wären sie nicht, und die gegen dich Krieg führen, werden nicht sein.
13 Denn ich bin dein Gott, der deine Rechte hält, der zu dir spricht: Fürchte dich nicht,
14 Jakob, geringes Israel; ich habe dir geholfen, spricht Gott, der dich erlöst, Israel.
15 Siehe, ich habe dich gemacht wie neue, sägeförmige Dreschräder eines Wagens, und du wirst Berge dreschen und Hügel zermalmen und wie Staub machen;
16 und du wirst worfeln, und der Wind wird sie fortnehmen, und der Sturmwind wird sie zerstreuen; du aber wirst dich freuen an den Heiligen Israels. Und jubeln werden
17 die Armen und die Bedürftigen; denn sie werden Wasser suchen, und es wird keines geben, ihre Zunge ist vor Durst vertrocknet; ich, der Herr, Gott, ich werde erhören, der Gott Israels, und ich werde sie nicht verlassen,
18 sondern ich werde auf den Bergen Ströme öffnen und inmitten der Ebenen Quellen, ich werde die Wüste zu Sümpfen machen und das durstige Land zu Wasserleitungen,
19 ich werde in das wasserlose Land Zeder setzen und Buchsbaum und Myrte und Zypresse und Weißpappel,
20 damit sie sehen und erkennen und bedenken und zugleich verstehen, dass die Hand des Herrn dies alles getan hat und der Heilige Israels es gezeigt hat.
21 Es naht euer Gericht, spricht der Herr, Gott; es nahten eure Ratschläge, spricht der König Jakobs.
22 Sie sollen herzutreten und euch verkünden, was geschehen wird; oder sagt, was das Frühere war, und wir werden den Sinn darauf richten und erkennen, was das Letzte ist, und das Kommende sagt uns.
23 Verkündet uns das Kommende am Ende, und wir werden erkennen, dass ihr Götter seid; tut Gutes und tut Böses, und wir werden staunen und zugleich sehen;
24 denn woher seid ihr, und woher ist euer Werk? Aus der Erde; einen Gräuel haben sie euch erwählt.
25 Ich aber habe den vom Norden erweckt und den vom Aufgang der Sonne; sie werden mit meinem Namen genannt werden; es sollen Herrscher kommen, und wie der Lehm des Töpfers und wie ein Töpfer, der den Lehm zertritt, so werdet ihr zertreten werden.
26 Denn wer wird das von Anfang an verkünden, damit wir es erkennen, und das Frühere, und wir werden sagen, dass es wahr ist? Es gibt keinen, der es vorhersagt, noch einen, der eure Worte hört.
27 Zion werde ich einen Anfang geben und Jerusalem auf den Weg trösten.
28 Denn von den Völkern, siehe, ist keiner, und von ihren Götzenbildern war keiner, der es verkündete; und wenn ich sie frage: Woher seid ihr?, werden sie mir gewiss nicht antworten.
29 Denn es gibt solche, die euch machen, und vergeblich sind die, die euch verführen.
Kapitel 42
1 Jakob, mein Knecht, ich werde mich seiner annehmen; Israel, mein Auserwählter, meine Seele hat ihn angenommen; ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er wird den Völkern das Recht hinaustragen.
2 Er wird nicht schreien noch aufheben, und seine Stimme wird draußen nicht gehört werden.
3 Ein geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen und einen glimmenden Docht nicht auslöschen, sondern er wird das Recht zur Wahrheit hinaustragen.
4 Er wird aufleuchten und nicht zerschlagen werden, bis er das Recht auf der Erde aufgerichtet hat; und auf seinen Namen werden die Völker hoffen.
5 So spricht der Herr, Gott, der den Himmel gemacht und ihn befestigt hat, der die Erde gegründet hat und was auf ihr ist, der dem Volk auf ihr Atem gibt und Geist denen, die auf ihr wandeln:
6 Ich, der Herr, Gott, habe dich in Gerechtigkeit berufen, und ich werde deine Hand ergreifen und dich stärken, und ich habe dich gegeben zum Bund des Geschlechts, zum Licht der Völker,
7 um die Augen der Blinden zu öffnen, aus Fesseln die Gebundenen herauszuführen und aus dem Kerkerhaus die, die in Finsternis sitzen.
8 Ich bin der Herr, Gott, das ist mein Name; meine Herrlichkeit werde ich keinem anderen geben noch meine Ruhmestaten den geschnitzten Bildern.
9 Was von Anfang an war, siehe, es ist gekommen, und Neues, das ich verkünden werde, und ehe es aufging, wurde es euch kundgetan.
10 Singet dem Herrn ein neues Lied, seine Herrschaft; verherrlicht seinen Namen vom Ende der Erde, die ihr hinabsteigt ins Meer und darauf fahrt, ihr Inseln und die auf ihnen wohnen.
11 Freue dich, Wüste, samt ihren Dörfern, ihr Gehöfte und die Bewohner Kedars; die Bewohner von Petra werden sich freuen, von den Gipfeln der Berge werden sie rufen;
12 sie werden Gott Ehre geben, seine Ruhmestaten auf den Inseln verkünden.
13 Der Herr, der Gott der Heerscharen, wird ausziehen und den Krieg zerschmettern; er wird Eifer erwecken und mit Macht gegen seine Feinde schreien.
14 Ich habe geschwiegen; werde ich denn immer schweigen und mich zurückhalten? Ich habe ausgeharrt wie die Gebärende; ich werde in Verwirrung bringen und zugleich austrocknen.
15 Und ich werde Flüsse zu Inseln machen und Sümpfe austrocknen.
16 Und ich werde Blinde auf einem Weg führen, den sie nicht kannten, und Pfade, die sie nicht wussten, werde ich sie betreten lassen; ich werde ihnen die Finsternis zu Licht machen und das Krumme gerade; diese Worte werde ich tun und sie nicht verlassen.
17 Sie aber haben sich rückwärts abgewandt; schämt euch mit Scham, die ihr auf die geschnitzten Bilder vertraut, die ihr zu den gegossenen sagt: Ihr seid unsere Götter.
18 Ihr Tauben, hört, und ihr Blinden, blickt auf, um zu sehen!
19 Und wer ist blind, wenn nicht meine Knechte, und taub, wenn nicht die, die über sie herrschen? Und die Knechte Gottes wurden blind.
20 Ihr habt oftmals gesehen und habt es nicht bewahrt; die Ohren waren geöffnet, und ihr habt nicht gehört.
21 Der Herr, Gott, wollte, dass er gerechtfertigt werde und den Lobpreis groß mache. Und ich sah,
22 und das Volk war ausgeplündert und beraubt; denn die Falle war überall in den Kammern, und zugleich in den Häusern, wo sie sie versteckt hatten, wurden sie zur Beute, und es war keiner, der die Beute entriss, und keiner, der sagte: Gib zurück!
23 Wer unter euch ist, der dies zu Ohren nimmt, der hinhören wird auf das Kommende?
24 Wer hat Jakob zur Plünderung gegeben und Israel denen, die ihn ausplündern? War es nicht Gott, gegen den sie gesündigt haben und in dessen Wegen sie nicht wandeln wollten noch auf sein Gesetz hören?
25 Und er brachte über sie den Zorn seines Grimmes, und Krieg überwältigte sie und die, die sie ringsum verbrannten, und keiner von ihnen erkannte es, noch nahmen sie es sich zu Herzen.
Kapitel 43
1 Und nun, so spricht der Herr, Gott, der dich gemacht hat, Jakob, der dich gebildet hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, mein bist du.
2 Und wenn du durch Wasser gehst, bin ich mit dir, und Ströme werden dich nicht überfluten; und wenn du durch Feuer gehst, wirst du gewiss nicht verbrannt werden, die Flamme wird dich nicht verbrennen.
3 Denn ich bin der Herr, dein Gott, der Heilige Israels, der dich rettet; ich habe Ägypten als Lösegeld für dich gegeben und Äthiopien und Soëne an deiner Statt.
4 Seitdem du kostbar geworden bist vor mir, bist du verherrlicht worden, und ich habe dich geliebt; und ich werde viele Menschen für dich geben und Fürsten für dein Haupt.
5 Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; vom Osten werde ich deinen Samen herbeiführen und vom Westen dich sammeln.
6 Ich werde zum Norden sagen: Bring her! und zum Süden: Halte nicht zurück! Bring meine Söhne aus fernem Land und meine Töchter von den Enden der Erde,
7 alle, die mit meinem Namen genannt sind. Denn in meiner Herrlichkeit habe ich ihn bereitet und ihn gebildet und gemacht.
8 Und ich habe ein blindes Volk herausgeführt, und ihre Augen sind ebenso blind, und sie sind taub, obwohl sie Ohren haben.
9 Alle Völker sind miteinander versammelt worden, und Fürsten aus ihnen werden sich versammeln. Wer wird dies verkünden? Oder wer wird euch das von Anfang an verkünden? Sie sollen ihre Zeugen herbeibringen und gerechtfertigt werden und die Wahrheit sagen.
10 Werdet mir Zeugen, und ich bin Zeuge, spricht der Herr, Gott, und der Knecht, den ich erwählt habe, damit ihr erkennt und glaubt und versteht, dass ich es bin. Vor mir ist kein anderer Gott gewesen, und nach mir wird keiner sein.
11 Ich bin Gott, und außer mir gibt es keinen Retter.
12 Ich habe verkündet und gerettet, ich habe getadelt, und kein Fremder war unter euch; ihr seid meine Zeugen, und ich bin Zeuge, spricht der Herr, Gott.
13 Noch von Anfang an, und es gibt keinen, der aus meinen Händen errettet; ich werde handeln, und wer wird es abwenden?
14 So spricht der Herr, Gott, der euch erlöst, der Heilige Israels: Um euretwillen werde ich nach Babylon senden und alle Fliehenden aufwecken, und die Chaldäer werden auf Schiffen gebunden werden.
15 Ich bin der Herr, euer heiliger Gott, der Israel als euren König eingesetzt hat.
16 So spricht der Herr, der einen Weg im Meer gibt und einen Pfad im mächtigen Wasser,
17 der Wagen und Ross und ein mächtiges Heer herausgeführt hat; aber sie sind entschlafen und werden nicht aufstehen, sie sind erloschen wie ein erloschener Docht.
18 Gedenkt nicht des Früheren und bedenkt nicht das Alte.
19 Siehe, ich mache Neues, das jetzt aufgehen wird, und ihr werdet es erkennen; und ich werde in der Wüste einen Weg machen und Ströme im wasserlosen Land.
20 Die Tiere des Feldes werden mich preisen, Sirenen und die Töchter der Strauße, denn ich habe in der Wüste Wasser gegeben und Ströme im wasserlosen Land, um mein auserwähltes Geschlecht zu tränken,
21 mein Volk, das ich mir erworben habe, damit es meine Ruhmestaten erzähle.
22 Nicht jetzt habe ich dich gerufen, Jakob, noch habe ich dich müde gemacht, Israel.
23 Nicht mir hast du die Schafe deines Ganzopfers gebracht, noch hast du mich in deinen Opfern verherrlicht, noch habe ich dich mit Weihrauch belastet,
24 noch hast du mir für Silber Räucherwerk erworben, noch habe ich das Fett deiner Opfer begehrt; sondern in deinen Sünden und in deinen Ungerechtigkeiten habe ich mich vor dich gestellt.
25 Ich bin es, ich bin es, der deine Gesetzlosigkeiten austilgt, und ich werde ihrer gewiss nicht gedenken.
26 Du aber gedenke, und lass uns rechten; nenne du zuerst deine Gesetzlosigkeiten, damit du gerechtfertigt wirst.
27 Eure Väter zuerst und ihre Fürsten haben gegen mich gefrevelt,
28 und die Fürsten haben mein Heiligtum befleckt, und ich habe Jakob dem Verderben preisgegeben und Israel der Schmach.
Kapitel 44
1 Nun aber höre, mein Knecht Jakob und Israel, den ich erwählt habe.
2 So spricht der Herr, Gott, der dich gemacht und dich vom Mutterleib an gebildet hat: Dir wird noch geholfen werden; fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob und du geliebter Israel, den ich erwählt habe.
3 Denn ich werde Wasser geben in der Dürre denen, die im wasserlosen Land wandern; ich werde meinen Geist auf deinen Samen legen und meine Segnungen auf deine Kinder,
4 und sie werden aufsprießen wie Gras inmitten von Wasser und wie eine Weide am vorbeifließenden Wasser.
5 Dieser wird sagen: Ich gehöre Gott, und jener wird rufen im Namen Jakobs, und ein anderer wird schreiben: Ich gehöre Gott, im Namen Israels.
6 So spricht Gott, der König Israels, der ihn erlöst hat, der Gott Sabaoth: Ich bin der Erste, und ich bin danach; außer mir gibt es keinen Gott.
7 Wer ist wie ich? Er trete auf, rufe und bereite es mir vor, seitdem ich den Menschen für die Ewigkeit gemacht habe; und das Kommende, bevor es eintrifft, sollen sie euch verkünden.
8 Verhüllt euch nicht! Habt ihr nicht von Anfang an gehört, und ich habe es euch verkündet? Ihr seid Zeugen, ob es einen Gott außer mir gibt; und es gab damals keine.
9 Alle, die formen und schnitzen, sind nichtig, die machen, was ihnen gefällt, was ihnen nichts nützen wird; sondern sie werden zuschanden werden,
10 alle, die einen Gott formen und Unnützes schnitzen;
11 und alle, von woher sie geworden sind, sind verdorrt; und Taube unter den Menschen sollen sich alle versammeln und zusammen hintreten, sie sollen sich schämen und zuschanden werden zumal.
12 Denn der Handwerker hat Eisen geschärft, mit dem Beil hat er es bearbeitet und mit dem Bohrer es durchbohrt; er hat es gefertigt mit dem Arm seiner Kraft; und er wird hungern und ermatten und kein Wasser trinken.
13 Der Handwerker hat ein Holz ausgewählt und es nach dem Maß aufgestellt und mit Leim es zusammengefügt; er hat es gemacht wie die Gestalt eines Mannes und wie die Schönheit eines Menschen, um es in einem Haus aufzustellen.
14 Ein Holz, das er aus dem Wald geschlagen hat, das der Herr gepflanzt und der Regen großgezogen hat,
15 damit es den Menschen zum Verbrennen diene; und er nahm davon und wärmte sich, und sie verbrannten es und backten Brote darauf; den Rest aber verarbeiteten sie zu Göttern, und sie beten sie an.
16 Dessen Hälfte verbrannten sie im Feuer, und beim Verbrennen backten sie Brote darauf; und darauf briet er Fleisch, aß und wurde satt; und als er sich gewärmt hatte, sagte er: Wie angenehm ist mir, dass ich mich gewärmt und Feuer gesehen habe.
17 Den Rest aber machte er zu einem geschnitzten Gott, und er betet ihn an und betet zu ihm und spricht: Errette mich, denn du bist mein Gott.
18 Sie haben nicht verstanden zu begreifen, denn sie sind verdunkelt worden, sodass sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihrem Herzen nicht verstehen.
19 Und er hat es nicht in seinem Herzen bedacht noch in seiner Seele erwogen noch mit Einsicht erkannt, dass er die Hälfte davon im Feuer verbrannt und auf seinen Kohlen Brote gebacken und Fleisch gebraten und gegessen hat, und den Rest davon zu einem Gräuel gemacht hat, und sie beten ihn an.
20 Erkennt, dass ihr Herz Asche ist, und sie irren umher, und keiner kann seine Seele erretten; seht, werdet ihr nicht sagen: Lüge ist in meiner Rechten?
21 Gedenke dessen, Jakob und Israel, denn mein Knecht bist du; ich habe dich gebildet zu meinem Knecht, und du, Israel, vergiss mich nicht.
22 Denn siehe, ich habe wie eine Wolke deine Gesetzlosigkeiten weggewischt und wie Finsternis deine Sünden; kehre um zu mir, und ich werde dich erlösen.
23 Freut euch, ihr Himmel, denn Gott hat sich Israels erbarmt; blast die Posaune, ihr Grundfesten der Erde; ruft, ihr Berge, Freude aus, ihr Hügel und alle Bäume auf ihnen, denn Gott hat Jakob erlöst, und Israel wird verherrlicht werden.
24 So spricht der Herr, der dich erlöst und dich vom Mutterleib an bildet: Ich bin der Herr, der alles vollendet; ich habe den Himmel allein ausgespannt und die Erde befestigt.
25 Wer sonst wird die Zeichen der Bauchredner zunichte machen und die Weissagungen aus dem Herzen, der die Klugen rückwärts wendet und ihren Rat zur Torheit macht,
26 und der die Worte seines Knechtes bestätigt und den Rat seiner Boten wahr macht? Der zu Jerusalem spricht: Du wirst bewohnt werden, und zu den Städten Judäas: Ihr werdet aufgebaut werden, und ihre Wüsteneien werden aufsprießen;
27 der zur Tiefe spricht: Du wirst verödet werden, und deine Flüsse werde ich austrocknen;
28 der zu Kyros spricht, dass er klug sei, und: Er wird alle meine Willensbeschlüsse ausführen; der zu Jerusalem spricht: Du wirst aufgebaut werden, und mein heiliges Haus werde ich gründen.
Kapitel 45
1 So spricht der Herr, Gott, zu meinem Gesalbten Kyros, dessen Rechte ich ergriffen habe, damit Völker vor ihm gehorchen; und die Kraft von Königen werde ich zerbrechen, ich werde vor ihm Türen öffnen, und Städte werden nicht verschlossen bleiben.
2 Ich werde vor dir hergehen und Berge ebnen, eherne Türen werde ich zerschmettern und eiserne Riegel zerbrechen.
3 Und ich werde dir dunkle Schätze geben, verborgene, unsichtbare werde ich dir öffnen, damit du erkennst, dass ich der Herr bin, der Gott, der deinen Namen ruft, der Gott Israels.
4 Um Jakobs willen, meines Knechtes, und Israels, meines Erwählten, werde ich dich bei deinem Namen rufen und dich annehmen; du aber hast mich nicht erkannt.
5 Denn ich bin der Herr, der Gott, und es gibt keinen Gott außer mir, und du kanntest mich nicht,
6 damit die vom Sonnenaufgang und die vom Untergang erkennen, dass es keinen gibt außer mir; ich bin der Herr, der Gott, und es gibt keinen sonst;
7 ich, der das Licht bereitet und die Finsternis gemacht hat, der Frieden schafft und Unheil erschafft; ich bin der Herr, der Gott, der dies alles tut.
8 Es freue sich der Himmel droben, und die Wolken sollen Gerechtigkeit träufeln; die Erde lasse Barmherzigkeit aufsprießen und lasse zugleich Gerechtigkeit aufsprießen; ich bin der Herr, der dich erschaffen hat.
9 Was habe ich Besseres bereitet als den Ton des Töpfers? Wird etwa der Pflüger den ganzen Tag die Erde pflügen? Wird etwa der Ton zum Töpfer sagen: Was machst du, denn du arbeitest nicht und hast keine Hände?
10 Wehe dem, der zum Vater sagt: Was wirst du zeugen? und zur Mutter: Was wirst du gebären?
11 Denn so spricht der Herr, der Gott, der Heilige Israels, der das Kommende gemacht hat: Befragt mich über meine Söhne und über meine Töchter, und über die Werke meiner Hände gebietet mir.
12 Ich habe die Erde gemacht und den Menschen auf ihr, ich habe mit meiner Hand den Himmel befestigt, ich habe allen Gestirnen geboten.
13 Ich habe ihn mit Gerechtigkeit als König erweckt, und alle seine Wege sind gerade; dieser wird meine Stadt bauen und die Gefangenschaft meines Volkes zurückführen, nicht um Lösegeld noch um Geschenke, sprach der Herr Sabaoth.
14 So spricht der Herr Sabaoth: Ägypten hat sich gemüht, und der Handel der Äthiopier, und die Sebäer, hochgewachsene Männer, werden zu dir hinüberkommen und dir Sklaven sein und hinter dir hergehen, gefesselt mit Handschellen, und sie werden sich vor dir niederwerfen und zu dir beten, denn in dir ist Gott, und sie werden sagen: Es gibt keinen Gott außer dir;
15 denn du bist Gott, und wir wussten es nicht, der Gott Israels, der Retter.
16 Beschämt und zuschanden werden alle, die ihm widerstehen, und sie werden in Schande einhergehen. Erneuert euch zu mir hin, ihr Inseln.
17 Israel wird vom Herrn gerettet mit ewiger Rettung; sie werden nicht beschämt noch zuschanden werden bis in Ewigkeit.
18 So spricht der Herr, der den Himmel gemacht hat — dieser ist der Gott, der die Erde gezeigt und sie gemacht hat, er selbst hat sie abgegrenzt; nicht umsonst hat er sie gemacht, sondern damit sie bewohnt werde —: Ich bin, und es gibt keinen sonst.
19 Nicht im Verborgenen habe ich geredet noch an einem finsteren Ort der Erde; ich habe nicht zum Samen Jakobs gesagt: Sucht Vergebliches; ich bin, ich bin der Herr, der Gerechtigkeit redet und Wahrheit verkündet.
20 Versammelt euch und kommt, beratet euch zusammen, ihr Geretteten aus den Völkern. Nichts erkannt haben die, die das Holz, ihr Schnitzbild, tragen und beten wie zu Göttern, die nicht retten.
21 Wenn sie es verkünden wollen, so sollen sie herzutreten, damit sie zugleich erkennen, wer dies von Anfang an hörbar gemacht hat. Damals wurde euch verkündet: Ich bin Gott, und es gibt keinen anderen außer mir; einen Gerechten und Retter gibt es nicht außer mir.
22 Wendet euch zu mir, und ihr werdet gerettet werden, ihr vom Ende der Erde; ich bin Gott, und es gibt keinen anderen.
23 Bei mir selbst schwöre ich: Wahrlich, Gerechtigkeit wird aus meinem Munde hervorgehen, meine Worte werden sich nicht abwenden; denn vor mir wird sich jedes Knie beugen, und jede Zunge wird Gott bekennen
24 und sagen: Gerechtigkeit und Herrlichkeit werden zu ihm kommen, und beschämt werden alle, die sich absondern;
25 vom Herrn werden sie gerechtfertigt werden, und in Gott wird verherrlicht werden der ganze Same der Söhne Israels.
Kapitel 46
1 Bel ist gefallen, Dagon ist zerschmettert, ihre geschnitzten Bilder sind zu wilden Tieren und Lasttieren geworden; ihr tragt sie festgebunden wie eine Last für den Ermüdeten
2 und Hungernden und Erschöpften, der keine Kraft hat, sie, die sich nicht aus dem Krieg werden retten können, sondern selbst als Gefangene weggeführt wurden.
3 Hört auf mich, Haus Jakob und der ganze Überrest Israels, die ihr getragen werdet vom Mutterleib an und erzogen von Kindheit an:
4 Bis ins Alter bin ich es, und bis ihr grau werdet, bin ich es; ich ertrage euch, ich habe gemacht und ich werde nachlassen, ich werde aufnehmen und euch retten.
5 Wem habt ihr mich gleichgestellt? Seht, ersinnt etwas, ihr Irrenden!
6 Die, die Gold aus dem Beutel zusammenlegen und Silber auf der Waage abwiegen nach Gewicht und einen Goldschmied dingen, haben Handgemachtes gefertigt, und sie beugen sich nieder und beten es an.
7 Sie heben es auf die Schultern und ziehen dahin; wenn sie es aber hinstellen, bleibt es an seinem Ort, es rührt sich gewiss nicht; und wer auch zu ihm schreit, den erhört es gewiss nicht, aus Nöten rettet es ihn gewiss nicht.
8 Erinnert euch daran und seufzt, kehrt um, ihr Verirrten, wendet euch um im Herzen.
9 Und erinnert euch des Früheren von Ewigkeit her, dass ich Gott bin und es keinen mehr gibt außer mir,
10 der zuvor das Letzte verkündet, ehe es geschieht, und zugleich ist es vollendet worden; und ich sprach: Mein ganzer Ratschluss wird bestehen, und alles, was ich beschlossen habe, werde ich tun;
11 der ich vom Aufgang her einen Vogel rufe und aus fernem Land, worüber ich beschlossen habe. Ich habe geredet und herbeigeführt, ich habe geschaffen und gemacht, ich habe ihn geführt und seinen Weg gelingen lassen.
12 Hört auf mich, die ihr das Herz verloren habt, die ihr fern seid von der Gerechtigkeit.
13 Ich habe meine Gerechtigkeit nahe gebracht, und das Heil, das von mir kommt, werde ich nicht verzögern; ich habe in Zion Heil gegeben, für Israel zur Verherrlichung.
Kapitel 47
1 Steig herab, setze dich auf die Erde, Jungfrau, Tochter Babylons, geh hinein in die Finsternis, Tochter der Chaldäer; denn du wirst nicht mehr zart und verwöhnt genannt werden.
2 Nimm die Mühle, mahle Mehl, decke deinen Schleier auf, entblöße das graue Haar, entblöße die Schenkel, durchschreite Flüsse.
3 Deine Schande wird aufgedeckt werden, deine Schmähungen werden sichtbar werden; das Recht werde ich von dir nehmen, ich werde dich nicht mehr Menschen ausliefern.
4 Es sprach der, der dich erlöst hat – Herr Sabaoth ist sein Name, der Heilige Israels:
5 Setze dich zerknirscht nieder, geh hinein in die Finsternis, Tochter der Chaldäer; du wirst nicht mehr Stärke des Königreichs genannt werden.
6 Ich wurde zornig über mein Volk, du hast mein Erbe befleckt; ich habe sie in deine Hand gegeben, du aber hast ihnen kein Erbarmen erwiesen, dem Greis hast du das Joch überaus schwer gemacht.
7 Und du sprachst: Auf ewig werde ich Herrscherin sein. Du hast dies nicht in deinem Herzen bedacht und hast nicht an das Ende gedacht.
8 Nun aber höre dies, du Verwöhnte, die du sicher dasitzt, die in ihrem Herzen spricht: Ich bin es, und es gibt keine andere; ich werde nicht als Witwe sitzen und werde Kinderlosigkeit nicht kennen.
9 Nun aber wird plötzlich dieses beides über dich kommen an einem Tag: Witwenschaft und Kinderlosigkeit werden plötzlich über dich kommen, bei deiner Zauberei, bei der großen Macht deiner Beschwörungen,
10 bei der Hoffnung auf deine Bosheit. Denn du sprachst: Ich bin es, und es gibt keine andere. Erkenne, dass das Wissen um diese Dinge und deine Hurerei dir zur Schande werden. Und du sprachst in deinem Herzen: Ich bin es, und es gibt keine andere.
11 Und Verderben wird über dich kommen, und du wirst es nicht erkennen – eine Grube, und du wirst in sie hineinfallen; und Elend wird über dich kommen, und du wirst nicht rein werden können; und plötzlich wird Verderben über dich kommen, und du wirst es nicht erkennen.
12 Tritt nun hin mit deinen Beschwörungen und deiner vielen Zauberei, die du von deiner Jugend an gelernt hast – ob du dir wohl nützen kannst.
13 Du hast dich abgemüht mit deinen Plänen; es sollen hintreten und dich retten die Sterndeuter des Himmels; die die Sterne schauen, sollen dir verkünden, was über dich kommen wird.
14 Siehe, sie alle werden wie Reisig im Feuer verbrannt werden und werden ihr Leben nicht aus der Flamme retten; denn du hast Feuerkohlen – setze dich darauf.
15 Diese werden dir Hilfe sein; du hast dich abgemüht mit deinem Handel von Jugend an; jeder Mensch ist für sich in die Irre gegangen, für dich aber wird es keine Rettung geben.
Kapitel 48
1 Höret dies, Haus Jakob, die ihr mit dem Namen Israel genannt seid und die ihr aus Juda hervorgegangen seid, die ihr beim Namen des Herrn, des Gottes Israels, schwört und seiner gedenkt, doch nicht in Wahrheit noch in Gerechtigkeit,
2 und die ihr euch an den Namen der heiligen Stadt haltet und euch auf den Gott Israels stützt – Herr Zebaoth ist sein Name.
3 Das Frühere habe ich schon verkündet, und aus meinem Mund ist es hervorgegangen und ist hörbar geworden; plötzlich habe ich es getan, und es ist eingetroffen.
4 Ich weiß, dass du hart bist und dein Nacken eine eiserne Sehne ist und deine Stirn ehern.
5 Und ich habe es dir vor langer Zeit verkündet; ehe es über dich kam, habe ich es dir hörbar gemacht. Sage nicht: Meine Götzenbilder haben es getan, und sage nicht: Die geschnitzten und gegossenen Bilder haben es mir geboten.
6 Ihr habt alles gehört, und ihr habt es nicht erkannt; aber auch das Neue habe ich dir von nun an hörbar gemacht, was geschehen soll, und du hast es nicht gesagt.
7 Jetzt geschieht es und nicht vor langer Zeit, und nicht in früheren Tagen hast du davon gehört; sage nicht: Ja, ich weiß es.
8 Du hast weder erkannt noch verstanden, noch habe ich von Anfang an deine Ohren geöffnet; denn ich wusste, dass du treulos handeln würdest und dass du schon vom Mutterleib an ein Gesetzloser genannt werden würdest.
9 Um meines Namens willen werde ich dir meinen Zorn zeigen und mein Herrliches über dich bringen, damit ich dich nicht vernichte.
10 Siehe, ich habe dich verkauft, nicht um Silber, sondern ich habe dich aus dem Ofen der Armut herausgerissen.
11 Um meinetwillen werde ich es für dich tun, denn mein Name wird entweiht, und meine Herrlichkeit werde ich keinem anderen geben.
12 Höre mich, Jakob und Israel, den ich rufe: Ich bin der Erste, und ich bin in Ewigkeit,
13 und meine Hand hat die Erde gegründet, und meine Rechte hat den Himmel befestigt; ich werde sie rufen, und sie werden zugleich dastehen,
14 und alle werden versammelt werden und hören. Wer hat ihnen dies verkündet? Weil ich dich liebe, habe ich deinen Willen an Babylon vollbracht, den Samen der Chaldäer hinwegzunehmen.
15 Ich habe geredet, ich habe gerufen, ich habe ihn geführt und seinen Weg gelingen lassen.
16 Tretet heran zu mir und höret dies: Nicht von Anfang an habe ich im Verborgenen geredet, noch an einem finsteren Ort der Erde; als es geschah, war ich dort, und nun hat der Herr mich gesandt und seinen Geist.
17 So spricht der Herr, der dich erlöst hat, der Heilige Israels: Ich bin dein Gott; ich habe dir gezeigt, dass du den Weg findest, auf dem du gehen sollst.
18 Und hättest du auf meine Gebote gehört, so wäre dein Friede geworden wie ein Strom und deine Gerechtigkeit wie eine Meereswoge;
19 und dein Same wäre geworden wie der Sand und die Sprösslinge deines Leibes wie der Staub der Erde. Auch jetzt sollst du keineswegs vernichtet werden, noch wird dein Name vor mir vergehen.
20 Zieh aus Babylon aus, fliehe von den Chaldäern; verkündet die Stimme der Freude, und dies soll hörbar werden; meldet es bis ans Ende der Erde, sprecht: Der Herr hat seinen Knecht Jakob erlöst.
21 Und wenn sie dürsten, wird er sie durch die Wüste führen, Wasser aus dem Felsen wird er für sie hervorbringen; der Fels wird sich spalten, und Wasser wird fließen, und mein Volk wird trinken.
22 Es gibt keine Freude für die Gottlosen, spricht der Herr.
Kapitel 49
1 Hört mich, ihr Inseln, und merkt auf, ihr Völker! Nach langer Zeit wird es bestehen, spricht der Herr. Vom Leib meiner Mutter an hat er meinen Namen gerufen
2 und hat meinen Mund wie ein scharfes Schwert gemacht und mich unter dem Schutz seiner Hand verborgen; er hat mich zu einem auserlesenen Pfeil gemacht und mich in seinem Köcher geborgen.
3 Und er sprach zu mir: Mein Knecht bist du, Israel, und an dir werde ich verherrlicht werden.
4 Und ich sprach: Vergeblich habe ich mich abgemüht, und umsonst und für nichts habe ich meine Kraft hingegeben; darum ist mein Recht beim Herrn und meine Mühe vor meinem Gott.
5 Und nun, so spricht der Herr, der mich vom Mutterleib an zu seinem Knecht gebildet hat, um Jakob und Israel zu ihm zu sammeln, ich werde gesammelt und verherrlicht werden vor dem Herrn, und mein Gott wird meine Stärke sein
6 und er sprach zu mir: Es ist dir ein Großes, dass du mein Knecht genannt wirst, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Zerstreuten Israels zurückzubringen. Siehe, ich habe dich zum Bund des Geschlechts gesetzt, zum Licht der Völker, damit du zum Heil seist bis ans Ende der Erde.
7 So spricht der Herr, dein Erlöser, der Gott Israels: Heiligt den, der seine Seele gering achtet, der verabscheut wird von den Völkern, den Knechten der Herrscher. Könige werden ihn sehen und aufstehen, Fürsten werden ihn anbeten um des Herrn willen; denn treu ist der Heilige Israels, und ich habe dich erwählt.
8 So spricht der Herr: Zur angenehmen Zeit habe ich dich erhört, und am Tag des Heils habe ich dir geholfen, und ich habe dich zum Bund der Völker gegeben, um das Land aufzurichten und das verödete Erbe als Erbteil zuzuweisen,
9 um denen in Fesseln zu sagen: Kommt heraus!, und denen in der Finsternis, dass sie ans Licht kommen. Und auf allen ihren Wegen werden sie weiden, und auf allen Pfaden ist ihre Weide.
10 Sie werden nicht hungern und nicht dürsten, weder Hitze noch Sonne wird sie schlagen, sondern der sich ihrer erbarmt, wird sie trösten und sie zu Wasserquellen führen.
11 Und ich werde jeden Berg zum Weg machen und jeden Pfad zur Weide für sie.
12 Siehe, diese kommen von ferne, diese von Norden und diese vom Meer, andere aber aus dem Land der Perser.
13 Freut euch, ihr Himmel, und die Erde frohlocke; die Berge sollen in Freude ausbrechen und die Hügel in Gerechtigkeit; denn Gott hat sich seines Volkes erbarmt und die Gedemütigten seines Volkes getröstet.
14 Zion aber sprach: Der Herr hat mich verlassen, und der Herr hat mich vergessen.
15 Wird etwa eine Frau ihr Kind vergessen, sodass sie sich der Frucht ihres Leibes nicht erbarmt? Und selbst wenn eine Frau dies vergäße, so werde doch ich dich nicht vergessen, sprach der Herr.
16 Siehe, auf meine Hände habe ich deine Mauern gezeichnet, und du bist allezeit vor mir.
17 Und bald wirst du aufgebaut werden von denen, durch die du niedergerissen wurdest, und die dich verwüstet haben, werden aus dir ausziehen.
18 Erhebe deine Augen ringsum und sieh sie alle: Siehe, sie haben sich versammelt und sind zu dir gekommen. So wahr ich lebe, spricht der Herr: Du wirst sie alle anlegen und sie dir umbinden wie den Schmuck einer Braut.
19 Denn deine öden, zerstörten und gefallenen Stätten werden nun zu eng werden für die Bewohner, und die dich verschlingen, werden sich von dir entfernen.
20 Denn deine Söhne, die du verloren hast, werden in deine Ohren sagen: Der Raum ist mir zu eng; schaffe mir Platz, damit ich wohnen kann.
21 Und du wirst in deinem Herzen sagen: Wer hat mir diese geboren? Ich war doch kinderlos und Witwe; wer hat mir diese aufgezogen? Ich war doch allein zurückgelassen; woher waren mir diese?
22 So spricht der Herr: Siehe, ich erhebe meine Hand zu den Völkern und zu den Inseln werde ich mein Zeichen erheben, und sie werden deine Söhne im Schoß herbeibringen, und deine Töchter werden sie auf den Schultern tragen.
23 Und Könige werden deine Pfleger sein und Fürstinnen deine Ammen; auf das Angesicht zur Erde werden sie sich vor dir niederwerfen und den Staub deiner Füße lecken. Und du wirst erkennen, dass ich der Herr bin, und du wirst nicht zuschanden werden.
24 Wird jemand einem Riesen die Beute nehmen? Und wenn jemand ungerechterweise gefangen nimmt, wird er gerettet werden?
25 So spricht der Herr: Wenn jemand einen Riesen gefangen nimmt, wird er Beute nehmen; und wer von einem Starken nimmt, wird gerettet werden. Ich aber werde deinen Rechtsstreit führen, und ich werde deine Söhne erretten.
26 Und die dich bedrängt haben, werden ihr eigenes Fleisch essen und ihr Blut wie jungen Wein trinken und trunken werden; und alles Fleisch wird erkennen, dass ich der Herr bin, der dich erlöst hat und der sich der Stärke Jakobs annimmt.
Kapitel 50
1 So spricht der Herr: Wo ist der Scheidebrief eurer Mutter, mit dem ich sie entlassen habe? Oder welchem Gläubiger habe ich euch verkauft? Siehe, um eurer Sünden willen seid ihr verkauft worden, und um eurer Missetaten willen habe ich eure Mutter entlassen.
2 Warum war, als ich kam, kein Mensch da? Ich rief, und niemand hörte. Ist etwa meine Hand zu schwach zum Erretten? Oder vermag ich nicht zu befreien? Siehe, durch mein Drohen mache ich das Meer zur Wüste und mache Flüsse zur Einöde, und ihre Fische werden verdorren, weil kein Wasser da ist, und vor Durst sterben.
3 Und ich kleide den Himmel in Finsternis und mache seine Decke wie einen Sack.
4 Der Herr gibt mir eine Zunge der Belehrung, damit ich zur rechten Zeit erkenne, wann ein Wort zu sprechen ist; er hat mich am Morgen bereitet, er hat mir ein Ohr gegeben zu hören.
5 Und die Unterweisung des Herrn öffnet mir die Ohren, ich aber bin nicht ungehorsam und widerspreche nicht.
6 Meinen Rücken habe ich den Geißeln hingegeben und meine Wangen den Schlägen, mein Angesicht aber habe ich nicht abgewandt von der Schande des Anspeiens.
7 Und der Herr wurde mein Helfer; darum bin ich nicht zuschanden geworden, sondern ich habe mein Angesicht wie einen harten Fels gemacht und erkannt, dass ich gewiss nicht beschämt werde.
8 Denn nahe ist der, der mich gerecht spricht. Wer will mit mir rechten? Er trete zugleich gegen mich auf. Und wer will mit mir rechten? Er nahe sich mir.
9 Siehe, der Herr hilft mir; wer will mir schaden? Siehe, ihr alle werdet wie ein Gewand veralten, und wie die Motte wird es euch fressen.
10 Wer unter euch fürchtet den Herrn? Er höre auf die Stimme seines Knechtes. Die im Finstern wandeln und kein Licht haben — vertraut auf den Namen des Herrn und stützt euch auf Gott.
11 Siehe, ihr alle zündet ein Feuer an und facht eine Flamme an; wandelt im Licht eures Feuers und in der Flamme, die ihr entzündet habt. Um meinetwillen ist euch dies geschehen: in Schmerz werdet ihr euch niederlegen.
Kapitel 51
1 Hört auf mich, die ihr der Gerechtigkeit nachjagt und den Herrn sucht: Blickt auf den festen Felsen, den ihr ausgehauen habt, und auf die Grube des Brunnens, den ihr gegraben habt.
2 Blickt auf Abraham, euren Vater, und auf Sara, die euch geboren hat; denn er war einer, und ich rief ihn und segnete ihn und liebte ihn und mehrte ihn.
3 Und dich, Zion, will ich nun trösten, und ich habe alle ihre Wüsten getröstet und werde ihre Wüsten machen wie einen Garten des Herrn; Freude und Jubel wird man in ihr finden, Lobpreis und die Stimme des Lobes.
4 Hört auf mich, hört, mein Volk, und ihr Könige, vernehmt mich; denn ein Gesetz wird von mir ausgehen, und mein Gericht zum Licht der Völker.
5 Schnell naht meine Gerechtigkeit, und mein Heil wird ausgehen wie ein Licht, und auf meinen Arm werden die Völker hoffen; auf mich werden die Inseln harren und auf meinen Arm hoffen.
6 Erhebt eure Augen zum Himmel und blickt auf die Erde unten; denn der Himmel ist wie Rauch gefestigt worden, die Erde aber wird wie ein Kleid veralten, und die Bewohner der Erde werden sterben wie diese; mein Heil aber wird ewig sein, und meine Gerechtigkeit wird nicht vergehen. —
7 Hört auf mich, die ihr das Gericht kennt, mein Volk, in dessen Herzen mein Gesetz ist: Fürchtet nicht die Schmähung von Menschen und lasst euch von ihrer Verachtung nicht überwinden.
8 Denn wie ein Kleid wird sie von der Zeit verzehrt werden und wie Wolle von der Motte gefressen; meine Gerechtigkeit aber wird ewig sein und mein Heil von Geschlecht zu Geschlecht.
9 Wach auf, wach auf, Jerusalem, und ziehe die Kraft deines Armes an; wach auf wie am Anfang der Tage, wie ein Geschlecht der Vorzeit. Bist du es nicht,
10 die das Meer trockengelegt hat, die Wassermenge der Tiefe? Die die Tiefen des Meeres zu einem Weg des Durchzugs gemacht hat für die Erretteten
11 und Erlösten? Denn vom Herrn werden sie zurückkehren und nach Zion kommen mit Freude und ewigem Jubel; denn auf ihrem Haupt ist Jubel und Lob, und Freude wird sie ergreifen; entflohen sind Schmerz, Kummer und Seufzen.
12 Ich bin es, ich bin es, der dich tröstet; erkenne, vor wem du dich gescheut und gefürchtet hast: vor einem sterblichen Menschen und vor einem Menschensohn, die wie Gras verdorrt sind.
13 Und du hast Gott vergessen, der dich gemacht hat, der den Himmel gemacht und die Erde gegründet hat, und du fürchtetest dich stets alle Tage vor dem Angesicht des Zorns dessen, der dich bedrängte; denn wie er ratschlagte, dich hinwegzuraffen — und nun, wo ist der Zorn dessen, der dich bedrängt?
14 Denn bei deiner Rettung wird er nicht stehen bleiben noch verziehen;
15 denn ich bin dein Gott, der das Meer aufwühlt und seine Wogen brausen lässt; Herr Zebaoth ist mein Name.
16 Ich werde meine Worte in deinen Mund legen und dich unter dem Schatten meiner Hand bergen, mit der ich den Himmel aufgerichtet und die Erde gegründet habe; und Zion wird sagen: Mein Volk bist du.
17 Wach auf, wach auf, stehe auf, Jerusalem, die du den Kelch des Zorns aus der Hand des Herrn getrunken hast; denn den Kelch des Sturzes, den Becher des Zorns hast du ausgetrunken und geleert.
18 Und es war keiner, der dich tröstete, von allen deinen Kindern, die du geboren hast, und keiner, der deine Hand ergriff, auch nicht von allen deinen Söhnen, die du großgezogen hast.
19 Diese zwei Dinge stehen dir gegenüber, wer wird mit dir trauern? Sturz und Zerschmetterung, Hunger und Schwert; wer wird dich trösten?
20 Deine Söhne, die ratlosen, die an der Ecke jeder Straße liegen wie eine halbgekochte Rübe, die voll sind vom Zorn des Herrn, kraftlos gemacht durch den Herrn, Gott.
21 Darum höre, du Gedemütigte und Trunkene, doch nicht vom Wein:
22 So spricht der Herr, Gott, der sein Volk richtet: Siehe, ich habe aus deiner Hand den Kelch des Sturzes genommen, den Becher des Zorns, und du wirst ihn nicht mehr trinken;
23 und ich werde ihn in die Hände derer geben, die dir Unrecht getan und dich gedemütigt haben, die zu deiner Seele sprachen: Bücke dich, damit wir hinüberschreiten; und du machtest deinen Rücken der Erde gleich, draußen für die Vorübergehenden.
Kapitel 52
1 Wach auf, wach auf, Zion, zieh deine Stärke an, Zion, und zieh deine Herrlichkeit an, Jerusalem, du heilige Stadt! Nicht mehr wird es geschehen, dass ein Unbeschnittener und Unreiner durch dich hindurchzieht.
2 Schüttle den Staub ab und steh auf, setze dich, Jerusalem; lege die Fessel deines Halses ab, du gefangene Tochter Zion.
3 Denn so spricht der Herr: Umsonst seid ihr verkauft worden, und nicht mit Silber werdet ihr losgekauft werden.
4 So spricht der Herr: Nach Ägypten zog mein Volk zuerst hinab, um dort als Fremdling zu wohnen, und zu den Assyrern wurden sie mit Gewalt geführt.
5 Und nun, was seid ihr hier? So spricht der Herr: Weil mein Volk umsonst genommen wurde, staunt ihr und heult; so spricht der Herr: Um euretwillen wird mein Name allezeit unter den Völkern gelästert.
6 Darum wird mein Volk meinen Namen erkennen an jenem Tag, dass ich es selbst bin, der redet: Ich bin da,
7 wie eine Stunde auf den Bergen, wie die Füße dessen, der die Botschaft des Friedens verkündet, wie einer, der Gutes verkündet; denn ich werde deine Rettung hörbar machen, indem ich zu Zion sage: Dein Gott wird König sein.
8 Denn die Stimme deiner Wächter hat sich erhoben, und mit der Stimme werden sie sich zugleich freuen; denn Auge in Auge werden sie sehen, wenn der Herr sich Zions erbarmt.
9 Es sollen die Trümmer Jerusalems zugleich in Freude ausbrechen, denn der Herr hat sich ihrer erbarmt und hat Jerusalem errettet.
10 Und der Herr wird seinen heiligen Arm entblößen vor allen Völkern, und alle Enden der Erde werden die Rettung sehen, die von Gott kommt.
11 Weicht, weicht, geht hinaus von dort und rührt nichts Unreines an; geht hinaus aus ihrer Mitte, sondert euch ab, die ihr die Geräte des Herrn tragt.
12 Denn nicht in Bestürzung werdet ihr ausziehen, und nicht in Flucht werdet ihr gehen; denn vor euch her wird der Herr ziehen, und der euch sammelt, ist der Herr, der Gott Israels.
13 Siehe, mein Knecht wird Einsicht haben und wird erhöht und überaus verherrlicht werden.
14 Wie viele über dich entsetzt sein werden — so entstellt wird deine Gestalt sein, mehr als die der Menschen, und deine Herrlichkeit vor den Menschen ,
15 so werden viele Völker über ihn staunen, und Könige werden ihren Mund verschließen; denn die, denen nichts über ihn verkündet wurde, werden sehen, und die, die nicht gehört haben, werden verstehen.
Kapitel 53
1 Herr, wer hat unserer Botschaft geglaubt? Und wem ist der Arm des Herrn offenbart worden?
2 Wir haben vor ihm verkündet: wie ein Kind, wie eine Wurzel in dürstendem Land; er hat keine Gestalt und keine Herrlichkeit. Und wir sahen ihn, und er hatte weder Gestalt noch Schönheit;
3 sondern seine Gestalt war verachtet und geringer als die aller Menschen, ein Mensch, der in Plage war und wusste, Schwachheit zu tragen; denn sein Angesicht war abgewandt, er wurde verachtet und nicht geachtet.
4 Dieser trägt unsere Sünden und leidet Schmerzen um unsertwillen, und wir meinten, er sei in Mühsal und in Plage und in Misshandlung.
5 Er aber wurde verwundet um unserer Gesetzlosigkeiten willen und ist geschwächt worden um unserer Sünden willen; die Züchtigung zu unserem Frieden lag auf ihm, durch seine Striemen sind wir geheilt worden.
6 Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, ein jeder Mensch irrte auf seinem Weg; und der Herr gab ihn hin für unsere Sünden.
7 Und er öffnet, weil er misshandelt worden ist, den Mund nicht; wie ein Schaf wurde er zur Schlachtung geführt, und wie ein Lamm vor seinem Scherer stumm ist, so öffnet er seinen Mund nicht.
8 In der Erniedrigung wurde sein Gericht aufgehoben; wer wird sein Geschlecht beschreiben? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen; wegen der Gesetzlosigkeiten meines Volkes wurde er in den Tod geführt.
9 Und ich werde die Bösen für sein Begräbnis geben und die Reichen für seinen Tod; denn er hat keine Gesetzlosigkeit begangen, und kein Trug wurde in seinem Mund gefunden.
10 Und der Herr will ihn von der Plage reinigen; wenn ihr für die Sünde gebt, wird eure Seele langlebige Nachkommenschaft sehen. Und der Herr will wegnehmen
11 von der Mühsal seiner Seele, ihm Licht zeigen und ihn mit Einsicht bilden, den Gerechten rechtfertigen, der vielen wohl dient; und ihre Sünden wird er selbst tragen.
12 Darum wird er viele erben und die Beute der Starken verteilen, dafür dass seine Seele in den Tod dahingegeben wurde und er unter die Gesetzlosen gerechnet wurde; und er selbst hat die Sünden vieler getragen und wurde um ihrer Sünden willen dahingegeben.
Kapitel 54
1 Freue dich, du Unfruchtbare, die nicht gebiert, brich aus und rufe laut, die du keine Wehen hast; denn die Kinder der Verlassenen sind zahlreicher als die derjenigen, die den Mann hat, denn so hat der Herr gesprochen.
2 Mach weit den Ort deines Zeltes und deiner Zeltdecken, schlage sie auf, spare nicht; mach lang deine Seile und mach fest deine Pflöcke.
3 Breite dich noch aus zur Rechten und zur Linken, und dein Same wird Völker beerben, und du wirst verödete Städte bewohnen.
4 Fürchte dich nicht, weil du beschämt wurdest, und schäme dich nicht, weil du geschmäht wurdest; denn die ewige Schande wirst du vergessen, und der Schmach deiner Witwenschaft wirst du nicht mehr gedenken.
5 Denn der Herr ist es, der dich macht, Herr Sabaoth ist sein Name; und der dich erlöst hat, er ist der Gott Israels, er wird auf der ganzen Erde so genannt werden.
6 Nicht wie eine verlassene und kleinmütige Frau hat der Herr dich gerufen, noch wie eine Frau, die von Jugend an gehasst wurde, hat dein Gott gesprochen.
7 Für eine kleine Zeit habe ich dich verlassen, aber mit großem Erbarmen werde ich mich deiner erbarmen;
8 in geringem Zorn habe ich mein Angesicht von dir abgewandt, aber mit ewigem Erbarmen werde ich mich deiner erbarmen, sprach der Herr, dein Erlöser.
9 Seit dem Wasser zur Zeit Noahs ist mir dies: Wie ich ihm zu jener Zeit der Erde geschworen habe, dass ich nicht mehr über dich zürnen noch dich bedrohen werde,
10 dass die Berge nicht weichen und deine Hügel nicht wanken werden, so wird auch mein Erbarmen von dir nicht weichen, noch wird der Bund deines Friedens weichen; denn der Herr hat gesprochen: Ich bin dir gnädig.
11 Du Niedrige und Unstete, die nicht getröstet wurde, siehe, ich bereite dir Karfunkel als deinen Stein und Saphir als deine Grundfesten,
12 und ich werde deine Zinnen aus Jaspis machen und deine Tore aus Kristallsteinen und deine Umfassungsmauer aus erlesenen Steinen
13 und alle deine Söhne zu von Gott Belehrten und deine Kinder in großem Frieden.
14 Und in Gerechtigkeit wirst du erbaut werden; halte dich fern vom Unrecht, und du wirst dich nicht fürchten, und Zittern wird dir nicht nahen.
15 Siehe, Fremdlinge werden durch mich zu dir kommen und bei dir Zuflucht suchen.
16 Siehe, ich erschaffe dich, nicht wie ein Schmied, der Kohlen anfacht und ein Gerät zum Werk hervorbringt; ich aber habe dich erschaffen, nicht zum Verderben, um zu vernichten
17 jedes vergängliche Gerät. Gegen dich werde ich nichts gelingen lassen, und jede Stimme, die sich gegen dich zum Gericht erhebt – sie alle wirst du besiegen, deine Schuldigen aber werden darin sein. Es gibt ein Erbe für die, die dem Herrn dienen, und ihr werdet mir gerecht sein, spricht der Herr.
Kapitel 55
1 Ihr Dürstenden, geht zum Wasser, und alle, die ihr kein Geld habt, geht hin, kauft und trinkt ohne Geld und ohne Preis Wein und Fett.
2 Wozu bezahlt ihr Geld, und eure Mühe ist nicht zur Sättigung? Hört auf mich, und ihr werdet Gutes essen, und eure Seele wird an Gütern sich erlaben.
3 Merkt auf mit euren Ohren und folgt meinen Wegen; hört auf mich, und eure Seele wird in Gütern leben; und ich werde mit euch einen ewigen Bund schließen, die heiligen, zuverlässigen Gnaden Davids.
4 Siehe, zum Zeugen unter den Völkern habe ich ihn gegeben, zum Fürsten und Gebieter über Völker.
5 Völker, die dich nicht kannten, werden dich anrufen, und Völker, die dich nicht kennen, werden zu dir ihre Zuflucht nehmen um deines Gottes willen, des Heiligen Israels, denn er hat dich verherrlicht.
6 Sucht Gott, und wenn ihr ihn findet, ruft ihn an; wenn er sich euch aber naht,
7 so verlasse der Gottlose seine Wege und der gesetzlose Mann seine Ratschläge, und er kehre um zum Herrn, und er wird Erbarmen finden, denn er wird eure Sünden reichlich vergeben.
8 Denn meine Ratschläge sind nicht wie eure Ratschläge, noch sind eure Wege wie meine Wege, spricht der Herr;
9 sondern wie der Himmel von der Erde entfernt ist, so ist mein Weg von euren Wegen entfernt und eure Gedanken von meinem Sinn.
10 Denn wie Regen oder Schnee vom Himmel herabfällt und nicht dorthin zurückkehrt, bis er die Erde getränkt hat und sie hervorbringt und sprießen lässt und Samen gibt dem Säenden und Brot zur Speise,
11 so wird mein Wort sein, das aus meinem Munde hervorgeht: es wird nicht zurückkehren, bis alles vollendet ist, was ich gewollt habe, und ich werde deine Wege und meine Gebote gelingen lassen.
12 Denn in Freude werdet ihr ausziehen und in Fröhlichkeit belehrt werden; denn die Berge und die Hügel werden aufspringen, euch mit Freude empfangend, und alle Bäume des Feldes werden mit ihren Zweigen klatschen,
13 und statt des Dorngestrüpps wird die Zypresse aufwachsen, und statt des Alantkrauts wird die Myrte aufwachsen; und der Herr wird zum Namen und zum ewigen Zeichen sein, und es wird nicht vergehen.
Kapitel 56
1 So spricht der Herr: Wahret das Recht, übt Gerechtigkeit; denn mein Heil ist nahe herbeigekommen, und meine Barmherzigkeit soll offenbart werden.
2 Selig der Mann, der dies tut, und der Mensch, der daran festhält und die Sabbate hält, sie nicht zu entweihen, und seine Hände bewahrt, kein Unrecht zu tun.
3 Der Fremdling, der sich dem Herrn angeschlossen hat, sage nicht: Der Herr wird mich gewiss von seinem Volk absondern; und der Verschnittene sage nicht: Ich bin ein dürres Holz.
4 So spricht der Herr: Den Verschnittenen, die meine Sabbate halten und erwählen, was ich will, und an meinem Bund festhalten,
5 denen will ich in meinem Haus und in meiner Mauer einen namhaften Platz geben, besser als Söhne und Töchter; einen ewigen Namen will ich ihnen geben, der nicht vergehen wird.
6 Und die Fremdlinge, die sich dem Herrn angeschlossen haben, ihm zu dienen und den Namen des Herrn zu lieben, ihm Knechte und Mägde zu sein, und alle, die meine Sabbate halten, sie nicht zu entweihen, und an meinem Bund festhalten,
7 die will ich zu meinem heiligen Berg führen und sie erfreuen in meinem Haus des Gebets; ihre Brandopfer und ihre Schlachtopfer werden wohlgefällig sein auf meinem Altar; denn mein Haus wird ein Haus des Gebets genannt werden für alle Völker,
8 spricht der Herr, der die Zerstreuten Israels sammelt; denn ich werde zu ihm eine Versammlung sammeln.
9 Alle wilden Tiere, kommt her und fresst, alle Tiere des Waldes!
10 Seht, sie alle sind blind geworden, sie haben nicht verstanden, klug zu sein; alle sind stumme Hunde, sie können nicht bellen, träumen auf dem Lager, lieben es zu schlummern.
11 Und die Hunde sind unverschämt in ihrer Seele, kennen keine Sättigung; und sie sind böse, kennen keine Einsicht; alle sind ihren eigenen Wegen gefolgt, ein jeder nach seinem eigenen Sinn.
Kapitel 57
1 Seht, wie der Gerechte umgekommen ist, und niemand nimmt es sich zu Herzen; und gerechte Männer werden hinweg genommen, und niemand achtet darauf. Denn vor dem Angesicht der Ungerechtigkeit ist der Gerechte hinweg genommen worden;
2 sein Begräbnis wird in Frieden sein, er ist aus der Mitte hinweg genommen.
3 Ihr aber, tretet herzu, ihr gesetzlosen Söhne, Same von Ehebrechern und einer Hure!
4 Woran habt ihr euch ergötzt? Und gegen wen habt ihr euren Mund aufgerissen? Und gegen wen habt ihr eure Zunge herausgestreckt? Seid ihr nicht Kinder des Verderbens, ein gesetzloser Same?
5 Ihr, die ihr die Götzen anruft unter dichtbelaubten Bäumen, die ihr eure Kinder schlachtet in den Schluchten mitten zwischen den Felsen.
6 Jenes ist dein Anteil, dies ist dein Los; und jenen hast du Trankopfer ausgegossen, und jenen hast du Schlachtopfer dargebracht. Soll ich darüber nicht zürnen?
7 Auf einem hohen und erhabenen Berg, dort ist dein Lager, und dort hast du Opfer hinaufgebracht.
8 Und hinter die Pfosten deiner Tür hast du deine Gedenkzeichen gesetzt; du meintest, dass du, wenn du von mir abfielest, etwas mehr haben würdest. Du hast die geliebt, die bei dir lagen,
9 und hast deine Hurerei mit ihnen vermehrt und hast viele gemacht, die fern von dir sind, und hast Gesandte über deine Grenzen hinaus geschickt und hast dich abgewandt und wurdest erniedrigt bis zum Hades.
10 Auf deinen vielen Wegen hast du dich abgemüht und hast nicht gesagt: Ich will aufhören; du hast dich gestärkt, weil du dies getan hast; darum hast du mich nicht angefleht,
11 du. Vor wem hast du dich gescheut und gefürchtet, dass du mich belogen hast und meiner nicht gedacht hast und mich weder in deinen Sinn noch in dein Herz genommen hast? Und ich, obwohl ich dich sehe, sehe darüber hinweg, und mich hast du nicht gefürchtet.
12 Und ich werde meine Gerechtigkeit verkünden und deine bösen Taten, die dir nichts nützen werden.
13 Wenn du aufschreist, so sollen sie dich retten in deiner Bedrängnis! Denn diese alle wird der Wind ergreifen, und der Sturm wird sie davontragen. Die aber an mir festhalten, werden das Land besitzen und meinen heiligen Berg erben.
14 Und sie werden sagen: Reinigt die Wege vor seinem Angesicht und räumt die Hindernisse hinweg vom Weg meines Volkes!
15 So spricht der Herr, der Höchste, der in der Höhe wohnt in Ewigkeit, Heiliger unter den Heiligen ist sein Name, der Herr, der Höchste, der unter den Heiligen ruht und den Kleinmütigen Langmut gibt und Leben gibt denen, die zerbrochenen Herzens sind:
16 Nicht auf ewig werde ich mich an euch rächen, noch werde ich für immer euch zürnen; denn ein Geist wird von mir ausgehen, und allen Odem habe ich gemacht.
17 Wegen der Sünde habe ich ihn eine kurze Zeit betrübt und habe ihn geschlagen und mein Angesicht von ihm abgewandt, und er wurde betrübt und ging finster auf seinen Wegen.
18 Seine Wege habe ich gesehen, und ich habe ihn geheilt und ihn getröstet und ihm wahrhaftigen Trost gegeben,
19 Frieden über Frieden denen, die fern, und denen, die nahe sind. Und der Herr sprach: Ich werde sie heilen.
20 Die Ungerechten aber werden so umher geworfen wie Wogen und werden nicht ruhen können.
21 Es gibt kein Freuen für die Gottlosen, sprach der Herr, Gott.
Kapitel 58
1 Rufe laut mit Kraft und schone nicht, erhebe deine Stimme wie eine Posaune und verkünde meinem Volk ihre Sünden und dem Hause Jakob ihre Gesetzlosigkeiten.
2 Mich suchen sie Tag für Tag und begehren, meine Wege zu erkennen; wie ein Volk, das Gerechtigkeit geübt und das Recht seines Gottes nicht verlassen hat, fordern sie jetzt von mir ein gerechtes Gericht und begehren, Gott nahe zu sein,
3 indem sie sagen: Warum haben wir gefastet, und du hast es nicht gesehen? Wir haben unsere Seelen gedemütigt, und du hast es nicht erkannt? Denn an den Tagen eurer Fasten findet ihr eure eigenen Begierden und stachelt alle, die euch unterworfen sind.
4 Wenn ihr zu Streit und Zank fastet und den Geringen mit Fäusten schlagt, wozu fastet ihr mir dann, dass heute eure Stimme im Geschrei gehört werde?
5 Nicht dieses Fasten habe ich erwählt, noch einen Tag, an dem der Mensch seine Seele demütigt; auch wenn du deinen Nacken beugst wie einen Ring und Sack und Asche unter dich breitest — auch so werdet ihr es nicht ein wohlgefälliges Fasten nennen.
6 Nicht ein solches Fasten habe ich erwählt, spricht der Herr, sondern: Löse jede Fessel der Ungerechtigkeit, löse die Knoten gewaltsamer Verträge auf, entlasse die Zerschlagenen in Freiheit und zerreiße jede ungerechte Schuldschrift;
7 brich dem Hungrigen dein Brot und führe obdachlose Arme in dein Haus; wenn du einen Nackten siehst, bekleide ihn, und die Angehörigen deines Geschlechts sollst du nicht übersehen.
8 Dann wird dein Licht hervorbrechen wie das Frühlicht, und deine Heilung wird schnell aufgehen, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit Gottes wird dich umhüllen.
9 Dann wirst du rufen, und Gott wird dich erhören; noch während du redest, wird er sagen: Siehe, hier bin ich. Wenn du von dir die Fessel entfernst und das Fingerausstrecken und das Wort des Murrens
10 und dem Hungrigen dein Brot von Herzen gibst und die gedemütigte Seele sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen, und deine Finsternis wird sein wie der Mittag.
11 Und dein Gott wird allezeit mit dir sein; und du wirst gesättigt werden, wie deine Seele es begehrt, und deine Gebeine werden fett werden, und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Quelle, der das Wasser nicht ausgeht, und deine Gebeine werden wie Gras aufsprossen und fett werden, und sie werden Geschlechter von Geschlechtern ererben.
12 Und deine ewigen Wüsteneien werden aufgebaut werden, und deine Grundfesten werden ewig sein, für Geschlechter der Geschlechter; und du wirst genannt werden: Erbauer von Zäunen, und die Pfade dazwischen wirst du zur Ruhe bringen.
13 Wenn du deinen Fuß vom Sabbat abwendest, dass du deine eigenen Begierden nicht tust am heiligen Tag, und die Sabbate köstlich nennst, heilig deinem Gott, deinen Fuß nicht zur Arbeit erhebst und kein zorniges Wort aus deinem Munde redest,
14 dann wirst du dein Vertrauen auf den Herrn setzen, und er wird dich auf die Güter der Erde hinaufführen und dich speisen mit dem Erbe Jakobs, deines Vaters; denn der Mund des Herrn hat dies geredet.
Kapitel 59
1Ist etwa die Hand des Herrn zu schwach, um zu retten? Oder hat er sein Ohr schwer gemacht, um nicht zu hören?
2Vielmehr trennen eure Vergehen zwischen euch und Gott, und wegen eurer Sünden hat er sein Angesicht von euch abgewandt, um sich nicht zu erbarmen.
3Denn eure Hände sind mit Blut befleckt und eure Finger mit Sünden, eure Lippen aber haben Gesetzlosigkeit geredet, und eure Zunge sinnt auf Unrecht.
4Niemand redet Gerechtes, und es gibt kein wahres Gericht; sie vertrauen auf Nichtiges und reden Leeres, denn sie gehen schwanger mit Mühsal und gebären Gesetzlosigkeit.
5Eier von Nattern haben sie ausgebrütet, und ein Spinnengewebe weben sie; und wer von ihren Eiern essen will, zerbricht sie und findet ein faules, und darin einen Basilisken.
6Ihr Gewebe wird nicht zum Kleid taugen, noch werden sie sich mit ihren Werken bedecken; denn ihre Werke sind Werke der Gesetzlosigkeit.
7Ihre Füße laufen zur Bosheit, schnell, Blut zu vergießen; und ihre Gedanken sind Gedanken von Toren, Verderben und Elend sind auf ihren Wegen.
8Und den Weg des Friedens kennen sie nicht, und es gibt kein Recht auf ihren Wegen; denn ihre Pfade, die sie gehen, sind verkehrt, und sie kennen keinen Frieden.
9Darum ist das Recht von ihnen gewichen, und die Gerechtigkeit wird sie nicht erreichen; während sie auf Licht warteten, wurde ihnen Finsternis; sie harrten auf Helligkeit und wandelten in der Dunkelheit.
10Sie werden wie Blinde die Wand betasten und tasten, als hätten sie keine Augen; und sie werden am Mittag fallen wie um Mitternacht, wie Sterbende werden sie stöhnen.
11Wie ein Bär und wie eine Taube werden sie zugleich einhergehen; wir warteten auf Gericht, und es ist keines; die Rettung ist weit von uns gewichen.
12Denn groß ist unsere Gesetzlosigkeit vor dir, und unsere Sünden stehen gegen uns; denn unsere Gesetzlosigkeiten sind in uns, und unsere Missetaten haben wir erkannt:
13Wir haben gefrevelt und gelogen und sind abgewichen von der Nachfolge unseres Gottes; wir haben Unrechtes geredet und waren ungehorsam, wir gingen schwanger und ersannen aus unserem Herzen ungerechte Worte;
14und wir haben das Recht zurückgedrängt, und die Gerechtigkeit steht fern, denn die Wahrheit wurde auf ihren Wegen verzehrt, und auf geradem Weg konnten sie nicht hindurchgehen.
15Und die Wahrheit ist weggenommen, und sie haben ihren Sinn vom Verstehen abgewandt; und der Herr sah es, und es missfiel ihm, dass es kein Recht gab.
16Und er sah, und da war kein Mann, und er merkte auf, und da war keiner, der beistehen würde; und er half ihnen mit seinem Arm und stützte sich auf sein Erbarmen.
17Und er zog Gerechtigkeit an wie einen Panzer und setzte den Helm des Heils auf sein Haupt und hüllte sich in das Gewand der Vergeltung und den Mantel,
18wie einer, der Vergeltung übt, Schmach den Widersachern.
19Und es werden fürchten die vom Westen den Namen des Herrn und die vom Aufgang der Sonne den herrlichen Namen; denn wie ein reißender Strom wird der Zorn vom Herrn kommen, er wird kommen mit Grimm.
20Und um Zions willen wird der Erretter kommen und wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden.
21Und dies ist mein Bund mit ihnen, sprach der Herr: Mein Geist, der auf dir ist, und die Worte, die ich in deinen Mund gegeben habe, werden nicht weichen aus deinem Mund und aus dem Mund deiner Nachkommenschaft, denn so sprach der Herr, von nun an bis in Ewigkeit.
Kapitel 60
1 Werde licht, werde licht, Jerusalem, denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit des Herrn ist über dir aufgegangen.
2 Siehe, Finsternis und Dunkel wird die Erde bedecken über den Völkern; über dir aber wird der Herr erscheinen, und seine Herrlichkeit wird über dir gesehen werden.
3 Und Könige werden zu deinem Licht ziehen und Völker zu deinem Glanz.
4 Erhebe ringsum deine Augen und sieh: versammelt sind deine Kinder; siehe, alle deine Söhne sind von ferne gekommen, und deine Töchter werden auf Schultern getragen werden.
5 Dann wirst du sehen und dich fürchten und im Herzen außer dir geraten, denn der Reichtum des Meeres und der Völker und der Nationen wird sich zu dir wenden. Und es werden zu dir kommen
6 Herden von Kamelen, und Kamele von Madiam und Gaipha werden dich bedecken; alle werden aus Saba kommen, Gold bringend, und Weihrauch werden sie herbeitragen und das Heil des Herrn verkünden.
7 Und alle Schafe von Kedar werden bei dir versammelt werden, und die Widder von Nabaioth werden zu dir kommen, und Wohlgefälliges wird auf meinem Altar dargebracht werden, und das Haus meines Gebetes wird verherrlicht werden.
8 Wer sind diese, die wie Wolken fliegen und wie Tauben mit ihren Jungen?
9 Auf mich haben die Inseln geharrt und die Schiffe von Tharsis unter den ersten, um deine Kinder von ferne zu bringen und das Silber und das Gold mit ihnen, um des heiligen Namens des Herrn willen und weil der Heilige Israels herrlich ist.
10 Und Fremde werden deine Mauern bauen, und ihre Könige werden dir zu Diensten stehen; denn in meinem Zorn habe ich dich geschlagen und aus Erbarmen habe ich dich geliebt.
11 Und deine Tore werden allezeit geöffnet sein, Tag und Nacht werden sie nicht geschlossen werden, um zu dir hineinzuführen die Macht der Völker und Könige, die herbeigeführt werden.
12 Denn die Völker und die Könige, die dir nicht dienen werden, werden zugrunde gehen, und die Völker werden gänzlich verödet werden.
13 Und die Herrlichkeit des Libanon wird zu dir kommen mit Zypresse und Fichte und Zeder zugleich, um meinen heiligen Ort zu verherrlichen.
14 Und in Furcht werden zu dir kommen die Söhne derer, die dich erniedrigt und gereizt haben, und du wirst genannt werden: Stadt des Herrn, Zion des Heiligen Israels.
15 Weil du verlassen und gehasst warst und niemand da war, der half, werde ich dich zu ewigem Jubel machen, zur Freude für Geschlechter auf Geschlechter.
16 Und du wirst die Milch der Völker saugen und den Reichtum der Könige essen; und du wirst erkennen, dass ich der Herr bin, der dich rettet und dich erlöst, der Gott Israels.
17 Und statt Erz werde ich dir Gold bringen, statt Eisen werde ich dir Silber bringen, statt Holz werde ich dir Erz bringen und statt Steinen Eisen. Und ich werde deine Fürsten in Frieden setzen und deine Aufseher in Gerechtigkeit;
18 und nicht mehr wird Unrecht gehört werden in deinem Land, weder Zerstörung noch Elend in deinen Grenzen, sondern deine Mauern werden Heil genannt werden und deine Tore Bildwerk.
19 Und die Sonne wird dir nicht mehr Licht des Tages sein, noch wird der Aufgang des Mondes dir die Nacht erleuchten, sondern der Herr wird dir ewiges Licht sein und Gott deine Herrlichkeit.
20 Denn deine Sonne wird nicht untergehen, und dein Mond wird nicht abnehmen; denn der Herr wird dir ewiges Licht sein, und die Tage deiner Trauer werden erfüllt werden.
21 Und dein Volk wird ganz gerecht sein, und auf ewig werden sie das Land erben, indem er die Pflanzung bewahrt, die Werke seiner Hände zur Herrlichkeit.
22 Der Geringste wird zu Tausenden werden und der Kleinste zu einem großen Volk; ich, der Herr, werde sie zur rechten Zeit versammeln.
Kapitel 61
1 Der Geist des Herrn ist auf mir, deswegen hat er mich gesalbt; er hat mich gesandt, den Armen frohe Botschaft zu verkünden, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind, den Gefangenen Freilassung zu verkündigen und den Blinden das Augenlicht,
2 auszurufen ein angenehmes Jahr des Herrn und einen Tag der Vergeltung, zu trösten alle Trauernden,
3 den Trauernden Zions zu geben Herrlichkeit statt Asche, Öl der Freude den Trauernden, ein Gewand der Herrlichkeit statt eines Geistes der Mutlosigkeit; und sie werden Geschlechter der Gerechtigkeit genannt werden, eine Pflanzung des Herrn zur Herrlichkeit.
4 Und sie werden ewige Wüsteneien aufbauen, zuvor Verödetes werden sie wieder aufrichten; und sie werden verwüstete Städte erneuern, die auf Generationen hin verödet lagen.
5 Und Fremdgeborene werden kommen und deine Schafe weiden, und Fremdstämmige werden Pflüger und Winzer sein;
6 ihr aber werdet Priester des Herrn genannt werden, Diener Gottes; die Kraft der Völker werdet ihr verzehren und in ihrem Reichtum werdet ihr bewundert werden.
7 So werden sie zum zweiten Mal das Land erben, und ewige Freude wird über ihrem Haupt sein.
8 Denn ich bin der Herr, der die Gerechtigkeit liebt und Raub aus Unrecht hasst; und ich werde den Gerechten ihren Lohn geben und einen ewigen Bund mit ihnen schließen.
9 Und ihr Same wird unter den Völkern bekannt werden und ihre Nachkommen; jeder, der sie sieht, wird sie erkennen, dass sie ein von Gott gesegneter Same sind,
10 und sie werden sich mit Freude freuen über den Herrn. Meine Seele juble über den Herrn; denn er hat mich mit dem Gewand des Heils bekleidet und mit dem Rock der Freude; wie einem Bräutigam hat er mir eine Kopfbinde umgelegt und wie eine Braut hat er mich mit Schmuck geschmückt.
11 Und wie die Erde ihre Blüte wachsen lässt und wie ein Garten seine Samen, so wird der Herr Gerechtigkeit aufsprossen lassen und Jubel vor allen Völkern.
Kapitel 62
1 Um Zions willen werde ich nicht schweigen, und um Jerusalems willen werde ich nicht ablassen, bis meine Gerechtigkeit hervorgeht wie ein Licht und mein Heil wie eine Fackel brennt.
2 Und die Völker werden deine Gerechtigkeit sehen und die Könige deine Herrlichkeit, und man wird dich mit deinem neuen Namen nennen, den der Herr benennen wird.
3 Und du wirst eine Krone der Schönheit sein in der Hand des Herrn und ein königliches Diadem in der Hand deines Gottes.
4 Und du wirst nicht mehr „Verlassene" genannt werden, und dein Land wird nicht „Wüste" genannt werden; denn du wirst „Mein Wille" genannt werden und dein Land „Bewohnte".
5 Und wie ein junger Mann mit einer Jungfrau zusammenwohnt, so werden deine Söhne bei dir wohnen; und wie sich ein Bräutigam über die Braut freut, so wird sich der Herr über dich freuen.
6 Und auf deine Mauern, Jerusalem, habe ich Wächter bestellt den ganzen Tag und die ganze Nacht, die niemals schweigen werden, indem sie des Herrn gedenken.
7 Denn es gibt niemanden, der euch gleicht, wenn er Jerusalem wiederherstellt und es zum Ruhm auf Erden macht.
8 Der Herr hat geschworen bei seiner Rechten und bei der Kraft seines Armes: Ich werde dein Getreide und deine Speisen nicht mehr deinen Feinden geben, und fremde Söhne werden nicht mehr deinen Wein trinken, um den du dich gemüht hast;
9 sondern die, die es einsammeln, werden es essen und den Herrn preisen, und die, die es einbringen, werden es trinken in meinen heiligen Vorhöfen.
10 Zieht durch meine Tore und bahnt den Weg für mein Volk, und die Steine werft aus dem Weg; erhebt ein Zeichen für die Völker.
11 Denn siehe, der Herr hat es hörbar gemacht bis an das Ende der Erde: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein Retter kommt zu dir, er hat seinen Lohn bei sich und sein Werk vor seinem Angesicht.
12 Und man wird es ein heiliges Volk nennen, erlöst vom Herrn; du aber wirst „gesuchte Stadt" genannt werden und „nicht Verlassene".
Kapitel 63
1 Wer ist dieser, der aus Edom kommt, in rot gefärbten Kleidern aus Bosor, so schön in seinem Gewand, mit Gewalt und mit Kraft? Ich rede Gerechtigkeit und Gericht des Heils.
2 Warum sind deine Kleider rot und deine Gewänder wie von einer getretenen Kelter?
3 Voll von Zertretenem, und von den Völkern ist kein Mann bei mir; und ich zertrat sie in meinem Zorn und zermalmte sie wie Erde und ließ ihr Blut zur Erde hinabfließen.
4 Denn der Tag der Vergeltung ist über sie gekommen, und das Jahr der Erlösung ist da.
5 Und ich blickte umher, und da war kein Helfer; und ich merkte auf, und niemand stand bei; und mein Arm errettete sie, und mein Zorn trat hinzu.
6 Und ich zertrat sie in meinem Grimm und ließ ihr Blut zur Erde hinabfließen.
7 Der Barmherzigkeit des Herrn gedachte ich, der Ruhmestaten des Herrn in allem, was der Herr uns vergilt; der Herr ist ein guter Richter für das Haus Israel, er handelt an uns nach seiner Barmherzigkeit und nach der Fülle seiner Gerechtigkeit.
8 Und er sprach: Ist es nicht mein Volk? Kinder, die gewiss nicht treulos werden? Und er wurde ihnen zum Heil
9 aus aller Bedrängnis. Nicht ein Gesandter noch ein Engel, sondern der Herr selbst rettete sie, weil er sie liebte und ihrer schonte; er selbst erlöste sie und nahm sie auf und erhöhte sie alle Tage der Ewigkeit.
10 Sie aber waren ungehorsam und erbitterten seinen heiligen Geist; und er wandte sich ihnen zur Feindschaft, und er selbst kämpfte gegen sie.
11 Und er gedachte der ewigen Tage, er, der aus der Erde heraufführte den Hirten der Schafe. Wo ist der, der in sie den heiligen Geist legte?
12 Der Mose mit der Rechten führte, der Arm seiner Herrlichkeit? Er bezwang das Wasser vor seinem Angesicht, um sich einen ewigen Namen zu machen.
13 Er führte sie durch die Tiefe wie ein Pferd durch die Wüste, und sie ermüdeten nicht.
14 Und wie Vieh durch die Ebene: Es kam ein Geist vom Herrn herab und leitete sie. So hast du dein Volk geführt, um dir einen Namen der Herrlichkeit zu machen.
15 Wende dich vom Himmel her und sieh herab von deinem heiligen und herrlichen Haus. Wo ist dein Eifer und deine Kraft? Wo ist die Fülle deiner Barmherzigkeit und deines Erbarmens, dass du uns ertragen hast?
16 Denn du bist unser Vater; denn Abraham kennt uns nicht, und Israel erkennt uns nicht; sondern du, Herr, bist unser Vater. Errette uns; von Anfang an ist dein Name über uns.
17 Warum hast du uns, Herr, von deinem Weg abirren lassen, hast unsere Herzen verhärtet, dass wir dich nicht fürchten? Kehre um deiner Knechte willen zurück, um der Stämme deines Erbes willen,
18 damit wir für kurze Zeit deinen heiligen Berg erben. Unsere Widersacher haben dein Heiligtum zertreten.
19
Wir sind geworden wie am Anfang, als du nicht über uns herrschtest und dein Name nicht über uns angerufen wurde. Wenn du den Himmel öffnest, wird Zittern vor dir die Berge ergreifen, und sie werden zerschmelzen,
Kapitel 64
1 wie Wachs vor dem Feuer zerschmilzt. Und Feuer wird die Widersacher verbrennen, und der Name des Herrn wird unter den Widersachern offenbar werden; vor deinem Angesicht werden die Völker erbeben.
2 Wenn du die herrlichen Taten tust, wird Zittern vor dir die Berge ergreifen.
3 Von Ewigkeit her haben wir nicht gehört, noch haben unsere Augen einen Gott gesehen außer dir, und deine Werke, die du denen tun wirst, die auf Barmherzigkeit harren.
4 Denn er wird denen begegnen, die das Rechte tun, und deiner Wege werden sie gedenken. Siehe, du zürntest, und wir haben gesündigt; darum sind wir in die Irre gegangen.
5 Und wir sind alle wie Unreine geworden, wie das Tuch einer Unreinen ist all unsere Gerechtigkeit; und wir sind abgefallen wie Blätter wegen unserer Gesetzlosigkeiten, so wird der Wind uns davontragen.
6 Und da ist niemand, der deinen Namen anruft und der daran denkt, sich an dich zu halten; denn du hast dein Angesicht von uns abgewandt und hast uns preisgegeben wegen unserer Sünden.
7 Und nun, Herr, du bist unser Vater, wir aber sind Ton, das Werk deiner Hände allesamt.
8 Zürne uns nicht allzu sehr und gedenke nicht zur Zeit unserer Sünden. Und nun blicke her, denn wir alle sind dein Volk.
9 Die Stadt deines Heiligen ist zur Wüste geworden, Zion ist wie eine Wüste geworden, Jerusalem zum Fluch.
10 Das Haus, unser Heiligtum, und die Herrlichkeit, die unsere Väter gepriesen haben, ist vom Feuer verbrannt worden, und alles Herrliche ist zusammengestürzt.
11 Und bei alledem hast du dich zurückgehalten, Herr, und hast geschwiegen und hast uns sehr gedemütigt.
Kapitel 65
1 Ich bin denen offenbar geworden, die mich nicht suchten; ich bin von denen gefunden worden, die nicht nach mir fragten. Ich sprach: Siehe, hier bin ich! zu dem Volk, das meinen Namen nicht anrief.
2 Ich habe meine Hände den ganzen Tag ausgebreitet zu einem ungehorsamen und widersprechenden Volk, das nicht auf dem wahren Weg wandelte, sondern hinter seinen Sünden her.
3 Dies Volk, das mich beständig vor meinem Angesicht reizt: sie opfern in den Gärten und räuchern auf den Ziegelsteinen den Dämonen, die nichts sind;
4 und in den Gräbern und in den Höhlen schlafen sie um der Träume willen, sie, die Schweinefleisch essen und Brühe von Opfern, alle ihre Gefäße sind befleckt;
5 sie, die sagen: Bleib fern von mir, nahe mir nicht, denn ich bin rein! Dies ist Rauch meines Zorns, ein Feuer brennt darin alle Tage.
6 Siehe, es steht geschrieben vor mir: Ich werde nicht schweigen, bis ich in ihren Schoß vergolten habe
7 ihre Sünden und die ihrer Väter, spricht der Herr, die auf den Bergen geräuchert und mich auf den Hügeln geschmäht haben; ich werde ihre Werke in ihren Schoß vergelten.
8 So spricht der Herr: Wie man eine Beere in der Traube findet und man sagen wird: Verdirb sie nicht, denn ein Segen des Herrn ist in ihr! So werde ich tun um dessentwillen, der mir dient; um seinetwillen werde ich nicht alle verderben.
9 Und ich werde den Samen aus Jakob hervorbringen und den aus Juda, und er wird meinen heiligen Berg erben, und meine Auserwählten und meine Knechte werden ihn erben und dort wohnen.
10 Und im Walde werden Hürden für Herden sein und das Tal Achor eine Ruhestätte für Rinder für mein Volk, das mich gesucht hat.
11 Ihr aber, die ihr mich verlassen habt und meinen heiligen Berg vergesst und dem Dämon einen Tisch bereitet und dem Schicksal den Mischtrank füllt;
12 ich werde euch dem Schwert übergeben; ihr alle werdet in der Schlachtung fallen, denn ich rief euch, und ihr habt nicht gehorcht, ich redete, und ihr habt nicht gehört, und ihr habt das Böse vor mir getan und erwählt, was ich nicht wollte.
13 Darum spricht der Herr also: Siehe, die mir dienen, werden essen, ihr aber werdet hungern; siehe, die mir dienen, werden trinken, ihr aber werdet dürsten; siehe, die mir dienen, werden fröhlich sein, ihr aber werdet zuschanden werden;
14 siehe, die mir dienen, werden jubeln in Freude, ihr aber werdet schreien vor Schmerz eures Herzens und vor Zerbrochenheit des Geistes heulen.
15 Denn ihr werdet euren Namen meinen Auserwählten zum Überdruss hinterlassen; euch aber wird der Herr töten. Denen aber, die ihm dienen, wird ein neuer Name gegeben werden,
16 der auf der Erde gesegnet werden wird; denn sie werden den wahren Gott preisen, und die auf der Erde schwören, werden bei dem wahren Gott schwören; denn sie werden ihre frühere Trübsal vergessen, und sie wird ihnen nicht mehr ins Herz kommen.
17 Denn der Himmel wird neu sein und die Erde neu, und sie werden des Früheren nicht mehr gedenken, und es wird ihnen nicht mehr ins Herz kommen,
18 sondern Freude und Jubel werden sie darin finden; denn siehe, ich mache Jerusalem zum Jubel und mein Volk zur Freude.
19 Und ich werde jubeln über Jerusalem und mich freuen über mein Volk, und in ihr wird nicht mehr eine Stimme des Weinens noch eine Stimme des Geschreis gehört werden.
20 Und dort wird kein Frühverstorbener sein und kein Greis, der seine Zeit nicht erfüllt; denn der Junge wird hundert Jahre alt sein, der Sünder aber, der stirbt, wird hundert Jahre alt und verflucht sein.
21 Und sie werden Häuser bauen und selbst darin wohnen, und sie werden Weinberge pflanzen und selbst ihre Früchte essen;
22 und sie werden nicht bauen, damit andere darin wohnen, und nicht pflanzen, damit andere essen; denn wie die Tage des Baumes des Lebens werden die Tage meines Volkes sein; die Werke ihrer Mühen werden sie alt werden lassen.
23 Meine Auserwählten aber werden sich nicht vergeblich mühen noch Kinder zeugen für den Fluch, denn sie sind ein von Gott gesegneter Same, und ihre Nachkommen werden mit ihnen sein.
24 Und es wird geschehen: Ehe sie schreien, werde ich sie erhören; während sie noch reden, werde ich sagen: Was ist?
25 Dann werden Wölfe und Lämmer zusammen weiden, und der Löwe wird wie ein Rind Stroh fressen, die Schlange aber Erde wie Brot; sie werden kein Unrecht tun noch Verderben anrichten auf meinem heiligen Berg, spricht der Herr.
Kapitel 66
1 So spricht der Herr: Der Himmel ist mein Thron, die Erde aber der Schemel meiner Füße. Was für ein Haus wollt ihr mir bauen? Oder was für ein Ort soll die Stätte meiner Ruhe sein?
2 Denn all dies hat meine Hand gemacht, und all dies ist mein, spricht der Herr. Und auf wen soll ich blicken, wenn nicht auf den Demütigen und Stillen, der vor meinen Worten zittert?
3 Der Gesetzlose aber, der mir einen Jungstier opfert, ist wie einer, der einen Hund tötet; der, der Feinmehl darbringt, wie einer, der Schweineblut opfert; der, der Weihrauch zum Gedächtnis gibt, wie ein Lästerer. Und diese haben ihre Wege erwählt und ihre Gräuel, die ihre Seele begehrte;
4 so werde auch ich ihre Verspottungen erwählen und ihnen ihre Sünden vergelten. Denn ich rief sie, und sie gehorchten mir nicht; ich redete, und sie hörten nicht; und sie taten das Böse vor mir und erwählten, was ich nicht wollte.
5 Hört das Wort des Herrn, ihr, die ihr vor seinem Wort zittert: Sagt, unsere Brüder, zu denen, die uns hassen und verabscheuen: Damit der Name des Herrn verherrlicht werde und in ihrer Freude erscheine – und jene werden beschämt werden.
6 Eine Stimme des Geschreis aus der Stadt, eine Stimme aus dem Tempel, die Stimme des Herrn, der den Widersachern Vergeltung erstattet.
7 Ehe die Gebärende gebar, ehe die Not der Wehen kam, entrann sie und gebar einen Knaben.
8 Wer hat solches gehört, und wer hat dergleichen gesehen? Hat je die Erde an einem Tag Wehen gehabt, oder wurde je ein Volk auf einmal geboren? Denn Zion hatte Wehen und gebar ihre Kinder.
9 Ich aber habe diese Erwartung gegeben, und du hast meiner nicht gedacht, sprach der Herr. Siehe, habe nicht ich die Gebärende und die Unfruchtbare gemacht? sprach Gott.
10 Freue dich, Jerusalem, und feiert Feste in ihr, alle, die ihr sie liebt; freut euch mit Freude, alle, die ihr über sie trauert,
11 damit ihr saugt und satt werdet an der Brust ihres Trostes, damit ihr, wenn ihr ausgesogen habt, euch labt am Einzug ihrer Herrlichkeit.
12 Denn so spricht der Herr: Siehe, ich wende mich ihnen zu wie ein Strom des Friedens und wie ein Wildbach, der die Herrlichkeit der Völker überflutet; ihre Kinder werden auf Schultern getragen und auf Knien getröstet werden.
13 Wie eine Mutter jemanden trösten wird, so werde auch ich euch trösten, und in Jerusalem werdet ihr getröstet werden.
14 Und ihr werdet es sehen, und euer Herz wird sich freuen, und eure Gebeine werden sprossen wie das Gras; und die Hand des Herrn wird denen kund werden, die ihn verehren, und er wird den Ungehorsamen drohen.
15 Denn siehe, der Herr wird kommen wie ein Feuer und wie ein Sturmwind seine Wagen, um im Grimm Vergeltung zu üben und Verwerfung in Feuerflamme.
16 Denn im Feuer des Herrn wird die ganze Erde gerichtet werden und mit seinem Schwert alles Fleisch; viele werden vom Herrn Erschlagene sein.
17 Die sich heiligen und reinigen für die Gärten und in den Vorhöfen Schweinefleisch essen und die Gräuel und die Maus, sie werden allesamt vertilgt werden, sprach der Herr,
18 und ich kenne ihre Werke und ihr Sinnen. Ich komme, um alle Völker und Zungen zu versammeln, und sie werden kommen und meine Herrlichkeit sehen.
19 Und ich werde Zeichen an ihnen hinterlassen und werde von ihnen Gerettete aussenden zu den Völkern, nach Tharsis und Phud und Lud und Mosoch und Thobel und nach Griechenland und zu den fernen Inseln, die meinen Namen nicht gehört und meine Herrlichkeit nicht gesehen haben; und sie werden meine Herrlichkeit unter den Völkern verkündigen.
20 Und sie werden eure Brüder aus allen Völkern als Gabe für den Herrn bringen, mit Rossen und Wagen, in Sänften von Maultieren mit Sonnendächern, in die heilige Stadt Jerusalem, sprach der Herr, so wie die Söhne Israels mir ihre Opfer mit Psalmen in das Haus des Herrn bringen.
21 Und aus ihnen werde ich mir Priester und Leviten nehmen, sprach der Herr.
22 Denn wie der neue Himmel und die neue Erde, die ich mache, vor mir bestehen, spricht der Herr, so wird euer Same und euer Name bestehen.
23 Und es wird geschehen: Monat für Monat und Sabbat für Sabbat wird alles Fleisch vor mir kommen, um in Jerusalem anzubeten, sprach der Herr.
24 Und sie werden hinausgehen und die Leichname der Menschen sehen, die sich gegen mich vergangen haben; denn ihr Wurm wird nicht sterben, und ihr Feuer wird nicht verlöschen, und sie werden allem Fleisch zum Anblick sein.